Autor: Yunus Akkas
Fach: Biologie - Ökologie
Details
Tags: Unterrichtsstoff
Jahr: 2001
Seiten: 20
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 132 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-99242-8
Volltext (computergeneriert)
Yunus Akkas 17.Jan.2001
Ökologie
1.) Definiere folgende Begriffe und nenne jeweils ein Bsp. !
a) biotische Unweltfaktoren
b) abiotische Umweltfaktoren
c) Biotop
d) Biozönose
e) Ökosystem
f) Ökologie
Zu a)
biotische Umweltfaktoren
: Abhängigkeit von Nahrung und Fressfeinden,
Artgenossen.
Zu b)
abiotische Umweltfaktoren
: bestimmte Ansprüche an Klima, Boden -,
Wasserbeschaffenheit, Oberflächengestalt.
Zu c)
Biotop
: ist ein natürlicher Lebensraum eines Lebewesens, der durch
spezifische Eigenschaften bestimmt wird (Teich).
Zu d)
Biozönose
: Lebensgemeinschaften in einem Biotop.
Biotop und Biozönose stehen in Wechselwirkung zueinander.
Zu e)
Ökosystem
: Eine Einheit aus Lebensgemeinschaft und Lebensraum wie
Biotop und Biozönose.
Zu f)
Ökologie
: Wissenschaft von Wechselwirkungen zwischen Lebewesen
untereinander und zu ihrer Umwelt.
2.) Beschreibe Abb.115.1 mit den unter Verwendung der Fachbegriffe
(Vorzugsbereich, Optimum, Maximum, Minimum, Toleranzbereich /-
Kurve ökologische Potenz)!
Zu 2)
In Abb.115.1, auf der Seite 115 (Orange Buch), wird eine Kurvendarstellung
gezeigt. Auf der X-Achse des K.Systems werden Temperaturen von 37°C bis
45°C aufgezeigt und auf der Y-Achse kann man die Individuenzahl im Bereich
von 0 60 ablesen. Es sind zwei Kurven vorhanden, die bei einem Experiment
mit Käfern entstanden sind. Die Käfer wurden auf eine Fläche gesetzt, die
unterschiedliche Temperaturen hatte. Dabei hielten sich die Käfer in einem
Bereich auf, der für sie der
Vorzugsbereich
ist. Hier finden die Tiere Optimale
Lebensbedingungen vor. Der Vorzugsbereich, auch
Optimum
genannt, liegt bei
den
Weiblichen Käfern bei 41°C
und bei den
männlichen Käfern bei 43°C
. Je
mehr die Temperatur vom Optimum abweicht, desto weniger Käfer halten sich in
diesem Bereich auf. Das
Maximum
liegt bei 45°C und das
Minimum
bei den
weiblichen Käfern bei 37° und bei den männlichen Käfern bei 40°. Die Tiere
meiden diesen Maximum Bereich. Die Abweichung vom Optimum verschlechtert
die Lebensbedingungen der Tiere, sie sind z.B. in ihrer Bewegungsaktivität, im
Fortpflanzungserfolg oder in der Entwicklungsgeschwindigkeit eingeschränkt.
Man spricht dabei (bei der Reaktionsfähigkeit) von der
ökologischen Potenz
eines Lebewesens.
3.) Erkläre den Unterschied zwischen stenopotent und eurypotent.
Zu 3)
Es gibt unterschiedlich weite
,,Toleranzbereiche"
!
- Die Tiere sind
stenopotent
, wenn sie einen
engen
Toleranzbereich
haben.
- Arten, die
große Schwankungen eines Umwelteinflusses ertragen
, nennt
man
eurypotent
.
Bsp.:
- Der Karpfen verträgt keine hohe Salzkonzentration im Wasser, also ist er
stenopotent
!
- Die Scholle dagegen verträgt die Salzkonzentration im Wasser, sie ist
somit
eurypotent
!
4.) Was besagen das Minimumgesetz und das Wirkungsgesetz der
Umweltfaktoren ?
Zu 4)
- Das
Wirkungsgesetz
besagt, dass die Häufigkeit einer Art von dem Faktor
bestimmt wird, der am weitesten vom Optimum entfernt ist.
- Das
Minimumgesetz
besagt, dass der Ernteertrag von dem Nährtsoff
bestimmt wird, an dem es im Ackerboden am meisten mangelt.
22.Jan.2001
Oikos
Logos
Gr.: Haus(halt)
Gr.: Wissen Verstand
Ökologie
Wechselwirkungen zwischen Organismen und Umwelt und zwischen Lebewesen
untereinander.
Ökosystem
Art-
Schutz (Pflanzen)
fremde
Nahrung (Fliegen, Pflanzen)
Feinde/ Räuber/ Beute
BIOTOP
Abiot.
Wasser-
Biotische
Faktoren
frosch
Faktoren
BIOZÖNOSE
Klima, Wasser, Boden
Konkurrenz durch Artgenossen mit A.g.
Volterra Gesetze
(aus Buch S.134)
Die Populationsschwankungen bei Luchs und Hase sind als Beleg für die Dynamik
einer
Räuber-Beute-Beziehung
herangezogen worden, die sich aus mathematischen
Modellen ergibt.
So hat der Mathematiker VOLTERRA schon um 1920 populationsbiologische
Berechnungen angestellt und als
1. VOLTERRAsches Gesetz formuliert :
Die Individuenzahlen von Räuber und Beute schwanken auch bei sonst konstanten
Bedingungen periodisch. Dabei sind die Maxima der Populationsgrößen
phasenweise verschoben. Derartige Modellberechnungen über
Räuber-Beute-Beziehungen gehen davon aus, dass sich der Räuber nur von einer
Beuteart ernährt und die Beute nur einen spezifischen Fressfeind hat.
Die periodischen Populaionsschwankungen ergeben sich dann aufgrund folgender
Beziehung:
Vermehrung der Beute à Vermehrung des Räubers à Abnahme der Beute à
Abnahme des Räubers à Zunahme der Beute à usw .
Dieser Rückkopplungsmechanismus führt zu einem regelmäßigen Auf und Ab der
Individuenzahlen. Trotz der Schwankungen bleiben aber langfristig die
Durschnittsgrößen der Populationen konstant;
dies ist Inhalt des so genannten
2.VOLTERRAschen Gesetzes.
23.Jan.2001
(Zu Arbeitsblatt 43)
1.) Der Mungo wird hier zwischen den Riesenschlangen und den Kleinreptillien
eingeordnet. Der Mungo ist ein Säugetier, und er ist ein Fleischfresser, da er
sich von Kleinreptillien, Mäusen, Vögeln, Ratten und Kleinnagern ernährt.
2.) Nach dem Populationsanstieg des Mungos, also des fressers, veränderte sich
der Populationsbestand der Beute (oben gennant) nach unten, da der Mungo
diese Tiere auffraß. Dadurch das die Mungos die Tiere auffraßen die
eigentlich die Insekten auffraßen, stieg der Populationsanteil der Insekten sehr
stark an.
