Phase 2: Phase der Problemdefinition und Formulierung Die problematische Situation soll in allen wesentlichen Aspekten erkannt werden und ein konkretes Problem soll formuliert werden.
Phase 3: Phase der Entwicklung von Alternativen Es sollen verschiedene Lösungswege gesucht werden. Das Zusammentragen unter- schiedlicher Lösungsvorschläge erfolgt dabei zunächst ohne Berücksichtigung der Durchführbarkeit.
Phase 4: Entscheidungsphase
Die Lösungsalternativen werden auf ihre jeweiligen Konsequenzen hin beurteilt und diejenige Strategie wird ausgewählt, die für am besten geeignet gehalten wird.
Phase 5: Phase der Verifikation
Der ausgewählte Lösungsvorschlag wird in die Praxis umgesetzt und auf seine Brauchbarkeit hin überprüft.
Das Modell der kooperativen Entscheidungsfindung
Allgemeine Charakterisierung
Herleitungsprinzipien
Gesprächsaufbau
1. Rahmenbedingungen
• ungestörte Atmosphäre
• Sitzordnung, die keinen Teilnehmer (z.B. Gesprächsleiter) besonders heraushebt
• genügend Zeit, um in Ruhe realistische Lösungsvorschläge erarbeiten zu können
• Teilnehmerzahl:
- in zu großen Gruppen besteht die Gefahr, daß sich Untergruppen bilden; die Dauer
und Intensität der Interaktionen zwischen den Teilnehmern nimmt ab
- in kleinen Gruppen muß das gesamte Meinungsspektrum vertreten sein
2. Allgemeine Informationen
• kurze und knappe Information über die wichtigsten Fakten des Gesprächsanlasses
• keine persönliche Stellungnahme inhaltlicher Art
3. Gemeinsames Anliegen
• auf gemeinsames Interesse der Teilnehmer an einer Konfliktlösung hinweisen
• Interesse des Gesprächsleiters an fairer, von allen akzeptierbarer Lösung erwähnen
• gemeinsame Festlegung von Spielregeln für das weitere Vorgehen
4. Problemanalyse und Zieldefinition
• klare Formulierung des Problems (ggf. Zerlegung in Teilprobleme) und Gegenüber- stellung der widersprüchlichen Positionen
• Ziel des jeweiligen Gesprächs exakt festlegen (ggf. gemeinsam eine Zielhierarchie er- stellen)
5. Abgrenzung des Entscheidungsspielraums
• Klärung der Kompetenzen der Gruppe und des begrenzten Handlungsspielraums (durch evtl. Rechtsrahmen, Vorschriften)
6. Entwicklung von Lösungsansätzen
• grundsätzlich erst die anderen Teilnehmer reden lassen, um eine Identifikation mit dem Problem und die Darstellung der verschiedenen Standpunkte zu ermöglichen
• alle Beiträge inhaltlich aufgreifen, um ihre Bedeutung für die Bewältigung der Prob- lemsituation zu verdeutlichen
• Gefühlsäußerungen ernst nehmen, aufgreifen und den sachlichen Inhalt verbalisieren
• möglichst alle Teilnehmer an der Diskussion beteiligen (zurückhaltende Teilnehmer zur Mitarbeit ermutigen und sehr aktive Teilnehmer bremsen)
• strikte Trennung von Meinungsäußerungen und deren Bewertung
• Zwischenergebnisse formulieren (Überblick über verschiedene Standpunkte, Vor- schläge, noch offene Fragen, Fortschritte); Diskussion durch Hinweis auf die Ziele des
jeweiligen Gesprächs beim Thema halten
7. Bewertung der Lösungsalternativen und Entscheidung
• Lösungsalternative finden, die realisierbar ist und von allen Teilnehmern gleicher- maßen akzeptiert werden kann
• ggf. weitere alternative Lösungsvorschläge entwickeln und auf ihre Realisierbarkeit hin überprüfen
8. Abschluß des Gesprächs
• Zusammenfassung aller wichtigen Ergebnisse des Gesprächs; auch eine deutliche Erarbei- tung der Problemsituation ohne akzeptierbare Lösung stellt einen Erfolg dar
Anwendungsmöglichkeiten und Grenzen
Übungen
Literatur:
Neubauer, W.F., Gampe, H. & Knapp, R. (1992). Konflikte in der Schule. Möglichkeiten und Grenzen kooperativer Entscheidungsfindung. Neuwied: Luchterhand.
Arbeit zitieren:
Norbert Lindemann, 2000, Kommunikation und Konflikt, München, GRIN Verlag GmbH
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