1.4. Klimadiagramme
20°
15°
10°
5°
0°
Jan
Unterschied zwischen tiefster und höchster Jahrestemperatur nennt man Temperaturamplitu- de. Mann unterscheidet:
Niederschläge kommen vom Ozean (Atlantik, indischer Ozean und Pazifik). In der Regel hat die Schweiz Niederschläge vom Atlantik, weshalb wir Niederschläge bei Westwind haben. Das Wasser erwärmt sich langsamer und kühlt sich auch langsamer ab als das Land.
1.5. Merkmale diverser Klimatypen
Man kann verschiedene Klimatypen generell einteilen:
ozeanisches Klima
In der Nähe von Ozeanen gelegenes Klima Merkmale: kleine Temperaturamplitude, viel und durchs ganze Jahr Niederschläge
kontinentales Klima
Merkmale: grosse Temperaturamplitude, wenig Niederschläge
Mittelmeerklima
Kommt überall vor, wo es guten Wein gibt (Mittelmeer, schwarzes Meer, Kalifornien, Chile, Südafrika, Südaustralien) Merkmale: Sommertrockenheit, Winterregen.
Exkurs: Treibhauseffekt und Ozonloch
Die vom Boden ausgehenden Langwellen werden durch gasförmige Moleküle der Troposphäre reflektiert, so dass sich der untere Bereich der Lufthülle besonders erwärmt. Im Laufe der Ge- schichte haben sich die Gase und damit auch die Temperatur verändert. Der Mensch verstärkt den Treibhauseffekt (Verbrennung von Erdöl, FCKW-Spraydosen, Lachgase etc.). Durch die Erderwärmung wird das Schmelzen des Polareises verursacht, was zum steigen des Meeres- spiegel führt. So sind tief liegende Gebiete gefährdet. Als Massnahmen gelten Lenkungsabga- ben nach Verursacherprinzip, Produktionsverbote (FCKW-Spraydosen), umweltfreundlichere Energieformen, etc.
In den oberen Schichten der Atmosphäre entsteht durch Strahlung Ozon, welches kurzwellige Strahlung in Wärme umwandelt. Mehr als 50 % Ozonabnahme gilt als Ozonloch. Durch Ver- minderung der Ozonschicht kann mehr kurzwellige Strahlung auf die Erde gelangen, was zu Hautkrebs, Erblindung und Schaden von Pflanzen und Meerestieren führen kann. Das Ozonloch wird durch den Verbrauch von FCKW verursacht. Als Massnahme wird bzw. wurde FCKW verbo- ten.
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2. Temperaturen
Die Temperatur wird gemäss internationalen Absprachen in 2 Meter Höhe im Schatten gemes- sen.
Tagestemperaturen sind immer Mittelwerte die auch die Nacht berücksichtigen. Das arithmeti- sche Mittel der Tagestemperaturen ergibt das Monatsmittel, dasjenige der Monatsmittel die Jahreswerte.
2.2. Ultraviolett- und Infrarotstrahlen
Heisse Luft ist leichter als kalte Luft. Wenn sich zwei bis drei Stunden nach Sonnenaufgang der Boden langsam erwärmt, wird die darüber liegende Luft auch aufgeheizt. Wenn am Abend sich die Sonneneinstrahlung wieder abschwächt, klingt die Lufttemperatur aber erst viel später ab, weil der Boden noch bis in die Nacht hinein Wärme an die Luft abgibt.
Die Lufttemperatur erreicht also bei Sonnenaufgang den Tagestiefststand. Erst zwei bis drei Stunden nach Sonnenaufgang beginnt sich die Luft über dem Boden zu erwärmen. Obwohl bei Sonnenhöchststand die stärkste Energieabgabe erfolgt, tritt die höchste Lufttemperatur, also das Tagestemperatur-Maximum, durchschnittlich erst drei Stunden später auf, da die Luft nur langsam von der Erdoberfläche her erwärmt wird.
2.3. Diverse Einflüsse auf Temperaturen.
Ein Bruchteil der Gesamtstrahlung der Sonne erreicht die Wärme. Mehr wäre zu viel, weniger zu wenig. Eine Strahlungsabnahme von 1 % würde einen Temperaturrückgang von 2°C zur Folge haben und das Resultat wäre schlussendlich Eiszeit.
Die kurzwelligen UV-Strahlen, welche die Erdoberfläche erreichen, werden dort in langwellige Wärmestrahlen umgewandelt und wärmt die über dem Boden liegende Luft auf.
