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Der Tango Argentino im heutigen Buenos Aires

Motive, Orte und Beziehungen am Fallbeispiel einer clase de tango

Titel: Der Tango Argentino im heutigen Buenos Aires

Forschungsarbeit , 2002 , 123 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: M.A. Anna Beutler (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Tango, Ende des 19. Jh., in den Einwanderervierteln von Montevideo und Buenos Aires entstanden, erlebte im letzten Jahrhundert einen Wandel hinsichtlich seiner Rezeption und seiner Bedeutung für die porteños, die Einwohner1 von Buenos Aires. War der Tango ab den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts fast von der Bildfläche verschwunden, setzte in den 90er Jahren ein erneuter Tangoboom ein, aber mit verändertem Gesicht.

In der vorliegenden Arbeit werden die Ergebnisse meines Feldforschungspraktikums August 1999 bis Februar 2001 in Buenos Aires, Argentinien, präsentiert. Der Tango als Gesellschaftstanz manifestiert sich vor allem in zwei Räumen, den clases de tango, dem Tangounterricht, und den milongas, den Tanzlokalen. Anhand einer clase de tango und mehrerer von mir besuchter Tanzlokale möchte ich aufzeigen, wer heutzutage Tango tanzt und was die Hauptmotive sind, welche die von mir begleiteten Personen veranlassen, in ihrer Freizeit Tango tanzen zu lernen.

Innerhalb der Stadtethnologie diskutiert man darüber, ob sich "die Stadt insgesamt stärker in räumlich verankerten communities mit gemischter Bevölkerung gliedert, oder ob sich jegliche räumliche Verankerung sozialer Beziehungen zugunsten nicht mehr eindeutig verorteter Netzwerke auflösen wird" (Welz 1991). Mein Anliegen war es zu untersuchen, ob die milongas als gemeinsamer Raum für eine aspatial community diese Theorie bestätigen oder ob sie ein Treffpunkt sind für eine community, die sich durch das Miteinanderwohnen in dem selben barrio identifiziert. Weiterhin wird versucht, die wichtigsten Merkmale und Kodexe der milongas, der Tangolokale, darzustellen und den Ablauf einer Tangoklasse sowie deren soziales Netzwerk zu analysieren.

Die Arbeit gliedert sich in zwei Bereiche. Der erste Teil gilt dem Feldforschungspraktikum und seiner praktischen Durchführung. Es wird Vor- und Nachbereitungsphase besprochen, sowie die genaue Fragestellung und die angewandten Methoden reflektiert. Im zweiten Teil wird das Forschungsergebnis vorgetragen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DAS FELDFORSCHUNGSPRAKTIKUM

2.1 VORBEREITUNGEN

2.1.1 Themafindung

2.1.2 Ursprüngliche Fragestellung

2.1.3 Methodenauswahl und geplante Durchführung

2.2 DER REALE VERLAUF DER FELDFORSCHUNG

2.2.1 Rahmenbedingungen

2.2.2 Auswahl der Untersuchungseinheit vor Ort

2.2.3 Modifizierung der Fragestellung

2.2.4 Auswahl der Informanten

2.2.5 Methoden

2.2.5.1 Zensus

2.2.5.2 Interviews

2.2.5.2.1 Semistrukturierte Interviews

2.2.5.2.2 Unstrukturierte Interviews

2.2.5.3 Netzwerkanalyse

2.2.5.4 Persönliche Aufzeichnungen und Auswertung schriftlicher Quellen

2.3 NACHBEREITUNG

2.4 SCHWIERIGKEITEN DER FORSCHENDEN

3 TANGO ARGENTINO IM HEUTIGEN BUENOS AIRES: MOTIVE, ORTE UND BEZIEHUNGEN AM FALLBEISPIEL EINER CLASE DE TANGO

3.1 GEOGRAFISCHE UND GESCHICHTLICHE HINTERGRÜNDE

3.1.1 Argentinien

3.1.2 Buenos Aires

3.2 TANGO ARGENTINO

3.2.1 Entstehungsgeschichte

3.2.2 Der getanzte Tango

3.3 TANGO ALS SUBKULTUR UND ASPATIAL COMMUNITY

3.3.1.1 Subkultur

3.3.1.2 Der Tango als aspatial community

3.4 MOTIVATION – WARUM AUSGERECHNET TANGO?

3.4.1.1 Die Möglichkeit die traditionellen Geschlechterrollen auszuleben

3.4.1.2 Wiederentdeckung eines typischen Elementes argentinischer Identität

3.4.1.3 Tango nach einer einschneidenden Veränderung im Leben

3.4.1.4 Die clase als club de solos y solas

3.5 MILONGAS

3.5.1 Rituale

3.5.1.1 El Cabeceo

3.5.1.2 La Tanda

3.5.1.3 Die Uhrzeit

3.6 UNTERRICHT

3.6.1 Tangounterricht in Buenos Aires allgemein

3.6.2 Tango bei Luis

3.6.2.1 Unterrichtsort

3.6.2.2 Spell Café

3.6.2.3 Bar Sedón

3.6.3 Luis

3.6.4 Die Klassenmitglieder

3.6.5 Ablauf einer typischen Klasse

3.7 DAS NETZWERK DER TEILNEHMER – PERSÖNLICHE BEZIEHUNGEN DURCH DEN TANGO

3.7.1 Persönliche Netzwerke

3.7.2 Das Gesamtnetzwerk

4 FAZIT

5 NACHWORT

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht den Tango Argentino im heutigen Buenos Aires als sozialen Raum und soziales Netzwerk. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, wer heute Tango tanzt, welche Motive diese Personen zum Erlernen des Tanzes bewegen und ob der Tango als raumungebundene "aspatial community" betrachtet werden kann, anstatt sich auf klassische, räumlich verankerte Stadtviertel-Strukturen zu beschränken.

