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Trotz der großen Vielzahl an buddhistischen Schulen ist ihnen das Ziel aller Bemühungen gemein: Die Erfahrung des Nirvana oder Erleuchtung durch nichtverstandes-mässige Erkenntnis der Tatsache, dass alles eins ist ("Buddha", "Buddha-Natur", "Das Absolute", "Das Eine", "Geist").
Buddha lehrte den Dharma als 'Gegenbewegung' zum Hinduismus, der einen ewigen Lebenskreislauf (samsara) darstellt, dem kein Lebewesen je entkommen könne. Buddha hat in seiner Erleuchtung erfahren, dass es einen Ausweg gibt, nämlich das Loslassen von allem, was Leiden schaft. Somit ist der Buddhismus eine (Selbst) Erlöserreligion. Der Mensch kann sich nur selbst, durch eigene Anstrengungen aus dem Kreislauf von Werden und Vergehen befreien.
Der Buddhismus ist eine atheistische Religion, da es keinen Gott im Sinne eines Schöpfergottes gibt, da dieser schon von Anfang an hätte existieren müssen, ohne dass ihm eine Ursache voraus gegangen wäre. Außerdem ist der (christl.) Gott von seiner Schöpfung durch die Anhängung des Attributs 'gut' getrennt. Der Begriff 'Gott' ist also einschränkend, denn durch die Festlegung auf 'gut' wird gleichzeitig das Böse (= 'nicht gut') ausgeschlossen. Dieses Getrennt-Sein widerspricht der Einheit allen Seins bzw. der Nicht-Dualität.
Daher wird der Begriff 'Gott' von Buddhisten nicht gerne verwendet. Lieber benutzen sie die Begriffe "Das Eine", "Das Absolute" oder "Buddha" ("Buddha" beschreibt nämlich
nicht nur eine/viele historische Person(en), sondern auch das "Absolute"), denn in diesen Begriffen wird die Allumfassenheit am besten ausgedrückt. Auch Buddha ist kein Gott, sondern 'nur' der erste von vielen, die erleuchtet wurden und den Weg zur Beendigung des Leidens aufzeigte. Dadurch wurde er zum Stifter dieser 'Religion'.
Die Lehre, aus der später der Buddhismus entstehen sollte, wird Dharma (Sanskrit; Pali: Dhamma) genannt. Das Wichtigste der Lehre sind die vier edlen Wahrheiten, die gleichzeitig auch das Buddhistische Glaubensbekenntnis darstellt: 1.. 1. Die Wahrheit vom Leiden (Duhkha)
1. Alles ist Leiden; wollen, was man nicht bekommen kann; bekommen,
was
2. man nicht will; die fünf Gruppen des Anhaftens (Skandha)
Leiden (Duhkha) entsteht aus: Gier (Trishna), Begehren/Hass und Verblend-
3. ung bzw. Unkenntnis.
2. die Wahrheit von der Entstehung (Samudaya) des Leidens
Ursache des Leidens ist Begehren und Unwissen (der Vier Wahrheiten).
3. die Wahrheit von der Aufhebung (Nirodha) des Leidens
Sobald man nicht mehr begehrt/anhaftet, gibt es kein Leid mehr
4. die Wahrheit vom Weg, der zur Aufhebung des Leidens führt
das Mittel zur Befreiung vom Leiden ist der Achtfache Pfad oder Weg, der aus drei Gruppen besteht: Sittlichkeit, Konzentration bzw. Geistessammlung und Weisheit:
1. Vollkommene Erkenntnis der Vier Wahrheiten
2. Vollkommener Entschluß zu Entsagung, Wohlwollen und Nichtschädigung von
Lebewesen
3. Vollkommene Rede
4. Vollkommenes Handeln
5. Vollkommener Lebenserwerb
6. Vollkommene Anstrengung, d.h. Fördern von karmisch Heilsamen und Vermeiden
von Unheilsamen
7. Vollkommene Achtsamkeit, d.h. beständige Achtsamkeit auf Körper, Gefühle, Denken
und Denkobjekte (Satipatthana)
8. Vollkommene Sammlung des Geistes durch Meditation
Das heißt, wenn wir genügend Vernunft haben, nach dem spirituellen Weg zu suchen, haben wir bereits den ersten Schritt auf dem achtfachen Pfad getan, der von Weisheit geprägt ist. Die weiteren Schritte folgen auf Grund Einsicht und Bemühen. Einsicht und persönlicher Erfahrung bilden die Basis zum buddhistischen Verständnis. Das Heil des Menschen besteht nach der Lehre des Buddhas in seinem Erwachen zur Wirklichkeit, zur Ganzheit - durch Überwindung von Gier, Hass und Verblendung bzw. Unwissenheit.
Das angestrebte Ideal ist es, Weisheit und Mitgefühl für alle Lebewesen zu entwickeln, wobei Mitgefühl nur ein anderes Wort für Liebe ist.
Wer die Vier Edlen Wahrheiten erkannt hat und den Achtfachen Weg gegangen ist, der wird erleuchtet und gelangt zur Erlösung. Er `geht ein´ in das Nirwana, das höchste Ziel des Buddhismus. Was das Nirwana genau bedeutet, kann man schlecht sagen, denn `der Meister´ ließ diesen Punkt im Dunkeln. Seine Anhänger aber interpretierten es mit ,,völliges Erlöschen der Begierde", ,,Unendlichkeit der Leere, die keinen Zeitbegriff kennt", ,,Ewige Todesruhe ohne Wiedergeburt", ,,wie ein Kerze die erlischt, wenn ihr Brennstoff aufgebraucht ist" und ähnlichem. In jedem Fall verheißt das Nirwana Befreiung.
