Da Vinci, Leonardo - Intelligente Persönlichkeiten, mit speziellem Bezug auf Leonardo Da Vinci

E-Book Cover: ()
Flash Player und JavaScript werden für eine verbesserte Ansicht des Dokuments benötigt. Bitte installieren Sie den Flash Player und aktivieren Sie Javascript.

Install Flash Player

Details

Titel: Da Vinci, Leonardo - Intelligente Persönlichkeiten, mit speziellem Bezug auf Leonardo Da Vinci
Autor: Anja Renger
Fach: Biographien

Kategorie: Facharbeit (Schule)
Jahr: 2000
Seiten: 10
Note: 1+
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 406 KB
Archivnummer: V103178
ISBN (E-Book): 978-3-640-01557-3
Anmerkungen :
Es steckt sehr viel Arbeit darin, Bilder und zusetzliche Informationen auch bei mir per Mail erhältlich. Ich hoffe es nützt jemandem.

Volltext (computergeneriert)


Die Entwicklung der Menschheit ist von jeher durch hervorragende Leistungen von

Einzelpersönlichkeiten vorangetrieben worden. Jede technische, wissenschaftliche,

literarische aber auch künstlerische Erfindung beziehungsweise Entwicklung ist immer erst

das Produkt eines einzelnen Denkers.

So war es sicherlich auch in der Urgesellschaft erstmals ein Einzelner der aus einem Stein

einen Faustkeil fertigte. Dies ist eine unter vielen ,,Erfindungen" die sehr schnell

verallgemeinert wurde.

Im Laufe der Geschichte gab es immer einzelne Persönlichkeiten, die durch ihre Leistungen

aus der großen Masse herausragten. Nicht immer ernteten sie für das Geleistete auch das

wohlverdiente Lob, vereinzelt wurden sie sogar der Hexerei beschuldigt oder ihre Werke

wurde einfach verkannt.

Ich will nur einige bekannte nennen wie zum Beispiel : Christopher Columbus, Nikolaus

Kopernikus und Galileo Galilei, die sich zwar nicht kannten aber in unseren Köpfen als

Entdecker eingestuft wurden.

Auch die Namen Vincent van Gogh, Albrecht Dürer und Pablo Piccasso sind uns wohl

bekannt. Man ordnet sie der Kunst zu.

Auf dem Gebiet der Literatur sind uns natürlich einige Denker geläufig, wie unter anderem

Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Bertold Brecht, Heinrich Heine und

selbstverständlich auch William Shakespeare.

Auch das gerade zu ende gegangene 20.Jahrhundert wurde durch das Schaffen hervorragender

Persönlichkeiten geprägt. Zu diesen zählen Albert Einstein, Albert Schweizer, Manfred von

Ardenne und Madame Marie Currie.

In den zurückliegenden Jahrhunderten, gab es Menschen die man wegen ihrer Fähigkeiten auf

vielen Gebieten als Universalgenies bezeichnete.

Je weiter sich Wissenschaft, Technik, Kultur und Kunst entwickelten, um so mehr war es

notwendig sich zu spezialisieren. Dadurch waren allumfassende Kenntnisse kaum noch

möglich. Dennoch, wird bis heute die Entwicklung, durch herausragende Leistungen

Einzelner bestimmt.

Auf eine dieser entwicklungsbestimmenden Persönlichkeiten möchte ich mich speziell

beziehen.

Um das geistige Potential dieser Persönlichkeiten zu begreifen, sollte man etwas mehr über

Intelligenz im Allgemeinen erfahren. Sicherlich ist das Wort ,,Intelligenz" sehr subjektiv.

Da stellt sich die Frage; Intelligenz, was ist das ? Kann man Intelligenz messen, wie ? Wer

ist intelligent ? - und wer sagt was Intelligenz ist ?

·


Als Intelligenz bezeichnet man die allgemeine geistige Fähigkeit zu lernen, zu verstehen und

in neuen Situationen zurecht zu kommen.


