Ehrenberg – Ferrrara zur Zeit Ariosts -
Verfügung stehenden Standardliteratur 1 . Anschließend zeichne ich die Geschichte
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bewirkt nicht nur militärische Turbulenzen, sondern erschüttert auch das Selbstverständnis einer Epoche. "Avec 1494, une page est définitivement tournée. L´équilibre italien est rompu; la guerre jette bas les convictions et les espoirs des humanistes. Ils ne croient plus désormais en la capacité de l´homme à soumettre les hasards et le monde. Tant rêvé, tant attendu, l´âge d´or va laisser la place à un age de fer." (I.Cloulas, 1990, 210) Durch die relativ plötzliche Expansion Habsburgs zu Beginn des 16. Jahrhunderts - 1519 wird Karl V. gegen Franz I. (1515-1547) zum Kaiser gewählt - wird nicht nur die politische Landschaft Italiens, sondern ganz Europas gravierend verändert. Habsburg stellte sich dem Übergewicht Frankreichs in Italien entgegen. Während die Franzosen Ansprüche auf Mailand und Neapel behaupteten, waren die Städte der Lombardei der Form nach kaiserliche Lehen und das Königreich Neapel ein Erbland der spanischen Krone. Diese Frontstellung provozierte das Wiederaufleben des jahr- hundertealten Gegensatzes von Papsttreuen und Kaiserlichen in Italien. Der Medici- Papst Clemens VII. (1523-1534) stützte sich auf das altbewährte antihabsburgische Bündnis von Franzosen, Venedig, Florenz und dem guelfischen Adel in Rom. Karl V. hingegen setzte auf seine Söldnerführer, die Colonna und Alfonso von Este, Herzog von Ferrara.
Die Auseinandersetzung gipfelte in der Schlacht bei Pavia, bei der die Kaiserlichen einen Sieg erfochten und Franz I. in Gefangenschaft setzten. Kurze Zeit später setzte sich die Auseinandersetzung fort im sacco di Roma (1527), dem neun Monate währenden Gemetzel süditalienischer, spanischer und protestantischer deutscher Söldner in Rom. Anführer eines kaiserlichen Truppenkontingents wurde Isabella d`Estes Sohn Federico, der Marchese von Mantua, der später von Karl V. mit einem Herzogtitel bedacht wurde. Ihm zur Seite standen Vespasiano Colonna und sein Vater Luigi Gazzuolo, "dem man wegen seiner Kraft und seines Draufgängertums den Spitznamen "Rodomonte" gegeben hatte" (Confurius 1991, 33) (in Anspielung auf den Sarazenenkönig in Ariosts "Orlando").
3. Ferrara zwischen den Hegemonialmächten
Während der Regierungszeit Alfonsos I. kommt es zu den Erruptionen, die zur politischen Neustaltung Italiens unter den Habsburgern führen. Ferrara steht bis 1530 in unterschiedlichen Lagern. 1509 kann Alfonso I. die nach 1482 an Venedig verlorenen Gebiete wieder eingliedern. 1510 wird er vom Papst exkommuniziert und abgesetzt. Alfonso I. verliert Modena und Reggio. Nach zehn Jahren erst gelingt ihm zunächst an der Seite der Franzosen 1521 die Wiederangliederung Reggios, 1527 kommt es, jetzt an der Seite der Spanier, der Anschluß Modenas.
Nach dem politischen Chaos und dem weiteren wirtschaftlichen Niedergang tritt eine Stabilisierung ein zwischen den beiden Hegemonialmächten Frankreich und Habsburg im sogenannten Damenfrieden von Cambrai (3.August 1529), so genannt, weil zwei Frauen diesen Frieden aushandeln, Louise von Savoyen, die Mutter Franz´ I., und Margarete von Österreich, die Tante Karls V.
Frankreich verzichtet auf Ansprüche in Italien, auf Mailand, Habsburg auf Ansprüche in Burgund. Damit ist eine für Jahrhunderte wichtige Entscheidung für Italien gefallen: eine weitgehend selbständige Entwicklung der italienischen Mächte ist ausgeschlossen. Habsburg wird zur bestimmenden Größe auf der Halbinsel bis ins
19. Jahrhundert.
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Die für Italien relevanten Bestimmungen werden Monate später in Bologna von Karl V. und Papst Clemens VII. festgelegt: Mailand wird unter den Sforza zunächst spanisches Protektorat, nach 1535 kommt Mailand unter Gouverneuren direkt unter kaiserlich-spanische Herrschaft. Genua erhält unter der Herrschaft der Doria eine eher nominelle Unabhängigkeit. In Süditalien kommen Neapel und Sizilien direkt unter die spanische Krone. Zum Abschluß der Versammlung von Bologna (22. Februar1530) muß Papst Clemens VII. - für ihn eine Demütigung - Karl V. die Kaiserkrone aufsetzen.
Florenz hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt den Ansprüchen widersetzen können und hatte nach der Vertreibung der Medici den Weg zurück zur Republik gefunden. Der neuen Hegemonialmacht können sich die Florentiner nicht entgegenstellen: sie müssen die Wiedereinsetzung der Medici, die sie erneut vertrieben hatten, akzeptieren: die Medici werden zunächst Herzöge, später Großherzöge der Toskana. Die in Bologna besiegelte Neuordnung sollte in den kommenden Jahrzehnten trotz immer wieder aufbrechender Konflikte zwischen den Franzosen und Habsburgern Bestand haben.
