Merkblatt Psychologie 2. Schulaufgabe
"Freud komprimiert"
Autor: Christoph Obermeier
Erziehung
(1) Wesensmerkmale des Menschen
Biologische WM | Soziale WM | Kulturelle WM |
= > Instinktreduziertheit = > Aufrechter Gang = > Organische Unspezialisiertheit | = > Angewiesen sein auf Familie = > Streben nach sozialen Kontakten = > Sprache | = > Notwendigkeit kult. Techniken zu erlernen # zur Triebbeherrschung = > Lernfähigkeit |
= > Der Mensch ist erziehungsbedürftig und erziehbar.
= > Der Mensch ist bedürftig, laufend in Kontakt mit seiner Umwelt zu stehen.
(2) Begründung der Ziele von Erziehung
Pragmatische Begr. | Anthropologische Begr. | Normative Begr. |
Ein Ziel ist umso eher begründet, je = > nützlicher = > praktischer = > zukunftsbezogener es erscheint. | Ein Ziel ist umso eher begründet, je = > mehr es dem Wesen und der Würde = > der existentiellen Bestimmung des Menschen entspricht. | Ein Ziel ist umso eher begründet, je deutlicher es im Einklang mit = > gesellschaftlich geltenden Normen steht. |
(3) Unterschied zwischen ,,Erziehung" und ,,Beeinflussung"
Erziehung | Beeinflussung |
= > Ist ein bewusste Handlung = > Pädagogischer Bezug ist Voraussetzung = > Interaktives Geschehen = > Verantwortung des Erziehers = > Erziehungsabsichten um des Kindes Willen | = > Ist meist ein unabsichtliches Geschehen (Manipulation = bewusste Beeinflussung) = > Kein Bedarf zwischenmenschlichen Bezugs = > Einseitig gerichtetes Geschehen = > Keine unmittelbare Verantwortung d. Beeinflusseneden = > Spezielle Zwecke verfolgend |
(4) Erziehungsziel ,,Mündigkeit"
Selbstkompetenz | Sozialkompetenz | Sachkompetenz |
ICH - Fähigkeit = > Lebensbewältigung = > Selbstbestimmung = > Übernahme v. Verantwortung | DU - Fähigkeit = > Kooperationsfähigkeit = > Kompromissfähigkeit = > Teamgeist = > Durchsetzungsvermögen | WELT - Fähigkeit = > Sachverstand = > Wissen, Ausbildung = > Denk-, Kritik-, Urteilsfähigkeit = > Problemlösefähigkeit |
Mündigkeit heißt nach Roth:
,,Eine gelungene Internalisierung von Gütemaßstäben, Normen und Werten, die für die Gesellschaft bedeutsam sind."
Tiefenpsychologie
Begriffsbestimmung ,,Psychoanalyse"
Als ,,Psychoanalyse" wird
= > eine Behandlungstechnik
Hypnose | Freie Assoziation | Traumdeutung |
= > Patient liegt entspannt auf einer Couch. = > Er äußert spontan seine Einfälle zu bestimmten Bereichen. # Denkblockaden werden aufgelöst # ,,Verschüttete" Emotionen werden freigesetzt. | # Bestimmte Symbole stellen den Schlüssel zum unbewussten Erleben dar. # Freud unterscheidet
|
= > eine umfassende Theorie zur Erklärung von Verhalten und Erleben bezeichnet.
(1) Die vier Grundannahmen der Psychoanalyse
= > Bestimmte seelische Vorgänge sind unbewusst. Sie wirken sich jedoch auf das Erleben und Verhalten aus (,,Freud′sche Versprecher").
= > Das menschliche Verhalten wird durch Triebe erzeugt und gesteuert.
= > Jedes Verhalten ist seelisch bedingt festgelegt (= psychischer Determinismus). Es lässt sich nur aus der individuellen Lebensgeschichte erschließen.
= > Die seelischen Kräfte bzw. Motive, die das Verhalten steuern sind in der Regel unbewusst.