Intelligenz ist mit dem Intelligenz Quotient, der kurz IQ genannt wird, messbar.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten den IQ zu testen. Eine Möglichkeit ist eine IQ-Test

CD-ROM. Die CD-ROM Tests sind nicht sehr genau, sie haben zwar nur eine geringe

Fehlerquote. Somit bilden diese Tests höchstens einen Richtwert. Diese Computer- Tests gibt

es überall zu kaufen, sie sind einfach zu bedienen und kosten höchstens 50 DM .

Die zweite Variante ist, ein Test in einem öffentlichen Instituts. Dort sind die Ergebnisse zu

99,9% korrekt. Das liegt daran das in einem solchen Institut viel ausführlicher und genauer

geprüft wird. In öffentlichen Instituten kann, beim Feststellen einer hohen Intelligenz, der

Geist noch gefordert und gefördert werden.

Der Intelligenz Quotient (IQ) liegt in der heutigen Zeit und im mitteleuropäischen Gebiet

beim Durchschnittsbürger zwischen 85 und 115.

Ab einem Intelligenz Quotient von 130 aufwärts gilt man schon fast als Genie.

·




Albert Einstein

210

Johann Wolfgang von Goethe

205

Isaac Newton

190

F. M. Arouet Voltaire

190

Galileo Galilei

185

Leonardo DaVinci

180

Abraham Lincoln

150

Napoleon Bonaparte

145

George Washington

140

Als diese Menschen lebten, gab es diese Tests noch nicht, darum wurden anhand der

Information die man über sie hatte diese Zahlen errechnet.

Bevor man den IQ von Menschen wie z.B. Albert Einstein errechnete, ging man davon aus

das die obere Grenze des IQ bei 200 liegt. Doch durch intensive Studien stellte sich heraus

das manche Menschen in der Lage sind bzw. waren, ihre geistige Kapazität mehr als alle

anderen zu nutzen.

Nun, zu einer dieser Persönlichkeiten die einen der höchsten, je erreichten Intelligenz

Quotienten hatte.


·

Leonardo Da Vinci wurde am 15.04.1452 in Anchiano bei Vinci in der Toskana geboren und

starb 62 Jahre später, am 02.05.1519 auf Schloß Cloux (dieses Schloß heißt heute Clos-Lucé )

bei Amboise.

·


Er wurde als das uneheliche Kind von Ser Piero einem Notar und Monna Caterina einem

Bauernmädchen geboren. In der Schlosskirche Santa Croce in Vinci wurde er getauft. Da

seine Mutter fünf Jahre später einen anderen Mann heiratete, wurde er bis zu seinem 17

Lebensjahr der Obhut seines Großvaters übergeben. Sein leiblicher Vater siedelte nach

Florenz über. 1469 wählte sein Vater für ihn den Lehrmeister Andrea del Verrocchio aus. Der

als begnadeter und geistreicher Künstler an Donatellos Ruhm anzuknüpfen schien.

In dessen Werkstadt arbeitete er mit Sandro Botticelli, Pietro Perugino und Lorenz di Credi

zusammen. Da Vincis Name tauchte 1472 in der Liste der Malergilde auf.

Leonardo konnte in Verrocchios Werkstadt alle Grundlagen der Kunst erlernen. Doch nach

einigen Jahren bei ihm wurden Leonardos Leistungen besser und besser, bis er eines Tages

viel sauberer und auch weicher zeichnen konnte als sein Meister. Eines seiner ersten

Kunstwerke war ,,die Taufe Christi" ( Bild 1, 1473-75, Florenz, Galleria degli Uffizi ). Dieses

Werk entstand in Zusammenarbeit mit Verrochio. Da Vinci führte diesem Bild nur eine

kniende Engelsfigur hinzu, diese war allerdings mit so viel mehr Liebe und Weichheit

geschaffen, wie Verrocchio nie zu tun vermocht hätte.

Seit diesem Tage wollte Verrocchio nie wieder einen Pinsel in die Hand nehmen, da sein

Schüler schon in jungen Jahren, sein künstlerisches Potenzial überstieg.

1476 verließ Leonardo die Werkstadt von Verrecchio.

