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Der klassische Detektivroman

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 21 Pages
Author: Cornelia Weinreich
Subject: German Studies - Genres

Details

Event: Kriminalliteratur in der Schule
Institution/College: University of Leipzig (Institut für Germanistik)
Tags: Kriminalliteratur, Detektivroman, Doyle, Poe, Sherlock Holmes
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2001
Pages: 21
Grade: 1,5
Language: German
Archive No.: V10412
ISBN (E-book): 978-3-638-16841-0
ISBN (Book): 978-3-638-75736-2
File size: 769 KB

Abstract

In der Arbeit steht der klassische Detektivroman, und mit ihm auch die Detektivgeschichten, im Vordergrund. Zunächst wird auf die Entstehungsgeschichte und Abgrenzung zur Kriminalgeschichte eingegangen, ehe die Merkmale erläutert werden. Um diese genauer zeigen zu können, werden sie anhand zweier Detektive verglichen: Poes Auguste Dupin und Doyles Sherlock Holmes. Finden die klassischen Merkmale der Detektivgeschichte/des -romans hier ihre Anwendung? Wie wegweisend waren diese beiden berühmten Detektive? Da an Beispielen die Merkmale und Besonderheiten der Detektivgeschichte unter die Lupe genommen werden und ein methodisches Vorgehen angewendet wurde, eignet sich diese Arbeit auch sehr gut für didaktische Zwecke und kann beispielsweise auch als Unterrichtseinheit verwendet werden.


Excerpt (computer-generated)

Der klassische Detektivroman

von Cornelia Weinreich



Inhaltsverzeichnis

1. Der klassische Detektivroman 1

1.1. Entstehung des Detektivromans 1
1.2. Abgrenzung zum Kriminalroman 2
1.3. Merkmale des Detektivromans 3

2. Edgar Allan Poe und sein "Auguste Dupin" 7

2.1. Edgar Allan Poe 7
2.2. "Auguste Dupin" 8

3. Arthur Conan Doyle und sein "Sherlock Holmes" 9

3.1. Arthur Conan Doyle 9
3.2. "Sherlock Holmes" 10

4. Wie klassisch sind "Auguste Dupin" 
und "Sherlock Holmes"? 13

5. Meinungen über die Detektivgeschichte 
/ über den Detektivroman 14

Literaturverzeichnis 16
Anhang 17

 


1. Der klassische Detektivroman

1.1. Entstehung des Detektivromans

Den Ursprung des Detektivromans und des Kriminalromans allgemein kann man mit Beginn des 18. Jahrhundert sehen, wo Prozeßakten zunehmend literarisch aufgearbeitet wurden. Das hing vor allem mit der Einführung des Indizienverfahrens zusammen, das nun an die Stelle der Urteilsverkündung durch Geständnisse trat. Es fand eine Beweis-führung durch Indizien statt, zuerst in England und Frankreich, womit eine Detektivar-beit notwendig wurde.
Der Detektivroman entwickelte sich ab dem 19. Jahrhundert vor allem im angelsächsi-schen Gebiet, breitet sich aber auch in Frankreich und Deutschland aus. Deutsche Ver-treter sind Heinrich von Kleist ("Der Zweikampf", 1810), Ernst Theodor Amadeus Hoffmann ("Das Fräulein von Scuderi", 1820) und Theodor Fontane ("Unterm Birn-baum", 1885).

1.2. Abgrenzung zum Kriminalroman

Der Detektivroman ist eine Sonderform des Kriminalromans und wird z.T. als Ab-kömmling des Geheimnis- oder Schauerromans bezeichnet.
Bei dem Kriminalroman geht es um die Darstellung eines Verbrechens und seiner psy-chologischen und soziologischen Ursachen, während es beim Detektivroman um die Entlarvung eines Täters durch einen Detektiv geht.
Den Unterschied zwischen Kriminalgeschichte und Detektivgeschichte hat Richard ALEWYN sehr gut deutlich gemacht:

? KRIMINALGESCHICHTE

"Adam und Eva hatten zwei Söhne, Kain und Abel. Kain war ein Ackermann, und Abel war ein Schäfer. Beide brachten dem Herrn ein Opfer dar. Der Herr aber sah Abels Opfer gnädig an, Kains Opfer dagegen sah er nicht gnädig an. Darob ergrimmte Kain, und seine Gebärde verstellte sich. Und Kain redete mit seinem Bruder Abel, und da sie auf dem Felde waren, er-hob sich Kain gegen seinen Bruder und erschlug ihn."

? DETEKTIVGESCHICHTE

"Eine Leiche wird gefunden. Wer ist es? Antwort: Abel. - Wie ist er ungekommen? Durch
Gewalt. - Ein Unglücksfall? Nein. - Also Mord! Wer ist der Täter? ... Adam, Eva, Kain. Sie
werden nacheinander befragt. Wer konnte zur Tatzeit am Tatort gewesen sein? Wer hatte ein
Motiv zur Tat? Ergebnis: Kain allein hat kein Alibi. Er allein hat ein Motiv. Er war der Täter"
(nach Richard ALEWYN, in: VOGT, 1998, S. 53)

Es wird deutlich, daß der Kriminalroman eine progressive Erzählform aufweist und die Geschichte des Verbrechens erzählt, während bei dem Detektivroman die Aufdeckung des Verbrechens im Mittelpunkt steht und er durch das Aufrollen der Vergangenheit eine rückläufige (invertierte) Erzählweise innehat.
Das Thema ist jedoch gleich: es handelt sich fast immer um einen Mord, wobei ledig-lich die Form des Erzählens und Darstellens eine andere ist.
Eindeutige Definitionen zum Kriminalroman sind nicht zu finden, während der Detek-tivroman festgelegte Regeln hat. Demnach läßt sich bei dem Detektivroman ein ganz bestimmtes Handlungsschema festmachen:

[...]


 


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