(2) Das topographische Modell
Wahrnehmungsbewusstsein | Vorbewusstsein | Unterbewusstsein |
![]() # Seelische Vorgänge die der Mensch bemerkt und zu denen er Zugang hat. | # Seelische Vorgänge um die der Mensch nicht spontan weiß. # Durch Bemühung kann Vorbewusstes dem (Wahrnehmungs-) Bewusstsein zugänglich gemacht werden. | # Seelische Vorgänge um die der Mensch nicht oder nicht mehr weiß bzw. die er verdrängt hat. # Unterbewusstes drängt jedoch immer wieder ins Vorbewusste (Zensor). |
Aufgaben des Zensors:
~ Zensur: Was darf ins Vorbewusste?
~ Aktiver Wiederstand gegen das Bewusstwerden unangenehmer, verdrängter Wünsche/Erinnerungen.
(3) Das Instanzenmodell
ES, ICH und Über-ICH (siehe auch Hobmeier S. 267-272)
ES | ICH | Über-ICH | |
Inhalt | # Triebe, Wünsche, Verdrängtes # UNBEWUSST | # Denken, erinnern, wahrnehmen, fühlen, bewegen... # BEWUSST # VORBEWUSST # Sitz der Angst # Abwehrmechanismen (meist UNBEWUSST) | # ICH-Ideal # Verbote # Gebote (Gewissen) # BEWUSST # VORBEWUSST # UNBEWUSST |
Ziel | ~Sofortige Triebbefriedigung ~Vermeidung von Unlust | ~Realitätsanpassung ~Vermitteln zw. ES / Ü-ICH | ~Anpassung an Regeln ~Normen, Gesetze |
Bild | Pferd | Reiter | Reitlehrer |
Aussage | ,,Ich will jetzt sofort!" | ,,Ich muss entscheiden!" | ,,Ich darf (nicht)!" |
Prinzip | Lustprinzip | Realitätsprinzip | Moralitätsprinzip |
(4) Angst
In einer gut funktionierenden Persönlichkeit wirken die drei Instanzen ICH, ES und Über-ICH zusammen. Stehen sie jedoch im Ungleichgewicht, dann treten Ängste auf. Der ,,Sitz" der Angst ist das ICH. Freud unterscheidet die Realangst von der neurotischen Angst.
Realangst (äußere Gefahr) | Neurotische Angst (innere Gefahr) |
# Reaktion der Wahrnehmung einer äußeren Gefahr und damit einer erwarteten Schädigung. # Die Realangst ist abhängig von unseren Erfahrungen # Die Realangst ist eine Reaktion des ICH auf eine äußere Gefahr. | Drei Formen neurotischer Ängstlichkeit: # Allgemeine Ängstlichkeit (Schüchternheit, Gehemmtheit) # Phobien sind an Objekte gebundene Ängste; wir verstehen diese Ängste zwar, finden jedoch deren Intensität übertrieben (z.B. Spinnenangst) |
Erklärung zu den Phobien:
Laut Freud wird zunächst Unerwünschtes verdrängt;
Dabei kann keine Energie abgeführt werden;
Folge: LIBIDO-Stau;
Die gestaute Energiemenge wird zu ANGST;
Die Angst wird an eine äußere Gefahr gekoppelt.
SIGNALANGST:
# Entsteht, wenn Gefahr droht oder erwartet wird. Bestimmte Gefahren sind seit frühester Kindheit vorhanden und bestehen im Trauma weiter.
# Signalängste haben die Aufgabe bestimmte Es-Impulse im Schach zu halten.
AUTOMATISCHE ANGST:
# Entsteht, wenn der Mensch den Ansturm (meist innerer, ES-) Reize nicht mehr bewältigen kann.
# Entsteht bei der Wiederkehr traumatischer Ereignisse.
# Ist charakteristisch bei ICH-Schwäche.
(5) Abwehrmechanismen
Abwehrmechanismen sind Schutzmaßnahmen die bedrohliche und angstauslösende Erlebnisinhalte ausschalten bzw. unbewusst machen. Somit werden Konflikte bzw. Ängste vermieden oder reduziert. Meist werden Abwehrmechanismen unbewusst eingesetzt.
