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Scholary Paper (Seminar), 2000, 8 Pages
Author: Arthur Benisch
Subject: Geography / Earth Science - Meteorology, Climatology
Details
Year: 2000
Pages: 8
Grade: -2
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-03660-8
File size: 138 KB
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Fulltext (computer-generated)
Bioklima in der Architektur
Inhalt
1. Lagebeschreibung und Beschreibung der Geofaktoren des Raumes:
1.1. Lage der Sahara
1.2. Das Klima
1.3. Das Wasser
1.4. Das Relief
1.5. Der Boden und geologischer Bau
1.6. Pflanzen und Tiere
2. Einfluss des Klimas auf die anderen Geofaktoren
2.1. Anpassung der Tiere und Pflanzen an ihre Umwelt
2.2. Einfluss des Klimas auf das Relief und des Boden
3. Ökologische Probleme durch menschliches Handeln
4. Quellenverzeichnis
1.1. Die Lage der Sahara
Die Sahara ist die größte Wüste der Erde. Und wegen eben dieser Größe und den unendlich weiten Flächen von Sand gaben arabische Karawanenführer der Sahara den Namen ,,Bahr bela ma" - Meer ohne Wasser.
Die Wüste erstreckt sich quer durch Nordafrika, und ist im Westen vom Atlantischen Ozean, im Norden vom Mittelmeer und dem Atlasgebirge und im Osten vom Roten Meer und vom Sinai begrenzt. Im Süden schließt sich die Sahelzone und das Becken des Niger an.
Das Gebiet der Sahara erstreckt sich über mehrere Länder. Dazu zählen Algerien, Libyen, Ägypten, Sudan, Tschad, Niger, Mali, Mauretanien, Sahara (Staat) und teilweise Marokko.
Die Sahara bildet einen Teil der paläarktische Wüste, die über Nordafrika hinaus auch einen beträchtlichen Teil Vorderasiens einschließlich der Arabischen Halbinsel und einen Teil Indiens umfasst.
Die gesamte Wüste hat etwa eine Breite von 2000 Kilometern und misst vom Westen zum Osten etwa 6000 Kilometer. Ihre Gesamtfläche beträgt fast 9,1 Millionen Quadratkilometer, von denen etwa 207200 Quadratkilometer teilweise sehr fruchtbare Oasen sind.
Es gibt jedoch keine festgelegten Grenzen der Sahara, da sich aufgrund von Klimaänderungen, Auswirkungen der Nutzung durch den Menschen sowie Überweidung durch Tiere in den vergangenen Jahrtausenden die Wüste ständig vergrößert hat.
1.2. Das Klima
Die Sahara liegt in der Tropisch-trockenen Zone und hat ein trockenes Passatklima. Das Klima in der Sahara ist semiarid.
Klimatisch unterteilt man die Sahara in drei Zonen: In die Nordsahara (Temperaturen im Mittel 20-22°C, Niederschläge überwiegend im Winter (Jahresdurchschnitt 73mm)), in Zentralsahara (Temperaturen im Durchschnitt 24-25°C, weniger als 5mm Niederschlag, nur episodische Regenfälle) und in die Südsahara (28-30°C, Sommerregen, regenreichster Monat ist der August (Jahresdurchschnitt etwa 59mm)).
Besonders im westlichen und zentralen Teil der Sahara reicht das Temperaturenspektrum von Nachtfrösten bis zu Höchsttemperaturen von über 50°C am Tag. Es herrscht ausgeprägtes Tageszeitenklima (die Tagesschwankungen der Temperaturen überschreiten die Jahresschwankung).
Die Äquatornähe der Sahara beeinflusst die Temperaturen gewaltig. Je näher sich ein Gebiet zum Äquator befindet um so länger ist die Sonnenscheindauer (Tageslänge fast durchgehend 12 Stunden). Auch braucht die Sonne, da sie am Äquator den höchsten Einstrahlungswinkel überhaupt hat (fast 90°), nur kleine Flächen mit derselben Intensität zu bestrahlen als in anderen geografischen Zonen, wo die Flächen größer sind und demzufolge ist es in der Sahara heiß. Die Jahresschwankungen sind sehr gering und die Sonnenhöhe ist sehr steil, manchmal sogar senkrecht und es kommt zu zwei Zenitdurchgängen.
