Autorin: Tina Krusel
Der 1. Weltkrieg
a) Die Zeit vor 1914
Das Ende der Monarchie
Es gibt kein genaues Datum für das Ende der Donaumonarchie. Es gibt viele Gründe für diesen brutalen Krieg (· siehe 2.2 Ursachen für den 1. Weltkrieg) aber einer der wichtigsten ist wohl der Nationalismus im 19. Jahrhundert, der dann am Anfang des 20. Jahrhunderts zu diesem Krieg geführt hat.
Anlaß für den 1. Weltkrieg ist die Ermordung des Thronfolgerpaares Franz Ferdinand und seiner Gemahlin durch serbisch bosnische Studenten in Sarajewo. Diese Ermordung war ein Aufschrei nach Freiheit des bosnischen Volkes, das in der österreichisch ungarischen Monarchie eine nicht beachtete Minderheit darstellte.
Nach diesem Attentat stellte Österreich den Serben ein Ultimatum und am 28 Juli 1914 erfolgte die Kriegserklärung. Das war der Anfang vom Ende der Donaumonarchie.
b) Ursachen für den 1. Weltkrieg
Die Hauptursache für den 1. Weltkrieg in Österreich war der Nationalismus am Balkan. So wie auch die Ungarn Rechte zugestanden bekommen hatten, wollten die anderen Völker in der Monarchie auch mehr Rechte und Autonomie. Nationalismus ist noch heute Ursache für viele Kriege - egal wo auf dieser Welt.
Warum konnte dieser innerösterreichische Konflikt zu einem Weltkrieg ausarten? Ein Grund dafür war die verfehlte Bündnispolitik in Europa: Es standen sich zwei große Bündnisse gegenüber (3 Bund und Tripple Entente). Aus diesem Grund mußten andere Staaten den Österreichern im Kampf helfen. Aber auch Österreichs Feinde hatten Verbündete, die auch noch andere Gründe hatten aufeinander loszugehen:
Der Imperialismus führte dazu, daß sich die Großmächte um Kolonien stritten und Deutschland und Frankreich hatten noch ein Problem: Elsaß Lothringen. Diese Gründe waren genug um einen Krieg anzufangen, der Europa stark verändern sollte.
c) Der 1. Weltkrieg
Die Soldaten im 1. Weltkrieg
Der Erste Weltkrieg war ein die meiste Zeit ein Stellungskrieg, bei dem sich die Fronten kaum verändert haben. Für die Soldaten war es brutaler und harter Krieg, da sich die feindlichen Stellungen oft nur mehrere hundert Meter vor den eigenen befanden. Auch bestand andauernd die Gefahr von den feindlichen Kanonen getroffen zu werden. In den Bergen war es schwierig und gefährlich den Nachschub zu sichern. Jede Kanonenkugel, jeder Schuß mußte mühsamst an die Front geschafft werden. Auch der Abtransport der Verwundeten war nicht immer gesichert und so mußte man oft zusehen, wie Kameraden verbluten oder qualvoll sterben. Solche Bilder sind für einen Jungen Soldaten nicht zu verkraften und so kam es immer wieder zu Selbstmorden an der Front.
d) Das Ende der 1. Weltkriegs
Endlich Friede
Seit dem Winter 1916/1917 versucht man wegen allgemeiner Erschöpfung Friedensgespräche zu führen. Diese bleiben vorerst ohne Erfolg. Erst Ende 1918 kommt es zum Frieden.
| 2. Weltkrieg An einem Sonntag, dem 3. September 1939, erklären Grossbritannien und Frankreich Deutschland, dass am 1.09.1939 Polen angegriffen hat, den Krieg. Doch der Französische General Gamelin denkt keineswegs an einen Angriff auf die deutschen Truppen, der von den Polen erwartet wird. Er lässt nur die Maginot-Linie besetzen und verlegt dahinter eine recht schwache "Deckungsarmee". Die Generalmobilmachung der Franzosen läuft erst langsam an, für den Aufmarsch der gesamten mobilen Kräfte sind drei Wochen vorgesehen. Nun führt Frankreich, dessen Soldaten überhaupt keine Lust darauf haben, "für Danzig zu sterben", und das nur noch England als Verbündeten von Bedeutung hat, einen Krieg für Polen. Insgesamt kann man wohl sagen das dies ein sehr unüberlegter Schritt ist, weil die französische Luftstreitmacht hoffnungslos unterlegen, die Armee nur auf dem Papier stark und die Nation innerlich gespalten ist. Einen nicht wieder gutzumachenden Fehler leisten sich die Franzosen bei der Mobilmachung: Man zieht gleich zu Beginn auch die unersetzlichen Facharbeiter ein, daher müssen wichtige Rüstungsbetriebe schliessen. So werden z.B. von den Renaultwerken 22.000 Arbeiter zum Militär einberufen. Mehrere bedeutende Flugzeugwerke müssen sogar geschlossen werden, und in den verbleibenden Rüstungsbetrieben wird vorwiegend nur mit einer Schicht gearbeitet. | |||