(Zu Arbeitsblatt 26)
1.) Als Population bezeichnet man die Gesamtheit aller Individuen einer Art oder
einer Rasse in einem geographisch begrenzten Vebreitungsgebiet, wobei die
Einzelindividuen untereinander unbegrenzt fortpflanzungsfähig sind.
(Zur Grafik)
Exponentielles Wachstum
1
t
: N=2
dN
= r à 1. Lotha Volterra Gesetz (Natalität)
tN
K N
logistisches Wachstum
2
dN
: = r * à 2. Lotha-Volterra-
dt
K
Gesetz ( Natalität und
Mortalität werden
einbezogen).
4a.) Auf der waagerechten Skalla sind die Jahre von 1845 bis 1935 dargestellt und
auf der senkrechten kann man die Anzahl der abgelieferten Felle ablesen. Die
Schwankungen beider Populationen sind ausgeglichen, bis auf die Jahre 1865,
1935 und 1885, denn dort bekamen die Hasen einen überschuss an Population.
06.Feb.2001
(Hausaufgaben) Buch(Orange) Seite: 133
1.)
r- Strategen
K- Strategen
- Die Lebensdauer ist meist kurz
- gut angepasst an die
- Populationsgröße kann von
Umweltbedingungen
Generation zu Generation stark
- Populationsgrösse ist relativ
schwanken underreicht selten die
konstant und erreicht etwa die
Kapazität des Lebensraumes.
Kapazität des Lebensraumes.
-
Bei Neubesiedlung eines
- Wenige Nachkommen, dafür lange
Lebensraumes überwiegen sie
Betreuung
zunächst.
Überlebenschance der Jungtiere
größer !
-
später bei weiterer Entwicklung
des Ökosystems setzen sie sich
mehr und mehr durch.
2.)
Bsp.
Bsp.
= Tiere die viele eier legen
= große Säugetiere, die
wo die meissten jungtiere,
stabile Lebensräume wie
durch mangelnde Betreuung
Wälder oder große Seen
schon vor dem
bewohnen, und eine gute
Fortpflanzungsalter
betreuung der Jungtiere
vernichtet werden.
leisten.
12.Feb.2001
Allelophatie
Allel = Wechselseitig, gegenseitig
Pathie= Leiden
Pflanzen schädigen andere Pflanzen durch Stoffwechselprodukte, z.B. ätherische
Öle, Chinan Verbindungen
Vorteil: Konkurrenz ausschließen.
Konkurrenzausschluss prinzip
Zwei Arten, die die selben Ansprüche an ihre Umgebung stellen, können nicht
nebeneinander existieren.
Die unterlegene (=schlechter angepasste) Art wird von der anderen Art verdrängt.
à Aussterben einer Art
à Verdrängung in andere ,,Nischen". (Konkurrenzverminderungà ,,Kormorane")
(kurze Information über Kormorane) :
Kormorane
, Familie Fisch fressender Wasservogelarten, die an Küsten der gemäßigten und
tropischen Regionen der Erde in Kolonien nisten.
Hausaufgaben Buch (Orange) Seite:126
Wie schützen sich Beutetiere
(
tarnung, warnung, mimik)
- Bsp.: Hase à Erdfarbenes Fell verleiht ihm eine gute Tarnung. (od.
Schneehase in Schneelandschaft).
- Unterschiedliche Schutztrachten wie:
optische wirkende Eigenschaften
: Farbe,
Form und Bewegung.
- à Schutztrachten erhöhen die Überlebenschance à erhöhen somit die
Fortpflanzung.
-
Tarntracht
à einfachste Form der Schutztracht
à äußeres Erscheinungsbild ist der Umgebung angepasst.
à erhöhtes Tarn vermögen: à Tiere die ihre Farbe wechseln können
z.B.: Tintenfisch und Camäleon.
- besonders wirkungsvolle Form der Tarnung à liegt bei den
Nachahmungstrachten:
à Tiere die Gegenstände ihrer Umgebung nachahmen
à Blätter werden häufig nachgeahmt z.B.: Tropische Heuschreckenart
-
Schrecktracht:
à aufällige körperzeichnungen, die fressfeinde abschrecken
-
Warntracht:
à warnt fressfeinde, dass diese Beute wehrhaft ist. (Erfahrung
aus früheren Begegnungen).
-
Scheinwarntracht:
bezeichnet man als mimikry
à Nachahmende Beute
à z.B. zeigen die Schwebfliegen das Wespenfarbmuster
zur täuschung der Räuber damit sie die Beute meiden,
da sie aus früheren Erfahrungen Wespen meiden,
meiden sie auch diese Beute.
-
agressiver Mimikry:
à nachahmende Tiere die Räuber sind.
à Sie benutzen die nachahmung zur Täuschung der
Beute (z.B.: Seeteufel).
14.Feb.2001
Tarnung, Warnung, Mimikry
Mimikry
Scheinwarntracht
(Schwebfliegen)
Tarntracht
[ ,,agressive Mimikry" bei Räubern ]
Hase, Schneehase
Camäleon,
Wollen ,,gesehen
Tintenfische
werden"
,,nicht gesehen werden"
Warntracht
Schutz vor
- Wespe, Marienkäfer
Fressfeinden
- Giftfrösche
Schrecktracht
- Schmeterlinge
(Augenflecke)
Nachahmungtracht
,,wandelndes Blatt (Heuschrecke)
Spannerraupe ,,MIMESE"
Mechanische
Chemische
Schutzeinrichtungen
Schutzeinrichtungen
(Panzer, Stacheln )
- Tinte
- Ameisensäure
- Sekrete des
Stinktiers
- Gift
20.Feb.2001
Zu Arbeitsblatt 10 (interspezifische Beziehungen)
Zu Bsp.1):
Pilz + Alge = Flechte
Wasser à
(Symbiose)
Nitrat à
Schutz
(NO3)
Phosphat à
Glucose
(Zucker)
org. Stoffe
Zu Bsp.2): Mistel ist ein Halbparasit, da er selber noch Fotosynthese im
eingeschränkten Umfang betreibt / durchführt.
(Antibiose)
Zu Bsp.3):
(Symbiose)
Nahrung
Putzerfisch + Putzkunde
Gesundheit
19.Feb.2001
Auswertung des Kressetests
Probe nach 7 Tagen
Ohen Aktivkohle
Mit Aktivkohle
Kontrolle (ohne Öle)
100% Keimung
Weniger als 100%
Keimwurzeln + Balttgrün
Keimung,keine Wurzeln,
aber Blattgrün
Lavendel
100% Keimung, viele
< 100% Keimung, kaum
Feinwurzeln, Blattgrün
Wurzeln, aber Blattgrün
(Watte ausgetrocknet)
Rosmarin
100%Keimung, wenige
100% Keimung, wenige
Feinwurzeln, Blattgrün
Wurzeln, aber Blattgrün,
dünne Stängel
Thymian
100%Keimung, lange
100% Keimung, Schwache
Wurzeln, Blattgrün
Wurzelbildung, Blattgrün
Buchsbaum
100% Keimung, kräft.