Die durchschnittliche Temperatur der Erdoberfläche beträgt 15°C. Durch die Schrägstellung der Erdachse wird aber der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen im Verlaufe des Jahres geändert. Diese Änderungen bewirken:
§ wechselnde Tages- und Nachtlängen
§ wechselnde Jahreszeiten
§ Wechsel von Regen und Trockenzeit
§ Verschiebung der Windsysteme von Jahreszeit zu Jahreszeit
Je steiler der Auftreffwinkel der Sonne (Maximum 90°C) ist, umso grösser ist die Intensität pro Flächeneinheit. Deshalb sind Gebiete mit senkrechtem Sonneneinfall heisse Gebiete (Tropen), Gebiete mit flachem Sonneneinfall kühle Gebiete (Polar). Je weiter man sich auf der Nordhalb-
3
kugel in Richtung Äquator bewegt, umso wärmer werden die Durchschnittstemperaturen. Glei- ches gilt analog für die Südhalbkugel.
Meere und Seen beeinflussen die Temperaturen ebenfalls. Da Wasser sich langsamer erwärmt als das Land und erheblich mehr Wärme zu speichern vermag, gleichzeitig aber auch langsa- mer abkühlt, wirkt es temperaturausgleichend. In der Meeres-Nähe ist die Temperaturamplitu- de deshalb kleiner als im Landesinnern (ozeanisch- und kontinentales Klima).
3. Niederschläge
Wasser kommt in der Atmosphäre in drei Aggregatzuständen vor:
fest: Eis, Schnee, Reif
gasförmig:
Die tatsächlich vorhandene Wassermenge in der Luft ist die absolute Feuchte! Das Verhältnis der vorhandenen Wasserdampfmenge zu der bei der entsprechenden höchstmöglichen Was- serdampfmenge (Sättigungsgrenze) in Prozent ist die relative Feuchte. Diese wird mit dem Hygrometer gemessen.
Werte unter 40 % (Austrocknen der Nasenschleimhaut und über 90 % (Schwülegefühl) emp- findet der Mensch unangenehm.
Die Luft vermag je nach Temperatur Feuchtigkeit bis zur Sättigungsgrenze aufnehmen. Warme Luft kann mehr Wasser gasförmig aufnehmen als kalte Luft. Deshalb kann es bei einem Tem- peraturrückgang zu Niederschlägen kommen. (Tau, Nebel, Regen, Schnee).
Zuerst entstehen Wolken, welche sich dann in den drei Ursachen als Niederschlag wiederge- ben.
1. Niederschlag im Gebirge Durch das Aufsteigen feuchter Luftmassen auf der LUV-Seite erfolgt Abkühlung und da- mit Niederschlag (Kondensation). Es entsteht ein Steigungs- oder Stauregen. Beispiel: Südföhn mit seinen starken Niederschlägen auf der Alpensüdseite
Bei Südföhn kühlen sich die von Süden strömenden Luftmassen ab, wobei die Feuchtig- keit kondensiert. Es bilden sich Wolken, was schliesslich zu Regen führt. Die absinkende Luftströme auf der Leeseite führen zu einem kräftigen Wind, dem eigentlichen Föhnwind. Deshalb ist bei Südföhn auf der Alpennordseite schönes Wetter
2. Niederschlag bei wandernden Tiefdruckgebieten (Zyklonen) Das Aufgleiten von warmer (feuchter) Luft auf kalte Luft, z.B. von warmer Meeresluft auf kalte Festlandluft bringt die warme Luft zum steigen, da sie leichter ist, als die kalte Luft. So kondensiert das Wasser und es regnet. Oder kalte Luft schiebt sich unter die warme Luft und bringt diese zum aufsteigen.
3. Niederschlag bei Erhitzung des Bodens Der Boden ist stark erwärmt (z.B. im Sommer oder in den Tropen) und erwärmt die Luft, welche aufsteigt. Diese Luft kühlt sich ab und es erfolgt Kondensation (Gewitter, Zenital- regen in den Tropen)
Damit aus Wolken Niederschläge entstehen, braucht es Verunreinigungen der Luft (Aerosole; meist Staub. Um diese Staubkörner (Kondensationskern) lagert sich ein Wassertröpfchen ab und es entsteht Dunst. Ist der Dunst dicht, spricht man von Nebel oder Wolken.
