Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Bismarcks Außenpolitik close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Bismarcks Außenpolitik

Presentation (Pre-University), 2001, 9 Pages
Author: Holger Heckmann
Subject: Social Studies/ Civics

Details

Event: Unterricht
Institution/College: Abendgymnasium II / Frankfurt am Main
Tags: Bismarcks, Außenpolitik, Unterricht
Category: Presentation (Pre-University)
Year: 2001
Pages: 9
Grade: 12 Punkte
Language: German
Archive No.: V105319
ISBN (E-book): 978-3-640-03615-8

File size: 222 KB


Fulltext (computer-generated)

Bismarcks Außenpolitik

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Außenpolitik Bismarcks

2.1. Außenpolitik in den frühen Jahren

- erste politische Erfahrungen / Frankfurt
- Auslandserfahrungen
- Außenpolitik von / für Preußen 1862 -1870
- Verhältnis zu Frankreich / Emser Depesche 1870

2.2. Bündnissystem

- Das deutsche Reich ab 1870
- Kissinger Diktat 1877
- Dreikaiserabkommen 1873
- Berliner Kongress 1878
- Zweibund 1879
- Dreikaiserbündnis 1881
- Dreikaiservertrag 1882
- Dreibund
- Kolonialisierung
- Bulgarische Krise
- Mittelmeer Entente
- Rückversicherungsvertrag

3. Abschluss

- Bruch nach 3 Kaiserjahr
- nach 1890

4. Quellenangaben

1. Einleitung

Bismarck wird heute als einer der bedeutenden politischen Größen Deutschlands gesehen. Er war derjenige der erstmals eine deutsche Einheit zustande brachte, und das deutsche Reich schuf. In seiner Zeit nicht unumstritten war er jedoch ein genialer Redner, der es verstand seine Kontrahenten immer wieder zu einigen und nach seinen Zwecken für sich und seine politischen Ideen zu gewinnen. Dazu gehörte auch seine Fähigkeit perfekt Russisch und Französisch sprechen zu können.
Kritiker bezeichneten ihn als ,,...hochmütige gemeine Natur, voll Dünkel und Aufgeblasenheit, ohne Rechtsbewusstsein, faul ... und Wortverdreher, voll kleinlicher unsauberer Mittel..." (Anton von Prokesch von Osten - 1854); oder ,,Fürst Bismarck hat so viel Brutales und Zynisches, so wenig Anständiges und Ehrliches in seiner Natur; er ist ein Mensch aus einem ganz anderen Jahrhundert..." (Kronprinzessin Viktoria - 1887); oder ,,Er ist die denkbar interessanteste Figur, ich kenne keine interessantere, aber diese beständige Hang, die Menschen zu betrügen, dies vollendete Schlaubergertum ist mir eigentlich widerwärtig, ... so muss ich doch auf andere Helden blicken." (Theodor Fontane - 1893)1.
Er selbst zeigt sich als sehr selbstbewusst fast überheblich, als er als junger preußischer Landjunker in Frankfurt am Main sich für diplomatische Arbeiten die ersten politischen Sporen verdient. Hier schreibt er an seine Frau Johanna 1851 im Alter von 36 Jahren: ,,Ich habe nie daran gezweifelt, dass sie alle mit Wasser kochen; aber eine solche nüchterne einfältige Wassersuppe, in der nicht ein einziges Fettauge von Hammeltalg zu spüren ist, überrascht mich. Kein Mensch, selbst der böswilligste Zweifler von Demokrat, glaubt es, was für eine Scharlartanerie und Wichtigtuerei in dieser Diplomatie steckt."2 - Möglicherweise zeigt sich in diesem Kommentar auch bereits die politisch intellektuelle Überlegenheit, die in solch eine Aussage interpretiert werden kann. Besonders in der Außenpolitik konnte er dieses Geschick, diese Überlegenheit erfolgreich demonstrieren.

