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Psychose: Fallbeispiel und Bericht zur praktischen Ausbildung in der Ergotherapie

Autor: Ida Krämer
Fach: Medizin

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Details

Kategorie: Wissenschaftlicher Aufsatz
Jahr: 1995
Seiten: 25
Note: 1
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 124 KB
Archivnummer: V10405
ISBN (E-Book): 978-3-638-16838-0
ISBN (Buch): 978-3-638-75735-5

Zusammenfassung / Abstract

Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine ausführliche Beschreibung des Krankheitsbildes "Schizophrenie", mit Ursachen, Entstehung, Symptome, Formen und Therapiemöglichkeiten - anhand eines authentischen Fallbeispiels aus der Akutpsychiatrie, mit ergotherapeutischer Befunderhebung, Therapieplanung, und -beschreibung, sowie Sichtstundenplanung. Es beschreibt aber auch den Weg eines Menschen, der aus dem Sumpf der Isolation und des Nicht-Wissens zu sich findet, beschreibt die Entdeckung, dass es ihn gibt, dass er ein eigenständiger Mensch ist. Dass er Entscheidungen treffen kann, und dass er Dinge bewegen kann. Zur Autorin: Ida Krämer ist Ergotherapeutin, Kranken- und Kinderkrankenschwester und arbeitet seit 1998 als Gruppenleiterin in einer Werkstatt für psychisch kranke Menschen und ist in der praktischen Ausbildung von Ergotherapie - Schülern tätig. Seit 2006 leitet sie die Kreativwerkstatt der BruderhausDiakonie in Reutlingen.

Textauszug (computergeneriert)

Bericht zur praktischen Ausbildung
im Rahmen der Ausbildung zum
Beschäftigungs- und Arbeitstherapeuten

Psychiatrie: Psychose
Entscheidungen bestimmen unser Leben
oder
Die Geschichte einer Entwicklung

Ida Krämer

 

Suchwörter:

affektiv, Befund, Behandlung, behindert, Behinderung, Bericht, Beschäftigungstherapie, Diagnose, endogen, Ergotherapie, geschlossene Unterbringung, Katatonie, Krankheitsbild, Pfropfpsychose, Praktikumsbericht, Psychiatrie, psychisch krank, Psychose, Sichtstunde, Schizophrenie, Symptome, Therapie, Vormundschaft

Kurzbeschreibung:

Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine ausführliche Beschreibung des Krankheitsbildes "Schizophrenie", mit Ursachen, Entstehung, Symptome, Formen und Therapiemöglichkeiten - anhand eines authentischen Fallbeispiels aus der Akutpsychiatrie, mit ergotherapeutischer Befunderhebung, Therapieplanung, und -beschreibung, sowie Sichtstundenplanung.

Es beschreibt aber auch den Weg eines Menschen, der aus dem Sumpf der Isolation und des Nicht-Wissens zu sich findet, beschreibt die Entdeckung, dass es ihn gibt, dass er ein eigenständiger Mensch ist. Dass er Entscheidungen treffen kann, dass er Dinge bewegen kann. 

Zur Autorin:

Ida Krämer, Ergotherapeutin, Kranken- und Kinderkrankenschwester. Ich arbeite seit 1996 als Gruppenleiterin in einer Werkstatt für psychisch Kranke und bin in der praktischen Ausbildung von Ergotherapie - Schülern tätig.