< 100% Keimung,
Wurzeln, Blattgrün
Keimlinge sind vertrocknet
Citrus
Starke Schimmelbildung
<100% Keimung, keine
auf den Orangenschalen
Wurzelbildung, kein
100% Keimung, kein
Chlorophyll schwache
Blattgrün (=gelbliche
Schimmelbildung.
Blätter)
1.) Aktivkohle hemmt die Keimung, Vermutete Ursache: Feuchtigkeitsentzug
(auch Schimmel benötigt Feuchtigkeit!)
2.) Nach 7.Tage ist keine Hemmung durch ätherische Öle festzustellen
(Versuchsreihe 1).
Allerdings zeigt die Citrus Probe eine Hemmung der Chlorophyllbildung.
Dies könnte durch Citrus Öle oder aber durch Stoffe, die der Schimmelpilz
bildet, Verursacht sein (Phytozid wirkung).
Hausaufgabe (Arbeitsblatt 111 B lösen)
1.) - Bei höheren Temperaturen ist der gang vom Maulwurf tiefer im Boden
(weiter von der Erdoberfläche entfernt).
- Bei niedrigen Temperaturen ist der Gang des Maulwurfes näher an der
Erdoberfläche.
2.) Wenn der Maulwurf in Bewegung ist gibt er mehr Wärme ab bzw. nimmt er
mehr Wärme auf, und Ruhezustand nimmt bzw. gibt er so wenig wärme wie
möglich auf / ab.
27.Feb.2001
-
Gleichwarme Tiere
können ihre Körpertemperatur aktiv regulieren
(=Fähigkeit zur Steuerung der Stoffwechselaktivität)
à
Säuger, Vögel
à
bei Kälte:
a) Wärmedämmung (=Verhinderungen der Auskühlung)
à Fettschicht, Aufplustern, Fell
b) Bewegung (nur Sinnvoll bei energiereiche Nahrung)
c) Überwinterung in wärmeren Gebieten (Zugvögel)
d) Winterschlaf, Winterruhe (Stoffwechselreduktion, um Enrgie zu sparen).
à
Maßnahmen bei Hitze :
a) wenig Bewegung (wenig Stoffwechselwärme
produzieren)
b) aufsuchen kühler Stellen (Schatten)
c) Schwitzen, Hecheln (Verdunstungskälte erzeugen)
außerdem:
Änderung der Durchblutung prephirer Körperbereiche/ Haut
- bei Hitze
:
Erweiterung der
Kapillaren (Haargefäße
à
dünnsten Blutgefäße)
- bei Kälte: Verengung der Kapillaren
-
Wechselwarme Tiere
, können ihre Körepertemperatur
nicht
aktiv regulieren,
d.h. sie wird allein durch die Umgebungstemperatur bestimmt.
à Insekten, Fische, Amphibien, Reptilien
( alle Wirbellosen)
à Überlebensstrategie : Aufenthalt in günstigen Temperaturbereichen
( Felsspalten, Eingraben in Schlamm)
,, Sonnen", um den Stoffwechsel zu mobilisieren
- dunkle Körperoberfläche (Verbesserung der
Absorption
)
Energie
aufnahme
- helle, reflektierende Körperoberfläche (höhere
Abstrahlung oder
Reflektion
)
Kälte- oder Wärmestarre
(Zusätzliche Informationen Über Ökologie aus Encarta)
ab hier Quelle: Encarta Enzyclopädie 98 !
Ökologie
, Lehre von den Wechselbeziehungen zwischen den Organismen untereinander und mit
ihrer unbelebten und belebten Umgebung. Die unbelebte oder physikalisch-chemische Umgebung
umfasst die Faktoren Licht und Wärme bzw. Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit, Wind,
Zusammensetzung der Luft, vor allem den Gehalt an Sauerstoff und Kohlendioxid, sowie die
vorhandenen Nährstoffe im Boden, im Wasser und in der Atmosphäre. Zur belebten oder
biologischen Umgebung von einem Organismus gehören sowohl die Lebewesen der gleichen Art
als auch diejenigen anderer Arten. Die Beziehungen beschränken sich nicht nur auf Pflanzen und
Tiere, sondern umfassen auch Pilze, Bakterien, Viren und andere Einzeller.
Aufgrund der verschiedenen wissenschaftlichen Ansätze, mit denen man die Organismen in ihrer
Umwelt studieren kann, bezieht die Ökologie ihre Informationen außer aus der Biologie auch aus
Wissenschaftszweigen wie Klimatologie (
siehe
Klima), Hydrologie (Wasserkunde,
siehe
Wasser),
Ozeanographie, Physik, Chemie, Geologie und der Bodenkunde (
siehe
Boden). Um die
Wechselwirkungen zwischen Organismen zu studieren, nutzt die Ökologie außerdem Erkenntnisse
aus der Verhaltensforschung (
siehe
Verhalten von Tieren), Vegetationskunde (Lehre von der
Zusammensetzung und Verteilung der Vegetation), Taxonomie, Physiologie, Biochemie und
Statistik.
Je nach Ausgangspunkt der Betrachtung kann die Ökologie als Wissenschaft in mehrere
Teilbereiche gegliedert werden. Gegenstand der
Autökologie
(Grundeinheit ist der
Einzelorganismus) sind die Ansprüche des einzelnen Organismus an seine Umwelt; außerdem
stehen die Beziehungen einer einzelnen Art zu den verschiedenen Umweltfaktoren im Mittelpunkt
des Interesses. Im Gegensatz dazu untersucht die
Synökologie
(Grundeinheit ist die
Lebensgemeinschaft) den gesamten Lebensraum, in dem die Bewohner auf vielfältige Art direkt
oder indirekt miteinander verknüpft sind. Schwerpunkt der
Populationsökologie
(auch
Demökologie
genannt; Grundeinheit ist die Population) sind die Wechselbeziehungen zwischen einzelnen
Individuen der gleichen Art. Die früher gebräuchliche Trennung in Tierökologie und
Pflanzenökologie ist aufgrund der Kenntnis der wechselseitigen Beziehungen zwischen beiden
heute bedeutungslos geworden.
