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Autor: Alexander Heintzen
Fach: Chemie
Details
Jahr: 2001
Seiten: 17
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 81 KB
ISBN (E-Book): 978-3-640-01568-9
Volltext (computergeneriert)
Autor: Alexander Heintzen
Entdeckung und Entwicklung der Acetylsalicylsäure
Inhaltsangabe
Inhalt Seite
I. Deckblatt
1
II. Inhaltsangabe
2
1. Einleitung
3
2. Schmerz
a. Was verursacht ihn?
3
b. Wie man ihn empfindet.
4
c. Was kann ich dagegen tun?
5
3. Die Entwicklung von Schmerzmittel im Laufe der
Jahrhunderte
6
4. Historischer Hintergrund für die Entdeckung der
Acetylsalicylsäure
7
5. Die über 100-jährige Entwicklung von Aspirin
9
6. Anwendungsgebiete, Vermutungen und
Nebenwirkungen der Acetylsalicylsäure
10
7. Die chemischen Komponenten der Acetylsalicylsäure und
Ihr
Aufbau
11
8. Wirkungswiesen bei den verschiedenen
Anwendungsgebieten
13
11. Quellenangabe
15
12. Anhang
a. Einige Aufgaben aus dem Presseworkshop
b. Salicylsäure
c. Lebenslauf von Dr. phil Felix Hoffmann
d. Unterrichtsreihe
- 2 -
1. Einleitung
Viele kennen es: Nach durchzechter Nacht kommt man nach Hause, legt sich
hin und schläft erst mal seinen Rausch aus. Doch einige Stunden später, am
nächsten Morgen, fangen die Kopfschmerzen an, allgemein als Kater
bekannt...
Dieses pochen, unaufhörlich und schrecklich. Man denkt, der Kopf wäre
mindestens Doppel so groß wie am Tag zuvor.
Oder man leidet an Migräne, chronischen Kopfschmerzen, oder man hat im
Moment Zahnschmerzen.
Gegen all diese Erkrankungen gibt es seit 1899 ein ,,Wundermittel".
Dieses Mittel, wurde von einem, um seinen Vater, besorgten Sohn erfunden,
der ursprünglich nur einer Krankheit damit Abhilfe schaffen wol te.
Doch heute ist es in fast aller Munde und zwar nicht nur zur Behandlung der
oben beschriebenen Symptome.
Die Rede ist von der Acetylsalicylsäure(Ass), besser bekannt als Aspirin oder
Alka-Selzer. Doch wieso brauchen wir dieses Medikament? Wie entsteht der
Schmerz? Und wer hat uns den Segen dieses Medikamentes gebracht?
Doch nicht zu vergessen sind auch die Risiken und Nebenwirkungen dieses
Arzneimittels. Obwohl dieses Allheilmittel wohl das am meisten geschluckte in
der heutigen Pharmazeutika ist, sind dafür wenige Risiken oder
Nebenwirkungen bekannt. Wie kommt das?
All diese Fragen und noch einige mehr soll die folgende Facharbeit klären.
Doch nicht nur Fragen zu Aspirin sollen möglichst genau beantwortet werden,
sondern am Anfang soll erst mal ein Allgemeinüberblick stehen, was die
Schmerzforschung herausgefunden hat und wie sich die Schmerzmittel, im
Laufe der Jahrhunderte, entwickelt haben.
- 3 -
2. Schmerz
a) Was verursacht ihn?
Wenn wir Schmerzen empfinden, ist das immer als ein Alarmsignal unseres
Körpers zu verstehen. Unser Körper versucht uns dadurch zu sagen, daß
unsere Gesundheit in Gefahr ist.
Aber `jeder Mensch reagiert anders auf Schmerzen.´(3, S. 6) Man kann sogar
Körperteile trainieren, damit sie keinen Schmerz mehr empfinden, was aber
nicht bedeuten soll, daß unsere Gesundheit nicht mehr in Gefahr ist. Bestes
Beispiel hierfür sind Leute, die über Lava laufen oder auf Nagelbretter sitzen.