Für Ferrara bedeutete das Ergebnis von Bologna die Rückkehr der Este: Sie erhielten ihre angestammten Besitzungen in der Emilia, mußten aber Modena und Reggio an den Papst zurückgeben. Der Papst bestätigte den Este gegen ein Zahlung von 100.000 Dukaten die Herrschaft über Modena und Ferrara.
Unter der Vorherrschaft der Habsburger wird zunächst eine gewisse Ordnung restauriert, auch wenn es in der Folgezeit immer wieder zu Konflikten mit Frankreich kommt, die auf italienischem Boden ausgetragen werden (1538 und 1542). Ohne Zustimmung der Habsburger sind territoriale Veränderungen jedoch kaum möglich. Aber diese Ordnung ist die einer fremden Hegemonialmacht. Das Selbstbewußtsein der Humanisten des 15. jahrhunderts ist gebrochen und die Desillusionierung gerade der führenden Intellektuellen sitzt tief. Gerade auch in Ariostos Hauptwerk, im "Orlando Furioso", ist dieser tiefe Pessimismus zu erkennen. Der kulturelle und politische Niedergang der italienischen Zentren, der sich trotz der Blüte im ausgehenden 15. Jahrhundert ankündigte (Verlagerung der wirtschaftlichen und politischen Zentren nach Westen an den Altantik: Spanien, Frankreich und England), war damit zunächst aufgehalten. Die sehr unterschiedlichen Versuche waren gescheitert. In der politischen Theorie am bedeutsamsten ist hier der Versuch Machiavellis, mit Hilfe neuzeitlicher Machtpolitik einen italienischen Herrscher (einen Medici) zur Eroberung der politischen Macht in Italien zu bewegen. Seit dem Einmarsch Karls VIII. waren viele Hoffnungen und politische Konzepte zerstört: "da quello savonaroliano di una restaurazione comunale e religiosa, a quello coltivato alla corte di Leone X di un´alleanza tra le lettere e la pietà e di un ritorno alla felice stagione dell´equilibro e dell´Umanesimo, a quello infine di una rigenera- zione totale della vita italiana sul modello delle grandi monarchie straniere intravisto dal Machiavelli." (Procacci 1987, 188/189).
4. Die Entwicklung der Stadt Ferrara
Welche Rolle spielt nun Ferrara in diesen Auseinandersetzungen zu Beginn des 16. Jahrhunderts? Die Geschichte Ferraras ist seit dem Mittelalter eng mit dem Fürstenhaus der Este verbunden. Die Este waren die Herren, später die Grafen, dann
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die Herzöge von Ferrara, Modena und Reggio. Anders als die Herrscherhäuser anderer oberitalienischer Städte, die im Spätmittelalter aus den Kaufmannsge- schlechtern der städtischen Oligarchien entstammten und zum Teil nur mit Mühe ihrem Namen genealogischen Glanz verleihen konnten, standen die Este in jahrhundertealter Adelstradition. Markgräfin Mathilde - jene berühmte Besitzerin der Burg von Canossa, die Heinrich IV. bei seinem Bußgang zu Gregor VII. aufsuchte - hatte Ferrara der römischen Kurie übergeben, die dieses Land wiederum 1208 als Lehen an die Este weitergab. Deutlich wird hierdurch die enge Bindung Ferraras an Rom in der Zeit der großen Auseinandersetzung zwischen Guelfen und Ghibellinen im 13. und 14. Jahrhundert. Die Este waren die Herren der Stadt bis 1597, als das Geschlecht der Este ausstarb und Ferrra im Kirchenstaat aufging. Sicher gilt bis heute, daß sich das Geschlecht auf Albert Azzo II. Este, der 1077 Heinrich IV. nach Canossa begleitete, zurückführen läßt. Die andere Bindung ist die an Frankreich, die aus der Zeit der Kreuzzüge herrührt. Die Lombardei und die gesamte Poebene gehörten zum Durchzugsgebiet der Kreuzritter, die in der frühen Phase ihr Ethos und ihre Legitimation aus den Mythen um die Gestalten aus dem Kreis um Karl den Großen bezogen. Das Rolandslied hatte in dieser Region Tradition. Versuche, die Genealogie der Este bis in Karolinger Zeit oder gar ins Römische Reich zurückzugehen, gehören ins Reich der politisch motivierten Versuche, dem Herr- scherhaus weitere Legitimation gegenüber konkurrierenden Interessen zu verschaffen.
Erst im 14. Jahrhundert verliert die Stadt mit dem Ausbau ihrer Universität (1402) - die Universität wurde im 13. Jahrhundert unter Kaiser Friedrich II. gegründet - die Rückständigkeit. Mit Ugo da Siena, Giovanni Aurispa und Guarino da Verona zieht Niccolo III. (reg. 1393-1441) führende Intellektuelle an den Ferrareser Hof. Alberti und Mantegna kommen nach Ferrara. Der kulturellen Blüte korrespondiert zu dieser Zeit ein wirtschaftlicher Aufschwung, der Ferrrara zur bedeutendsten Stadt der Poebene macht. Zwischen dem Po und dem Giovecca-Kanal dehnt sich die Stadt im
15. Jahrhundert rasch aus. Seit 1480 und insbesondere seit 1492 kamen zudem
zahleiche (sephardische) Juden, nach Abschluß der Reconquista aus Spanien vertrieben, nach Ferrara. An der Stadtmauer liegt das Schloß der Este und vor ihm befinden sich der Verwaltungskern, der Dom und der Markt.
