1 769(5 ( 1 6
(LQOHLWXQJ 6
HILQLWLRQHQ 6
2.1 Depressionen S 05
2.2 Partnerschaft bzw Ehe S 06
(LQIOXVVYRQ HSUHVVLRQHQDXI 6
3.1 die Partnerschaft S 06
3.2 die Kinder S 07
HKDQGOXQJVP JOLFKNHLWHQ 6
4.1 Antidepressiva und Psychotherapie S 07
4.2 Familientherapie S 08
6FKOXVVEHWUDFKWXQJ 6
LWHUDWXUYHU HLFKQLV 6
2
(LQOHLWXQJ
Depressive Menschen hat es schon immer gegeben. In geschichtlichen Darstellungen finden sich sogar Hinweise, dass bereits vor dreitausend Jahren ägyptische Priester eine Krankheit behandelten, für die sie damals noch keinen Begriff hatten, deren Beschreibung jedoch auf die Depression zutrifft. Selbst im Alten Testament ist schon von dem „bösen Geist“ die Rede, der immer wieder König Saul quälte und ihn verzweifeln ließ. Der „böse Geist“ galt als von Gott geschickt, wie bei allen Beschwerden.
Erst Hippokrates führte psychische Erkrankungen auf Störungen im Hirn zurück und beschrieb damals als Erster die Erscheinungsbilder der „Manie“, der „Melancholie“ bzw. der „Depression“.
Depressionen sind also kein neues Phänomen, es gab zu allen Zeiten Menschen, die von „dunklen „ Stimmungen überfallen wurden und verzweifelt nach Hilfe und Erklärungen suchten. Viele sind jedoch im Kampf gegen ihre Depressionen gescheitert. Die Öffentlichkeit erfährt nur selten von den Qualen, die depressive Menschen ausstehen müssen. Die Öffentlichkeit horcht nur dann auf, wenn Prominente als „depressiv“ bezeichnet werden oder ihrem Leben ein Ende setzen, so zum Beispiel Ernest Hemingway, der sich nach langer Krankheit erschossen hat, oder Kurt Tucholsky, der an einer Überdosis Veronal starb, weil er sein Leben nicht mehr länger ertragen konnte. Weitere Prominentenbeispiele hierfür sind: Winston Churchill, Abraham Lincoln, Vincent van Gogh und Prinz Claus von Amsberg (Prinz der Niederlande). Die Depression scheint eine Erfahrung zu sein, die zum Leben gehört. Leider muss man sagen, sie gehört inzwischen zum Leben vieler Menschen. Schwere Depressionen treten heute zehnmal häufiger auf, als noch vor zehn Jahren. Immer mehr Menschen erkranken an Depression- und sie stehen meist mitten im Leben, wenn es passiert. Eine Entstehung, die die Depression an die Spitze der Häufigkeit psychischer Erkrankungen katapultiert hat. Sie sei, so heißt es verharmlosend, der „Schnupfen“ unter den psychischen Störungen. Ernsthafter klingt es da schon in einem Resümee des amerikanischen Sozialpsychologen Martin E. P. Seligman, er schreibt: „Wir befinden uns mitten in einer Depressionsepidemie.“ Aber nicht nur die Zahl der Erkrankten hat sich deutlich verändert, sondern auch das Alter der Betroffenen. Früher galten die etwa 50- Jährigen als besonders gefährdet, heutzutage sind zunehmend auch 20- Jährige stark gefährdet.
Wie lässt sich diese negative Entwicklung erklären? Viele Forschungsergebnisse legen die Vermutung nahe, dass es sich vor allem um drei gesellschaftliche Faktoren handelt, die für eine Zunahme der Depression verantwortlich sein können:
1. die veränderten Lebensbedingungen, die hohe Anforderungen an jeden Menschen stellen
2. die zunehmende Beschäftigung der Menschen mit sich selbst – Schlagwort „Individualisierung“
3. der Stress, der immer mehr Menschen in der postmaterialistischen Gesellschaft über den Kopf wächst. 1
1 vgl. Nuber, 2001, S.16ff.