Aus diesen Gründen ordnet man die Sahara beim Typ des Jahresganges dem Äquatorialtyp zu.
Das Klima ist durch sehr geringem Niederschlag (der Jahresdurchschnitt liegt etwa bei 100 mm) gekennzeichnet.
Heiße Luftmassen steigen über Äquatorregionen auf und kühlen in größeren Höhen ab, sinken in den Hochdruckgebieten der suptropischen Gürtel ab. Die absteigende Luft erwärmt sich (um ca. 10°C/ 1000m) und nimmt deswegen mehr Feuchtigkeit auf. Da die relative Luftfeuchte jedoch abnimmt und die Wolken sich auflösen, kommt es kaum zu Niederschlägen
Trotzdem kommt es manchmal zu Regen - zu Geisterregen. Der Niederschlag gelangt jedoch nicht bis auf den Boden, da er auf einer heißen Luftschicht über der Wüste verdampft.
Wegen dem Auflösen von Wolken kann aber auch die Wärme vom Tag in der Nacht nicht am Boden gehalten werden. Deshalb gibt es häufig Nachtfrost. Der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht kann bis zu 68 °C betragen.
In der Sahara weht ein trockener und beständiger Wind, der Nordostpassat.
Auch Sandstürme sind in der Sahara keine Seltenheit. Sie entstehen durch den Wechsel von Hitze und Kälte und führen Sand und Staub mit sich. Jedoch sind sie nur wenige Meter hoch, da der Wind den Sand nur bis zu einer bestimmten Höhe führen kann, im Gegensatz zum Staub.
1.3. Wasser
Das Wasser ist in der Wüste eine Rarität und zugleich der Stoff, der alles pflanzliche, tierische und menschlich - gesellschaftliche Leben bestimmt.
Es regnet in der Wüste nur selten, manchmal jahrelang überhaupt nicht und falls doch, dann ist der Niederschlag auch nur sehr gering. Jedoch gibt es riesige fossile Wasserreservoirs in tief gelegenen Schichten, die zur Bewässerung und zum Überleben genutzt werden.
Jedoch versalzt durch einen aufsteigenden Bodenwasserstrom auch der Boden (verbrackte Böden).
Auch Salzseen sind in der Sahara zu finden, wie der Ounianga Serir. Dieser See ist von Dattel- und Dumpalmen und von Süßwasserquellen umgeben, welche die Verdunstung ausgleichen. Das Wasser beziehen auch diese Seen aus dem fossilen Wasserreservoir.
Verschiedene Süßwasserseen (sind sehr selten), wie der See Boku, haben einen unterirdischen Speicher, der mit Regenwasser gefüllt ist. Ihre Versalzung (durch salzanreichende Verdunstung) wird durch auf dem Wasser schwimmende Schilfwälder verhindert, die den See von allen Seiten überwuchern.
Vereinzelt entspringen auch Flüsse im Atlasgebirge und fließen so weit, bis das Wasser vollständig im Wüstensand verloren ist. Seen, die außerhalb der ariden Gebiete entspringen und sich in der Wüste verlieren, nennt man Endseen.
Weiterhin gibt es Tümpel, die sich nach Regenfällen bilden und Gueltas oder Aguelmane (ständige mit Wasser gefüllte Becken).
Außer des Nils gibt es nur episodische Wasserläufe, wie Wadis (Trockentäler, meist in Kies - und Steinwüsten, die nur nach episodischen oder periodischen Regenfällen Wasser führen).
An Austritten von Grundwasserstellen befinden sich Oasen. Zusätzlich gibt es in Oasen neben den natürlichen Quellen auch vom Menschen erbaute Brunnen. Die Böden sind dann meist sehr fruchtbar.
1.4. Das Relief
Wenn man an tropische Wüsten denkt, assoziiert man diese sofort mit Sanddünen. Tatsächlich können Wüsten aber viel mehr Landschaftsformen beherbergen.