  • Ethnologische Untersuchung des Tangos als Gesellschaftstanz in Clases und Milongas
  • Analyse der sozialen Motive und Beweggründe der Teilnehmenden
  • Untersuchung der Struktur sozialer Netzwerke innerhalb einer Tangoklasse
  • Reflexion über die Rolle von Ritualen und Kodexen in der Tangoszene
  • Vergleich von Tango als traditionelles Barrio-Element versus moderne aspatial community

Auszug aus dem Buch

Die clase als club de solos y solas

Alejandro bezeichnete im Interview die clase von Luis als club de solos y solas, sprich als Singleclub. Auch bei Lola fiel dieses Wort, nicht in bezug auf die clase von Luis, sondern generell im Bezug auf den Tango und die milongas. Alejandro glaubt, dass in Luis’ clase das Tangolernen nicht das Wichtigste ist, sondern dass die clase als Treffpunkt, als Kontaktort dient. Fest steht, dass bei meiner Frage, warum die Klassenmitglieder bei Luis Unterricht nähmen, die Antwort meist nicht Luis’ guter Unterricht oder seine tänzerischen Fähigkeiten war, sondern dass die Gruppe, der zwischenmenschliche Kontakt, im Vordergrund stand. Für Alejandro steht nicht der Spaß am Tanzen im Fordergrund, sondern der Tanz als Mittel zum Knüpfen sozialer Beziehungen.

"Wenn ich ein gutes Buch weglege, eine gute Lektüre, einen guten Film oder eine Erholungsphase ablehne, um mich dem Tango zu widmen, so geschieht das normalerweise aufgrund der Leute und im Speziellen wegen der Mädchen. Das ist das, was ich suche, sagen wir, außerhalb meines normalen Freundeskreises." (Interview mit Alejandro)

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik des Tangos in Buenos Aires und die theoretische Fragestellung zur aspatial community.

2 DAS FELDFORSCHUNGSPRAKTIKUM: Beschreibung der Vorbereitung, Durchführung, methodischen Ansätze und der persönlichen Herausforderungen des Feldforschungspraktikums.

3 TANGO ARGENTINO IM HEUTIGEN BUENOS AIRES: MOTIVE, ORTE UND BEZIEHUNGEN AM FALLBEISPIEL EINER CLASE DE TANGO: Hauptteil, der geografische Hintergründe, die Subkultur, Motivationen, Rituale wie den Cabeceo, den Unterricht und die Netzwerkanalyse detailliert darstellt.

4 FAZIT: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse bezüglich der Verlagerung des Tangos von einer Barrio-Kultur zu einer aspatial community.

5 NACHWORT: Ein persönliches Resümee der Autorin sowie ein Zitat einer Informantin zur Bedeutung des Tangos für die Identität.

Schlüsselwörter

Tango Argentino, Buenos Aires, Feldforschung, Clases de Tango, Milongas, Aspatial Community, Soziales Netzwerk, Netzwerkanalyse, Tanzethnologie, Identitätsbildung, Soziale Beziehungen, Rituale, Cabeceo, Tangueros, Subkultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Tango Argentino im Buenos Aires der späten 1990er Jahre und untersucht, welche Bedeutung dieser Tanz für die Identitätsbildung und soziale Vernetzung der heutigen Tänzer hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle des Tangos als Subkultur, die Bedeutung von Milongas als Treffpunkte, die Analyse der Motivation der Tänzer und die Untersuchung der sozialen Netzwerke innerhalb von Tangoklassen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu klären, ob der Tango heute eine raumungebundene "aspatial community" darstellt, die soziale Beziehungen unabhängig von der Wohnortnähe (Barrio) ermöglicht.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?

Die Autorin nutzte ethnologische Methoden wie teilnehmende Beobachtung, semistrukturierte und unstrukturierte Interviews, Zensusbefragungen sowie eine formale Netzwerkanalyse mit entsprechender Software.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den historischen und geografischen Grundlagen der Tango-Praxis die Milonga-Rituale (z.B. Cabeceo, Tanda), der Unterricht bei einem spezifischen Lehrer (Luis) sowie die sozialen Beziehungsgeflechte der Teilnehmenden analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Tango Argentino, Feldforschung, Milonga, Aspatial Community, Netzwerkanalyse, Tanzethnologie und soziale Identität.

Welche Rolle spielt die Netzwerkanalyse in dieser Untersuchung?

Die Netzwerkanalyse dient dazu, die Beziehungsgeflechte innerhalb der untersuchten Tangoklasse transparent zu machen, um die Zentralität einzelner Akteure und die Dichte der sozialen Struktur innerhalb dieser Gemeinschaft aufzuzeigen.

Wie wirken sich die geschlechterbezogenen Rollenbilder auf den Tango aus?

Die Arbeit beleuchtet, wie traditionelle Geschlechterrollen im Tango trotz moderner Einflüsse durch Rituale wie das Führen und Folgen oder das Cabeceo inszeniert und im geschützten Rahmen der Tangowelt von den Teilnehmenden ausgelebt werden.

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Details

Titel
Der Tango Argentino im heutigen Buenos Aires
Untertitel
Motive, Orte und Beziehungen am Fallbeispiel einer clase de tango
Hochschule
Universität Hamburg  (Institut für Ethnologie)
Veranstaltung
Feldforschungspraktikum
Note
sehr gut
Autor
M.A. Anna Beutler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
123
Katalognummer
V9903
ISBN (eBook)
9783638164931
ISBN (Buch)
9783638723022
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tango Argentino Buenos Aires Feldforschungspraktikum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Anna Beutler (Autor:in), 2002, Der Tango Argentino im heutigen Buenos Aires, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9903
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