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Facharbeit (Schule), 2000, 10 Seiten
Autor: Anja Renger
Fach: Biographien
Details
Jahr: 2000
Seiten: 10
Note: 1+
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-01557-3
Dateigröße: 406 KB
Es steckt sehr viel Arbeit darin, Bilder und zusetzliche Informationen auch bei mir per Mail erhältlich. Ich hoffe es nützt jemandem.
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Volltext (computergeneriert)
Die Entwicklung der Menschheit ist von jeher durch hervorragende Leistungen von
Einzelpersönlichkeiten vorangetrieben worden. Jede technische, wissenschaftliche,
literarische aber auch künstlerische Erfindung beziehungsweise Entwicklung ist immer erst
das Produkt eines einzelnen Denkers.
So war es sicherlich auch in der Urgesellschaft erstmals ein Einzelner der aus einem Stein
einen Faustkeil fertigte. Dies ist eine unter vielen ,,Erfindungen" die sehr schnell
verallgemeinert wurde.
Im Laufe der Geschichte gab es immer einzelne Persönlichkeiten, die durch ihre Leistungen
aus der großen Masse herausragten. Nicht immer ernteten sie für das Geleistete auch das
wohlverdiente Lob, vereinzelt wurden sie sogar der Hexerei beschuldigt oder ihre Werke
wurde einfach verkannt.
Ich will nur einige bekannte nennen wie zum Beispiel : Christopher Columbus, Nikolaus
Kopernikus und Galileo Galilei, die sich zwar nicht kannten aber in unseren Köpfen als
Entdecker eingestuft wurden.
Auch die Namen Vincent van Gogh, Albrecht Dürer und Pablo Piccasso sind uns wohl
bekannt. Man ordnet sie der Kunst zu.
Auf dem Gebiet der Literatur sind uns natürlich einige Denker geläufig, wie unter anderem
Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Bertold Brecht, Heinrich Heine und
selbstverständlich auch William Shakespeare.
Auch das gerade zu ende gegangene 20.Jahrhundert wurde durch das Schaffen hervorragender
Persönlichkeiten geprägt. Zu diesen zählen Albert Einstein, Albert Schweizer, Manfred von
Ardenne und Madame Marie Currie.
In den zurückliegenden Jahrhunderten, gab es Menschen die man wegen ihrer Fähigkeiten auf
vielen Gebieten als Universalgenies bezeichnete.
Je weiter sich Wissenschaft, Technik, Kultur und Kunst entwickelten, um so mehr war es
notwendig sich zu spezialisieren. Dadurch waren allumfassende Kenntnisse kaum noch
möglich. Dennoch, wird bis heute die Entwicklung, durch herausragende Leistungen
Einzelner bestimmt.
Auf eine dieser entwicklungsbestimmenden Persönlichkeiten möchte ich mich speziell
beziehen.
Um das geistige Potential dieser Persönlichkeiten zu begreifen, sollte man etwas mehr über
Intelligenz im Allgemeinen erfahren. Sicherlich ist das Wort ,,Intelligenz" sehr subjektiv.
Da stellt sich die Frage; Intelligenz, was ist das ? Kann man Intelligenz messen, wie ? Wer
ist intelligent ? - und wer sagt was Intelligenz ist ?
·
Als Intelligenz bezeichnet man die allgemeine geistige Fähigkeit zu lernen, zu verstehen und
in neuen Situationen zurecht zu kommen.
Intelligenz ist mit dem Intelligenz Quotient, der kurz IQ genannt wird, messbar.
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten den IQ zu testen. Eine Möglichkeit ist eine IQ-Test
CD-ROM. Die CD-ROM Tests sind nicht sehr genau, sie haben zwar nur eine geringe
Fehlerquote. Somit bilden diese Tests höchstens einen Richtwert. Diese Computer- Tests gibt
es überall zu kaufen, sie sind einfach zu bedienen und kosten höchstens 50 DM .