Die Sahara besteht abwechselnd aus Fels- und Steinwüste (Hamada), Kieswüste (Serir), Sand- und Dünenwüste (Erg). Diese Oberflächenformen bestehen wiederum auch aus verschiedenen Gesteinsarten. Für das Hamada sind drei Arten kennzeichnend: Basalt, Sandstein und Kalkstein.
Auch gibt es Ton-, Lehm- und Salzpfannen (Sebecha oder Schotts genannt).
In der Sahara unterscheidet man meist zwischen 5 Formen:
1. Die Ebene. Man bezeichnet sie als der Reg (oder Serire), dieser besteht aus grobem Sand, Schotter, Felsfragmenten oder Kies .
Kieswüsten (Serir) liegen in alluvialen Niederungen. Da der Kies von Pflanzen durchdrungen werden kann, sind sie meist vegetationslos. Meist sind Serirs salzarm
2. Die Düne. Die Form und Höhe variiert wegen der Windverhältnisse, die Größe wegen des Schwemmsand-Depots. Die Dünen können sich über mehrere Hundertkilometern erstrecken und entweder von einem dünnen Sandfilm bedeckt sein oder ein Sandmassiv sein.
Die Sandkörner der Ergs sind wegen des Eisenoxids leuchtendrot. Charakteristisch ist auch ein hoher Kalkgehalt. Sand kann Wasser sehr gut speichern, so dass es trotz des seltenen Niederschlages und den besonders hohen Temperaturen zu spärlichen Pflanzenwuchs kommt.
Beispiele für Dünen sind: Westlicher Großer Erg, Östlicher Großer
Erg, Erg Chech,...
3. Das Gebirge. Das Relief ist stark zerklüftet und meistens handelt es sich um Massive aus Granit und Gneis und um vulkanische Strukturen. Durch langfristige Erosion sind die Berge bis auf den Fels entblößt. Tibesti und Ahaggar sind Beispiele für solche Gebirge.
4. Das Plateau. Die Formen des Plateaus lassen sich wiederum unterteilen in Tassilis (bestehen aus Sandstein) und Hamadas (bestehen aus Kalkstein). Diese Plateaus sind fast horizontale, felsige Flächen. Das zentrale Plateau erstreckt sich über 1600 km und ist ca. 580 bis 760m hoch, mancherorts erheben sich Gebirge.
5. Die Steppe. Die Sahara wird von wüstenähnlichen Steppen im Norden und Süden umgeben. Bei diesen Steppen handelt es sich um eintönige und weite Flächen
Im Wesentlichen ist die Sahara ein Tafelland mit mittleren Höhen zwischen 200 und 500 Metern. Im Norden, besonders in Ägypten und Algerien, liegen manche Gebiete unter dem Meeresspiegel. Den tiefsten Punkt des afrikanischen Kontinents bildet die Kattarasenke, mit 133m unter dem Meeresspiegel. Flache Senken, besonders die Sebechas (mit Salz- und Tonablagerungen) werden von den Menschen weitgehend gemieden, da sich unter den weißen Salzkristallen oftmals ein Schlamm verbirgt, in dem Mensch und Tier in Sekundenschnelle versinken.
1.5. Boden und geologischer Bau
Reiner Wüstensand ist kein Boden, sondern ein Lockergestein.
Grobe Eigenschaften des Wüstenbodens sind geringer Humusgehalt, Skelettreichtum (Steine mit einer Korngröße von über 2mm Durchmesser), grobes Gefüge, als auch eine Tendenz zur Kalk- und Salzanreicherung.
In niederschlagsarmen Gebieten entwickelt sich der Boden kaum. Es gibt nur eine geringe Pflanzendecke. Deshalb ist eine starke Winderosion möglich. Es kann sich kaum Humus bilden und das Bodenleben ist kaum entwickelt. Dazu kommt, dass das Bodenwasser nur kurzzeitig vorhanden ist.
Der Boden in der Wüste ist unterschiedlich profiliert, je nachdem, um welche Wüstenform es sich handelt.