Der Schmerz wird an den Empfangstellen zu einer elektrochemischen
Information umgearbeitet. Diese Information wandert durch das Rückenmark
und darüber ins Gehirn. Diese zwei Stationen des Schmerzes bilden
zusammen das Zentralnervensystem. Der Schmerz löst erst dann Reaktionen
aus, wenn er das Zentrum der Schmerzwahrnehmung erreicht hat. Dieses
Erreichen des Zentrums ist oft mit `Blutdruck- und Pulsanstieg, Schwitzen und
Pupil enerweiterung`
(4) verbunden. Schmerzen werden auf verschiedene Weisen übertragen. Dies
ist der Grund, für eine Zeitverschiebung in der Empfindung des Schmerzes. Es
gibt ´dicke, schnellleitende Nervenfasern´, die mit 15 Metern je Sekunde den
Schmerz weiterleiten. Es gibt aber auch dünne Nervenfaser. (3)
b) Wie man ihn empfindet
Ich werde hier nicht auf alle Schmerzen eingehen. Ich werde nur die am
häufigsten auftretenden Schmerzen erwähnen. Dies sind zum einen die
Kopfschmerzen, die Rückenschmerzen und die Zahnschmerzen.
Bei
Kopfschmerzen
schmerzen hauptsächlich die Nerven und Blutgefäße im
Kopf, da das Gehirn schmerzunempfindlich ist. Mit den Kopfschmerzen sind
häufig noch andere Symptone verbunden, wie z.B. Übelkeit oder Erbrechen,
sowie Licht- und / oder Lärmempfindlichkeit.
- 4 -
Da es auch viele verschiedene Arten von Kopfschmerzen gibt, werde ich auch
hier nur die am häufigsten auftretende Art behandeln. Es handelt sich dabei
um die Kopfschmerzen des Spannungstypus.
Bei diesen Kopfschmerzen schmerzt der Kopf beidseitig, drückend, ziehend
und dumpf. Die Dauer dieser Kopfschmerzen kann zwischen 30 Minuten und 7
Tagen dauern. Diese Art von Kopfschmerzen kann anfallsweise oder täglich
auftreten. Häufige Begleiterscheinungen sind Erbrechen oder starke Übelkeit,
aber der Erkrankte leidet eventuell unter Licht- oder Lärmempfindlichkeit. Bei
diesen Kopfschmerzen werden die üblichen Aktivitäten nicht nachhaltig
behindert. Auch verstärken sich diese Kopfschmerzen nicht bei körperlicher
Aktivität, wie es bei vielen anderen Kopfschmerzen der Fall ist.
Die
Rückenschmerzen
entstehen meistens dadurch, daß Teile eines
komplizierten Halte- und Bewegungsapparates zu sehr beansprucht werden.
Dadurch bilden sich Verschleißerscheinungen die schmerzhaft sind. Beispiel
sind die Bandscheiben, die durch zu langes Sitzen und Stehen verschleißen.
Häufige Ursachen für Rückenschmerzen sind Erkrankungen von Organen in
der Bauch und Rückengegend.
Die
Zahnschmerzen
sind wie alle anderen Schmerzen auch
in verschiedenen
Arten vorhanden. Der Schmerz kann hier z.B. als dumpfer und tiefer, aber nur
schwer lokalisierbarer Schmerz empfinden werden. Aber er tritt auch heller,
genauer und lokalisierbarer auf.
Die ,,Blitze" am Zahn, die durch heiße, oder zu kalte Speisen verursacht
werden, kennt wohl auch jeder. (3)
c) Was kann ich dagegen tun?
Es gibt Möglichkeiten, denn Schmerz auch ohne Tabletten zu lindern, oder
sogar zu stil en. Durch viele gleichzeitige Reize (Druck, Vibration, Hitze, und
Kälte) kann ein Schmerz gedämpft werden. Ein bekanntes Beispiel ist das
behandeln von Verbrennungen. Kühlt man die verbrannte Stelle mit kaltem
- 5 -
Wasser, lässt der Schmerz nach. Dies funktioniert, da der Weg des Schmerzes
im Rückenmark durch den Kältereiz blockiert wird.