 

Gliederung

1. Allgemeine Beschreibung des Krankheitsbildes

1.1 Kurze Erklärung
1.2 Ursachen
1.3 Erscheinungsbild
1.4 Eventuelle Folgeerscheinungen
1.5 Allgemeine therapeutische Intervention

2. Beschäftigungstherapeutische Behandlungsmöglichkeiten

3. Allgemeine Daten des Patienten

3.1 Diagnose
3.2 Soziale Anamnese einschließlich - Gesamtsituation (sozial und beruflich) zwischen den Krankheitsphasen
3.3 Medizinische Anamnese einschließlich - Verläufe ausgebrochenen Krisen/Episoden - Umstände der jetzigen Aufnahme und aktuelle Problematik

4. Ergotherapeutischer Befund und Problemstellung

4.1.1 Erster Kontakt
4.1.2 Äußeres Erscheinungsbild
4.1.3 Psychomotorik (Ausdrucksverhalten)
4.1.4 Emotionaler Bereich (Affekte)
4.1.5 Kognitiver Bereich
4.1.6 Sozioemotionaler Bereich (Interaktion)
4.1.7 Lebenspraktischer und Freizeit-Bereich
4.2 Ergotherapeutische Problemstellung
4.2.1 Bisherige ergotherapeutische Behandlungen
4.2.2 Zusammenfassung des erhobenen Befundes (Benennen der Fähigkeiten und Defizite)
4.2.3 Bewertung und Reflexion des Befundes

5. Zielsetzung und therapeutischer Weg

5.1.1 Fernziele (Behandlungsziele) und Begründung
5.1.2 Nahziele und Begründung
5.1.3 Mittelfristige Ziele und Begründung
5.2 Aufzeichnung des Therapeutischen Weges
5.3 Behandlungsverlauf mit Bewertung
5.4 Vorschläge für weiteres therapeutisches Vorgehen

6. Sichtstundenplanung

6.1 Zielsetzung mit Begründung
6.2 Durchführung mit Begründung
6.2.1 Verfahren
6.2.2 Grundhaltung
6.2.3 Sozialform
6.2.4 Medien
6.2.5 Arbeitsplatzgestaltung
6.3 Geplanter Verlauf der Sichtstunde mit Zeiteinteilung

7. Literaturverzeichnis

 

1. Allgemeine Beschreibung des Krankheitsbildes

1.1 Kurze zusammenfassende Beschreibung - geistige Behinderung

Da bei Herrn M. als Vorerkrankung eine geistige Behinderung vorliegt, werde ich kurz auch dieses beschreiben. Geistige Behinderung ist die allgemeine Bezeichnung für alle von früher Kindheit an bestehenden, gewöhnlich auf organischer Hirnkrankheit beruhenden intellektuell-seelischen Mängel, welche die Erreichung normaler Lebensziele beeinträchtigen.

(Wörterbuch der Psychiatrie und medizinische Psychologie, 3. Auflage, Seite 67)

Unterdurchschnittliche intellektuelle Fähigkeiten, die seit der Geburt oder frühe Kindheit bestehen, sich in einer anomalen Entwicklung ausdrücken und mit Schwierigkeiten beim Lernen und der sozialen Anpassung verbunden sind.

(MSD Manual, 4. Auflage, Seite 1668)

Ursachen :


- Pränatal:
genetische Anomalien
Chromosomenanomalien
genetisch bedingte Stoffwechselstörungen
angeborene Infektionen
Medikamenteneinnahme in der Schwangerschaft u.s.w.

- Perinatal:
Frühgeburt, ZNS- Blutungen
Geburtsverletzungen (hohe Zange, Steißlage)
Mehrlingsgeburten, Plazenta Praevia
Asphyxia neonatorum (O2- Mangel)

- Postnatal:
Enzephalitis, Meningitis
Vergiftungen mit z.B. Blei oder Quecksilber
Unfälle mit schweren Kopfverletzungen oder Asphyxie
Mangelernährung (auch Pränatale M. der Mutter) in Verbindung mit
Deprivation (fehlende körperliche, emotionale und kognitive
Unterstützung, die für die Entwicklung und die soziale
Anpassung erforderlich ist) dürfte weltweit die
häufigste Ursache geistiger Behinderungen sein.

Die Erkrankung kann verschiedene Schweregrade haben, je nach Art und Stärke der Schädigung. Es kann vom leichten Grenzfall bis zur schwersten Behinderung reichen. Ebenso unterschiedlich ist das Erscheinungsbild. Je nach Schweregrad kommt es zu unterschiedlich stark ausgeprägtem Entwicklungsrückstand in motorischen, sensorischen, kognitiven, emotionalen und sozialen Bereichen.