1492 plant Ercole umfangreiche Stadterweiterungen, die z.T. schrittweise von seinen Nachfolgern umgesetzt wurden. Ferrara erhielt eine geometrisch angeordnete regelmäßige Straßenführung. Die großen Stadtpaläste Roverella und dei Diamanti liegen an geraden Straßen. "Durch diese Arbeiten erlangte Ferrara ein modernes Aus- sehen, für das es bis dahin in Europa nichts Vergleichbares gab."(Benevolo, 1989, 599) (vgl. im Anhang die Karte, Benevolo, 599+603 Erstmals wurde hier eine völlig neue, eine moderne Stadt neben dem alten Zentrum aus dem Geist der Renaissance geplant. Gerade weil dieser Plan so kühn war, konnte er nicht realisiert werden, denn im 16. Jahrhundert nahm die wirtschaftliche und politische Entwicklung nicht die Formen an, von denen Ercole I. noch ausgegangen war.
Die anstehende Stadterweiterung und -erneuerung wurde Biagio Rossetti überantwortet. Zentrales Anliegen der Stadterneuerung war neben der Schaffung neuen Siedlungsraumes die Verbesserung der Verteidigung. Mit dem Auftreten von Eisenkugeln Ende des 15. Jahrhunderts und der Artillerie mußte der mitteralterliche Schutz verändert werden. Breite Gräben sollte Geschütze der Mauer fernhalten. "Die Aufgabe, eine wissenschaftlich einwandfreie Verteidigung und entsprechende
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Gegenmaßnahmen zu ersinnen, entsprach genau jener Art von Problemen, die wie die linearperspektive die rationale Neugier humanistischer Bildung her-
ausforderten." 3 Wuchtige Erdrampen entstanden an den Innenseiten der Mauer,
große Terrassen sollten Geschütze der Verteidiger aufnehmen.
Ferrara ist insofern ungewöhnlich, als es mit Herzog Ercoles Erweiterung, welche die Größe der Stadt verdreifachte, die Möglichkeit hatte, die fürstlichen Dominanz dadurch hervorzuheben, daß es das alte Zentrum hinter dem neuen absolutistischen Mittelpunkt in der neuen Stadt zurücktreten ließ.
Unter Niccolo III., Lionello (1441-1450) und unter Borso (1450-1470) entwickelt sich die Ferrara zum Kunstzentrum Italiens. Nach 1432 arbeitet Pisanello in der Stadt, 1441 läßt Jacopo Bellini sich hier nieder. Um die Jahrhundertmitte malt Rogier van Weyden in Ferrara, und Piero della Francesca gestaltet den Stadtpalast der Corte Vecchia mit Fresken aus.
Kaiser Friedrich III. ernennt Borso d`Este 1452 zum Herzog von Modena und Reggio, 1470 erhält dieser von Papst Paul II. den Herzogtitel für die Stadt Ferrara, denn nur der Papst konnte für die Stadt den Herzogtitel vergeben.
Die Auseinandersetzung um die Nachfolge wird in der Familie d´Este erbittert geführt. Hier steht das Herrscherhaus ganz in der Tradition spätmittelalterlicher Potentaten. Intrige und Mord sind auch innerhalb der Familie verbreitete Methoden der Machterlangung und -erhaltung. Ludovicos Vater Niccolo Ariosto wurde z.B. von Ercole gedungen, einen Rivalen aus der Familie in Modena durch Gift zu töten. "At the end of 1471 Niccolò Ariosto was sent to Mantua to arrange for Ercole Niccolò d´Este´s assassination. He managed to bribe one of Niccolò´s men to poison the leader, but at the last minute this agent revealed the plot, and Niccolò Ariosto was lucky to escape with his own life. For his pains he was soon made governor ... , where his famous son Ludovico was born three years later. (Gundersheimer 1973, S.180) Ercoles Söhne Giulio und Ferrante greifen später zum gleichen Mittel, um ihre Konkurrenten um die Macht, Alfonso und Ippolito, auszuschalten. Auch dieses Komplott wird entdeckt, die gedungenen Helfer werden zum Tode verurteilt, und sie selbst zu lebenslanger Haft verurteilt.
Neben dieser tyrannischen Form der Machtausübung steht eine andere Form der Politik, die die Dynastie der Este auszeichnet. Ercole I. (1471-1505) baut Ferrara als Zentrum höfischer Kultur der Renaissance aus. Im 15. Jahrhundert können die Este Ferrara weitgehend aus militärischen Konflikten heraushalten, sieht man ab von den Verwicklungen Ercoles I. mit Venedig (1482-84), die Ferrara an den Rand der Existenz bringen. Sein Condottiere Federico da Montefeltro, ein in in ganz Italien berühmter Ritter - Piero della Francesca hat ihn mit seinem vom Kampf ge- zeichneten Profil portraitiert - steht ihm bei diesem Konflikt nicht mehr zur Seite. Außenpolitisch steht Ferrara in Konfrontation mit Venedig, gebunden ist es an Rom, Florenz und Frankreich.