Die zweite Variante ist, ein Test in einem öffentlichen Instituts. Dort sind die Ergebnisse zu
99,9% korrekt. Das liegt daran das in einem solchen Institut viel ausführlicher und genauer
geprüft wird. In öffentlichen Instituten kann, beim Feststellen einer hohen Intelligenz, der
Geist noch gefordert und gefördert werden.
Der Intelligenz Quotient (IQ) liegt in der heutigen Zeit und im mitteleuropäischen Gebiet
beim Durchschnittsbürger zwischen 85 und 115.
Ab einem Intelligenz Quotient von 130 aufwärts gilt man schon fast als Genie.
·
Albert Einstein
210
Johann Wolfgang von Goethe
205
Isaac Newton
190
F. M. Arouet Voltaire
190
Galileo Galilei
185
Leonardo DaVinci
180
Abraham Lincoln
150
Napoleon Bonaparte
145
George Washington
140
Als diese Menschen lebten, gab es diese Tests noch nicht, darum wurden anhand der
Information die man über sie hatte diese Zahlen errechnet.
Bevor man den IQ von Menschen wie z.B. Albert Einstein errechnete, ging man davon aus
das die obere Grenze des IQ bei 200 liegt. Doch durch intensive Studien stellte sich heraus
das manche Menschen in der Lage sind bzw. waren, ihre geistige Kapazität mehr als alle
anderen zu nutzen.
Nun, zu einer dieser Persönlichkeiten die einen der höchsten, je erreichten Intelligenz
Quotienten hatte.
·
Leonardo Da Vinci wurde am 15.04.1452 in Anchiano bei Vinci in der Toskana geboren und
starb 62 Jahre später, am 02.05.1519 auf Schloß Cloux (dieses Schloß heißt heute Clos-Lucé )
bei Amboise.
·
Er wurde als das uneheliche Kind von Ser Piero einem Notar und Monna Caterina einem
Bauernmädchen geboren. In der Schlosskirche Santa Croce in Vinci wurde er getauft. Da
seine Mutter fünf Jahre später einen anderen Mann heiratete, wurde er bis zu seinem 17
Lebensjahr der Obhut seines Großvaters übergeben. Sein leiblicher Vater siedelte nach
Florenz über. 1469 wählte sein Vater für ihn den Lehrmeister Andrea del Verrocchio aus. Der
als begnadeter und geistreicher Künstler an Donatellos Ruhm anzuknüpfen schien.
In dessen Werkstadt arbeitete er mit Sandro Botticelli, Pietro Perugino und Lorenz di Credi
zusammen. Da Vincis Name tauchte 1472 in der Liste der Malergilde auf.
Leonardo konnte in Verrocchios Werkstadt alle Grundlagen der Kunst erlernen. Doch nach
einigen Jahren bei ihm wurden Leonardos Leistungen besser und besser, bis er eines Tages
viel sauberer und auch weicher zeichnen konnte als sein Meister. Eines seiner ersten
Kunstwerke war ,,die Taufe Christi" ( Bild 1, 1473-75, Florenz, Galleria degli Uffizi ). Dieses
Werk entstand in Zusammenarbeit mit Verrochio. Da Vinci führte diesem Bild nur eine
kniende Engelsfigur hinzu, diese war allerdings mit so viel mehr Liebe und Weichheit
geschaffen, wie Verrocchio nie zu tun vermocht hätte.
Seit diesem Tage wollte Verrocchio nie wieder einen Pinsel in die Hand nehmen, da sein
Schüler schon in jungen Jahren, sein künstlerisches Potenzial überstieg.
1476 verließ Leonardo die Werkstadt von Verrecchio.
·
Leonardo Da Vinci war ein Italiener, vielmehr ein Florentiner. Leonardo gehört zu den
wenigen Menschen die man, mit ruhigem Gewissen, als Universalgenie bezeichnen kann.
Er war Maler, Bildhauer, Architekt, Mathematiker, Ingenieur, Schriftsteller und
Naturforscher.
Leonardo war eine der vielseitigsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Durch seinen universellen
Geist stieg er so zu einem der genialsten Künstler ( neben Michelangelo und Raffael ) der
Renaissance und der Kunstgeschichte überhaupt auf .