2. Außenpolitik Bismarcks

2.1. Außenpolitik in den frühen Jahren

- erste politische Erfahrungen / Frankfurt

Bismarck beginnt seine aktive politische Karriere, als er auf Grund eines erkrankten Abgeordneten in den Vereinigten Preußischen Landtag nachrückt. 6 Tage später, am 15. Mai 1847 hält Bismarck, der durch eine hohe Fistelstimme gehandikapt war, seine erste Rede.
Nach den Barrikadenkämpfen im März 1848 in Berlin gibt es erste revolutionäre Erhebungen in Deutschland. Bismarck wird offiziell am 2. April in den neu zusammengetretenen Zweiten Vereinigten Preußischen Landtag gewählt. Seine politische Karriere erfolgt sprunghaft:

Februar `49: Wahl in die zweite Kammer des Landtags;

Mai `51: Ernennung zum geheimen Legationsrat und Rat der preußischen Gesandtschaft in Frankfurt am Main;

Juni `51: Ernennung Bismarcks zum preußischen Bundesgesandten in Frankfurt.

- Auslandserfahrungen

Danach macht er verschiedene Auslandserfahrungen als Diplomat in Russland und Frankreich, wobei ihm seine perfekten Sprachkenntnisse zugute kommen. Er bewegt sich sicher und baut entsprechende Kontakte auf. Von Anfang 1859 bis Mai 1862 war er preußischer Gesandter am russischen Hof in St. Petersburg. Zum preußischen Gesandten in Paris wurde er am 22. Mai ernannt.
Schnell waren seine politischen Fähigkeiten erkannt und nach einer Unterredung mit König Wilhelm I. von Preußen, in Babelsberg am 22. September 1862, wurde er tags darauf zum vorläufigen Ministerpräsidenten ernannt. Dies wurde am 8. Oktober bestätigt und er erhielt zusätzlich den Titel ,,Minister des Auswärtigen". Somit war er bereits 1862 für die preußische Außenpolitik verantwortlich.

- Außenpolitik von / für Preußen 1862 -18703

Bismarck führte bis zur Einigung Deutschlands die sogenannten ,,3 Einigungskriege".
Beginnend mit dem deutsch - dänischen Krieg (1864): Schleswig und Holstein wurden in einer Personalunion zwischen dem dänischen König und Preußen regiert. Nachdem Dänemark weitergehende Ansprüche auf Schleswig geltend machte und dieses für sich beanspruchte kam es zu einem Krieg, indem Preußen und Österreich gemeinsam gegen die Dänen im ,,Deutschen Bund" kämpften. Diese verwalteten auch nach dem Sieg gemeinsam Schleswig und Holstein.
Die gemeinsame Verwaltung funktionierte aber nur knapp 2 Jahre, denn im Jahr 1866 kommt es zum deutsch - deutschen Krieg, wobei Schleswig an Preußen und Holstein an Österreich fällt. Preußen will sich nicht damit abfinden und errichtete militärische Stützpunkte in Holstein. Nach dem Einmarsch weiterer preußischer Truppen in Holstein, kommt es zur Schlacht bei Königsgrätz in Böhmen. Hier siegt Preußen. Im Prager Friedensvertrag von 1866 gibt es erstmals eine Einigung und eine Dreiteilung Deutschlands, die als ein Schritt zur Vereinigung zu sehen ist. Hier entstehen der ,,Norddeutsche Bund", ein Bündnis der süddeutschen Staaten und der Kaiserstaat Österreich/Ungarn.

- Verhältnis zu Frankreich / Emser Depesche 1870

Der Dritte der Einigungskriege wurde 1870 / 71 gegen Frankreich geführt. Grund dafür war die Emser Depesche (1870). Diese Depesche wurde von König Wilhelm verfasst, nachdem er während einer Kur in Bad Ems von einem französischen Diplomaten auf offener Straße angesprochen wurde. Ein Hohenzollernprinzen zog seine Kandidatur auf den spanischen Thron zurück, nachdem dessen Hochzeit mit einer Dame aus dem spanischen Hause abgesagt wurde. Die Emser Depesche ist von Bismarck redigiert worden, so dass diese für Frankreich als Provokation aufgefasst werden musste.
Das Ergebnis des darauf folgenden Krieges war, dass Frankreich in der Folge als ,,dauerhafter potentieller Gegner im Herzen Europas" aufgebaut wurde. Durch Demütigungen (u.a. Abtretung vom Elsaß-Lothringen an das deutsche Reich) und überzogenen Reparationszahlungen konnte Bismarck sich den andauernden Groll Frankreichs gewiss ein. Das von Bismarck folgende Bündnissystem beruht auf diesem Sockel.
Bereits während des Krieges verhandelt Bismarck die deutsch Reichseinigung, um gegen den Feind Frankreich gewappnet zu sein.