Am Mittwoch, dem 6. September 1939, beginnt Frankreich - durch den Bündnisvertrag mit Polen zur Offensive verpflichtet - mit schwachen Kräften der 4. Armee eine symbolische Operation im Raum Saarbrücken. Das von den Deutschen geräumte Vorfeld des Westwalls wird zeitweise besetzt. Die Franzosen und Engländer starten jedoch keine grössere Aktion, und sehen tatenlos und ängstlich zu wie Polen überrollt wird. Die von Basel bis zur deutsch-luxenburgischen Grenze reichende Maginot-Linie hat eine Länge von 400 km, und der anschliessende Frontabschnitt bis zum Rhein nordwestlich von Wesel ist 250 km lang. Diese riesige Front soll die Heeresgruppe (GenOberst Ritter v. Leeb) mit 12 aktiven und 32 Reserve- sowie Landwehrdivisionen verteidigen. Die Landwehrdivisionen müssen allerdings erst noch Mobil gemacht werden, sind aber, was Ausbildung und Ausrüstung abelangt, nicht voll einsatzfähig. Ausserdem hat die Heeresgruppe C keine Panzer. Dazu kommt noch das der Westwall überhaupt nicht mit der Maginot-Linie zu vergleichen ist, er stellt kein grosses Hindernis dar. | |||
Am Samstag, dem 9. September 1939, kommen die ersten Truppen der British Expeditionary Force (BEF) unter General Lord Gort an. In den nächsten Monaten werden rund 160.000 Mann, 24.000 Fahrzeuge und über 14.000 Tonnen Nachschub ohne Verluste über den Kanal nach Frankreich transportiert. | |||
Bis zum Sonntag, dem 17. September, sind die Franzosen auf einer Front von 27 km Breite und 5 km Tiefe vorgerückt. Damit ist die erste und letzte Offensive der Franzmänner beendet. Die Deutschen Divisionen an der Grenze zwischen Aachen und Basel verfügen lediglich über ein paar Panzer und Munition für drei Tage! In der Zwischenzeit überrollen deutsche Verbände die Polnische Armee. Generaloberst Jodl erklärt später: "In Polen sind wir bei der bestehenden Munitionsknappheit nur zurechtgekommen, weil es im Westen zu keiner Schlacht kam". Oktober: Als nach Beendigung des Polenfeldzuges die im Osten freigewordenen deutschen Verbände an die Westfront verlegt werden, ziehen die Franzosen den Schwanz ein, und räumen den grössten Teil es bisher von ihnen besetzten Grenzgebietes. | |||
Am Montag, dem 9. Oktober, befiehlt Hitler die Vorbereitung eines Angriffs im Westen. Sein Ziel: Die Eroberung Hollands, Belgiens und Nordfrankreichs, als Ausgangsbasis für einen Schlag gegen England. Hitler besteht darauf, Belgien in das Operationsgebiet einzubeziehen. Er will erstens Bewegeungsfreiheiyerdtjt gewinnen und die französische Maginot-Linie umgehen, zweitens der Gefahr vorbeugen, dass britrische und französische Truppen in Belgien eindringen "und dadurch den Krieg dicht an das Herz unserer Rüstungsindustrie tragen". Die Zeit ist knapp, denn innerhalb von drei Wochen, bis zum 1. November 1939, sollen beim OKH bereits die Vorschläge für strategisch wichtige Täuschungsmassnahmen eintreffen. Da Hitler als ersten Angriffstermin im Westen den 12. November 1939 bestimmt hat, muss das gesamte Täuschungsprogramm vom 5. November an startbereit sein. Am diesem Tag, dem 9. Oktober 1939, verständigt Oberst Oster, Leiter der Zentralabteilung der Abwehr, den mit ihm befreundeten niederländischen Militäratache, Major Gijsbertus Sas, von den geplanten Angriff auf Belgien, bei möglicher Schohnung Hollands. Oster ist seit der Ermordung von Ernst Röhm und anderen führenden Personen im Juni 1934 ein überzeugter Gegner des NS-Regimes, der Kontakte zu anderen Hitlergegnern innerhalb des Militärapparates unterhält. Diese Warnung ist die erste von vielen weiteren Nachrichten, die Oberst Oster in den nächsten sieben Monaten übermittelt. Da aber immer wieder der Angriff verschoben wird, und damit die angekündigten Ereignisse nicht stattfinden, wird die Glaubwürdigkeit von Oster angezweifelt. Am Donnerstag, den 19. Oktober 1939, ist der erste Offensiv-Aufmarschplan der OKH für einen Angriff im Westen fertig. Etwa zur gleichen Zeit gelingt es deutschen Geheimschriftexperten, den französischen Militärcode zu knacken. Der abgehörte Funkverkehr bestätigt, dass sich an der Nahtstelle bei Sedan zweitrangige Divisionen befinden. Nun werden auch die ersten Massnahmen zur Täuschung getroffen, den Einheiten der 7.Armee wird befohlen, Altwasserstellen am Rhein zu suchen an denen man das erbeutete Brückenbaugerät der Polen und Tschechen testen kann. Es wird zwar nicht direkt am Rhein, aber trotzdem sichtbar für den Feind gelagert. Die Posten der französischen und schweizerischen Seite registrieren sorgfältig die Zahl der eingesetzten Soldaten, die Art des Gerätes und was sonst noch militärisch interessant ist. Da ein Angriff auf die Maginot-Linie keine Erfolg verspricht, wird dieser von der Heeresgruppe C (GenOberst Ritter v. Leeb) am linken Flügel des Aufmarsches nur vorgetäuscht, hier sollen und müssen starke Truppen der Franzosen gebunden werden, damit die Heeresgruppen A und B im Norden überhaupt Erfolg haben können.Von einem auf den anderen Tag, wie aus dem Boden geschossen, künden Hinweistafeln zwischen Luxemburg und Basel von einer gewaltigen Militär-Sperrzone. Was sich dahinter verbirgt, kann jeder nach seiner eigenen Phantasie vermuten. Sogar die Umgruppierungen nach