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Scholary Paper (Seminar), 2001, 49 Pages
Author: Christoph Zeidler
Subject: Cultural Studies
Details
Institution/College: European University Viadrina Frankfurt (Oder)
Tags: Schiff, Frankfurt, Planspiel, Durchführung, Projektes, Oder, Kultur-, Veranstaltungsmanagement, Stadt, Region
Year: 2001
Pages: 49
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-03960-9
File size: 252 KB
Diese Arbeit ist ein Planspiel und gibt am konkreten Beispiel, der Organisation eines Events, Einblick in Prozesse der Proj! ektorganisation und des Total Quality Managements. Budgetplanung, Zeitplanung, PR und praktische Muster-Anschreiben und -Pressemitteilungen sind in der Arbeit enthalten.
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Fulltext (computer-generated)
Seminararbeit · Sommersemester 2001
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Fakultät für Kulturwissenschaften
,,SCHIFF AHOI Frankfurt ufert aus!"
Planspiel zur Durchführung eines kulturellen
Projektes auf der Oder
Seminar Typ C:
Kultur- und Veranstaltungsmanagement für Stadt und Region
am Beispiel Frankfurt (Oder)
Seminarleitung:
Andreas Bitter
Ausarbeitung:
Steffen Bäuerle, Heidrun Janz, Vera Vysiotis, Christoph Zeidler
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
I.1 Die Idee eines Kulturschiffes auf der Oder
3
I.2 Vorteile für Stadt und Region
4
II. Hauptteil
II.1 Programm
6
Freitag Lesung
Samstag
Vortrag "Frankfurt (Oder) im Wandel der Zeiten"
Tanz in die Nacht mit Feuerwerk
Sonntag Jazz-Frühstück
II.2 Projektabläufe - die fünf Säulen
1. Budgetplanung
8
2. Zeitplanung
10
3. Personalplanung
12
4. Qualitätsmanagement
17
5. Presseabteilung / Öffentlichkeitsarbeit
29
II.3 Exkurs: Simulation einer Konfliktsituation im Team
31
II.4 Exkurs: Rechtliche Schwierigkeiten und deren Lösung am Beispiel
33
("Feuerwerk an der Oder um 24.00 Uhr")
III. Checklisten
35
IV. Literatur
44
V. Anhang
V.1 Muster-Pressemitteilungen
44
V.2 Muster-Anschreiben für finanzielle Förderung
47
V.3 Schwierigkeiten bei der Projektplanung in der Vorlaufszeit
49
2
I. Einleitung
I.1 Die Idee eines Kulturschiffes auf der Oder
Im kommenden Frühjahr/Sommer soll es in Frankfurt eine ganz besondere kulturelle
Veranstaltung geben. Drei Tage lang wird ein Kulturschiff auf der Oder in der Stadt
anlegen, welches den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm mit Lesung,
Vortrag, Tanz, Musik und kulinarischen Leckerbissen bieten wird.
Diese Veranstaltung, auf dem Fluß als Bindeglied zwischen Frankfurt und Slubice
gelegen, soll für Deutsche und Polen gleichermaßen ansprechend sein, mit einem
deutsch-polnischen Rahmenprogramm und sowohl deutschen als auch polnischen
Künstlern und Gästen.
Die Idee eines Kulturschiffes ist für Frankfurt einmalig und außergewöhnlich. Ein
vergleichbares Unternehmen war der Besuch des Theaterschiffes aus Potsdam im
vergangenen Jahr, der jedoch eine Seltenheit darstellte. Ansonsten ist der Fluß nur
mangelhaft ins Stadtbild integriert und bisher nicht für kulturelle Projekte dieser Art
genutzt worden.
