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Schöne neue Arbeitswelt - Vom Ende des Normalarbeitsverhältnis und seinen Nachfolgern

Title: Schöne neue Arbeitswelt - Vom Ende des Normalarbeitsverhältnis und seinen Nachfolgern

Term Paper , 2002 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Maik Philipp (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Im Juli 1998 wurde der Verfasser von der Parchimer Lokalredaktion der „Schweriner Volkszeitung“ mit der Wiederbelebung der Reportageserie „Nachts, wenn Parchim schläft“ beauftragt. Portraits von Menschen, die nachts arbeiten, sollten entstehen und Einblick gewähren in eine Arbeitssphäre, die den Lesern bislang verborgen geblieben war. Der Verfasser schrieb sechs Artikel über Menschen, „die ihren Tagesablauf aus beruflichen Gründen auf den Kopf gestellt haben.“1 Eine Angestellte einer Tankstelle,2 zwei Nachtportiers eines Hotels, 3 ein Gastwirt,4 ein Fernfahrer,5 eine Krankenschwester6 und eine McDonald’s-Angestellte7 waren Gegenstand der Betrachtung. Alle vorgestellten Personen zeichneten sich – neben der Nachtarbeit – durch eine Kongruenz aus: Sie arbeiteten alle im Dienstleistungssektor.
Nachtarbeit hatte zu jener Zeit in der ostdeutschen Kleinstadt den Charakter, außergewöhnlich oder bizarr zu sein. Daran dürfte sich bis heute einiges geändert haben.
Modifikationen haben sich gleichfalls in anderen Bereichen der Arbeit ergeben. Die Bedeutung des Normalarbeitsverhältnis’ „in der Form unbefristeter Voll-Erwerbsarbeit im erlernten Beruf“8 sinkt; andere „atypische“ Formen der Erwerbsarbeit sind entstanden und gewinnen an Boden. Mit diesen Tendenzen will sich diese Hausarbeit beschäftigen. Zwei Fragen stehen dabei im Mittelpunkt. Erstens: Wieso verschwindet der sichere 7,5 Stunden-Arbeitstag? Zweitens: Welche Alternativen treten an seine Stelle?
Zunächst wird herausgestellt, weshalb das Phänomen Arbeit eine zentrale Position im Leben des Einzelnen einnehmen konnte. Basis ist hierbei das traditionelle Normalarbeitsverhältnis. Anhand jüngerer Entwicklungen, allen voran Technisierung und Globalisierung, stellt der Verfasser dann die Veränderungen der Arbeitswelt dar. Es folgt eine Darstellung und kritische Diskussion der neuen Arbeitsformen Telearbeit, Freelancing und Zeitarbeit. Die zukünftigen Anforderungen an Arbeitnehmer werden im Anschluss behandelt. Im Fazit werden Kerngedanken gebündelt, die Entwicklungen gewertet und prospektive Tendenzen aufgenommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Prolog

1 Laboro ergo sum

2 Das Phänomen Arbeit – von der Plage zum Ideal

3 Die Abkehr vom 3/3-Tag

3.1 Substitution per Innovation: die Auswirkungen des technischen Fortschritts

3.2 Die Effekte des „global playing“

3.3 Innovation und Globalisierung – ein Danaergeschenk?

4 Schöne neue Arbeitswelt? Die Alternativen zum Normalarbeitsverhältnis

4.1 Die Rückkehr der Arbeit ins eigene Heim: Telearbeit

4.2 Jeder sein eigener Unternehmer: Freelancing

4.3 Der Tätige als Leihware: Zeitarbeit

5 Die Reise in die Zukunft – wer den Anforderungen genügt, darf partizipieren

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das fortschreitende Ende des traditionellen Normalarbeitsverhältnisses und analysiert die Ursachen sowie die Konsequenzen dieses Wandels auf die Erwerbswelt. Ziel ist es, die neuen Arbeitsformen kritisch zu beleuchten und die daraus resultierenden zukünftigen Anforderungen an Arbeitnehmer zu definieren.

