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Grundlagen: Internet, WWW & Co.

Other, 1998, 5 Pages
Author: Isabel Lamotte
Subject: Communications: Multimedia, Internet, New Technologies

Details

Event: Projekt-Seminar Web-Publishing
Institution/College: LMU Munich
Tags: Internet, WWW, Geschichte, Struktur, Internet-Protokoll, IP, TCP, UDP, SLIP, PPP, Client-Server, Organisation, Standardisierung, Browser, ISOC, IAB, IETF, RARE, DANTE, Dienste, Usenet, NNTP, Telnet, F
Category: Other
Year: 1998
Pages: 5
Language: German
Archive No.: V104395
ISBN (E-book): 978-3-640-02739-2

File size: 102 KB


Fulltext (computer-generated)

Ludwig-Maximilians-Universität München

Institut für Kommunikationswissenschaft

Projekt-Seminar Web-Publishing

Dozent: Andreas Helbing, M.A.

Referent: Isabel Lamotte

11. Mai 1998

Grundlagen: Internet, WWW & Co.

1. Einführung ins Internet / WWW

a.) Was ist das Internet?

Geschichte

- Das Internet wurde Ende der 60er Jahre aus einem Forschungsprojekt des amerikanischen

Verteidigungsministeriums namens ARPAnet geboren, mit dem Ziel, ein Netzsystem zu

entwickeln, das auch partielle Ausfälle verkraften konnte.

- Zur selben Zeit wurde das Betriebssystem UNIX mit TCP/IP als festem Bestandteil entwickelt

- Bei Gründung der NSFNET (National Science Foundation) Ende der 80er werden fünf

neugegründete Super Computer Centers amerikanischen Hochschulen zugänglich gemacht und

stehen damit erstmals nichtmilitärischer Forschung zur Verfügung.

- Trotz Standardisierungsbestrebungen seitens der ISO (International Standards Organisation)

entwickelte sich die Internet Protokollfamilie TCP/IP zum Quasi-Standard.

Struktur

- Das Internet ist ein Geflecht aus über 100.000 einzelnen Netzen mit mehr als 10 Mio.

angeschlossenen Rechnern

- Diese Teilnetze (z.B. MHN Münchner Hochschulnetz) sind oft auch für anderen als Internet-

Verkehr eingerichtet und transportieren ebenfalls Daten anderer Netzwerkprotokolle

keine offizielle Eingrenzung oder Definition des Begriffs Internet

b.) Internet-Protokolle

IP (Internet Protocol)

Das Protokoll sorgt dafür, daß Datenpakete via Internet den gewünschten Zielrechner erreichen; dies

geschieht indem das Datenpaket mit einer Adresse versehen und mit Hilfe von Routern zum

entsprechenden Zielrechner transportiert wird. Die Übertragung erfolgt paketorientiert.

TCP (Transmission Control Protocol) und UDP

TCP sorgt für Abhilfe, sollte ein Datenpaket verloren gehen und ermöglicht das Versenden von mehr

Daten als der maximalen Paketgröße von 1500 Bytes durch Zerstückelung der Datenmenge.

TCP vergibt Nummern an zusammenhängende Pakete, damit diese hinterher richtig zusammengesetzt

werden können und erwartet nach Versand eine Empfangsbestätigung. Erhält es diese nicht, wird das

entsprechende Paket erneut verschickt.

Kontrolle durch Prüfsumme.

aber: sehr aufwendig, kann Verzögerungen verursachen

UDP

Transportprotokoll, das zugunsten der Schnelligkeit auf Prüfsumme und Empfangsbestätigung sowie

andere verzögernde Faktoren verzichtet.

SLIP (Serial Line IP) und PPP (Point-to-Point-Protokoll)

LANs (Local Area Networks) untereinander, sowie Heim-PC und Provider sind meist über Telefon-

oder ISDN-Leitung durch SLIP oder das moderne PPProtocol miteinander verbunden.


c.) Das Client/Server-Prinzip

Das Server-Programm

- führt Berechnungen aus und stellt Daten und Dokumente bereit

- nimmt Anfragen (z.B. nach einer bestimmten Web-Site) entgegen, liest die erforderlichen

Informationen aus den Dateien, arbeitet sie auf und sendet sie an den Auftraggeber zurück

Das Client-Programm (der Browser)

- meist mit Benutzerinterface

- ist für ein bestimmtes Betriebssystem konzipiert und optimiert

- erledigt den Verbindungsaufbau

- holt Daten vom entfernten Server

- bereitet die Daten für die grafische Oberfläche auf

d.) Organisation und Standardisierung

Im Internet gibt es keine zentrale Verwaltung, sondern Interessenverbände auf unterschiedlichen

Ebenen, die gemeinsam Standards und internationale Internet-Aktivitäten koordinieren:

- allgemein anerkannte Arbeitskreise aus Internetnutzern

- ISOC (Internet Society) sorgt für weltweite Kooperation, Koordination und Ausbreitung des

Internet

- IAB (Internet Architecture Board) segnet Entscheidungen über Standards und Adreßvergabe