dem Sieg über Polen werden dazu genutzt die Franzosen zu täuschen: Die Verbände der aus Polen zurückkehren und nun die Heeresgruppen A und B verstärken sollen werden zuerst durch den Abschnitt der Heeresgruppe C geleitet. Die im grossem Rahmen durchgeführten Täuschungsoperationen bewirken damit schon jetzt die französische Niederlage, da diese voll darauf reinfallen. Ende Oktober 1939 beordert Hitler den Kommandant der 7. Fliegerdivision, Genaralmajor Student, zu sich. Dem überraschten Generalmajor wird der Plan zur Eroberung der Festung Eben Emael vorgelegt, die als stärkste Festung in Europa gilt, sie soll durch Fallschirmjäger genommen werden. Die Landung erfolgt mit Lastenseglern im ersten Büchsenlicht und soll die Verteidiger überraschen. Am Sonntag, dem 5. November 1939, eine Woche bevor wie geplant die Offensive im Westen, der "Fall Gelb", beginnen soll, unternimmt Generaloberst v. Brauchitsch den letzten Versuch, bei Hitler eine Verschiebung des Angriffstermins durchzusetzen. Seine Begründung: Die vorgesehene Neuaufstellung von 24 Divisionen brauche ihre Zeit und auch die Zuführung der schweren Panzer kann erst in den nächsten Monaten erfolgen. Am Sonntag, dem 12. November 1939, soll 15 Minuten bevor die Sonne aufgeht der Angriff im Westen beginnen, doch plötzlich einsetzender Regen verlangt einen Aufschub der Offensive, denn man braucht unbedingt gutes Wetter damit Luftwaffe und Panzer die gleichen hervorragenden Erfolge wie in Polen haben sollen. Den ganzen November über regnet es nun in Strömen, die Flüsse schwellen an und treten über die Ufer. Da man im Dezember nicht angreifen will,und kann, wird die Offensive auf das Frühjahr 1940 verlegt. Unterdessen zerbricht man sich, im Oberkommando des Heeres, die Köpfe darüber wie man die Panzerkräfte zum entscheidenden Vorstoss gegen die alliierte Streitmacht einsetzt. Sowohl General Guderian als auch Generalleutnannt v. Mannstein, Chef des Stabes der Heeresgruppe A (GenOberst Rundstedt), fordern das Zusammmenfassen der Panzerkräfte, um an einer bestimmten Stelle der Front den Durchbruch zu erzielen und ihn dann derart zu erweitern, damit die Schnelligkeit der Panzerwaffe ausgenutzt werden kann. Manstein ist davon überzeugt, dass der Gegner mit einer Wiederholung des Schlieffenplanes von 1914, dem Vorstoss über Belgien in Richtung Paris, rechnet. Daraufhin schlägt er vor, den Angriff an einen Abschnitt zu starten an dem der Gegner am wenigsten damit rechnet, die Ardennen, dort wo die Maginot-Linie endet. Karte Dieses waldreiche, unwegsame Gebirge, das einen Panzerangriff kaum zulässt, ist von den alliierten nur schwach gesichert. Von hier aus wird die linke Flanke der an der belgisch-französischen Grenze versammelten Truppen aufgerollt. Generaloberst v. Rundstedt stimmt Mansteins Idee zu. Sein Memorandium wird dem Oberkommando des Heeres übermittelt. Der altmodische und übervorsichtige v. Brauchitsch aber auch Halder lehnen Mansteins Plan kategorisch ab. Während der Führer im Winter 1939/40 die Vorbereitungen für den Angriff auf Frankreich vorrantreibt, wächst im Generalstab eine zeitweilig sogar verschwörerische Formen annehmende massive Opposition der massgeblichen Befehlshaber. Hitler setzt dessenungeachtet seine Idee der Westoffensive durch. Das Jahr 1940 | |||
Frankreichfeldzug
Das Jahr 1940: Januar bis 9. Mai |
Pläne gescheitert: Am 10. Januar 1940 wird ein deutsches Kurierflugzeug, mit dem vollständigen Operationsplan der bevorstehenden Offensive, vom Typ Me 108 durch schlechtes Wetter von seinem Kurs abgedrängt , bei Mechelen (Belgien) muss es notlanden. Es kann zwar ein grosser Teil der Unterlagen vernichtet werden, aus den Resten jedoch ist für die Belgier zu ersehen, dass ein deutscher Angriff auf Holland und Belgien bevorsteht. Hitler weigert sich zunächst, den Angriff abzusagen. Als jedoch beängstigende Nachrichten über das Ausmass der belgischen und holländischen Mobilmachung eintreffen, befiehlt Hitler die Verschiebung von "Fall Gelb" auf unbestimmte Zeit. Im Oberkommando des Heeres wird während dessen beschlossen den unbequemen General v. Manstein seines Postens zu enthoben. Im wird ein Infantriekorps in Pommern, dass nur auf dem Papier existiert unterstellt. Aus diesem Grund wird Manstein zu Hitler befohlen, wo er die Begegnung nutzt, um seine Pläne vorzulegen. Hitler ist sofort begeistert von diesem Plan durch die Ardennen anzugreifen, und macht sich den Plan zu eigen. Es ist aber auch wirklich ein kühner Plan, Panzer und Fahrzeuge durch ein derart schwieriges Gelände zu beordern, aber die Überraschung ist in diesem Fall alles. |