·


Leonardo Da Vinci war ein Italiener, vielmehr ein Florentiner. Leonardo gehört zu den

wenigen Menschen die man, mit ruhigem Gewissen, als Universalgenie bezeichnen kann.

Er war Maler, Bildhauer, Architekt, Mathematiker, Ingenieur, Schriftsteller und

Naturforscher.

Leonardo war eine der vielseitigsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Durch seinen universellen

Geist stieg er so zu einem der genialsten Künstler ( neben Michelangelo und Raffael ) der

Renaissance und der Kunstgeschichte überhaupt auf .

Er betrachtete die Natur als ein Ganzes, was in seinen künstlerischen Darstellungen zum

Ausdruck kam.

Dadurch das er Zahlreiche Wissenschaften und andere geistige Tätigkeiten verfolgte,

eröffneten sich viele neue Möglichkeiten. Als Forscher leitete er z.B. die neuzeitliche

Methodik der Naturwissenschaften ein. Als Architekt, Ingenieur und Erfinder schuf er

bedeutende Entwürfe und weit vorausschauende Pläne und als Kosmograf leistete er einen

großen Beitrag zur Entwicklung der Kartografie und der Geografie.

Diese Beschäftigungen mit den verschiedensten Wissensgebieten reiht ihn in eine

vornehmlich florentinische Tradition ein, deren repräsentative Art der ,,uomo universale" in


ihm seine reinste Ausprägung findet. Seine umfangreichen, bis auf ganz wenige Ausnahmen

in Spiegelschrift geschriebenen Manuskripte ( etwa 5000 zum großen Teil illustrierte Folio TM

eine Art Bild die in etwas hinein schaut ) zeigen seine Vielseitigkeit. Vorrangig galten

Anatomie, Botanik, Zoologie, Geologie, aber auch Physik, Mechanik, Optik und Geometrie

zu seinem Interesse.

Über die Jahre entwickelte Leonardo ein sehr starkes Interesse und große Neugier auf kleine

Details, diese charakterisierten seine Haltung. Das ,,nonfinito" ( Unvollkommenheit,

Unabgeschlossenheit ) vieler seiner Vorhaben ist die notwendige Konsequenz seiner

Anschauung, dass sich Wahrheit und Erkenntnis erst im Verlauf der Geschichte im vollen

Umfang enthüllen. Durch die Ergebnisse seiner Forschungstätigkeit findet man noch heute

eine Fülle von Vorahnungen und Vorwegnahmen moderner Erfindungen, die seiner

ungewöhnlichen Beobachtungsgabe und seiner Experimentierfreudigkeit zu verdanken sind.

Trotz seiner umfangreichen Aufzeichnungen über sein produktives tun, gab er nur wenig

Auskunft über sein Leben.

·



Der Einfluss von Verrocchio auf Leonardos Entwicklung als Maler zeigt sich z.B. in seiner

zarten Modellierungen von Gesichtern. Diese Ähnlichkeit, aber auch der Unterschied in der

Kunstauffassung von Lehrer und Schüler wurde in der ,,

Taufe Christi

" ( Bild 1) offenkundig.

Als erste wirkliche naturalistische Landschaftsdarstellung bezeichnet man die

,,

Federzeichnung des Arnotales

" (Florenz, Galeria degli Uffizi, datiert auf den 5. August

1473). Das war die erste von ihm signierte Zeichnung. Im gleichen Jahr begann Da Vinci die

Arbeit an der ,,

Verkündigung an Maria

" ( Bild 2, ebenfalls Florenz ). Es bestanden allerdings

Zweifel an der Autorenschaft, da die Behandlung der Perspektive viel zu regelmäßig war wie

im Schulbuch der Architekturdarstellung. Bei der Einordnung, sind ebenfalls Mangel an der

Mariengestalt.

Seine Auffassung von Licht und Atmosphäre in der Landschaft, sind in Da Vincis

Darstellungen unverwechselbar, sie wirken als wären sie greifbar. Ebenfalls in diese Zeit

gehört auch die ,,

Madonna mit der Nelke

" (Bild 3, um 1475, München, Alte Pinakothek) und

die ,,

kleine Verkündigung an Maria

" ( um 1476-78, Paris, Musée National du Louvre ), das

Porträt der ,,

Ginevra Benci

" ( 1478, Washington, National Gallery of Art ) und das Bildnis der

,,

Madonna Benois

" ( 1478-80, Leningrad TM St. St.-Petersburg, Eremitage ).

