Ländern wie Marrokko (48.000) und der Türkei (31.000). Als Reaktion auf die liberale Atmosphäre in Amsterdam finden wir hier auch eine Vielzahl von Menschen die hier Asyl beantragen, wie Bosnier aus Sarajavo, Somalier aus Mogadischu oder Vietnamesen aus Saigon aber auch homosexuelle Amerikaner.
Ein Großteil der Zuwanderer ließ sich in der Kernstadt nieder und kompensierte damit die Abwanderung in die Vororte.
Die Kernstadt gilt aber auch bei jungen und älteren jungen Haushalten als attraktiv, so daß die Bevölkerung Amsterdams - im Gegensatz zur Entwicklung in anderen niederländischen Städten und zum niederländischen Trend - nicht ,,ergraut". Menschen im Alter vom 25 bis 44 dominieren die Stadt. Das hängt mit Standort der höheren Bildungseinrichtungen in der Stadt sowie einem expandieren Dienstleistungssektor zusammen. Bemerkenswert für Ams terdam sind die Effekte einer wohlfahrtsstaatlichen Politik auf nationaler und städtischer Ebene. Die Sozialleistungen bewegen sich immer noch auf hohem Niveau, die Einkommensunterschiede sind mäßig, Wohngeld und eine Vielzahl anderer Beihilfen sind immer noch wesentliche Bestandteile des Systems. In der Tradition des sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaates versuchen die Niederlande, ,,Gleichheit auf hohem Niveau, nicht Gleichheit der Minimalen Bedürfnisse" zu erreichen. Die Effekte dieser Politik lassen sich in der Städtische Struktur ablesen. Die Stadt zeigt weder große Wohlstandsunterschiede noch eine Konzentration von Armut. Ungeachtet des sozialdemokratischen Charakters des niederländischen Wohlfahrtsstaates sowie des regionalen umverteilenden Steuersystems werden Wohlstandsunterschiede zwischen der Kernstadt und den Umlandgemeinden als gefährlich für den Zusammenhalt der städtischen Gesellschaft angesehen. Wegen der niederländischen Verwaltungsstruktur, die unabhängige Gemeinden aber keine regionalen Körperschaften umfaßt , wird die Gemeinde Amsterdam oft als geschlossenes System gesehen. Das gilt ebenso für die Behandlung sozialer Probleme. Während Amsterdam in Wirklichkeit im Zusammenhang mit der Stadtregion gesehen werden muß, werden dagegen soziale Probleme nur innerhalb der Gemeinden Amsterdam angegangen.
Deshalb sind Armut, Arbeitslosigkeit und die Lage der Einwanderer die am häufigsten diskutierten sozialen Probleme. Bei genauerem Hinsehen wird allerdings deutlich, daß die meisten dieser Probleme weniger gravierend sind als angenommen. Einkommensunterschiede innerhalb Amsterdams sind relativ moderat, dasselbe gilt für die Zahl der Armen in
Amsterdam. Die Arbeitslosenrate in Amsterdam ist äußerst gering (ungefähr 3%). Die Wirtschaft boomt und die Menschen arbeiten in allen Bereichen - Tourismus (Hotels, Cafes, Kanalfahrten, Restaurants), am Flughafen Schiphol, im Finanzbereich (Amsterdam ist Börsenplatz) - und das Dienstleistungszentrum und Computer Zentrum (Sitz der High Tech Industrie) wachsen. Nur wirklich neue Immigranten und Randgruppen(Einzelgänger) haben Schwierigkeiten einen Job zu finden.
Die allgemeinen Merkmale des Wohlfahrtsstaates erklären aber nur teilweise warum die sozialräumlichen Unterschiede so moderat sind.
Zum ersten ist der Anteil an gemeindeeigenen Sozialwohnungen relativ hoch - mehr als 50% - und weitgehend gleichmäßig über nach 1900 bebauten Stadtteile verteilt; dazu kommt, daß das Wohnungsverteilungssystem der Gemeinde Amsterdam allen Bürgern der Stadt nach gleichen Kriterien Zutritt zu diesen Sozialwohnungen verschafft. Diese Kriterien richten sich nach der bisherigen Wartezeit der Wohungsvergabe, Größe des Haushaltes und Höhe des Einkommens. Diese Faktoren, die unabhängig von der Staatsbürgerschaft sind, besitzen wichtige Funktion, um soziale und ethnische Segregation niedrig zu halten. So ist Amsterdam eine Stadt die Toleranz und sozialen Frieden nach außen hin abstrahlt.
Weiterhin werden die Zuwanderer betreut und vielfältig unterstützt. Es gibt Flüchtlingsunterstützungsorganisationen und Integrationszentren für Neuankömmlinge. Zusätzlich wurde ein Beschwerdebüro eingerichtet.
Die Stadt investiert große Summen in die Verhinderung der Entstehung von Ghettos besonders in den Bezirken wo überwiegend ethnische Minderheiten leben. Im lokalen Kabelfernsehen existieren Programme von und für Einwanderer welche in die lokalen Verordnungen für Einwanderer eingebettet sind. Zudem verbietet die Niederländische Verfassung die Diskriminierung auf Grund von Rasse, Geschlecht und sexuellen Neigungen. Schon 1996 bezog die Stadtverwaltung die Verfassung auf ihr eigenes Verhaltensregelwerk für lokale Autoritäten.
Zudem gibt es eine Verordnung zum Schutz Homosexueller Stadtbürger (Aktive Verordnung zur Bekämpfung der Diskriminierung). Auch diese Verordnung trägt aktive zu einer Atmosphäre der Toleranz bei.
Das lesbische Archiv unterstützt die lesbische Kultur und organisiert kulturelle Aktivitäten. De Gay Krant (gegründet 1979) ist heute das best verkaufteste Nachrichten- und Meinungsmagazin der niederländischen Homo-Szene (Auflage 30 500 mit einer tatsächlichen Leserschaft von 120 000).
Der Staat verfolgt zudem eine spezielle Emanzipationspolitik, gründeten 1995 die Ombudmans Service für Frauen und kümmerten sich um Beschwerden bezüglich der legalen und sozialen Position von Schwarzen, Weißen Frauen und weibliche Immigranten.
Literaturangaben:
Musterd, S.; Ostendorf, W.:Amsterdam - Hauptstadt eines sozialen Wohlfahrtstaates. Geographische Rundschau, 1999, H.10, S. 523-528.
http://www.amsterdam.nl/ http://www.onstat.amsterdam.nl/
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Alexander Mirsch, 2000, Amsterdam - Eine multikulturelle Stadt, Munich, GRIN Publishing GmbH
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gute Arbeit.
gute Arbeit
on Friday, February 03, 2006-
petra nossek-bock
gute arbeit und trifft noch heute zu.
Siehe mein Blog "Alter Ego" auf www.magazin66.de
on Tuesday, March 23, 2010-