Anfang Februar 1940 werden in Koblenz bei der Heeresgruppe A Planspiele veranstaltet, denen schon Mansteins Pläne zugrunde liegen. General Guderian geht sogar noch weiter, und schlägt vor, wenn der Maasübergang erzwungen ist weiterzustossen, in Richtung Amiens und bis zur Kanalküste. Am Sonntag, dem 18. Februar 1940, wird dann der Manstein-Plan dann von Hitler, v. Brauchtisch und Halder entgültig beschlossen. Sechs Tage später wird bereits der neue Aufmarschplan vom OKH vorgelegt, der in die Geschichte eingehen wird unter der Bezeichnung "Sichelschnittplan". März 1940 wird von Spionagetätigkeiten beider Seiten und weiteren Täuschungsoperationen deutscherseits geprägt. Die Franzosen warten und warten auf den deutschen Angriff, General Gamelin erklärt, er würde den deutschen eine Milliarde Franc in Gold schenken, wenn sie endlich angriffen. |
Sorgen bereitet den alliierten allerdings die grossen Erdöllieferungen der Russen an das Deutsche Reich, ein Plan wird ausgearbeitet, der einen Angriff auf die Erdölindustrie im Kaukasus beinhaltet. Man ist der Meinung das diese Aktion die Sowjetunion am Rande des Zusammenbruchs bringen würde. Diese rührende Naivität übertrifft selbst den Optimismus Hitlers. |
Ende April 1940 wird von den Schweizern gemeldet, dass der Militärverkehr stark anschwillt: Die Anzahl der Züge und Kolonnen verdoppelt sich, der grösste Teil davon geht nach Süden. Man ist nun überzeugt davon, dass der Aufmarsch gegen die Schweiz anrollt. In Wirklichkeit ist das natürlich wieder eine grossangelegte Täuschungsoperation der Wehrmacht. Am Sonnabend, dem 27.April 1940, werden die Generäle Keitel und Jodl von Hitler verständigt, dass der Beginn der Westoffensive, der "Fall Gelb", für die Zeit zwischen dem 1. und 7. Mai 1940 vorgesehen ist. Alles ist bis ins Detail vorbereitet: Während im nördlichen Abschnitt die Heeresgruppe B (GenOberst v. Bock, 29 Divisionen) und in der Mitte die Heeresgruppe A (GenOberst v.Rundstedt, 45 Divisionen) angreifen, wird die 7. Armee (Gen. d. Art Dollmann) im Südabschnitt zwischen Luxenburg und der Schweiz strategisch wichtige Täuschungsoperationen durchführen, diese Armee ist der Heeresgruppe C unterstellt. Trotz aller Anstrengungen gelingt es dem alliierten Geheimdienst nicht, den Schwerpunkt des deutschen Angriffs aufzuklären. |
Am Mittwoch, dem 8. Mai 1940, wird widerum der Angriff verschoben, Hitler ist sehr erregt, aber er stimmt zu. Der Angriff ist jetzt für den 10. Mai vorgesehen. Am Donnerstag, dem 9. Mai 1940, einige Stunden vor dem deutschen Angriff, haben die Allierten über 144 Divisionen mit etwa 13975 Geschützen und 3380 Panzern, 37 Divisionen stehen der Heeresgruppe C gegenüber, die nur über 19 schwache Divisionen verfügt. Auf deutscher Seite stehen 141 Divisionen mit 7348 Geschützen und 2445 Panzern, dann noch 4020 Flugzeuge, davon 2224 Bomber. An diesem Tag erscheint in der französischen Zeitung "Le Figaro" ein Artikel der vor einem Angriff deutscher Fallschirmjäger warnt, knapp 24 Std. vor Beginn des vom deutschen Oberkommando höchst geheimgehaltenen Luftlandeunternehmens,das am nächsten Morgen die Offensive im Westen überraschend eröffnen soll. Wusste die Zeitung bereits Bescheid? Ebenfalls an diesem Tag legt Hitler den Termin für die Offensive endgültig auf Freitag, den 10. Mai 1940 um 5.35 Uhr, fest. Die Niederlande, Belgien und Luxenburg sollen angegriffen werden. Der Hauptstoss wird aber durch das schwierige Gelände der Ardennen bis an die Maas, in die Gegend von Sedan und weiter im grossen Bogen in Richtung Nordwesten nach Amiens sowie Boulogne an der Kanalküste führen. Der Verräter Oberst Oster warnt wiederum seinen holländischen Kollegen Major Sas, der dieses sofort weitergibt. Zu diesem Zeitpunkt haben 12 Prozent aller französischen Offiziere und Soldaten Urlaub. |
Frankreichfeldzug
Das Jahr 1940: 10.Mai bis 4.Juni | |
Am Freitag dem 10. Mai 1940, um 5.35 Uhr beginnt die deutsche Offensive im Westen mit dem Angriff auf Holland, Belgien und Luxenburg. Die ersten Angriffe der Luftwaffe gelten besonders den kleineren Luftstreitkräften Hollands und Belgiens. Die alliierten Truppen rücken Plangemäß nach Belgien vor, wobei sie von französischen und britischen Jägern unterstützt werden. Die deutschen Luftwaffen hat an diesem ersten Tag des Westfeldzuges starke Verluste, sie verliert binnen 24 Std. 304 Maschinen 51 werden beschädigt und beklagt 267 Tote an fliegendem Personal. | |