Des weiteren sind regelmäßiger Sport, sowie Spaziergänge an der frischen
Luft vorbeugend für leichte bis mittelstarke Schmerzen.
Aber nun zu der medikamentösen Behandlung von Schmerzen. Die
Schmerzmittel basieren alle auf dem gleichen Grundgedanken.
Da der Schmerz von Nervenzelle zu Nervenzelle transportiert wird, gibt es dort
viele Möglichkeiten, den Schmerz chemisch zu ändern, oder zu stoppen.
Diesen Vorteil machen sich die Schmerzmittel zu Eigen und greifen an diesen
Stellen ein. (3)
3. Die Entwicklung von Schmerzmittel im Laufe der
Jahrhunderte
Schon in den
frühen Epochen der Steinzeit
waren Schmerzmittel
bekannt. Zwar nicht in Form eines Saftes, aber die Priester und
Medizinmänner heilten Menschen durch Suggestion und Hypnose. Des
weiteren benutzten viele auch den Fetisch. ´Dem aus Stein oder Tierhaut
bestehendem Gegenstand wurden übernatürliche Zauberkräfte
zugeschrieben, die vom Besitzer gesteuert werden konnten. ´(10) Diese
Gegenstände wurden genau so genutzt, wie magische Bilder und
Buchstaben, um Unheil und Krankheit abzuwehren.
Um
700 v. Chr
. Galt die Krankheit als Folge einer Beleidigung der Götter.
Man suchte daher, nach einem Mittel, um Buße zu tun. Es wurden
Tontafeln gefunden, die vermutlich aus dieser Zeit stammen. Dort wird
geraten, Lackmuswurzel, in einem Leinensäckchen auf den schmerzenden
Zahn zu legen. Um diese Zeit waren schon viele Naturheilmittel bekannt,
wie diese Tontafeln beweisen. Z.B. fanden Alraunewurzeln, Mohnkapseln
sowie Senfkörner in dieser Zeit ihre Anwendung.
Hier taucht auch das erste Mal das Weidenblatt als Schmerzlinderer auf.
In den
frühen Hochkulturen
war immer die Magie in die
Schmerzbehandlung eingebettet. Auch fanden pflanzliche und tierische
Heilmittel ihre Anwendung in der Schmerzbekämpfung. In den ägyptischen
Gärten, die aus ca. 500 Bäumen bestanden, gehörte die Weide zum festen
- 6 -
Bestandteil. Und dies nicht nur wegen ihres Aussehens, da ihre Blätter und
ihre Rinde als Heilmittel für Wunden und Schmerzen galt.
Im
8. Jahrhundert v. Chr.
war die Schmerzbehandlung immer noch stark
von der Mystik beeinflusst. Doch schon bei Kriegern wurden vermutlich
feste Substanzen auf die offene Wunde gestreut. Man erforschte jetzt die
Mechanismen des Organismus, um eine effektivere Schmerzbehandlung zu
gewährleisten. Zu dieser Zeit schrieb auch Hippokrates seine Werke, und
ließ in diesen auch die Weidenrinde, -Vorläufer der Salicyl- und
Acetylsalicylsäure -, einfließen. Vier Jahrhunderte später war nicht nur die
Verbindung zwischen Nerven und dem Gehirn bekannt, sondern es gab
schon Gelehrte, die zwischen sensorischen und motorischen Nerven
unterschieden.
Im
3. Jahrhundert v. Chr.
schrieb Dioskurides ein Buch über alle
Heilpflanzen, die bis dahin bekannt waren. Unter anderem ist in diesem
Buch auch die weiße Weide zu finden.