2.2. Bündnissystem

- Das deutsche Reich ab 18704

Nachdem der Krieg gegen Frankreich, nach einer entscheidenden Schlacht bei Sedan, gewonnen war und man Napoleon III. gefangen nahm, wurde Kaiser Wilhelm I. am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal von Versailles zum deutschen Kaiser ausgerufen. Etwa 2 Monate später, am 21. März 1871 wird der erste Deutsche Reichstag eröffnet und Bismarck nicht nur in den Fürstenstand erhoben, sondern auch zum Reichskanzler ernannt.
Die Stabilität Europas war durch die folgende außenpolitische Bündnispolitik Bismarcks geprägt. Im Herzen Europas ist mit dem deutschen Reich ein neuer Machtfaktor entstanden, der das Misstrauen der anderen Großmächte, insbesondere des gedemütigten Frankreichs, schürte. Bismarck verstand es durch verschiedene, zum Teil, Geheimverträge und Abkommen mit Nachbarstaaten ein politisches Kräftegleichgewicht in Europa aufrechtzuerhalten.

- Kissinger Diktat5

Gemäß seiner Aussagen im Kissinger Diktat ,,...das Bild ... welches mir vorschwebt: nicht das irgend eines Ländererwerbes, sondern das einer politischen Gesamtsituation...", also dass Deutschland keine weiteren Gebietswünsche habe (nachdem Elsaß-Lothringen ,,als Kriegsgewinn" nach der Niederlage Frankreichs 1870/71 annektiert wurde), kämpfte er um Vertauen in Europa und war weitgehend europäisch orientiert. Ausnahme waren einige afrikanische Kolonien, die dem Einfluss des deutschen Reiches unterworfen wurden.
In der Bismarckschen Außenpolitik zeigen sich zwei Grundzüge: Die Einheit des geschaffenen Reiches zu erhalten, somit Erhaltung der Grenzen, besonders gegen Frankreich, die sich mit dem Verlust von Elsaß-Lothringen nicht abfinden wollten, sowie eine monarchische Solidarität zwischen den Kaiserreichen Russland, Osterreich-Ungarn und Deutschland herzustellen.

Diese Grundzüge hat Bismarck im ,,Kissinger Diktat 1877" in 5 Punkten dargestellt:

1. Anziehung der russischen und österreichischen Interessen und Rivalitäten beider Staaten Richtung Osten.
2. Eine Verteidigungshaltung Russlands im Orient und an seinen Küsten so darzustellen, dass das Bündnis mit dem deutschen Reich benötigt wird.
3. England und Russland befriedet zu halten zum politischen Nutzen.
4. Loslösung Englands von dem mit dem deutschen Reich befeindeten Frankreich.
5. antideutsche Konspirationen aus Russland und Osterreich entgegenzuwirken.

- Dreikaiserabkommen 1873

So ist das erste Bündnis das Dreikaiserabkommen von 1873, in dem die Mitglieder Russland, Österreich-Ungarn und das deutsche Reich das Ziel verfolgen im Kriegsfalle zusammenzuhalten: ,,...Aufrechterhaltung des europäischen Friedens gegenüber allen Erschütterungen, von welcher Seite sie auch kommen mögen.". Damit wurde erstmals zeitweilig auch die Isolierung Frankreichs (vertraglich gesichert) erreicht, jedoch treten 1875 England und Russland für Frankreich gegen Europas neue stärkste Landmacht: Deutschland ein. Besonders England will eine weitere Machtverschiebung, der ,,Ballance of Power" in Europa verhindern.
Dieses Dreikaiserabkommen bröckelt 1876 letztendlich auf Grund von Spannungen zwischen Russland und Osterreich. Der Grund dafür ist die Balkankrise, welche ausgelöst wurde durch den Zerfall des osmanischen Reiches. Österreich tritt für dessen Fortbestand und gegen die Bildung von Einzelstaaten am Balkan ein. Russland wollte hingegen mehr politischen Einfluss und forcierte die Entwicklung der Aufspaltung.
Bismarck hatte für Deutschland kein Interessen am Balkan und verhielt sich neutral, da er auf der einen Seite Österreich nicht schwächen und Russland nicht schädigen wollte. Es bildete sich ein Konsens zwischen beiden Staaten, bei der Österreich sich neutral bei einem möglichen Krieg Russlands gegen die Türkei verhalten wolle und sich Bulgarien, Albanien und Rumänien zu unabhängigen Staaten entwickeln, abgespalten von der Türkei. Es kam zum Krieg zwischen Russland und der Türkei, den Russland 1878 gewann.

