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Dialekt als Sprachbarriere in der Schule

Title: Dialekt als Sprachbarriere in der Schule

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Benjamin Seidel (Author)

Didactics - German Studies
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Ist das Thema „Dialekt als Sprachbarriere passé?“, fragt Ulrich Ammon im Titel eines seiner Aufsätze. Tatsächlich wird das Thema ‚Dialekt und Schule’ jedenfalls längst nicht mehr so ausführlich diskutiert, wie vor 20 bis 30 Jahren. Dies bweisen Einblicke in entsprechende Einführungen oder Gesamtdarstellungen. Die bkannten „Sprachhefte für den Deutschunterricht: Dialekt / Hochsprache kontrastiv“ weden längst nicht mehr aufgelegt, geschweige denn wird mit ihnen praktisch in den Schulen gearbeit.
Wenn heute über Dialekt nachgedacht wird, dann stehensozialidentifikatorische Funtionen im Vordergrund, während Barrierewirkungen nicht zur Sprache komme. Es scheint, als werde sich um die Dialekte selber Sorgen gemacht, sind sie doch aus mannigfaltigen Gründen, vor allem durch soziale Mobilität und den Einfluss der Mas-senmedien, im Verschwinden begriffen, nicht jedoch um die Dialektsprecher selber und die „Barrierewirkung, die der Dialekt haben könnte.
Die Gründe dafür sind zahlreich: Die gesellschaftspolitische Fragestellung, die zwangs-läufig eng mit der Frage nach dem Dialekt als Sprachbarriere verbunden ist, ist in den Hintergrund getreten. Der zunehmende Anteil der Migrantenkinder in den Schulen hat eine neue Dimension der Sprachdebatte gebracht, der vielleicht dringlicher und auffällger ist, als die Dialektdebatte. Und schließlich hat sich die Einstellung der Wissenschaft zu Dialekten und Varietäten in den letzten Jahren dahin gehend geändert, dass sie grundsätzlich als der Standardsprache gleichwertig angesehen werden. Hinzu kommt, dass, wie schon gesagt, die Dialekte sowieso seltener gesprochen wer-den.
Heißt das, dass die Diskussion überflüssig geworden ist? Die Forschungen, vor allem aus den siebziger Jahren, die später noch näher vorgestellt werden sollen, haben gezeigt, dass Dialektsprecher größere schulische Probleme haben, als Schüler , die auch die Standardsprache beherrschen. Hat sich an dieser Feststellung seitdem etwas geändert? Jüngere Untersuchungen scheinen dies nicht zu bestätigen.Es scheint so, als habe sich an dem eigentlichen Problem nicht viel geändert, auch wenn die Diskussion trotzdem abgeflacht ist.
Die Arbeit untersucht Theorien hinter der Dialekt-Diskussion, stellt Untersuchungen zum Forschungsbereich Dialekt und Schule vor und zieht sprachdidaktische Schlussfolgerungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 DIE DISKUSSION IN DEN LETZTEN 30 JAHREN

2 THEORIEN HINTER DER DIALEKT-DISKUSSION

2.1 SPRACHBARRIERE UND DEFIZITHYPOTHESE

2.2 DIFFERENZHYPOTHESE UND MARKIERTHEITSMODELL

3 UNTERSUCHUNGEN ZUM FORSCHUNGSGEBIET ‚DIALEKT UND SCHULE’

3.1 EMPIRISCHE FORSCHUNGEN

3.2 ERGEBNISSE

3.2.1 Orthografie

3.2.2 Grammatik

3.2.3 Auswirkungen auf die Text- und Diskursebene

3.2.4 Dialekt und Sozialschichtzugehörigkeit

3.2.5 Hörereinstellungen

3.2.6 Variationskompetenz

3.3 METHODISCHE PROBLEME

4 SPRACHDIDAKTISCHE SCHLUSSFOLGERUNGEN

5 LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Dialekten auf den Schulerfolg und analysiert, inwieweit die Dialektkompetenz von Schülern als Sprachbarriere oder als variable Ressource im Bildungssystem betrachtet werden kann.