Aber, so unglaublich es klingen mag, die französische Armee ist trotz mancher Vorwarnung am Morgen des 10. Mai 1940 vom Einmarsch der deutschen Truppen überrascht worden. 15 Prozent der französischen Soldaten sind sogar noch im Urlaub als der Angriff beginnt. Erst um 6.45 Uhr erhalten die alliierten Truppen Befehl, nach Plan "D" (Dyle) zu handeln: Während der linke Flügel der Verbündeten in Belgien einrückt, sollen zwei schnelle französische Divisionen in Richtung Tilburg-Breda vorstoßen, um mit den holländischen Streitkräften Verbindung aufzunehmen. Nun schickt General Gamelin 30 Infantriedivisionen sowie 14 motorisierte und gepanzerte Divisionen nach Belgien und Holland. Damit macht er genau das, was Hitler mit seinem Angriff auf die beiden Länder beabsichtigt: Die Verbände werden in eine Falle gelockt, was sich nach dem deutschen Vorstoß durch die Ardennen zur Kanalküste in wenigen Tagen zeigen wird. In Holland und Belgien zeigen während dessen die deutschen Fallschirmjäger, was in ihnen steckt. Die wichtigen Übergänge über den Albertkanal bei Vroenhoven und Veldvezelt in der Nähe von Maastricht werden von ihnen besetzt, ohne das der Gegner sie in die Luft jagen kann. | |
Ihre absolute Bewährungsprobe, und Meisterstück, machen die deutschen Fallschirmjäger aber in Eben Emael. Diese 1935 fertiggestellte Festung gilt als die stärkste in Europa. Sie besteht aus Reihen von Stahlbeton-Kasematten, welche tief unter die Erde reichen, und deren Geschütztürme schwer gepanzert sind. Sie ist mit 1200 Mann besetzt, und gilt als uneinnehmbar. Die Artillerie der Festung beherrscht den gesamten Landstrich zwischen Lüttich und Maastricht. Mit der Sturmgruppe "Granit" (Oberlt. Witzig) die mit 11 Lastenseglern mitten im Fort abgesetzt werden erobern diese 84 Mann die stärkste Festung in Europa. Verluste auf beiden Seiten: Sturmgruppe Witzig 6 Tote und 20 Verwundete. Die Fortbesatzung verliert etwa 200 Mann. In Holland besetzt unterdessen die 18. Armee (Gen. d. Art. v. Küchler) die schwach gesicherte westfriesischen Gebiete und erreicht das Ostufer des Ijssel-Meeres. Die Ijsselstellung und auch die Peel- Linie werden am ersten Tag durchstoßen und von den Verteidigern aufgegeben. Am Abend des 10. Mai 1940 hat die 6. Armee (GenOberst v. Reichenau) die Maas und den Albertkanal überschritten. Die Belgier müssen daraufhin die ganze Vorfeldbesatzung von Lüttich unter Preisgabe der Befestigungswerke hinter die Maas zurücknehmen. Von Anfang an gelingt es der deutschen Luftwaffe die Luftherrschaft über dem französischen Raum zu gewinnen. Die deutschen Messerschmidt-Jäger Me 109 sind denen der Franzosen hochüberlegen, von den ebenbürtigen Jagdflugzeugen vom Typ Dewoitine 520 besitzen sie nicht viele. | |
Am Sonntag, dem 12. Mai 1940, erreichen die weit vorauseilenden deutschen Panzer die Maas nördlich von Dinant. Die belgischen Truppen müssen, um nicht abgeschnitten zu werden, hinter die Maas ausweichen. Den französischen Pionieren gelingt es insgesamt 43 Maas-Brücken zu sprengen, aber auch dieser verzweifelte Akt kann den deutschen Durchbruch bei Sedan nicht verhindern. Die noch zurückhängende Artillerie wird durch Stukas ersetzt. Außerdem greifen die Panzer nicht nur am Tag, sondern auch in der Nacht an und feuern im Fahren, eine Taktik, die die Franzosen zum ersten mal erleben. Um 15.00 Uhr dieses Tages sichtet ein französischer Aufklärer bei seinem Flug über Maas und Ardennen bis nach Dinant überall in den Waldgebieten deutsche Panzerkolonnen auf dem Vormarsch. Der Pilot alamiert sofort das Hauptquartier von General Georges. Dieser Meldung wird aber keinen Glauben geschenkt und nicht weiterverfolgt. Um 16.00 Uhr beginnt pünktlich die Luftwaffe ihren Angriff auf Sedan. Während die ersten Staffeln der Stukas das Zielgebiet anfliegen, überqueren gleichzeitig die bereitstehenden Stoßtrupps mit Sturmbooten die Maas. Bis zum Einbruch der Dunkelheit haben Infantrieeinheiten die Uferbefestigungen der Maigot-Linie durchstoßen und beiderseits Sedan Fuß gefaßt. Zur selben Stunde erreichen die Vorrausabteilungen der 9. Panzerdivision Moerdijk, 25 km südlich von Rotterdam. Deutsche Fallschirmjäger haben schon am 10. Mai die strategisch wichtigen Eisenbahn- und Straßenbrücken von Moerdijk im Handstreich genommen. Diese beiden Brücken sind die einzigen, über der die deutschen Panzer nach Rotterdam vorstoßen können, damit werden die Holländischen Streitkräfte in zwei Teile gespalten. Der 9. Panzerdivision gelingt es motorisierte Verbände der 7. französischen Armee aufzuhalten und verhindert damit, daß die Franzosen mit den Holländern Verbindung aufnehmen können. Die letzte Hoffung der Alliierten, Holland zu stärken ist damit entschwunden. Am Nachmittag des 14. Mai 1940, hat Guderian mit seinen drei Panzerdivisionen die Maas bei Sedan überquert. Nachdem ein verspäteter französischer Gegenangriff abgeschlagen ist schwenken die Panzerverbände überraschend nach nach Westen ab. Die Alliierten befürchten zu dieser Zeit immer noch einen Angriff deutscher Truppen auf die Schweiz, der noch von den Deutschen vorgetäuscht wird und von Goebbels (Propaganda Minister) unterstützt wird indem er erklärt: "Das es binnen zweimal 24 Stunden in Europa keine neutrale Staaten mehr geben wird". Was ja nur heissen kann das die Schweiz, die noch neutral ist, angegriffen wird. Am Mittwoch, dem 15. Mai 1940, einen Tag nachdem die französische Heeresgruppe 1 (Gen. Billotte) in Westbelgien ihren Aufmarsch an die Dyle-Linie beendet hat, unterzeichnen die Holländer um 11.45 Uhr die Kapitulation. | |