Das Kulturschiff stellt eine Besonderheit gegenüber anderen Kulturstätten dar, da man
sich während der Veranstaltung auf dem Wasser befindet, und nicht in einem Gebäude
mit festem Untergrund. Das ist zwar logisch und folgerichtig und liegt in der Natur eines
Schiffes. Doch ist es für die Atmosphäre der Veranstaltung von Bedeutung, weshalb es
hier noch einmal ausdrücklich Erwähnung findet. Auf einem Schiff herrscht eine
besondere Atmosphäre, die dem Ganzen einen besonderen Reiz gibt. Dies ist auch in
der Promotions-Phase des Projektes deutlich herauszustellen. Das Kulturschiff soll eine
besondere und spannende Abwechslung im sonstigen Kulturbetrieb darstellen.
Das Programm soll die einstige, historische Dimension des Wirtschaftsstandortes
Frankfurt sichtbar machen. Frankfurt (Oder) war im Mittelalter und der frühen Neuzeit
als Hansestadt, Messeort und Universitätsstadt ein Wirtschaftszentrum von
überregionaler Bedeutung. Menschen, Waren und Gedanken aus dem westlichen und
östlichen Europa trafen sich hier. Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts brachte
vielfältige Einbrüche und Krisen. Die Kriege des 20. Jahrhunderts machten den alten
Umschlagsplatz zum marginalisierten Grenzort. Das Kulturschiff ist somit Übersetzer
nicht nur von einem Ufer zum anderen, sondern auch von einer Zeit in die andere.
3
I.2 Vorteile für Stadt und Region
Frankfurt ist eine "grüne Stadt am Fluß". Wie selbstverständlich gehört der Grenzfluß
zum Stadtbild und zur umliegenden Region. Aber welche anderen Funktionen erfüllte
und erfüllt der Fluß? Wie tritt er im Allgemeinen in Erscheinung? Kommt die Oder im
Stadtbild ausreichend zur Geltung?
Das Kulturschiff bietet, als Mittler zwischen Wasser und Stadt, die Möglichkeit, Frankfurt
und die Oder als Einheit, sowie auch als "Stadt am Fluß" niveauvoll zu präsentieren,
und den Bewohnern den Fluß wieder mehr ins Bewußtsein zu rücken.
Aufgrund städtebaulicher Gegebenheiten bleibt der Fluß leider oft unbeachtet, da er
nicht in das Stadtzentrum eingebunden ist, sondern parallel zur Haupteinkaufsstraße,
der Magistrale, verläuft. Das Kulturschiff bietet die Möglichkeit, den Fluß neu zu
entdecken und in einem anderen Kontext zu sehen. Nicht zuletzt aufgrund seines
außergewöhnlichen Schauplatzes wird das Kulturschiff zahlreiche Neugierige aus
Frankfurt, der umliegenden Region und Slubice anziehen und ,,an Bord holen".
Andere Veranstaltungsorte liegen sowohl im Zentrum der Stadt, als auch in direkter
Fluß und Grenznähe. Ungewöhnlich und reizvoller hingegen ist nach Ansicht der
Autoren eine Veranstaltung direkt auf dem Fluß. Ein attraktiver Veranstaltungsort auf
dem Wasser hebt sich nicht nur von üblichen Kulturstätten ab, sondern verdeutlicht
zugleich die "fließende" Verbindung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der
Republik Polen. Die Anlegestelle ist zentral gelegen und in nur wenigen Minuten vom
Frankfurter Zentrum und von Slubice aus erreichbar.
Frankfurt verfügt über eine sehr gute Straßen-, Autobahn- und Bahnanbindung in das
Land Brandenburg und nach Berlin. Die Stadt ist Ziel bzw. Zwischenstation vieler
Menschen aus der Region Brandenburg, welche in Polen ihre Freizeit verbringen oder
günstig einkaufen möchten. Das Kulturschiff bietet, unter anderem durch seine
unmittelbare Präsenz auf der Oder in Sichtweite zum Grenzübergang, die Möglichkeit,
die An- und Durchreisenden neugierig zu machen und somit einen Gang nach Polen mit
einem außergewöhnlichen kulturellen Abend in Frankfurt zu verbinden. Die Neugier auf
den Fluß, auf Frankfurt und auf Slubice soll geweckt werden, denn die Region hat mehr
zu bieten als ,,Tax-Free-Shopping"!