Politisch taktiert Ercole I. mit einer geschickten Heiratspolitik: Seine Tochter Isabella heiratet Francesco II. Gonzaga, Beatrice den Milanesen Lodvico Sforza. Sein Sohn Alfonso heiratet zunächst Anna Sforza (Mailand) und später Lucrezia Borgia (Tochter des Papstes Alexander VI. Borgia), die ihrerseits schon zwei Ehen hinter
Kostof 1993, Die geschichte der Architektur, Bd.2, S. 400
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sich hat. Als Condottiere kämpfte er für Florenz und Mailand und gegen Neapel und später auch gegen den Kirchenstaat. Geschickt in der Außenpolitik, offen in der Kulturpolitik, aber rücksichtslos gegenüber Widersachern - diese heute wider- sprüchlich anmutende Charakteristik ist typisch für die Renaissanceherrscher der Zeit.
5. Die Organisation des Hofes
Der Hof von Ferrara hat sich im Laufe des 15. und zu Beginn des 16. jahrhunderts zu einem Muster eines frühabsolutistischen Staates entwickelt, ja wir können sagen zu einem Prototypen eines Herrschaftssystems, wie es in Europa für zwei Jahrhunderte und länger Gültigkeit haben sollte. Über den französischen Hof breitete sich ab- solutistisches höfisches Leben in ganz Europa aus. Welche Elemente kennzeichnen nun diesen Absolutismus, wie er am Hof zu Ferrara entstand?
"As early as the fourteenth century the Marcquess of Este succeeded in establishing an unsually thoroughgoing despotism within the framework of Ferrarese statuory law, and with the almost unvarying support of the people. Originally, this absolutism represented an escape route from magnate disorder and popular unrest. Its general effectiveness in maintaining public order and avoiding of Ferrara civil war led in the fourteenth century to the expansion of the Este state to include a vast portion of the southern Po Valley. To control and govern this region, with the important cities it contained, the Estensi were obliged to develop a substantial diplomatic and administrative bureaucracy, which evolved gradually and more or less continously over two centuries."(Gundersheimer, 1973, 273, Hervorhebung von mir) Auf tradierte Institutionen, wie sie in den mittelalterlichen italienischen Kommunen üblich waren, wurden absolutistische Herrschaftsformen implantiert. Hierin waren die Este Nachahmer des Beispiels der Visconti in Mailand. Andererseits aber war das staatliche Territorium der Este viel kleiner, und ihre Herrschaftsausübung konnte sehr viel direkter sein. Die Este konnten es sich leisten, diese Institutionen aus vorabsolutistischer Zeit unangetastet zu lassen, wenngleich sie inhaltlich längst ausgehöhlt waren. Typisch ist in diesem Zusammenhang, daß noch im 15. Jahundert ein Parlament bestand, das die Aufgabe hatte, den neuen signore zu wählen. Die Este "skillfully redefined the functions and the accountability of the communal magistracies, so as to have absolute power over them. Thus the podestà became in effect a handpicked administrator of signorial policies, the savi a governing board of trusted subordinates, the chief financial officers courtiers from loyal families."(274) Die Este sicherten sich die Loyalität durch die Vergabe bestimmter Privilegien. Sie konnten Land vergeben, das wiederum die Quelle von Steuereinnahmen wurde. Selbst, die sehr kleine Gruppe von wirtschaftlich durch Handel mächtig gewordenen Bürgern, die nicht dem Adel entstammten, konnte in das Herrschaftssystem der Este integriert werden. Sie wurden von der Feudalklasse assimiliert.
