Während meines einjährigen Praktikums und meiner darauffolgenden Ausbildung beim Diakonischen Werk Mönchengladbach e.V. bin ich mit vielen verschiedenen Wirkungsfeldern der Sozialarbeit und –pädagogik konfrontiert worden. Unter anderem mit Obdachlosen, Suchtkranken, Arbeitslosen, Senioren in stationärer Betreuung und auch Senioren oder anderen Bedürftigen, denen aufsuchende Hilfe in verschiedener Form zuteil wurde.
Mit dem Thema "Jungen- und Mädchenförderung in der Jugendsozialarbeit" verbinde ich einerseits das allgemeine Interesse an Informationen über ein, für mich nur dem Begriff nach bekanntes, Feld der Sozialarbeit/-pädagogik und andererseits auch das spezielle Interesse an der deutlichen Splittung eines Arbeitsgebietes. Ich setze erwartend voraus, dass es nicht nur bei der begrifflichen Trennung bleibt. Weiter erwarte ich, dass hier die Aufgaben ebenso klar definiert und die Möglichkeiten genauso zahlreich sind wie in anderen Bereichen. Jedoch befürchte ich, dass diese Aufgliederung dem Begriff nach wieder fast nur mit dem allgegenwärtigen Geschlechterkampf zu tun hat. Mit der gesellschaftlichen Unterdrückung weiblicher Bedürfnisse und der Überbewertung der männlichen (rein oberflächlichen) Urrolle/-aufgabe.
Inhaltsverzeichnis
1. Mädchensozialarbeit
Jungfrauenvereine, Mädchensozialarbeit, und Mädchenarbeit
1.1 Historischer Rückblick
1845 Gründung "Mädchenverein" in Wuppertal
1.2 Die Situation von Mädchen und jungen Frauen in der JSA
1.3 KJHG (SGB VIII) / Neue Steuerung und Qualitätsentwicklung, aber keine Gleichberechtigung
2. Politische Zusammenhänge
Mädchen- & frauenpolitische Anforderungen
2.1 Zukunftsängste
3. Gruppen Frauen mit besonderen Problemen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt:
2.3 Strukturelle Ursachen der Benachteiligung
2.4 Kinder- und Jugendhilfe
2.5 Mädchenarbeit
2.6 Jugendberufshilfe
3. Jungensozialarbeit
Zielsetzung & thematische Einordnung
Die Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Herausforderungen und Rahmenbedingungen in der Jugendsozialarbeit (JSA), wobei ein besonderer Fokus auf die Benachteiligung von Mädchen sowie die spezifischen Rollenanforderungen an Jungen und junge Männer gelegt wird.
- Historische Entwicklung der Mädchensozialarbeit von den Anfängen bis zur fachlichen Etablierung.
- Analyse der aktuellen Situation von Mädchen und jungen Frauen innerhalb der JSA-Strukturen.
- Kritische Reflexion gesetzlicher Vorgaben wie des KJHG hinsichtlich der tatsächlichen Gleichberechtigung.
- Untersuchung struktureller Ursachen für Benachteiligungen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt.
- Diskussion geschlechtsreflektierender Ansätze in der Arbeit mit Jungen und jungen Männern.
Auszug aus dem Buch
1.3 KJHG (SGB VIII) / Neue Steuerung und Qualitätsentwicklung, aber keine Gleichberechtigung
Arbeitsmarktvoraussetzungen ließen Modelle der Jugendhilfe scheitern.
Mädchensozialarbeit als Handlungsfeld modellhaft gefördert, aber nicht verankert.
nur mädchenspezifische Ansätze i. R. der Jugendberufshilfe.
fehlendes Engagement von Mitarbeitern und mangelnde Akzeptanz/Unterstützung von männlichen Vorgesetzten.
Diesbezügliche Erwartungen an das seit 1990 gültige KJHG (SGB VIII) bleiben unerfüllt.
§ 9 III SGB VIII Grundrichtung der Erziehung, Gleichberechtigung ...:
Bei der Ausgestaltung der Leistungen und der Erfüllung der Aufgaben sind die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen. Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern.
§ 13 (Jugendsozialarbeit) SGB VIII/KJHG.
§ 80 (Jugendhilfeplanung) SGB VIII/KJHG.
Jugendsozialarbeit muss Mädchenarbeit als Qualitätsmerkmal begreifen.
Mädchenarbeit muss sich in der JSA mit der Diskussion um ihre eigene Qualität konfrontieren lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Mädchensozialarbeit: Dieser Abschnitt beleuchtet die historische Entwicklung von Fürsorgeeinrichtungen für Mädchen bis hin zur modernen fachlichen Etablierung der Mädchensozialarbeit.
