2
Wer bittet, empfängt! (Mt 7,7) Gott will, dass wir wie Kinder unsere Bitten zu ihm als Vater bringen.
Immer wieder sagt Gott in der Bibel zu uns „Fürchte dich nicht!“, und das nicht ohne Grund: Je weniger wir uns fürchten, desto mehr glauben/ vertrauen wir Ihm! Angst hängt also mit unserem Glauben zusammen. Wenn wir uns von unseren Sorgen niederdrücken lassen, vertrauen wir Gott nicht, dass er bei uns ist und uns helfen will! Gott will sich um unsere Sorgen kümmern. (Philipper 4,6; Matthäus 6,33) Gott will uns nicht überfordern: Wir haben verschiedene Gaben bekommen, die wir einsetzen sollen. Wir dürfen uns aber nicht mit anderen vergleichen und sagen, was der tut muss ich auch tun! Jesus sagt, dass er ein „sanftes Joch“ und eine „leichte Last“ hat (Matthäus 11, 28-30). Er will uns erquicken und erfrischen.D.h. er wird nie mehr von mir verlangen, als ich geben kann.Gott will keine Höchstleistungen, er ist nicht auf Rekorde scharf, sondern auf uns selbst.
Wir sollen uns keine unerreichbare christliche Perfektheitsmesslatte aufstellen, nein, Gott will, dass wir ihm „einfach“ vertrauen und zu ihm kommen !!! Er will, dass wir mit Ihm seine Freude teilen bis in alle Ewigkeit.
Was Gott auf jeden Fall will, ist alles, was seinem Wesen gemäss ist. Um das herauszufinden, müssen wir mit Gott vertraut werden. Die Bibel erzählt uns viel über das Wesen Gottes! Gott ist Liebe (1. Joh 4,16): Dies ist das Grundgerüst. Darin muss alles eingebettet sein, was wir als Gottes Willen meinen erkannt zu haben. Liebe ist die Freude am Wohlergehen des anderen! Die Liebe zu anderen kann nur dadurch entstehen, dass wir uns selbst (grundlos) zuerst von Gott geliebt fühlen. Dazu müssen wir uns aber erst beschenken lassen, wie vorher schon erwähnt! Wenn man aber selbst liebesleer ist, wie kann man dann andere lieben? Aus welcher Quelle? Dann wird der Wille Gottes nur noch Krampf und Kampf und keine „leichte Last“, wie Jesus sagt.
Es gibt mind. 4 verschiedene Bereiche des klaren Willen Gottes unterteilt in 2 Kategorien:
I Der Wille Gottes an und in mir:
1.Thess 4,3:
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„Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung...“: Heiligung heisst, dass wir Gott gehören, mit ihm Gemeinschaft haben, Umgang mit Gott haben, Gott immer ähnlicher werden, mit ihm täglich rechnen.
1.Thess 5,16-18:
„Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlaß, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.“
II Der Wille Gottes durch mich
1.Petr 2,15: „Denn das ist der Wille Gottes, dass ihr mit guten Taten den unwissenden und törichten Menschen das Maul stopft.“
Wohltun: Wir sollen anderen Gutes tun und sie damit von der Liebe Gottes überzeugen.
1.Tim 2,4: „Welcher (=Gott) will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ Gott will, dass alle Menschen zu ihm finden! (Joh 3,16; 1.Tim 2,4) Und dazu beauftragt er uns: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt 28,18-20)
Wir haben also genügend zu tun, wenn wir wissen wollen was Gottes Wille ist.
Gibt es nur einen ganz bestimmten Willen für mich?
Gott „mutet“ uns oft einen Spielraum zu, in dem wir uns frei bewegen dürfen. Ein fester Plan in allen Einzelheiten wäre zwar oft schön, da einfach, aber auch nicht mehr lebendiges Leben, Leben in Freiheit.
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Der Wille Gottes ist zuerst einmal unabhängig von Ort, Aufgabe und Zeit. Hier gibt es zum einen so etwas wie „Daueraufträge“ Gottes: Ich muss nicht ständig Gott fragen, was ich als nächstes tun soll. In der Bibel gibt es genügend Aussagen über den Willen Gottes, die fest bleiben und dauernd gelten!