- Berliner Kongress 18786

Aus dem von Russland an die Türkei diktierten Frieden von San Stefano gingen auf dem Balkan unabhängige Staaten wie Montenegro, Serbien und Rumänien hervor. Zusätzlich wurde ein großer bulgarischer Staat geschaffen, der unter dem Einfluss Russlands dessen Macht im Orient dominieren ließ. Dieses ging England und Österreich zu weit, weil deren Interessen im Orient betroffen waren. Der Friede in Europa konnte nur durch eine internationale Konferenz gerettet werden. Hier kam dann wieder Bismarck ins Spiel, der in der Krise weder ,,Schiedsrichter" noch ,,Schulmeister" in Europa sein wollte, aber die ,,Rolle eines ehrlichen Maklers, der das Geschäft zustande bringen will" einnahm.
Der Berliner Kongress tagte von Mitte Juni bis Mitte Juli 1878 unter dem Vorsitz des deutschen Reichkanzlers. Vollberechtigt galten die Ministerpräsidenten oder Außenminister der Länder Russland, England, Österreich-Ungarn, Italien, Deutschland, und der Türkei. Die Balkanstaaten, um die verhandelt wurden, waren nicht Vollberechtigt.
Als Ergebnis waren die Hauptpunkte, dass Bulgarien verkleinert wurde, Österreich das Recht Bosnien und Herzegowina zu verwalten bekam und Serbien, Montenegro und Rumänien unabhängig blieben. Der Konflikt, bzw. die Krise auf dem Balkan waren damit aber nicht wirklich beigelegt, da Russland und die Türkei mit dem Ergebnis unzufrieden waren. Außerdem war Russland dadurch weitgehend isoliert worden.
Dies war außenpolitisch der äußerste Höhepunkt der internationalen Stellung Deutschlands in den 70er Jahren.

- Zweibund 1879

Nach dem Berliner Kongress hat sich das deutsch-russische Verhältnis auf Grund der Unzufriedenheit wegen des negativen Ergebnisses für Russland und der Isolation von Europa verschlechtert. Des weiteren beschloss der deutsche Reichstag 1879 Schutzzollgesetze, die sich negativ für Russland auswirkten. Diese Voraussetzungen waren quasi das entgültige Aus für das Dreikaiserabkommen.
Von 1879 bis Mitte der 80er Jahre initiierte Bismarck ein umfassendes Bündnissystem, dessen Grundlage mit dem Zweibund, der in Wien am 9. Oktober 1879 zwischen Österreich-Ungarn und dem deutschen Reich unterschrieben wurde. Dieser auf 5 Jahre ausgelegte Vertrag verpflichtete beide Staaten zur Neutralität im Falle eines Angriffes auf eine andere Macht: Deutschland auf Frankreich und Österreich-Ungarn auf Italien, sowie militärischen Beistand falls einer von ihnen angegriffen würde. Sollte Russland einen dieser Angreifer unterstützen, sah man weiteren militärischen Beistand vor.
Man kann sagen, dass bis zum 1. Weltkrieg 1914 dieses Bündnis die Grundlage der deutschen Außenpolitik war.

