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Der demographische Wandel und die Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland (mit einer speziellen Betrachtung der Rentenreform 2000)

Hauptseminararbeit, 2001, 23 Seiten
Autor: Katja Fox
Fach: Politik - Pol. Systeme - Politisches System Deutschlands

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2001
Seiten: 23
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V10113
ISBN (E-Book): 978-3-638-16643-0

Dateigröße: 105 KB


Textauszug (computergeneriert)

Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Sozialwissenschaft
Hauptseminar: Aktuelle Fragen der Sozialpolitik
Wintersemester 2000 /2001

Der demographische Wandel und die Entwicklung der gesetzlichen
Rentenversicherung in Deutschland 
( mit einer speziellen Betrachtung der Rentenreform 2000)
Katja Fox

Diplom: Sozialwissenschaft 
Publizistik 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  2
1.1 Problemstellung  2
1.2 Gang der Untersuchung  3

2. Der demographische Wandel in der Bundesrepublik Deutschland  4
2.1 Die alternde Gesellschaft – Strukturverschiebungen bis ins Jahr 2040 ... 4
2.2 Vier idealtypische Grundformen des Bevölkerungsaufbaus  6

3. Die gesetzliche Rentenversicherung  7
3.1 Kurzer Überblick über die Entwicklung der GRV seit 1957 ... 7
3.2 Finanzierungsprobleme der GRV  10

4. Die Rentenreform 2000 ... 12
4.1 Darstellung der wichtigsten Neuregelungen und Erweiterungen  12
4.1.1 Die neue Rentenanpassungsformel  13
4.1.2 Die kapitalgedeckte Eigenvorsorge  14
4.1.3 Bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung  16 
4.1.4 Eigenständige Alterssicherung der Frau und Hinterbliebenenversorgung  16

5. Schlussbetrachtung - Rentenreform 2000: Allheilmittel gegen die zunehmende Alterslast?  17

6. Literaturverzeichnis  19

 

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Gerhard Mackenroth, der 1952 vor dem ‚Verein für Sozialpolitik‘ eine Vortrag über die Reformmöglichkeiten der deutschen Sozialpolitik hielt, stellte fest, dass durch den Umbruch der sozialen Wirklichkeit ein neues Konzept der Sozialpolitik erforderlich ist:


„Die soziale Umwelt, in der wir heute Sozialpolitik treiben, hat sich gegenüber früher total verändert. [...] Die Wirrnis kommt nämlich nicht zuletzt daher, dass wir z. T. noch immer die alte Sozialpolitik treiben in einer völlig veränderten Welt, dass wir die alten Konzeptionen beibehalten, die inzwischen zu reinen Fiktionen geworden sind, dass wir mit den alten Begriffen weiterarbeiten, die zur sozialen Wirklichkeit nicht mehr stimmen.“1

Vor dem Hintergrund gewandelter Arbeitsmarktbedingungen und demographischer Entwicklung, stehen die Sozialpolitiker heute vor ähnlichen Problemen und Herausforderungen, die Sozialpolitik in Deutschland neu zu überdenken, wie in den 1950er Jahren. Die Lösung der erwarteten Finanzierungskrise der gesetzlichen Rentenversicherung stellt in diesem Zusammenhang eine der wichtigsten Aufgaben der Rot-Grünen Regierungskoalition seit 1998 dar.

Das deutsche Rentenversicherungssystem finanziert sich seit der Reform 1957 aus dem Umlageverfahren.2 Die aktuellen Rentenleistungen werden aus dem laufenden Volkseinkommen direkt gedeckt. Die erwerbstätige Bevölkerung verwendet einen Teil ihres Einkommens zur Finanzierung der Renten der älteren Generation, in der Hoffnung, dass ihre späteren Renten ebenso von den dann Erwerbstätigen gezahlt werden. Bei diesem informellen System handelt es sich um den sogenannten ‚Generationenvertrag‘. Aufgrund hoher wirtschaftlicher Wachstumsraten, zunehmender versicherungspflichtiger Erwerbstätigkeit und noch einigermaßen reproduktionssichernden Geburtenraten war dieses Konzept zu Beginn von Erfolg gekrönt. Heutzutage vermindern die hohen Arbeitslosenzahlen und die Geburtenrückgänge die Zahl der potentiellen Beitragszahler, zusätzlich werden die Menschen immer älter und beziehen folglich über längere Zeiträume Rentenleistungen. Von 1960 bis 1996 stieg die durchschnittliche Bezugsdauer bei Männern von 9,6 auf 13,6 Jahre und bei Frauen von 10,6 auf 18,5 Jahre.3 Nach mehreren Reformmaßnahmen des Rentenversicherungssystems hat Walter Riester, Bundesarbeits- und Sozialminister, ein neues Rentenreformkonzept 2000 vorgestellt, um das System auf Dauer finanziell abzusichern. Zusätzlich zu einem umlagefinanzierten System, wird ein kapitalgedecktes Vorsorgesystem eingeführt, um langfristig die Beiträge stabil zu halten.

1.2 Gang der Untersuchung

In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, in wieweit der demographische Wandel in der Bundesrepublik Deutschland sich auf die Reformmaßnahmen der Bundesregierung bezüglich der gesetzlichen Rentenversicherung auswirkt. Zusätzlich wird das gesamte Konzept der Reform 2000 in einem Überblick dargestellt.

Zum Einstieg in das Thema (Teil 2) wird der demographische Wandel in Deutschland in den letzten 50 Jahren betrachtet. Der Prozess der zunehmend alternden Gesellschaft wird genauer analysiert und es werden Zukunftsprognosen bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts gegeben. In Teil 3 liegt der Schwerpunkt auf dem System der gesetzlichen Rentenversicherung, mit den wichtigsten Reformen der letzten Jahrzehnte. Ein althistorischer Überblick erscheint genauso wichtig zum Verständnis der neusten Reform, wie auch die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg. Zusätzlich werden die aufkommenden Finanzierungsprobleme der GRV analysiert. Die Rentenreform 2000 stellt das Thema des vierten Teils. Es erfolgt eine Darstellung der Neuregelungen und wichtigsten Ergänzungen des alten Systems. In einer Schlussbetrachtung (Teil 5) werden die Ergebnisse der Arbeit noch einmal zusammengefasst, das Für und Wider der Reform 2000 abgewägt und der Einfluss des demographischen Wandels auf die Reformbemühungen betrachtet.

2. Der demographische Wandel in der BRD

Entscheidend für die Entwicklung der Bevölkerungszahl sind die Faktoren: Generatives Verhalten ( Geburtenzahlen4), Sterblichkeit und Wanderungen. Anhand der Betrachtung dieser drei Komponenten können Schlüsse auf die strukturelle Verschiebung der Bevölkerungszahlen vorgenommen werden.

[...]


1  zit. n.: Vonderach 1999, S. 145
2  vgl. Börsch-Supan, 1999, S. 10
3  vgl. www.bundesregierung.de/frameset/index.jsp
4  gemessen an den Fruchtbarkeitsraten: Zahl der Kinder die im Durchschnitt von 1 bzw. 100 Frauen geboren werden


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