Script, 2001, 15 Pages
Author: Benjamin Bulheller
Subject: Chemistry
Details
Institution/College: University of Würzburg
Tags: Infrarot-Spektroskopie, Praktikum, Physikalische, Chemie
Year: 2001
Pages: 15
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-01206-0
File size: 647 KB
Eine Zusammenfassung der Grundlagen der Infrarotspektroskopie. Weitere Arbeiten unter www.chemielabor.com
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Infrarotspektroskopie
Grundlagen
Infrarotspektroskopie
Grundlagen
Die verschiedenen Arten der Spektroskopie nutzen die Adsorption, Emission oder
Streuung von Strahlen an Atomen oder Molekülen. Die Infrarotspektroskopie im
speziellen nutzt die Möglichkeit Atome in Molekülen mit Hilfe elektromagnetischer
Strahlung im infraroten Bereich zu Schwingungen anzuregen.
3
3
30 3 0.03 300 3
3
km
m
cm mm mm nm nm
pm
lg
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
in Hz
Mikro
Röntgen- und
Radiowellen
Fern- Nah- UV-
Vak-
wellen
IR
IR
VIS
UV
Gammastrahlen
Elektronen-
Rotationen,
Elektronen-
Kernspin-Übergänge spin-
Photoelektronen
Schwingungen
übergänge
übergänge
Das Infrarot liegt direkt unter dem Bereich, den das Auge als rotes Licht wahrnimmt.
Im Praktikum wird Licht mit Wellenlängen von 2500 bis 25000 nm verwendet. Als
Skala wird in der IR-Spektroskopie jedoch nicht die Wellenlänge sondern deren
Reziprokwert, die
Wellenzahl
, die Anzahl der Wellen pro Zentimeter, verwendet.
Für das Praktikum gilt also
-1
1
400 cm
4000 cm-
. Die Energie der IR-Strahlung
reicht zwar aus, um kovalente Bindungen in Schwingung zu versetzen, ist jedoch zu
schwach, um diese Bindungen zu brechen.
Die Frequenz einer Welle hängt mit der Lichtgeschwindigkeit c und der
Wellenlänge zusammen:
c
c =
also
=
Die Wellenzahl ist der Kehrwert der Wellenlänge , für den Zusammenhang mit der
Frequenz gilt daher:
1
=
also
=
c
Bei der Spektroskopie mit infraroter Strahlung ist der ausschlaggebende Punkt, dass die
IR-Strahlung nur dann von einem Molekül absorbiert wird, wenn die Energie der
Strahlung genau der Energie entspricht, die für die Anregung einer Schwingung
benötigt wird. Diese Voraussetzung ist die
Resonanzbedingung
.
Zur Erklärung der Schwingungen dienen zwei verschiedene Ansätze: der harmonische
und der anharmonische Oszillator.
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Infrarotspektroskopie
Grundlagen
Der harmonische Oszillator
Der
harmonische Oszillator
hat die makroskopische Betrachtung zweier durch eine
elastische Feder verbundenen Massen (zweiatomiges Molekül) zur Grundlage. Werden
die Massen m1 und m2 aus ihrer Ruhelage um den Betrag r ausgelenkt, so schwingen
sie aufgrund einer der Auslenkung entgegen wirkenden Kraft K um die Ruhelage.
Dieses Verhalten wird durch das Hook′sche Gesetz beschrieben:
K = -k r
Die Proportionalitätskonstante k stellt ein Maß für
die Stärke der Feder oder der Bindung der Atome
dar, das Minuszeichen soll andeuten, dass die
Kraft der Auslenkung entgegenwirkt. Die
potentielle Energie der Schwingungsbewegung
V(r) ergibt sich aus:
1
V(r) = k (r - r )2
e
2
re = Gleichgewichtsabstand
r = re + r
Es handelt sich um die Gleichung einer Parabel, wie auch aus dem Diagramm
ersichtlich ist. Die zugehörige Schwingung wird daher als harmonisch bezeichnet.
