- Mechanisierung/ moderne Bearbeitungsmethoden => M4 Lb. S. 170 > Gebrauch von modernen landwirtsch. Maschinen ( Bewässerungspumpe, Traktor, Mähdrescher)
- Ausbau der Infrastruktur: des Straßen- und Bewässerungsnetzes, starke Vergrößerung der Anbauflächen (nur in bewässerten Gebieten; also Geb., die sich für die GR eignen)
- Verbesserung der Lagerungs- und Vermarktungsorganisation
Erfolge/Vorteile:
- erhebliche Steigerung der Getreideproduktion (von 74 Mio t (1966) auf 131 Mio t (1978)) ð Verbesserung der Ernährungssituation > bi s zu 7 mal höhere Erträge als bisher; höhere Hektarerträge
- neue Reissorten: kürzere Halme (Knickfestigkeit), aufrechte Blätter (bessere Aufnahme von Sonnenlicht), mehr Kalorien im Korn, kürzere Reifezeiten (100-130 d) => mehrere Ernten (bis zu 3)
- Übergang von der Subsistenzwirtschaft (Eigenversorgungswirtschaft) zur Produktion für den Weltmarkt à Indien: vom Hungerland zum Weizenexporteur
Probleme/Nachteile:
- Abhängigkeit von der Versorgung mit Treibstoff, Düngemitteln und Unkrautvertilgern d.h.: Abhängigkeit von Saatgutproduzenten (profitieren), Chemieunternehmen (aus dem Ausland)
- Verlust der Pflanzenvielfalt (Vernichtung herkömmlicher Getreidearten) à genet. Verarmung der Tier- und Pflanzenwelt à FAO (Konservierung der Pfl.sorten)
- erzeugter Reis wird durch den Einsatz der Agrartechnologie teurer (steigende Prod.kosten) à Reis wird für die armen Bev.schichten unerschwinglich à nach wie vor Hunger und Unterernährung in Indien à à Reg. 1978: neues Hilfsprogramm: durch verbilligte Grundnahrungsmittel u. zusätzl. Beschäftigungsmöglichkeiten Armut in den Dörfern bekämpfen à jährlich vom Staat ca. 10 – 15 % der Getreideprod. zu staatl. festgesetzten Preisen aufgekauft => in „fair-price“ shops zu niedrigen Preisen weitergegeben
- Bedarf an Krediten um die neue Anbautechnik zu finanzieren > Felder durch Realteilung zu gering/klein für Maschineneinsatz
ð Kleinbauern: schlechte Ernte: Rückzahlungsschwierigkeiten (hohe Zinsen)
Ernte zu niedrigen Preisen an „money lender“, Landverkauf anstatt Verkauf zur günstigen Jahreszeit à Zinsraten zu b.: Anbau von cash crops (Zuckerrohr, Baumwolle,
Gemüse => für Stadt, Industrie oder Export) à kein Besitz von erforderl. Düngemitteln à geringer Ertrag à beim Verleiher als Arbeiter (unter Mindestlohn) => kaum Innovationsbereitschaft
ð Mittel- und Großbauern: begünstigt (Auch durch den Staat) à Geld für Mechanisierung aus Pachterhöhung bzw. Kündigung von Pachtverträgen zur Ausdehnung ihrer Nutzfläche > Fläche: seit brit. Kolonialzeit kontrolliert eine kl. Gruppe von Landbe sitzern einen großen Teil der Nutzfläche
à Kleinbauern: Landverlust à Kleinbauern immer ärmer, Großbauern immer reicher
- Arbeitsplatzverluste durch den Einsatz von Maschinen à (qualifizierte) Landarbeiter verlassen arme Gebiete und wandern in wohlhabende Regionen bzw. Stadt ab (höheres Lohnniveau)
- Saatgut der Hybridpfl. muß jedes Jahr neu gekauft werden, da nicht vermehrungsfähig
- fehlende Beratung und Ausbildung der Bauern:
• durch übermäßigen Einsatz von Düngemitteln (Düngemittel müssen genau abgestimmt sein):
- Unfruchtbarkeit des Bodens durch Bodennitrierung und unzureichende Fruchtfolgen
• durch übermäßigen Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln:
- Grundwasservergiftung (Anreicherung von Pestizidrückständen in der Nahrung à Zunahme von Krebserkrankungen und Erbgutschädigungen)
- schnelle Resistenz der Schädlinge à noch mehr Pestizide
- Pestizide vernichten auch nat. Feinde der Insekten à noch schnellere Vermehrung der Insekten (durch ganzjährige Bewässerung: auch Wegfall der Brutzyklusunterbrechungen der Insekten)
- durch intensive Bewässerung: à beträchtl. Ausweitung der bewässerten Flächen
- Senkung des Grundwasserspiegels
- Versalzung und Versumpfung des Bodens
> anderen: z.T: schlechte Böden => ferrallitische
- GR: nur in 1/3 aller Indischen Distrikte (114) erfüllbar = „Intensive Districts“ z.B.: Punjab, fruchtbare Deltagebiete, Monsungebiete <
è Staat/ Reg. fördert nur bes. fortschrittliche/ gut bewässerte Gebiete und leistungsfähige Mittel- u. Großbetriebe (mit kostenlosem Saatgut, Beratung, günstige Kredite) => Terra 2 S. 122 oben ð reiche Gebiete immer reicher, arme Gebiete (bleibt alles so wie es war) immer ärmer
- hauptsächl. Anbau von Weizen, Reis u. Mais (obwohl nur bei wenigen Früchten „revolutionäre“ Ertragssteigerung) à Produktion von Hirse und Grundnahrungsmitteln, wie Hülsenfrüchten stagniert oder ist rückläufig, da verdrängt => Diagramm „Vergleich Getreide/ Hülsenfrüchte“ > jedoch: besonders wichtig für Ernährung der überwiegend vegetarisch lebenden Hindus als Eiweiß- und Fettlieferant
è grüne Revolution mehr Nach- als Vorteile à Ziele nicht in dem Umfang erreicht, in dem es wünschenswert gewesen wäre, aber Reserven in: Verbesserung der Anbautechnik, Verringerung der Nachernteverluste, umfassende Aufklärung und Beratung der Landwirte (intensive Kommunikation zw. Forschung u. Praxis, moderne Beratungssysteme u. ständige Weiterbildung), Verminderung des Düngemittel- und des Wasserbedarfs, Ausweitung der GR auf bisher vernachlässigte Kulturpfl. (Hülsenfrüchte, Gerste, Sorghum), Maßnahmen gegen die zunehmende Verarmung des Großteils der Bev. – die Landbev., z.B.: Kreditprogramme, Vermarktungseinrichtungen, landwirtsch. Preispolitik und Agrarverfassung bzw. Boden- und Sozialreform (Kastenwesen à nur best. Kasten dürfen Land besitzen und bestellen)
Quellen:
- Klett „Fundamente“ (1994)
- Westermann „Heimat und Welt“ (1997)
- Klett „Terra Geogr. 2“ (1991)
- diverse Internet-Seiten
Arbeit zitieren:
Maria Friebel, 2000, Grüne Revolution in Indien, München, GRIN Verlag GmbH
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