Immer wieder wurde die Öffentlichkeit vor allem in den letzten Jahren mit der weltweit zunehmenden
Umweltzerstörung konfrontiert, die durch das Aussterben von Arten, die Abholzung der
Regenwälder oder Phänomenen wie dem Waldsterben bemerkbar wird. Das daraus resultierende
wachsende Umweltbewusstsein führte dazu, dass der Begriff
Ökologie
zwar bekannt ist, aber oft
falsch verwendet wird. Häufig wird Ökologie etwa gleichgesetzt mit Umweltschutz (
siehe
Umwelt
und Umweltschutz) oder Naturschutz. Beide Gebiete sind eng mit der Ökologie verbunden, die eine
eigene wissenschaftliche Disziplin darstellt und deren Erkenntnisse die Grundlagen zur Klärung und
zum Verständnis von Umweltproblemen liefern.
Der Begriff
Ökologie
wurde von dem deutschen Biologen Ernst Heinrich Haeckel erstmals 1866
verwendet; er ist abgeleitet von dem griechischen Wort
oikos
(Haus, Haushalt), hat also dieselbe
Wurzel wie das Wort Ökonomie (im Sinne von Wirtschaftlichkeit). Der Begriff beinhaltet damit die
Lehre vom Haushalt(en) der Natur. Die moderne Ökologie fußt zum Teil auf den Erkenntnissen von
Charles Darwin, der Haeckel stark beeinflusste. Bei der Entwicklung seiner Evolutionstheorie
betonte Darwin den Aspekt der Anpassung von Organismen an ihre Umwelt durch natürliche
Selektion (natürliche Auslese). Einen wichtigen Beitrag lieferten auch Pflanzen- und Tiergeographen
wie etwa Alexander von Humboldt, die das ,,Wie" und ,,Warum" der Pflanzen- bzw. Tierverteilung auf
der ganzen Erde erforschten (
siehe
Pflanzenverbreitung; Verbreitungsgebiete von Tieren).1
Ökosysteme
Um die Ökologie eines bestimmten Lebensraumes zu verstehen, ist es sinnvoll, ihn als
Ökosystem
zu betrachten. Diesen abstrakten Begriff prägte 1935 der britische Pflanzenökologe Sir Arthur
George Tansley. Gemeint ist damit die Vorstellung eines jeden Lebensraumes als
zusammengehöriges, mehr oder weniger geschlossenes Ganzes. Ein
System
ist eine
Zusammenfassung voneinander abhängiger Teile, die als Einheit funktionieren und sich in
wechselseitigem Austausch befinden. Ein Ökosystem besteht aus mehreren Bestandteilen, den
Produzenten
(Grünen Pflanzen), den
Konsumenten
(Pflanzenfressern und Fleischfressern), den
Destruenten
(Reduzenten) bzw. Zersetzern (abbauenden Organismen wie Pilzen und Bakterien)
sowie den
nichtlebenden
oder
abiotischen
Bestandteilen, also im Wesentlichen der toten
organischen und anorganischen Materie, wie z. B. den im Boden und im Wasser vorhandenen
Nährstoffen. Ein Ökosystem umfasst damit alle in einem bestimmten Lebensraum befindlichen
Lebewesen und die sie umgebende, unbelebte Materie. Der Begriff Lebensraum kann dabei ganz
unterschiedliche Dimensionen besitzen. Man kann einen bestimmten Wald damit meinen oder einen
Abschnitt eines Flusslaufes, aber beispielsweise auch die Gesamtheit aller Wälder eines
bestimmten Typs, etwa der borealen Nadelwälder, die gesamte Erde oder auch nur die nähere
Umgebung der Wurzel eines bestimmten Baumes. In das Ökosystem gelangen von außen
Sonnenenergie, Wasser, Sauerstoff, Kohlendioxid, Stickstoff sowie andere Elemente und
Verbindungen (
siehe
Moleküle). Das Ökosystem bzw. die darin befindlichen Lebewesen wiederum
entnehmen der Umwelt Nährstoffe, verändern die Zusammensetzung von Luft und Wasser und
produzieren durch den Stoffwechsel Wärme, Wasser, Sauerstoff, Kohlendioxid und andere
Ausscheidungsprodukte, die wiederum miteinander reagieren können. 2
Energie und Nährstoffe
Ökosysteme benötigen zur Existenz Energie. Als Hauptenergiequelle fungiert meist die
eingestrahlte Sonnenenergie. Weiterhin sind dazu Nährstoffe nötig, je nach Art des Ökosystems in
sehr unterschiedlich großer Menge. Beide Faktoren, Energie und Nährstoffe, bewegen sich
innerhalb eines Ökosystems in verschiedenen Kreisläufen. Durch die Aufklärung dieser Kreisläufe
und ihrer Größenordnungen gewinnt man wichtige Erkenntnisse über die Funktion eines
Ökosystems und kann dadurch außerdem verschiedene Ökosysteme unter unterschiedlichen
Blickwinkeln miteinander vergleichen.
Die Pflanzen können die Sonnenenergie mit Hilfe der Photosynthese, bei der aus anorganischen
Verbindungen organische geschaffen werden, in Form bestimmter chemischer, energiereicher
Moleküle binden. Erst dadurch wird überhaupt Energie für die Lebewesen eines Ökosystems
verfügbar. Pflanzen können im Durchschnitt nur etwa ein bis fünf Prozent der eingestrahlten
Sonnenenergie in chemische Energie umsetzen. Diese chemische Energie wird von den Pflanzen
genutzt, um Kohlenhydrate herzustellen, die sie zum Aufbau ihrer Zellen und als weitere
Energielieferanten benötigen. Im Ökosystem wird die Energie von den Pflanzen über eine Reihe von
Zwischenschritten an andere Organismen weitergegeben. Dies beinhaltet das Fressen und
Gefressenwerden sowie die Tätigkeit von Parasiten und Zersetzern, die schließlich den
abgestorbenen Pflanzenkörper wieder dem Boden zuführen. Insgesamt bezeichnet man dies als
Nahrungsnetz, ein System untereinander verknüpfter Nahrungsketten. Die Lebewesen eines
Ökosystems sind in ihrer Ernährung voneinander abhängig und bilden dabei diese Nahrungsketten.
Als
pflanzliche Nahrungskette
bezeichnet man diejenige, die bei den Pflanzen beginnt und über die
Pflanzenfresser
(Herbivoren)
bis hin zu zwei oder drei verschiedenen Ebenen von Fleischfressern
(Carnivoren)
verläuft. Die
Nahrungskette der abbauenden Organismen
(Destruenten) beginnt
dagegen mit der abgestorbenen pflanzlichen, tierischen oder sonstigen organischen Substanz.