´
Bis zur Eroberung von Byzanz durch die Türken
entwickelten die Ärzte
zwar keine neuen Theorien in der Medizin, sie brachten die Heilkunde
jedoch auf ein Niveau, das durch die Verknüpfung des griechischen
Wissens mit den eigenen Erfahrungen und Entdeckungen gekennzeichnet
war. ´(10)
Um die Zeit 865-1013 n.Chr.
hatte man in Arabien schon an breites
Spektrum von Heilmitteln angesammelt. Nun wird auch erstmals über
Zahnoperationen berichtet. Jedoch Hauptverdienst der Araber in bezug auf
heute war, das Wissen der Griechen zu bewahren und weiterzuentwickeln.
Im
Mittelalter
war die schmerzlindernde Wirkung der Weide bei den Ärzten
in Vergessenheit geraten. Man wich zu dieser Zeit auf andere Pflanzen aus
und
ging dann mit Opium in die
Neuzeit
über. Opium wurde, durch seine
Beliebtheit, schon bei kleineren Beschwerden verabreicht.
Erst im
18. Jahrhundert
wurde die Heilung mit Hilfe der Weidenrinde
wieder entdeckt. In dieser Zeit, versuchte Pfarrer Edward Stone seine
Patienten mit dem Extrakt der Weidenrinde von Fieber zu befreien. Er
schaffte es bei 50 Patienten.
Doch erlangte das Heilmittel nicht den ihm gebührenden Respekt. Erst
lange Zeit später, als Napoleon die Kontinentalsperre verhängte, erinnerte
- 7 -
man sich der Ergebnisse dieser Studie, da man nun Heilmittel aus dem
eigenen Lande suchen musste.
Man griff also auf die Weidenrinde zurück. Die Chemiker versuchten die
Substanzen reiner zu bekommen und verträglicher zu machen. Es gelang
einem jungen Chemiker am 10. August 1897 die Acetylsalicylsäure
herzustellen, nachdem man die Salicylsäure entdeckt und ihre Struktur
analysiert hatte. (10)
4. Historischer Hintergrund für die Entdeckung der
Acetylsalicylsäure
All dies gehört auch zur Geschichte der Acetylsalicylsäure. Doch deren
eigentliche Geschichte soll im Folgendem noch näher beschrieben werden.
Diese beginnt mit der Entdeckung der Salicylsäure.
Der natürliche Ursprung der Salicylsäure liegt in der Weidenrinde. Aus der
Weidenrinde kann die Salicylsäure gewonnen werden. Auch früher war
dieser Saft, damals noch aus der Rinde gepresst, als Heilmittel bekannt.
´1828 gewann der Münchener Pharmazieprofessor Johann Andreas
Buchner (1783-1852) erstmals aus einem gereinigten Rindenextrakt eine
winzige gelbliche Masse, das Salicin. Ein Jahr später gelang es dem
französischen Apotheker Leroux, das Extraktionsverfahren zu verbessern
und Salicin in Kristallform umzusetzen. Schließlich konnte der italienische
Chemiker Raffaelle Piria (1814-1865) die Glykosidatur des Salicin 1838
nachweisen und den durch Spaltung erhaltenen aromatischen Teil in
Salicylsäure überführen.` (9)
1853 wurde zwar das erste Mal die Acetylsalicylsäure von Charles Frédéric
Gerhardt hergestellt, aber diese war nicht chemisch rein und deshalb auch
nicht haltbar. `Die Verbindung fand keine weitere Beachtung und geriet in
Vergessenheit.`(9)
- 8 -
Dem Marburger Professor Hermann Kolbe gelang es, die Struktur der
Salicylsäure aufzuklären, und 1859 ihre Synthese zu erarbeiten. Die
Substanz jedoch konnte erst 15 Jahre später - `nach technologischer
Aufarbeitung des synthetischen Verfahrens durch Friedrich von Heyden`(9)
durch die industriel e Produktion ab Mitte der 1870er zu einem Zehntel
des Preises gewonnen werden. Die Salicylsäure wurde von da an in
verschiedenen Klinken zur Heilung eingesetzt. Doch durch ihren
Geschmack und ihrer Eigenschaft, die Magenschleimhäute bis hin zum
Erbrechen zu reizen, war sie nicht gerade beliebt.
