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Interaktion von Kindern und Jugendlichen mit Pferden im außerschulischen Lernort

Examination Thesis, 2000, 59 Pages
Author: Susanne Blanken
Subject: Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2000
Pages: 59
Grade: 1
Bibliography: ~ 44  Entries
Language: German
Archive No.: V1031
ISBN (E-book): 978-3-638-10634-4

File size: 427 KB


Excerpt (computer-generated)

 

Einsatz von Pferden bei Kindern und Jugendlichen im außerschulischen Lernort

Examensarbeit

Zur Erlangung des ersten Staatsexamens an der
Universität Bremen

Fachbereich: Sport
Fachgebiete: Sportlehre/ Behinderten Pädadogik

eingereicht von

Susanne- Petra Blanken

2000

Inhaltsverzeichnis

Vorwort ... 4
Einleitung ... 4

1. Pferdestall als Lernort ... 5
1.1 Die Bedeutung des Tieres für den Menschen ... 6
1.2 Das Pferd als Symbol und Mythos ... 7
1.3 Die Entwicklung des Pferds in der Evolution ... 9
1.4 Die Geschichte des Reitsports ... 10
1.5 Lebenssituation der Kinder u. Jugendlichen in der Gesellschaft ... 13
1.6 Kind- Tier- Beziehung ... 14
1.7 Die Geschlechterrolle im Reitsport ... 15
1.8 Kinder und Jugendliche im Breitensport ... 17
1.9 Kinder und Jugendliche im Turniersport ... 18

2. Grundregeln bei der Arbeit mit dem Pferd ... 19
2.1 Zur Entwicklung des Bewegungsgefühls ... 21
2.2 Koordinative Grundlagen ... 23
2.2.1 Gleichgewicht ... 23
2.2.2 Muskuläre Unterscheidungsfähigkeit ... 24
2.2.3 Rhythmus ... 24
2.3 Grundtechnik des Sitzes auf dem Pferderücken ... 25
2.3.1 Grund- oder Dressursitz ... 27
2.3.2 Leichter Sitz ... 28
2.3.3 Rennsitz ... 28
2.4 Zügel-, Schenkel-, und Gewichtshilfen ... 29
2.5 Körperhaltung ... 33
2.6 Gymnastik ohne Pferd ... 37

3. Reitausrüstung ... 39
3.1 Reitweisen im Überblick ... 39
3.2 Turnierklassen im Überblick ... 41
3.3 Grundausbildung im Reiten bei Kindern und Jugendlichen ... 42
3.4 Entwicklungsphasen des Kindes ... 43
3.5 Lernstufen beim Voltigieren und Reiten ... 46
3.6 Umsetzung des richtigen Sitzens auf dem Pferd ... 48
3.6.1 Übungen am Führzügel ... 48
3.6.2 Übungen an der Longe ... 49
3.6.3 Reiten im Gelände ... 49
3.7 Funktionsgymnastik mit dem Pferd ... 49
3.8 Das richtige Pferd als Lehrpferd ... 51
3.9 Die Rolle des Reitlehrers ... 52
3.10 Reiten als Therapie ... 53

4. Resümee ... 53

5. Anhang ... 54

6. Literaturverzeichnis ... 55

 

Vorwort

Die Entscheidung, mich im Rahmen meiner Examensarbeit mit der Thematik des Reitsports speziell bei Kindern und Jugendlichen zu befassen, ist aus meinem persönlichen Erfahrungen entsprungen.
Durch das Aufwachsen auf dem seit Generationen betriebenen Pferdezuchtbetrieb meiner Eltern hatte ich schon von Kindesbeinen an engsten Kontakt zu Ponys und Pferden, ich habe somit das Reiten automatisch erlernt. Seit vielen Jahren bin ich auf diesem Hof auch tätig und unterrichte dort Kinder und Jugendliche. Dies brachte mich dazu, mich auch wissenschaftlich damit auseinanderzusetzen, auf welche Weise Kindern, die ohne diesen selbstverständlichen Kontakt zu Tieren aufwachsen, das Reiten nahegebracht werden kann.
Nach Abschluß des Studiums plane ich, auf dem elterlichen Hof einen Reiterhof aufzubauen. Mein Ziel dabei ist, behinderten und nicht behinderten Kindern die Möglichkeit zum Reiten anzubieten und Kindern wieder einen natürlichen Umgang mit Tieren zu ermöglichen.

Einleitung
Zwischen Mensch und Pferd besteht von je her eine ganz besondere Beziehung. Gerade auf Kinder, insbesondere Mädchen, üben Pferde und Ponys eine nahezu magische Anziehungskraft aus. Doch anders als in früheren Zeiten, in denen Mensch und Tier in einer symbiotischen Gemeinschaft lebten und so die Fähigkeit besaßen, sich miteinander zu verständigen und gestische Signale oder Lautäußerungen wechselseitig spontan zu verstehen, ist durch die zunehmende Industrialisierung und Urbanisierung eine Entfremdung entstanden. Die heutigen Stadtkinder wissen z.B. das Signal der angelegten Ohren oder das Schnauben des Pferdes nicht mehr zu deuten. Regelmäßiger Umgang mit Pferden vom Stallsäubern bis hin zum Waldritt kann dazu beitragen, wieder einen Bezug zur Natur herzustellen und dabei die Instinkte wieder zu schärfen, Verantwortung für ein Lebewesen zu erlernen und somit zur Persönlichkeitsentwicklung beizutragen. Auch die Schulung der Bewegungs- und Körpererfahrung ist ein wichtiger Beitrag, den der Reitsport leisten kann.
Wichtig ist aber dabei, den Kontakt zwischen den Kindern und den Pferden in pädagogisch sachgemäßer Weise herzustellen, sie nicht zu überfordern und in erster Linie Freude am Kontakt zu den Tieren, zu anderen Kindern und Jugendlichen und an der Bewegung zu vermitteln.

In der vorliegenden Arbeit wird zunächst die Bedeutung des Pferdes für den Menschen allgemein dargestellt, wobei sowohl auf seine mythische Rolle wie auch auf die Entwicklungsgeschichte des Pferdes und des Reitsports eingegangen wird.
Es werden Grundlagen des Reitens dargestellt, um danach deren Umsetzung im Reitunterricht zu beschreiben.

1. Pferdestall als Lernort
Kinder bewegen sich überwiegend in vorgeschrieben Räumen und Plätzen, wo es erlaubt ist zu spielen. Diese Spielräume sind auf die Kinder direkt zugeschnitten und lassen kaum Möglichkeiten für Phantasie. Die moderne Architektur zeigt sich in Form von Siedlungen und geballten Hochhäusern. Heutige Kinder aus Städten leben in einer Form der Verinselung. So erleben sie ihren Lebensraum nicht mehr als ganzes, sondern als Teil voneinander getrennter Bereiche1 und können ihre Lebensbereiche nicht miteinander verbinden.

Welche gewinnbringende Bedeutung Pferde und Reitställe als außerschulischer Lernort, für die heutige Kindheit und deren Lebensräume haben, soll in den folgenden Kapiteln gezeigt werden.

[...]


1 LUTZ; MANUELA; IMKE BEHNKEN; JÜRGEN ZINNECKER 1997n: B. FRIEBERTSHÄÜSER, A. Prengel (Hrsg.): Weinheim. S. 414-435.


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