Beispiele dafür sind herabgefallene Blätter und Zweige, tote Wurzeln, Baumstümpfe, abgestoßene
Tierhäute und Kadaver von Tieren. Von diesen Stoffen ernährt sich eine Vielzahl an Bakterien,
Pilzen, Strahlenpilzen (
siehe
Prokaryonten) und Kleintieren, die wiederum von anderen Lebewesen
gefressen werden. Beide Nahrungsketten sind auf komplexe Weise miteinander verbunden, denn
durch die Tätigkeit der Destruenten entsteht letztlich Humus. Dieses von toten Tieren oder Pflanzen
stammende organische Material benötigen wiederum die Pflanzen zum Wachstum. Geradlinige
Nahrungsketten, wie sie eben dargestellt wurden, existieren nur selten, etwa in artenarmen
Ökosystemen. Die tatsächlichen Verhältnisse werden z. B. durch das Vorhandensein von Parasiten
oder so genannten
Saprophagen
(Tiere, die sich von toten oder verwesenden Tieren oder ihren
Ausscheidungen ernähren) komplexer und weiter verfeinert, so dass die Vorstellung eines
Nahrungsnetzes der Wirklichkeit deutlich näherkommt. In einer anderen Betrachtungsweise spricht
man von einer so genannten
Nahrungspyramide,
die aus mehreren Ernährungs- oder trophischen
Ebenen aufgebaut ist (
siehe
Nahrungsnetz). An der Basis dieser Pyramide stehen die Pflanzen, an
der Spitze ein Fleischfresser wie der Tiger oder der Schwertwal, der selbst keine Feinde besitzt und
daher ausschließlich eines natürlichen Todes oder durch Krankheiten stirbt. Insgesamt nutzt die
Natur durch den Aufbau vielfältiger Nahrungsnetze in größtmöglichem Umfang die Energie, die
ursprünglich von den Pflanzen gebunden wird.
Die Zahl der trophischen Ebenen ist in beiden Nahrungsketten begrenzt, weil bei jedem Übergang
von einer Ebene zur nächsten der größte Teil der Energie verloren geht, vorwiegend durch die
Atmung und andere Stoffwechselvorgänge, aber auch durch Wärmeverluste und verschiedene
Ausscheidungsprodukte. Im Durchschnitt beträgt der Energieverlust bei jeder Stufe meist über
90 Prozent. Bezieht man sich auf die Vorstellung der Nahrungspyramide, enthält daher jede
trophische Ebene stets weniger Energie als die jeweils vorhergehende, und der Energiegehalt
nimmt von unten nach oben stark ab. Aus diesem Grund gibt es etwa mehr Hirsche und Karibus
(Pflanzenfresser) als Wölfe oder Luchse (Fleischfresser).
Der Energiefluss treibt die verschiedenen biogeochemischen Kreisläufe oder Nährstoffkreisläufe an.
Der Kreislauf der Nährstoffe beginnt mit ihrer Freisetzung aus organischer Materie durch die
Zersetzung und ihrer Umwandlung in eine Form, die von den Pflanzen aufgenommen werden kann.
Pflanzen nehmen die Nährstoffe auf, die im Boden und im Wasser (teilweise auch in der Luft)
vorhanden sind und speichern diese in ihrem Gewebe. Von einer trophischen Ebene zur nächsten
gelangen die Nährstoffe über das Nahrungsnetz zu verschiedenen Organismen und werden beim
Absterben schließlich wieder freigesetzt. Pilze, Bakterien und andere Destruenten spalten die
komplexen, organischen Verbindungen und wandeln sie in einfache, anorganische Verbindungen
um, die den Pflanzen erneut zur Verfügung stehen.
Ungleichgewichte
Innerhalb eines Ökosystems durchlaufen Nährstoffe einen internen Kreislauf. Doch es gibt immer
auch Verluste, die durch Neuaufnahmen ausgeglichen werden müssen, sonst funktioniert das
Ökosystem nicht mehr. Nährstoffaufnahmen ins System erfolgen im Wesentlichen über die
Verwitterung von Gesteinen, durch Staub, der vom Wind angeweht wird und durch Niederschläge,
die darin gelöste Stoffe über große Strecken transportieren können. Verschiedene Mengen an
Nährstoffen werden von Landökosystemen durch die Bewegung des Wassers ausgewaschen und in
Wasserökosystemen oder tiefer liegenden Gebieten abgelagert. Erosion sowie das Fällen von
Bäumen und die Ernte auf Äckern entziehen dem Ökosystem beträchtliche Mengen an Nährstoffen,
die ersetzt werden müssen. Geschieht dies nicht, kommt es allmählich zu einer Verarmung, die
auch Änderungen in der Artenzusammensetzung zur Folge hat. Aus diesem Grund müssen z. B.
landwirtschaftlich genutzte Flächen immer wieder gedüngt werden, um einen gleich bleibenden
Ertrag zu sichern (Dünger).
Die Umweltverschmutzung, die Verunreinigung von Luft, Wasser oder Boden, kann als einseitige
Nährstoffzufuhr betrachtet werden. Häufig übersteigt diese nach einer gewissen Zeit die Fähigkeit
eines Ökosystems, sie zu verarbeiten, wobei die Schwellen je nach Art des Ökosystems und der
betreffenden Nährstoffe sehr unterschiedlich sind. Überdüngung führt beispielsweise dazu, dass
Nährstoffe ausgewaschen werden und ins Grundwasser sickern oder zusammen mit Abwässern
und Industrieabfällen aus städtischen Gebieten in die Bäche, Flüsse und Seen und schließlich ins
Meer gelangen. Die eingetragenen oder zugeführten Nähr- oder Schadstoffe können die Lebewesen
eines Ökosystems direkt schädigen oder aber das Wachstum mancher Arten so stark anregen, dass
sie schließlich andere Arten verdrängen. Dadurch werden insgesamt diejenigen Organismen
begünstigt, die toleranter oder aber auch resistenter gegenüber den veränderten Bedingungen sind.
Meist handelt es sich dabei um Arten, deren Individuenzahl ohnehin schon sehr hoch ist. Viele
heutzutage seltene Arten sind dagegen stark spezialisiert auf bestimmte Bedingungen, daher
anfälliger für Veränderungen und vermehrt vom Aussterben bedroht. Beispiele für direkt schädliche
Stoffe sind die mit Schwefeldioxid und Stickstoffoxiden angereicherten Abgase aus
Industriegebieten (
siehe
Luftverschmutzung), die sich mit dem Wasser der Niederschläge in
Schwefel- und Salpetersäuren umwandeln und den sauren Regen bilden. Dieser verändert das
Verhältnis von Säuren und Basen in Land- und Meeresökosystemen. Fische und im Wasser
lebende wirbellose Tiere können dadurch absterben; der Säuregehalt des Bodens kann ansteigen,
insbesondere in Gebieten mit kalkfreiem Gestein (Kalk kann die Säure neutralisieren), und es
kommt zu starken Veränderungen in der Zusammensetzung der Pflanzen- und Tierwelt.
Siehe
Kohlenstoffkreislauf; Stickstoffkreislauf.