Für die Eigenfrequenz vib folgt nach der klassischen Mechanik:
1
k
m m
=
mit reduzierter Masse
1
2
µ =
vib
2
µ
m + m
1
2
Aus der Formel ist ersichtlich, dass die Schwingungsfrequenz um so höher liegt, je
stärker die Bindung ist (desto größer ist auch die Kraftkonstante k) und je kleiner die
Massen der beteiligten Atome sind (desto kleiner ist die reduzierte Masse µ).
Quantenmechanische Betrachtungen liefern für die Energie-Eigenwerte Ev des
harmonischen Oszillators folgende Gleichung:
1
E
h
v
= +
Schwingungsquantenzahl v = 0, 1, 2, ...
v
vib
2
Die Schwingungsquantenzahl v beschreibt die Energieniveaus der Schwingung, welche
stets den gleichen Abstand h besitzen. Aufgrund der Auswahlregel v = ±1 sind
vib
nur Übergänge zwischen benachbarten, äquidistanten Energieniveaus erlaubt. Das
würde bedeuten, dass nur bei einer einzigen Frequenz absorbiert werden würde. Da dies
in der Realität anders ist, muss der harmonische Ansatz erweitert werden.
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Infrarotspektroskopie
Grundlagen
Der anharmonische Oszillator
Das Modell des harmonischen Oszillators stößt beim Auftreten von Kombinations- und
Oberschwingungen, d.h. Übergänge mit v > ±1, und der Dissoziation von Molekülen
bei hoher Energiezufuhr an seine Grenzen. Diese
Phänomene sind im Modell des
anharmonischen
Oszillators
berücksichtigt. Zunächst wird das
Morse-Potential eingeführt:
2
V (r)
a(r er )
D (1 e- -
= -
)
a : Krümmung der Kurve
E0 : Nullpunktsenergie
ED : Dissoziationsenergie
D = E0 + ED
Damit ergibt sich das nebenstehende Diagramm.
Die Anregung einer Schwingung führt dazu, dass das Molekül durch Absorption eines
Lichtquants vom Schwingungszustand v = n in einen höheren Zustand wie z.B.
v = n + 1 übergeht. Die Energiedifferenz der Zustände entspricht dann aufgrund der
Resonanzbedingung der Energie des Lichtquants.
Bei quantentheoretischer Behandlung findet man für die Energie-Eigenwerte des
anharmonischen Oszillators die Näherung:
2
1
1
E
h
v
x v
= + -
+
+ ...
v = 0, 1, 2, ...
v
vib
2
2
Der immer positive Faktor x wird Anharmonizitätskonstante genannt. Die Größe von x
ist ein Maß für die Abweichung vom idealen, harmonischen Modell. Durch x wird mit
wachsendem v der Abstand benachbarter Schwingungsniveaus bis zum Erreichen der
Dissoziationsgrenze immer kleiner. Die Auswahlregel lautet als Folge der
Anharmonizität nun v = ±1, ±2, ±3, ...
Es sind also Übergänge zwischen weiter entfernten Energieniveaus erlaubt:
v = 0 v = 1: Grundschwingung,
v = 0 v = 2: Erste Oberschwingung,
v = 0 v = 3: Zweite Oberschwingung, ...
Die Intensitäten der Oberschwingungen sind weit weniger stark als diejenigen der
Grundschwingung.
Ein Problem, das die Auswertung von IR-Spektren erschwert, ist die sogenannte
Fermi
-
Resonanz
. Wenn eine Oberschwingung zufällig die gleiche Frequenz wie eine
Grundschwingung besitzt, kommt es zu einer Aufspaltung. Die Schwingungen können
sich aufgrund des Pauli-Prinzips nicht überlagern und spalten sich in zwei
Absorptionsbanden auf, die eine etwas höher und die andere etwas tiefer als die
eigentliche Schwingung. Eine Zuordnung der Banden zu einer Schwingung ist dann
nicht mehr möglich.