- Dreikaiserbündnis 18817

Im Juni 1881 gibt es eine reduzierte Neuauflage des Dreikaiserabkommens von 1873. Dieser Bund, auf 3 Jahre ausgelegt, verpflichtete die Partner Österreich-Ungarn, das deutsche Reich und (jetzt wieder) Russland zu einem gegenseitigen Neutralitätsabkommen, wenn einer dieser von einer vierten Macht angegriffen werden würde. Man konnte von einer günstigen Ausgangssituation für Bismarck ausgehen, da Russland seine Isolierung von Europa beenden wollte.

- Dreikaiservertrag 18828

Nur 10 Monate später, im Mai 1882 wurde das, nur auf gegenseitiger Neutralität bestehende Gebilde des Dreikaiserbündnisses durch den Dreikaiservertrag stark erweitert.
Der Dreikaiservertrag isolierte im Sinne Bismarcks Frankreich weiter in Europa. Man verpflichtete sich keine weiteren Bündnisse einzugehen, die gegen eine der Staaten gerichtet seien. Außerdem wolle man politisch und wirtschaftlich enger zusammenarbeiten. Auf dem militärischen Sektor wurde die Neutralität der Partner in Unterstützung im Verteidigungsfalle geändert. Gegenseitige Neutralität bestand weiterhin im Angriffsfalle, beispielsweise Deutschland gegen Frankreich.

- Dreibund

Der Zweibund von 1879 wird 1882 um den Dreibund erweitert. Hier stößt Italien hinzu um eine weitere Stärkung des europäischen Friedens zu erreichen.

- Kolonialisierung9

Bismarck stand einer Kolonialpolitik eher skeptisch gegenüber. Von ihm wurden die deutschen Kolonien eher als Handelsstützpunkte betrachtet. Der 1882 gegründete Deutsche Kolonialverein betrachtete diese jedoch als Voraussetzungen zu einer angestrebten Weltmachtpolitik. Bismarck konzentrierte sich auf das Kräfteverhältnis in Europa. Trotzdem sind zu seiner Zeit als deutscher Kanzler die meisten Kolonien vom deutschen Reich erworben worden. 1883 kam es zu kolonialpolitischen Spannungen zwischen England und Deutschland, was Bismarck veranlasste kurzzeitig seine politischen Aktivitäten stärker in Richtung der Kolonialpolitik einzusetzen. Hier kam es zum Erwerb von Südwest Afrika und Togo (je 1884), Kamerun (Februar 1885), gefolgt von Ostafrika und der Übernahme von Nord-Neuguinea (damals Kaiser-Wilhelm-Land) und einer davor gelegenen Inselgruppe (Bismarck-Archipel) bis Ende Mai 1885.
Erst nach der Entlassung Bismarcks 1890 trieb Wilhelm 2. die imperialistische Kolonialisierungspolitik im Wettbewerb mit anderen Großmächten voran um einer ,,Weltgeltung" für Deutschland zu dienen.

- Bulgarische Krise

Erneut kam es in den Jahren 1885 / 86 zu Spannungen zwischen Österreich-Ungarn und Russland auf dem Balkan, da die Verträge des Berliner Kongresses nicht von Dauer sein konnten. Zu groß waren die Gegensätze zwischen Österreich-Ungarn und Russland. Bismarcks Ziel, einen europäischen Krieg zu verhindern, glückte, da Deutschland eine entscheidende Haltung zu den Balkan-Fragen der österreichisch-ungarischen Seite annahm. In Russland nahm dadurch in der Öffentlichkeit, gestützt durch die Presse, eine antideutsche Stimmung zu, die sich jedoch in der Politik nicht ausdrückte. Bismarck war zusätzlich besorgt über innenpolitische Spannungen im Habsburger Staat und wollte aus diesem Grund keine Aktivitäten am Balkan zulassen.
Die Bulgarische Krise führte dazu, dass der 3 Kaiservertrag von 1882 nicht mehr verlängert wurde. Russland und Österreich-Ungarn sind politisch in Grundsatzfragen entzweit.