Als eine der größten brandenburgischen Städte an der Grenze zu Polen und als
regionales Oberzentrum hat Frankfurt eine Sonderposition inne, die bisher leider nicht
ausreichend hervorgehoben bzw. genutzt wurde. Zu sehr lastet auf Frankfurt noch der
4
Geist der Kasernen- und Beamtenstadt, die Frankfurt zu Zeiten der DDR einmal
gewesen ist. Doch wäre es an sich ein leichtes, Interessenten aus dem Umland für
kulturelle Highlights nach Frankfurt zu ziehen. Dies beweist die Messe- und
Veranstaltungs GmbH immer wieder mit Veranstaltungen auf dem Messegelände oder
im KleistForum.
Auf dem Weg zur Oder, und somit zum Kulturschiff, muß der Interessent aus der
Region durch Frankfurt hindurch, er lernt somit mehr von der Stadt und ihren schönen
Seiten kennen. Somit bildet nicht nur die Oder eine Brücke zu Polen, sondern ebenfalls
das Kulturschiff eine Brücke von der Peripherie ins Zentrum, einen Weg nicht an
Frankfurt vorbei, sondern ins Herz der Stadt.
5
II. Hauptteil
II.1 Ausführliches Programm der Initiative ,,Kulturschiff auf der Oder"
Mit dem Slogan ,,SCHIFF AHOI - Frankfurt ufert aus!" sind interessierte Bürger aus
Frankfurt, Slubice und Umgebung zu einer dreitägigen Veranstaltungsreihe auf das,
extra zu diesem Zweck eingerichteten, ,,Kulturschiff" eingeladen. Geplant ist die
Veranstaltung für den 24., 25. und 26. Mai kommenden Jahres 2002.
Das ,,Kulturschiff"-Event auf der Oder wurde mit dem Ziel initiiert und gestaltet, die
Menschen der benachbarten Länder Deutschland und Polen freundschaftlich
zusammenkommen zu lassen, und dem Fluß selber mehr Geltung im Stadtraum zu
verleihen.
Programmablauf
Freitag, 24.Mai:
Einlaß 18.30 Uhr - Ende 22.30 Uhr
Das Programm beginnt am Freitag um 19.00 Uhr mit einer etwa fünf- bis zehnminütigen
Eröffnungs- bzw. Begrüßungsrede der Vorsitzenden der Initiative Heidrun Janz und
einem Sekt-Empfang auf dem Sonnendeck des "Kulturschiffes". Es ist auch
vorgesehen, daß sich gegebenenfalls ein/e Vertreter/in der Stadt Frankfurt (Oder) und
der Viadrina zu der Initiative "Kulturschiff auf der Oder" mit ein paar Worten äußern.
Nach diesem Stehempfang können sich die Gäste in den Salon unter Deck zu der um
19.30 Uhr beginnenden Lesung begeben. Felix Ackermann, ein literarisch talentierter
Student der Viadrina, und Dr. Malgorzata Trebisz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am
Lehrstuhl für osteuropäische Literaturen, lesen eigene Texte in deutscher und
polnischer Sprache. Mit dieser deutsch-polnischen Lesung wollen wir die Absicht des
"Kulturschiffes" unterstreichen, interessierte Bürger aus Frankfurt und Slubice
zusammenzubringen.
Im Anschluß daran (ab ca. 20.30 Uhr) ist die Möglichkeit geboten, Fragen im Rahmen
einer Diskussion an die jungen Autoren zu richten.
Samstag, 25. Mai:
Einlaß 19.30 Uhr - Ende 02 Uhr
Den Auftakt am Samstag um 20 Uhr bildet der ca. einstündige Vortrag "Frankfurt (Oder)
im Wandel der Zeiten", über die wechselvolle Geschichte der Stadt und seines Flusses.