  • Historische Genese und gesellschaftlicher Stellenwert von Arbeit
  • Einfluss von technischem Fortschritt und Globalisierung auf die Arbeitswelt
  • Analyse atypischer Beschäftigungsformen wie Telearbeit, Freelancing und Zeitarbeit
  • Diskussion über psychosoziale Auswirkungen und Stressbelastung
  • Anforderungen an die Qualifikation des Arbeitnehmers der Zukunft

Auszug aus dem Buch

Die Abkehr vom 3/3-Tag

Das Normalarbeitsverhältnis ist „ein unbefristetes, sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis mit voller tariflicher Wochenarbeitszeit und normaler Lage der Arbeitszeit“ resp. etwas prägnanter: Das Normalarbeitsverhältnis ist als „eine feste Vollzeitanstellung im erlernten Beruf definiert [...]“. Diese bis in die jüngere Vergangenheit typische Beschäftigungsform lässt sich somit auf einige Eckpunkte subsumieren: unbefristete Vollzeitbeschäftigung mit monatlicher Vergütung, Sozialversicherungspflicht und Tarifschutz.

Das Normalarbeitsverhältnis ist wie Arbeit selbst ein historisches Phänomen und hat sich bis in das 20. Jahrhundert etabliert und unterliegt derzeit, so Gerhard Willke, „einem Erosionsprozeß“ und „schleichende[n] Verfall“. Dies ist die Position, die diverse andere Wissenschaftler gleichfalls einnehmen. Oskar Negt sieht die Zeichen der Zeit darin, „sich vom Normalarbeitsverhältnis und den Vollarbeitsplätzen zu verabschieden“. Richard Sennett konkretisiert: „In der Arbeitswelt ist die traditionelle Laufbahn, die Schritt für Schritt Korridore von ein oder zwei Institutionen durchläuft, im Niedergang begriffen. Dasselbe gilt für das Hinreichen einer einzigen Ausbildung für ein ganzes Berufsleben.“

Zusammenfassung der Kapitel

Prolog: Einführung in die Thematik der sich wandelnden Arbeitswelt am Beispiel von Nachtarbeit und dem Aufkommen atypischer Beschäftigungsformen.

1 Laboro ergo sum: Untersuchung der anthropologischen und gesellschaftlichen Bedeutung von Arbeit sowie deren existenzielle Relevanz für den Menschen.

2 Das Phänomen Arbeit – von der Plage zum Ideal: Historischer Rückblick auf den Wandel der Arbeitsauffassung von der antiken Sklavenarbeit bis zur modernen glorifizierten Erwerbsarbeit.

3 Die Abkehr vom 3/3-Tag: Analyse der Erosion des traditionellen Vollzeitarbeitsverhältnisses durch technische Innovationen und globalen wirtschaftlichen Druck.

3.1 Substitution per Innovation: die Auswirkungen des technischen Fortschritts: Darstellung, wie Automatisierung und Digitalisierung den Bedarf an menschlicher Arbeitskraft in verschiedenen Sektoren verändern.

3.2 Die Effekte des „global playing“: Beleuchtung des weltweiten Wettbewerbs und dessen Auswirkungen auf Lohnkosten, Outsourcing und Unternehmensstrukturen.

3.3 Innovation und Globalisierung – ein Danaergeschenk?: Kritische Diskussion darüber, ob Fortschritt und Globalisierung zwangsläufig in Massenarbeitslosigkeit führen.

4 Schöne neue Arbeitswelt? Die Alternativen zum Normalarbeitsverhältnis: Vorstellung der prägenden atypischen Beschäftigungsmodelle unserer Zeit.

4.1 Die Rückkehr der Arbeit ins eigene Heim: Telearbeit: Erörterung der Chancen und Risiken räumlich dezentraler Arbeit mittels moderner Kommunikationstechnik.