- Mittelmeer Entente10

Hierbei handelt es sich um ein von Bismarck inspiriertes Mittelmeer Abkommen zwischen England, Österreich-Ungarn und Italien vom 13. März 1887, um sich vor Angriffen Dritter zu schützen und ggf. zu unterstützen. Am 4. Mai tritt auch Spanien bei. Frankreich, die sich damals in einem scharfen Konflikt mit dem deutschen Reich, auf Grund der nationalistischen Haltung des Französischen Kriegsministers Boulanger, befanden, waren damit noch stärker isoliert worden.

- Rückversicherungsvertrag11

Das letzte bündnisähnliche Abkommen Bismarcks war der Rückversicherungsvertrag mit Russland, der das Ziel hatte, vertragliche Sicherungen für die Ostgrenze Deutschlands zu erreichen. Hierbei wollte allerdings Russland, dass Deutschland eine strenge Neutralität gegenüber eines österreichischen-russischen Konfliktes einnimmt und im Gegenzug diese Neutralität auch im deutsch-französischen Konflikt von Russland gewährt wird. Bismarck war nicht gewillt Österreich an Russland ausliefern, den dem wäre diese Vereinbarung gleich gekommen. Es erfolgten jedoch Zugeständnisse auf dem Balkan. Der Vertrag wurde am 18. Juni 1887 für 3 Jahre unterzeichnet. Bismarcks Nachfolger Caprivi verlängerte, nach Bismarcks Rücktritt im März 1890, diesen Vertrag nicht mehr.

3. Abschluss

- Bruch nach 3 Kaiserjahr

Noch einmal zurück in das sogenannte Dreikaiserjahr 1888: Hier vollzog sich durch den Tod Kaiser Wilhelms I. am 9. März im Alter von 91 Jahren der erste Generationswechsel. Der liberale Kaiser Friedrich bestieg jedoch bereits todkrank den Thron. Man hegte in ihm die Hoffnung, dass er das Reich nach englischem Vorbild in eine parlamentarische Monarchie umgestalte. Er starb am 15. Juni. Der neue Kaiser, der damals erst neunundzwanzig jährige Wilhelm II., verehrte Bismarck als Reichsgründer und Politiker, fand dessen Vorgehensweise jedoch antiquiert. Im Zeitraum vom15. - 20. März 1890 drängte er Bismarck zum Rücktritt auf Grund von innen- und außenpolitischen Differenzen und erwirkte dessen Abschiedsgesuch.

- nach 1890

1893 wurde Frankreich durch Kaiser Wilhelm 2. erst wieder aus seiner Isolierung geholt. Frankreich erkannte den Besitzanspruch Deutschlands an Elsaß-Lothringen an.
Wilhelm II. verstärkte, auch aus verwandtschaftlichen Gründen, die Zusammenarbeit mit England. Mit England wetteiferte er in der militärischen Aufrüstung besonders in Richtung seiner Seeflotte, was wiederum von allen Großmächten misstrauisch betrachtet wurde. Ein weiterer Eckpunkt seiner Außenpolitik war die Kolonialisierung, um Deutschland zur Weltgeltung zu bringen. Wilhelm der II. verstand es jedoch nicht, die Mächte, ähnlich wie Bismarck, durch gezielte Bündnispolitik im Gleichgewicht zu halten. Diese beiden Punkte führten letztendlich zum 1. Weltkrieg 1914.


Bündnis
Jahr
Öster.-Ung.
Russland
England
Italien
Türkei

Grund / Ergebnis

Dreikaiserabkommen
1873
X
X
 
 
 

Abkommen zu europäischen Frieden

Berliner Kongress
1878
X
X
X
X
X

Balkankrise

Zweibund
1879
X
 
 
 
 

Im Verteidigungs-
falle


Dreikaiserbündnis
1882
X
X
 
 
 

Gegen 4. Macht (Frankreich)

Dreibund
1882
X
 
 
X
 

Erweiterung des Zweibunds

Bulgarische Krise
1885
 
 
 
 
 

Bruch des Dreikaiser-
vertrags


Mittelmeer Entende
1887
X
 
X
X
 

Stärkere Isolation Frankreichs

Rückversicherungs-vertrag
1887
 
X
 
 
 

