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Script, 2001, 20 Pages
Author: Benjamin Bulheller
Subject: Chemistry
Details
Institution/College: University of Würzburg
Tags: Thermische, Zustandsgleichung, Gase, Joule-Thomson-Effekt, Praktikum, Physikalische, Chemie
Year: 2001
Pages: 20
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-01207-7
File size: 323 KB
Eine sehr ausführliche Zusammenfassung der Thermischen Zustandsgleichung und des Joule-Thomson-Effektes. Weitere Arbeiten unter www.chemielabor.com
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Thermische Zustandsgleichung
Grundlagen
Thermische Zustandsgleichung realer
Gase und Joule-Thomson-Effekt
Grundlagen
Thermische Zustandsgleichung realer Gase
Zur Beschreibung eines idealen Gases, also eines Gases, dessen Teilchen kein
Eigenvolumen haben, keine Kräfte aufeinander ausüben und deren Zusammenstöße
ausschließlich elastisch sind, verwendet man die
allgemeine Gasgleichung
:
p V = n R T
Durch Division durch die Stoffmenge erhält man das molare Volumen v:
p v = R T
wobei R die allgemeine Gaskonstante darstellt. Die Größen Druck, Volumen und
Temperatur sind die Variablen dieser Gleichung. Trägt man p gegen V bei konstanter
Temperatur graphisch auf, so erhält man Hyperbeln, die Isothermen genannt werden.
Die Gleichung folgt aus den Gesetzen von Boyle-Mariotte und Gay-Lussac.
p
Boyle Mariotte:
p
V=const
Gay Lussac:
= const
T
Reale Gase weichen vom Verhalten der idealen Gase stark ab. Letztere verflüssigen sich
nicht, die Isothermen sind also ideale
Hyperbeln. Unterhalb einer bestimmten
Temperatur kommt es bei realen Gasen bei
Volumenerniedrigung zu einer Verflüssigung.
Der Druck bleibt in diesem Zweiphasengebiet
konstant, die Isothermen sind also parallel. Die
Isotherme der kritischen Temperatur hat im
kritischen Punkt TK einen horizontalen
Wendepunkt. Verkleinert man nach
vollständiger Kondensation das Volumen
weiter, steigt der Druck aufgrund der geringen
Kompressibilität der Flüssigkeit stark an. Um diese experimentellen Befunde
näherungsweise in einer Formel zu erfassen, korrigiert man die allgemeine
Gasgleichung anhand folgender Überlegungen:
1.) Zwischen den Teilchen herrschen attraktive Wechselwirkungen, weshalb der Gasdruck
geringer ist als bei idealem Verhalten zu erwarten wäre. Der Druck wird durch einen
a
additiven Term, den Binnendruck , ergänzt, welcher zu
bestimmt wurde.
2
v
p
+
ist also der Druck, den das Gas hätte, wenn es ideal wäre und die Allgemeine
Gasgleichung erfüllen würde.
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- 1 -
© by Benjamin Bulheller & Frank Bock
Thermische Zustandsgleichung
Grundlagen
2.) Die Gasteilchen besitzen ein Eigenvolumen b, weshalb das dem Gas zur Verfügung
stehende Volumen um b kleiner ist.
Damit ergibt sich die
van-der-Waals′sche Gleichung
:
a
p
+
v - b = R T
2 (
)
v
Ersetzt man das molare Volumen v durch das tatsächliche vorliegende Volumen
V = v n und multipliziert mit der Stoffmenge, so erhält man:
2
n a
p +
V - nb = n R T
2 (
)
V
a und b werden van-der-Waals-Konstanten genannt. Die Konstante a korrigiert die
zwischenmolekularen Wechselwirkungen, b das Eigenvolumen der Partikel.
Da b in der van-der-Waals-Gleichung vom molaren Volumen subtrahiert wird, folgt für
die Dimension der Größe [b]
l
=
. Der Betrag von b entspricht etwa dem vierfachen
mol
eines Mols des betrachteten realen Gases. Dies folgt aus der Tatsache, dass zwei sich
berührende kugelförmige Teilchen formal ein neues Teilchen mit dem Radius R = 2r
bilden.