Sandböden sowie steinige Felsböden sind die trockensten Bodenarten, tonige Böden die feuchtesten. Aber auch bei Tonböden werden bei den kurzen Regenfällen nur die Oberflächenschichten kurzzeitig befeuchtet. Wegen der starken Verdunstung trocknet der Boden sofort wieder aus und es bilden sich Risse wegen der Bodenschrumpfung.
Zwar ist der Wüstensand kein richtiger Boden, sondern nur Lockergestein, aber wegen seiner gut ausgeprägten Versickerungseigenschaft kann er Bodenwasser sehr gut speichern. Es trocknen jedoch die obersten Schichten aus, da durch große Bodenporen die kapillare Wasserfäden abreißen und so der größte Teil des Sickerwassers an derartigen Standorten meist erhalten bleibt.
In Felsböden versickert das Wassers in den mit Feinerde ausgefüllten Spalten sehr schnell. Da jedoch nur eine geringe Verdunstung herrscht, ist das Speichervermögen optimal.
Allgemein kann man sagen, dass auch der Wüstenboden in drei Horizonte unterteilt ist. Der A-Horizont (= Eluvialhorizont) besteht hauptsächlich aus Schutt, Schotter, Kies oder Sand. Auf Grund dieses Horizonts/Auflage kann nur wenig Wasser gespeichert werden.
Im B-Horizont reichert sich Kalk an (= Kalkanreicherunsghorizont) und im C-Horizont befindet sich das Ausgangsgestein, das oben verwittert und in der Tiefe unverwittert ist.
Das Ausgangsgestein ist meist Sandstein, das durch Verwitterung zu Sand zerfällt. In den Bergen ist das Ausgangsgestein meist vulkanisch, und besteht aus Basalt und Gestein.
1.6. Pflanzen und Tiere
Die Flora und Fauna haben sich an diese extremen Lebensbedingungen, wie große Verdunstung und Temperaturschwankungen, Trockenheit und heftige Winde, in der Wüste angepasst. Trotzdem ist die Sahara mit Ausnahme der Oasen fast vegetationslos. Zudem müssen sich die Pflanzen an einen hohen Salzgehalt anpassen.
Vereinzelt sind Palmen, Akazien, Flechten, Sträucher, Disteln, Ranunkel, Drin-Gras (besonders in Dünenregionen) und Büsche zu finden. Insgesamt soll es auch über 30 Arten von Gänsefußgewächsen in der Sahara geben. Sie wachsen besonders in Regs (ebenen).
An Seen findet man Palmen, Schilf, Datteln.
Dank der Quellen und Brunnen in den Oasen ist die Vegetation dort vielfältiger als in der Wüste selbst. Die ursprünglichen Strauchbestände wurden jedoch weitgehend durch Dattelpalmen, Akazien, Obstbäume und Getreide ersetzt.
Auch die Tiere haben sich an diese extremen Lebensbedingungen angepasst und deshalb gibt es auch recht viele verschiedene Tierarten. Angeblich soll es rund 20 Fischarten, 10 Amphibien und 106 Reptilienarten (darunter 5 Frosch-, 54 Eidechsen-, und 31 Schlangenarten), 116 Säuger- etwa 60 Brutvogelarten sowie mehrere 100 Arten von Zugvögeln in der größten Wüste der Welt geben. Konkret gibt es unter anderem Wüstenfüchse, Afrikanische Sandeidechsen, Wüstenspringmäuse, Rüppelfüchse, Gazellen, Antilopen, Schakale, Dachse, Hyänen, Zibetkatzen. Von den Vögeln gibt es zum Beispiel Kaiseradler, Kronenadler, Flughuhn, Steinlerche, Wüstenläuferlerche. Außerdem leben dann in dieser Region noch die Kobra, Mendesantilope, nubische Wildesel, Insekten, Warane, Enten, Hornviper und natürlich das Kamel. Dies sind jedoch nur einige ausgewählte Tierarten.
Das Nilgebiet bietet ebenfalls wie Oasen eine vielfältigere Flora und Fauna.