Am 16. Mai 1940 treffen der französische und der deutsche Panzerexperte aufeinander: Charles de Gaulle versucht mit der frisch aufgestellten 4. französischen Panzerdivision dem deutschen Panzer-Vater Guderian in die tief ausgedehnte linke Flanke zu fallen. Schnell zusammengeraffte Sperrverbände schlagen den Angriff de Gaulles zurück. 17. Mai 1940, sieben Tage hat die Offensive bisher gedauert - der Durchbruch durch die französische Verteidigung war gelungen, der Weg zur Kanalküste frei. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt wird Hitler von einer nahezu hysterischen Nervösität gepackt. Ihm erscheint mit einem Male das rasche, erfolgreiche Vordringen geradezu unheimlich. Er meint Gefahren erkannt zu haben, die die weit überdehnten Flanken mit sich bringen und er macht sich Gedanken ob die weit vorgepreschten Panzereinheiten noch mit Nachschub versorgt werden können. Jetzt fängt auch noch General von Kleist an zu zaudern, und wirft seinem Untergebenen, dem General Guderian, das flotte Vorpreschen vor. Guderian, bekannt für seine Jähzornige Art, bittet um Enthebung vom Kommando. Kleist stimmt prompt zu, doch Generaloberst von Rundstedt, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A, widerspricht und schickt den schwäbischen Generalobersten List zu Guderian. Dieser erklärt ihm das von Kleist auf Führeranweisung gehandelt habe. List verfügt: Guderian habe sein Kommando zu behalten, nicht so rasch vorzustroßen, ist aber berechtigt, "kampfkräftige Aufklärung" vorzutreiben. Und Guderian wäre nicht Guderian würde er diesen Befehl nicht ausnutzen, er treibt mit allen Kräften die er zur Verfügung hat "Aufklärung". Er stößt weiter in Richtung Kanalküste vor, überquert die Oise, erreicht St. Quentin und am am Mittag des 20. Mai 1940 Amiens. Wenig später, in der Nacht zum 21. Mai 1940, und damit 10 Tage nach nach Feldzugbeginn, erreicht die erste deutsche Truppe die Kanalküste - ein Bataillon der 2. Panzerdivision. Das war Guderians "kampfkräftige Aufklärung". Ihre Folge: Besetzung der drei wichtigsten Kanalhäfen. Boulogne fällt am 21. Mai 1940 in deutsche Hand, der Angriff auf Dünkirchen wird verschoben und der Angriff auf Calais gestaltet sich äußerst schwierig. Während dessen fahren die deutschen Panzerdivisionen durch Frankreich, wie Schiffsgeschwader durch die hohe See. Rommel tobt mit seiner "Gespensterdivision" in einem 120 Kilometer weiten Nachtmarsch durch Frankreich. Am Morgen des 17. Mai hatte er 10 000 Kriegsgefangene eingebracht und an die 100 Panzer erbeutet. Die Verluste der Division: 35 Tote und 59 Verwundete. Am Donnerstag, dem 23. Mai 1940, greifen die Panzerdivisionen der Panzergruppe Kleist an der Kanalküste an. Nach erbittertem Kampf fällt Boulogne-sur-Mer, während Calais inzwischen eingeschlossen ist. Andere Panzerverbände erreichen Lorette. Die 7. Panzerdivision (GenMaj. Rommel) umfährt Arras westlich und bedroht die rückwärtigen Verbindungen der dort noch im Kampf stehenden britischen Truppen. Am Nachmittag teilt Göhring dem Führer telefonisch mit, die große Aufgabe der nationalsozialistischen Luftwaffe sei es jetzt, die sich auf Dünkirchen zurückziehenden Engländer zu zerschlagen. Am Montag, dem 27. Mai 1940, befiehlt die britische Admiralität, sofort mit der Operation "Dynamo", zu beginnen. Am Dienstag, dem 28. Mai 1940, unterzeichnet König Leopold III. die Kapitulation der belgischen Armee. Er weigert sich das Land zu verlassen, und begibt sich in deutsche Kriegsgefangenschaft. Durch diese Kapitulation vergrößert sich die Gefahr für die Briten vom Meer abgeschnitten zu werden. Die eingeschlossenen englischen und französischen Divisionen stehen zur Zeit in einem 80 Kilometer langen und 50 Kilometer breiten Kessel, der sich an das Meer anlehnt und sich nach Südosten bis über Lille hinaus erstreckt. Nur 17804 Soldaten werden am ersten Tag der Operation "Dynamo" über den Kanal nach England gebracht. Am nächsten Tag gelingt es schon 47310 Mann zu evakuieren. Am Donnerstag, dem 30. Mai 1940 dem dritten Tag der Operation "Dynamo", werden insgesamt 860 Schiffe aller Art eingesetzt, die 53823 Mann nach England zurückbringen. Die deutsche Luftwaffe die ja dazu auserkoren wurde dieses zu