4
Eigenvolumen eines kugelförmigen Teilchens:
3
r
3
4
Das molare Eigenvolumen ist dann:
3
N r
A
3
4
4
4
Das Volumen eines Paares mit dem Radius R:
R = (2r)3
3
3
= 8 r
3
3
3
N
1
4
4
Das Volumen von A Paaren ist dann:
3
3
8 N r = 4 N r
2
A
A
2
3
3
Für b gilt also:
4
3
b = 4 N r
A
3
Ist b bekannt, kann auf den mittleren Teilchenradius geschlossen werden.
3
r = 3
16 N
A
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Thermische Zustandsgleichung
Grundlagen
Im Zweiphasengebiet werden, da eine Funktion dritten Grades vorliegt, sowohl ein
Maximum als auch ein Minimum durchlaufen, was physikalisch allerdings kaum
sinnvoll ist. Daher wird zur Korrektur eine
Gerade parallel zur Abszisse in das
Zweiphasengebiet gelegt, und zwar so, dass die
beiden entstehenden grünen Flächen zwischen
Isotherme und Gerade gleich groß sind. Diese
Korrektur-Geraden werden
Maxwell′sche
Geraden
genannt. Der Punkt, der das
Zweiphasengebiet nach oben hin abschließt,
wird kritischer Punkt genannt. Es handelt sich
um einen invarianten Punkt mit den für jedes
Gas charakteristischen Werten des kritischen Drucks pK, der kritischen Temperatur TK
und des kritischen molaren Volumens vK. Oberhalb dieses Punktes gibt es keine
Trennung mehr zwischen Flüssigkeit und Gas, weil die Dichten der beiden Phasen
gleich sind und nur eine einzige homogene Phase vorliegt. Da dieser Punkt einen
Wendepunkt darstellt (1. und 2. Ableitung = 0), lassen sich bei Kenntnis der kritischen
Daten die van-der-Waals′schen Konstanten bestimmen:
p
RT
2a
= -
+
= 0
(1. Ableitung am kritischen Punkt)
v
(v -b
v
K
)2
3
T
K
2
p
2RT
6a
=
-
= 0
(2. Ableitung am kritischen Punkt)
2
v
v - b
v
T
( K )3
4
K
Durch Division der beiden Gleichungen erhält man zunächst b, woraus sich a sofort
berechnen lässt:
9
1
R T
a = R T v
K
b = v =
K
K
8
K
3
8 pK
Setzt man die Konstanten in die van-der-Waals-Gleichung ein, so lassen sich der
kritische Druck und die kritische Temperatur bestimmen:
3 R T
a
8 a
K
p =
=
T =
K
2
8 v
27 b
K
27 b R
K
Umgekehrt kann man natürlich bei Kenntnis der kritischen Daten einer Substanz die
van-der-Waals-Konstanten bestimmen.
Wäre die van-der-Waals-Gleichung exakt gültig, so könnte man mit obiger Gleichung
die allgemeine Gaskonstante R bestimmen und diese in die van-der-Waals-Gleichung
einsetzen. Man erhält:
2
p
v
v
T
K
+ 3 3 -1 = 8
p
v
v
T
K
K
K
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© by Benjamin Bulheller & Frank Bock
Thermische Zustandsgleichung
Grundlagen
Alle Zustandsvariablen treten hier nur in unmittelbarer Verbindung mit ihren kritischen
Daten auf. Indem man die Variablen als Vielfache der kritischen Daten misst, kann man
reduzierte Größen einführen, wodurch man eine für alle Stoffe gültige
Zustandsgleichung erhält, da keine individuellen Konstanten mehr auftreten:
1
3
+
3 -1 = 8
2 (
)
p
v
T
mit
=
=
=
p
v
T
K
K
K
Die Forderung nach einer allgemein gültigen Zustandsgleichung nennt man
Theorem
der übereinstimmenden Zustände
. Bei einigen Stoffen gilt die Gleichung sehr gut, bei
anderen jedoch, die bestimmte Eigenschaften aufweisen, wie z.B. starke Dipolmomente,
kommt es zu starken Abweichungen.
Joule-Thomson-Effekt
Dem Joule-Thomson-Effekt liegt die Tatsache zugrunde, dass sich bei der Expansion
realer Gase durch eine poröse Wand (Drossel) unter adiabatischen Bedingungen ihre
Temperatur ändert. Diese Temperaturänderung kommt zustande, weil intermolekulare
Kräfte zwischen den Gasteilchen bei geringerem Druck an Bedeutung verlieren und
während dieser Zustandsänderung Energie benötigt oder abgegeben wird. Unter
adiabatischen Voraussetzungen hat dies eine Temperaturänderung des Gases zur Folge.