Populationen und Lebensgemeinschaften
Die Funktionseinheiten eines Ökosystems sind die Populationen von Organismen. Eine Population
ist eine Gruppe sich untereinander fortpflanzender Organismen derselben Art, die zur gleichen Zeit
am gleichen Ort leben (
siehe
Art). Die Angehörigen einer Population zeigen über mehrere
Generationen hinweg genetisch ein hohes Maß an Kontinuität. Innerhalb eines Ökosystems
reagieren Populationen und Gruppen von Populationen untereinander auf verschiedene Weise.
Zusammen bilden sie die
Lebensgemeinschaft,
die den biotischen (belebten) Teil des Ökosystems
ausmacht.
Artenvielfalt (Diversität)
Die gesamte Lebensgemeinschaft eines Ökosystems oder auch eine Gruppe verwandter Arten, die
darin vorkommt etwa alle Vögel oder alle Blütenpflanzen haben Eigenschaften, die für das
jeweilige Ökosystem charakteristisch sind. Zu diesen zählt vor allem die Dominanz und die
Diversität (Artenvielfalt). Unter Diversität versteht man die Artenzahl der Gemeinschaft oder der
betrachteten Gruppe. Weltweit gesehen nimmt die Diversität vom Äquator zu den Polen hin ab. Der
Begriff Dominanz bezeichnet die relative Menge einer Art in einer bestimmten räumlichen Einheit im
Vergleich zu den anderen dort lebenden Arten. Dominanz entsteht, wenn eine oder mehrere Arten
die Umgebungsbedingungen kontrollieren und andere Arten stark beeinflussen. Sie kann sich z. B.
aus längerer Lebensdauer, größerer Vermehrungsrate oder aggressiverem Verhalten ergeben. In
einem Wald kann die dominante Art etwa aus einer oder mehreren Baumarten bestehen,
beispielsweise Buche oder Fichte; in einer Meeresgemeinschaft sind die dominanten Organismen
häufig Tiere wie bestimmte Muscheln oder Korallen. Abhängig von der Dominanz ist die Verteilung
der Arten oder
Äquitabilität.
Diese ist ein Maß dafür, ob alle Arten etwa gleich häufig vorkommen
(hohe Äquitabilität) oder nur einige wenige sehr häufig, während alle anderen Arten sehr selten
auftreten (niedrige Äquitabilität).
Die physikalische Natur einer Gemeinschaft lässt sich durch die Schichtung oder
Stratifikation
beschreiben. In Landgemeinschaften wird die Schichtung durch die jeweilige Wuchsform der
Pflanzen geprägt. Einfache Gemeinschaften wie Grasländer weisen in der Regel nur zwei Schichten
auf, die Bodenschicht (in der sich z. B. die Moose befinden) und die Krautschicht. Ein Wald hat bis
zu sechs Schichten: Boden, Krautschicht, erste und zweite Strauchschicht (niedrige und hohe
Sträucher), untere Baumschicht und obere Baumschicht. Diese Schichtung beeinflusst die
physikalische Umgebung (Schattenwurf, Luftfeuchte, Zusammensetzung des Lichtes usw.) und die
Vielfalt des Lebensraumes für die Tierwelt. Je höher die Anzahl an Schichten, desto größer auch die
Zahl an verschiedenen Lebensräumen, die den Tieren zur Verfügung stehen. Am vielfältigsten ist
die Stratifikation in tropischen Regenwäldern. Dies führt dazu, dass in den äquatornahen Regionen
die Artenvielfalt sehr hoch ist. Die vertikale Schichtung in Lebensgemeinschaften des Wassers ist im
Gegensatz zu Landökosystemen größtenteils durch rein physikalische Bedingungen beeinflusst,
etwa Lichteinfall, Temperatur, Druck, Salz-, Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt.
Lebensraum (Biotop) und ökologische Nische
Die Lebensgemeinschaft eines Ökosystems besiedelt einen bestimmten Lebensraum, den man als
ihren Biotop bezeichnet. Damit ist nicht nur der tatsächliche Ort an sich gemeint, sondern auch die
damit verbundenen, ganz spezifischen Umweltverhältnisse, die an ihm herrschen. Eng damit
verbunden ist der abstrakte Begriff der ökologischen Nische. Darunter versteht man die Rolle, die
eine Art innerhalb der Gemeinschaft spielt. Dies bezieht sich auf alle Lebensfunktionen, etwa auf die
Art der Nahrung, wie diese Nahrung erworben wird, auf die Art und Weise, wie sich die Art
fortpflanzt und welche Verhaltensweisen sie dabei ausübt, usw. So lebt beispielsweise der
Baumläufer im Lebensraum Laubwald. Seine Nische besteht zum Teil darin, Insekten aus der Rinde
von Bäumen zu fangen. Er verwendet dazu eine bestimmte Jagdmethode und besitzt ein spezielles
Balzverhalten, das ihn von anderen Arten, die ebenfalls von Insekten aus Baumrinden leben,
unterscheidet. Innerhalb eines Ökosystems gibt es zahlreiche ökologische Nischen, die von
verschiedenen Organismen besetzt sind. Keine zwei Nischen sind jedoch exakt identisch, denn
sonst müssten zwei verschiedene Arten dieselbe Lebenweise führen dies widerspricht jedoch dem
Begriff der Art. Je stärker eine Gemeinschaft geschichtet ist, desto feiner ist der Lebensraum in
Nischen unterteilt.
Wachstum von Populationen
Populationen haben eine bestimmte Größe, die Populationsgröße (Anzahl der Individuen), die durch
die Geburtenrate (die Anzahl an Nachkommen, die pro Populationseinheit innerhalb eines
bestimmten Zeitraumes produziert wird), die Sterberate (die Anzahl der Sterbefälle innerhalb eines
bestimmten Zeitraumes) sowie die Wachstumsrate (Zunahme der Population innerhalb eines
bestimmten Zeitraumes) beeinflusst wird (
siehe
Bevölkerung). Die Bestimmung der jeweiligen
Größen ist nicht immer einfach, vor allem wenn vegetative Vermehrung auftritt. Häufig sind etwa bei
Pflanzen oder niederen Tieren die Tochterindividuen noch über bestimmte Organe mit dem
Mutterorganismus verbunden, so dass allein die Abgrenzung eines Individuums Schwierigkeiten
bereitet (
siehe
Populationsbiologie).