Ein junger Mann, Namens Felix Hofmann, suchte nach einem Weg, seinem
rheumakrankem Vater die Einnahme von Salicylsäure zu erleichtern. Sein
Vater vertrug die Einnahme von Salicycaten nicht. Felix Hoffmann
versuchte die Substanz mit Hilfe der Essigsäure, diese zwei Substanzen
wol te er verbinden, zu veredeln und erträglicher zu machen. Dabei erzielte
er den Durchbruch am 10. August 1897 im pharmakologischen Labor der
Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. Dies bestätigt dessen
Laborjournal. Die Verbindung weist keinerlei Eisenchloridreaktion auf, wie
es die vorherigen Substanzen taten. Damit hatte er die Acetylsalicylsäure in
reiner und haltbarer Form hergestellt. Doch der Anfang von Aspirin, ist noch
ein ganz anderer Neustart. Der Leiter der Abteilung testete das Präparat an
sich selbst, und in tierexperimentellen Untersuchungen. Man sagt, diese
tierexperimentellen Untersuchungen waren die ersten, die überhaupt in
einem industrieeigenen Laboratorium durchgeführt wurden. Auch an
befreundete Ärzte wurde das Präparat weitergegeben. Der Arzt Kurt
Witthauer, Oberarzt der Inneren Abteilung am Diakonissenhaus in
Hal e/Saale, urteilt so über die Substanz:
>> Durch meine günstigen Erfahrungen hat sich die Fabrik nach langem
Zögern bereitfinden lassen, das Aspirin nunmehr in den Handel zu bringen,
und ich will nur hoffen, dass die schwierige Herstellungsweise nicht einen
allzu hohen Preis bedingt, damit dieses, wie ich glaube, wertvol e Mittel
allgemein in Gebrauch genommen werden kann.<< (14)
Am 6. März 1899 wurde das Aspirin in die Warenzeichenrolle des
Kaiserlichen Patentamts in Berlin eingetragen. Aspirin war damit das erste
Medikament, das als Tablette zur Verfügung stand. (9, 12, 14)
- 9 -
5. Die über 100 jährige Entwicklung von Aspirin
Das Ursprünglich als Pulver auf den Markt gebrachte Präparat, wurde
schon ein Jahr nach seiner Markteinführung mit Stärke vermischt, zu einer
Tablette gepresst. Dies ermöglichte eine genaue Dosierung des
Wirkstoffes.
1971 konnte der Pharmakologe John Vane die Wirkungsweisen der
Acetylsalicylsäure zum Teil erläutern und hat diese geprüft und bestätigt.
Etwa zeitgleich mit dieser Erklärung, bestätigten Bryan Smith und Jim
Willis, das die Acetylsalicylsäure das verklumpen von Blutkörperchen
verhindert. Die Säure wird somit zum neuen Heilmittel bei Herzinfarkten und
Gehirninfarkten. Seit dieser Bestätigung, werden immer wieder neue
Studien angesetzt. Eine Großstudie in Amerika musste abgebrochen
werden, da es zu risikoreich war, der Kontrol gruppe, die nur ein
Placebopräparat bekam, weiterhin die helfende, und vielleicht
lebensrettende Wirkung der Aspirin vorzuenthalten.
Der FDA (= Food and Drug Administration) gab am 9. Oktober 1985
bekannt, daß eine Aspirin am Tag, das Herzinfarktrisiko um ein Fünftel
senkte. Vor der Entdeckung des Insulins, wurde Aspirin auch zur
Behandlung von Diabetes genutzt.
Und so wurden im Laufe der Jahre immer mehr Anwendungsgebiete der
Ass (Abk. für Acetylsalicylsäure) gefunden. Man braucht heute nur in die
Packungsbeilage zu sehen, und man findet ein sehr breites Spektrum der
Anwendungsgebiete.
Eine weiter Frage, in der Anwendung von Ass, ist, ob es gegen Krebs hilft.