Für ideale Gase gilt dies nicht, da die Definition eines idealen Gases voraussetzt, dass
keine Wechselwirkungen zwischen den Teilchen stattfinden. Daher tritt bei der
Expansion eines idealen Gases ins Vakuum kein Änderung der inneren Energie auf.
Bei einem realen Gas kann es abhängig von der Umgebungstemperatur entweder zu
einer Abkühlung oder zu einer Erwärmung kommen. Bei einer Abkühlung müssen die
attraktiven Kräfte zwischen den Teilchen überwunden werden, die dazu nötige Energie
muss wegen der adiabatischen Bedingungen dem Gas entzogen werden. Dominieren die
Abstoßungskräfte zwischen den Teilchen, verlieren diese bei niedrigerem Druck an
Bedeutung. Bei einer Expansion wird die Energie, die für die Abstoßung gebraucht
wurde an das Gas abgegeben und es kommt zu einer Erwärmung.
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- 4 -
© by Benjamin Bulheller & Frank Bock
Thermische Zustandsgleichung
Grundlagen
Der Zustand des Gases vor der Drossel lässt sich mit den Zustandsvariablen p1, V1 und
T1 beschreiben, der dahinter mit p2, V2 und T2, wobei p1 > p2 gilt. Vor der Drossel wird
dem Gas die Arbeit w1 zugeführt, hinter der Drossel verrichtet es die Arbeit w2:
w = p V
1
1
1
w = -p V
2
2
2
Nach dem
1. Hauptsatz der Thermodynamik
dU = Q
+ w
folgt für die Änderung
der inneren Energie:
U - U = p V - p V
2
1
1 1
2
2
U + p V = U + p V
1
1 1
2
2
2
Woraus folgt:
H = H
1
2
Es handelt sich also um einen isenthalpischen Prozess, die Änderung der Enthalpie ist
Null. Den Zusammenhang von Druck und Temperatur bei einem isenthalpischen
Prozess erhält man, wenn man für die Enthalpie das totale Differential für die Variablen
p und T schreibt:
H
H
dH
dp
=
+
dT = 0
p
T
T
p
T
Für die mit der Druckänderung verbundenen Temperaturänderung
wird der
p
H
Joule-Thomson-Koeffizient µ eingeführt:
H
V
2a
T
- V
- b
T
p
T
p
T
RT
µ =
= -
=
=
p
H
c
c
H
p
p
T
p
mit a, b: van-der-Waals-Konstanten
cp: molare Wärmekapazität bei konstantem Druck.
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- 5 -
© by Benjamin Bulheller & Frank Bock
Thermische Zustandsgleichung
Grundlagen
µ steht also für den Zusammenhang zwischen Druck- und Temperaturänderung eines
realen Gases bei der adiabatischen Entspannung. Je nach Temperatur kann µ positiv
oder negativ sein. Der Vorzeichenwechsel erfolgt bei der Inversionstemperatur:
2 a
T =
i
R b
T < T
µ > 0
Abkühlung bei Entspannung
i
Es gilt:
T > T
µ < 0
Erwärmung bei Entspannung
i
Die Verflüssigung eines Gases durch Druckerniedrigung ist nur bei Temperaturen
unterhalb der Inversionstemperatur Ti möglich. Bei Helium und Wasserstoff liegt Ti
beispielsweise unterhalb der Raumtemperatur, so dass diese Gase zur Verflüssigung
vorgekühlt werden müssen.
Linde-Verfahren
Die Gewinnung von Sauerstoff erfolgt durch fraktionierte Destillation nach Carl von
Linde. Luft wird von Wasser und Kohlendioxid gereinigt, auf 200 bar komprimiert und
mittels eines Drosselventils wieder entspannt, wodurch sie sich durch den Joule-
Thomson-Effekt abkühlt. Mit dieser weiter abgekühlten Luft wird die nachkommende,
verdichtete Luft vorgekühlt. Die Temperatur sinkt immer mehr, bis schließlich bei der
Entspannung Verflüssigung eintritt.
Stickstoff hat einen niedrigeren Siedepunkt und bleibt daher gasförmig.