verhindern, kann nicht viel dagegen machen, da die Flugplätze viel zu weit entfernt oder das Wetter einfach zu schlecht ist. So stehen sind 300 Bomber einsatzbereit, können aber wegen tiefhängender Wolken nicht starten. Entscheidend aber ist, daß tagsüber die Luftüberlegenheit an diesem Ort bei den Engländern liegt, mit den erstmalig eingesetzten Spitfire-Jägern. Am Freitag, dem 31. Mai 1940, dem vierten Tag der Operation können 68014 alliierte Soldaten evakuiert werden. Die See ist weiterhin ruhig, ununterbrochen pendeln kleine Boote zwischen dem Strand und den vor der Küste wartenden Schiffen. Von der deutschen Kriegsmarine ist überhaupt nichts zu sehen, weder Überwasserschiffe noch U-Boote. Am 1. Juni 1940 erreicht der Rückzug aus Dünkirchen seinen Höhepunkt. Es werden 64429 Soldaten übergesetzt. Am Morgen des 2. Juni 1940, stehen noch etwa 4000 britische Soldaten mit sieben Flak und 12 Pak in Dünkirchen und verteidigen zusammen mit beträchtlichen französischen Kräften den immer enger werdenden Brückenkopf. Die Evakuierung ist jetzt nur bei Dunkelheit möglich. Am frühen Morgen des 4. Juni 1940, werden die letzten britischen Nachhuten eingeschifft. Etwa 34000 französische Soldaten, die zum Teil noch im Gefecht mit den deutschen Truppen stehen, müssen zurückgelassen werden, obwohl viele Schiffe fast leer sind. Um 3.30 Uhr verlässt der letzte Truppentransport, der britische Zerstörer Shikari, mit 338 Mann den Hafen von Dünkirchen. In dieser Nacht wurden 26256 Mann evakuiert. Nur einige Stunden später meldet die 4. deutsche Armee (GenOberst v. Kluge) die Einnahme der Stadt und des Hafens von Dünkirchen. Durch die Operation "Dynamo" die in der modernen Kriegsführung keine Parallele hat, sind insgesamt 225000 Engländer und 112000 Franzosen, jedoch unter zurücklassen fast ihrer gesamten Ausrüstung, evakuiert worden. Von 848 Schiffen aller Art gehen 272 Einheiten, darunter neun Zerstörer, durch Bombenangriffe verloren, ebenso 163 Klein- und Kleinstfahrzeuge. | |
An diesem Dienstag, dem 4. Juni 1940 geht auch die Schlacht von Flandern zu Ende. Rund 80 Divisionen sind zerschlagen. Das OKW gibt den Sieg in der "größten Vernichtungsschlacht aller Zeiten" bekannt. Immerhin sind 1,2 Millionen Kriegsgefangene, dazu Tausende von erbeuteten Geschützen, Flugzeugen und Panzern Verlustziffern wie sie die Geschichte noch nicht erlebt hat. Im Reichsgebiet befiehlt Hitler, drei Tage lang die Glocken zu läuten und acht Tage lang flaggen zu lassen. | |
Fall "Rot"
Das Jahr 1940: 5. bis 26. Juni | |
Nachdem am 4. Juni 1940 die letzen Briten das Festland verlassen haben stehen nun die Franzosen alleine den Deutschen gegenüber und sie machten sich trotz aller Niederlagen immer noch Hoffnung die Deutschen aufzuhalten. Aber da war wohl doch viel Wunschdenken dabei: Vor dem 10. Juni, so hatte der Französische Generalstab kalkuliert, vor dem 10. Juni könnten die Deutschen unmöglich losschlagen. Die Zeit bis dahin benötigten sie auch unbedingt um Nachschubgüter heranzuschaffen, zur Wartung, Instandsetzung und personellen Ergänzung - schließlich auch zur Planung der neuen Operationen, zur Einweisung der Führer und Unterführer, zur Ausbildung und schließlich zu den erforderlichen Aufmärschen. Karte | |
Wieder einmal hatte sich die französische Führung verrechnet: Nach dem Luftwaffenunternehmen Paula vom 3. Juni trat zwar eine kurze Pause ein, doch bereits am 5. Juni 1940, morgens um 5 Uhr, donnern die Feuerschläge der deutschen Artillerie, erscheinen wieder einmal Stukas als kleine Pünktchen am Himmel und stürzen sich aus 4000 Meter Höhe auf die Beute. Mit klirrenden Ketten und dumpf dröhnenden Motoren preschen die Panzer durch das Gelände. Die Panzer geben sich gegenseitig Feuerschutz: Einer fährt hinter einer Mauer, einen Hügel, einen Busch in Deckung und feuert auf Ziele der französischen Verteidigungsstellung, während der Nachbarspanzer zügig vorrollt, seinerseits wieder in Deckung geht und das Feuer eröffnet, damit werden die Franzosen gezwungen sich in Deckung zu schmeißen, und damit den aufrückenden Panzern ein ungefährdetes Nachkommen ermöglicht. Hinter den Panzern treten nun die Schützenlinien der deutschen Infanterie aus den Waldrändern den Ortschaften heraus ins Freie. Fünf Schritt Abstand von Mann zu Mann, nach Gruppen, Zügen, Kompanien und Bataillonen gegliedert, einheitlich ausgebildet nach der Heeresdienstvorschrift HDv 130/2a "Die Schützenkompanie" , Abschnitt "Angriff von 1000 Metern bis zum Einbruch". Es war in gründlicher Ausbildung drillmäßig geübt worden: Die Infanteristen laufen einzeln, zunächst in langen, dann immer kürzer und schneller werdenden Sprüngen über das Gelände und werfen sich abwechselnd und