Eine Vielzahl von Studien zeigt dies, jedoch ist hierfür noch keine Erklärung
vorhanden. Mal sehen was das 21. Jahrhundert birgt. (4, 7, 8, 9, 10, 11, 13,
18, 25, 26, 35)
6. Anwendungsgebiete, Vermutungen und
Nebenwirkungen der Acetylsalicylsäure
- 10 -
Die Anwendungsgebiete der Aspirin sind seit ihrer Markteinführung ständig
gewachsen, und wohl auch noch nicht vol ausgeschöpft.
Die Ass wurde entdeckt, als ein Schmerzmittel, das heißt sie wurde
eingesetzt bei den unter ,, Schmerzen" beschrieben Symptomen.
Kopfschmerzen und Zahnschmerzen wurden genau so wie rheumatische
Beschwerden von Anfang an mit der Acetylsalicylsäure behandelt.
Im Laufe der Jahre erfreute sich Aspirin einer hohen Beliebtheit, und wurde
in zahlreichen Studien untersucht.
Aspirin ist heute das meißt untersuchteste Medikament.
Diese Untersuchungen ergaben immer wieder neue Anwendungsgebiete
für die Acetylsalicylsäure.
Die Erforschung der Ass als Präparat bei Herzinfarkt wurde schnell
bekannt. Durch ihre Fähigkeit die Blutgerinnung zu hemmen mindert sie bei
täglicher Einnahme das Risiko eines ersten Herzinfarktes um 25% und das
eines Folgendem um ein Fünftel. Genauso wurde auch ihre Wirkung bei
einem Gehirninfarkt bestätigt.
Neuste Studien ergeben, das Aspirin auch bei häufigen Arten des Krebses
hilft.
Weitere Anwendungsgebiete sind: Entzündungen, Fieber, Erkältungen,
Gelenkschmerzen und die Lungenreifung bei Neugeborenen.
Die Wirkung auf den Krebs ist zwar noch nicht hinreichend bestätigt, sie
wird aber vermutet und ist in der weiteren Untersuchung. Auch vermuten
Professoren, daß Aspirin eines Tages bei Aids helfen kann.
Nebenwirkungen, die bekannt sind, sind: Magen-Darm-Beschwerden,
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Leber- und Nierenfunktionsstörungen,
Verminderung der Blutzuckerwerte, schwere Hautausschläge und
Gichtanfall. Bei längerer oder chronischer Einnahme sind die folgenden
Nebenwirkungen bekannt: Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen,
Ohrensausen, Sehstörungen sowie Schläfrigkeit
Also, man sieht schon, daß man vor der längeren Einnahme von Aspirin
unbedingt einen Arzt konsultieren sollte. (2, 5, 7, 8, 12, 15, 16, 18, 23, 25,
27, 29, 30, 34, 35)
- 11 -
9. Die chemischen Komponenten der
Acetylsalicylsäure und Ihr Aufbau
Die Acetylsalicylsäure besteht aus zwei Komponenten. Der Salicylsäure und
der Essigsäure.
Die Salicylsäure besteht, wie unten beschrieben, aus einem Benzolring, mit
einer Carboxilgruppe, bestehend aus CO2H. Des weiteren schließt sich an den
Benzolring eine Hydroxilgruppe, bestehend aus OH an.
Salicylsäure
Die Essigsäure besteht aus einem C-Atom im Mittelpunkt. Dieses C-Atom hat
erstens eine Doppelbindung zu einem O-Atom, zweitens eine Bindung zu
einem OH, und drittens eine Bindung mit einer CH3 Gruppe.
Essigsäure
Die Essigsäure Spaltet die Hydroxilgruppe der Salicylsäure ab. Wobei sie an
diese an H-Atom anhängt und so der Stoff H2O entstehet. An die Stelle der
Hydroxilgruppe setzt sich nun ein O, der vorher bestehenden HOOC-CH3-
Bindung, fest. Daraus resultiert die O-CO-CH3-Bindung am Benzolring der
Acetylsalicylsäure. Diese Reaktion nennt man auch Kondensation oder
Veresterung. Andersrum, wenn man das verlorengegangene Wasser wieder
zur Acetylsalicylsäure hinzugibt, entstehen die beiden Ausgangstoffe. Diese
Reaktion nennt man Hydrolyse, oder Verseifung.