  • Theorien zur Sprachbarriere und Differenzhypothese
  • Empirische Untersuchungsergebnisse zu dialektbedingten Fehlern
  • Einfluss von Dialekt auf Orthografie und Grammatik
  • Lehrereinstellungen und soziale Dimensionen des Sprachgebrauchs
  • Bedeutung der Variationskompetenz für den Bildungserfolg

Auszug aus dem Buch

3.2.6 Variationskompetenz

Als wichtigstes Merkmal für den Einfluss des Dialekts auf den Schulerfolg hat sich jedoch die Variationskompetenz erwiesen. Ammon, aber auch Hasselberg (1972), Kraemer (1978), Reitmajer (1979) und Rosenberg (1986) weisen auf die besonderen Schwierigkeiten der sog. ‚Nur-Dialekt-Sprechern’ hin. Dialektsprecher, die aber zwischen Dialekt und Standardsprache wechseln können, haben kaum Nachteile bzw. evtl. sogar Vorteile, da sie sich auf die jeweilige Sprachsituation einstellen und anpassen können. Somit scheint als Ergebnis vieler Untersuchungen festgehalten werden zu können, dass nicht unbedingt das Ausmaß die Dialektalität, sondern vielmehr die Variationskompetenz entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg in der Schule ist. (Vgl. Rosenberg 1993: 24 u.44.)

Zusammenfassung der Kapitel

1 DIE DISKUSSION IN DEN LETZTEN 30 JAHREN: Dieses Kapitel thematisiert den historischen Wandel der Debatte um den Dialekt in der Schule und stellt fest, dass die Diskussion über die Barrierewirkung trotz abnehmender Intensität weiterhin relevant bleibt.

2 THEORIEN HINTER DER DIALEKT-DISKUSSION: Hier werden theoretische Grundlagen wie die Defizithypothese und die spätere Differenzhypothese gegenübergestellt, um das Verständnis von Varietäten im sozialen Kontext zu erläutern.

3 UNTERSUCHUNGEN ZUM FORSCHUNGSGEBIET ‚DIALEKT UND SCHULE’: Dieses Kapitel präsentiert empirische Daten zu Fehlern in Schriftsprache und Grammatik und untersucht den Zusammenhang zwischen sozialem Status, Lehrereinschätzungen und Dialektgebrauch.

4 SPRACHDIDAKTISCHE SCHLUSSFOLGERUNGEN: Der abschließende Teil leitet aus den Erkenntnissen didaktische Konsequenzen ab und fordert eine verstärkte Förderung der Variationskompetenz im schulischen Alltag.

Schlüsselwörter

Dialekt, Schule, Sprachbarriere, Defizithypothese, Differenzhypothese, Schriftspracherwerb, Orthografie, Grammatik, Variationskompetenz, Soziolinguistik, Bildungserfolg, Standardvarietät, Lehrereinstellungen, sprachliche Varietäten, Kontrastive Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die wechselseitige Beziehung zwischen dem Gebrauch von Dialekten und dem schulischen Erfolg von Schülern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen Sprachtheorien (Defizit- vs. Differenzhypothese), empirische Fehleranalysen in Diktaten und Aufsätzen sowie den Einfluss von Lehrerurteilen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob Dialekt ein ausschlaggebender Faktor für schulische Defizite ist oder ob andere Kompetenzen wie die Variationsfähigkeit schwerer wiegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender empirischer Studien, insbesondere die Arbeiten von Ammon und Henn.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Darstellung empirischer Untersuchungsergebnisse in verschiedenen Fachbereichen und eine kritische Auseinandersetzung mit methodischen Problemen der Dialektforschung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Dialekt, Sprachbarriere, Variationskompetenz und Bildungschancen definieren.

Welche Rolle spielt die sogenannte „Variationskompetenz“ für die Schüler?

Sie ist der entscheidende Faktor: Schüler, die zwischen Dialekt und Standardsprache situativ wechseln können, sind im Bildungssystem deutlich erfolgreicher als Schüler, die nur einen eingeschränkten Dialektgebrauch beherrschen.

Wie beeinflussen Lehrereinstellungen die Bewertung von Schülern?

Studien zeigen, dass Lehrer Schülern mit Dialekthintergrund tendenziell schlechtere Bildungsprognosen (z.B. Abitur) stellen, unabhängig von deren tatsächlicher Intelligenz oder sozialer Herkunft.

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Details

Title
Dialekt als Sprachbarriere in der Schule
College
University of Siegen  (FB Germanistik)
Grade
2,0
Author
Benjamin Seidel (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V17777
ISBN (eBook)
9783638222617
ISBN (Book)
9783638747127
Language
German
Tags
Dialekt Sprachbarriere Schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Seidel (Author), 2003, Dialekt als Sprachbarriere in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17777
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