Es spricht Prof. Dr. Dr. Ulrich Knefelkamp, Inhaber des Lehrstuhls für Mittelalterliche
Geschichte Mitteleuropas der Fakultät für Kulturwissenschaften an der Europa-
Universität Viadrina, im Salon unter Deck.
6
Das musikalische Highlight des Abends ist der "Tanz in die Nacht" im Salon und auf
dem Sonnendeck ab 22 Uhr. Für Spaß und Unterhaltung wird ,,die Oldie-Band" aus
Frankfurt sorgen, und auch die Schiffs-Bar ist wieder geöffnet.
Zur Überraschung der Gäste gibt es um 24 Uhr ein Feuerwerk, außerhalb des Schiffes,
am Ufer in sicherer Distanz. Danach soll die Veranstaltung langsam bis 02 Uhr zum
Ende kommen, je nach Lust und Laune der Gäste.
Sonntag, 26.Mai:
Einlaß 10 Uhr - Ende 15 Uhr
Für den Sonntag ist ab 10 Uhr morgens ein Jazz-Brunch als Ausklang der
Veranstaltungsreihe vorgesehen. Das heißt, es wird bis zum frühen Nachmittag ein
Frühstücksbüfett mit kulinarischen Leckerbissen im Salon geben. Die Jazz-Band
,,monk′s holiday" des Viadrina-Studenten Damian Arikas sorgt, ebenfalls unter Deck, für
angenehme Klänge im Hintergrund. Die Gäste haben auch die Möglichkeit bei schönem
Wetter, auf dem Sonndeck sitzend den Brunch einzunehmen.
7
II.2 Projektabläufe
II.2.1 Budgetplanung
Im folgenden versuchen wir, eine kurze Übersicht über die finanziellen Grundlagen zu
geben, auf denen diese Arbeit aufbaut. Die Angaben in Euro sind von vier Nachkomma-
stellen ausgehend gerundet, jedoch nur nachrichtlich aufgeführt.
Da das Schiff nur eine Kapazität von maximal 80 Personen faßt, ist dies sogleich die
Zahl anhand derer wir versuchen, die Kosten zu kalkulieren. Nach Rücksprache mit
örtlichen Veranstaltern ist es problemlos möglich, diese Zahl bei entsprechender
Öffentlichkeitsarbeit zu erreichen.
Da sich aufgrund der hohen Sachkosten, die sich hauptsächlich durch die Bereitstellung
des Schiffes ergeben (trotz eines speziell ausgehandelten Preises), die Veranstaltung
nicht aus eigenen Mitteln trägt, liegen dem Finanzierungsplan Zuschüsse von Förderern
und Sponsoren zugrunde, die nach Rücksprache mit den jeweiligen Zuwendungs-
gebern realistische Größen darstellen. Das Projektteam hat nur geringe Porto- und
Telefonkosten angesetzt, im Bewußtsein und mit dem Willen darüber hinaus gehende
Summen aus der eigenen Tasche zu finanzieren, um die eigene Idee Wirklichkeit
werden zu lassen.
Ausgehend von 80 Besuchern pro Veranstaltung ergibt sich folgende Aufstellung:
AUSGABEN:
13382,60 DM (6842,42 )
Sachkosten:
9650.- DM
Schiff:
8000.- DM (pauschal, inkl. Technik/Ausstattung)
Kosten für Feuerwerk:
1500.- DM
Porto / Telefon:
150.- DM
Getränke (ohne Pfand) und Buffet:
1712,60 DM
Heißgetränke (Kaffee, Tee, Kakao) gehen auf Rechnung der Schiffsbetreiber.
Alle Getränke werden vom Händler auf Kommission erworben, Bier stellt die Oderland-
Brauerei kostenlos zur Verfügung.