Bringt man eine kleine Population in eine günstige Umgebung mit einem Überfluss an Nahrung, so
hat dies oft ein
exponentielles
Wachstum zur Folge. Dies ist häufig bei Populationen in frühen
Stadien der Besiedlung eines Lebensraumes der Fall, entweder weil sie eine nichtgenutzte Nische
übernehmen oder weil sie andere Populationen aus einer günstigen Nische vertreiben. Exponentiell
wachsende Populationen erreichen jedoch rasch die Grenze der Nahrungsverfügbarkeit. Dann hört
das Wachstum bald auf, und sie gehen in eine statische Phase über, in der die Populationsgröße
gleich bleibt. Nach Ende dieser Phase nimmt sie schließlich wieder ab, sei es durch eine
Katastrophe wie eine Hungersnot oder Krankheit, sei es durch Konkurrenz mit einer anderen Art, die
sich um die gleiche Nahrung bemüht. Allgemein betrachtet sind exponentiell wachsende
Populationen oft kurzlebig. Sie breiten sich schnell aus und sind besonders in der Lage, in
Lebensräumen mit sich mehr oder weniger regelmäßig und stark verändernden Bedingungen zu
gedeihen, etwa auf Ackerflächen, Kahlschlägen oder Schuttplätzen. Bei den Tieren sind dies häufig
Arten, die zahlreiche Junge bekommen und nur wenig Brutpflege betreiben, bei den Pflanzen
solche, die eine große Zahl an Samen mit geringen Nahrungsreserven produzieren. Solche
Organismen nennt man
opportunistische
Arten.
Andere Populationen streben nach anfänglichem exponentiellem Wachstum ein Gleichgewicht
zwischen ihrer Zahl und den verfügbaren Ressourcen an, das durch verschiedene
Regulationsmechanismen erhalten bleibt. Tiere, die ein solches Populationswachstum zeigen,
haben in der Regel weniger Junge und betreiben eine intensive Brutpflege, entsprechende Pflanzen
bilden größere Samen mit beträchtlichen Nahrungsreserven. Diese Organismen sind langlebig,
haben eine geringe Ausbreitungstendenz und können einen gestörten Lebensraum nur schwer
besiedeln. Sie reagieren im Allgemeinen auf Veränderungen in der Populationsdichte (der Anzahl
von Organismen pro betrachteter Fläche) mit Veränderungen der Geburten- und Sterberate und
nicht durch vermehrte Ausbreitungstendenz (der Besiedlung neuer Lebensräume). Erreicht die
Population die Grenzen der Nahrungsressourcen, sinkt die Geburtenrate, und die Sterblichkeit
nimmt bei Jungen und Erwachsenen zu.
Wechselbeziehungen in der Gemeinschaft
Großen Einfluss auf das Populationswachstum haben verschiedene gegenseitige Beeinflussungen
und Wechselbeziehungen (Interaktionen), die die Mitglieder der Gemeinschaft aufeinander ausüben
bzw. eingehen. Dazu gehören der
Wettbewerb,
sowohl innerhalb einer Art als auch zwischen den
Arten;
Räuber-Beute-Beziehungen
einschließlich des Parasitismus sowie die
Symbiose.
Konkurrenz
Wenn eine gemeinsam genutzte Nahrungsgrundlage knapp wird, konkurrieren Organismen
miteinander und die jeweils erfolgreicheren überleben. Innerhalb einiger Pflanzen- und
Tierpopulationen teilen sich alle Individuen die Ressourcen derart, dass keines ausreichende
Mengen erhält, um als ausgewachsenes Lebewesen wesentlich länger zu leben als die meisten
anderen. In anderen Gemeinschaften beanspruchen dominante Individuen den Zugang zu den
knappen Vorräten und schließen andere aus. Ausgewachsene Einzelpflanzen beanspruchen im
Allgemeinen einen bestimmten Standort und behalten ihn so lange, bis sie an Lebenskraft verlieren
oder von Krankheiten oder Schädlingen befallen werden und schließlich absterben. Bis dahin ist ihr
Einfluss auf die unmittelbare Umgebung jedoch häufig so stark, dass andere Individuen nicht
keimen oder überleben können, weil sie zu große Mengen an Licht, Feuchtigkeit und Nährstoffen
entziehen. Auch ausgeschiedene, chemische Stoffe spielen dabei eine Rolle, die etwa die Keimung
vermeiden können oder das Wurzelwachstum von Nachbarpflanzen hemmen.
Viele Tiergemeinschaften zeigen eine hoch entwickelte soziale Struktur, durch die die verfügbaren
Ressourcen wie Raum, Nahrung und Geschlechtspartner unter den dominanten Mitgliedern der
Population also innerhalb der gleichen Art aufgeteilt werden. Solche konkurrierenden
Wechselbeziehungen können zu
sozialer Dominanz
führen, wodurch die dominanten Individuen die
jeweils untergeordneten von der betreffenden Ressource ausschließen. Die Wechselbeziehungen
können aber auch zu Revierverhalten führen, so dass dominante Individuen den Lebensraum in
bestimmte Gebiete aufteilen, die nur sie bewohnen und die sie auch verteidigen. Untergeordnete
oder ausgeschlossene Tiere sind dann gezwungen, in ärmeren oder weniger günstigen Bereichen
des Ökosystems zu leben, teilweise auch ohne die jeweilige Ressource auszukommen oder das
Gebiet ganz zu verlassen. Viele solcher Tiere sterben daher an Hunger oder Krankheiten oder fallen
anderen Tieren zum Opfer.
Der Wettbewerb zwischen Mitgliedern verschiedener Arten führt zur Aufteilung der Ressourcen
innerhalb einer Gemeinschaft. Verschiedene Pflanzenarten haben beispielsweise Wurzeln, die
unterschiedlich tief in den Boden hineinreichen. Es bilden sich verschiedene Wurzelhorizonte
heraus, was besonders in Wüsten und Steppengebieten auffällig ist. Gräser wurzeln z. B. recht
flach, Sträucher und Bäume oder auch Kakteen dagegen tief, so dass beide Pflanzengruppen eine
direkte Konkurrenz vermeiden und miteinander leben
(koexistieren)
können.
Räuber-Beute-Verhältnis
Eine der grundlegenden Beziehungen innerhalb von Lebensgemeinschaften sind die so genannten
Räuber-Beute-Verhältnisse. Die räuberisch lebenden Organismen transportieren Energie und
Nährstoffe von einer Nahrungsebene des Ökosystems zur nächsten, sie regulieren aber auch die
Populationsgröße der Beutetiere und fördern die natürliche Auslese, indem schwache oder kranke
Individuen aus der Population verdrängt werden. Die Anzahl der Beuteorganismen und der von
ihnen abhängigen Räuber steht dabei in einem bestimmten Verhältnis, das um einen bestimmten
Mittelwert schwankt zumindest wenn es sich um eine einfache, direkte Abhängigkeit handelt.
Räuber- und Beutepopulationen regulieren sich im Bestand gegenseitig und mit zeitlicher
Verzögerung. So ist ein Hase ein Räuber, der Gras erbeutet, genauso wie der Fuchs ein Räuber ist,
der Hasen erbeutet. Ein Übermaß an Pflanzenfressern beeinflusst direkt das Wachstum, die
Überlebens- und Fortpflanzungschancen der Fleischfresser. Die Wechselwirkungen zwischen
Räuber und Beute innerhalb einer Ebene der Nahrungspyramide hat somit unmittelbare
Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Räuber und Beute auf der nächsthöheren Ebene. In
einigen Gemeinschaften können räuberische Tiere die Populationsgröße von Beutetieren so stark
reduzieren, dass mehrere, eigentlich konkurrierende Arten nun nebeneinander koexistieren können,
weil keine in so großer Zahl vorhanden ist, dass sie dominant wäre. Nehmen die Räuber jedoch
stark ab oder werden entfernt, können nun dominante Arten die mit ihnen konkurrierenden
verdrängen, wodurch die Artenvielfalt vermindert wird.
