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Pädagogische Familienarbeit und Familienberatung unter Einbeziehung der Behindertenberatung im Allgemeinen

Autor: Ramona Rieck
Fach: Pädagogik - Päd. Soziologie

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Details

Veranstaltung: Chronische Krankheit und Familie
Institution/Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin (Institut für Rehablitationspädagogik)
Tags: Rehabilitationspädagogik Soziologie
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2000
Seiten: 10
Note: keine
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 72 KB
Archivnummer: V10176
ISBN (E-Book): 978-3-638-16685-0
Anmerkungen :
Beratung im historischen Kontext. Beratung von den Anfängen bis zu den 70er Jahren. Familienberatung, sozialpädagogische Familienhilfe und familienorientierte Sozialarbeit. Beratungsarbeit in den 80er und 90er Jahren. Ausbildung und Arbeitsfelder des Beraters. Die Behindertenberatung. Gesetzliche Bestimmungen und Finanzierung von Beratung.
Sehr dichte Arbeit - einzeiliger Zeilenabstand. 188 KB

Textauszug (computergeneriert)

Belegarbeit
„Chronische Krankheit und Familie“

Humboldt Universität zu Berlin
Fachbereich „Rehabilitationssoziologie“
Wintersemester 2000 / 01

Thema des Referats:

Pädagogische Familienarbeit und Familienberatung 
unter Einbeziehung der Behindertenberatung im Allgemeinen.

Berlin, den 12.03.2001

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... S. 3

2. Beratung im historischen Kontext ... S. 3
2.1. Beratung von den Anfängen bis zu den 70er Jahren ... S. 3
2.1.1. Familienberatung, sozialpädagogische Familienhilfe und familien-orientierte Sozialarbeit ... S. 4
2.2. Beratungsarbeit in den 80er und 90er Jahren ... S. 5

3. Ausbildung und Arbeitsfelder des Beraters ... S. 6
4. Die Behindertenberatung ... S. 7
5. Gesetzliche Bestimmungen und Finanzierung von Beratung ... S. 7
6. Resümee S. 8

Literaturverzeichnis ... S.10

 

1. Einleitung

Das Informationsangebot von pädagogischer Familienarbeit und Familienberatung ist sehr weitläufig und damit auch teilweise unübersichtlich für diejenigen, die eine solche Hilfe in Anspruch nehmen wollen oder vielleicht auch müssen. Viele Menschen mit Familienproblemen, die auch aus der Belastung entstanden sein können, daß ein Familienmitglied chronisch krank geworden ist, wissen gar nicht, daß sie sich „beraten“ lassen können. In vielen Fällen gehen die zu Beratenden auch davon aus, daß sie die Hilfe gar nicht brauchen oder aber sie weisen Beratung von sich, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt, d.h. u.a. das eigene Verhalten kritisch zu betrachten, obwohl man sich möglicherweise im Recht glaubt oder sich Verhaltensweisen vorgeben zu lassen, die man so nicht annehmen möchte etc. . Manche Menschen gehen davon aus, eine Beratung sei eine Therapie und somit müsste man auch „psychisch“ krank sein, um eine solche in Anspruch nehmen zu können. Andere glauben das ihre Familienproblematik in einer Beratung nicht gelöst werden kann. Auch so „banale Gründe“, wie nicht zu wissen, wer eigentlich die Beratung zahlt, hält einige Menschen davon ab, sich beraten zu lassen. Solche und ähnliche Begründungen finden sich in der Literatur zur Beratungsarbeit, die größtenteils ins Internet gestellt wurde. Da sich kaum ein detaillierter Zusammenhang zwischen der pädagogischen Familienberatung und Familienarbeit mit Angehörigen, die unter einer chronischen Erkrankung leiden, finden lässt, werde ich meine Ausführungen auf die Behindertenberatung im Speziellen beziehen.