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Thermische Zustandsgleichung
Sicherheit
Sicherheit
Ethan CH3
-
CH3
Kohlendioxid CO2
S 3
Kühl aufbewahren
S 7
Behälter dicht geschlossen halten
Sauerstoff O2
R
8
Feuergefahr bei Berührung mit brennbaren
Stoffen
S 17
Von brennbaren Stoffen fernhalten
O
Brandfördernd
Schwefelhexafluorid SF6
Stickstoff N2
Durchführung
Im ersten Versuchsteil werden die
Isothermen von Schwefelhexafluorid bei 6
verschiedenen Temperaturen bestimmt.
Sobald das thermische Gleichgewicht
erreicht ist, wird der Druck in der Apparatur
erhöht, bis die Quecksilbersäule ein
Volumen von 4 cm3 einnimmt. Dann wird
das Volumen schrittweise verkleinert und
der dazu nötige Druck protokolliert, wobei
jedes Mal die Einstellung des thermischen
Gleichgewichts abgewartet wird.
Die gemessenen Isothermen werden
graphisch aufgetragen und die Maxwell-
Geraden bestimmt. Die kritischen Daten
werden aus dem p(V)-Diagramm abgelesen.
Im zweiten Versuchsteil werden die Joule-Thomson-
Koeffizienten der Gase Stickstoff, Kohlendioxid und
Sauerstoff bestimmt. Dazu wird die
Temperaturdifferenz zwischen den beiden Seiten
einer Drosselstelle bei verschiedenen Staudrücken
gemessen. Die Messfühler für die Temperatur
befinden sich jeweils kurz vor und kurz nach der
Drossel.
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Thermische Zustandsgleichung
Messergebnisse
Messergebnisse
Isothermen
Es wurden vier Isothermen von Schwefelhexafluorid in 0.2 cm3-Schritten protokolliert:
V
Schwefelhexafluorid
cm3
35°C
40°C
43°C
50°C
4.00
14.50
15.50
15.50
16.10
3.80
15.50
16.00
16.25
17.00
3.60
16.00
16.75
17.00
17.60
3.40
16.90
17.50
17.75
18.55
3.20
17.60
18.55
18.90
19.60
3.00
18.50
19.50
20.00
20.75
2.80
19.75
20.75
21.10
22.00
2.60
21.00
22.00
22.40
23.40
2.40
22.00
23.10
23.60
24.80
2.20
23.50
24.50
25.10
26.40
2.00
24.95
26.00
26.55
28.00
1.80
26.50
27.80
28.25
30.00
1.60
27.75
29.10
30.00
32.00
1.40
28.50
30.75
31.90
34.50
1.20
28.90
32.40
33.60
36.50
1.00
29.10
33.00
35.00
38.50
0.80
29.00
33.25
35.40
40.00
0.60
29.40
33.50
36.00
41.50
0.40
32.00
46.75
50.00
52.00
Für die Erstellung der Maxwell-Geraden wurden folgende Werte verwendet:
t
T in K
p in bar
ln p
T-1
35°C
308
29.05
3.3690
0.0032
40°C
313
33.13
3.5004
0.0032
43°C
316
35.20
3.5610
0.0032
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Thermische Zustandsgleichung
Messergebnisse
Die beiden Isothermen im Bereich des kritischen Punktes wurden nochmals in kleineren
Schritten untersucht:
V
Schwefelhexafluorid
cm3
45°C
46°C
4.00
16.00
16.00
3.80
16.50
16.75
3.60
17.40
17.45
3.40
18.00
18.40
3.20
19.00
19.20
3.00
20.05
20.50
2.80
21.50
21.60
2.60
22.55
22.90
2.40
24.00
24.25
2.20
26.50
25.90
2.00
27.00
27.50
1.80
28.90
29.25
1.60
30.50
31.00
1.50
31.50
32.00
1.40
32.50
33.25
1.30
33.50
34.45
1.20
34.50
35.00
1.10
35.00
36.00
1.00
35.40
36.60
0.90
35.40
37.45
0.80
35.50
37.75
0.70
36.00
38.00
0.60
36.60
38.50
0.50
37.25
40.00
0.40
50.00
53.00
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Thermische Zustandsgleichung
Auswertung
Joule-Thomson-Koeffizient
V in cm3
T O2 in K
T N2 in K
T CO2 in K
1.0
0.00
0.00
0.00
0.9
0.02
0.03
0.13
0.8
0.03
0.06
0.22
0.7
0.05
0.09
0.35
0.6
0.07
0.11
0.48
0.5
0.10
0.13
0.58
0.4
0.12
0.15
0.69
0.3
0.16
0.18
0.79
0.2
0.20
0.21
0.89
0.1
0.26
0.28
1.00
Auswertung
van-der-Waals-Konstanten
Die aufgenommenen Isothermen von Schwefelhexafluorid ergeben folgendes
Diagramm:
Isothermen von Schwefelhexafluorid
55,00
50,00
45,00
40,00
r
35°C
35,00
40°C
p in ba
30,00
43°C
50°C
25,00
20,00
15,00
10,00
0,4
0,8
1,2
1,6
2,0
2,4
2,8
3,2
3,6
4,0
V in ml
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Thermische Zustandsgleichung
Auswertung
Um die kritischen Daten genauer bestimmen zu können, wurden die Isothermen von
45°C und 46°C in feineren Schritten protokolliert und der relevante Bereich vergrößert.