Er betrachtete die Natur als ein Ganzes, was in seinen künstlerischen Darstellungen zum
Ausdruck kam.
Dadurch das er Zahlreiche Wissenschaften und andere geistige Tätigkeiten verfolgte,
eröffneten sich viele neue Möglichkeiten. Als Forscher leitete er z.B. die neuzeitliche
Methodik der Naturwissenschaften ein. Als Architekt, Ingenieur und Erfinder schuf er
bedeutende Entwürfe und weit vorausschauende Pläne und als Kosmograf leistete er einen
großen Beitrag zur Entwicklung der Kartografie und der Geografie.
Diese Beschäftigungen mit den verschiedensten Wissensgebieten reiht ihn in eine
vornehmlich florentinische Tradition ein, deren repräsentative Art der ,,uomo universale" in
ihm seine reinste Ausprägung findet. Seine umfangreichen, bis auf ganz wenige Ausnahmen
in Spiegelschrift geschriebenen Manuskripte ( etwa 5000 zum großen Teil illustrierte Folio TM
eine Art Bild die in etwas hinein schaut ) zeigen seine Vielseitigkeit. Vorrangig galten
Anatomie, Botanik, Zoologie, Geologie, aber auch Physik, Mechanik, Optik und Geometrie
zu seinem Interesse.
Über die Jahre entwickelte Leonardo ein sehr starkes Interesse und große Neugier auf kleine
Details, diese charakterisierten seine Haltung. Das ,,nonfinito" ( Unvollkommenheit,
Unabgeschlossenheit ) vieler seiner Vorhaben ist die notwendige Konsequenz seiner
Anschauung, dass sich Wahrheit und Erkenntnis erst im Verlauf der Geschichte im vollen
Umfang enthüllen. Durch die Ergebnisse seiner Forschungstätigkeit findet man noch heute
eine Fülle von Vorahnungen und Vorwegnahmen moderner Erfindungen, die seiner
ungewöhnlichen Beobachtungsgabe und seiner Experimentierfreudigkeit zu verdanken sind.
Trotz seiner umfangreichen Aufzeichnungen über sein produktives tun, gab er nur wenig
Auskunft über sein Leben.
·
Der Einfluss von Verrocchio auf Leonardos Entwicklung als Maler zeigt sich z.B. in seiner
zarten Modellierungen von Gesichtern. Diese Ähnlichkeit, aber auch der Unterschied in der
Kunstauffassung von Lehrer und Schüler wurde in der ,,
Taufe Christi
" ( Bild 1) offenkundig.
Als erste wirkliche naturalistische Landschaftsdarstellung bezeichnet man die
,,
Federzeichnung des Arnotales
" (Florenz, Galeria degli Uffizi, datiert auf den 5. August
1473). Das war die erste von ihm signierte Zeichnung. Im gleichen Jahr begann Da Vinci die
Arbeit an der ,,
Verkündigung an Maria
" ( Bild 2, ebenfalls Florenz ). Es bestanden allerdings
Zweifel an der Autorenschaft, da die Behandlung der Perspektive viel zu regelmäßig war wie
im Schulbuch der Architekturdarstellung. Bei der Einordnung, sind ebenfalls Mangel an der
Mariengestalt.
Seine Auffassung von Licht und Atmosphäre in der Landschaft, sind in Da Vincis
Darstellungen unverwechselbar, sie wirken als wären sie greifbar. Ebenfalls in diese Zeit
gehört auch die ,,
Madonna mit der Nelke
" (Bild 3, um 1475, München, Alte Pinakothek) und
die ,,
kleine Verkündigung an Maria
" ( um 1476-78, Paris, Musée National du Louvre ), das
Porträt der ,,
Ginevra Benci
" ( 1478, Washington, National Gallery of Art ) und das Bildnis der
,,
Madonna Benois
" ( 1478-80, Leningrad TM St. St.-Petersburg, Eremitage ).
