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Seminararbeit, 2002, 20 Seiten
Autor: Simone Bley
Fach: Theaterwissenschaft
Details
Institution/Hochschule: Freie Universität Berlin (Institut für Theaterwissenschaft)
Tags: Loveparade, Charivari, Zeit, Vergleich, Loveparade, Charivari, Mittelalters, Berücksichtigung, Inszenierung, Proseminar, Einführung, Theorie, Körper, Stimme
Jahr: 2002
Seiten: 20
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-16708-6
Dateigröße: 1787 KB
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Textauszug (computergeneriert)
INSTITUT FÜR THEATERWISSENSCHAFT DER FU BERLIN
Sommersemester 2002
PrS.: Einführung in Theorie und Ästhetik: Körper und Stimme
Ist die Loveparade der Charivari unserer Zeit?
Ein Vergleich der Loveparade und des Charivari
des französischen Mittelalters
unter besonderer Berücksichtigung
der körperlichen Inszenierung
Verfasserin: Simone Bley
Studienfächer: Theaterwissenschaft/ Philosophie/ Soziologie
Anzahl der Semester: 2
Abgabetermin: 10.10.2002
1 Inhaltsverzeichnis
2 VORWORT 3
3 DER CHARIVARI 4
3.1 Was ist der Charivari 4
3.2 Körper im Charivari 5
3.2.1 Kostümierung, Verkleidung und Maskeraden 5
3.2.2 Der bewegte Körper 7
4 DIE LOVEPARADE 8
4.1 Was ist die Loveparade? 8
4.2 Der Körper in der Loveparade 9
4.2.1 Bildergalerie 9
4.2.1.1 Fetisch 9
4.2.1.2 Bodypainting 10
4.2.1.3 Nacktheit 11
4.2.1.4 Tierfellimitate (bunt) 12
4.2.1.5 Maske 13
4.2.2 Kleidung und Körpergestaltung in der Loveparade 13
4.2.3 Die Loveparade tanzt 14
5 VERGLEICH ZWISCHEN LOVEPARADE UND CHARIVARI 15
6 NACHWORT 17
7 LITERATURVERZEICHNIS 18
8 ABBILDUNGSVERZEICHNIS 19
2 Vorwort
In der wörtlichen Übersetzung bedeutet das Wort Charivari soviel wie Durcheinander oder Katzenmusik. Diese Begriffe passen sehr gut zu der französischen Straßenveranstaltung des Mittelalters Charivari und der modernen Streetparade Loveparade. Ich denke, dass sich ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Ereignissen erkennen lässt, im besonderen Maße die Inszenierung der Körper betreffend.
Kann man die Behauptung aufstellen, dass die Loveparade eine Wiederauferstehung des mittelalterlichen Spektakels Charivari ist?
Ich werde in dieser Arbeit zunächst eine Beschreibung der Hintergründe, Körpergestaltung und Körperbewegung des Charivari durchführen. Im darauf folgenden Teil verschaffe ich dem Leser einen Überblick über die Loveparade und ihre körperlichen Aspekte, um im letzten Abschnitt des Hauptteils den Vergleich zwischen beiden Ereignissen durchzuführen und anhand dessen die oben gestellte Frage für mich zu beantworten.
Für die Ausarbeitung des Teils der Arbeit, der sich mit dem Charivari beschäftigt, waren mir das Werk von Otto Driesen ,,Der Ursprung des Harlekin" und das Buch von Natalie Zemon Davis ,,Humanismus, Narrenherrschaft und die Riten der Gewalt" eine große Hilfe.
Da die Loveparade erst seit 13 Jahren existiert, musste ich zur Informationsbeschaffung in erster Linie auf Seiten im Internet zurückgreifen und eigene Beobachtungen durchführen, die ich anhand von Bildmaterial, welches zum Teil auch in dieser Arbeit verwendet wurde, getätigt habe.
Ich denke, dass dieses spannende Thema der Straßenparaden in den kommenden Jahren nicht nur die Theaterwissenschaft unter ästhetischen Gesichtspunkten beschäftigen wird, sondern auch in der Soziologie viele neue Fragen aufwerfen wird.
3 Der Charivari
3.1 Was ist der Charivari
Bei dem Charivari oder Chalivali handelt es sich um ein lärmendes Straßenereignis, um einen Umzug verkleideter und maskierter Menschen, der seinen Ursprung bei der männlichen Dorfjugend im Frankreich des 14. Jahrhunderts fand. Grund für diese Umzüge waren zumeist Hochzeiten - vor allem diese, ungewöhnlicher Natur, wie z. B. zwischen einer jungen Frau und einem deutlich älteren Ehemann oder die Wiederheirat eines Witwers oder einer Witwe. Die Charivariteilnehmer gingen davon aus, dass ihnen eine junge Frau aus dem Kreis der Heiratsfähigen genommen wurde und sie somit geringere Chancen hatten, einen Partner zu finden. Außerdem war anzunehmen, dass aus einer so ungleichen Ehe nicht viele Kinder hervorgehen konnten. Bei der Wiederheirat von Witwern oder Witwen diente der Charivari zur Besänftigung der verstorbenen Person und der Beruhigung der bereits vorhandenen Kinder aus erster Ehe, die beeinflusst waren von Volksmärchen über böse Stiefeltern.1
Aber auch von ihren Frauen geschlagene oder betrogene Ehemänner wurden in den lärmenden Charivaris auf einem Esel verkehrt herum sitzend vorgeführt und verspottet.2
Der Charivari war also ein Straßenzug, der sich vor allem aufgrund zwischenmenschlicher Probleme, Lächerlichkeiten oder Ungerechtigkeiten formierte, um lautstark darauf aufmerksam zu machen.
[...]
1 vgl.: Davis, Natalie Zemon: Humanismus, Narrenherrschaft und die Riten der Gewalt. Gesellschaft und Kultur im frühneuzeitlichen Frankreich. Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt am Main, August 1987. S. 116.
2 ebenda, S. 109 - 110.
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