Kritischer Punkt Schwefelhexafluorid
55,00
50,00
45,00
40,00
45°C
p
35,00
46°C
30,00
25,00
20,00
15,00
0,40
0,90
1,40
1,90
2,40
2,90
3,40
3,90
V
55,00
50,00
45,00
45°C
46°C
p
Kritischer Punkt
40,00
35,00
30,00
0,40
0,60
0,80
1,00
1,20
1,40
V
Aus dem erhaltenen Diagrammen und den Beobachtungen während des Experimentes
wurden die kritischen Daten von Schwefelhexafluorid bestimmt. Der kritische Punkt
war während des Versuches gut erkennbar, als bei einem bestimmten Druck bei der
Aufnahme der 46°C Isotherme die Phasengrenzlinie verschwommen ist, die Flüssigkeit
gleichzeitig zu sieden und zu kondensieren schien. Aus den kritischen Daten wurden die
van-der-Waals-Konstanten berechnet.
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Thermische Zustandsgleichung
Auswertung
3
V = 0.847 cm
K
T = 46 C
°
K
p = 37.64 bar
K
2
2
9
27 R T
27 8.314
319 K
N m
K
(
N m
K mol )2
2
2
4
a = R T v =
=
= 0.7884
K
K
5 N
2
8
64 p
6437.6410
mol
2
K
m
Nm
3
1
R T
8.314
319 K
-
m
K
K mol
5
b = v =
=
= 8.8110
K
5 N
3
8 p
837.6410
mol
2
K
m
Über b wurde nun der mittlere Teilchenradius berechnet:
3
5
- m
3 b
38.8110 mol
10
r
-
= 3
= 3
= 2.0610 m = 0.21 nm
23 1
16 N
16 6.02210
A
mol
Kritisches Molvolumen
Um auf das jeweilige kritische Molvolumen zu schließen, wird die Näherung
verwendet, dass sich ein reales Gas bei großem Volumen und geringem Druck
annähernd ideal verhält und gilt:
lim (p V) = n R T
1 0
V
1
Es wird in einem Diagramm das Produkt pV gegen
aufgetragen und mit einer
V
Geraden gegen Null extrapoliert. Mit diesem Wert kann mit obiger Beziehung auf die
Stoffmenge geschlossen werden.
Das kritische Molvolumen berechnet sich dann nach
V
K
v =
K
n
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Thermische Zustandsgleichung
Auswertung
Schwefelhexafluorid
65,00
64,00
63,00
62,00
61,00
40°C
p V
60,00
50°C
59,00
58,00
57,00
56,00
0,24
0,28
0,32
0,36
0,40
1 / V
Aus den Gleichungen der Regressionsgeraden werden nun die Stoffmengen berechnet
und der Mittelwert gebildet:
40 C
° :
y = 69.457 - 32.311 x
3
3
5 cm N
m N
69.457 10
6.9457
2
2
m
m
3
=> n =
=
= 2.6710- mol
1
Nm
R T
8.314
313 K
molK
50 C
° :
y = 71.236 - 27.116 x
3
3
5 cm N
m N
71.23610
7.1236
2
2
m
m
3
=> n =
=
= 2.6510- mol
2
Nm
R T
8.314
323 K
molK
n + n
1
2
3
n =
= 2.6610- mol
2
Damit kann das molare kritische Volumen berechnet werden:
3
3
V
0.847 cm
cm
K
v =
=
= 318
K
3
n
2.6610- mol
mol
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Thermische Zustandsgleichung
Auswertung
Verdampfungswärme
Zur Bestimmung der Verdampfungswärme eines Gases wird zunächst der Druck der
Maxwell-Geraden abgelesen. Dieser entspricht dem Dampfdruck der Phase. Unter
Anwendung der Clausius-Clapeyronschen Gleichung kann dann die
Verdampfungswärme bestimmt werden:
dp
H
V
=
dT
2
p
R T
Diese Gleichung wird unter der Annahme, dass die Verdampfungswärme
temperaturunabhängig ist, integriert und ergibt
H 1
V
ln p = -
+ C
R
T
H
Die Steigung dieser Geraden,
V
-
, ergibt mit R multipliziert schließlich die
R
1
Verdampfungswärme. Es wird also ln p gegen aufgetragen und die Steigung der
T
Regressionsgeraden bestimmt.