2. Der Einfluss des Klimas auf die anderen Geofaktoren
Das Klima übt auf alle Geofaktoren die größte Wirkung aus. So ist der geringe Niederschlag auf Grund der Luftverhältnisse zu erklären. Dies hat Auswirkungen auf den Wasserhaushalt der Sahara allgemein und dies wiederum auf den geologischen Bau, das Relief und auf den Boden. Und dies übt wiederum Einfluss auf die Flora und Fauna in der Sahara aus und die Pflanzen bestimmen wiederum den Humushaushalt des Bodens. Alles ist irgendwie miteinander verbunden und ein Eingriff in diesen Kreislauf hätte eine Kettenreaktion zur Folge, wie die Desertifikation aufzeigt.
Weil das Klima die größte Auswirkung auf die Pflanzen und Tierwelt ausübt, mussten sich die Lebewesen lernen anzupassen. Mit den unterschiedlichsten Methoden wurde das Überleben in einer lebensfeindlichen Umgebung gesichert.
Anpassung der Tiere und Pflanzen an ihre Umwelt
Die Afrikanische Sandeidechse läuft dank ihren ,,Schwimmhäuten" zwischen den Zehen beinahe leichtfüßig über den weichen und heißen Untergrund. Wenn Gefahr droht, kann sie sich in den Wüstenboden eingraben.
Das Eingraben in den kühlen Boden, dessen Sand luftdurchlässig ist, nutzen auch viele andere Tiere, wie Wüstenfuchs, Wüstenspringmaus und Rüppelfuchs. Sie sind nachtaktive Tiere. Deshalb sind viele Tiere auch mehr im Erg zu finden, da dort der Untergrund weicher ist.
Trotz der Wasserarmut gibt es in der Wüste auch Frösche. Ihre Wachstumszeit ist kürzer und sie verbringen auch nur einen kleinen Teil ihres Lebens im Wasser. Bei einem Regenguss wimmelt es aber ziemlich schnell von Fröschen in einer Pfütze. Sie vergraben sich ebenfalls oder verstecken sich in Felsspalten.
Reptilien nehmen Wasser durch Vermittlung ihrer Beute auf und speichern es länger als Warmblütler. Ihre Haut ist schuppig und trocken.
Vögel und größere Säugetiere überleben in der Wüste nur wegen ihrer ständigen Bewegung.
Das Kamel wird nicht umsonst ,,Wüstenschiff" genannt. Bis zu 200 Liter kann es innerhalb einer Viertelstunde zu sich nehmen und dann einen halben Monat ohne zu trinken durch die Wüste ziehen.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass viele Tiere lange Wasser speichern können und so längere Zeit ohne dieses auskommen. Ebenfalls eine Anpassung, ist das Eingraben in den weichen und kühlen Wüstensand.
(Trotz dieser Anpassungen, fehlt mit Ausnahmen der Oasen in der Libyschen Wüste tierisches oder pflanzliches Leben nahezu völlig.)
Die Pflanzen sind den widrigen Bedingungen noch mehr ausgesetzt.
Manche Pflanzen verlieren wegen der Trockenheit ihre Blätter, beim geringsten Regen ergrünen sie von neuem. Eine spektakuläre Blütenpracht wird nach Regenfällen durch Pflanzen ermöglicht, die unterirdische Pflanzenorgane haben, die bei Trockenheit ,,auf Sparflamme" gehalten werden. Beispiele für solche Pflanzen sind Liliengewächse.
Manche Flechten leben wegen des Mangels an Schatten in den Poren von Kalkgestein. Dort werden sie vor Austrocknung geschützt und bekommen dennoch genügend Licht.
Andere Flechten überleben aber auch auf glühendheißen Steinen, wie Ramalina maciformis, die erst bei 85°C eingeht.
Weitere Pflanzen warten in Form von Samen auf Wasser. Regnet es, dann wachsen, blühen und
sterben sie innerhalb weniger Tage - übrig bleibt wiederum neuer Samen.