Das zeigt uns das seine Kunst überall verbreitet, bekannt und beliebt ist. Nicht nur in Europa
sondern überall auf der Welt ist Leonardo Da Vinci ein bekannter Name.
Am Beispiel des von den Frühwerken am besten erhaltenen Porträt der ,,
Ginevra Benci
"
zeigen sich Leonardos künstlerische Ziele vorbildlich: Die bei den flämischen Malern
beliebten aufgelegten Reflexe zur Modellierung des Gesichtes differenzierte Leonardo durch
eine feine Abstufung des Lichts unter Vermeidung starker Licht-Schatten-Kontraste. Für die
Porträtmalerei Leonardos gilt im allgemeinen, dass er zur psychologischen Nuancierung der
Personen meist die Frontansicht wählte. Ein bemerkenswerter Zug einiger seiner Bildnisse
sind die Anspielungen auf Namen oder Eigenschaften der Dargestellten. So malte er die
,,
Ginevra Benci
" vor einem Wacholderbusch, der in einem Dialekt als
ginevra
bezeichnet
wird. Am Ende seiner künstlerischen Frühphase standen ein paar Werke, in denen er zum
ersten mal einen künstlerischen Schatten einführte, den man in fast allen folgenden
Kunstwerken entdecken konnte.
Am 28. September 1481 stellten die Mönche die Zahlung ein, da Leonardo Florenz verließ,
um am Hof Ludovico il Moros in Mailand zu arbeiten. Dort hatte er sich als Erfinder
neuartiger Kriegsgeräte und als Ingenieur, befähigt für verschiedenste Aufgaben ( wie etwa
das Verlegen von Wasserleitungen ), eingeführt, wovon eine große Zahl von Zeichnungen
erhalten ist.
Am 25.April 1483 erhielt Leonardo von der Bruderschaft der ,,Unbefleckten Empfängnis"
einen Gemäldeauftrag für den Hochaltar in S. Francesco il Granden in Mailand. Von dem, für
diesen Auftrag geschaffenen Werk, die ,,
Felsengrottenmadonna
" ( Bild 4, 1483-86, Musée
National du Louvre ) existieren zwei Fassungen. Die Zweite ,,
Felsengrottenmadonna
" ( 1503-
06, London, National Gallery), Leonardo in Zusammenarbeit mit den Brüdern de Predis .
Dieses Gemälde markiert den Höhe- und gleichzeitig den Endpunkt der Phase des
florentinischen Stils Leonardos. Erste Skizzen dazu Begann er wahrscheinlich schon in
Florenz. Es war die letzte seiner Kompositionen die wie eine Pyramide aufgebaut war. Sie ist
sehr charakteristisch für die feinen Linien, die weiche Licht-Schatten-Behandlung und die
Luftperspektive, sowie die zarten, idealisierten Gesichter und die liebevoll- detailgetreue
Wiedergabe der bizarren Felsenlandschaft. Die Zusammenstellung der tragenden Personen
und der Aufbau dieser (im Bild ), haben meist einen historischen bzw. religiösen Hintergrund.
·
Bereits im Jahre 1478 hatte Leonardo mit den ersten wissenschaftlichen Aufzeichnungen
begonnen. Die Anfänge des ,,
Code Atlanticus
" (1478- 1518 ), der Sammlung in Windsor
Castle (1479- 1518 ) und des Codex Arundel fallen in diese Zeit. Zunächst handelte es sich
bei den Zeichnungen und Notizen nur um Darstellungen von Ingenieurarbeiten, Pläne für
Kriegsgeräte oder Befestigungsanlagen, also um eine Sammlung handwerklich- technischen
Wissens, das für einen damaligen Künstler unabdingbar war, wenn er sich um eine Stelle am
Hofe bemühte. Doch schon zu Beginn dieser Betätigung interessierte Leonardo die Frage
nach den Kräften in der Natur, die die Bewegung veranlassen, mehr als das fertige Werk.
Eines dieser wissenschaftlichen Zeichnungen waren die ,,Arm- und Schulterstudien eines
Mannes" ( Bild 5, Windsor Castle, Royal Library).