1.1 Historischer Rückblick: Es wird die Chronologie von kirchlichen Mädchenvereinen im 19. Jahrhundert bis zur Professionalisierung der Arbeit nach 1950 nachgezeichnet.
1.2 Die Situation von Mädchen und jungen Frauen in der JSA: Hier werden statistische Daten und Entwicklungen wie die Infragestellung der Koedukation seit den 1980er Jahren analysiert.
1.3 KJHG (SGB VIII) / Neue Steuerung und Qualitätsentwicklung, aber keine Gleichberechtigung: Das Kapitel kritisiert das Auseinanderklaffen von gesetzlichen Ansprüchen zur Gleichberechtigung und der tatsächlichen Umsetzung in der Jugendhilfe.
2. Politische Zusammenhänge: Die Analyse konzentriert sich auf die kapitalistisch-patriarchalen Strukturen, die trotz propagierter Chancengleichheit faktische Benachteiligungen aufrechterhalten.
2.1 Zukunftsängste: Es wird thematisiert, wie Arbeitslosigkeit und fehlende Perspektiven die Lebenswelt Jugendlicher in der JSA belasten.
3. Gruppen Frauen mit besonderen Problemen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt: Fokus auf spezifisch benachteiligte Gruppen wie Ost-Frauen, Alleinerziehende und Migrantinnen.
2.3 Strukturelle Ursachen der Benachteiligung: Identifikation von Faktoren wie alten Rollenbildern und ungleichen Karrierechancen für Frauen.
2.4 Kinder- und Jugendhilfe: Untersuchung darüber, wie die Jugendhilfe zur Festigung geschlechtsspezifischer Rollenbilder beitragen kann.
2.5 Mädchenarbeit: Definition der Mädchenarbeit als notwendige Handlungsaktivierung und die damit verbundenen Akzeptanzprobleme.
2.6 Jugendberufshilfe: Betrachtung der speziellen Schwierigkeiten von jungen Frauen im dualen Bildungssystem.
3. Jungensozialarbeit: Dieses Kapitel widmet sich der Männlichkeitskonstruktion und der Aufgabe der Jungensozialarbeit, geschlechtsspezifische Identitäten in Bezug auf die Erwerbswelt zu reflektieren.
Schlüsselwörter
Jugendsozialarbeit, Mädchensozialarbeit, Jungensozialarbeit, KJHG, SGB VIII, Gleichberechtigung, Arbeitsmarkt, Mädchenarbeit, Jugendberufshilfe, Geschlechterrolle, Koedukation, Sozialisation, Strukturbenachteiligung, Erwerbstätigkeit, Identitätsbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation und den spezifischen Förderbedarfen von Mädchen und Jungen innerhalb der Jugendsozialarbeit in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung der Mädchenarbeit, politische Rahmenbedingungen, strukturelle Benachteiligungen am Arbeitsmarkt sowie Ansätze der Jungensozialarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit die Jugendsozialarbeit den gesetzlichen Auftrag der Gleichberechtigung erfüllt und welche strukturellen Barrieren für Jugendliche bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptiv-analytische Methode, basierend auf der Auswertung historischer Daten, gesetzlicher Grundlagen (SGB VIII) und aktueller Statistiken zum Maßnahmeprofil der JSA.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Mädchensozialarbeit, die kritische Prüfung der gesetzlichen Vorgaben, die Untersuchung struktureller Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt und die Reflexion der Jungensozialarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselwörter sind vor allem Jugendsozialarbeit, Gleichberechtigung, Geschlechterrolle, strukturelle Benachteiligung und Arbeitsmarktintegration.
Welche Bedeutung hat das KJHG für die Mädchensozialarbeit laut Autor?
Der Autor argumentiert, dass das KJHG zwar Gleichberechtigung fordert, die Erwartungen in der Praxis jedoch unerfüllt bleiben, da die Mädchenarbeit oft nicht systematisch verankert ist.
Warum wird die Rolle der Jungensozialarbeit kritisch hinterfragt?
Die Jungensozialarbeit wird hinterfragt, weil sie Gefahr läuft, lediglich als Verwahrfunktion zu dienen, anstatt geschlechtsreflektierende Identitätsarbeit in Bezug auf die Arbeitswelt zu leisten.
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- Dipl.-Soz.Päd. Mario Kilian Diederichs (Author), 2003, Jungen- und Mädchenförderung in der Jugendsozialarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62705