Piromalli, der die soziale Struktur der Gesellschaft Ferraras genauer untersucht kommt zu folgendem Ergebnis:
"Quegli Estensi ridussero tutte le classi sotto il loro segno: i nobili diventarono cortegiani, il popolo fu ridotto a plebe, il senso dell´umano non ci fu opera loro e l´Umanesimo fiorito presso la corte fu consequenza della loro ideologia, fu la consacrazione della classe dominante" 12/13 Die herrschende Klasse "rimase
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lontana dell´impegno di una cultura che avesse come oggetto la dignità dell´uomo a cui ogni vero umanesimo tende". (Piromalli, 13)
Schon im 13. Jahrhundert war es den Este gelungen, die Entstehung von Gilden, von Vereinigungen der städtischen Führungsschichten mit einem Anspruch auf politische Partizipation, zu verhindern und - anders als zum Beispiel in Florenz - die Macht weiterhin als Feudalmacht zu stabilisieren. Entscheidend für den Hof von Ferrara war, daß aufsteigende Schichten, gente nova, immer die Möglichkeit erhielten, am Hof aufzusteigen, womit sie integriert und damit politisch ungefährlich waren. Das Instrument gut organisierter höfischer Administration machte es ihnen möglich, "to protect themselves agaist being personally identified as evildoers or exploiters on the few occasions when popular uprisings threatened the stability of their regime."(275) Das System der staatspolitischen Nutzung psychologischer Mittel, das System von "rewards and punishment", von "Zuckerbrot und Peitsche", funktionierte schon im Ferrara des 15. Jahrhunderts recht gut. In dieser Zeit geriet sozialer Konflikt nicht zum politischen Sprengstoff. Einen "tumulto dei ciompi" oder einen Savonarola hat es zum beispiel nicht in Ferrrara gegeben. Konflikte, die politisch für das Sytem bedrohlich werden konnten, gab es lediglich innerhalb der Herrscherfamilie. Zu den Leistungen der Este gehört es, die Bürger Ferraras im 15. Jahrhundert weitgehend vor Hunger- und auch Flutkatastrophen (Überschwemmungen des Pos bildeten immer eine Gefahr) bewahrt zu haben. Auch das Rechtswesen war relativ weit entwickelt, um Alltagskonflikte so zu regeln, daß substantielle Erruptionen, die das Herrschaftssystem als solches in Frage gestellt hätten, vermieden werden konnten. Innerhalb eines so gesicherten Staates konnten die Fürsten das kultivieren, was man ein "neo-feudal model of monarchy" nennen könnte, das alle Formen des feudalen Landlebens einschloß: die Jagd, das Fischen, die Falken-Jagd, Tournierkampf und andere Formen des Vergnügens der Feudalaristokratie. So entwickelte sich aus all dem eine "paradoxical combination of a highly rationalized, effective, and up-to-date administration, fully conversant with the techniques and methods of the most successful governments of its kind, in the hands of a dynsty that consistantly maintains the styles and manners of a feudal monarchs in an almost atavistic way."(Gundersheimer, 276) Andererseits banden sich die Este an die nordeuropäischen Ideale, insbesondere an die des karolingischen Frankreichs. Sie begründeten ihre Vergangenheit mythisch an das Chanson de Roland. Während des 15. Jahrhunderts unterhielten sie Beziehungen zu den Höfen von Burgund, den Hof des Duc de Berry, und den französischen Hof. Karl VIII. empfingen sie mit Begeisterung, während andere Italiener, z.B. die Florentiner, in ihm eine politische Katastrophe sahen, gar als Zeichen göttlicher Strafe. Die kulturellen Bindungen der Region an Frankreich gehen bis ins 13. Jahrhundert zurück, bis in die Zeit der Kreuzzüge und der Troubaboure, und zeigen sich in künstlerischen Formen, Heiraten zwischen Dynastien, Büchern und Manuskripten, in der Anwesenheit von Komponisten und Musikern. Sie halten an bis bis 16. Jahrhundert.
Die Unterstützung bedeutsamer Humanisten durch den Hof begann in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts und setzte sich über Lionello und Borso bis zu Ercole fort. Unter Ercole wurde das Italienische gegen das Latein am Hof unterstützt. Nicht zufällig kam es hier zur Entwicklung einer Literatur, die die französische Tradition
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des Heldenepos aufnahm und sie zur mythischen Legitimation des Herrscherhauses
nutzte. 4
Und genau dieser Zwang zur Produktion von Mythen gehörte auch zu den Instrumenten der Herrschaftskultur der d`Este. Interessant ist, daß die Mythen italienischer Stadtrepubliken meist auf die Römische Republik rekurieren. Betont wird hier die Rolle des Staates bei der Sicherung bürgerlicher Freiheiten. Despotische Mythen dagegen müssen die Herkunft des Adels bezeugen und die politischen Ziele legitimieren. Gleichzeitig müssen die Tugenden der Herrscher so erscheinen, als seien sie in der Tradition verankert. Begründet werden muß letztlich die Legitimität des gerade herrschenden Fürsten. Im 15. Jahrhundert erscheinen in Ferrara eine ganze Reihe von Werken die sich dieser Aufgabe, der litearisch gefaßten Legitimierung des Herrscherhauses, annehmen. Es erscheinen Werke, die die Schönheit der Stadt preisen, soziale und ökonomische Gerechtigkeit werden gelobt und Ferrara erscheint als Hort der Künste und Gelehrsamkeit. Ferrara wird dabei immer mit einzelnen Fürsten des Hauses Este identifiziert. "They are presented as exemplares of their house and its traditional virtues, but also as individuals with particular strengths (not weaknesses). These tend toward love of peace, religion, justice, order, learning, and the arts."(280)
Gundersheimer beschreibt, wie Ferrara im 15. Jahrhundert entwickelt wird "from a dank, strife-ridden, culturally retrograde region into an elegant, peaceful, well- ordered, cosmopolitian cultural centre." (281) Was prädestenierte diesen Hof dazu, Vorbildfunktion für europäisches höfisches Leben zu bekommen?
Piromalli faßt seine Erkenntnisse so zusammen: nel dominio estense crescò una "dittatura accentratrice di tipo moderno"193 Andererseits zog dieser Herrschaftstypus Zeitgenossen an und animierte zur Nachahmung:
"To contemporaries, it came to be regarded as an object of wonder, a city designed for the pleasure and civilised pursuits, but at the same time well-fortified against the harsh realities of the world outside. To Ariosto it represented a perfect synthesis of arms and learning, Ars et Mars, am "exquisite fortress"."(Gundersheimer, 269)
Ercole wird für Gundersheimer zum Herrscher neuen Typus´, denn er "brought new standards of magnificence to Ferrara" (282) und "his programm of enlarging, beautifying, and fortifying the city"(282) waren einzigartig. Schließlich begründen "enlargment and decoration of his palaces, the scale of his generousity to the poor, the patterns of strategic marriages with other noble families"(282) seinen Ruhm.