Die Ausbreitung des Buddhismus:
Der Buddhismus fand von Anfang an gute Aufnahme. Eine Gruppe von Materialisten, Charvakas genannt, hatte bereits den Weg dafür gebahnt. Sie lehnten die heiligen Schriften des Hinduismus ab, spotteten über den Glauben an Gott und leugneten die Religion im allgemeinen. Ihr Einfluß war nachhaltig, und sie hinterließen gemäß Will Durant ,,eine Leere, die nahezu das Wachsen einer neuen Religion erzwang". Diese Leere und ,,der geistige Verfall der alten Religion" führten zu der Entstehung der zwei großen Reformbewegungen jener Zeit - Buddhismus und Dschainismus.
Mitte des 3. Jahrhunderts v. u. Z. trug König Aschoka, dessen Reich einen Großteil des indischen Subkontinents umfaßte, sehr zur Ausbreitung des Buddhismus bei. Er betonte die Mission, indem er nach Ceylon (Sri Lanka) und möglicherweise auch in andere Länder Missionare aussandte. In den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung
verbreitete sich der Buddhismus in ganz China. Von dort aus gelangte er über Korea nach
Japan. Im 6. Und 7. Jahrhundert u. Z. war er in Ost- und Südostasien überall vorzufinden.
Trotz seiner weltweiten Erfolge erlitt der Buddhismus in seiner Heimat eine schwere
Niederlage. Heute zählen sich weniger als 1 Prozent der Bevölkerung Indiens zum
Buddhismus; 83 Prozent sind Hindus. Der Grund dafür ist nicht genau bekannt. Vielleicht
war der Buddhismus so tolerant, daß er einfach von dem älteren Hinduismus wieder
aufgesogen wurde. Oder die buddhistischen Mönche waren nachlässig, was die Führung
der Laien betrifft.
Dennoch gibt es heute auf der ganzen Welt über 300 Millionen Buddhisten:
Land % Land % Land %
Nordamerika 1,3
Europa
Davon
Deutschland
GUS 0,5 Bhutan 72 Kambodscha 90
Australien
Südamerika
Afrika
Quote paper:
Conny Zürn, 1999, Buddhismus, Munich, GRIN Publishing GmbH
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on Tuesday, May 07, 2002-
Hans-H. Ramme
Kritik am Vortrrag.
Wie es manchnmal so geht, schneie ich tatsächlich auf diese Seite und sehe einen Artikel über den Buddhismus. Was ich irgendwie auch ziemlich belustigend finde (ich praktiziere seit ca. 15-20 Jahren Buddhismus), da die Zahl der Buddhisten im deutschsprachigen kaum die 1/4 Million überschreiten dürfte. So gesehen ist die Bedeutung des Buddhismus gesellschaftlich wohl gering. Es ist aber auch so, daß man sich damit mit einer fremden Religion beschäftigen kann, ohne anzuecken, denn es ist ja kaum jemand erreichbar, um etwas dazu zu sagen. Außerdem neigen Buddhisten in der Regel nicht dazu, andere zu bekehren, was bei anderen, z.B. Muslime ganz anders sein kann. Dazu kommt, das es leicht ist, sich damit ziehmlich abgehoben (weil kaum jemand da ist, der etwas Qualifiziertes sagen kann) damit beschäftigen. Das Ergebnis sind dann solche Pamphlete (sorry für das zugegebenerweise harte Wort!) wie dieser, obwohl dieser noch relativ harmlos ist. Er produziert und wiederhohlt einfach übliche Irrtümer, wie diejenigen Therawada sei nur für ein selber und Mahayana für alle wegen Buddhanatur etc. etc. etc.... Die Behauptung, der tibetische Buddhismus sei eine Mischung aus Bön (soll heißen Aberglauben, Dämonenmagie oder gar schlimmeres!) lege sein Schwergewicht auf Rituale etc etc ist einfach albern. Es gibt kaum eine Beschreibung, die falscher ist. Es macht auch keinen Sinn, dies verbessern zu wollen, weil der Ansatz, ich vermute, das sich ein christlich denkender Mensch damit "beschäftigt" hat, von vorherein völlig falsch aufgezogen wurde. D.h. es gibt natürlich einige Elemente, die könnte man so stehen lassen, aber die Art und Weise dies aufzuziehen... Meinen sie wirklich das das Christentum das Nonplusultra ist, etwas anderes zu beurteilen? Wenn wir schon dabei sind, welches Christenum wollen Sie als Grundlage haben? Alles in allem, im Versuch sich mit einer "fremden" Religion zu beschäftigen, und somit zu zeigen, man könne mit anderen umgehen... ist das ganz völlig verunglückt, denn kein Buddhist wird sich darin wiederfinden, und kein Christ wird glauben wollen, daß ein "vernünftiger" Mensch sich soetwas allen ernstes antun will.
bye
on Wednesday, June 12, 2002-
Francesco Ficicchia
Buddhismus (Autorin: Constanze Zürn).
Sehr guter Streifzug durch die Geschichte und Lehre des Buddhismus!
Sarva mangalam
Francesco Ficicchia
http://www.navayana.ch
on Saturday, July 20, 2002-