Molare Wärmekapazität
3,60
3,55
3,50
ln p
3,45
3,40
3,35
3,16 E-03
3,18 E-03
3,20 E-03
3,22 E-03
3,24 E-03
3,26 E-03
1/T
Regressionsgerade:
y = 11.026 - 2357.5 x
kJ
Verdampfungswärme :
H = 2357.5 R =19.6
V
mol
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Thermische Zustandsgleichung
Auswertung
Joule-Thomson-Koeffizient
Wie bereits eingangs erwähnt, gilt per Definition
T
µ =
bzw.
dT = µ dp
p
H
Um den Joule-Thomson-Koeffizienten zu bestimmen, wird dT gegen dp aufgetragen
und die Steigung der Regressionsgeraden errechnet.
Sauerstoff
0,05
0,00
0,0
0,2
0,4
0,6
0,8
1,0
1,2
-0,05
y = 0.2721 x - 0.2507
-0,10
2
K m
dT
µ = 0.2721
N
-0,15
K
-0,20
µ = 0.27 bar
-0,25
-0,30
dp
Stickstoff
0,05
0,00
y = 0.2776 x - 0.2767
0,0
0,2
0,4
0,6
0,8
1,0
1,2
-0,05
2
5
- K m
µ = 0.277610
-0,10
N
dT
-0,15
K
µ = 0.28
-0,20
bar
-0,25
-0,30
dp
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Thermische Zustandsgleichung
Auswertung
Kohlendioxid
0,0
0,2
0,4
0,6
0,8
1,0
1,2
0,00
-0,20
y = 1.1085 x -1.1227
-0,40
2
5
- K m
-0,60
µ =1.108510
dT
N
-0,80
K
µ =1.11
-1,00
bar
-1,20
dp
Molare Wärmekapazität bei konstantem Druck
Die Messungen an der Joule-Thomson-Appartur wurden bei Standardtemperatur
durchgeführt. Bei isobaren Zustandsänderungen gilt für cp:
f
c
1
=
+ R
f = Anzahl der Freiheitsgrade
p
2
Für die drei Gase ergeben sich ohne angeregte Schwingung 3 Freiheitsgrade für die
Translationsbewegungen und 2 für die Rotationsbewegungen, daraus folgt:
5
7
c =
+1 R = R
p
2
2
Bei Anregung sämtlicher Schwingungen ergeben sich für Sauerstoff und Stickstoff als
zweiatomige Moleküle ein zusätzlicher Freiheitsgrad für Schwingungen in der
Bindungsachse, also
7
9
c =
+1 R = R
p
2
2
Für Kohlendioxid als dreiatomiges Gas ergibt sich durch weitere vier auftretende
Normalschwingungen
13
15
c =
+1 R =
R
p
2
2
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Thermische Zustandsgleichung
Auswertung
Mit dieser Abschätzung von cp kann nun der Joule-Thomson-Koeffizient genauer
berechnet werden. Um eine höhere Genauigkeit zu gewährleisten, wird mit den
Literaturwerten der van-der-Waals-Konstanten gerechnet.