Parasitismus (Schmarotzertum)
Eng verbunden mit der Räuber-Beute-Beziehung ist das Schmarotzertum, bei dem zwei
Organismen zusammenleben, wobei einer seine Nahrung auf Kosten des anderen bezieht.
Schmarotzer (Parasiten) sind überwiegend kleiner als ihr Wirt. Zu ihnen gehören viele Viren und
Bakterien. Normalerweise töten Schmarotzer ihren Wirt nicht, wie es Raubtiere tun, denn sonst
würden sie ihre Nahrungsquelle vernichten. Wirte und Parasiten entwickeln dagegen im
Allgemeinen eine gewisse, gegenseitige Toleranz. Dennoch regulieren manche Parasiten die Größe
ihrer Wirtspopulation, senken deren Fortpflanzungsrate und können ihre Verhaltensweisen ändern.
Siehe
Parasit; Parasitismus.
Symbiose
Eine weitere Beziehung zwischen Organismen einer Lebensgemeinschaft ist die Symbiose
(Mutualismus), bei der zwei oder mehr Arten mehr oder weniger vollständig voneinander abhängen
und nicht ohne einander leben können. Sind zwei Lebewesen völlig aufeinander angewiesen, so
spricht man von obligatorischer Symbiose. Ein Beispiel dafür ist die Mykorrhiza (
siehe
Pilze:
Ökologie), eine Beziehung zwischen Pilzen und den Wurzeln bestimmter Pflanzen. Bei einer
bestimmten Form, der
Ektomykorrhiza,
bilden die Pilze eine Kappe oder einen Mantel über den
Wurzelspitzen. Die Pilzfäden (Hyphen) dringen in die Wurzelspitze ein, wachsen zwischen den
Zellwänden, erstrecken sich aber auch nach außen in den Boden. Sehr häufig findet man diese
Form etwa bei Waldbäumen. Die Pilze hängen vom Baum als Energiequelle ab, denn sie erhalten
von ihm lebenswichtige Kohlenhydrate und andere Stoffe. Im Gegenzug verhelfen die Pilze dem
Baum zu einer deutlich besseren Aufnahme von Nährstoffen und Wasser aus dem Boden und
schützen außerdem die Baumwurzeln vor bestimmten Krankheiten. Ohne die Mykorrhiza können
einige Baumgruppen, wie z. B. Nadelbäume und Eichen, nicht überleben und wachsen. Umgekehrt
können die Pilze nicht ohne die Bäume existieren. Im Unterschied zum Parasitismus profitieren
beide Arten von der Beziehung.
(Zu Biotop)
Biotop
, der
und
das, abgeleitet von griechisch
bios
(das Leben) und
topos
(der Ort), Lebensraum
einer Lebensgemeinschaft (Biozönose) mit relativ einheitlichen Lebensbedingungen, der daher
durch eine charakteristische Pflanzen- und Tierwelt allgemein durch eine bestimmte
Organismenzusammensetzung gekennzeichnet ist.
Die räumliche Umgrenzung eines Biotops kann, je nach dem Zusammenhang und dem Blickwinkel,
unter dem ein Biotop betrachtet wird, sehr unterschiedlich sein. So kann etwa ein bestimmtes
Waldgebiet ein Biotop darstellen, das von Wiesen oder Ackerflächen umgeben und daher von
diesen gut abgegrenzt ist. Dieser Wald zeichnet sich im Unterschied zur Umgebung durch eine
charakteristische Tier- und Pflanzenwelt aus. Man kann den betrachteten Bereich aber auch auf
einen einzelnen Baum dieses Waldstücks beschränken. Dieser spezielle Baum wird sich innerhalb
des Waldstückes von den Nachbarbäumen etwa durch die auf seiner Rinde lebenden Moose,
Flechten und Algen unterscheiden, sowie auch durch die spezielle Insektenfauna, die dort
vorkommt.
Ebenso gut kann der Maßstab aber auch viel weiter gefasst sein und z. B. alle Wälder dieses Typs,
etwa alle bodensauren Eichenwälder Mitteleuropas, oder alle Laub werfenden Wälder der
gemäßigten Klimazone der Nordhalbkugel zusammenfassen und als einen bestimmten Biotop
bezeichnen. Auch dieser, sehr umfassende Biotop hat dann eine spezifische Flora und Fauna, die
ihn z. B. von Nadelwäldern der gleichen Region bzw. auf ebenfalls sauren Böden unterscheidet und
abgrenzt.
Der Biotop ist also ein abstrakter Begriff, der für die Untersuchung von Ökosystemen eingeführt
wurde und sich noch immer als sinnvoll erweist. Er umfasst als Lebensraum sowohl alle darin
lebenden Organismen als auch seine gesamte abiotische Umwelt, vom spezifischen Boden dieses
Gebietes bis hin zu seinem charakteristischen Klima und dessen für diesen ,,Ort" typischen täglichen
und jahreszeitlichen Schwankungen.
(Zu Biozönose)
Biozönose
, Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren, die durch gegenseitige Abhängigkeit
und Beeinflussung in Wechselwirkung zueinander stehen.
Die Biozönose ist der biotische Anteil
an einem Ökosystem, während der Lebensraum (Biotop) seinen abiotischen Teil darstellt
(manchmal bezieht man in letzterem Begriff allerdings auch die Pflanzenwelt ein). Eine Biozönose
ist z. B. die Gesamtheit aller Tiere und Pflanzen in einem Moor, See oder Wald.
Tiergesellschaften
und Pflanzengesellschaften ergeben die Biozönose
, die ein selbstregulierendes System
darstellt. Gekennzeichnet ist sie durch die Anzahl, die Abundanz und die räumliche Verteilung der
vertretenen Arten. Von Thienemann wurden folgende Grundprinzipien einer Biozönose formuliert:
(1) Je vielfältiger die Lebensbedingungen des Biotops sind, umso größer ist die Artenzahl
der Organismen.
(2) Eine Biozönose wird artenärmer und typischer, je weiter sie sich vom optimalen Bereich
entfernt, die einzelnen Arten werden aber individuenreicher.
(3) Je länger gleichartige Umweltbedingungen in dem Biotop herrschen und je
kontinuierlicher die Entwicklung verläuft, umso ausgeglichener, stabiler und artenreicher ist
die Biozönose.
Kommentare
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09.03.2004 21:22:29
klasse ausführliche Darstellung der wichtigsten Bereiche der ökologie