`Verseifung und Veresterung sind reversible Reaktionen: R-COOR + H2O ßà
R-COOH + R-OH.`(37; S. 9)
- 12 -
Acetylsalicylsäure
Hier noch einmal die Veranschaulichung der Reaktion:
Die Reaktion zwischen Salicylsäure und Essigsäure zur Salicylsäure. (24, 28,
27, 36, 37)
Und zum Schluss noch ein Infrarot Spektrum der Acetylsalicylsäure mit
Interpretation(24):
- 13 -
10. Wirkungswiesen bei den verschiedenen
Anwendungsgebieten
Bis heute sind noch nicht alle Wirkungsweisen überprüft. Die zwei, die
überprüft und durch die Firma Bayer bestätigt sind, möchte ich hier
erklären.
Zuerst beschreibe ich die Wirkung bei Schmerzen.
Diese Erklärung, lieferte 1971 der britische Pharmakologe John Vane, der
daraufhin den Nobelpreis gewann, und inzwischen geadelt ist.
Seine Erklärung geht zurück auf die Prostaglandine-Freisetzung. Diese wird
gestartet, wenn eine Gewebeverletzung vorhanden ist. Außerdem sind
diese Prostaglandine die Informationsträger unseres Schmerzes. Diese
Prostaglandine entstehen, aus der ´enzymatischen Umwandlung aus
Arachidonsäure.`(16)
Diese Säure ist ein Bestandteil unserer Zellmembran. Zwei speziel e
Prostaglandine, E und I , sind Endzündungszeichen. Die Synthese der
Arachidonsäure wird durch die Einnahme von Aspirin, oder ähnlichen
Präparaten verhindert. Ass hemmt in dieser Säure das Enzym
Clyclooxigenase(COX).In der Folge kann sich die Prostaglandine nicht
bilden, und die Schmerzinformation gelangt somit nicht ins
Schmerzzentrum.
Diese Erklärung liefert aber auch eine Antwort zu einer Nebenwirkung, der
Magenschleimhautreizung. Die Magenschleimhaut braucht die
Prostaglandine, um sich zu regenerieren und um in Aktivität zu bleiben.
Bleit die Aktivität oder Regeneration aus, wird die Magenschleimhaut
innerhalb von kurzer Zeit gereizt.
Diese Erklärung hat aber auch Grenzen. Z.B. erklärt sie nicht das
Anwendungsgebiet bei Krebs, oder Herz- bzw. Gehirninfarkt, da diese nicht
mit der schmerzlindernden Wirkung von Ass zu erklären sind, sondern mit
der blutgerinnungssenkenden Wirkung zu tun haben.
- 14 -
Doch im Laufe der Zeit hat man rausgefunden, das es zwei verschiedene
Arten dieses Enzyms COX gibt. COX1 wird bei der oben beschriebenen
Reaktion gehemmt und es bilden sich so keine Prostaglandine. Doch ist
COX1 nur für die Schmerzen zuständig. COX2 wird nur bei Entzündungen
gebildet. So geht die entzündungssenkende Wirkung der Ass auf die
Hemmung dieses Enzyms zurück.
Wobei die blutgerinnungshemmende Wirkung von Ass wieder auf die
Hemmung von COX1 zurückzuführen ist. Wird dieses Enzym in
Trombozyten gehemmt, können du Blutplättchen kein Thromboxan mehr
herstellen, das diese aber brauchen, um die Aggregation durchzuführen.
Dies führt zu einer unreparablen Schädigung der Blutkörperchen, was
bedeutet, das die Blutaggregation für die nächsten acht Tage gehemmt ist.
Welchen der Effekte man erwirkt, hängt völlig von der verabreichten Dosis
ab. Möchte man nur die Blutgerinnung hemmen, braucht man nur 125mg
Ass. Möchte man allerdings seine Schmerzen stil en sind 500mg
einzunehmen, welches aber auch denn ersten Effekt hervorruft.(14, 30, 34,
6)
- 15 -
Quellenangabe
1.