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Infrarotspektroskopie
Grundlagen
Normalschwingungen
Jedes Atom besitzt 3 Freiheitsgrade um bezüglich der Raumachsen zu schwingen. Für
das gesamte Molekül ergeben sich also 3 N Schwingungsfreiheitsgrade.
Da der Schwerpunkt des Moleküls definiert sein muss (ohne diesen könnte man keine
Bewegung oder Verzerrung des Atomgerüstes formulieren), entfallen 3 Freiheiten,
welche die Translationsbewegung des Moleküls (bzw. seines Schwerpunktes) entlang
der drei Raumachsen beschreiben. Es verbleiben also 3 N - 3 Freiheitsgrade, die
unabhängig von der Lage des Schwerpunktes variieren können.
Für die genaue Beschreibung der Position des Schwerpunktes fallen zusätzlich noch
dessen Rotationsfreiheiten weg. Bei einem gewinkelten Molekül sind dies 3, so dass
noch 3 N - 3 - 3 = 3 N - 6 Freiheiten übrig bleiben. Da ein lineares Molekül nur
zwei Rotationsmöglichkeiten besitzt, gilt hierfür 3 N - 3 - 2 = 3 N - 5
Ein Molekül mit N Atomen hat also folgende Anzahl n an Normalschwingungen:
n = 3 N - 6
(gewinkeltes Molekül)
n = 3 N 5
(lineares Molekül)
CO2 SO2
3 Atome linear
3 Atome gewinkelt
3 3 - 5 = 4 Normalschwingungen
3 3 - 6 = 3 Normalschwingungen
Merkmale einer Normalschwingung Q sind, dass sich alle Atome mit der gleichen
Frequenz bewegen und zugleich die Ruhelage und Umkehrpunkte durchlaufen und dass
der Massenschwerpunkt des Moleküls erhalten bleibt. IR-Aktivität einer
Normalschwingung ist nur vorhanden, wenn es zu einer periodischen Änderung des
Dipolmomentes kommt.
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Infrarotspektroskopie
Grundlagen
Auch Moleküle, die in der Gleichgewichtslage kein Dipolmoment besitzen, können IR-
aktiv sein, wenn ihre Ladungsschwerpunkte aufgrund der Schwingung nicht
zusammenfallen. Kohlendioxid ist aufgrund seines linearen Baus unpolar, die negativen
Teilladungen der Sauerstoffatome fallen im positiven Zentrum des Kohlenstoffs
zusammen. Fangen die Atome jedoch an zu schwingen, so verschieben sich die
Ladungsschwerpunkte und es resultiert ein IR-aktiver Dipol.
Jeder funktionellen Gruppe, Valenzschwingung und Deformationsschwingung kann im
IR-Spektrum ein Bereich zugeordnet werden, in der eine Absorption stattfindet.
Wenn sich mehrere Schwingungen überlagern, spricht man von einer
Kombinationsschwingung
. Erzeugt eine funktionelle Gruppe, z.B. eine Carboxyl-,
Hydroxyl- oder Nitratgruppe eine Bande, so nennt man dies
Gruppenschwingung
.
Normalschwingungen werden nach Schwingungsform und Symmetrieverhalten
charakterisiert:
Verschiedene Schwingungsformen:
a) Valenz- oder Streckschwingung ():
Änderung einer oder mehrerer Bindungslängen
b) Ebene Deformations- oder Beugungsschwingung ():
Bindungswinkel werden verändert, Atomabstände bleiben konstant
c) Nichtebene Deformationsschwingungen (out of plane) ():
Komplizierte Bewegungen wie Torsions- oder Kippschwingungen, bei denen
häufig mehrere Bindungslängen und -winkel verändert werden
Unterschiedliches Symmetrieverhalten:
a) Vollsymmetrische Schwingungen (Index s):
Molekülsymmetrie bleibt vollständig erhalten
b) Antisymmetrische Schwingungen (Index as):
Wegfallen einer oder mehrerer Symmetrieelemente des Moleküls
c) Entartete Schwingungen (Index e):
Je nach Entartungsgrad werden zwei oder mehr Schwingungen zwar durch
verschiedene Raumkoordinaten beschrieben, absorbieren jedoch bei der gleichen
Frequenz; es wird nur eine Absorptionsbande beobachtet.
