Uni Marburg
Handout
Geschichte und Verbreitung des HI-Virus
Eingereicht von:
Max Apel
AIDS ist eine erworbene, nicht angeborene Immunschwäche Krankheit, die durch das HI-Virus (human immunodeficiency virus) hervorgerufen wird. AIDS bewirkt, dass das Immunsystem des Organismus zusammenbricht und Krankheitserreger nicht mehr abwehren kann. Häufige Symptome sind starker Gewichtsverlust, ständige Müdigkeit und in vielen Fällen auch Nervenstörungen, die durch eine Schädigung von Gehirnzellen entstehen. Auch bestimmte Formen von Krebs kommen regelmäßig vor: insbesondere das Kaposi-Sarkom, das sich in Form dunkelroter Hautschäden bemerkbar macht, sowie die Krebserkrankungen weißer Blutzellen.
Das HI-Virus stammt vermutlich von Tieren und ist scheinbar in mehreren Fällen auf den Menschen übergesprungen. In afrikanischen Affen wurden bereits nahe verwandte Virusstämme nachgewiesen. Der erste bekannte AIDS-Fall (HIV-1) betraf nicht wie lange vermutet einen norwegischen Seefahrer, der 1976 gestorben war, sondern betrifft einen Bantu1 aus Léopoldville (heute Kinshasa, Demokratische Republik Kongo). In der aus dem Jahr 1959 stammenden Blutprobe des Afrikaners wurden HI-Viren nachgewiesen. Eine Analyse der betreffenden Virus-RNA ließ bei einem Vergleich mit den Gensequenzen heutiger Viren den Schluss zu, dass die HI-Viren, die den Bantu infizierten, 10 bis 15 Jahre jünger sind als jener Stamm, von dem die weltweite AIDS-Epidemie ausging. Die Entstehung von HI-Viren fällt demnach etwa mit dem Ende des 2. Weltkrieges zusammen.
1987 wurde HIV-2, von dem die heutige Epidemie ausgeht, erstmals isoliert2, d.h. seine DNS wurde erstmals vollständig entschlüsselt. Untersuchungen ergaben, dass HIV-2 damals kaum verbreitet war. Der erste HIV-2-Fall wurde1985 bekannt, er betraf einen Bewohner von den Kapverdischen Inseln, Senegal. Vermutlich haben HIV-1 und HIV-2 das gleiche Elternvirus, jedoch unterscheiden sie sich in ihrer DNS erheblich: Nur 40% seiner 9671 Nukleotide3 entsprechen seinem Vetter. In den Jahren hat sich HIV-2 jedoch weiter verbreitet als sein Verwandter.
Anfang der achtziger Jahre waren vor allem Aids-Fälle in amerikanischen Großstädten bekannt, die Hauptbetroffenen waren Homosexuelle. Deswegen wurde Aids fälschlicher Weise häufig als Schwulenseuche bezeichnet. Mitte der achtziger Jahre kam Aids nach Europa, 1986 waren in Deutschland 675 HIV-positive bekannt. Andere betroffene Randgruppen waren Fixer und Blutkonservenempfänger.
Heute ist Aids keine ,,Schwulenseuche" mehr. Aids ist nun auf alle Gruppen der Gesellschaft verteilt. Die Tendenzen jedoch weisen darauf hin, dass in Zukunft ein Zuwachs besonders bei jungen Menschen und Frauen zu erwarten ist. In Westeuropa sind etwa 20% der Infizierten Frauen.

In Schwarzafrika ist die Lage dagegen ganz anders. Dort sind etwa 50% der Infizierten Frauen. Sogar Kinder sind betroffen. Auch die Zahl der Infizierten in Schwarzafrika ist viel höher als in anderen Regionen (Siehe Diagramm). Zwei von drei AIDS-Kranken sind Schwarze. Jeder Zehnte ist infiziert. Dies hängt mit der dortigen Kultur, die oftmals die notwendige Aufklärung nicht betreibt und den miserablen medizinischen Versorgung zusammen. So gibt Ruanda z.B. 4 DM pro Kopf im Jahr für medizinische Versorgung aus. Oft weiß ein betroffener nicht einmal dass er infiziert ist geschweige denn was Aids ist. Wie schwer das Ausmaß des Virus ist beweist die Tatsache, dass in den letzten fünf Jahren die Lebenserwartung in Simbabwe von 61 auf 39 Jahre gefallen ist4. Bei den meisten Todesfällen handelt es sich um Kinder die bei der Geburt von der Mutter infiziert wurden (Übertragung des Virus von Mutter zu Kind ca. bei jedem drittem Baby, doppelte Infizierungsgefahr durch Muttermilch5). Wodurch die Lebenserwartung eines Infizierten Kindes auf sechs Jahre sank.