Die Wurzelstränge mancher Sträucher haben eine Länge von insgesamt 600 km, welche dann bis zu 1000 km² verzweigt sind.
Um sich vor der großen Verdunstung zu schützen, haben manche Pflanzen eine haarige, dornige oder runzlige Oberfläche oder einen Wachsüberzug. Sie breiten sich dicht über dem Erdboden aus, damit der Wind sie nicht austrocknet.
Eine weitere Methode ist, dass Pflanzen einer Art Abstand zu einander halten. Um so weniger es regnet, um so größer der Abstand.
Zusammenfassend sind als die wichtigsten Anpassungsformen der Pflanzen an den Lebensraum Wüste lange oder breitflächige Wurzeln, Knollen- und Zwiebelpflanzen (Geophythen), Speicherung von Wasservorräten in Blättern, Stengeln und Wurzeln (Sukkulenz), Verkleinerung der transpirierenden Oberfläche durch Blätter, die zu Dornen zurückgebildet sind und Sprossen (Xeromorphie) und die Anpassung an salzhaltige Standorte (Halomorphie) zu nennen.
Einfluss des Klimas auf das Relief und des Bodens
Das Klima ist sehr trocken und heiß, deshalb können nur wenige Pflanzen in der Sahara leben. Infolge dieser Vegetationsarmut entsteht kaum Humus und der Boden bleibt so humusarm.
Wegen der fehlenden Pflanzendecke ist der Boden und das Gestein schutzlos der Erosion durch Wind und Wasser ausgesetzt. Da die Erosion durch den Nord-Ost-Passat besonders bis in die Tiefe einwirkt, können auf diese Weise Wadis, Canyons und Schluchten entstehen.
Doch auch hat das Klima in erster Linie Einfluss auf den Boden, denn wegen der Niederschlagsarmut kann sich der Boden nur schlecht ausbilden.
Das Relief wird durch physikalische Verwitterung geprägt. Besondere Bedeutung hat der große Tag/Nacht-Temperaturunterschied. Die Gesteine werden buchstäblich mit der zeit zertrümmert und so wird das Gesteinsmaterial zunehmend feiner. Der Wind formt die Dünen. Nur selten bleiben Dünen lange unverändert
Da er viel Sand/Staub transportiert, hat er eine große Erosionskraft und er schleift so das Gestein ab und es können zum Beispiel Pilzfelsen oder Windkanter entstehen. Gelegentlich wolkenbruchartige Regenfälle prägen das Relief zudem.
Die ,,Zeugenberge" im Tassili de Hoggar dokumentieren die einstige Ausdehnung eines Plateaus, welches die Erosion zermahlen hat.
3. Ökologische Probleme durch menschliche Nutzung
Die Menschen machen sich jede geographische Zone, trotz der widrigen Lebensbedingungen, zu nutze und leben sogar teilweise in ihr.
Durch Bohrungen kann das fossile Wasser genutzt werden, es wird mit Foggaras oder Seguias zu den gewünschten Gebieten geleitet.
Zwar kann dadurch der Ackerboden nutzbar gemacht werden und es entstehen auch Oasen, allerdings können diese Wasservorräte wegen des fehlenden Niederschlages nicht erneuert werden. Der Ackerbau ist deshalb nur so lange möglich, bis das Wasser aufgebraucht ist. Ein großes Becken fossiles Wasser, das nutzbar gemacht wurde, ist das Kufra Becken, wo sich heute auch Oasen befinden.
Durch die Entstehung von neuen Oasen und Ackerfeldern wurden auch manche Menschen in der Sahara sesshaft. Sie leben von Viehzucht und Ackerbau.
Früher zogen Nomaden durch die Wüsten. Sie lebten vom Handel und vom Tausch. In dieser Zeit wurde das Bewässerungssystem, die Karawanenwege ausgebaut und viele künstliche Oasen geschaffen. Die Oasen verfielen jedoch mit dem Ende des Goldhandels.
Die langen Dürreperioden in der 70er und 80er Jahren bedeuten das Ende des Nomadismus.