Das zeigt uns das seine Kunst überall verbreitet, bekannt und beliebt ist. Nicht nur in Europa

sondern überall auf der Welt ist Leonardo Da Vinci ein bekannter Name.

Am Beispiel des von den Frühwerken am besten erhaltenen Porträt der ,,

Ginevra Benci

"

zeigen sich Leonardos künstlerische Ziele vorbildlich: Die bei den flämischen Malern

beliebten aufgelegten Reflexe zur Modellierung des Gesichtes differenzierte Leonardo durch

eine feine Abstufung des Lichts unter Vermeidung starker Licht-Schatten-Kontraste. Für die

Porträtmalerei Leonardos gilt im allgemeinen, dass er zur psychologischen Nuancierung der

Personen meist die Frontansicht wählte. Ein bemerkenswerter Zug einiger seiner Bildnisse

sind die Anspielungen auf Namen oder Eigenschaften der Dargestellten. So malte er die

,,

Ginevra Benci

" vor einem Wacholderbusch, der in einem Dialekt als

ginevra

bezeichnet

wird. Am Ende seiner künstlerischen Frühphase standen ein paar Werke, in denen er zum

ersten mal einen künstlerischen Schatten einführte, den man in fast allen folgenden

Kunstwerken entdecken konnte.


Am 28. September 1481 stellten die Mönche die Zahlung ein, da Leonardo Florenz verließ,

um am Hof Ludovico il Moros in Mailand zu arbeiten. Dort hatte er sich als Erfinder

neuartiger Kriegsgeräte und als Ingenieur, befähigt für verschiedenste Aufgaben ( wie etwa

das Verlegen von Wasserleitungen ), eingeführt, wovon eine große Zahl von Zeichnungen

erhalten ist.

Am 25.April 1483 erhielt Leonardo von der Bruderschaft der ,,Unbefleckten Empfängnis"

einen Gemäldeauftrag für den Hochaltar in S. Francesco il Granden in Mailand. Von dem, für

diesen Auftrag geschaffenen Werk, die ,,

Felsengrottenmadonna

" ( Bild 4, 1483-86, Musée

National du Louvre ) existieren zwei Fassungen. Die Zweite ,,

Felsengrottenmadonna

" ( 1503-

06, London, National Gallery), Leonardo in Zusammenarbeit mit den Brüdern de Predis .

Dieses Gemälde markiert den Höhe- und gleichzeitig den Endpunkt der Phase des

florentinischen Stils Leonardos. Erste Skizzen dazu Begann er wahrscheinlich schon in

Florenz. Es war die letzte seiner Kompositionen die wie eine Pyramide aufgebaut war. Sie ist

sehr charakteristisch für die feinen Linien, die weiche Licht-Schatten-Behandlung und die

Luftperspektive, sowie die zarten, idealisierten Gesichter und die liebevoll- detailgetreue

Wiedergabe der bizarren Felsenlandschaft. Die Zusammenstellung der tragenden Personen

und der Aufbau dieser (im Bild ), haben meist einen historischen bzw. religiösen Hintergrund.

·



Bereits im Jahre 1478 hatte Leonardo mit den ersten wissenschaftlichen Aufzeichnungen

begonnen. Die Anfänge des ,,

Code Atlanticus

" (1478- 1518 ), der Sammlung in Windsor

Castle (1479- 1518 ) und des Codex Arundel fallen in diese Zeit. Zunächst handelte es sich

bei den Zeichnungen und Notizen nur um Darstellungen von Ingenieurarbeiten, Pläne für

Kriegsgeräte oder Befestigungsanlagen, also um eine Sammlung handwerklich- technischen

Wissens, das für einen damaligen Künstler unabdingbar war, wenn er sich um eine Stelle am

Hofe bemühte. Doch schon zu Beginn dieser Betätigung interessierte Leonardo die Frage

nach den Kräften in der Natur, die die Bewegung veranlassen, mehr als das fertige Werk.

