Soziale Ungleichheit im und durch das deutsche Schul- und Bildungssystem - Perspektiven und Konzepte zum Abbau der herkunftsspezifischen Chancenungleichheit

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Details
Autor: Johannes Reimann
Fach: Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Veranstaltung: Schule und demokratische Gesellschaft
Institution/Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Fachbereich 06. Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaft)
Jahr: 2002
Seiten: 21
Note: 2,75
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 195 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-16742-0
Textauszug (computergeneriert)
Soziale Ungleichheit im und durch das deutsche Schul- und Bildungssystem
- Perspektiven und Konzepte zum Abbau der herkunftsspezifischen Chancenungleichheit
von Johannes Reimann
Inhalt:
1. Einleitung
2. Soziale Ungleichheit im Bildungssystem
2.1. Die Bedeutung formaler Bildungsabschlüsse
2.2. Chancengleichheit im Bildungssystem
2.3. Soziale Ungleichheit trotz Bildungsexpansion
2.4. Soziale Ungleichheit durch Habitus und Lebensstil
3. Perspektiven eines sozial integrierenden
Schul- und Bildungssystems
3.1. Ökonomische Benachteiligung
3.2. Benachteiligung durch das dreigliedrige
Bildungssystem
3.3. Soziokulturell bedingte Benachteiligungen
4. Die Gesamtschule - Versuch einer
Chancenungleichheit abbauenden Schulkonzeption
4.1. Die Gesamtschule und Chancengleichheit
4.2. Probleme der Gesamtschule
5. Abschließende Stellungnahme 2
Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit sind in modernen, demokratischen Gesellschaften wie der Bundesrepublik Deutschland allgemein akzeptierte Werte. Eine realistische Betrachtung der tatsächlichen Gegebenheiten zeigt aber recht deutlich, dass das deutsche Bildungssystem, als Verteilungsinstanz formaler Bildungsabschlüsse, noch weit von seinem Anspruch auf Chancengleichheit entfernt ist. Da aber Erfolg im Bildungssystem und das Erlangen formaler Bildungsabschlüsse direkte Auswirkungen auf den sozialen Status der Individuen haben, bedeutet eine ungleiche Verteilung von Bildungschancen eine Reproduktion sozialer Ungleichheit.
Es scheint jedoch, dass die Schule nicht nur indirekt mit dem Problem der sozialen Benachteiligung einiger Schülergruppen konfrontiert wird, sondern durch ihre generelle Konzeption und durch im Unterricht tagtäglich auftretende kulturell bedingte Missverständnisse und Benachteiligungen seitens des Lehrpersonals, aktiv an der Reproduktion sozialer Ungleichheit beteiligt ist und damit die Chancenungleichheit verschiedener sozialer Gruppierungen produziert.
Ich werde mich im Folgenden mit dem Begriff der Chancengleichheit und der damit verbundenen Problematik auseinandersetzen und die Strukturen der sozialen Ungleichheit im deutschen Bildungssystem darstellen. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse werde ich Perspektiven eines sozial gerechten Bildungssystems, also eines Bildungssystems, das die Problematik der sozialen Ungleichheit im Bildungssystem als solche erkennt und aktiv bemüht ist sie zu bekämpfen, diskutieren. Einen hervorgehobenen Stellenwert nimmt dabei die Konzeption der Gesamtschule ein, die von vielen Interessengruppen zwar häufig kritisiert wird, aber gerade im Kontext der PISA-Studie wieder in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt ist, da der europäische Spitzenreiter Finnland mit seinem staatlichen Gesamtschulsystem sehr gute Ergebnisse, vor allem auch unter dem Gesichtspunkt des Abbaus herkunftsspezifischer Chancenungleichheit, erzielt hat.
2. Soziale Ungleichheit im deutschen Bildungssystem
Mitte der 60er Jahre wurde das deutsche Bildungssystem reformiert in der Hoffnung, mehr soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit zu erzeugen. Die Hochschulen wurden ausgebaut, der Zugang zum sekundären Bildungssystem vereinfacht und das dreigliedrige Schulsystem, mit Haupt-, Realschule und Gymnasium eingeführt. Diese Veränderungen, bekannt als Bildungsreform hatten weitreichende Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben. Dennoch musste die aktuelle Sozialstrukturanalyse inzwischen feststellen, dass die, durch die Bildungsreform ausgelöste Bildungsexpansion nicht, wie erwartet, zu mehr Chancengleichheit und einer Öffnung des Bildungssystems für sozial unterprivilegierten Schichten geführt hat. Überdies hinaus hat sie sogar gegenteilige Effekte produziert.
2.1. Die Bedeutung formaler Bildungsabschlüsse
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