selbstständig hin, dabei die geringste Deckung ausnutzend. Der liegende Infanterist schießt auf die Mündungsblitze feindlicher Gewehr-und Maschinengewehrschützen, zwingt sie damit in Deckung und ermöglicht seinen Nebenmann einen durch Feindfeuer nur wenig gefährdeten Sprung. Zu diesem letzten entscheidenden Schlag sind aufmarschiert: Die Heeresgruppe B an der Somme, die Heeresgr. A in der Champagne und die Heeresgr. C im Frontabschnitt Luxemburg bis zur Schweizer Grenze. Die Heeresgr. B soll zunächst an der Somme durchbrechen, Paris nehmen und weiter Richtung Süden vordringen, später die Bretagne besetzen und bis zur Spanischen Grenze vordringen. Die Heeresgr. A soll während dessen in der Champagne angreifen, durchbrechen und die französische Ostarmee im Rücken packen. Die Heeresgr. C soll später die Maginotlinie in Lothringen und im Elsass an zwei Stellen durchstoßen. Schon zu diesem Zeitpunkt machen sich die französischen keine Hoffnung mehr den Kampf gegen das Deutsche Reich zu gewinnen, in ihrem neuen Oberbefehlshaber Weygand haben sie aber mehr zutrauen als zu dessen Vorgänger, da er von der starren Verteidigung zu einer Staffelung in der Tiefe gewechselt hat. Nun da es zu spät ist kommen endlich kurze klare Befehle von der Führung. Am 5. Juni 1940 bricht dann Rommel an der Sommefront durch und startet seinen legendären Vorstoß durch die französischen Linien zwischen Abbeville und Amiens, die Gespensterdivision war geboren.Querfeldein, feindliche Stützpunkte meidend donnert Rommel mit seiner Panzerdivision unaufhaltsam in die Ferne, dabei gelingt es ihm die französische 17. Leichte mechanisierte Division beim Ausladen vom Bahntransport zu überraschen die gerade formierenden Kolonnen zu durchstoßen, und ohne sich aufhalten zu lassen, weiterzurollen. Am Abend des 7. Juni 1940 starren die Einwohner der Stadt Forges überrascht auf eine Kolonne staubiger Panzer mit Balkenkreuz, sie dröhnen durch die schattigen Alleen, dann war der Spuck vorbei und es war wieder Ruhe im Ort, die Gespensterdivision.... .... Der linke französische Flügel wird an diesem Tag von den übrigen Teilen des IX. Korps abgeschnitten und im Raum Rouen-Dieppe eingekesselt. Am Sonntag, dem 9. Juni 1940, startet nun auch die Heeresgruppe A (GenOberst v. Rundstedt) mit der 2., 12. und 16. Armee sowie der Panzergruppe Guderian in der Champagne. Die 12. Armee kann nach harten Kämpfen einen Brückenkopf westlich von Rethel bilden, aus dem am nächsten Tag zwei Panzerdivisionen der Gruppe Guderian vorstoßen. Verzweifelte Gegenangriffe französischer Reserven von Osten her bleiben erfolglos. In nur zwei Tagen ist der französische Sperriegel an der Aisne zerschlagen. Unterdessen hat die Heeresgruppe B mit Unterstützung der Luftflotte 3 die untere Seine erreicht. Am 10. Juni 1940 erklärt Italien, nachdem es nicht mehr viel von zu befürchten hat Frankreich und Großbritannien den Krieg. Von Hitler werden die "Erntehelfer" nun verspottet, natürlich nur hinter verschlossenen Türen. Am 11. Juni 1940 greifen die Italiener Frankreich an, werden aber bereits am ersten Kampftag aufgehalten und nach verlustreichen Kämpfen hinter ihre Grenze zurückgetrieben. Bis zum Waffenstillstand gelingt es den schwachen Italienern nicht, auch nur einen Sieg gegen die Franzosen zu erzielen.... Am Mittwoch, dem 12. Juni 1940, weiß General Weygand, dass der deutsche Sieg nicht mehr abzuwenden ist. Er notiert in sein Tagebuch: "Mein Entschluss steht unerschütterlich fest. In einigen Stunden werde ich die Regierung ersuchen, um Waffenstillstand zu bitten." Colonel de Gaulle, Unterstaatssekretär im Kriegsministerium, wiederspricht ihm. De Gaulle will den Krieg von Nordafrika aus weiterführen, was aber von Weygand abgelehnt wird. | |
Arbeit zitieren:
Tina Krusel, 2001, Der 1. Weltkrieg, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Tina Krusel hat den Text Der 1. Weltkrieg veröffentlicht
Tina Krusel hat einen neuen Text hochgeladen
Ronny hat den Text Der 1. Weltkrieg kommentiert
Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert
Ilse Utz, Jay Winter, Geoffrey Parker, Mary R. Habeck
Erster Weltkrieg. Zweiter Weltkrieg
Ein Vergleich. Krieg, Kriegser...
Bruno Thoß, Hans-Erich Volkmann
Junge Soldaten im Zweiten Weltkrieg
Kriegserfahrungen als Lebenser...
Ulrich Herrmann, Rolf-Dieter Müller
Grundkurs deutsche Militärgeschichte 2. Das Zeitalter der Weltkriege 1...
Völker in Waffen
Ernst Willi Hansen, Karl-Volker Neugebauer
Deutsche Kommandeure im 2. Weltkrieg
Waffen-SS, Luftwaffe und Marin...
Gordon Williamson, Malcolm McGregor
Ronny
1. Weltkrieg.
naja, nicht sehr gelungen. sehr viel informationen hast du, aber nicht sehr übersichtlich.
am Saturday, June 02, 2001-