Das Interesse am wissenschaftlichen Studien der Natur und insbesondere der menschlichen
Anatomie stand bei Leonardo immer an erster Stelle. In seiner Malerei-werkstadt formulierte
er seine Begründungen, ,,warum es notwendig ist, den inneren Bau des Menschen zu kennen";
,,Der Maler, der die Natur der Sehnen und Muskeln kennt, weiß bei der Bewegung jedes
Gliedes, wie viele und welche der Sehnen dabei tätig sind und welche Muskeln mit seinem
Anschwellen der Grund dafür ist, dass die Sehne sich zusammenzieht."
Die Zeichnung ( Bild 5 ), demonstriert sein typisches Vorgehen. Wie zum Beispiel der Arm
des Mannes, dessen Charakterkopf Leonardo mit wenigen Kreuzschraffuren und markanten
Linien ausdrucksvoll modellierte, ist in mehreren Haltungen und Bewegungen festgehalten.
Leonardos Zeichnungen sind meist mehr als nur Vorstudien zu den Gemälden gewesen. Sie
verbinden seinen Wissensdrang mit höchster darstellerischer Qualität und sind so Kunstwerke
von Selbstständigen Rang, zumal die Untersuchungen von Funktionen und Mechanismen
natürlicher Vorträge Leonardo weit mehr bedeuteten als die Umsetzung der Erkenntnisse in
ein vollendetes Werk.
Aus der Zeit um 1490 stammt eine Reihe von ,,grotesken" Köpfen. Um lebhafte und
ausdrucksvolle Gebärden darzustellen, war Leonardo stets auf der Suche nach
ungewöhnlichen Gesichtern, die er, (den Notizblock immer bei sich führend ) sofort festhielt.
Unter anderem fehlen diese Studien in keiner Schaffensperiode Leonardos, bildet doch seiner
Ansicht nach das gesammelte Beobachtungsmaterial die notwendige Voraussetzung jedes
,,Historienbildes".
Seine ,,phantastischen" Gestalten haben gerade auch auf nordische Künstler des späten 15.
Jahrhunderts und des 16. Jahrhunderts, vorrangig in den Niederlanden etwa Hieronymus
Bosch, Dierick Bouts oder auch Matthias Grünewald, große Faszination ausgeübt.
·
Ein Höhepunkt des malerischen Schaffens, in der Einschätzung seiner Zeit wie auch aller
späteren Epochen stellte das bemühte ,,
Abendmal
" ( Bild 6, 1495- 97, Mailand, Refektorium
von S. Maria delle Grazie ein Kloster ) dar. Eine Abendmahlsdarstellung war ein für
Refektorien althergebrachtes Thema.
1497 berichteten zeitgenössische Augenzeugen wie zum Beispiel Matteo Bandello in seiner
,,Novelle" und auch Luca Pacioli in seiner ,,Divina proportione" von einem nahezu
vollendeten Werk.
Spätere Betrachter bezeichneten sein Werk als ein ,,Durcheinander von Flecken". Da
Leonardo bei diesem Bild ein sehr unorthodoxe Zusammenstellung von Farbe und Untergrund
wählte, hielt dieses Bild nicht ganz so lange wie viele Andere. Die Farbe blätterte immer
mehr ab. Die mehrmaligen Wiederherstellungsversuche haben dem Werk so sehr geschadet,
dass aus dem heutigen Zustand lediglich auf die großartige perspektivische Einordnung des
Gemäldes in den Raum und auf die differenzierte Komposition geschlossen werden kann. Seit
1981 läuft der wohl letzte Restaurierungsversuch.
·
Leonardos architektonisches Werk ist rein theoretisch geblieben und beschränkt sich auf
ingenieurtechnische Gutachten, Studien und unausgeführte Entwürfe, zum Beispiel für die
Kuppel des Mailänder Doms (um 1488, Federzeichnung, Mailand, Biblioteca Ambrosiana ).