Bei uns sieht die Lage hingegen erheblich besser aus. Jeder Jugendliche weiß was ein Präservativ ist und verwendet sie weit häufiger als die Jugendlichen vor 10 Jahren. Die Medizinische Unterstützung von AIDS-Kranken verbesserte sich in den letzten Jahren erheblich, sodass ein Aidskranker eine wesentlich höhere Lebenserwartung als vor Zehn Jahren hat.
Am Anfang gab es noch keine sinnvollen medizinischen Maßnahmen. Mitte der Achtziger bot AZT den Infizierten erstmals eine erfolgversprechende Bekämpfung an. Man hatte anfangs aber noch Probleme mit der Dosierung. Heutzutage gibt es für Infizierte persönlich angepasste Medikamentencocktails. Sie müssen teilweise mehrere Dutzend Tabletten am Tag schlucken. Zusätzliche nützliche Maßnahmen sind Beispielsweise Einführungen von Fixerstuben und Spritzenautomaten. Dies verringert erheblich die Zahl der infizierten Fixer. Solche Maßnahmen werden jedoch durch die Drogenpolitik der Länder oft eingeschränkt. Einige Länder haben zusätzlich noch ganz anderen moralisch fragwürdige Maßnahmen zur Bekämpfung von Aids. England, USA und einige weitere verbieten HIV-positiven die Einreise in ihr Land.
Jedoch darf man die Gefahr von Aids nicht unterschätzen. Auf der Welt ist Aids die häufigste Todesursache. Eine endgültige Lösung des Aids Problems stellt scheinbar nur ein Impfstoff dar, der auch in armen Ländern großflächig finanzierbar ist. Trotz Präservativen wird es immer Neuinfektionen geben. Ein unter jetziger Forschung noch nicht möglich. Und scheint auch in naher Zukunft nicht realisierbar zu sein.
Quellennachweis:
Microsoft Encarta 99 Enzyklopädie
Archivmaterial der TAZ der Jahre 1986-1996
Frankfurter Rundschau, ,,Aids breitet sich unter Jugendlichen aus" 25.1.98
Unicum
Der Brockhaus Multimedial 98
Unicum, ,,Keine Chance für Aids" Nr.12 1998
Datenrecherche im Internet unter anderem Unaids/WHO: www.who.int/emc-hiv/
1 Nach 1998 im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichten Angaben eines Wissenschaftlers der New Yorker Rockefeller University
2 Von Forschern des Pariser Pasteur-Institut unter der Leitung von Prof. Luc Montagnier
3 Nukleotid _ kleinstes Teilstück eines DNS- od. RNS-Moleküls, Baustein der Nukleinsäure
4 Frankfurter Rundschau Donnerstag den 22.10.98
5 nach einer Ende 1997 veröffentlichten Studie der Vereinten Nationen
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Max Apel, 2000, AIDS Geschichte und Verbreitung des HI-Virus, Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
Die Beobachtung als grundlegende Methode der pädagogischen Diagnostik
Scholary Paper (Seminar), 17 Pages
Unterrichtsbeobachtung - Teilnehmende Beobachtung
Ethnology / Cultural Anthropology
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 11 Pages
Die Gesetzgebung in Großbritannien
Politics - Political Systems - General and Comparisons
Essay, 9 Pages
Biology - Diseases, Health, Nutrition
Presentation / Essay (Pre-University), 14 Pages
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At Odds with AIDS: Thinking and Talking about a Virus
Alexander Garcia Duttmann, Alexander G. Duttmann, Conrad Scott-Curtis
Teenagers, HIV, and AIDS: Insights from Youths Living with the Virus
Maureen E. Lyon, Lawrence J. D'Angelo
The Virus, Vitamins & Vegetables: The South African HIV/AIDS Mystery
Kerry Cullinan, Anso Thom
Anonymous
Gratulation.
Endlich mal jemand, der sich auch mit den thoerien auseinandergesetzt hat zu aids, dass finde ich echt mal gelungen und ich weiß wie schwer es ist etwas darüber zu finden, da ich gerade dabei bin mein Semianrfacharbeit darüber zu verfassen, fande deinen Beitrag echt gut! Gratuliere dir!
on Tuesday, January 15, 2002-
rayk
schwachsinn!!!.
ich hoffe diese seite hat niemand als vorlage genommen. weder haben HIV-1 und HIV-2 das gleiche "Elternvirus" noch ist HIV-2 stärker verbreitet. Das war es nie! Um mal zwei Beispiele aus diesem Text zu nennen. Ich habe gar nicht weiter glesen und ihr solltet es auch nicht tun! Detaillierte Infos gibt es auf www.RKI.de.
Schwachsinn!!!
ach ich sehe gerade wie alt das ist... na ein glück
on Wednesday, October 03, 2007-