Ebenso wie bei Menschen mit normaler Intelligenz kann eine Geisteskrankheit jeden Schweregrades auch bei geistig behinderten Personen auftreten. Dies kann die Ursache einer plötzlichen Verhaltensänderung sein. Ein Sprachdefizit erschwert das Erkennen von Denkstörungen und Wahnvorstellungen, doch lässt die Tatsache, dass sich Halluzinationen relativ plötzlich entwickeln, an eine Schizophrenie denken. (MSD Manual, Seite 1669 ff)

1.1 Kurze Erklärung - Psychose

Psychose - sog. Seelenkrankheit, synonym für psychotische Störung (DSM III), * allgemeine Bezeichnung für psychische Störung mit strukturellem Wandel des Erlebens.

* Diagnostisches und Statistisches Manual psychischer Störungen - DSM III - der Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft

Einteilung:


1. Exogene Psychose = symptomatische, organische, körperlich begründbare Psychose. z.B. bei Hirntumoren, Intoxikationen, Infektionen, zerebrovaskulärer Insuffizienz, Hirnatrophie

2. Endogene Psychose = Psychose, die ohne erkennbare organische Ursache auftritt. Vorkommen z. B. als schizophrene Psychosen (=Schizophrenie) affektive Psychosen (vgl. endogene Depressionen) und einige Randpsychosen.

3. Experimentelle Psychose (=Modellpsychose). Psychose, die durch Psychotomimetika (Meskalin) hervorgerufen werden kann und in der Regel reversibel ist. (Pschyrembel, klinisches Wörterbuch, 256 Auflage. Seite 1387)

1.2 Ursachen der endogenen Psychosen

Die Ätiologie der endogenen Psychosen ist bis heute noch nicht vollständig geklärt. Es ist unwahrscheinlich, dass sie auf einer einzigen abgrenzbaren Ursache beruhen. Vielmehr ist anzunehmen, dass für ihre Entstehung eine Reihe von Einzelbedingungen bedeutsam sind; diese müssen zusammenwirken, damit es zur Manifestation einer Psychose kommt. Die endogenen Psychosen sind damit multifaktoriell verursacht (Multikonditionalität).

Auf einige wichtige Einzelfaktoren werde ich im folgenden eingehen.

A) Biologische Voraussetzungen

Biologische Voraussetzungen sind zunächst durch einen Erbfaktor gegeben, der für alle endogenen Psychosen (u.a. durch Zwillings- und Adoptivstudien, die neben Erb- auch Umweltfaktoren kritisch berücksichtigen) erwiesen ist. Ein Erbfaktor bedeutet jedoch lediglich ein vermehrtes Risiko, eine erhöhte Erkrankungswahrscheinlichkeit gegenüber der Durchschnittspopulation: er allein kann das Manifestwerden der Psychose nicht erklären.

B) Psychogene und familiäre Faktoren

Ungünstige, schädigende Momente in der psychosozialen Entwicklung, besonders der frühen Kindheit, bilden einen besonderen Risikofaktor für die späteren Erkrankung an einer endogenen Psychose. Sie haben - besonders bei der Schizophrenie - gegenüber biologischen Teilursachen wahrscheinlich das größere Gewicht. Zu nennen sind chronische Versagungen (Frustrationen), frühe Verlusterlebnisse und Enttäuschungen bei Depressionen, gestörte Familienstrukturen, verzerrte familiäre Interaktionen und irrationale Denkmuster bei Schizophrenien. Störende Einflüsse, die in die frühesten Entwicklungsphasen (früh- und spätorale) fallen, sind für ein Erkrankungsrisiko für spätere Psychosen besonders verantwortlich. Am besten untersucht sind die Strukturen und Interaktionen in Familien, aus denen schizophrene Kinder hervorgingen.

 

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