Eines dieser wissenschaftlichen Zeichnungen waren die ,,Arm- und Schulterstudien eines

Mannes" ( Bild 5, Windsor Castle, Royal Library).

Das Interesse am wissenschaftlichen Studien der Natur und insbesondere der menschlichen

Anatomie stand bei Leonardo immer an erster Stelle. In seiner Malerei-werkstadt formulierte

er seine Begründungen, ,,warum es notwendig ist, den inneren Bau des Menschen zu kennen";

,,Der Maler, der die Natur der Sehnen und Muskeln kennt, weiß bei der Bewegung jedes

Gliedes, wie viele und welche der Sehnen dabei tätig sind und welche Muskeln mit seinem

Anschwellen der Grund dafür ist, dass die Sehne sich zusammenzieht."

Die Zeichnung ( Bild 5 ), demonstriert sein typisches Vorgehen. Wie zum Beispiel der Arm

des Mannes, dessen Charakterkopf Leonardo mit wenigen Kreuzschraffuren und markanten

Linien ausdrucksvoll modellierte, ist in mehreren Haltungen und Bewegungen festgehalten.

Leonardos Zeichnungen sind meist mehr als nur Vorstudien zu den Gemälden gewesen. Sie

verbinden seinen Wissensdrang mit höchster darstellerischer Qualität und sind so Kunstwerke

von Selbstständigen Rang, zumal die Untersuchungen von Funktionen und Mechanismen

natürlicher Vorträge Leonardo weit mehr bedeuteten als die Umsetzung der Erkenntnisse in

ein vollendetes Werk.

Aus der Zeit um 1490 stammt eine Reihe von ,,grotesken" Köpfen. Um lebhafte und

ausdrucksvolle Gebärden darzustellen, war Leonardo stets auf der Suche nach

ungewöhnlichen Gesichtern, die er, (den Notizblock immer bei sich führend ) sofort festhielt.

Unter anderem fehlen diese Studien in keiner Schaffensperiode Leonardos, bildet doch seiner


Ansicht nach das gesammelte Beobachtungsmaterial die notwendige Voraussetzung jedes

,,Historienbildes".

Seine ,,phantastischen" Gestalten haben gerade auch auf nordische Künstler des späten 15.

Jahrhunderts und des 16. Jahrhunderts, vorrangig in den Niederlanden etwa Hieronymus

Bosch, Dierick Bouts oder auch Matthias Grünewald, große Faszination ausgeübt.

·

Ein Höhepunkt des malerischen Schaffens, in der Einschätzung seiner Zeit wie auch aller

späteren Epochen stellte das bemühte ,,

Abendmal

" ( Bild 6, 1495- 97, Mailand, Refektorium

von S. Maria delle Grazie ein Kloster ) dar. Eine Abendmahlsdarstellung war ein für

Refektorien althergebrachtes Thema.

1497 berichteten zeitgenössische Augenzeugen wie zum Beispiel Matteo Bandello in seiner

,,Novelle" und auch Luca Pacioli in seiner ,,Divina proportione" von einem nahezu

vollendeten Werk.

Spätere Betrachter bezeichneten sein Werk als ein ,,Durcheinander von Flecken". Da

Leonardo bei diesem Bild ein sehr unorthodoxe Zusammenstellung von Farbe und Untergrund

wählte, hielt dieses Bild nicht ganz so lange wie viele Andere. Die Farbe blätterte immer

mehr ab. Die mehrmaligen Wiederherstellungsversuche haben dem Werk so sehr geschadet,

dass aus dem heutigen Zustand lediglich auf die großartige perspektivische Einordnung des

Gemäldes in den Raum und auf die differenzierte Komposition geschlossen werden kann. Seit

1981 läuft der wohl letzte Restaurierungsversuch.

·


Leonardos architektonisches Werk ist rein theoretisch geblieben und beschränkt sich auf

ingenieurtechnische Gutachten, Studien und unausgeführte Entwürfe, zum Beispiel für die

Kuppel des Mailänder Doms (um 1488, Federzeichnung, Mailand, Biblioteca Ambrosiana ).