Ercole versuchte als Herzog von Ferrara das wirtschaftliche Leben der Stadt zu reaktivieren. Die Gilden wurden wirtschaftlich (nicht politisch) unterstützt, und der Handel blühte. Jüdische Bankiers entwickelten die Bankgeschäfte.
Alle Dynastien, die ihr Land über einhundert und mehr Jahre regieren bedürfen einer besonderen ideologischen Legitimation. Mit dieser Frage setzen sich sehr differenziert zahlreiche Wissenschaftler
auseinander. Gundersheimer bezieht sich auf: F. Gaeta, Alcuni considerazioni sul mito di Venezia,
1961; G.Fasoli, Nascità di un mito, Firenze 1958; D.Weinstein, The Myth of Florence, London 1968;
u.a.
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Im 16. Jahrhundert werden Bürokratie und Verwaltung weiter ausgebaut. Die Verbindungen zwischen Universität und Hof werden reaktiviert. Die Naturwissenschaften und die Jurisprudenz werden die führenden Fakultäten. Höfische Kultur entwickelt sich zunehmend zum Entertainment: Musik und Theater stehen im Zentrum. Die Tradition der neo-lateinischen Autoren wie Tebaldeo, Bendedei und Guarini wird abgelöst. In der Malerei (Bellini und Tizian) zeigt sich der Aufschwung der Venezianischen Malerei des 16. Jahrhunderts. Dieser Wandel ist vor allem ein kultureller Wandel, der von einer kulturellen Elite am Hof vollzogen wird. "though it glorified the rule of a dynasty and perpetuated an expensive and parasitical nobility, it also exacted standards of performance from these ruling groups which perhaps could not have been met on a sustained basis by any other available political form at that particular time and place."(Gundersheimer, 284)
Exkurs: Die Verwaltung des Hofes
Die Verwaltung des Hofes war gekennzeichnet durch zunehmende Zentralisation
und bürokratische Differenzierung. 5
salvi.
unterstehen, dazu gehören capitani, Grenzposten, Verwalter in allen teilen des Ferrareser Staates.
(Gebietsrichter) und der "iudex bladorum ferrariae" (Getreideversorgung). Diese "Richter" waren nicht Richter im modernen Sinn, sondern eher Aufsichtsbeamte mit Exekutivgewalt, wobei diese durchaus extensive Richtlinienkompetenz hatten.
die Spitze der Verwaltung des Ferrareser Hofes dar. Einige dieser Beamten wurden vom Fürsten
Zu diesem Ergebnis kommt Gundersheimer auf der Basis der Dokumente des Hofes aus dem Jahr 1476 von Ugo Caleffini, Notar in Ferrara, zeitgenössischer Chronist, MS. Vat. Chig. I, I, 4, Chronica
facte et scripte per Ugo Caleffino. Im folgenden beziehe ich mich auf dieses Dokument, obwohl
hiermit eher die Zeit Niccolò Ariostos beleuchtet wird. Doch eine Generation später hat sich
strukturell nichts verändert, lediglich in quantitativer Hinsicht. Verwaltung und Hof sind noch
umfangreicher geworden.
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selbst aus der Familie besetzt. Auffällig ist die Personalunion von Posten der staat- lichen Verwaltung und Posten direkt am Hof des Fürsten. Namen wie Severi, Sardi, Sandali, Villa, Ariosti, Barbalonga, Cestarelli, Machiavelli und Giglioli tauchen in beiden Verwaltungen auf.
Man kann bei der Besetzung der Ämter unterscheiden zwischen Familien aus dem landbesitzenden Adel, die wichtigere Positionen innehatten, und solchen des niederen Adels und der reicheren städtischen Familien.
Nächst dieser Gruppe unmittelbar am Hof gibt es die Richter, die Verwalter in anderen wichtigen Städten des Staatsgebietes. Hierzu gehörten die podestà der Städte Modena, Massa Fiscagli, Codegoro, Massa Lombardia, Lendinara und andere. Andere Städte wurden unter "vicecomes" oder einem "vicarius" oder "capitanus" verwaltet. Für die Verwaltung der Städte des Staates gab es keine starren Gesetze, man nahm vielmehr Rücksicht auf die lokalen Besonderheiten.
Die nächste Ebene der staatlichen Verwaltung wird eingenommen von den Finanzverwaltern, "officialis", die mit der Einziehung bestimmter Steuern und der Supervision der Bücher beauftragt waren. An der Spitze dieser Einnehmer stand der "Superior gabellarum Ferrariae".
Die nächste Gruppe der Beamten ist die der "capitani" der befestigten Orte Ferraras und des gesamten Staatsgebietes. Diese Beamten gehörten in der regel nicht zu den großen Familien Ferraras.
Die Liste von Hausbediensteten, die Ercole am 22. Januar 1476 herausgegeben hat, ist länger als die Liste der Staatsbediensteten.
