• ==> wurde zum anerkannten Agitator: "durch die Neuheit seiner Ideen, als auch durch den Scharfsinn, mit welchem er sie vortrug" (August Becker)
• illegale Gründung der Gießener "Gesellschaft der Menschenrechte": Vorbereitung einer gesellschaftlichen Umwälzung
• Büchner hielt, die für ihn notwendige Revolution nur erfolgversprechend, wenn sie durch die große Masse des Volkes getragen wird ==> Idee zur Verfassung einer Flugschrift
• Engagement so groß, daß sogar den regelmäßigen Briefwechsel mit seiner Verlobten vernachlässigte
• zentrale Versammlung hessischer Demokraten beschloß Durchführung einer größeren Flugblattaktion (Pfarrer Weidig übernahm eine Art Führerrolle):
• Büchners "Landboten" Manuskript diente als Vorlage
• wollte Geldinteressen des Bauern ansprechen, da materielle Not das primäre Problem war
• Hauptfeinde sollten Großherzog, Hof, Beamtenschaft, Heer sein
• Statistiken zu Staatsausgaben
• völlig überarbeitete Flugblatt wurde in Offenbacher Geheimdruckerei gedruckt
• Boten brachten es in die 3 größten Städte, von dort Verteilung in umliegenden Dörfer; einer der 3 Boten entdeckt mit 139 Exemplaren (Verrat)
• turbulente Tage, immer mit einem Bein schon im Gefängnis
• ==> September 1834 von Vater aufgefordert Gießen sofort zu verlassen und nach Hause kommen (in Obhut des Vaters Studium weiterführen
• Vater war mit Arbeit seines Sohns zufrieden
• Büchner beschäftigte sich jedoch weiterhin heimlich mit philosophisch - historischen Schriften (Bruder half ihn dabei)
• warb auch weiterhin Mitglieder für die "Gesellschaft der Menschenrechte" und nahm an ihren Versammlungen teil
• schrieb Drama "Dantons Tod" innerhalb von nur 5 Wochen
• Danton: franz. Revolutionär, veranlaßte durch Rede Sturm auf Bastille, Robespierre ließ ihn köpfen
• verbindet Historie (akribisch zusammengesuchte Originaltexte) mit eigenen Gedanken und Gefühlen
• Revolution wird diskutiert: Ergebnis muß die Lösung der "Brotfrage" sein
• hier Einfluß des Vaters erkennbar, da er von ihm viel darüber erfuhr
• wurde von Spitzeln beschattet, entkam nur durch Glück einer Verhaftung
• ==> Flucht aus Darmstadt im Frühjahr 1835
• kommt keine 2 Wochen später in Straßburg an
• wird nun per Steckbrief gesucht, in Straßburg polizeilich geduldet, ohne Paß
• stellte fest, daß politische Opposition in Straßburg schwieriger geworden ist (zerstückelt, strenge Überwachung)
• Freunde waren inhaftiert, ausgewandert oder zu Tode gefoltert worden
• schrieb Novelle "Lenz" (erst nach seinem Tode gefunden) : Beschreibung des unglücklichen Schicksals von Lenz, einem Freund des jungen Goethes; Langeweile, Unruhe, Empörung gegen Gott (läßt Leid zu) werde zu Motiven in der Erzählung
• widmete sich nun wieder mehr den naturwissenschaftlichen Studien
• veröffentlichte eine Abhandlung "Über das Nervensystem der Barben", hohe Arbeitsintensität in relativ kurzen Zeitraum
• ihm wurde daraufhin im September 1836 der Doktortitel verliehen
• für ein Preisausschreiben verfaßte er Lustspiel "Leonce und Lena" in nur 2 Monaten, jedoch 2 Tage zu spät eingetroffen
• das unablässige Arbeiten zeichnete Büchner (Mutter: 0"zwar gesund, aber doch in einer großen nervösen Aufgeregtheit und ermattet von den anhaltenden geistigen Anstrengungen")
• Herbst 1836 Übersiedlung nach Zürich
• fühlte sich dort wohl, Umgebung war für ihn entspannend
• Ernennung zum Privatdozenten
• hielt an dortiger Uni Vorlesungen u.a. "Über Schädelnerven"
• Versöhnung mit Vater aufgrund einer sich abzeichnenden glänzenden akademischen Laufbahn
• in einsamen den Wintermonaten erwachte wiederum seine literarische Schöpferkraft
• "Ich sitze am Tage mit dem Skalpell und die Nacht mit den Büchern"
• schrieb bzw. beschrieb dramatischen authentischen Kriminalfall "Woyzeck", nicht fertiggestellt,:
• Ermordung seiner Geliebten, Schuldfrage, letztendlich Gang ins Wasser
• Tragödie des Ärmsten, dem alles genommen wird
• Frage des Warum, wird mit den gesellschaftlichen Verhältnissen beantwortet
• Büchners anfänglich zufriedener Zustand verschlechterte sich
• labil, unruhig, reizbar, rechthaberisch
• mit starker Erkältung rapide Verschlechterung seines Zustandes: Mutlosigkeit, Ermattungsgefühle, das Bewußtsein mit den Kräften am Ende zu sein prägt sein Leben zu dieser Zeit: "Ich fühle keinen Ekel, keinen Überdruß, aber ich bin müde, sehr müde. Der Herr schenke mir Ruhe."
• starb schließlich am 19. Februar 1837 an Typhus
• liegt heute immer noch in Zürich am Zürichberg begraben
• lebte in einer Zeit zwischen "Nicht-Mehr und Noch-Nicht"
Quote paper:
Eric Thiermann, 1997, Büchner, Georg - Eine Biographie, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Claus Graf Schenk Stauffenberg und sein Weg zum 20. Juli 1944
History Europe - Germany - National Socialism, World War II
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 40 Pages
Eric Thiermann has published the text Büchner, Georg - Eine Biographie
Eric Thiermann has uploaded a new text
Zeit und ihre Nutzung im Werk Georg Büchners
Eine Untersuchung zeitgenössis...
Daniela Bravin
Die Büchners oder der Wunsch, die Welt zu verändern
Heiner Boehncke, Hans Sarkowicz, Peter Brunner
0 comments