im Gastland beträgt wie bei den meisten Austauschprogrammen zwischen drei und zwölf Monate und wird von der EU mit Teilstipendien unterstützt.
2.1.2 COMMET / LEONARDO DA VINCI
Die Programme COMMET und LEONARDO DA VINCI streben hauptsächlich einen regen Austausch zwischen den Universitäten und der Wirtschaft an. Studierende oder Graduierte können ihre Praktika in Unternehmen im Ausland ableisten und bekommen sie dann auch anerkannt. Für das LEONARDO DA VINCI-Programm ist dabei die Mitgliedschaft der Hochschule in der "Vereinigung Hochschule - Wirtschaft eine Voraussetzung. Auslandsaufenthalte werden in diesem Rahmen schon ab zwei bis zwölf Wochen gefördert.
2.1.3 TEMPUS
Um die Entwicklung, Erneuerung und Zusammenarbeit der Länder Mittel- und Osteuropas anzukurbeln, wurde das Projekt TEMPUS initiiert. Es bemüht sich um Erfahrungsaustausch der EU-Staaten mit den Staaten Osteuropas, der erstaunlicherweise hauptsächlich auf theologischer Ebene und im Brauereigewerbe stattfindet, aber fördert keinen Austausch der EU-Staaten untereinander.
2.1.4 MARIE CURIE FORSCHUNGSSTIPENDIEN
Die MARIE CURIE FORSCHUNGSSTIPENDIEN werden ausschließlich an Postgraduierte und erfahrene Forscher vergeben. Es werden verschiedene Forschungsrichtungen angeboten, wie zum Beispiel Umwelt und Klima, Nichtnukleare Energie, Kontrollierte Kernfusion, Industrielle und Werkstofftechnologien, wobei hier die Forschungsdauer zwischen sechs und sechsunddreißig Monaten liegt.
2.1.5 Finanzierung der Stipendien
Finanziert werden die Stipendien aus dem EU-Haushalt, wobei nach Angaben des MAX-PLANCK-INSTITUTs (1994, 158) die Summe der Zuschüsse für bildungspolitische Austauschprogramme 1992 ca. 600 Mio.DM betrug, was ungefähr 0,5% des EU-Haushaltes betrug, wohingegen die finanzielle Unterstützung im wissenschaftlichen Bereich mit 5000 Mio.DM sogar 4% des Haushaltsvolumens umfaßte.
2.2 Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD)
Neben den Förderungsmöglichkeiten der EU bieten noch weitere Organisationen Stipendien und Teilstipendien an. Der wichtigste und größte Anbieter in Deutschland ist wohl der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD). Der DAAD erleichtert, nach einer eigenen Broschüre die 1997 erschienen ist, den Austausch von Studierenden, Graduierten und Hochschullehrern.
2.2.1 Stipendien für Studierende
Studierende können grundsätzlich Jahresstipendien in allen Fachbereichen für einen weltweiten Austausch erhalten. So wird zum Beispiel für Jura StudentInnen ein Aufenthalt in Genf oder Lausanne angeboten, Theologie StudentInnen ein Studium in Jerusalem nahegelegt und auch Musikern, Schauspielern und Studierenden der Bildenden Künste stehen die verschiedensten Möglichkeiten zur Verfügung. Teilnehmen können Studierende ab dem dritten Fachsemester.
2.2.2 Stipendien für Promovierende
Auch Promovierenden wird hier die Möglichkeit geboten, sich im Rahmen ihrer Dissertation im Ausland entweder an einer Universität, außeruniversitären oder industriellen Forschungseinrichtungen mit dem Thema ihrer Arbeit auseinanderzusetzen. Der Aufenthalt beträgt hier zwischen drei und sechsunddreißig Monaten und ermöglicht ebenfalls den Erwerb eines MBA-Titels (Master of Busines Administration).
2.2.3 Austausch von Hochschullehrern
Für Hochschullehrer ist ebenfalls eine gewisse Summe im Etat des DAAD vorgesehen, die dazu verwendet wird, die Reisekosten der Hochschullehrer zu decken, die sich bereiterklären eine Vertretung von mindestens zwei Wochen, aber höchstens drei Monaten an einer Universität im Ausland zu übernehmen. Der Austausch soll möglichst eine ganzsemestrige Vertretungen von Lektoren- oder Dozentenstellen abdecken und nicht nur für Gastvorträge genutzt werden. Die Aufenthaltskosten trägt meist der ausländische Partner, also die Gasthochschule.
2.2.4 Finanzielle Mittel des DAAD
Der DAAD bezieht seine finanziellen Mittel zur Vergabe von Stipendien, die im allgemeinen ziemlich gut dotiert sind, zu einem Großteil vom Auswärtigem Amt, des weiteren vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technik, sowie von der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Frankfurt.
2.3 Die UNESCO
Einen nicht zu verachtenden Anteil an der Unterstützung internationaler Austauschprogramme trägt die UNESCO (United National Education, Scientific and Cultural Organization), die auch die Europäischen Programme finanziell unterstützt. Diese Unterorganisation der United Nations (UN) hat sich zum Ziel gesetzt, die Bildung, Kultur und Zusammenarbeit in Erziehung, Wissenschaft und dem Informationsaustausch zwischen den 185 Mitgliedsstaaten zu fördern. Den Seiten der UNESCO im Internet konnte ich entnehmen, daß die Mitgliedsstaaten angehalten sind, einen gewissen Prozentsatz des ihnen zur Verfügung stehenden Haushaltes zur Finanzierung der UNESCO zu verwenden. Dieser Aufforderung kommen allerdings nicht alle Mitglieder nach und bleiben somit unter dem empfohlenen Beitrag. Dennoch verfügt die UNESCO in den Jahren 1996/97 über das nicht unbeachtliche Gesamtbudget von 518 Mio. Dollar, was vor allem auch Zuschüssen aus Förderfonts der UN und der Weltbank (IBRD, International Bank for Reconstruction and Developement) zu verdanken ist.
