liberaler ist eine Gesellschaft
Die philosophischen Gedanken Lockes
−
Ausgangspunkt der Lockschen Lehre bildet die Kritik der Lehre der angeborenen Ideen (idea innatae)
− Rationalisten behaupteten, daß gewisse Ideen der menschlichen Seele angeboren sein müßten, da sie sich bei
allen Menschen in gleicher Weise vorfänden u. von allen Menschen als wahr anerkannt werden − aber Locke: weder Prinzipien noch Ideen sind angeboren, alle unsere Erkenntnisse stammen aus der Erfahrung,
und nichts ist im Verstande, was nicht in der Empfindung war
− es gibt 2 Gruppen von Ideen: 1. theoretische Grundsätze des Verstandes u. 2. praktische Grundsätze der
Moral, so halten die Rationalisten die obersten Grundsätze der Logik für angeboren, die obersten Grundsätze
der Logik sind: Satz der Identität (Jeder Begriff ist mit sich selbst identisch: A = A) u. Satz des Widerspruchs
(Es ist unmöglich, daß dasselbe demselben in derselben Beziehung zugleich zukomme und nicht zukomme: A
ist nicht non-A)
− aber Locke: diese Grundsätze sind Kindern, Idioten und Naturmenschen unbekannt, die Klarheit eines Satzes
beweist noch nicht das Angeborensein, sonst wären auch alle mathematischen Sätze angeboren, es gilt nur,
daß lediglich die Fähigkeit des Erkennens angeboren ist, die Erkenntnisse aber erworben sind − so auch moral. Grundsätze einzelner Menschen u. ganzer Völker verschieden, wenn gleich, dann darauf
begründet, daß allgemeines Verlangen nach Glück angeboren ist u. Glück nur über Befolgung gewisser moral.
Regeln zu erlangen ist, die Mensch durch Erfahrung u. Erziehung erwirbt
− auch Idee Gottes ist nicht angeboren, da verschieden bei einzelnen Religionen (Monotheismus, Polytheismus)
u. bei einzelnen Angehörigen einer Religion
Theorie der Ideenentstehung
−
nach Locke: da es keine angeborenen Ideen gibt, ist Seele ursprünglich völlig leer - ein unbeschriebenes Blatt,
dem erst die Erfahrung die Ideen einprägt
− Locke versteht unter Ideen nicht nur Vorstellungen im engeren Sinne, sondern auch eigene innere Zustände
des Fühlens und Wollens ebenso wie Begriffe
− 2 Arten der Erfahrung: äußere Erfahrung (sensation) und innere Erfahrung (reflexion), die durch
Selbstwahrnehmung zustande kommt
− sensation bringt nach Einwirkungen der Gegenstände der Außenwelt auf unsere Sinnesorgane die
Empfindungen zum Bewußtsein
− durch reflexion werden eigene Zustände u. Tätigkeiten der Seele bewußt, so das Denken, Wollen, Empfinden
als solches, indem Tätigkeiten der Seele ins Bewußtsein gehoben werden, werden sie zu Gegenständen der
Erkenntnis
− sensation geht reflexion zeitlich voraus, da in den ersten Lebensjahren die an sich leere Seele zu ihren
Tätigkeiten durch äußere Eindrücke erst angeregt werden muß
− alle Ideen, die zum Bewußtsein kommen, ohne daß Tätigkeit des Geistes hinzutritt, nennt Locke „einfache
Ideen“, sie können nicht mehr in einfachere Elemente zerlegt werden und werden vom Geist erlitten, sie sind
einzige Verbindung zur realen Außenwelt
− aus einfachen Ideen bildet Geist zusammengesetzte Vorstellungen, Locke nennt sie „komplexe Ideen“
− streng genommenen ist also nicht Seele ein unbeschriebenes Blatt, sondern das Bewußtsein ⇒damit
Verschiebung des Problems, denn Rationalisten hatten keineswegs behauptet, daß die angeborenen Ideen
allen Menschen im Bewußtsein angeboren sind
Gültigkeit und Grenzen der Erkenntnis
−
Ideen sind nur begrenzt gültig, da Existenz der Außenwelt mit Ideen nicht bewiesen werden kann, denn: über
äußere Erfahrung nehmen wir ein Ding wahr, können aber nicht genau beweisen, ob es so existiert, da wir
nicht wissen , ob sensation nicht schon durch reflexion verarbeitet, also äußere Erfahrung verändert wurde;
Beweis nur durch Intuition und Demonstration, wie in Mathematik, alles andere ist Meinen oder Glauben − Außenwelt muß aber denknotwendig als real angenommen werden
Gott und Seele
−
bleibt Existenz nach Locke unbeweisbar, so kann die Existenz Gottes durch einen demonstrativen Beweis
aufgezeigt werden
− Begriff Gottes ist so einleuchtend, man erwirbt ihn durch Nachdenken über die Zweckmäßigkeit der Natur
− reale Existenz kann nur aus anderer realer Existenz bewiesen werden, diese reale Existenz ist der Mensch
selbst, diese reale Existenz muß eine reale Ursache haben, die ihrerseits wieder reale Ursache haben muß usf.
