Inhaltsverzeichnis
Geschichtliche Entwicklung Seite 1
Technologie- und Gründerparks Seite 5
Konzepte für erfolgreiche Netzwerke Seite 6
Konzept der kreativen Milieus Seite 10
Entstehung von Technologie- und Gründerzentren Seite 13
Berlin Adlershof Seite 14
Fazit Seite 17
Quellenverzeichnis Seite 19
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Der Begriff der „new economic geography“ bedeutet ins deutsche übersetzt so viel wie neue Art der ökonomischen Standortbestimmung. New economic geography bedeutet die zunehmende Vernetzung der einzelnen Industriezweige. Unter Netzwerken ist das Eingehen und der Ausbau von wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Kontakten aller Art gemeint. Diese Kontakte haben zum Ziel den Wissenshorizont der einzelnen Akteure zu erweitern, um somit die Fertigungs- und Entwicklungskosten zu senken und den wirtschaftlichen Erfolg zu fördern. Die Determinante der neuen Ökonomie in Bezug auf die Geographie bedeutet eine Fortsetzung der seit der Industrialisierung im 18. Jahrhundert verfolgten Standortwahl. Standortfaktoren sind die Vorgaben, die ein Unternehmen veranlassen an einem bestimmten Ort seine Fabrikation anzusiedeln. Hierbei spielen eine Menge Faktoren, zum Beispiel Nähe zum Kunden oder Lieferanten eine wichtige Rolle. Dadurch, dass zum Einen die Fertigung und Entwicklung von neuen Produkten, oder damit verbundene Dienstleistungen immer komplexer werden, wurden auch die Standortfaktoren immer reichhaltiger und variantenreicher. Zudem bestimmen sie bei der wachsenden internationalen Konkurrenz den Erfolg oder Misserfolg des Weges von der Geschäftsidee hin zum erfolgreichen Unternehmen.
Geschichtliche Entwicklung
Am besten lässt sich das Zustandekommen dieser Netzwerke und deren Bedeutung anhand der geschichtlichen Entwicklung beschreiben. Den Anfang bildete die erste Phase der Industrialisierung, hier wurden Standorte für die Unternehmen abhängig von den Transportkosten der Rohstoffe zur Produktion und der Lieferung der Fertigprodukte zum Kunden gewählt. Es wurde darauf geachtet, dass das Unternehmen an einem möglichst günstigen Platz dafür eingerichtet wurde. Das Ruhrgebiet entwickelte sich zum Beispiel zu dieser Zeit zum wichtigsten Stahlerzeugungsstandort in Europa. Ausschlaggebend dafür waren die Kohle- und Eisenerzvorkommen in der Region. Die Lieferwege zur Stahlproduktionsstätte waren denkbar kurz. Aber auch der Abtransport des fertigen Produktes, dem Stahl war sehr kostengünstig, über die Flüsse wie den Rhein und die Ruhr konnte man die Stahlerzeugnisse gut transportieren. Man sieht also deutlich, dass zu dieser Zeit die Logistik das ausschlaggebende Kriterium für die Standortwahl war. Im Laufe der
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Geschichte entwickelte sich die Standorttheorie stetig weiter. Jeder Unternehmer, der ein neues Unternehmen gründen wollte, wählte den Standort für die Fabrikationsstätte nach den Kriterien der Standortanalyse aus. Die fortwährende Industrialisierung und der damit einhergehende Konkurrenzdruck führte zu einem immer besseren und variantenreicherem Ausbau der Standorttheorie.