Der Regen wird nach Tropfengrösse eingeteilt:
bis 0.5 mm Sprüh- oder Nieselregen
0.5 – 2 mm Landregen (Normalregen) ð ist die Regel > 2 mm Schauer– /Gewitterregen
Mittels Totalisator wird er gemessen (Gefäss mit Ölschicht, welche Regen vor dem Verdunsten schützt).
Jahresmittelwerte von Regen sind:
Zürich 1128 Millimeter
3.3. Wolkenarten
Zum einen unterscheidet man Wolken nach ihrer Form:
Ausserdem werden sie nach Höhe unterschieden:
Obere Wolken sind Eiswolken = CIRRUS
Mittlere Wolken sind Tropfenwolken = ALTO
Regenwolken sind schwarze Wolken
Spezialfall: Gewitterwolken (ca. 10 – 15 Kilometer hoch)
Untere Wolken sind sichtbare kleine Wolken oder Wolkendecke
Bei den unteren Wolken gibt es auch noch eine Mischform zwischen Wolkendecke und kleinen Wolken. Sie decken zwar nicht den ganzen Himmel, sind aber extrem Breit. Diese nennt man STRATOCUMULUS.
4. Luftdruck
Die Lufthülle übt durch ihr Gewicht einen Druck auf die Erdoberfläche aus.
Der Druck nimmt mit der Höhe ab. In Wetterkarten wird der Druck immer auf Meereshöhe zurück gerechnet und mit ISOBAREN (Linien gleichen Druckes) dargestellt.
Man kann vereinfacht sagen:
Hochdruck
ð fallende Luft ð wird dadurch erwärmt ð kann viel Wasser aufnehmen ð Wolken verschwin- den ð schönes Wetter
Tiefdruck
ð steigende Luft ð wird abgekühlt ð Wasser kondensiert ð es bilden sich Wolken ð es regnet
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5. Winde
Das Tiefdruckgebiet wirkt wie ein Trichter mit Sog, der Luft ansaugt. Hochdruckgebiete sind „Luftberge“ von denen ständig Luft an die Umgebung abgegeben wird. Die Ausgleichsströmung zwischen Hoch- und Tiefdruck ist der Wind. Winde fliessen also immer vom Hoch- ins Tief- druckgebiet. Je grösser der Druckunterschied ist, desto stärker ist der Wind. Man bezeichnet Winde nach ihrem Ursprung bezeichnet (bspw. Wind vom Westen ist Westwind, Wind vom See ist Seewind)!
Da aber infolge der Corioliskraft (Drehung der Erde um ihre Achse) die Winde nicht direkt dem Druckgefälle folgen, fliessen sie spiralförmig aus dem Hoch- ins Tiefdruckgebiet hinein.
Auf der Nordhalbkugel drehen sie immer – vom Ursprung aus gesehen – nach rechts ab. Auf der Südhalbkugel nach links.
Eine Windstille entsteht, wenn sich der Wind in derselben Geschwindigkeit wie die Erde bewegt.
Der Wind fliesst immer fast ISOBARENGLEICH
Auf der NORDHALBKUGEL:
ISOBAREN
Auf der Nordhalbkugel entstehen so aus Südwinden, welche ja rechts abgedreht werden, Süd- westwinde, aus Nordwinden, Nord-Ostwinde!
In mittleren Breiten ist die Corioliskraft stärker. Deshalb entstehen hier aus Nordwinden Ost- winde und aus Südwinden Westwinde.
Auf der SÜDHALBKUGEL
ISOBAREN
Auf der Südhalbkugel entstehen so aus Südwinden, welche ja links abgedreht werden Südost- winde, aus Nordwinden, Nordwestwinde.
Aber auch hier ist in mittleren Breiten die Corioliskraft stärker. Deshalb entstehen hier aus Nordwinden Westwinde und aus Südwinden Ostwinde.
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5.2. Entstehung von wandernden Tiefdruckgebieten (Zyklonen)
Wandernde Tiefdruckgebiete entstehen dort, wo entgegengesetzte strömende warme und kalte Luftmasse aufeinandertreffen. Dort wo kalte Luft auf Warmluft trifft, spricht man von einer Kaltfront. Dort wo warme Luft auf Kaltluft trifft, spricht man von einer Warmfront.
Durch die Corioliskraft entsteht eine Drehbewegung, die zu einem Tiefdruckwirbel führt , der sich von der Umgebung löst und selbstständig wandern zu beginnt. Da die schwere Luft der Kaltfront sich schneller vorwärts bewegt als die Warmfront, wird der Warmluftsektor immer enger. Holt die Kaltfront die Warmfront ein, gibt es eine sog. Okklusion.
