Die Bedeutung der Erzählstruktur
in Trainspotting für den Roman
von Maritta Schwartz
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 5
2. Formale Grobstruktur 5
3. Gattungseinordnung 6
4. Der Raum 8
4.1 Handlungsschauplätze 8
4.1.1 Zusammenfassung 10
4.2 Musik 10
4.3 Fernsehen, Filme, Zeitschriften 11
4.3 Sprache 11
Tabelle 1: schottische Slangausdrücke 12
4.4 Drogen, Alkohol, Fußball, Aids u.a. 13
4.5 Raum als Teil des Wirklichkeitsmodells im Roman 14
5. Die Zeit 15
5.1 Zeit und Wirklichkeitsmodell 16
6. Die Figuren 17
6.1 Figurenkonzepte 17
6.2 Figurenrelation 18
Tabelle 2: Figurenrelationen 20
6.3 Figurenkonstellation und Wirklichkeitsmodell 20
7. Die Erzählstruktur 23
7.1 Die Ich-Erzähler 24
7.2 Charakterisierung der einzelnen Ich-Erzähler 25
7.2.1 Renton (Mark Renton) 25
7.2.2 Begbie (Frank Begbie) 26
7.2.3 Sick Boy (Simon Williamson) 26
7.2.4 Spud (Daniel Murphy) 26
7.2.5 Kelly 27
7.2.6 Davie Mitchell 27
7.2.7 Tommy Lawrence 27
7.2.8 2nd Prize (Rab McLaughlin) 28
7.3 Personale Erzählsituation 28
8. Wirkung multiperspektivischen Erzählens 29
9. Die Handlungsstränge 31
10. Das Erzählprofil 32
11. Die Bedeutung der Erzählstruktur
- Zusammenfassung 34
12. Anhang 36
12.1 Trainspotting: Kapitelübersicht 36
13. Bibliographie 43
1. Einleitung
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Erzählstruktur des Romans Trainspotting und deren Bedeutung für den Roman. In diesem Zusammenhang sollen die formale Struktur des Romans, die einzelnen Erzähler und Erzählperspektiven sowie das räumlich-zeitliche Gefüge, Figurenrelationen und -konstellationen und die verschiedenen Aspekte des im Roman geschaffenen Wirklichkeitsmodells untersucht werden.
2. Formale Grobstruktur
Zunächst einmal wirkt der formale Aufbau des Romans recht ungewöhnlich. Was auf den ersten Blick wie eine gängige Einteilung in Hauptteile und einzelne Kapitel aussieht, stellt sich alsbald als lose Aneinanderreihung einzelner Episoden dar, die unter verschiedenen Leitmotiven zusammengefaßt worden sind. Der thematische Bezug dieser Leitmotive zu den Kapitelinhalten ist ebenfalls nur in loser Form vorhanden. Bei jenen Kapiteln bzw. Episoden handelt es sich um in sich geschlossene Einheiten mit wechselnden Ich-Erzählern bzw. einer personalen Erzählsituation. Dieser sehr unkonventionelle Aufbau überrascht nicht, wenn man weiß, daß es sich bei einigen der Episoden tatsächlich um Kurzgeschichten handelt, die bereits zwei Jahre vor Erscheinen des Romans in Zeitschriften veröffentlicht worden waren. Erst nachdem diese Kurzgeschichten bei Lesern und Kritikern Anklang fanden, wurden sie von Irvine Welsh zu dem vorliegenden Buch verarbeitet.
Weshalb nun handelt es sich bei dem Werk um einen Roman und nicht um eine Kurzgeschichtensammlung?
Um diese Frage zu klären, müssen wir uns die einzelnen Episoden auf der semantischen Ebene etwas genauer ansehen. Bei allen Episoden handelt es sich um kleine Geschichten, die Momentaufnahmen aus dem Leben der einzelnen Figuren darstellen. Die Figuren wiederum sind durch ein Geflecht sozialer Beziehungen alle miteinander direkt oder indirekt verwoben. Obwohl wir in dieser Fülle von Geschichten mehrere Handlungsstränge, Haupt- und Nebenhandlungen und Haupt- und Nebenschauplätze ausmachen können, so stellen die Erlebnisse der Figuren alle zusammen ein Ganzes dar. Die einzelnen Erlebnisse der Figuren sind immer eingebunden in dieses Ganze. Die Figuren haben alle ähnliche Probleme. Sie erleben etwas zusammen oder reden mit anderen Figuren über ihre Erlebnisse, oder aber Figuren reden über die Erlebnisse, die andere Figuren (angeblich) hatten. Auf formaler Ebene wird diese Kontinuität in den Episoden durch die Serie der "Junk Dilemmas" verifiziert, die sich - fortlaufend nummeriert - wie ein roter Faden durch das Buch ziehen. Dieser rote Faden wird von der Figur getragen, die sich im Laufe des Buches als zentrale Figur herauskristallisiert: Renton. Die Erlebnisse dieser Figur sind Thema des Eingangs- und Schlußkapitels des Buches, womit formal bereits eine Art Klammer oder Rahmen um die einzelnen Episoden geschaffen wurde. Innerhalb dieses Rahmens befindet sich aber keine herkömmliche Handlungsstruktur mit üblicher Spannungskurve. Vielmehr bewegen sich Handlungs- und Spannungskurve durch die ersten Geschichten hindurch auf gleichbleibendem Level. Zum Ende des Romans hin häufen sich jedoch die Episoden, die von Krankheit, Aids und Tod handeln. Das soziale Umfeld und damit das Leben der Figuren beginnt sich aufzulösen. Letztendlich schafft Renton den Absprung von diesem sinkenden Schiff ins Ausland. Der Weg zu diesem Endpunkt des Romans erscheint aber nicht als zielgerichtete, logische Konsequenz vorangegangener Handlungen. Theoretisch hätten sehr viel weniger Episoden zum gleichen Ende führen können - oder auch sehr viel mehr. Da es sich bei den einzelnen Geschichten nur um Momentaufnahmen eines mosaikartigen Gesamtbildes handelt, bleiben Lücken. Insgesamt erscheint die Handlung nicht als dynamisch und zielgerichtet, sondern als ein vor sich hindümpelnder Alltagstrott, der sich gegen Ende totläuft bzw. sich in seinen Strukturen allmählich auflöst.
3. Gattungseinordnung
[...]
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Maritta Schwartz, 1998, Die Bedeutung der Erzählstruktur in Trainspotting für den Roman, Munich, GRIN Publishing GmbH
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