Mit der fortwährenden Weiterentwicklung und der damit verbundenen
Spezialisierung der Unternehmen kam es dazu, dass sich seit der Mitte des letzten Jahrhunderts die Fertigungstiefe der Unternehmen zunehmend verkleinerte. Unter der Fertigungstiefe versteht man den Eigenanteil an der Fabrikation eines Produktes. Die Verringerung der Fertigungstiefe führte dazu, dass sich das Kernunternehmen fragen musste, welche Teile seiner eigenen Produktion ausgegliedert werden konnten, unm trotzdem weiterhin den gewohnten Qualitätsstandard halten zu können. Die Unternehmen mussten entscheiden, welche Faktoren, oder Eigenheiten ihres Produktes ausschlaggebend waren für den potentiellen Abnehmer sich für genau dieses Produkt zu entscheiden. Im Hinblick darauf, dass die Entscheidung „Eigenfertigung versus Fremdbezug“ eine dauerhafte Entscheidung ist, musste sich der Unternehmer über die zu erwartenden künftigen Veränderungen im Hinblick auf sein Produkt im Klaren sein und danach entscheiden, ob ein Produktionszweig ausgegliedert wurde oder in eigener Regie verblieb. Hierbei musste man sich sehr an den Kompetenzen der jeweiligen Konkurrenten orientieren. Jeder zur Ausgliederung mögliche Produktionszweig musste geprüft werden. Bedingt durch diese vorwiegend dauerhaft zu treffende Entscheidung hatte man sich über die Möglichkeiten, die der Markt bietet oder zusätzliche Wege den Produktionszweig auszugliedern im Klaren zu sein. Das letztendliche Ziel war, durch die Weitergabe dieser eigentlichen, oder ursprünglichen Unternehmensteile Kostenvorteile zu erlangen. Diese Zunahme an Fremdbezug für die Produktion war ausschlaggebend für ein weiteres Kriterium in der Standortwahl. Zulieferunternehmen mussten sich bei der Ansiedelung ihres Produktionsortes zunehmend an deren Abnehmern orientieren. Der steigende Kostendruck durch das Kernunternehmen führte dazu, dass diese Unternehmen ihre Lager aus Kostengründen mehr und mehr verkleinerten. Hieraus entwickelte sich das sogenannte „just in time“ Zuliefersystem. Am Beispiel der Porsche AG sieht man, dass das Unternehmen für ihre aktuelle Baureihe des 911er
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komplette Module, die zur Fertigung eines Fahrzeuges nötig sind von ihren Zulieferern anfordern.
Am Beispiel der Lieferantenbeziehung zum Achsenproduzenten, dem Unternehmen Krupp Automotive Systems sieht man, dass vom Abruf der Firma Porsche bis zur endgültigen Fertigung lediglich 7 Tage v ergehen. Die Folge daraus war, dass sich die Firma Krupp Automotive Systems ebenfalls im Industriepark Zuffenhausen bei Stuttgart ansiedeln musste. Der nächste Schritt, eine logische Folge war die direkte Eingliederung der verschiedenen Zulieferunternehmen an ihre Abnehmer. Das erste Unternehmen, dass dies in die Tat umsetzte war 1997 die damalige Daimler Benz AG mit ihrem Werk für den „Smart“ im französischen Hambach. Bei dieser Produktionsstätte wurden die Systempartner rund um das plusförmige
Fabrikgebäude angeordnet. Somit entstand ein fest gegliedertes Netzwerk zwischen den Firmen MCC, dem Produzenten des Smart und den Zulieferern für die einzelnen Bauteile des Fahrzeuges. Man kann diesen Unternehmensaufbau als eine Stufe in der Entwicklung der festgegliederten Netzwerke betrachten.
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Wichtig für die Kooperation ist ein hohes gegenseitiges Vertrauen der Systemlieferanten zu dem Kernproduzenten. Diese Entwicklung hin zu gegenseitigen Abhängigkeiten kann nicht alleinig durch Verträge gesichert werden. Langdauernde Verhandlungen und auch nicht zuletzt persönliche Bindungen sind hier von Nutzen. Angetrieben von dieser Entwicklung der netzwerkorientierten Zusammenarbeit entwickelte sich an vielen Orten eine ähnliche Art von regional kooperierenden Unternehmen. In den USA entwickelte sich in den frühen 80er Jahren im Raum San Francisco das sogenannte Silicon Valley. An diesem Ort arbeiten verschiedene Unternehmen zusammen, mit dem Ziel gegenseitigen Nutzen zu erzielen. Die Kooperation findet allerdings nicht nur zwischen Unternehmen statt, sondern auch Hochschuleigene und nichtuniversitäre Forschungsinstitute beteiligen sich an der Kommunikation. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse dienen der Verbesserung und dem Ausbau der verschiedenen Produktionsbetriebe. Geschichtlich lässt sich zum Silicon Valley anmerken, dass in den dreißiger Jahren Prof. Terman der Stanford University unternehmerische Selbständigkeit und technische Spitzenqualität gefördert hat. Zwei seiner Studenten, William Hewlett und David Packard gründeten mit der Idee des Audio Oszillators das Unternehmen Hewlett Packard. In den 60er
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Arbeit zitieren:
Knut Scharwaechter, 2002, Neue ökonomische Geographie, München, GRIN Verlag GmbH
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