Sein besonderes Interesse galt dem Entwerfen von Zentralbauten. Die ,,
Zentralbaustudie
"
( um 1490, Mailand, Biblioteca Ambrosiana ) ist das früheste systematisch konstruierte
Beispiel einer Verbindung von perspektivisch gezeichnetem Schnitt und Grundriß.
Ähnlich wie mit der Baukunst verhält es sich mit Leonardos bildhauerischem Werk, dessen
wichtigste Beispiele zwei in zahlreichen Skizzen vorbereitete, nicht ausgeführte
Reiterstandbilder sind das Monument für Francesco Sforza aus der ersten und das Grabmal
für Giangiacomo Trivulzio aus der zweiten Mailänder Zeit. Das ,,
Sforza- Denkmal
" ( Bild 7,
Zeichnungen für das Reiterstandbild von Francesco Sforza, 1490-94, Windsor Castle ), an
dem er seit 1483 sechzehn Jahre lang arbeitete, sollte zunächst ein sich aufbäumendes, später
ein schreitendes Pferd mit Reiter darstellen und über 7 m hoch werden. Obwohl das
lebensgroße Tonmodell von 1493 zerstört und der Bronzeguß nie ausgeführt wurde, hatte das
kühne, in seiner Monumentalität vorbildlose Werk großen Einfluß auf viele nachfolgende
Reiterdenkmäler.
·
Am 14. Dezember 1499 verließ Leonardo die Stadt zusammen mit dem Mathematiker Luca
Pacioli, dessen Werk über den TM Goldenen Schnitt ( ,,De divina proportione", 1498 ) er
illustrierte und der ihn wahrscheinlich zur Vertiefung seiner mathematischen Kenntnisse
anregte, nach der Einnahme Mailands durch die Franzosen.
Während des kurzen Aufenthalts in Mantua zeichnete er einen Karton für ein Porträt der
,,Isabella d`Este (1500, Paris, Musée National du Louvre ). Die weite Reise führt über
Venedig wieder in seine Vaterstadt Florenz, wo er am 14.April 1500 eintraf.
·
Die folgenden fünf Jahre sind die in Leonardos Schaffenszeit produktivsten. Topographische
Studien, so etwa der Plan von Imola, die zu den Vorläufern der modernen Kartographie
gehören, sowie Aufzeichnungen und Berechnungen zur Trockenlegung eines Sumpfes
dokumentieren seine Tätigkeit unter Cesare Borgia, mit dem er 1502-03 die Romagna
bereiste. Im Oktober 1503 begann Leonardo den Karton zum Wandgemälde in der Sala del
Gran Consiglio im Palazzo Vecchio. Im Auftrag der Signoria sollte er den Sieg der
Florentiner über die Mailände in der ,,
Schlacht von Anghiari
" malen.
Wie auch Michelangelos "
Schlacht von Cascina
" erhebt sich Leonardos Bild über den
Bereich eines illustrierenden Historienbildes.
Zur gleichen Zeit malte Leonardo das so völlig konträre Bild der ,,
Mona Lisa
" ( La Gioconda,
um1503- 05, Paris, Musée du Louvre). Es ist das Abbild Der Herzogin Constanza d′Avalos.
Sie war die zweite Frau des Florentiner Bürgers Giocondo.
Trotz aller exakten Wissenschaftlichkeit in der Theorie hatte Leonardo für die malerische
Praxis Regeln empfohlen, die einen allzu rigorosen Naturalismus verhindern sollten.
So sollte der Künstler, um die Kontraste von Licht und Schatten abzuschwächen, die
Lichtquelle des Ateliers mit dünner weißer Leinwand verhängen. Wie im weichen Licht der
Dämmerung, das den Umrissen der Gegenstände die Schroffheit nimmt ist auch ,,
Mona Lisa
"
dargestellt.
Zum Bild:
Hinter einer nur sparsam angedeuteten Brüstung eröffnet sich eine weite, bizarre Landschaft,
die, je entfernter sie scheint, immer unwirklicher wirkt. Die in sich geschlossene Bewegung
des Körpers der Gioconda erweckt den Eindruck einer in sich ruhenden Persönlichkeit.