Sein besonderes Interesse galt dem Entwerfen von Zentralbauten. Die ,,

Zentralbaustudie

"

( um 1490, Mailand, Biblioteca Ambrosiana ) ist das früheste systematisch konstruierte

Beispiel einer Verbindung von perspektivisch gezeichnetem Schnitt und Grundriß.

Ähnlich wie mit der Baukunst verhält es sich mit Leonardos bildhauerischem Werk, dessen

wichtigste Beispiele zwei in zahlreichen Skizzen vorbereitete, nicht ausgeführte

Reiterstandbilder sind das Monument für Francesco Sforza aus der ersten und das Grabmal

für Giangiacomo Trivulzio aus der zweiten Mailänder Zeit. Das ,,

Sforza- Denkmal

" ( Bild 7,

Zeichnungen für das Reiterstandbild von Francesco Sforza, 1490-94, Windsor Castle ), an

dem er seit 1483 sechzehn Jahre lang arbeitete, sollte zunächst ein sich aufbäumendes, später

ein schreitendes Pferd mit Reiter darstellen und über 7 m hoch werden. Obwohl das

lebensgroße Tonmodell von 1493 zerstört und der Bronzeguß nie ausgeführt wurde, hatte das

kühne, in seiner Monumentalität vorbildlose Werk großen Einfluß auf viele nachfolgende

Reiterdenkmäler.

·



Am 14. Dezember 1499 verließ Leonardo die Stadt zusammen mit dem Mathematiker Luca

Pacioli, dessen Werk über den TM Goldenen Schnitt ( ,,De divina proportione", 1498 ) er


illustrierte und der ihn wahrscheinlich zur Vertiefung seiner mathematischen Kenntnisse

anregte, nach der Einnahme Mailands durch die Franzosen.

Während des kurzen Aufenthalts in Mantua zeichnete er einen Karton für ein Porträt der

,,Isabella d`Este (1500, Paris, Musée National du Louvre ). Die weite Reise führt über

Venedig wieder in seine Vaterstadt Florenz, wo er am 14.April 1500 eintraf.

·



Die folgenden fünf Jahre sind die in Leonardos Schaffenszeit produktivsten. Topographische

Studien, so etwa der Plan von Imola, die zu den Vorläufern der modernen Kartographie

gehören, sowie Aufzeichnungen und Berechnungen zur Trockenlegung eines Sumpfes

dokumentieren seine Tätigkeit unter Cesare Borgia, mit dem er 1502-03 die Romagna

bereiste. Im Oktober 1503 begann Leonardo den Karton zum Wandgemälde in der Sala del

Gran Consiglio im Palazzo Vecchio. Im Auftrag der Signoria sollte er den Sieg der

Florentiner über die Mailände in der ,,

Schlacht von Anghiari

" malen.

Wie auch Michelangelos "

Schlacht von Cascina

" erhebt sich Leonardos Bild über den

Bereich eines illustrierenden Historienbildes.

Zur gleichen Zeit malte Leonardo das so völlig konträre Bild der ,,

Mona Lisa

" ( La Gioconda,

um1503- 05, Paris, Musée du Louvre). Es ist das Abbild Der Herzogin Constanza d′Avalos.

Sie war die zweite Frau des Florentiner Bürgers Giocondo.

Trotz aller exakten Wissenschaftlichkeit in der Theorie hatte Leonardo für die malerische

Praxis Regeln empfohlen, die einen allzu rigorosen Naturalismus verhindern sollten.

So sollte der Künstler, um die Kontraste von Licht und Schatten abzuschwächen, die

Lichtquelle des Ateliers mit dünner weißer Leinwand verhängen. Wie im weichen Licht der

Dämmerung, das den Umrissen der Gegenstände die Schroffheit nimmt ist auch ,,

Mona Lisa

"


dargestellt.

Zum Bild:

Hinter einer nur sparsam angedeuteten Brüstung eröffnet sich eine weite, bizarre Landschaft,

die, je entfernter sie scheint, immer unwirklicher wirkt. Die in sich geschlossene Bewegung

des Körpers der Gioconda erweckt den Eindruck einer in sich ruhenden Persönlichkeit.