In dieser Liste sind auch die Gehälter aufgelistet, so daß eine Gewichtung der Ämter
möglich ist. 6 Sigismondo, ein Bruder Ercoles, erhält danach 2.375 LM monatlich
Messer Alberto Ramaldo erhält 500 LM, er hatte vermutlich eine - nicht näher spezifizierte - Beraterfunktion am Hof.
Alberto, Ercoles Halbbruder, hat ein monatliches Salär von 831 LM, Scipione, Albertos Neffe, erhält 120 LM und Polidoro, ein anderer Neffe Albertos, 15 LM.
aus drei doctores der Jurisprudenz bestehend, die alle von außerhalb des Reiches kamen. Sie erhielten 45 LM.
Unterhalb dieser höchsten Ebene des Hofes folgte die Kanzelei des Hofes mit Paolo Antonio Trotti als erstem Sekretär mit einem Salär von 50 LM monatlich. Ihm unterstellt waren weitere Bedienstete im Rang von cancelleri. Es folgen Kuriere, Reiter mit Gehältern von ca. 20 LM monatlich.
oder Botschafter. Bonfranceso degli Arlotti bespielsweise war Botschafter beim Papst, er erhielt 28 LM. Die Botschafter in Venedig und Florenz erhielten etwa 40 LM, und das höchste Gehalt bezog der Botschafter in Mailand mit 83 LM.
Die Ausgaben für alle Ämter, ausgenommen das gehalt für seinen Bruder Sigismondo, beliefen sich auf 1884 LM monatlich.
LM=Lire Marchesane. Ludovico Ariosto wird gut 30 Jahre später 25 LM monatlich als Salär am Hofe erhalten, drei Pferde und zwei Diener eingeschlossen.
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Untergeordenete Bedienstete am Hof, wie etwa die Beamten der Schatzkammer, Filippo Cestarelli und Iacomo Machiavelli, erhielten 20 LM im Monat. Mittlere Gehälter bezogen Planer, Architekten oder Gärtner (etwa 20 LM monatlich). Eher geringe Gehälter bezogen die 23 unteren Bediensteten; sie erhielten 1 LM monatlich.
Heterogen ist eine andere Gruppe von am Hofe Besoldeten: die "compagni", "zentilhomini", "medici", "camerlenghi", "seschalchi" oder "scuderi". Hierzu gehörte die Alimentation von Angehörigen des alten Adels der Stadt. Eine weitere Kategorie macht die Gruppe der Künstler, der "musici", "trombeti", "piffari", "tromboni" und herzöglichen Sänger. Überraschend sind hier besonders hohe Gehälter von vermutlich an den Höfen hoch geschätzten Künstlern. So taucht der Flötist Corado de Alemagna mit 26 LM in der Gehaltsliste auf. Sie kommen aus allen möglichen Ländern Europas: aus Flandern, Brabant, Paris, Mantua. Die unterste Ebene sind die Schneider, Maultiertreiber, Bogenschützen.
Für den herzöglichen Hof gibt Ercole im Jahr 1476 monatlich 9.328 LM aus. Hinzu kommen etwa 1.700 LM für die Hofhaltung von Eleanora d´Aragona, die separat ausgewiesen ist.
Der gesamte Hof, vom kleinsten Bediensteten bis zum hohen Berater, umfaßte 1476 etwa 600 Personen. Das Durchschnittseinkommen belief sich auf 12 LM, wobei die Spitzensaläre der Familienmitglieder nicht berücksichtigt sind. Ein einfacher Mann konnte mit etwa 2 LM monatlich auskommen, ein Adliger konnte standesgemäß von etwa 25 LM leben. Die Großen am Hof, z.B. die Mitglieder des Consiglio di Giustizia, hatten 85 oder 90 LM im Monat zur Disposition.
Diese Organisation des Hofes war eine Garantie für die Effektivität des Staates. Gundersheimer urteilt abschließend: Die höfische Verwaltung der d´Este "offered very appreciable rewards in terms of salaries, opportunities for advancement, the intangible satisfaction of serving a great personage, and ultimately, the possibility of even greater gifts of land, titles, and other noble prerogatives" (D.- 296)
6. Resümee
Der politische und kulturelle Erfolg der Este kann - nach meiner sicherlich nur unter Vorbehalten gültigen Sichtung der mir zur Verfügung stehenden Literatur - thesenartig folgendermaßen zusammengefaßt werden:
In einer für die Este günstigen politischen "Großwetterlage" gelang es dem Herrscherhaus im 15. Jahrhundert zwischen den damaligen italienischen Großmächten als regionale politische Macht zu überleben. (Bedrohung vor allem durch Venedig) In einer für Italien dramatischen Situation gelang es den Este Anfang des 16. Jahrhunderts bei der Neuordnung Italiens zwischen den beiden europäischen Großmächten erfolgreich zu lavieren und das Herzogtum letztlich für einige Jahr- zehnte zu stabilisieren.
Den Este gelang es, alle führenden Klassen der Region in einer gegen das Volk gerichteten Politik zu integrieren, insbesondere das neu aufkommende Bürgertum und die Intellektuellen.
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Die Este errichteten ein für die damalige Zeit äußerst effektives Steuersystem, das die Basis der wirtschaftlichen Führung des Hofes ausmachte und das half, die ehrgeizigen Projekte des Hofes zu finanzieren.
