1) Außensegment: befindet sich an der äußeren Oberfläche der Retina, enthält lichtabsorbierendes Sehpigment 2) Innensegment: enthält Zellkern, Ablauf der meisten biochemischen Prozesse
3) synaptische Endigung: stellt Kontakt mit Zielzellen des Photorezeptors her
Sehpigment: kleines lichtabsorbierendes Molekül+ mit ihm verbundenes Protein, welches die Membran durchzieht Bilden die sogenannten Discs Abb. 22.2 Seite 417
Phototransduktion:
Schlüsselmolekül ⇒ cGMP ⇒ second messenger Vorbemerkung:
Kontrolliert den Ionenfluß Öffnung von Na+- Kanälen ( Einwärtsstrom)
Phototransduktionsprozess: 3 Stufen
1) Licht aktiviert die Sehpigmente in der Diskmembran 2) Senkung der cGMP- Konzentration durch Phosphodiesterase Schließung der cGMP gesteuerten Kanäle ⇒ Hyperpolarisation 3) des Photorezeptors
Aktivierung der Pigmente durch Licht:
Sehpigment der Stäbchen ⇒ Rhodopsin Proteinteil ⇒ Opsin Besteht aus 2 Teilen:
Retinal ⇒ lichtabsorbierender Teil ⇒ Vitamin-A- Derivat
- bei Aktivierung des Rhodopsins durch Licht kommt es zu einer Konformationsänderung des Retinals von der 11-cis-Form (Rhodopsin) zur all-trans-Form (Metarhodopsin 2)
- einziger lichtabhängiger Schritt des Sehvorgangs
- diese Konformationsänderung verursacht eine Herabsetzung der Permeabilität für Natrium und Calciumionen ⇒ Schließen der Ionenkanäle ⇒ Hyperpolarisation
cGMP- Konzentration hoch ⇒ viele cGMP- Kanäle geöffnet
Dunkelheit:
⇒ relative Depolarisation der Zelle (Dunkelstrom)
Lichtabsorbtion: Anregung einer Phosphodiesterase ⇒ Aufspaltung von cGMP ⇒ Konzentrationsenkung ⇒ Hyperpolarisation
Ganglienzellen
- sie bilden mit ihren Axonen den Nervus opticus
- sie teilen ihre Information als Folge von AP’s mit
- inputs zu einer Ganglienzelle stammen von denselben Photorezeptoren in einem festgelegten Retinabereich ⇒ dem rezeptiven Feld dieser Zelle
rezeptives Feld :
- bei Ganglienzellen kreisrund
- 2 Bereiche : Zentrum und Umfeld
2 Klassen von Ganglienzellen:
1) On-Zentrum-Neurone ⇒ Erregung durch Licht auf das Zentrum des rezep. ⇒ Hemmung durch Licht auf das Umfeld
Feldes
- sie reagieren am besten auf schnelle Lichtintensitätszunahme
2) Off-Zentrum-Neurone ⇒ Hemmung durch Licht auf das Zentrum des rezep. ⇒ Erregung durch Licht auf das Umfeld
Feldes
- sie reagieren am besten auf Lichtintensitätsabnahme
- jeder Photorezeptor besitzt Synapsen zu beiden Ganglienzellarten ⇒ 2 parallele Bahnen zur Informationsverarbeitung
- Überträgerstoff ⇒ Glutamat
- Interaktion zwischen Zentrum und Umfeld nennt man Zentrum- Umfeld-Antagonismus, beruht auf lateraler Hemmung durch Horizontalzellen
Horizontalzellen: - übermitteln Informationen von entfernt liegenden Zapfen zu den Bipolarzellen
o sind über Gap junctions miteinander gekoppelt
- Ganglienzellen antworten am besten, wenn Lichtintensitäten zwischen Zentrum und Umfeld unterschielich sind ⇒ sie reagieren daher auf Kontraste
Verbindungen zwischen Rezeptoren und Ganglienzellen
- direkteste Verbindung stellen die Bipolarzellen dar
- Zapfen im Zentrum eines rezeptiven Feldes bilden direkte synaptische Kontakte mit Bipolarzellen, die wiederum mit Ganglienzellen ⇒ direkte oder vertikale Bahn
- Zapfen aus dem Umfeld eines rezep. Feldes bilden indirekte Verbindungen über Horizontal- und Amakrinzellen ⇒ laterale Bahn
Besonderheit:
Stäbchen: - Bipolarzellen werden von Amakrinzellen erregt oder gehemmt
Zusammenfassung:
Das Farbensehen:
- Auge empfindlich für Wellenlängen zwischen 400 und 700 nm
- in diesem Bereich ändert sich die Farbe von Blau über Grün nach Rot
- Eigenschaft des Farbsehens bezeichnet man als Trichromatizität
Trichromatizität :
- 3 verschiedene Arten von Zapfen
- jede mit anderem Sehfarbstoff (verschiedene Opsinarten) Abb. 24.4
Pigmentarten:
- Pigment B ⇒ kurze Wellenlängen für blau bei 419 nm
- Pigment G ⇒ mittlere Wellenlängen für grün bei 531 nm
- Pigment R ⇒ lange Wellenlängen für rot bei 559 nm
Im Sehsystem erfolgt eine additive Farbmischung von Komplementärfarben Die eigentliche Verarbeitung und Farbwahrnehmung findet erst in den Sehzentren des Gehirns statt.
Farbenblindheit:
- durch corticale Läsionen
- durch Krankheiten der Retina
Rotblindheit ⇒ Protanotrope ⇒ Fehlen vom langwelligen Zapfenpigments Grünblindheit ⇒ Deuteranope ⇒ Fehlen des mittelwelligen Zapfenpigments Blauviolettblindheit ⇒ Tritanope ⇒ Fehlen des kurzwelligen Zapfenpigments
Rot- oder Grünblindheit
- durch Mutation des X-Chromosoms (Rot- oder Grünblindheit)
- Gene für das rote und grüne Pigment sind nebeneinander auf X- Chromosom lokalisiert
- Durch Rekombination kann es zu Verlust oder Duplikation von Genen kommen
- Außerdem können Hybridgene entstehen
Quote paper:
Sebastian Riedel, 2000, Die Verarbeitung visueller Information durch die Retina, Farbsehen, Farbenblindheit, Munich, GRIN Publishing GmbH
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