Beispiele:
s(CH2) : symmetrische C-H Valenzschwingung
as(CH3) : asymmetrische C-H Deformationsschwingung
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Infrarotspektroskopie
Grundlagen
Präparation der Proben
Bei der Präparation der Proben ist darauf zu achten, dass das Trägermaterial entweder
nicht IR-aktiv ist, oder dass sich sein Spektrum nicht mit dem der Probe überdeckt. Als
Trägermaterialien dienen z. B. Alkalihalogenide.
Festkörper
werden als Alkalihalogenidpressling, in Lösung, oder als Suspension (z.B.
mit Nujol-Verreibung) spektroskopiert. Es muss beachtet werden, dass das Paraffinöl
durch C-H-Schwingungen einige Banden erzeugt, die aus dem erhaltenen Spektrum
ausgeklammert werden müssen und die Banden der Substanz überdecken können. Da
Nujol stark unpolar ist, treten praktisch keine Störungen auf.
Gasförmige Proben
werden meist mit bandenlosem Stickstoffgas zur Druckerhöhung
vermischt und in einem etwa 10 cm langen Glaszylinder aus Alkalisalzen in den
Strahlengang gebracht.
Flüssigkeiten
können recht schnell zwischen NaCl oder KBr-Platten gemessen werden.
Dazu ist nur ein kleiner Tropfen der zu bestimmenden Substanz notwendig.
NaCl ist für IR-Strahlen im Bereich zwischen 4000 und 660 cm-1 durchlässig, stört die
Messung also nicht. Bei einem zu hohen Wassergehalt (über 2%) werden außerdem
Silberchlorid oder Calciumfluoridplatten verwendet. KBr liefert selbst keine
Absorptionsbanden, ist allerdings hygroskopisch, so dass durch Wasserabnahme beim
Verreiben eine schwache OH-Bande bei 3450 cm-1 erscheinen kann.
Aufbau eines Infrarot
-
Spektrometers
Das häufig verwendete Doppelstrahl-IR-Spektrometer enthält eine Lichtquelle, die den
gesamten zu untersuchenden Frequenzbereich emittiert. Dies ist beispielsweise ein
weißglühender Nernst-Stift (Zirkoniumoxid mit verschiedenen seltenen Erden) oder ein
Globar aus Siliciumcarbid (Brenntemperatur 1500 K).
Die kontinuierliche Strahlung wird in zwei Lichtbündel identischer Intensität aufgeteilt,
von denen das eine durch die zu messende Probe geleitet wird, das andere durch eine
Küvette mit dem reinen Lösungsmittel.
Im Photometer findet der optische Nullabgleich beider Lichtbündel statt. Der
Monochromator (ein Prisma oder Beugungsgitter) zerlegt die resultierende Strahlung
und leitet sie in den Detektor weiter. Dieser registriert die optischen Signale und
wandelt sie in elektrische um. Die verstärkten Signale werden dann von einem
Schreiber als Spektrum ausgegeben.