Schutz vor Russland

4. Quellenangaben

Allgemeiner Textbezug:

i Otto von Bismarck-Zeittafel, Otto-von-Bismarck-Stiftung, Friedrichsruh, 2001, http://www.bismarck-stiftung.de/leben.pdf

ii Manfred Görtemaker, Deutschland im 19. Jahrhundert - Entwicklungslinien, Bonn, 1987, Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung

iii Volker Ullrich, Otto von Bismarck, Hamburg, 1998, rororo monographie

iiii Helmut M. Müller, Schlaglichter Deutscher Geschichte, Mannheim, 1986, Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung


Direkter Bezug:

1 Volker Ullrich, Otto von Bismarck, Hamburg, 1998, S.147-148, rororo monographie

2 Volker Ullrich, Otto von Bismarck, Hamburg, 1998, S.46, rororo monographie

3 Sascha Lasotta, Birmarck - Seine Taten und deren Bewertung, 2001,
http://www.hausarbeiten.de/rd/archiv/geschichte/gesch-
text724.shtml, (Martin-Rinckart-Gymnasium)

4 Die Außenpolitik Bismarcks - den Status Quo bewahren, Übersicht, 2001,
http://www.lsg.musin.de/Geschichte/Deutsches%20Reich/
main.htm, (Luise Schröder Gymnasium München)

5 Otto von Bismarck, Originaltext, 1877,
http://www.lsg.musin.de/Geschichte/Quellen/kissinger-
diktat.htm, (Luise Schröder Gymnasium München)

6 PSG e.V. - Geschichts-AG, Bismarcks Innen- und Außenpolitik, 2001,
http://www.glasnost.de/hist/allgemein/dgesch12.html, Glasnost-Archiv - Elektronisches Informations-
und Dokumentationssystem für Politik und Geschichte

7 PSG e.V. - Geschichts-AG, Bismarcks Innen- und Außenpolitik, 2001,
http://www.glasnost.de/hist/allgemein/dgesch12.html, Glasnost-Archiv - Elektronisches Informations-
und Dokumentationssystem für Politik und Geschichte

8 PSG e.V. - Geschichts-AG, Bismarcks Innen- und Außenpolitik, 2001,
http://www.glasnost.de/hist/allgemein/dgesch12.html, Glasnost-Archiv - Elektronisches Informations-
und Dokumentationssystem für Politik und Geschichte

9 (ba), Außenpolitik/Kolonialpolitk - Statistische Angaben zu..., Deutsches Historisches Museum, Berlin, 2001,
http://www.dhm.de/lemo/html/kaiserreich/

10 PSG e.V. - Geschichts-AG, Bismarcks Innen- und Außenpolitik, 2001,
http://www.glasnost.de/hist/allgemein/dgesch12.html, Glasnost-Archiv - Elektronisches Informations-
und Dokumentationssystem für Politik und Geschichte

11 Helmut M. Müller, Schlaglichter Deutscher Geschichte, Mannheim, 1986, Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung


Comments

Julian
08.01.2003 15:42:07
Kleine Korrektur
Guter Text; aber ich hätte da eine kleine Korrektur: Der Dreibund 1882 war keine Erweiterung des Zweibundes von 1879 sondern ein eigener neuer Vertrag, der Zweibund bestand weiterhin. Bismarck war der Erhalt des Zweibundes sehr wichtig, da er den Dreibund eher kritisch betrachtete und gering einschätzte. (Grund: er wusste, dass sich österreichische und italienische Interressen und Ziele ähnlich waren). Danke dennoch für den Text! Gruß Julian
dani
21.02.2002 14:24:12
danke
DANKE DANKE DANKE DU HAST MIR DAMIT SEHR GEHOLFEN!!! Ich wusste echt nicht was ich mit diesem Thema anfangen sollte!!! Aber durch dich ging es einfach super. ich werde dich informieren über meine Benotung. Tschau
Felix
24.04.2002 19:14:30
super text
Der Text ist echt superklasse. Hab ein bisschen gepennt im Unterricht und wollt mich jetzt für den test morgen noch mal informieren. Der Text ist genau das was ich gesucht habe. Sogar noch ausführlicher als der Unterrichtstoff. Hab alles gelesen!!! MFG FELIX (klasse 8)
Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/105319/bismarcks-aussenpolitik
please wait Please wait