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Über die Möglichkeit des Rücktritts eines Papstes

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2000, 26 Pages
Author: Thomas Ch. Hartmann
Subject: Politics - Miscellaneous

Details

Event: Der Rücktritt - ein wenig beachteter Aspekt des politischen Systems
Institution/College: University of Augsburg (Philosophische Fakultät I)
Tags: Möglichkeit, Rücktritts, Papstes, Rücktritt, Aspekt, Systems
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2000
Pages: 26
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V10118
ISBN (E-book): 978-3-638-16648-5

File size: 251 KB


Excerpt (computer-generated)

Über die Möglichkeit des Rücktritts eines Papstes

von Thomas Ch. Hartmann



Inhaltsverzeichnis

Einleitung 2

2. Der Papst 4

2.1. Die Gründung der katholischen Kirche 4

2.2. Das Amt des Papstes 5
2.2.1. Der Bischof von Rom 6
2.2.2. Das Staatsoberhaupt des Vatikan 6
2.2.3. Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche 7

2.3. Die Papstwahl 7
2.3.1. Die Zeitspanne vom Tod des Papstes bis zum Konklave 8
2.3.2. Das Konklave in derzeit gültiger Fassung 9

2.4. Kirchenrechtliche Grundlagen zum Amt des Papstes 10
2.4.1. Das Papstamt in kirchenrechtlicher Betrachtung 10
2.4.2. Der Papstrücktritt in kanonischer Betrachtung 11

3. Der Rücktritt Papst Coelestin V. 13

4. Papst Johannes Paul II. 15

4.1. Kurzbiographie 15
4.2. Bischof Lehmann zu einem Rücktritt Johannes Paul II. 16

5. Gesamtschau über einen Rücktritt eines Papstes 20

Literaturverzeichnis

 

 


1. Einleitung

Die katholische Kirche ist die einzige Institution der Welt, die seit zweitausend Jahren ohne Revolution oder wesentlichen Veränderungen ihrer Struktur Bestand hat. Ihr Leitungsamt geht direkt auf die Einsetzung des Petrus durch Jesus Christus zurück und blickt ebenfalls auf eine ununterbrochene zweitausendjährige Geschichte zurück.
Diese Arbeit wurde für das Hauptseminar "Der Rücktritt - ein wenig beachteter Aspekt des politischen Systems" bei Prof. Dr. Hans-Otto Mühleisen im Sommersemester 2000 verfaßt. Im Rahmen dieses Hauptseminares wurden anhand der untersuchten Rücktritte weltlicher Politiker die Gründe und Auswirkungen eines Rücktrittes vom Amt beleuchtet. Insofern nimmt diese Arbeit eine Sonderstellung ein, da sie die Möglichkeit eines Rücktritts des Oberhauptes der katholischen Kirche untersucht.
Warum und wann tritt ein Politiker zurück, wie frei ist er in seiner Entscheidung, d.h. wer trat aus eigenen Stücken zurück, wer wurde von wem dazu gedrängt und was wäre passiert, wäre dieser oder jener Amtsinhaber nicht zurückgetreten? Die Untersuchung der Entscheidungen weltlicher Politikerpersönlichkeiten für einen Rücktritt ergaben vielfältige Variationsmöglichkeiten der Beantwortung dieser Fragestellung, so daß nur wenige miteinander vergleichbar sind. Es kristallisierte sich heraus, daß in den seltensten Fällen "Amtsmüdigkeit" oder rein private Interessen ausschlaggebend sind, und wenn doch, dann am ehesten aus Gesundheits- oder Altersgründen.
Der "Skandal", d.h. ein im jeweiligen Umfeld oder der jeweiligen Zeit nichtkonformes Verhalten, welches aus den eigenen Reihen, vom politischen Gegner oder der Öffentlichkeit verurteilt wird, ist ein häufiger Rücktrittsgrund. In einer zunehmend mediatisierten Welt sind Prominente stets im Blickpunkt der Medien und somit der Öffentlichkeit. Im Seminar wurde erarbeitet, daß ein solcher "Skandal" -ob politischer oder privater Natur- der Auslöser sein kann. Der Rücktritt wird dann vom Betroffenen oft mit dem Ziel begründet, sich, die von ihm vertretene Institution oder das von ihm bekleidete Amt vor einem Ansehensverlust schützen zu wollen, oder er erfolgt nur, um dem psychischen Druck auf seine Person zu entgehen (als Beispiel wurde im Seminar der Rücktritt des ehemaligen Bundestagspräsidenten Philip Jenninger genannt). Auch kann der Druck und somit die Entscheidung für einen freiwilligen Rücktritt in der Tatsache einer sonst drohenden Abwahl bzw. Amtsenthebung und somit eines "Gesichtsverlustes" bestehen, welcher dann die Konsequenz eines Endes jeglicher (bezahlter) politischer Betätigung des Betroffenen haben könnte.
Ein weiterer Grund für einen -als freiwillig apostrophierten- Rücktritt kann der sein, dem Drängen der Institution bzw. eines (selbst-)auserkorenen Amtsnachfolgers nachzugeben, wenn z.B. ohne Vorliegen eines außergewöhnlichen Vorfalls die eigene Person nicht mehr "zeitgemäß" erscheint (z.B. Walter Ulbricht bzw. Erich Honecker).
In der vorliegenden Arbeit soll nun untersucht werden, ob ein Papst von seinem Amt zurücktreten kann, ob es eine Möglichkeit der Abwahl gibt, ob bereits Päpste zurückgetreten sind und welches die Konsequenzen eines solchen Rücktrittes wären. Zum besseren Verständnis wird zunächst auf das Leitungsamt der katholischen Kirche und die Wahl hierzu eingegangen.

2. Der Papst

2.1. Die Gründung der katholischen Kirche

[...]


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