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Infrarotspektroskopie
Grundlagen
Interpretation von IR
-
Spektren
Ein IR-Spektrum ist meist ein Diagramm in dem die Durchlässigkeit D der Probe gegen
die Wellenzahl aufgetragen wird. Die Wellenzahl steigt dabei von rechts nach links an,
die Durchlässigkeit ist in Prozent von unten nach oben angegeben. 100 % bedeutet
keine Absorption, je höher die Absorption, desto tiefer reicht der Peak nach unten. Die
Absorption A ist definiert als
I - I
0
A =
I0
Die Durchlässigkeit D (auch Transmission) ist das Verhältnis der durchgelassenen
Lichtintensität I zur eingestrahlten Lichtintensität I0, es gilt:
I
D =
I0
Das
Lambert
-
Beersche Gesetz
definiert die Extinktion E (also die Auslöschung bei
einer bestimmten Wellenlänge):
I
E = - lg
= - lg D = cd
I0
An der Abbildung kann man erkennen, dass sich ein IR-Spektrum in zwei Bereiche
aufteilen lässt: Oberhalb einer Wellenzahl von etwa 1500 cm-1 befinden sich die
Adsorptionsbanden der einzelnen funktionellen Gruppen, unterhalb befindet sich die
Fingerprint
-
Region
, die das Molekül als Ganzes darstellt.
Kommen in einem Molekül bestimmte funktionelle Gruppe öfters vor, so fallen die
einzelnen Schwingungen zusammen.
Anhand des Fingerprint-Bereichs ist eine sichere Identifizierung des untersuchten
Moleküls möglich.
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Infrarotspektroskopie
Sicherheit
Sicherheit
4-Aminoacetophenon
CH3
H N
2
O
C8H9NO
R
22
Gesundheitsschädlich beim Verschlucken
S 24/25
Berührung mit den Augen und der Haut vermeiden
Xn
Gesundheitsschädlich
/
Mindergiftig
Mesitylen
H C
3
CH3
C
CH3
9H12
C9H12
R
10
Entzündlich
R
37
Reizt die Atmungsorgane
R
51/53
Giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern
längerfristig schädliche Wirkungen haben
S 61
Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Besondere
Anweisungen einholen/Sicherheitsdatenblatt zu Rate
ziehen
Xi
Reizend
N
Umweltgefährlich
Fumarsäure
O
H
O
O
OH
C4H4O4
R
36
Reizt die Augen
S 26
Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich mit
Wasser abspülen und den Arzt konsultieren
Xi
Reizend
Benzil
O
O
C14H12O2
R
36/38
Reizt die Augen und die Haut
Xi
Reizend
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Infrarotspektroskopie
Durchführung
Durchführung
Benzil wird als Pulver mit einem Überschuss KBr verrieben und zu einem Plättchen
gepresst.
4-Aminoacetophenon und Fumarsäure werden mit Nujol (Paraffin) zwischen zwei
angerauten Glasplatten verrieben und zwischen zwei NaCl-Platten aufgebracht.
Mesithylen ist eine Flüssigkeit und wird dünn und blasenfrei zwischen zwei NaCl-
Platten gebracht.
Die einzelnen Proben werden in das Infrarot-Spektrometer eingesetzt, das daraufhin den
möglichen Wellenlängenbereich durchläuft und die Transmission protokolliert.
Messergebnisse und Auswertung
Zu den Spektren druckt das IR-Spektrometer zusätzlich eine Liste mit der genauen
Wellenlänge aus, an denen ein Absorptionsmaximum festgestellt wurde. Anhand dieser
Liste und einem geeigneten Tabellenwerk ist eine Zuordnung der charakteristischsten
Peaks möglich.
Die jeweilige Zuordnung wurde neben den entsprechenden Peak gesetzt, in der darunter
stehenden Tabelle ist die genaue Wellenzahl ablesbar. Diese unterschied sich von den
Literaturwerten erfreulicherweise nur marginal, so dass auf die Nennung des
Literaturwertes verzichtet wurde. Ein Vergleich mit den Spektren der jeweiligen
Substanz in Literatur und Internet-Datenbanken zeigte eine sehr gute Übereinstimmung.