Sie ist jedoch nicht als das weibliche Schönheitsideal Leonardos aufzufassen, vielmehr läßt

das eher kühle, distanzierte Lächeln in einem weichen, fast konturlosen Gesicht eben jene

Rätselhaftigkeit erkennen, durch die auch Leonardos Beziehung zu Frauen gekennzeichnet ist.

·




Am 30. Mai 1506 kehrte Leonardo auf die Bitte des Gouverneurs von Mailand, Charles

d′Amboise, vorübergehend nach Mailand zurück. Die Florentiner Signoria beurlaubte ihn

dafür drei Monate. Leonardo blieb bis zum Frühjahr 1507 in Mailand und hielt sich dort, mit

zwei längeren Unterbrechungen in Florenz ( 1507 und 1508 ), bis 1513 auf.

Seit 1507 war König Ludwig XII. von Frankreich sein Dienstherr.

!507 lernte er in Mailand den jungen Francesco Melzi kennen. Melzi war mit Leonardo bis zu

dessen Tod befreundet und kümmerte sich danach um die Zusammenstellung von Leonardos


Texten. Die Aufzeichnungen dieser Periode befassten sich neben Botanik und Geologie mit

Perspektiven.

·


So auch in der ,,Prospettiva di colore", der Abhandlung über die Farbperspektive, der bei

Leonardo auch die Luftperspektive angehört, spricht er davon, dass die Gegenstände in der

Ferne an Farbintensität verlieren und sich dem Farbton der Atmosphäre annähern: ( Zitat von

Da Vinci ) ,,Der von der Sonne beleuchtete Teil der Gegend wird der Luft- und Sonnenfarbe

teilhaftig ...". Diese schriftlich fixierten Erkenntnisse finden sich beispielhaft angewandt in

der Landschaft des um 1508- 11 geschaffenen, nicht vollendeten Bildes der ,,

heilige Anna
selbdritt

" ( Paris, Musée du Louvre ), das zu einigen Teilen wahrscheinlich unter der

Mitarbeit seiner Schüler entstand.

·



Im Lauf der Jahre hatte Leonardo sein Interesse immer stärker wissenschaftlichen Studien

zugewandt und malte, Quellen zufolge, nicht mehr gern. Statt dessen beschäftigte er sich mit

Problemen der Aerodynamik, versuchte so einen Flugapparat zu konstruieren, wobei er sich

zu sehr an einem Vogel orientierte, und er studierte Anatomie.

1510 arbeitete er mit Marcantonio della Torre, einem Professor für Anatomie, zusammen. Mit

ihm sezierte er Menschenleichen und erreichte schließlich einen hohen Grad an Kenntnissen

der Anatomie. Im Anschluß an diese Arbeit und dem Wissen das er sich dadurch aneignetete

entstand die aller erste ,,

Anatomische Zeichnung

" ( Bild 8, Windsor Castle, Royal Library ).

Sie zeigt die Sektion der Hauptorgane und des Arteriensystems der Frau. Sie wurde mit Feder

und Tusche über schwarze Kreide auf einem farbigen Grund gezeichnet.

Etwa 1512- 13 zeichnete Leonardo eine kleine Zahl von Kostümfiguren, die sich in der Royal

Library im Windsor Castle befinden. Schon am Hof Ludovico il Moros war er mit der

Gestaltung und Dekoration von Festen und Theateraufführungen betraut worden, und es gilt

als sicher, dass er damals ähnliche Kostüme für Maskenfeste entworfen hat.

·



Am 24. September 1513 verließ Leonardo mit seinen Freunden und Schülern Mailand. Nach

kurzem Aufenthalt in Florenz traf er im Dezember in Rom ein. Von Giuliano de′Medici, dem

Bruder des Papstes Leo X., erhielt er im Belvedere des Vatikans ein Atelier. Die Konkurrenz

Raffaels oder Michelangelos mit dem Leonardo angeblich zerstritten war, scheint seine

Betätigungsmöglichkeiten eingeschränkt zu haben. In dieser Zeit entstanden auch

Zeichnungen zur ,,

Sintflut

" ( 1512- 14, Windsor Castle, Royal Library ) die in ihrem

Charakter dem Trend entsprachen.