- IETF (Internet Engineering Task Force) behandelt technische und betriebliche Fragen

- Niederlegung der Standards in den RFCs (Request for Comments)

- Koordination und Vergabe eindeutiger Adressen durch weltweite, kontinentale, nationale und

regionale Einrichtungen

zentrales InterNIC (Network Information Centers)

europäisches RIPE-NCC (Reseaux IP Europeens ­ Network Coordination Center)

DE-NIC

LRZ z.B

- RARE (Reseaux Associes pour la Recherche Europeene) beschäftigt sich mit dem Aufbau eines

europäischen Hochgeschwindigkeitsnetzes

- DANTE (Delivery of Advanced Network Technology to Europe) fungiert als Dachorganisation

europäischer Wissenschaftsnetze

e.) Abgrenzung des Internets

mögliche Definitionen

- jedes Gerät, das TCP/IP-Protokolle beherrscht und Verbindung zum ,,Rest der Welt" hat, zählt

zum Internet

- Das Internet ist die Menge der Ressourcen, die im Netz vorhanden sind

- Das Internet ist ein Verbund von Netzen

- Das Internet ist ein Verbund mit Rechnern mit gleichem Protokoll (TCP/IP)

- Das Internet ist eine Gruppe von Menschen, die das Netzwerk benutzen und entwickeln

2. Die wichtigsten Dienste im Internet

a.) Electronic Mail (Elektronische Post)

Das Mail-System funktioniert mittels verschiedener Protokolle:

- POP3 (Post Office Protocol Version 3)

ermöglicht dem PC das Herunterladen der eingetroffenen Mails per Telefonleitung


SMTP (Simple Mail Transport Protocol)

kommt beim Verschicken von Mails zum Einsatz

Ein- und ausgehende Mails werden von einem Mail-Server verwaltet.

Neben Mail-Programmen im Browser gibt es noch eigenständige Programme (z.B. Eudora, Pegasus

Mail)

MIME (Multipurpose Internet Mail Extension)

definiert einen Mechanismus, um beliebige Dateien in eine E-Mail einzubetten

b.) Usenet und News

Das Usenet ist die Gesamtheit aller Newsgroups zu den verschiedensten Themen.

Über NNTP (Network News Transfer Protocol) nimmt der Newsreader (z.B. News-Xpress, Netscape)

mit dem Newsserver Verbindung auf.

Man kann lediglich die Themen lesen oder selbst ,,posten" (Artikel veröffentlichen).

c.) Telnet

Mit einem Telnet-Client kann man sich in einen anderen Rechner einloggen (Authentifizierung durch

Eingabe des Benutzernamens und Paßworts), und daran arbeiten wie an einem angeschlossenen

Textterminal (wie DOS)

Telnet bietet mehrere Steuerfunktionen an. Wird Telnet aufgerufen, erscheint der Telnet-Prompt:

telnet>.

Durch Eingabe von help bekommt man angezeigt, welche Steuermöglichkeiten im Rahmen einer

Telnet-Sitzung zur Verfügung stehen.

Bei Windows 95 ist ein Telnet-Programm integriert, das mit Start Ausführen telnet <Rechner>

aufgerufen werden kann.


d.) File Transfere Protocol

Das FTP erlaubt es nach dem Einloggen (Benutzername, Paßwort), Dateien von einem FTP-Server auf

den eigenen Rechner zu kopieren und umgekehrt.

ftp://[Benutzername[:Passwort]@]Rechnername/Pfad/Datei

Durch Eingabe von ,,anonymous" statt des Benutzernamens, darf man oft auch als nichteingetragener

Benutzer zugreifen.

e.) Gopher

Gopher soll die Suche nach Dateien auf anderen Rechnern erleichtern. Die Dateien werden als

Menüpunkte dargestellt, die hierarchisch geordnet sind. Zum leichteren Rückkehren zu einem weiter

übergeordneten Punkt bietet Gopher die Möglichkeit, Lesezeichen zu setzen.

Die in Gopher dargestellten Objekte können Verzeichnisse oder Dateien mit darstellbarem Inhalt sein,

oder Verweise auf Informationsäste anderer Gopher-Server oder Informationssysteme (News, ftp...)

Der Standardport ist 70.

gopher://rechner.domain

f.) World Wide Web

- Erfunden im CERN (Europäisches Kernforschungszentrum in Genf)

- basiert auf der Technologie Hypertext (Präsentation der Information mit Bild, Ton,

Videodokumenten, Querverweisen etc.)

- integriert die meisten Internet-Dienste

- Option, Lesezeichen zu setzen

- Schreiboption (Möglichkeit, Formulare auszufüllen und abzuschicken)

Der Standardport ist 80.

http://Rechnername[:Port]/Pfad/Datei

Literatur

-

DIEHL, Stephan: Java & Co, Bonn 1997

Addison Wesley Longman Verlag GmbH

-

GRUBB, A./KANELLAKIS, A./LÜBBEKE, M.: Profit mit dem Internet, München 1995

tewi Verlag GmbH



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