Ich werde einleitend einen kurzen historischen Überblick zur Familienberatungsarbeit im Allgemeinen wiedergeben, um u.a. aufzuzeigen, wie lange schon und mit welcher Intensität die oben angeführte Problematik besteht und wie man möglicherweise versucht hat, dieser über die Jahre hinweg entgegenzuwirken. Dabei werde ich auch auf die Anforderungen der Berater in diesem Berufsfeld eingehen. Des weiteren werde ich versuchen die Inhalte der Behindertenberatung im Allgemeinen wiederzugeben, wie sie in der Regel vor sich geht und was die Klienten erwartet. Abschließend werde ich die Frage nach der Finanzierung der Beratung, (also wer diese bezahlt und unter welchen Bedingungen) erläutern. Die gesetzlichen Bestimmungen spielen bei der Finanzierung eine große Rolle und sollen aus diesem Grund nicht unerwähnt bleiben. 

2. Beratung im historischen Kontext

Im folgenden möchte ich einen kurzen Überblick über die Entwicklung von der Beratungsarbeit im allgemeinen geben.

2.1. Beratung von den Anfängen bis zu den 70er Jahren

Der Begriff der Beratung wurde schon zwischen 1900 und 1930 in den Aufgabenkatalogen der Fürsorgeeinrichtungen verwendet. So gab es z.B. im Bereich der Seemannsfürsorge Beratung in Gesundheits- und Rechtsfragen. Die Gesundheitsfürsorge erwähnte 1929 erstmals die Begriffe der Sexual- und Eheberatung. Und schon 1902 existieren diverse Beratungsstellen wie z.B. die Auswanderberatung, öffentliche Rechtsberatungen und Berufsberatungen. Überraschend ist in diesem Zusammenhang, daß dieser Begriff in den theoretischen Schriften als methodisches Instrument der Sozialarbeit bzw. Wohlfahrtspflege keine Erwähnung findet. 1921 wird im „Leitfaden der Wohlfahrtspflege“ von Alice Salomon nur der Begriff „pflegerische Fürsorge“ zentral verwendet; Beratung wird nur im Zusammenhang mit ärztlicher Beratung erwähnt. Im Lehrbuch der Arbeiterwohlfahrt werden zwar u.a. Sportärztliche Beratungsstellen erwähnt, zentrale Begriffe bleiben aber „behandeln“, „unterstützen“ und „heilen“. Dagegen etablieren sich die Erziehungsberatungen schon vereinzelt ab Anfang des 1900 Jahrhunderts.

In den 30er und 40er Jahren trat neben den Individualismus eine neue Sichtweise des Menschen und seiner Umwelt: Er wurde als außengelenkt, als durch Beziehungen, Gruppen, soziokulturelle Strukturen und Machtverhältnisse bestimmt betrachtet. Soziologen konzentrierten sich verstärkt auf die Untersuchung von Familienstrukturen und Sozialisationsvorgänge, und Psychologen stützen sich u.a. auf die Untersuchung von Kleingruppen und deren Kommunikationsprozessen.

 Ab den 50er Jahren wurden vermehrt zwischenmenschliche Strukturen und Prozesse als Verursacher vieler individueller und gesellschaftlicher Probleme entdeckt („schichtspezifische Sozialisation“). Also begannen in den 50er und 60er Jahren Psychologen, Psychiater und Sozialarbeiter mit familientherapeutischen Ansätzen zu arbeiten.

Ende der 70er Jahre sind der Rückgang der Geburtenrate und der Anstieg der Zahl von Scheidungs-, Teil- und Stieffamilien als soziale Probleme erkannt worden, so rückten gestörte Familienstrukturen und –prozesse immer mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Demzufolge stieg auch die Nachfrage an familientherapeutischen Zusatzausbildungen. Außerdem wurden vermehrt Maßnahmen zur Stärkung von Familien, zur Wiederherstellung ihrer Funktionsfähigkeit und zur Förderung ihrer Erziehungskraft gefordert. Es wurden verschiedene familienunterstützende Maßnahmen entwickelt, die z.B. Familienberatung, sozialpädagogische Familienhilfe und familienorientierte Sozialarbeit umfassten. 

2.1.1. Familienberatung, sozialpädagogische Familienhilfe und familienorientierte Sozialarbeit

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