Getränke Freitag:
90.- DM
(15 Flaschen Sekt à DM 6.-)
53,40 DM
(6 Flaschen O-Saft à DM 8,90)
Getränke Samstag:
48.- DM
(8 Flaschen Sekt à DM 6.-)
8
50.- DM
(10 Flaschen Rotwein à DM 5.-)
50.- DM
(10 Flaschen Weißwein à DM 5.-)
25.- DM
(5 Flaschen Rosé à DM 5.-)
135.- DM
(10 Kästen Cola / Fanta / Sprite à DM 13,50)
25.- DM
(5 Kästen Mineralwasser à DM 5.-)
35,60 DM
(4 Kästen versch. Säfte à DM 8,90)
Getränke Sonntag:
90.- DM
(15 Flaschen Sekt à DM 6.-)
35,60 DM
(4 Kästen versch. Säfte à DM 8,90)
25.- DM
(5 Kästen Mineralwasser à DM 5.-)
Speisen Sonntag:
960.- DM
(Brunch DM 12.- pro Person)
Personalkosten:
2020.- DM
180.- DM (Täglich 4 Reinigungskräfte, 5h/Tag = DM 60)
840.- DM (Bedienpersonal, Stundensatz DM 10.-,
Freitag 4 x 4h, Samstag 6 x 8h, Sonntag 4 x 5h)
400.- DM (Einlaß/Security, pauschal 200.- DM/Tag)
600.- DM (Jazz-Band 2,5h)
EINNAHMEN:
13460.- DM (6881,99 )
Eintritt Freitag:
80 x 7 DM = 560.- DM
Eintritt Samstag:
80 x 30 DM = 2400.- DM
Eintritt Sonntag:
80 x 25 DM = 2000.- DM
AStA der EUV:
2000.- DM (freie Projektmittel der Studierendenschaft)
Sponsoring:
4000.-
DM
(Deutsche
Bank
24)
2500.-
DM
(Oderland
Brauerei)
ERGEBNIS:
+
77,40
DM
(39,57 )
AUSGABEN:
13382,60
DM
(6842,42 )
EINNAHMEN:
13460.- DM (6881,99 )
Es bleibt also, gemäß Finanzierungsplan, ein Überschuß von 77,40 DM.
9
II.2.2 Zeitplanung
Die Zeitplanung ist ein notwendiger Bestandteil des Eventmanagements. Sie betrifft den
Zeitraum zwischen Durchführungsbeginn und konkretem Veranstaltungstermin.
Innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens sind die organisatorischen Dinge, in
Vorbereitung auf das Event, systematisch abzuarbeiten. Für die im Mai 2002 geplante,
dreitägige Veranstaltung auf dem "Kulturschiff" bedarf es einer Vorbereitungs- bzw.
Vorlaufzeit von einem halben bis dreiviertel Jahr.
Zur Zeitplanung zählt aber auch der eigentliche Programmablauf sowie ein
Terminabgleich. Bei dem zuletzt genannten handelt es sich um ein Ausschließen von
Terminen, die der eigenen Veranstaltung entgegenstehen könnten. Dieses vorherige
Ausschließen ist wichtig, um nicht in Konkurrenzsituationen mit anderen Ereignissen
oder Veranstaltungen zu geraten.
Die Checklisten sind ein unverzichtbares Hilfsmittel bei der Abarbeitung der einzelnen
organisatorischen Punkte in der Vorlaufzeit, auch um notwendige Zwischenkontrolle
durchführen zu können. Auf Formblättern wurden wesentliche Termine notiert, um einen
besseren Überblick über die bereits erledigten Programmpunkte, und noch anstehende
zu gewährleisten. Schließlich hat man bei einer systematischen organisatorischen
Planung auch eine bessere Übersicht über noch vorhandene Zeitressourcen.
