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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 37 Pages
Author: Katja Fox
Subject: Sociology - Work, Profession, Education, Organisation
Details
Institution/College: Ruhr-University of Bochum (Fakultät für Sozialwissenschaft)
Tags: Jahre, Poldermodell, Beschäftigungskrise, Betrachtung, Reform, Arbeitsverwaltung, Grundlagen, Arbeits-, Wirtschaftssoziologie
Year: 2002
Pages: 37
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-16642-3
File size: 134 KB
Wirtschaft und Politik der Niederlande seit den 70er Jahren, hoffe ihr findet damit einen guten Einstieg in das Thema ... viel Erfolg! 249 KB
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Excerpt (computer-generated)
Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Sozialwissenschaft
Hauptseminar: „Grundlagen der Wirtschafts- und Arbeitssoziologie“
Wintersemester 2001 / 2002
20 Jahre Poldermodell – der niederländische Weg aus der Beschäftigungskrise
(mit einer speziellen Betrachtung der Reform der
Arbeitsverwaltung ab 1991)
Katja Fox
Diplom: Sozialwissenschaft
Publizistik
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
1.1 Problemstellung 2
1.2 Gang der Untersuchung 3
2. Das niederländische Verhandlungsmodell 4
3. Die Entwicklung in den Niederlanden bis 1982 6
3.1 Die wirtschaftliche Lage, der Arbeitsmarkt und die Finanzierung des Sozialstaates in den 1970ern 7
3.2 Arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitische Maßnahmen der Regierung 10
4. Das ‚Abkommen von Wassenaar‘ und die Entwicklung in den 1980er Jahren 12
4.1 Zurückhaltung der Löhne und Schaffung neuer Arbeitsplätze 13
4.2 Konsolidierung der Staatsfinanzen, Steuer- und Abgabensenkung und Kürzung der Sozialleistungen 14
5. Der wirtschaftliche Aufschwung in den 1990er Jahren 16
5.1 Die Reform der Erwerbsunfähigkeitsrente und der Krankenversicherung 16
5.2 Die Wende hin zur aktiven Arbeitsmarktpolitik und der Ausbau der Teilzeitarbeit 18
6. Die Reform der Arbeitsverwaltung 23
6.1 Welchen Erfolg hat die Reform der Arbeitsverwaltung zu verzeichnen 26
7. Wohin führt der niederländische Weg ? 27
8. Schluss 31
9. Literatur 32
1. Einleitung
1.1 Problemstellung:
Ausgelöst durch die beiden Ölpreisschocks in den 70er Jahren stehen die europäischen Wohlfahrts- und Beschäftigungssysteme heutzutage vor ähnlichen sozial- und arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen. Die Öffnung der Finanzmärkte erlaubt einen ungehinderten Kapitalfluss über die nationalen Grenzen hinaus. Dadurch erhöht sich der internationale Wettbewerb im Bereich der Handels- und Produktionsbeziehungen und setzt die nationalen Unternehmen zunehmend unter einen starken Rationalisierungsdruck, um der verschärften Konkurrenz Stand zu halten. Eine hohe Staatsverschuldung und Inflationsrate wurde zum Ende der 1970er Jahre zur Eindämmung der Massenarbeitslosigkeit von vielen Nationalstaaten in Kauf genommen. Zusätzlich verursachten demographische Veränderungen in Verbindung mit einer niedrigen Erwerbstätigenquote (die durchschnittliche Quote, beispielsweise in den Niederlanden von 1973-83 fiel mit 58,3 % im Vergleich zum EU-Durchschnitt von 66,9 % sehr gering aus1) eine große finanzielle Belastungen der Systeme der sozialen Sicherung. Weiterhin setzt die zunehmende Individualisierung, ausgedrückt in hohen Scheidungsraten, dem Einstieg von Frauen in das Erwerbsleben und einem Wertewandel hin zur Freizeitgesellschaft die Regierungen zunehmend unter Reformdruck im Bereich der, auf einen Familienernährer ausgelegten Sozial- und Arbeitsmarktsysteme.
Gerade die exportabhängige, kleine und offene Volkswirtschaft der Niederlande war von den wirtschaftlichen Einbrüchen der Ölkrisen besonders betroffen. Als Motor der Wirtschaft galt seit dem Zweiten Weltkrieg auch in den Niederlanden die Industrie, die durch den Rückgang der Investitionen und ihrer starken Energieorientierung in Bedrängnis kam.2
Wenn man nun überhaupt von Beschäftigungswundern sprechen kann, dann ist wohl unser Nachbarland, neben den USA und Dänemark, zum Vorbild einer erfolgreichen Beschäftigungspolitik geworden. Noch vor 20 Jahren sprachen Experten von der „holländischen Krankheit“3 und verstanden darunter ein hohes Niveau an Sozialleistungen und Wohlfahrtsprogrammen, die es vielen Erwerbstätigen ermöglichte, ohne Arbeit ein finanziell gesichertes Leben zu führen. Auf Dauer gesehen ist dieses Wohlfahrtsstaatsmodell nicht finanzierbar gewesen und resultierte in einer hohen Staatsverschuldung. Seit den 1990er Jahren glänzen die Niederlande mit europaweit einmaligen Beschäftigungszuwächsen. Doch nicht ein grundlegender Systemwandel zeichnet die niederländischen Arbeitsmarkt- und Sozialstaatserfolge aus, sondern Reformen, beruhend auf einem Konsensmodell zwischen Sozialpartnern und dem Staat. Ausgehend von einer Arbeitslosenquote im Jahre 1982 von 8,1 % verzeichnen die Niederländer Ende 2001 gerade noch 2,2 % Arbeitslose.4
1.2 Gang der Untersuchung:
In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, wie sich die Niederlande von ihrem desolaten Zustand hin zu einem ‚florierenden‘ Sozialstaat entwickelt haben. Eine kritische Sichtweise ist dabei aber nicht ausgeschlossen. Die Arbeit erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern hebt nur die, für dieses Thema wichtigsten Aspekte hervor. Dabei liegt der besondere Schwerpunkt auf den arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Aufgrund der aktuellen Ereignisse zu Beginn des Jahres 2002, um die bevorstehende Reform der deutschen Bundesanstalt für Arbeit, wird unter anderem die Reform der niederländischen Arbeitsverwaltung Anfang der 1990er Jahre untersucht.
[...]
1 vgl. OECD (Juni 2001): Economic Outlook 69, S. 287
2 vgl. Hannemann, N.(1997): Niederlande: Industrieller Aufstieg [...], S. 156ff.
3 zit.n. Mayer, E. (2000): Beschäftigung im Kontext der europäischen [...], S. 156
4 Vgl. OECD (2002): Standardised Unemployment Rates (SUR) – February 2002, S. 2
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