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Das Lachen. Eine literaturtheoretische Untersuchung

Hauptseminararbeit, 2001, 20 Seiten
Autor: Antje Leupold
Fach: Germanistik - Linguistik

Details

Veranstaltung: Hauptseminar: Linguistik des Humors
Institution/Hochschule: Technische Universität Dresden (Institut für Germansitik)
Tags: Lachen, Eine, Untersuchung, Hauptseminar, Linguistik, Humors
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2001
Seiten: 20
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V10284
ISBN (E-Book): 978-3-638-16750-5

Dateigröße: 91 KB


Textauszug (computergeneriert)

Technische Universität Dresden
Institut für Germanistik
Lehrstuhl für Germanistische Linguistik
und Sprachgeschichte
Hauptseminar: Linguistik des Humors

Das Lachen

Eine literaturtheoretische Untersuchung

WS 2000/2001
Antje Leupold


Inhalt

1. Überblick über die vorliegende Arbeit   3

2. Einleitende Bemerkungen   3

3. Untersuchungsfelder des Phänomens ´Lachen`  4
3.1. Allgemeines   4
3.2. Physiologie und Psychologie des Lachens   5

4. Zwei Theorien über das Lachen   13
4.1. Überlegenheitstheorie und Inkongruenztheorie   14
4.2. Bergsons Theorie des Lachens   16

5. Abschließende Bemerkung   18

6. Literaturverzeichnis

 

1. Überblick über die vorliegende Arbeit

Die bisher erarbeiteten Theorien über das Lachen stammen aus den verschiedensten Wissenschaftsbereichen, etwa aus der Philosophie (Bergson), der Psychoanalyse (Freud) oder aus der Anthropologie (Plessner). Sie umfassen zum anderen aber auch Beschreibungen auf physiologischer Ebene (Habermann). Die hier genannten Arbeiten bilden nun allerdings nur einen Bruchteil der Studien zum Thema Lachen, und sollen in der vorliegenden Arbeit sozusagen stellvertretend einen Einblick in die Thematik vermitteln. Hier kann es nicht darum gehen, sämtliche in der Literatur vorliegenden Ansätze darzustellen. Oft liegen die Unterschiede in Nuancen, deren Verfolgung zu weit vom Weg ab führen würde, nämlich der Klärung eines Phänomens, das als Äusserungsform des Humors gilt. Eine Absage an die Vollzähligkeit bedeutet jedoch keinen Verzicht auf Vollständigkeit. Ich werde die o.g. Arbeiten so weit aufarbeiten, dass das Phänomen Lachen in wichtigen Elementen erfassbar wird. Wie bis zu dieser Stelle sicherlich schon deutlich geworden ist, soll das Lachen im humoristischen Kontext den Schwerpunkt dieser Arbeit bilden, wobei alle anderen ´Arten` des Lachens an den entsprechenden Stellen ebenso ihre Erwähnung erfahren werden.

2. Einleitende Bemerkungen

Für das Lachen an sich gibt es keine eigene Wissenschaft; dem Phänomen des Lachens widmen sich, wie anfangs erwähnt mehrere wissenschaftliche Disziplinen. Vor diesem Hintergrund erscheint es schon zu Beginn dieser Arbeit einleuchtend und absehbar, dass es vermutlich keine universelle ´Theorie des Lachens` per se geben kann und letztendlich auch nicht gibt. Aber ich möchte nichts vorwegnehmen. Betrachtet man allein schon die unterschiedlichen Variationen des Lachens. Das Lachen kann “dünn, breit, laut, leise, kichernd, verhalten, frostig, stoßweise, offen, grell, schrill, sanft, warm, still, kalt, schneidend, gemein, müde, ausgelassen, spöttisch, traurig, unheimlich, gemütlich usw.”1 sein. Seine Skala reicht vom herzlichen Anlächeln bis zum schadenfrohen, höhnischen Auslachen, vom freundlichen Schmunzeln bis zum bösartigen Grinsen, vom stillen, nach innen gewandten Lächeln zum schallend ausbrechenden Gelächter oder schrillen Kreischen, vom strahlenden Lachen der Freude und Heiterkeit bis zum Lachen aus Entsetzten.2 So verschieden Lachen sein kann, auf so viele verschiedene Anlässe des Lachens kann man schliessen. Helmut Plessner beschränkt sich diesbezüglich auf das Lachen als Gebärde der Freude und des Kitzels, des Spielens, der Komik, des Witzes, sowie der Verzweiflung und Verlegenheit3. Der Anthropologe Plessner ist einer zuweilen grosser Namen der Philosophie, Psychologie, Soziologie oder weiterer Wissenschaften, die sich des Phänomens des Lachens versucht haben anzunähern. Jede dieser Disziplinen hat sich auf ihre eigene Art und Weise, aus ihrer eigenen Perspektive mit dem Lachen beschäftigt. Mitunter scheinen sich die Resultate sehr zu ähneln, andererseits jedoch könnten sie auch unterschiedlicher nicht sein. Alle Definitionen oder Eingrenzungen die die Forscher dem Lachen zugeschrieben haben, treffen jeweils nur einen Teil der zahlreichen Aspekte des Lachens. Gerade angesichts der Weite dieses Feldes ist es nicht verwunderlich, dass es keine systematische und allumfassende Abhandlung über dieses Thema gibt. 

Nach allgemeiner Auffassung gehört Lachen wohl zu Gemütszuständen wie Freude, Frohsinn, Fröhlichkeit und Heiterkeit. “Geradezu unausrottbar scheint das Vorurteil zu sein, Lachen habe es immer mit Humor zu tun.”4 Bisher müsste schon klar geworden sein, dass die Idee des Lachens an weitaus mehr als nur an Humor und Komik geknüpft ist. Wie bereits erwähnt wird dessen ungeachtet in dieser, literaturtheoretisch in das Thema “Linguistik des Humors” eingebetteten Arbeit der Schwerpunkt dennoch auf dem ´humoristischen` und ´komischen` Lachen liegen. Der Versuch einer universellen Darstellung des Phänomens ´Lachen` würde den Rahmen und die Intention dieser Arbeit sprengen. Auf die anderen Motive des Lachens wird an den passenden Stellen und Kontexten natürlich Bezug genommen. 

3. Untersuchungsfelder des Phänomens ´Lachen`

3.1. Allgemeines

Dopychai unterscheidet in seiner Abhandlung über den Humor drei Bereiche, in die das “hochkomplexe Gesamt”5 des Lachens unterschieden werden kann. Allerdings kann keines der folgenden Segmente vollkommen losgelöst von den anderen betrachtet werden, da sie sich gegenseitig bedingen und die Zuordnung gewisser Einzelaspekte zu einem der Felder bisweilen Schwierigkeiten bereitet. Allein die Vielfalt der Disziplinen, die sich des Lachens angenommen haben, bieten genausoviele Perspektiven auf das Thema. 

[...]


1  Joachim Ritter: Über das Lachen. S. 95/96.
2  Vgl. u.a. ebd. S. 93ff oder Stefanie Hüttinger: Die Kunst des Lachens - das Lachen der Kunst. S. 7.
3  Helmut Plessner: Lachen und Weinen. Eine Untersuchung nach den Grenzen menschlichen Verhaltens.
4  Arno Dopychai: Der Humor. S. 98.
5  Arno Dopychai: Der Humor. S. 98.


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