mitteln kann man durch Blindstromkompensation mehr Wirkleistung übertragen.
Kondensatoren können zur Einzel-, Gruppen- oder zur Zentralkompensation ein-
gesetzt werden. In der Praxis wird von vielen Elektrizitätsversorgungs-
unternehmen ein Leistungsfaktor cos ?? ≥ 0,9 vorgeschrieben.
Bestimmung der Kondensatorleistung :
Eine Anlage mit der installierten Wirkleistung P soll vom Leistungsfaktor cos ϕ1
auf einen Leistungsfaktor cos ϕ2 kompensiert werden. Die hierfür notwendige
Kondensatorleistung errechnet sich zu :
Qc = P (tanϕ1 - tanϕ2)
Durch die Kompensation verringert sich die übertragene Scheinleistung S. Die
ohmschen Übertragungsverluste nehmen mit dem Quadrat der Ströme ab.
Ermittlung der Blindleistung in Betriebsnetzen
Bei Anlagen, die sich noch im Projektierungsstadium befinden, kann man
näherungsweise davon ausgehen, daß die Blindleistungsverbraucher in erster
Linie Asynchronmotoren sind, die mit einem mittleren Leistungfaktor cosϕ = 0,7
arbeiten. Zur Kompensation auf cosϕ = 0,9 wird eine Kondensatorleistung von
etwa 50 % der Wirkleistung benötigt :
Qc ≈ 0,5 P
Bei Anlagen, die bereits in Betrieb sind, kann die erforderliche Kondensator-
leistung durch Messungen festgestellt werden. Wenn Wirk- und Blindarbeits-
zähler vorhanden sind, kann der Bedarf an Kondensatorleistung aus den
monatlichen Stromrechnungen entnommen werden. Er berechnet sich aus :
Qc = AB - (Aw • tanϕ2) / t
AB = Blindarbeit [kvarh]
AW = Wirkarbeit [kWh]
t = Betriebszeit [h]
tanϕ2 ist abhängig vom cosϕ2 nach folgender Tabelle
Umrechnung von cosϕ in 1/cosϕ und tanϕ :
cosϕ 1/cosϕ tanϕ
0,40 2,50 2,29
0,45 2,22 1,98
0,50 2,00 1,73
0,55 1,82 1,52
0,60 1,67 1,33
0,65 1,54 1,17
0,70 1,43 1,02
0,75 1,33 0,88
0,80 1,25 0,75
0,85 1,18 0,62
0,90 1,11 0,48
0,95 1,05 0,33
1,00 1,00 0,00
Sind keine Blindarbeitszähler vorhanden, kann die Kondensatorleistung durch den
Einsatz von Blind- und Wirkleistungsschreibern ermittelt werden.
Beispiel :
1. Bei einer Unkompensierten Anlage errechnen sich folgende Werte :
Wirkleistung P = 550 kW
Leistungsfaktor cosϕ1 = 0,6
daraus ergibt sich die
P • 1 / cosϕ1 = 550 kW • 1,67
Scheinleistung S1 =
S1 =
S1 =
(1 / 3) • (S1 / U)
und der Scheinstrom I1 =
I1 =
I1 = 1330 A
2. Bei einer Kompensierten Anlage errechnen sich folgende Werte :
Leistungsfaktor cosϕ2 0,9
dafür erforderliche
Kondensatorleistung Qc = P (tanϕ1 - tanϕ2)
Qc
Qc
Scheinleistung S2
S2
S2
Scheinstrom I2
I2
I2
(S1 - S2) / S1
(I1²-I2²) / I1² =
Durch die Kompensation von cosϕ1 = 0,6 auf cosϕ2 = 0,9 kann 34% mehr
Wirkleistung übertragen werden. Die Übertragungsverluste verringern sich
um 56% .
Quote paper:
Olaf Böcker, 1998, Kompensation von elektrischen Anlagen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Unterbrechungsfreie Stromversorgung in der EDV
Presentation / Essay (Pre-University), 7 Pages
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Engineering - Mechanical Engineering
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 31 Pages
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