Durch die Verdunstung des Wasser reichert sich Salz an der Bodenoberfläche an, wodurch dann dort keine Pflanzen mehr wachsen können und so der Boden auch für den Anbau unbrauchbar wird.
Manchmal werden auch zu viele Tiere auf einer zu kleinen Weidefläche gehalten. Dies führt dann zu einer Ausbreitung ungenießbarer Unkräuter auf Kosten der erwünschten Weidepflanzen. Langfristig gesehen kommt es zu einer Auflockerung und zu einem Rückgang der Pflanzendecke, was schließlich zu deren Zerstörung führt. Durch die Erosion wird die Bodendecke fast vollständig abgetragen und zurück bleibt nackter Fels, welches auch der Neuansiedlung von Pflanzen entgegenwirkt.
Die spärliche Vegetation verschwindet fast vollständig, die Artenvielfalt nimmt ab und auch Tiere werden ihres Lebensraumes beraubt. Auch Brände und Abholzung führten dazu, dass sich die Wüste immer mehr ausbreiten konnte. Man nennt diesen Vorgang Desertifikation. Laut einer Studie der Vereinten Nationen von 1984 sind 35 % der Landoberfläche der Erde von dieser Verwüstung betroffen.
Auch die Art des Anbau, wie verkürzte Brachezeiten, führen zu einer Auslaugung des Bodens (rasches Aufbrauchen von Nährstoffen), das Pflügen in Richtung des Hängegefälles, was die Abschwemmung von Bodenmaterial verstärkt, oder die Verwendung schlechter Bewässerungstechniken, was zu einer Versalzung des Bodens verursacht, führen zu Nährstoffverlusten des Bodens. Und dies ist wegen des ariden Klimas nur sehr schwer rückgängig zu machen.
Ein weitere Ursache der Desertifikation ist die Abholzung des Waldes, um neues Land für die Landwirtschaft oder um Feuerholz zu gewinnen. Aber es gibt auch natürliche Faktoren, die zur Desertifikation führen. Jahrelange Dürreperioden oder klimatische Veränderungen führen ebenfalls zu einer Bodenverschlechterung. Man versucht durch Anpflanzen von Baumreihen die Ausbreitung der Wüste zu verhindern und durch ein unterirdisches Bewässerungssystem der Versalzung des Bodens entgegenzuwirken.
Auch die reichhaltigen Bodenschätze, wie Erdöl, Erdgas, Erze, Steinkohle, Phosphat und Uran, in der Sahara, werden vom Menschen, wenn auch sehr langsam abgebaut.
Ebenfalls wurden Straßen in der Sahara ausgebaut.
Quellenverzeichnis
Literatur
,,Zauber und Schönheit unserer Erde"
© Verlag Das Beste, Stuttgart 1992
,,Sahara" von Jean-Yves Montagu
© deutschsprachige Rechte Bechtermünz Verlag GmbH, Eltville Rhein 1994
,,Afrika - Paradies und Hölle der Tiere" von Dipl.-Ing. Josef Vàgner
© Artia, Praha
Microsoft Encarta Enzyklopädie PLUS 2000
© Microsoft Corporation 1993-1999
,,GEO - Das neue Bild der Erde" Nr.10/Oktober 1999
© Gruner + Jahr AG &Co. Druck- und Verlagshaus Hamburg
,,Kosmos - Natur entdecken - Verstehen - Schützen" Dezember 1998
© Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde, Stuttgart
Deutsche-Verlags-Anstalt GmbH Stuttgart
,,Bertelsmann Discovery - Das Große Universallexikon auf CD-ROM Ausgabe 95/96"
© Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH
Bertelsmann Electronic Publishing, Gütersloh, München 1995
,,Schülerduden Die Geographie"
© Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim 1991
Dudenverlag Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich
,,Pflanzenwelt der Erde"
© Urania- Verlag Leipzig/Jena/Berlin
Verlag für populärwissenschaftliche Literatur Leipzig, 1979
Internet:
www.klimadiagrame.de
www.geo.de
© 1997 Geo
© 1996-2000 Geo Explorer G+J Electronic Media Service GmbH
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