Er löste die Natur in Kraftlinien, die Materie in Atome auf. Seine letzten Zeichnungen ähneln

der schematischen Darstellung von Magnetfeldlinien in der heutigen Physik. So vermischte

sich gegen Ende seines Lebens die exakte naturwissenschaftliche Neigung zu

naturphilosophischer, mystischer Spekulation.

Das wahrscheinlich einzige ,,Selbstbildnis" ( Bild 9, 1512- 15, Turin, Biblioteca Reale)

Leonardos zeigt somit auch einen Mann, dessen Gesicht von Erfahrung gezeichnet ist und

trotz der Schärfe des Blicks pessimistische Züge trägt.


In Rom entstand Leonardos letztes Gemälde, der heiliger Johannes der Täufer ( Bild 10, um

1513- 16, Paris, Musée National du Louvre ), das von allen seinen Bildern in der Nachfolge

am häufigsten kopiert wurde.

Das lockende Lächeln des Johannes rief Verwirrung hervor. TM Die rätselhafte Verbindung

einer derart sinnlichen Gestalt mit der Person des Vorläufers des Erlösers war bis dahin

undenkbar gewesen und bedeutete für viele auch nichtorthodoxe Betrachter eine Provokation.

Kein anderes Werk hat deshalb mehr die Vorstellung von der

Homosexualität

Leonardos

evoziert ( ausgelöst ).

·



Im Winter 1516 siedelte Leonardo auf Einladung Franz` I. mit seinen Schülern Melzi und

Salai nach Frankreich über.

Er erhielt vom König einen Landsitz in Cloux bei Amboise und entwarf in Franz` Auftrag ein

Schloß für die Königin Mutter, das zwar nicht ausgeführt wurde, aber einen Einfluß auf

Schloß Chambord ausübte. Größere praktische Aufgaben hatte Leonardo, abgesehen von

Festspielausstattungen, nicht mehr zu erfüllen, so dass er sich völlig seinen privaten Studien

widmen konnte, zu denen auch geometrische Spiele (,,De ludo geometrico") gehörten.

·



Leonardo wurde in seinen letzten Lebensjahren von schweren Zweifeln an seinem

Lebenswerk und der qualvollen Vorstellungen erfaßt, nicht alles, was er sich vorgenommen

hatte, ausgeführt zu haben.

Doch auch wenn sein malerisches Können bei weitem nicht den Umfang seiner

wissenschaftlichen und technisch- handwerklichen Aufzeichnungen und Erfindungen

erreichte, waren die Impulse, die er gab, von sehr großem Ausmaß. Die völlig neuartige

Darstellungsweise der Sfumatotechnik, die psychologische Nuancierung in der Gestaltung der

Gesichter und nicht zuletzt sein Ausbruch aus traditionellen Kompositionsschemen ließen

Leonardos Bedeutung über die Renaissance hinauswachsen und übten unmittelbaren weiter

wirkenden Einfluß aus, zum Beispiel auf die Schule von Fontainebleau , Lorenzo di Credi,

Piedro di Cosimo und auch Raffael.

·


So komme ich zu dem Schluß das Leonardo Da Vinci einer der begabtesten und bekanntesten
Menschen seines Jahrhunderts und auch unserer ist und war.
Er war als Visionär, Erfinder und Künstler einer der wenigen Persönlichkeiten die man ohne
Zweifel als ,,Universalgenie" bezeichnen kann.
Er baute und zeichnete Dinge von denen niemand zu träumen gewagt hätte. Das tat er mit
einer so ausgesprochenen Präzision das ihn nicht nur seine Freunde als einen Perfektionisten
ansahen.

Trotz dem was er war und schuf, starb er als normaler aber unerfüllter Mensch im Kreis seiner

Freunde.


Er war einer der intelligentesten Persönlichkeiten überhaupt.


Kommentare

Kommentar hinzufügen

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/103178/