TU WS 2002/ 2003 9HUDQVWDOWXQJ (LQIKUXQJLQGLHEHUXIOLFKH)DFKZLVVHQVFKDIW
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Petri, Susanne
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1 Geschichte des Vergolderhandwerks 4
2 Ausbildungszeit und Gehalt 5
3 Aufgaben und Tätigkeiten 5
4 Herstellung von Blattgold 6
5 Arten der Vergoldung 8
5.1 Mechanische Vergoldungen 8
5.2 Chemische Vergoldungen 9
6 Gängige Arten der Vergoldung 9
6.1 Mattvergoldung 9
6.1.1 Untergrundvorbehandlung 10
6.1.2 Das Anlegen 10
6.1.3 Das Anschießen 11
6.1.4 Das Einkehren 12
6.2 Polimentvergoldung 13
6.3 Hinterglasvergoldung 15
7 Quellennachweis 18
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Das Vergolderhandwerk kann auf über 5000 Jahre Geschichte zurückblicken. Sein Ursprungsland ist Indien. Das Vergolden von Figuren, Möbeln, Sakral- und Gebrauchsgegenständen war schon den Völkern des alten Orients bekannt. Im Laufe der Jahrtausende ist es über den Vorderen Orient nach Ägypten, Griechenland, Jugoslawien und nach Mitteleuropa vorgedrungen. Babylonier, Hethiter und Assyrer führten die Technik des Vergoldens tausende Jahre vor Christi Geburt aus. Im Alten Ägypten ist die Glanzvergoldung z.B. schon 2500 v. Chr. belegt.
Als in der Renaissance Adel und Klerus die Künstler mit Aufträgen überhäuften, blühte der Vergolderberuf auf. Bilder- und Spiegelrahmen wurden eigenständige Kunstwerke. Ganze Vergolderfamilien ließen sich nahe den Kirchenzentren und Höfen nieder, vererbten Berufsgeheimnisse von einer Generation zur anderen.
Außer der Kirche und dem Adel gehört im 18. Jahrhundert auch das zu Wohlstand gekommene Bürgertum zu den potentiellen Auftraggebern des Vergolders. Die weitere Ausdehnung in die bürgerlichen Wohnstuben dokumentiert sich im 19. Jahrhundert vor allem in der Herstellung von Bilderrahmen, die durch berufsspezifische Verzierungstechniken eine eigenständige Gestaltungsform entwickeln.
Der erste literarische Hinweis auf Materialien zur Vergoldung findet sich bei dem römischen Schreiber Plinius d. Ä. (”Naturalis historia”, 1. Jh.). Spätere Rezeptsammlungen wie das sogenannte ”Lucca- Manuskript” (9.Jh.) oder die ”Schedula diversarum artium” des Mönchs Theophilus von Helmershausen (12.Jh.) kennen bereits mehrere Arten von Blattvergoldungen, die unseren heutigen Verfahren schon sehr nahe kommen.
Das ”Malerbuch vom Berge Athos” aus dem 13. Jahrhundert enthält eine detaillierte Anleitung zur Durchführung einer Polimentvergoldung (Kreidegrund und Tonerde bilden den Untergrund, Polieren auf Hochglanz nur bei dieser Vergoldertechnik möglich), die nur mehr geringfügig von der heute üblichen Praxis abweicht. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Technik der Polimentvergoldung stetig verfeinert
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und erweitert, bis sie in der Skulpturenfassung der Spätgotik ihren vielleicht bedeutsamsten Leistungsstandard erreicht hatte. Spätestens seit diesem Zeitpunkt stellt sich die Polimentvergoldung als ein so kompaktes und ausgereiftes Verfahren dar, daß es handwerkstechnisch nicht mehr verbesserungsfähig war und bis in unsere Tage auch tatsächlich nicht mehr wesentlich verändert wurde.
Vergolder ist nach der Handwerksordnung ein Vollberuf. Frühere Fachrichtungen wie Vergolder- Fassmaler und Rahmenvergolder werden im heutigem Berufsbild nicht mehr geführt. Sowohl in der Geschichte wie auch in der gegenwärtigen Berufspraxis deckt sich in einigen Bereichen das Berufsbild des Vergolders mit dem des Maler und Lackierers (z.B. in der Kirchenmalerei).
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Die Ausbildung beträgt in der Regel drei Jahre und findet in Berufsschulen oder in Fachschulen für Vergolder statt. Vergolder arbeiten in Vergolderwerkstätten und Restaurierungsbetrieben. Abhängig vom Auftrag sind sie in Werkstätten und direkt vor Ort, z.B. in Kirchen, Schlössern und Museen tätig. Weitere Arbeitsbereiche des Vergolders sind unter anderem die Bühnenbildnerei, das Gestaltungsbüro, der Schilderhersteller, die Siebdruckereien sowie Restaurierungswerkstätten. Der Verdienst des Vergolders ist abhängig von regionalen und branchenabhängigen Einkommensunterschieden, von Zulagen wie z.B. Urlaubsgeld, Vermögenswirksameleistungen oder dem 13. Monatsgehalt und vom Lebensalter. Generell beläuft sich der Betrag auf ca. 1900,-- ¼
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Die Aufgaben und Tätigkeiten beinhalten alle Arten von Vergoldung und Metallisierungen. Gestaltet werden beispielsweise Spiegel oder Gemälderahmen nach Kundenwunsch sowie nach eigenen Entwürfen und Skizzen, auch werden Rahmen angefertigt und Einrahmungsarbeiten durchgeführt. Sie stellen zum Verzieren alter Bilderrahmen Ornamente mit eigenen Druck- oder Gussmassen her. Sie führen Imitationsmalerei aus, wie z.B. Imitationen von Marmor oder Holz. Der
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Susanne Petri, 2003, Arbeitstechniken des Vergolders, Munich, GRIN Publishing GmbH
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