Aspirin Presseworkshop 1997: ,,Vom Wirkstoff zum Arzneimittel Aspirin";
2.
Bayer Vital GmbH & Co. KG: Gebrauchsinformation von Aspirin Plus C
3.
Bayer Vital GmbH & Co. KG: Schmerz
4.
Christine Vetter: Vom Schmerzmittel zum Pharmakon des Jahrhunderts
5.
Dieter Dietrich: Tolle Pille (aus: Kölner Stadtanzeiger 05./06.08.95)
6.
Dr. Erwin Lausch: Das ASS unter den Pillen (aus: Geo)
7.
Dr. med. Frédéric G. Belser: Aspirin Eine unendliche Geschichte
8.
Dr. med. Samuel Stutz: TopFit (aus: Schweizer Illustrierte)
9.
Dr. Rosemarie Alstaedter: 100 Jahre Acetylsalicylsäure
10. Dr. Rosemarie Alstaedter; Dipl.-Biologe Jochen Gotthold: Schmerz zwischen
Steinzeit & Moderne
11. F. von Bruchhausen, G. Dannhardt, S. Ebel, A.W. Frahm, E, Hackenthal,
F.Kohl: Ein ,,Jahrhundertpharmakon" wird Hundert; (aus: Der Schmerz 1999)
12. Frank Ochmann: Unser täglich Aspirin - ein Lebens Mittel (aus: Stern
49/95)
13. Franz Kohl: 100 Jahre Acetylsalicylsäure: ein Sieg der pharmazeutischen
14. FREIZEIT: Frankfurter Neue Presse
15. Gerald Weissmann: Aspirin: alte und neue Erkenntnisse (aus: Spektrum der
Wissenschaft)
16. Heinz Lieleman, Klaus Mohl, Albrecht Ziegler: Taschenatlas der
Pharmakologie
17. Holm- Dietmar Schwarz: Zum 50. Todestag von Felix Hoffmann (aus: DAZ
Nr.6)
18. Ingrid Stieglmeier: Seit fast hundert Jahren bewährt (aus: PTA heute Nr. 10)
19. Internet:
http://educeth.ethz.ch/chemie/labor/aspirin
- 16 -
20. Internet:
http://www.chemieunterricht.de/dc2/haus/v156.htm
21. Internet:
http://www.ph-heidelberg.de/wp/schallie/minilab/aspirin.htm
Journal
22. Jürgen Reiss: Alltagschemie im Unterricht
23. Katharina von Menges: Bayermagazin Ausgabe 1/1995
24. Klaus Florey: ,,Analytical Profiles of Drug Substances Vol8"
25. Michael Castleman: Nicht nur gegen Kopfschmerzen: ASS (aus: Das Beste)
P. Surmann, H.U. Wolf, G. Wurm: Hagers Handbuch
26. Pharmazeutische Rundschau 2/1997: Pharmaklassiker oder fast
Jahrhundert-Arzneimittel
27. Prof. Dr. K. Hartke: DAB 9 & 10 Kommentar
28. PTA heute Nr. 5 Mai 1999:Salicylsäure
R. Hänsel, U. Holzgrabe, K. Keller, E. Nürnberg, H. Rimpler, G. Schneider,
29. Reiner Flöhl: Das Aspirin ein Molekül mit vielen Wirkungen (aus:
Frankfurter Allgemeinen Zeitung 12.11.97)
30. Rote Liste 1999
31. T. Küttler ; Jungjohann Verlagsgesellschaft: Speziel e Pharmakologie
32. Ullmanns Enzyklopädie der techn. Chemie
33. Verfasser unbekannt: Brennpunkt: Aspirin (aus Focus 5/1996)
34. Verfasser unbekannt: Interview Sir John Vane
35. Verlag Rommerskirchen GmbH & Co KG: Themen: Gestern Heute Morgen...
36. Internet: http://dc2.uni -bielefeld.de/dc2/haus/v156.htm
37. Internet:
http://www.nagel.to/ass
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