Den Este gelang die Verschmelzung von absoluter politischer Macht mit einer höfischen Kultur.
Der höfische Adel, das neu aufkommende Bürgertum und schließlich die bürgerlichen Intellektuellen, die Literaten, wurden vom Hof integriert. Ihr Wunsch aufzusteigen wurde in den Dienst des Hofes gestellt. Ein neuer Typus eines Intel- lektuellen war geboren: jemand, der im Besitz individueller Initiative war und in einer ästhetisierten Welt bzw. einer Welt höfischer Ritterlichkeit lebte.
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7. Literatur
- G. Procacci, 1987, Storia degli italiani, Bari: Laterza
- G. Confurius, Sabbioneta oder Die schöne Kunst der Stadtgründung, Ffm 1991
- M. Seidlmayer, 1962, Geschichte Italiens, Stuttgart: Kröner
- L. Benevolo, 1989, Die Geschichte der Stadt, Frankfurt: Campus
- C. von Chledowski, 1919, Der Hof von Ferrara, München: Georg Müller
- L. Ariosto, 1987, Orlando Furioso, Edizione integra, Edizione a cura di Nicola Zingarelli, Settima edizione, Milano: Hoepli
- W. Goez, 1988, Geschichte Italiens in Mittelalter und Renaissance, 2. Aufl., Darmstadt: Wiss.Buchges.
- J. Burckhardt, 1952, Die Kultur der Renaissance in Italien, Stuttgart: Kröner
- L. Chiappini, 1967, Gli Estensi, Varese
- Walter Moretti, L`ideale Ariostotesco di un´europa pacificata e unità e la sua crisi nel terzo "Furioso", in: J. Salomons
- W.L. Gundersheimer, 1972, Art and Life at the Court of Ercole d`Este, Genf
- W.L. Gundersheimer, 1973, Ferrara: the Style of a Renaissance Despotism, Prin- ceton
- Cloulas, 1990, L´avènement des nouveaux princes, in: Chr. Bec et.al., L`Italie de la renaissance. Un monde en mutation (1378-1494), Paris: Fayard
- G. Pagagno e A.Quondam (ed.), La corte e lo spazio. Ferrara estense, Roma 1982
- Padoan, G., L´Orlando Furioso e la crisi del Rinascimento, in: Lettere italinae, 27, 1975, S. 286-307
- J. Salomons (ed.), The Renaissance in Ferrara and Its European Horizons, Car- diff-Ravenna 1984
- E. Sestan, Gli Estensi e il loro stato al tempo dell´Arriosto, in "Rassegna della letteratura italiana", LXXIX (1975), pp. 19-33
- Piromalli, La cultura a Ferrara al tempo di Ludovico Ariosto (1953), Roma 1975 (2)
- Storia della letteratura italiana, Vol.: Il Quattrocento e l´Ariosto, Milano, Garzan- ti, 1988 (nuove ed.), pp. 926-927
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Ehrenberg – Ferrrara zur Zeit Ariosts -
Anhang:
Chronologie
Ludovico Ariosto e la corte estense a Ferrara
1208-1597 gli Estensi sono le signorie della città
1452 Borso d´Este diviene duca di Modena e Reggio
1471 il marchesato di Ferrara è trasferrito in un ducato dalla Santa Sede
1471-1505 Ercole d`Este (nato nel 1435)
1471 Niccolo Ariosto va a Modena per uccidere Niccolo di Lionello d´Este
(uno dei concorrenti di Ercole)
1471 Niccolo Ariosto è nominato maggiordomo
1474 la nascità di Ludovico Ariosto (morto nel1533)
1482-84 guerra conro Venezia
1483 la peste a Ferrara e inverni gravi
1486 Niccolo Ariosto è Giudice de´ Savi
1489 Niccolo Ariosto è capitano a Modena
1490-1500 l´Addizzione Erculea (Sigismondo d`Este: il Palazzo dei Diamanti)
1491 matrimonio di Alfonso e Anna Sforza
1497 Ercole fa riscuotere il danaro occorrente alla costruzione della nuove
mura
1502 matrimonio di Alfonso e Lucrezia Borgia
1503 Ludovico Ariosto è familiaris del cardinale Ippolito (240 lire annale)
1505-1534 Alfonso d`Este
1503-13 conflitto fra Alfonso e la Santa Sede (Giulio II)
1506 Ariosto finisce i primi libri del "Orlando"
1506 Giulio e Ferrante d`Este sono accusati della tentativa dell´ omicidio
(Ippolito e Alfonso)
1509 battaglia sul Po contro Venezia
1511 battaglia di Mirandola (Giulio II vs. Alfonso)
1514 Ariosto incontra Alessandra Benucci (la vedova di Tito Strozzi)
1515 La prima edizione del "Orlando"
1517 Ariosto è licenziato
1518 Ariosto è nominato cameriere e familiaris (25 lire al mese, 3 servi, 2
cavalli
1523 Ariosto è ambasciatore alla Santa Sede
1527 sacco di Roma
1529 pace di Cambrai
1530 convento di Bologna: Carlo V nominato imperatore dal Papa
1532 l´incontro di Ariosto e Carlo V
- 15 -
Quote paper:
Achim Ehrenberg, 1998, Ferrara zur Zeit Ariosts, Munich, GRIN Publishing GmbH
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