6
dm bar
21.38
2
3
2a
mol
2
- dm
- 3.1810
3
- b
2
-
mol
dm bar
8.31410
298 K
K
RT
molK
Sauerstoff :
µ =
=
= 0.274
3
7
2
- dm bar
c
8.31410
bar
p
2
molK
6
dm bar
21.38
2
3
2a
mol
2
- dm
- 3.1810
3
- b
2
-
mol
dm bar
8.31410
298 K
RT
K
molK
µ
=
=
= 0.213
angeregt
9
c
8
3
2
- dm bar
.31410
bar
p
2
molK
6
dm bar
21.41
2
3
2a
mol
2
- dm
- 3.9110
3
- b
2
-
mol
dm bar
8.31410
298 K
K
RT
molK
Stickstoff :
µ =
=
= 0.257
3
7
2
- dm bar
c
8.31410
bar
p
2
molK
6
dm bar
21.41
2
2a
mol
3
2
- dm
- 3.9110
3
- b
2
- dm ba
8.31410
mol
RT
r
µ
=
=
298 K
K
molK
= 0.200
angeregt
c
3
9
2
- dm bar
8.31410
bar
p
2
molK
6
dm bar
23.64
2
3
2a
mol
2
- dm
- 4.2710
3
- b
2
-
mol
dm bar
8.31410
298 K
K
RT
molK
Kohlendioxid : µ =
=
= 0.863
3
7
2
- dm bar
c
8.31410
bar
p
2
molK
6
dm bar
2a
23.64
2
3
-
mol
2
-
b
dm
- 4.2710
3
2
-
mol
RT
dm bar
µ
=
= 8.314 10
298 K
K
molK
= 0.403
angeregt
c
3
15
2
- dm bar
8.31410
bar
p
2
molK
Anhand des Vergleichs der experimentellen Daten mit den berechneten Daten kann man
davon ausgehen, dass bei Standardtemperatur die Schwingungen der Moleküle nahezu
nicht angeregt sind.
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Thermische Zustandsgleichung
Fehlerbetrachtung
Inversionstemperatur
Bei Kenntnis der van-der-Waals-Konstanten kann außerdem die Inversionstemperatur
berechnet werden.
6
dm bar
2 a
21.38
2
mol
Sauerstoff :
T =
=
= 1043.9 K
i
3
3
2
- dm bar
2
- dm
R b 8.31410
3.1810
molK
mol
6
dm bar
2 a
21.41
2
mol
Stickstoff :
T =
=
= 867.5 K
i
3
3
2
- dm bar
2
- dm
R b 8.31410
3.9110
molK
mol
6
dm
2 a
23.64
bar
Kohlendioxid :
T =
=
2
mol
= 2050.7 K
i
R b
3
3
2
- dm bar
2
- dm
8.31410
4.2710
molK
mol
Fehlerbetrachtung
Bei der Messung der Isothermen ist als gravierendste Fehlerquelle die genaue
Einstellung der Temperatur zu nennen. Diese schwankte um bis zu ± 0.8 °C um die
Messtemperatur herum, was besonders bei den beiden Kurven um den kritischen Punkt
ins Gewicht fällt, die nur 1 °C auseinander lagen.
Das selbe Problem stellte sich bei der Bestimmung der Joule-Thomson-Koeffizienten.
Das Differenzthermometer zeigte starke Schwankungen, die sich auch nach längeren
Wartezeiten von bis zu 10 Minuten nicht besserten. So konnten nur ungefähre
Mittelwerte abgelesen werden.
Die Abweichungen von den Literaturwerten sind jedoch trotz dieser Ablesefehler recht
klein und durchaus zufriedenstellend.
µ gemessen
µ Literatur
Abweichung
K bar-1
K bar-1
%
Sauerstoff
0.27
0.31
12.9
Stickstoff
0.28
0.27
3.7
Kohlendioxid
1.11
1.10
0.9
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Thermische Zustandsgleichung
Gesamtdiskussion
Gesamtdiskussion
Die Bestimmung des kritischen Punktes von Schwefelhexafluorid fiel zufriedenstellend
aus, und könnte bei Verwendung einer genaueren Beheizung des Gases noch
beträchtlich verbessert werden, ohne den Versuch vom Aufwand her auszuweiten.
Die Bestimmung der Joule-Thomson-Koeffizienten zeigt, dass Sauerstoff von den
getesteten Gasen einem idealen Gas am nächsten kommt. Kohlendioxid als
dreiatomiges Molekül weicht wesentlich stärker als die zweiatomigen Gase davon ab.
Dieses Protokoll wurde selbstständig erstellt.
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Frank Bock
Benjamin Bulheller
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