Zum anderen gibt es noch die individuelle Führung Gottes. Jetzt wird’s ganz konkret: Gott hat an vielen Stellen in seinem Wort verheissen, dass er uns führen will (Psalm 4,4) Es ist wichtig den Willen Gottes zu tun. Dann werden wir auch merken, dass Gott uns führt! (siehe neben vielen anderen Gestalten in der Bibel z.B. Paulus: Er tat den Willen Gottes [Das Evangelium verkünden] und Gott führte in durch den Heiligen Geist! Ausserdem müssen wir besonders beachten, dass wir den Willen Gottes unbedingt in der Gemeinschaft mit Gott ausführen, damit er uns auch korrigieren bzw. führen kann.
Vor schwierigen Entscheidungen
a)Wieviel Zeit habe ich? Wenn ich mich erst in 6 Monaten entscheiden muss, kann ich mir auch getrost Zeit lassen!
b)Wären, im Falle einer Fehlentscheidung, die Konsequenzen wirklich so schlimm? Ich kann mich in meiner Entscheidungsnot sehr entlasten, wenn ich sehe, dass ich meine Entscheidung korrigieren oder revidieren kann.
c) Beraten lassen von Freunden, die mich kennen. Dabei ist „ange-wandtes Gebet“ wichtig: „Weise mir, Herr, deinen Weg!“ (Psalm 86,11) Nicht unter die Bettdecke verkriechen und warten bis jemand an der Tür klingelt, sondern losgehen, die Augen für Gottes Wegzeichen offenhalten und im Gespräch mit Gott bleiben! Gott mutet uns oft zu, loszugehen und auch selbst Entscheidungen zu treffen. Wenn wir dann einen Weg einschlagen haben, ist Gott bei uns und segnet unser Tun. (Gott ist übrigens auch dann noch bei uns und will uns helfen, wenn wir tatsächlich den falschen Weg gegangen sind! WICHTIG: Alle Dinge dienen uns zum Besten! (Rö 8,28). Darauf dür- fen wir vertrauen!
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Auf Gott hören!
„Hören möchte ich, was Gott der Herr redet.“ (Psalm 85,9) So müssten eigentlich immer unsere Gebete abschliessen. Meistens reden nur wir beim Beten. Wir lassen Gott nicht zum Zug kommen. Wir pumpen unsere ganze Zeit mit den verschiedensten Sachen voll und lenken uns ab. Es ist gerade in unserer Zeit eine absolute Seltenheit nur einmal ganz ruhig dazusitzen. Wenn wir mal nichts im Terminkalender haben, finden wir andere Sachen (z.B. Internetsurfen, fersehen, Musik hören, schlafen, weggehen usw.)
Wir brauchen uns nicht zu wundern, warum wir das Gefühl haben, dass Gott zu uns nicht mehr so redet, wie zu vielen Menschen in der Bibel. Wann geben wir Gott denn überhaupt eine Chance dazu? Jesus ist vor Beginn seiner Wirksamkeit erst 40 Tage in die Wüste sowie vor jeder wichtigen Entscheidung vor Gott ins Gebet gegangen. Vor seiner Kreuzigung hat er die ganze Nacht im Gebet verbracht. Wenn Jesus schon so viel Zeit im Hören auf Gott verbracht hat, warum denken dann wir, dass wir es nicht nötig haben?! Gott wird uns kaum durch unseren Lärm anbrüllen, damit wir hören.
Oft wissen wir längst, was wir zu tun haben und tun es nicht. Es schlummert schon längst in uns, weil es Gott in uns bereits hineingelegt hat. Vor allem sollten wir uns fragen, ob wir den Willen Gottes eigentlich wirklich tun wollen. Frage ich nur (scheinbar fromm) immer nach Gottes Willen, um das Tun zu vermeiden? Gott sucht Menschen, die seinen Willen tun wollen und nicht nur davon reden (Mt 7,21).
Ausserdem sollten wir uns von dem Gedanken lösen, dass Gott bestimmt etwas von uns will, was uns gar nicht gefällt. („Ich will nicht in die Mission gehen, aber Gott wird es dann bestimmt wollen....“) Sicher, es kann schon sein, dass es für uns oft unbequem ist, Gottes Willen zu tun, weil wir manchmal aufstehen müssen und anpacken, aber Gott ist gut und will das Allerbeste für uns. Darauf ist Verlass!
Arbeit zitieren:
Christine Schneider, 2000, Den Willen Gottes erkennen, München, GRIN Verlag GmbH
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