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biet des Nationalparks Harz im Bezugsjahr 1995 bedeutet dies einen Fremden- verkehrsumsatz von ca. 55 Mio. DM. Im Ergebnis der Befragungsaktion der GWMC (1995) kann festgestellt werden, daß bereits im zweiten Jahr der Natio- nalparkausweisung 8,4% der Besucher ausschließlich wegen des Nationalparks gekommen sind, bei 37,6% der Besucher war die Urlaubsentscheidung durch die Existenz des Nationalparks stark beeinflußt. Im Analogieschluß läßt sich daraus ableiten, daß etwa 25 Mio. DM entsprechend 46% des tourismusbeding- ten Einkommens in der Nationalparkregion im direkten Zusammenhang mit dem Nationalpark stehen. Diese Zahl ist in der Tendenz sicherlich sogar noch zu niedrig gegriffen, denn die Ausgaben der Übernachtenden auf Campingplätzen, in Jugendherbergen, Ferienwohnungen und Privatquartieren sowie die Ausgaben der Tagesbesucher sind in der genannten Summe noch nicht berücksichtigt.
Obwohl der ökonomische Ausstrahlungseffekt eines Nationalparks nicht isoliert von der wirtschaftlichen Gesamtbedeutung des Tourismus in der Nationalpark- region betrachtet werden kann, zeigt diese Modellrechnung doch, daß der Nati- onalpark Harz als touristischer Wertschöpfungsfaktor zunehmend an Bedeutung gewinnt. Zu den direkt dem Nationalpark zuzurechnenden Umsätzen und Ein- kommen sind noch indirekte Einkommenseffekte hinzuzurechnen, die dem Nati- onalpark eine über den Tourismus hinausgehende Bedeutung zuweisen.
Als ständige Querschnittsaufgabe aller Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung steht die Informations-, Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit des Nationalparks Harz im internationalen Rahmen der Themen der Agenda 21. Wichtige Themen wie die Notwendigkeit der Erhaltung der Naturvielfalt, die Schonung der natürli- chen Lebensgrundlagen und die Sicherung ihrer Regenerationsfähigkeit unter Berücksichtigung der Entwicklungsprinzipien natürlicher Systeme (Wildnisent- wicklung, Vernetzung, Vielfalt und Selbstorganisation) können nirgends besser thematisiert werden als in großen Schutzgebieten wie dem Nationalpark Harz, die ihre spezifische Rolle als nicht wirtschaftlich genutzte Referenzflächen im Rahmen der nachhaltigen Entwicklung spielen.
Aufgrund der Kürze der vorhandenen Redezeit sollen anhand einiger ausgewähl- ter konkreter Beispiele Möglichkeiten dargestellt werden, mit denen der Natio- nalpark Harz Impulse zur nachhaltigen Regionalentwicklung gibt.
Nationalpark-Bildungszentrum St. Andreasberg und Multiplikatorenausbildung
Das herausragende touristische Interesse am Nationalpark Harz wird bereits heute durch die große Nachfrage nach speziell auf den Nationalpark ausgeric hte- ten Programmen deutlich (Naturerlebnis -Führungen, themenorientierte Fach- exkursionen oder Wanderungen). Mit einer durchschnittlichen Zahl von 2.000
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durchgeführten großen und kleinen Veranstaltungen ist die Nationalpark-Um- weltbildung bereits heute ein wesentliches touristisches Angebot für die gesamte Harzregion; seine Ausweitung ist geplant.
Ein wichtiger Baustein im Netz der dezentralen Einrichtungen ist das National- park-Bildungszentrum St. Andreasberg, in dem die Umweltbildungsaktivitä- ten für die Nationalparkregion Harz koordiniert werden. Für die Informations- und Bildungsarbeit stehen hier drei Büros und ein kleiner Vortragsraum mit me- dialer Grundausstattung zur Verfügung.
Die hohe Besucherfrequenz des Nationalparks Harz, die unzureic hende perso- nelle Ausstattung der Nationalparkverwaltung und der Bildungsauftrag des Nati- onalparks gemäß den Zielen der IUCN machen es erforderlich, mit einem Sys- tem von Multiplikatoren personell neue Wege zu beschreiten. Zur Unterstützung der Nationalparkverwaltung wird deshalb durch das Nationalpark-Bil- dungszentrum im Rahmen einer umfassenden Waldführerausbildung eine Grup- pe von Interessierten aus der Bevölkerung der Harzregion weitergebildet, die willens ist, ihr Wissen über den Nationalpark bei Vorträgen, bei Waldführungen und Walderlebnistagen weiterzugeben. Da die Waldführer den unterschiedlic hs- ten Berufsgruppen angehören, ist es sinnvoll, sie zielgruppenorientiert entspre- chend den speziellen Bedürfnissen von Besuchergruppen einzusetzen. Somit sind die Waldführer wesentliche Mittler zwischen der Nationalparkverwaltung einerseits und den Besuchern des Nationalparks andererseits. Dieser Bedeutung wird vom Nationalpark durch eine fachlich fundierte Ausbildung Rechnung ge- tragen. Den interessierten Waldführern werden auf freiwilliger Basis im Rahmen von Vorträgen und Exkursionen Kenntnisse über alle nationalparkrelevanten Themengebiete vermittelt. Die Ausbildungsreihe umfaßt für Anfänger 20 Veran- staltungen, von denen mindestens 12 besucht werden müssen, um in den Besitz einer für das Folgejahr geltenden Auszeichnungsplakette zu gelangen. Diese Pla- kette muß jährlich neu erworben werden und wurde eigens für die Nationalpark- Waldführer entwickelt. Sie macht die Waldführer für die Besucher als kompe- tente Ansprechpartner in Sachen Nationalpark kenntlich. Wurde die Plakette be- reits zweimal erworben, so erfolgt eine Einstufung des Waldführers in die Fort- geschrittenengruppe, was bedeutet, daß auf Grund des erreichten Wissensstan- des nur noch 6 angebotene Veranstaltungen besucht werden müssen.
Der Einsatz der Waldführer wird im wesentlichen durch die Nationalparkverwal- tung koordiniert. Den Waldführern steht es aber auch frei, in Eigeninitiative oder in Zusammenarbeit mit dem Harzklub, mit Kur- und Stadtverwaltungen oder an- deren Trägern eigene Veranstaltungen durchzuführen.
Besucherlenkung durch Information und Bildung
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Friedhart Knolle, 1998, Einflüsse von Umweltbildungseinrichtungen auf Tourismus und Naturschutz in der Nationalparkregion Harz, Munich, GRIN Publishing GmbH
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