Die Messung von reinem Nujol ergibt folgendes Spektrum:
A: C-H Valenzschwingungen der Methyl- und Methylengruppen
(CH2)
(CH3)
B: C-H Deformationsschwingung der Methyl- und Methylengruppen
s(CH2)
as(CH3)
C: C-H Deformationsschwingung der Methylgruppen
s(CH3)
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Benzil als KBr
-
Pressling
Messung cm-1 Angeregte Schwingung
Messung cm-1 Angeregte Schwingung
3062
C-H Valenzschwingung im aromatischen Ring
1575
C=C Valenzschwingung im aromatischen Ring
1654
C=O Valenzschwingung
1446
C-H Deformationsschwingung
1588
C=C Valenzschwingung im aromatischen Ring
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4-Amino-Acetophenon mit Nujol zwischen NaCl-Platten
Messung cm-1 Angeregte Schwingung
Messung cm-1 Angeregte Schwingung
3401
N-H Valenzschwingung der Aminogruppe
1634
C=O Valenzschwingung
3327
N-H Valenzschwingung der Aminogruppe
1585
C=C Valenzschwingung im aromatischen Ring
3218
N-H Valenzschwingung der Aminogruppe
1454
C-H Deformationsschwingung von Nujol
2926
C-H Valenzschwingung von Nujol
1373
C-H Deformationsschwingung von Nujol
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Mesitylen zwischen NaCl-Platten
Messung cm-1 Angeregte Schwingung
Messung cm-1 Angeregte Schwingung
3016
C-H Valenzschwingung im aromatischen Ring
1467
C-H Deformationsschwingung der Methylgruppe
2917
C-H Valenzschwingung der Methylgruppe
1371
symmetrische C-H Deformationsschwingung
2858
C-H Valenzschwingung der Methylgruppe
834
C-H Deformationsschwingung der Methylgruppe
1602
C=C Valenzschwingung im aromatischen Ring
686
C-H Deformationsschwingung der Methylgruppe
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Fumarsäure mit Nujol zwischen NaCl-Platten
Messung cm-1 Angeregte Schwingung
Messung cm-1 Angeregte Schwingung
2922
C-H Valenzschwingung von Nujol
1453
C-H Deformationsschwingung von Nujol
2855
C-H Valenzschwingung von Nujol
1375
C-H Deformationsschwingung von Nujol
1674
C=O Valenzschwingung der Carboxylgruppe
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Infrarotspektroskopie
Fehlerbetrachtung
Fehlerbetrachtung
Die gravierendste Fehlerquelle stellen Verunreinigungen der Substanzen dar. Diese
können das Spektrum stark verändern.
Die NaCl-Platten wurden zwar gut gesäubert, da sie jedoch schon leicht verkratzt
waren, können auch hier Messfehler nicht ausgeschlossen werden. Außerdem lagen sie
aufgrund von Unebenheiten im Material nicht immer plan aufeinander, so dass sich
möglicherweise Luftblasen gebildet haben könnten, was natürlich massive
Transmissionsänderungen bewirkt.
Beim Benzil, das als KBr-Pressling präpariert wurde, kommen eine zu hohe
Schichtdicke und mögliche Risse im Plättchen hinzu.
Wie bereits erwähnt waren jedoch gute Übereinstimmungen mit der Literatur zu
verzeichnen, sowohl mit den genauen Wellenzahlen, an denen die Peaks auftraten, als
auch mit dem gesamten Spektrum der Substanz.
Gesamtdiskussion
Der Versuch veranschaulicht an verschiedenen Substanzen die Möglichkeiten der
Infrarot-Spektroskopie. Einige funktionelle Gruppen können mit etwas Übung relativ
sicher aus dem IR-Spektrum abgelesen werden, jedoch kommen viele Nebeneffekte
hinzu, welche die Auswertung sehr erschweren, bzw. ohne einen Computervergleich
fast unmöglich machen. Ist die Verbindung bekannt, kann ihr Vorhandensein allerdings
mit Hilfe ihres ,,fingerprints" und einem Vergleich von Spektren aus einer Datenbank
mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit nachgewiesen werden.
Der Vorteil der IR-Spektroskopie ist vor allem die Möglichkeit, Proben mit jedem
beliebigen Aggregatszustand zu vermessen.
Dieses Protokoll wurde selbstständig erstellt.
______________________ ______________________
Frank Bock
Benjamin Bulheller
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