bis zur ersten realen Ursache, diese muß anfangslose Ursache sein, also von Ewigkeit sein, das kann nur Gott
sein, so ist Existenz Gottes bewiesen
− Widerspruch: (benutzt die nicht erfahrbare Existenz u. Beschaffenheit der realen Welt als Argument)
Staatstheorie
−
S.theorie basiert auf Grundlage seiner Vorstellungen von den angenommenen Rechtsverhältnissen des
Urzustands, der kein positives Recht kennt, in ihm leben alle Menschen als souveräne Wesen, sie sind gleich u. haben zweierlei freie Befugnis: 1. die Ziele ihres Handelns selbst zu setzen, 2. jeden Angriff auf ihre Existenz oder ihr Eigentum nach eigenem Ermessen zu strafen − ein mit Verstand erfaßbares natürl. Gesetz heißt d. Menschen, eigenes Eigentum zu nützen u. zu schützen u.
fremdes zu achten
− Willkür liegt dabei im Bereich des Möglichen, um ihr entgegenzutreten, können Menschen ihre Grundrechte
durch freiwillige Übereignung in einem Gesellschaftsvertrag,
− , auf vereinbarte Instanzen übertragen, die positives Recht schaffen soll und Legitimation erhalten dieses im
Namen aller durchzusetzen, setzen als souveränes Volk eine Regierung ein, dabei ist Mehrheitsprinzip verpflichtend, Regierung beruht also auf Einwilligung des ganzen Volkes, auch Spätergeborene nehmen Teil, Einwilligung eigtl. gegeben, sobald man sich auf Staatsterritorium befindet; Gewaltenteilung: Monarch - Exekutive u. Judikative, Parlament - Legislative; Macht eingeschränkt − ihre Pflicht ist es, Freiheit u. Eigentum der Individuen zu schützen; sie haben keine absolute Gewalt − verletzen sie Erfordernisse ihrer Pflicht gegen Gemeinschaft, fallen die Funktionen an Individuen bzw. an
Gemeinschaft zurück, diese ist höchste Autorität, und berechtigt zum Aufstand
− mit diesen Vorstellungen schafft Locke die Grundbegriffe der liberalen Demokratie, also einer freiheitlich
gesinnten Demokratie
− polit.-philosph. Hauptwerk: Two Treaties of Government (Zwei Abhandlungen ü. d. Regierung) ⇒ 1. 1683 =>
Angriff auf Theorie einer auf Gottes Gnade beruhenden Alleinherrschaft; 2. klass. Text liberalist. polit. Denkens, L. bedient sich Ideen von Volksherrschaft, Naturrecht u. -zustand, ursprünglich Menschen im Naturzustand, freie, gleiche Wesen, nur Naturgesetz unterworfen, das gottgegebene Moralregeln auferlegt, natürl. Rechtsinhalte von allen Vernunftswesen eingesehen, zu N.recht gehört auch Recht auf eigene Person, d.h. Recht auf Erzeugnisse eigener Arbeit, Eigentumsrecht also in N.recht begründet, ebenso auf Leben, Freiheit u. Eigentum − Trennung von Staat und Kirche, wegen religiösen Bekenntnisses dürfe keinem sein bürgerl. Recht
verlorengehen
− in Toleranzbriefen von 1685 tritt er für religiöse Freiheit ein, allerdings sollten Katholiken u. Atheisten von
staatl. Duldung ausgenommen werden, kathol. Kirche war Verbündeter, der nach feudaler Restauration strebenden Kräfte: „Diejenige Kirche kann kein Recht haben, von der Obrigkeit geduldet zu werden, die auf einem solchen Boden errichtet ist, daß alle, die ihr zugehören, sich in den Dienst eines anderen Fürsten begeben.“ „Letztlich sind diejenigen ganz und gar nicht zu dulden, die die Existenz Gottes leugnen. Versprechen, Verträge und Eide, die das Band der menschlichen Gesellschaft sind, können keine Geltung für einen Atheisten haben. Gott auch nur in Gedanken wegnehmen, heißt alles dieses auflösen − (Streben nach Erhaltung seiner selbst sowie der Gemeinschaft ist allerdings angeboren)
Arbeit zitieren:
Nele Haas, 1999, Locke, John, München, GRIN Verlag GmbH
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