4.2 Jeder sein eigener Unternehmer: Freelancing: Betrachtung der Zunahme von Selbstständigkeit und den damit verbundenen Herausforderungen hinsichtlich sozialer Absicherung.

4.3 Der Tätige als Leihware: Zeitarbeit: Analyse des Wachstums der Zeitarbeitsbranche und deren Rolle als Flexibilisierungsinstrument auf dem Arbeitsmarkt.

5 Die Reise in die Zukunft – wer den Anforderungen genügt, darf partizipieren: Bestimmung notwendiger Schlüsselqualifikationen wie Flexibilität und Medienkompetenz in der zukünftigen Arbeitswelt.

Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass das Normalarbeitsverhältnis als historisches Konstrukt ausgedient hat und ein lebenslanges „Patchwork“ von Beschäftigungszuständen die Zukunft prägt.

Schlüsselwörter

Arbeitswelt, Normalarbeitsverhältnis, Erwerbsarbeit, Globalisierung, technischer Fortschritt, Telearbeit, Freelancing, Zeitarbeit, Scheinselbstständigkeit, Flexibilität, Medienkompetenz, Arbeitsmarkt, Beschäftigungsstruktur, Soziale Sicherung, Wissensmanagement

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den historischen Wandel der Erwerbsarbeit und den schleichenden Bedeutungsverlust des traditionellen Normalarbeitsverhältnisses zugunsten neuer, flexiblerer Beschäftigungsformen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen der Einfluss von Digitalisierung und Globalisierung, die Zunahme atypischer Arbeitsmodelle (Telearbeit, Freelancing, Zeitarbeit) sowie die veränderten Anforderungen an die Qualifikationen von Arbeitnehmern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Transformationsprozess der modernen Arbeitswelt kritisch zu hinterfragen und die Frage zu klären, warum das klassische Sicherheitsmodell des 7,5-Stunden-Arbeitstages an Bedeutung verliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf soziologischen und arbeitspsychologischen Ansätzen sowie aktuellen statistischen Daten zur Beschäftigungsstruktur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Erosion des Normalarbeitsverhältnisses durch technischen Wandel, eine detaillierte Diskussion der Alternativformen wie Telearbeit und Freelancing sowie die Ableitung zukünftiger Qualifikationsanforderungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Normalarbeitsverhältnis, Flexibilisierung, Globalisierung, atypische Beschäftigung, Telearbeit, Selbstständigkeit und Medienkompetenz.

Welche Rolle spielen Scheinselbstständige im Rahmen des Freelancings?

Die Arbeit identifiziert Scheinselbstständigkeit als prekäre Tendenz, bei der Arbeitnehmer zwar wie Angestellte weisungsgebunden arbeiten, jedoch das volle unternehmerische Risiko tragen und keine soziale Absicherung genießen.

Wie bewertet der Autor die Zunahme der Zeitarbeit?

Die Zeitarbeit wird als Wachstumsmarkt und notwendiges Instrument zur Arbeitsmarktintegration gesehen, wobei der Autor kritisch auf den Lohnverlust und die mangelnde berufliche Sozialisation der Leiharbeiter hinweist.

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Details

Title
Schöne neue Arbeitswelt - Vom Ende des Normalarbeitsverhältnis und seinen Nachfolgern
College
University of Lüneburg  (Fachbereich III - Kulturwissenschaften)
Grade
1,0
Author
Maik Philipp (Author)
Publication Year
2002
Pages
25
Catalog Number
V9496
ISBN (eBook)
9783638161893
Language
German
Tags
Schöne Arbeitswelt Ende Normalarbeitsverhältnis Nachfolgern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maik Philipp (Author), 2002, Schöne neue Arbeitswelt - Vom Ende des Normalarbeitsverhältnis und seinen Nachfolgern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9496
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