tiert im Tempel mit den Schriftgelehrten (Lk 2,41ff.). Bei seiner letzten Reise nach Jerusalem weinte Jesus über die unbußfertige Stadt (Mt 23,37-39). Später prophezeite er ihre Zerstörung (Lk 19,41-44). Jesus zieht in Jerusalem als verhüllter König ein (Mt 21,12-16), reinigt den Tem- pel (Mt 21,12-16) und diskutiert mit den Pharisäern und Schriftgelehrten im Tempelvorhof (Mt 21,23-22,46).
Jerusalem und seiner näheren Umgebung war auch Schauplatz der Passionsberichte (Von der Einsetzung des Abendmahls über die Verhaftung bis Kreuzigung) sowie der Auferstehung und der Himmelfahrt Jesu. Auch die Berichte in der Apostelgeschichte über die Ausgießung des Heiligen Geistes, sowie die Entstehung der Urgemeinde sind fest mit Jerusalem verbunden. Auch die für die Heidenmission wichtige Apostelversammlung (Apg 15) fand in Jerusalem statt.
2 Nazareth
2.1 Die geographische Lage
Nazareth lag in (Unter-)Galiläa an der Römerstraße nach Jerusalem in einem Hochtal auf einem der Südausläufer der Kalkberge des Libanon. Nach Süden fällt der Bergzug steil zur Jesreel- Ebene (um 100 m) ab. Die durchschnittliche Höhe des Talbodens beträgt 350-370 m. Die Randberge erheben sich mit dem Nebi Sain in Norden bis 488 m. Von dieser Höhe reicht der Blick im Westen bis zum Karmel und auf das Mittelmeer, im Norden zum Hermon, im Osten ü- ber den Tabor und die Jordan-Senke bis zu den Bergen von Gilead, im Süden über die Jesreel- Ebene bis zum Gebirge von Samaria.
2.2 Die geschichtliche Entwicklung
Nazareth wird im AT nicht erwähnt, obwohl Ausgrabungen Hinweise auf eine Besiedlung der Gegend von der Bronzezeit an erbrachten und Grabstätten von der Eisenzeit bis zur Zeit der Hasmonäer gefunden wurden.
2.3 Die wirtschaftliche Bedeutung
Das milde Klima schafft gut Voraussetzungen für eine ertragreiche Landwirtschaft. Der Talgrund eignet sich für Getreide- und Flachsanbau, die Berghänge für Wein, Feigen- und Ölbäume. Durch die hervorragende Verkehrsanbindung hatte Nazareth gute Verbindungen zur Außenwelt
2.4 Besonderheiten
Der sonst unbedeutsame Ort Nazareth lag im gering bzw. heidnisch angesehenen Galiläa (Joh 1,46) und es war für die Juden unbegreiflich, daß aus dieser Stadt der Messias kommen sollte.
2.5 Die Beziehung zum Leben Jesu oder anderen neutestamentl. Begebenheiten
In Nazareth wuchs Jesus auf. Er bekam die Stadt als Beinamen: „Jesus von Nazareth“ bzw. „Nazarener“ (z.B. Mk 10,47). Sogar die ersten Christen bekamen diese Bezeichnung (Apg 24,5). Die Evangelien berichten, daß er in seiner Heimatstadt nicht anerkannt wurde und keinen Glauben fand (z.B. Mt 13,53-58). Er sprach dort in der Synagoge über die Erfüllung der Jesaja- verheißung (Lk 4,16ff). Nachdem er aus der Stadt hinausgestoßen wurde, kehrte er offensicht- lich nicht mehr nach Nazareth z urück, auch wenn es als seine Vaterstadt bekannt war (Mt 21,11).
3 Kapernaum
3.1 Die geographische Lage
Kapernaum war eine Stadt am Nordwestufer des Sees Genezareth, an der Straße von der Mittelmeerküste nach Damaskus, mit einem kleinen Fischerhafen. Es lag in (Ober-)Galiläa an der Grenze zwischen den Herrschaftsgebieten des Philippus und des Herodes Antipas.
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3.2 Die geschichtliche Entwicklung Der Name geht auf ein hebräisches „kephar nachum“ (= Dorf des Nahum) zurück. Einzelfunde aus der Stein- und Bronzezeit bezeugen eine sporadische Besiedlung. Frühe Gebäudereste sind bisher nur aus dem 13. Jh.v.Chr. nachgewiesen. Die eigentliche Geschichte von Kaper- naum beginnt nach dem Exil mit Funden aus dem 5. Jh.v.Chr. Dort war es eine persische Sied- lung, die sich in hellinistischer Zeit ab dem 2. Jh.v.Chr. weiter ausbreitete.
3.3 Die wirtschaftliche Bedeutung
Kapernaum war ein vergleichsweise wohlhabendes Großdorf. Es besaß ausgedehnte Hafenan- lagen für den damals sehr ertragreichen Fischfang. Die Landwirtschaft muß relativ hochentwi- ckelt gewesen sein, da zahlreiche Ölpressen und Getreidemühlen gefunden wurden, für die Ka- pernaum ein Herstellungsort war. Außerdem gab es eine Produktion von Glaswaren. Wegen der politischen Grenze befand sich im Ort eine Zollstation (Mt 9,9) und eine römische Truppen- abteilung (Lk 7,2).
3.4 Besonderheiten
Kapernaum ist einer der am häufigsten in den Evangelien erwähnten Orte. Obwohl Jesus dort mächtige Taten vollbrachte, kam es zu keiner Umkehr. Es wurde von Jesus verstoßen (Mt 11,23).
3.5 Die Beziehung zum Leben Jesu oder anderen neutestamentl. Begebenheiten
Jesus machte Kapernaum in der ersten Zeit seines Wirkens zu seinem Wohnsitz (Mt 4,13-17). Es wurde so zu „seiner Stadt“ (Mt 9,1). Hier heilte er die Schwiegermutter des Petrus (Mk 1,29) und den Gelähmten, der durch das Dach hinabgelassen wurde (Mk 2,3). In dieser Stadt wohnte der Hauptmann, dessen Knecht durch Jesu Wort gesund wurde (Mt 8,5ff), und der königliche Beamte, dessen Sohn er heilte (Jh 4,46ff). Außerdem wohnten in Nazareth der Synagogenvor- steher Jairus, dessen Tochter Jesus von den Toten auferweckte (Mk 5,22ff.35ff), und der Zöllner Matthäus, der den Meister in seinem Haus bewirtete (Mk 2,14+15). In der Synagoge heilte Je- sus den Besessenen (Mk 1,21ff), den Mann mit der verdorrten Hand (Lk 6,6ff) und hielt hier die große Rede vom Brot des Lebens (Jh 6,59).
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Arbeit zitieren:
Christine Schneider, 2000, Jerusalem, Nazareth, Kapernaum, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Exegese der Sturmstillungsgeschichte, Matthäus 8, 18-27
Theologie - Biblische Theologie
Seminararbeit, 18 Seiten
Exegese Mt 8,23-27 (Das Rettungswunder von der Stillung des Sturmes)
Theologie - Biblische Theologie
Hausarbeit, 21 Seiten
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