3
Es ist eine viel beklagte Tatsache, dass die Lebensbedingungen für den Einzelnen immer schwieriger werden: Scheidungsrate nimmt rapide zu, Alleinerziehende müssen eine Doppelrolle übernehmen, eine große Zahl von Menschen ist von Arbeitslosigkeit bedroht oder ist bereits arbeitslos; im Arbeitsleben wie auch auf unseren Straßen gilt die Devise: jeder gegen jeden. In diesem Klima sind wir in besonderem Maße auf Unterstützung durch andere angewiesen- doch die „anderen“ fehlen oft. Wo früher noch die Familie, die Religion, die Dorfgemeinschaft Rückhalt gegeben haben, sind viele Menschen heute auf sich allein gestellt. Viele Experten sehen im Zerfall der Traditionen, und somit auch der Familien, die Hauptursache für die Zunahme der Krankheit.
Wir glauben, dass wir allein unser Schicksal in der Hand haben, wir sind dafür verantwortlich, wenn wir es im Beruf nicht allzu weit gebracht haben; wir sind verantwortlich, wenn unser Körper Ermüdungs- und Alterserscheinungen aufweist; wir sind verantwortlich, wenn wir mit unserem Partner nicht glücklich sind. Denn in einer Zeit, in der alles machbar und erreichbar erscheint, gibt es keine Entschuldigungen und Ausreden. Wem die optimale Selbstverwirklichung nicht gelingt, gilt als Versager. Kurz: Nur wir sind unseres Glückes Schmied, und da wir große Erwartungen an das Glück stellen, haben wir eine große Aufgabe. So erliegen wir der Illusion, die Kontrolle über unser Leben liege voll in unserer Hand. Wenn wir nur alles richtig machen, dann ist unsere Welt ein Abziehbild der glücklichen Werbewelt, die uns per Medien täglich ins Haus geliefert wird. Es ist somit unvermeidlich, dass die Vorstellungen in unseren Köpfen irgendwann mehr oder weniger schwer mit der Realität unseres Lebens kollidieren. Diese gesellschaftliche Entwicklung, in der Individualität als erstrebenswertes Ziel gilt und ein Miteinander immer mehr erschwert wird, fördert ein Klima, das Menschen depressiv machen kann. Wenn wir erkennen müssen, dass wir auf der Suche nach unserem Selbst uns und die anderen verloren haben, fallen wir in das schwarze Loch der Depression. 2 Ich möchte versuchen, mit meiner Hausarbeit einen kurzen Einblick in das Thema der Depression zu geben. Im speziellen möchte ich auf darauf eingehen, wie sehr das familiäre Zusammenleben, durch die Erkrankung der Mutter bzw. der Frau/ Partnerin, beeinträchtigt wird.
2 Nuber, 2001, S.21ff.
4
Quote paper:
Nicole Lorch, 2001, Depressionen - Definition und Behandlungsmöglichkeiten, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Salutogenese als Chance für Menschen mit Depressionen
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
Die Zunahme depressiver Erkrankungen - eine Bestandsaufnahme aus der P...
Scholary Paper (Seminar), 24 Pages
Re-Traumatisierung vermeiden durch Achtsamkeit und Psychoedukation
Konzepterweiterung in einer ps...
Termpaper, 60 Pages
Kindermarketing in der Nahrungs- und Genußmittelindustrie
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Examination Thesis, 89 Pages
Inklusion, Integration und gesellschaftliche Teilhabe psychisch kranke...
Diploma Thesis, 123 Pages
Neurochemische Hypothesen und pharmakologische Behandlung einer bipola...
Psychology - Biological Psychology
Termpaper, 18 Pages
Großbritannien und Europa - ein schwieriges Verhältnis
Politics - International Politics - Topic: European Union
Termpaper, 24 Pages
Sport und Depression - Sporttherapie als Baustein eines Behandlungskon...
Scholarly Essay, 15 Pages
Psychische Störungen bei körperlichen Erkrankungen
Medicine - Neurology, Psychiatry, Addiction
Scholary Paper (Seminar), 11 Pages
Sozialpädagogische Unterstützung bei depressiver Verstimmung und Depre...
Diploma Thesis, 134 Pages
Nicole Lorch's text Depressionen - Definition und Behandlungsmöglichkeiten is now available as a printed book
Nicole Lorch has published the text Depressionen - Definition und Behandlungsmöglichkeiten
Nicole Lorch has uploaded a new text
Vida de Alta Definicion: A Toda Marcha Tras Lo Mejor de la Vida = High...
Luis Palau, Stephen Baldwin, Steve Halliday
Depression - zwischen Lebensgefühl und Krankheit
Stephan Hau, Hans-Joachim Busch, Heinrich Deserno
Schattendasein - Das unverstandene Leiden Depression
Thomas Müller-Rörich, Kirsten Hass, Francoise Margue, Annekäthi van den Broek, Rita Wagner
0 comments