Sie ist jedoch nicht als das weibliche Schönheitsideal Leonardos aufzufassen, vielmehr läßt
das eher kühle, distanzierte Lächeln in einem weichen, fast konturlosen Gesicht eben jene
Rätselhaftigkeit erkennen, durch die auch Leonardos Beziehung zu Frauen gekennzeichnet ist.
·
Am 30. Mai 1506 kehrte Leonardo auf die Bitte des Gouverneurs von Mailand, Charles
d′Amboise, vorübergehend nach Mailand zurück. Die Florentiner Signoria beurlaubte ihn
dafür drei Monate. Leonardo blieb bis zum Frühjahr 1507 in Mailand und hielt sich dort, mit
zwei längeren Unterbrechungen in Florenz ( 1507 und 1508 ), bis 1513 auf.
Seit 1507 war König Ludwig XII. von Frankreich sein Dienstherr.
!507 lernte er in Mailand den jungen Francesco Melzi kennen. Melzi war mit Leonardo bis zu
dessen Tod befreundet und kümmerte sich danach um die Zusammenstellung von Leonardos
Texten. Die Aufzeichnungen dieser Periode befassten sich neben Botanik und Geologie mit
Perspektiven.
·
So auch in der ,,Prospettiva di colore", der Abhandlung über die Farbperspektive, der bei
Leonardo auch die Luftperspektive angehört, spricht er davon, dass die Gegenstände in der
Ferne an Farbintensität verlieren und sich dem Farbton der Atmosphäre annähern: ( Zitat von
Da Vinci ) ,,Der von der Sonne beleuchtete Teil der Gegend wird der Luft- und Sonnenfarbe
teilhaftig ...". Diese schriftlich fixierten Erkenntnisse finden sich beispielhaft angewandt in
der Landschaft des um 1508- 11 geschaffenen, nicht vollendeten Bildes der ,,
heilige Anna
selbdritt
" ( Paris, Musée du Louvre ), das zu einigen Teilen wahrscheinlich unter der
Mitarbeit seiner Schüler entstand.
·
Im Lauf der Jahre hatte Leonardo sein Interesse immer stärker wissenschaftlichen Studien
zugewandt und malte, Quellen zufolge, nicht mehr gern. Statt dessen beschäftigte er sich mit
Problemen der Aerodynamik, versuchte so einen Flugapparat zu konstruieren, wobei er sich
zu sehr an einem Vogel orientierte, und er studierte Anatomie.
1510 arbeitete er mit Marcantonio della Torre, einem Professor für Anatomie, zusammen. Mit
ihm sezierte er Menschenleichen und erreichte schließlich einen hohen Grad an Kenntnissen
der Anatomie. Im Anschluß an diese Arbeit und dem Wissen das er sich dadurch aneignetete
entstand die aller erste ,,
Anatomische Zeichnung
" ( Bild 8, Windsor Castle, Royal Library ).
Sie zeigt die Sektion der Hauptorgane und des Arteriensystems der Frau. Sie wurde mit Feder
und Tusche über schwarze Kreide auf einem farbigen Grund gezeichnet.
Etwa 1512- 13 zeichnete Leonardo eine kleine Zahl von Kostümfiguren, die sich in der Royal
Library im Windsor Castle befinden. Schon am Hof Ludovico il Moros war er mit der
Gestaltung und Dekoration von Festen und Theateraufführungen betraut worden, und es gilt
als sicher, dass er damals ähnliche Kostüme für Maskenfeste entworfen hat.
·
Am 24. September 1513 verließ Leonardo mit seinen Freunden und Schülern Mailand. Nach
kurzem Aufenthalt in Florenz traf er im Dezember in Rom ein. Von Giuliano de′Medici, dem
Bruder des Papstes Leo X., erhielt er im Belvedere des Vatikans ein Atelier. Die Konkurrenz
Raffaels oder Michelangelos mit dem Leonardo angeblich zerstritten war, scheint seine
Betätigungsmöglichkeiten eingeschränkt zu haben. In dieser Zeit entstanden auch
Zeichnungen zur ,,
Sintflut
" ( 1512- 14, Windsor Castle, Royal Library ) die in ihrem
Charakter dem Trend entsprachen.