Das ICH setzt Abwehrmechanismen ein, um es vor bedrohlichen, unerträglichen Triebansprüchen von außen oder innen zuschützen. Die Abwehr geschieht unbewusst.
Die wichtigsten Abwehrmechanismen:
# Verdrängung Triebwünsche, Bedürfnisse...werden ins Unterbewusstsein abgeschoben.
# Sublimierung Triebwünsche aus dem ES werden auf sozial oder kulturell höherwertige Ziele umgelenkt.
# Projektion
Schattenprojektion | Idealistische Projektion |
Wunschvorstellungen werden anderen zugeschrieben, weil sie dort besser bekämpft werden können. | Ideale, die für mich wichtig sind, werden auf andere projiziert. |
# Identifikation Die Abwehr von Angst gelingt durch Identifikation mit einer anderen Person (Superman, Al Bundy)
# Isolation Zusammengehörige Einfälle, Vorstellungen und Affekte werden getrennt
# Verschiebung Wünsche und Bedürfnisse werden an einem Ersatzobjekt befriedigt (Beispiel Chef-Angestellter)
# Fixierung Stehen bleiben/Zurückfallen auf bestimmte frühkindliche Entwicklungsphasen
(6) Die Triebtheorie
Mit Hilfe der Triebtheorie versuchte Freud sich ein biologisches Fundament zu schaffen.
Das topographische Modell (Unterbewusstsein, Vorbewusstsein, Wahrnehmungsbewusstsein) hingegen betrachtet man als den psychologischen Teil der Psychoanalyse.
#Ziel aller Triebe ist immer Spannungsreduktion und Lustgewinn.
Zwei Haupttriebe erzeugen und steuern das menschliche Verhalten:
Der Lebenstrieb (EROS) = > Energie = Libido
Der Todestrieb (Thanatos) = > Energie = Destrudo
Der Sexualtrieb:
Als Sexualtrieb gilt bei Freud alles, was einem Kind Freude macht bzw. Lust bereitet:
# Atmung
# Nahrungsaufnahme
# Abführen etc.
Die Sexualtriebe:
# sind zahlreich
# entstammen vielfältigen organischen Quellen
# sind zunächst voneinander unabhängig (Partialtriebe) und werden später zusammengefasst (Synthese)

Nach der Synthese haben Sexualtriebe die Funktion der Fortpflanzung.
Die LIBIDO:
Triebquelle | Triebziel | Triebobjekt | Drang |
Erogene Zonen | Lustgewinn | Reale oder phantasierte Personen oder Objekte | Energie: Libido |
Der DESTRUDO:
Triebquelle | Triebziel | Triebobjekt | Drang |
Bewegungstendenz des Organismus | Zerstörung, Veränderung, Destruktion | Reale oder phantasierte Personen oder Objekte | Energie: Destrudo |
(7) Stadien psychosexueller Entwicklung
Hobmeier Seite 278-282
Phase | Erogene Zone | Partialtrieb | |
1. Lj. | Oral | Mundschleimhaut | Saugen, lutschen, beißen |
2. - 3. Lj. | Anal | Afterregion | Hergeben, behalten |
3. - 6. Lj. | Phallisch - ödipal | Genitalzone | Zeigen, schauen |
Nach Erikson:
Orale Phase | Urvertrauen und Urmisstrauen entstehen; liebevolle Zuwendung und konstante Bezugspersonen wichtig! |
Anale Phase | Kennzeichen ist das Streben nach Autonomie/Selbstständigkeit; keine restriktiven Erziehungsmaßnahmen! |
Phallische Phase | Initiative ergreifen ist das Hauptthema; Initiative in bezug auf Spielideen etc. soll nicht gehemmt werden. |
Arbeit zitieren:
Christoph Obermeier, 2000, Freud komprimiert, München, GRIN Verlag GmbH
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Veronika
Übersichtlich.
Etwas unpräzise, aber ganz nett.
Für den groben Überblick reicht es.
am Saturday, February 17, 2001-