In diesem Sinne wurde Lorcas Arbeit mit dem Wandertheater La Barraca in engem Zusammenhang mit den Reformbestrebungen der republikanischen Regierung gebracht.
1933 Reise nach Südamerika
Ende März 1934, am Schluß seines Aufenthaltes in Südamerika, wurde er auf einer öffentlichen Veranstaltung, an der Schriftsteller und Kritiker aus allen Ländern Lateinamerikas teilnahmen, symbolisch zum Botschafter der spanischen Literatur ernannt.
1933 ,,Bodas de sangre"
1934 ,,Yerma"
1936 ,,La casa de Bernarda Alba"
Ermordung García Lorcas
Während eines Aufenthaltes in Granada wurde er vier Wochen nach dem Putsch Francos (Militäraufstand am 17./18.07.1936) - als der spanische Volkskampf gegen die Franco- Nationalisten und den internationalen Faschismus begann - von dessen Anhängern verhaftet und in der Nacht zum 19. August in Viznar bei Granada erschossen. Am Vorabend der faschistischen Erhebung war er nicht nur der repräsentativste aller jungen Schriftsteller Spaniens, ein bedeutender Autor, der für sein demokratisches, antinationalistisches und antifaschistisches Auftreten bekannt war, ein Verteidiger der Republik - er war unumstritten d e r Dichter Spaniens.
Versuche der Verschleierung und Verzerrung seines Todes
Lange Zeit blieben die genauen Umstände des Todes Lorcas ungeklärt. Die verschiedensten Auslegungen, Verzerrungen und Aufklärungsversuche wechselten einander ab. Durch diese Verschleierungen und den vielen Gerüchten in den Zeitungen über seinen Tod hatten viele Schwierigkeiten dieser Nachricht Glauben zu schenken. Bis der Schwager Lorcas in einer Ausgabe vom 09.09.1936 den Tod bestätigte:
,,Sobre el supuesto asesinato de Federico García Lorca"
,,Einige Kollegen aus Madrid und den Provinzen melden die Ermordung unseres großen Dichters Federico García Lorca als bestätigt. Wir weigern uns noch dieser unendlich schmerz- haften Nachricht Glauben zu schenken, denn wenn wir auch leider nichts Gegenteiliges wissen, so ist sie indessen noch nicht hundertprozentig bewiesen." (Madrider Zeitung ,,El sol")
Vertreter der sogenannten ,,Generation von 1927"
Lorca ist der sogenannten ,,Generation von 1927" zuzurechnen, die vor allem die spanische Lyrik revolutionierte und zu einem letzten Höhepunkt vor Ausbruch des Bürgerkrieges (1936) führte.
sehr vielseitiger, lebensfroher Mensch mit starker persönlicher Ausstrahlung
- auch guter Zeichner, Musiker, Redner und Rezitator
- vertonte und illustrierte einige seiner Werke
- Lyrik von großer Musikalität und Ausdruckskraft
- stark geprägt von Kultur und Landschaft seiner andalusischen Heimat
- schrieb entzückende Verse und Geschichten für Kinder, in deren Welt er sich gut einfühlte
- schrieb auch Schwänke und Puppenspiele
- in seinen lyrisch wenig realistischen Dramen erscheint meist der Konflikt zwischen Autorität und
Freiheit, konkretisiert am Thema von Liebe und Tod
- Motive: Leidenschaft & Ehre, Liebe & Tod, Freiheit & Unterdrückung
Homosexualität García Lorcas
Die mittlerweile -zumindest von nichtspanischen Literaturkritikern- nicht mehr in Frage gestellte Homosexualität des spanischen Dichters und Dramatikers, prägte sein Leben sowie sein literarisches Schaffen auf entscheidende Weise. Sie ist vor allem der Grund für seinen ,,sentido trágico de la vida" (Aleixandre, Vicente: ,,Federico". In: Hora de Espaa II(1937),
S.139-141), der sowohl seinen Dichtungen wie auch seinen Dramen eine besondere Atmosphäre von verzweifelter Stimmung und Melancholie verleiht. Stets versuchte García Lorca seine homosexuelle Neigungen im Verborgenen zu halten, da die Moralvorstellung seiner zeitgenössischen Gesellschaft nie eine solche homophile Neigung akzeptieren würde. Somit wäre er ein Außenseiter geworden. Sowohl die gesellschaftliche Umgebung als auch García Lorcas eigene Angst vor einem totalen Außenseiterdasein verhinderten die Realisierung dieser Sehnsucht. Lorca war schon als Junge kein ,,ganzer Kerl" und bekam dies bereits sehr früh zu spüren. Als Kind riefen seine Altersgenossen ,,Federica" hinter ihm her, in reiferen Jahren galt er als ,,el maricón de la pajarita"(Gibson, Ian: ,,Federico García Lorca". In: Das Bild der Frau in Federico García Lorcas dramatischen Werken als Weiterentwicklung einer Konstante der spanischen Literatur, hrsg. v. Renate Freymüller, Stuttgart 1994).
Arbeit zitieren:
Julia Ritter, 2000, Lorca, Federico Garcia, München, GRIN Verlag GmbH
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