Er löste die Natur in Kraftlinien, die Materie in Atome auf. Seine letzten Zeichnungen ähneln
der schematischen Darstellung von Magnetfeldlinien in der heutigen Physik. So vermischte
sich gegen Ende seines Lebens die exakte naturwissenschaftliche Neigung zu
naturphilosophischer, mystischer Spekulation.
Das wahrscheinlich einzige ,,Selbstbildnis" ( Bild 9, 1512- 15, Turin, Biblioteca Reale)
Leonardos zeigt somit auch einen Mann, dessen Gesicht von Erfahrung gezeichnet ist und
trotz der Schärfe des Blicks pessimistische Züge trägt.
In Rom entstand Leonardos letztes Gemälde, der heiliger Johannes der Täufer ( Bild 10, um
1513- 16, Paris, Musée National du Louvre ), das von allen seinen Bildern in der Nachfolge
am häufigsten kopiert wurde.
Das lockende Lächeln des Johannes rief Verwirrung hervor. TM Die rätselhafte Verbindung
einer derart sinnlichen Gestalt mit der Person des Vorläufers des Erlösers war bis dahin
undenkbar gewesen und bedeutete für viele auch nichtorthodoxe Betrachter eine Provokation.
Kein anderes Werk hat deshalb mehr die Vorstellung von der
Homosexualität
Leonardos
evoziert ( ausgelöst ).
·
Im Winter 1516 siedelte Leonardo auf Einladung Franz` I. mit seinen Schülern Melzi und
Salai nach Frankreich über.
Er erhielt vom König einen Landsitz in Cloux bei Amboise und entwarf in Franz` Auftrag ein
Schloß für die Königin Mutter, das zwar nicht ausgeführt wurde, aber einen Einfluß auf
Schloß Chambord ausübte. Größere praktische Aufgaben hatte Leonardo, abgesehen von
Festspielausstattungen, nicht mehr zu erfüllen, so dass er sich völlig seinen privaten Studien
widmen konnte, zu denen auch geometrische Spiele (,,De ludo geometrico") gehörten.
·
Leonardo wurde in seinen letzten Lebensjahren von schweren Zweifeln an seinem
Lebenswerk und der qualvollen Vorstellungen erfaßt, nicht alles, was er sich vorgenommen
hatte, ausgeführt zu haben.
Doch auch wenn sein malerisches Können bei weitem nicht den Umfang seiner
wissenschaftlichen und technisch- handwerklichen Aufzeichnungen und Erfindungen
erreichte, waren die Impulse, die er gab, von sehr großem Ausmaß. Die völlig neuartige
Darstellungsweise der Sfumatotechnik, die psychologische Nuancierung in der Gestaltung der
Gesichter und nicht zuletzt sein Ausbruch aus traditionellen Kompositionsschemen ließen
Leonardos Bedeutung über die Renaissance hinauswachsen und übten unmittelbaren weiter
wirkenden Einfluß aus, zum Beispiel auf die Schule von Fontainebleau , Lorenzo di Credi,
Piedro di Cosimo und auch Raffael.
·
So komme ich zu dem Schluß das Leonardo Da Vinci einer der begabtesten und bekanntesten
Menschen seines Jahrhunderts und auch unserer ist und war.
Er war als Visionär, Erfinder und Künstler einer der wenigen Persönlichkeiten die man ohne
Zweifel als ,,Universalgenie" bezeichnen kann.
Er baute und zeichnete Dinge von denen niemand zu träumen gewagt hätte. Das tat er mit
einer so ausgesprochenen Präzision das ihn nicht nur seine Freunde als einen Perfektionisten
ansahen.
Trotz dem was er war und schuf, starb er als normaler aber unerfüllter Mensch im Kreis seiner
Freunde.
Er war einer der intelligentesten Persönlichkeiten überhaupt.
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