Die Luft über dem Land erwärmt sich (durch Kurzwellen), sie steigt und ein TIEF entsteht! Die Luft über dem See wird vom Wasser abgekühlt, sie sinkt und ein HOCH entsteht!
6. Wetterkarten
Wetterkarten zeigen die Luftdruckverteilung über einem Gebiet an. Diese Luftdrucklinien heis- sen ISOBAREN und zeigen Orte mit gleichem Luftdruck an. Alle Werte wurden auf Meereshöhe umgerechnet, weshalb man auch Vergleiche anstellen kann.
6.1. Interpretation von Wetterkarten
Zuerst sucht man das für die Region wetterbestimmende Hoch- und Tiefdruckzent-
1.
ren.
- Je näher die Isobaren beieinander sind, desto grösser sind die Druckunterschiede.
- Nicht wandernde Tiefdruckgebiete mit einem Tiefdruckzentrum verwechseln.
Die Winde über der Region eintragen. Die Winde gehen fast Isobarengleich vom
2.
Hoch- ins Tiefdruckgebiet.
Interpretation
3.
- Winde vom Norden sind kalt
- Winde vom Süden sind warm
- Winde vom Land sind trocken (Sibirien: im Winter kalt/trocken. Bise: im Sommer heiss/trocken)
- Winde vom Ozean sind feucht (EU Sommer kühl; Winter mild)
- Isobaren weit auseinander ð geringe Druckunterschiede ð Windstille ð besonders im Sommer treten lokale Erwärmungen (Gewitter am Nachmittag oder Abend) auf.
- Gewitter treten nur auf, wenn Luft noch feucht ist, also nicht nach langen Trockenperioden.
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7. Monsun
Monsunwinde = jahreszeitlich wechselnde, regelmässig Winde, deren Windrichtung sich um mindestens 120 Grad unterscheidet. Es gibt an verschiedenen Orten solche Verhältnisse (auch Ostküste Amerika). Am Wichtigsten ist der Monsun für den indischen, ost- und südostasiati- schen Raum, da hier die Verhältnisse wegen der grossen asiatischen Landmasse besonders stark ausgeprägt sind und damit der Monsun regelmässig und bestimmend ist.
7.2. Sommermonsun
Die asiatische Landmasse erwärmt sich im Bereich des Hochlandes von Tibet und China be- sonders stark. Damit steigt über diesem Gebiet die erwärmte Luft stark auf. Es bildet sich ein extremes Tiefdruckgebiet, das die Luftmassen des Passates weit nach Norden saugt.
Somit bringt der Sommermonsun vom indischen Ozean her feuchte, warme Luft, die sich am Himalaja ausregnet. In Bereich Südostasien und Japan China kommt die warm-feuchte Tropen- luft weit nach Norden.
7.3. Wintermonsun
Abgeschirmt vom Gebirge (Himalaja) kühlt sich in diesem Bereich die asiatische Landmasse extrem ab. Es entsteht ein gewaltiges Kältehoch über Tibet und China. Dieses Hoch bringt tro- ckene und kalte Luft aus Tibet und Sibirien weit nach Süden. Interessant ist in diesem Zu- sammenhang die Situation in China und Japan, die, obwohl am Ozean, gelegen extrem kalte Winter und warm feuchte Sommer haben. Ähnlich jedoch weniger stark ausgeprägt ist die Si- tuation an der Ostküste von Amerika.
8. Tropische Winde / Tornados
8.1. Tropische Wirbelstürme (Taifun / Hurricanes)
Man unterscheidet zwischen:
Asien ð Taifun
USA ð Hurricanes
Sie entstehen über den Ozeanen in den 5° - 8° N/S Breite. Sie bilden sich immer bei Sonnen- höchststand. Durch hohe Wassertemperaturen und kühles Tiefenwasser (4°C) entstehen Wirbel über den Ozeanen, welche mit bis zum 300 km/h auf das Land zu fegen. Durch das ansteigen des Treibhauseffektes gibt es auch mehr Wirbelstürme.
8.2. Tornados (USA/Canada)
Tornados entstehen vorwiegend zwischen Rocky Mountains und den Appalachen in Nordameri- ka. Warme lauft aus der Karibik trifft auf kalte Landluft aus dem Norden. Somit entstehen gro- sse Temperaturunterschiede in den Mischzonen, woraus Wirbel folgen.
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Marcel Arnet, 2000, Klimatologie, München, GRIN Verlag GmbH
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