2.4 Nichtöffentliche Organisationen
Nachdem ich nun die öffentlichen Organisationen behandelt habe, komme ich somit zu den Vereinen, Stiftungen und privaten Gesellschaften, die sich ebenfalls um die internationale Bildungspolitik verdient gemacht haben.
2.4.1 Die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH)
Die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) bietet im Rahmen ihres Feodor-Lynen-Forschungsstipendienprogramms (FLF) jungen deutschen Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit an ausländischen Forschungsinstituten langfristige Forschungsvorhaben durchzuführen. Die Mittel dazu stellt das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie zur Verfügung. Die Gesellschaft strebt allerdings eine Beteiligung des Gastgebers von anfänglich 25% bis letztendlich 70% an. Ein Stipendium für
einen in den USA arbeitenden, ledigen Wissenschaftler beläuft sich zur Zeit monatlich auf 4200,- DM.
2.4.2 Die Carl Duisburg Gesellschaft
Von der Carl Duisburg Gesellschaft e.V. werden Berufspraktika von drei Monaten für junge Berufstätige und von bis zu sechs Monaten für Studierende einer Hochschule oder Fachhochschule in Entwicklungshilfe, bzw. subsidiaren Projekten in der "Dritten Welt" angeboten. Die Studierenden sollen sich fachlich und entwicklungspolitsch fortbilden und bekommen diese Praktika von ihren Hochschulen anerkannt. Die aufkommenden Kosten tragen zum einen Teil die Bundes- und Landesregierungen, zum anderen die Teilnehmer durch eine gewisse Selbstbeteiligung.
2.4.3 Das Deutsch-Französische Hochschulkolleg (DFHK)
Das Deutsch-Französische Hochschulkolleg (DFHK) unterscheidet sich von den bisher genannten Einrichtungen dadurch, daß es den Austausch von Studierenden nicht direkt finanziell fördert, sondern aus einem Gremium je neun französischer und Deutscher Hochschullehrer besteht, die integrierte Studiengänge aufbauen wollen. Studierende, die einen integrierten Studiengang wählen studieren abwechselnd an einer französischen und einer deutschen Hochschule, zu zeitlich gleichen Anteilen und erhalten nach Beendigung ihres Studiums das vollwertige Diplom sowohl der französischen als auch der deutschen Universität. Seit 1988 konnten 50 integrierte Studiengänge geschaffen werden.
3. Oft werden die Kleinen vergessen: Städtepartnerschaften
In meiner Arbeit konnte ich selbstverständlich nur einen Auszug aus den existierenden Förderungsprogrammen kurz vorstellen. Leider mußte ich mich auch auf innereuropäische, bzw. innerdeutsche Anbieter beschränken und konnte nur anklingen lassen, daß sehr wohl auch Austauschprogramme in alle Welt und eventuell noch Partnerschaften zwischen einzelnen Ländern, Städten oder Hochschulen existieren.
Dennoch möchte ich es mir nicht nehmen lassen, nachdem ich nun hauptsächlich die Förderung von Auslandsaufenthalten Studierender behandelt habe, noch kurz darauf hinzuweisen, daß die Internationalisierung der Bildungspolitik sehr wohl schon mit Städtepartnerschaften anfängt. Selbstverständlich hängt hier die Intensität der Beziehungen von dem Interesse der in den Partnerstädten lebenden Bevölkerung selbst ab, aber ich
persönlich bin der Meinung, daß die freundschaftlichen Bande dieser Verbindungen es vor allem jungen Menschen viel leichter machen, sich für die Kultur und Sprache des benachbarten Auslandes zu begeistern. Mittlerweile sind Schüleraustausche unter den Gymnasien der Partnerstädte schon selbstverständlich und auch die handwerklichen und industriellen Betriebe sind durchaus an einer gewissen Weltoffenheit ihrer Auszubildenden interessiert, wobei für diese auch interessant sein dürfte, die unterschiedlichen Arbeitsweisen in verschiedenen Ländern kennenzulernen.
Bibliographie
Harenberg, Bodo (Hrsg.) (1997), Aktuell ´98, Dortmund, Harenberg Lexikon Verlag
DAAD (Hrsg.) (1997), Studium, Forschung und Lehre im Ausland - Förderungsmöglichkeiten für Deutsche, Bonn, Petersberg Verlag GmbH (Königswinter)
Max-Planck-Institut (Hrsg.) (1994), Das Bildungswesen in der Bundesrepublik Deutschland, Reinbeck bei Hamburg, Rowohlt Taschenbuch Verlag
UNESCO-Hompage im Internet, Adresse: http\\www.unesco.de
Quote paper:
Jörg Schneider, 1997, Europäische Bildungs- und Förderprogramme - Finanzierung von Auslandsstipendien, Munich, GRIN Publishing GmbH
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