Vor Durchführungsbeginn zu klären sind:
II.2.2.1 Die Terminabstimmung
Die Terminabstimmung wurde zu Beginn der zeitlichen Planung mit Hilfe von
Checklisten durchgeführt. Dies ist wichtig, um gegebenenfalls eine Verschiebung des
Veranstaltungstermins rechtzeitig vornehmen zu können (siehe Checkliste 1). Was den
genauen Veranstaltungstermin betrifft, so haben wir das Wochenende vom 24. bis 26.
Mai 2002 bestimmt. Die Wahl fiel auf dieses Wochenende unter Berücksichtigung von
Feiertagen (eine Woche vorher ist Pfingsten) und anderen, bereits feststehenden
Veranstaltungen in Frankfurt, wie zum Beispiel das Sommerfest der Viadrina im Juni.
Das Wochenende im Mai schien uns auch vom Wetter her günstig zu sein.
II.2.2.2 Die Raumsuche
Auch der vorgesehene Veranstaltungsort, in unserem Falle ein Schiff, muß vor Beginn
der Vorlaufplanung ausfindig gemacht und rechtzeitig vertraglich gesichert werden.
Dazu haben wir mehrere Angebote aus dem Bereich der umliegenden regionalen
Fahrgastschiffahrt eingeholt und verglichen. Die Wahl fiel auf das Salonschiff "Bad
10
Saarow" mit einer Anzahl von 162 Plätzen, verteilt auf einen Salon unter Deck und ein
Sonnendeck mit 83 Stühlen. Entscheidende Auswahlkriterien waren die Größe bzw.
Personenaufnahmekapazität des Schiffes, also auch die Bestuhlung und der Mietpreis
pro Stunde bzw. die Möglichkeit eines Pauschalangebotes. In diesem Zusammenhang
ist auch zu überprüfen, ob es einer rechtlichen Genehmigung von Stadt und/oder
Bundesgrenzschutz bedarf, wenn das Schiff drei Tage am Ufer der Oder in Frankfurt
anlegt. Schließlich muß die Anlegestelle auch für das geplante Wochenende reserviert
werden. (Siehe Checkliste 2)
II.2.2.3 Das Programm
Bevor mit der Organisation und Planung begonnen werden kann, müssen natürlich die
einzelnen Programmpunkte der Veranstaltung feststehen. Geringfügige zeitliche
Verschiebungen und Änderungen können notfalls später noch vorgenommen werden.
Das Team sollte sich aber darüber einig sein, was in welchem Stil geboten werden soll.
II.2.2.4 Die Lesenden / Referenten / Musikgruppen
Wie man dem Programm entnehmen kann, ist für den Freitag eine Lesung und für den
Samstag ein kulturgeschichtlicher Vortrag ("Frankfurt/Oder im Wandel der Zeiten")
geplant. Hinzu kommt das Musikprogramm: Tanz- und Unterhaltungsmusik am
Samstagabend und eine Jazz-Band für den Sonntag (siehe Checkliste 4).
Die Anwerbung der verschiedenen Akteure für die Veranstaltung ist ebenfalls frühzeitig,
zu Beginn der Vorlaufzeit zu erledigen. Zur Absicherung unterzeichnen die
entsprechenden Akteure eine verpflichtende Vereinbarung, in der auch die Höhe des
Honorars oder aber der Verzicht auf eine Bezahlung vermerkt sein sollte.
Für die Lesung am Freitag konnten eine wissenschaftliche Mitarbeiterin und ein Student
der Viadrina persönlich angesprochen und für das Vorhaben gewonnen werden.
Dadurch, daß alle Referenten und Musiker hauptsächlich in Frankfurt (Oder) tätig sind,
ergibt sich für weitere Absprachen der Vorteil einer unkomplizierten Verständigung
während der Vorlaufzeit.
II.2.2.5 Der Durchführungsbeginn / Projektentwicklung
Nachdem die grundlegenden Dinge, wie Veranstaltungstermin und Veranstaltungsort
festgelegt und gesichert sind, können die wesentlichen organisatorischen Aufgaben in
Angriff genommen werden. Für die Vorlaufzeit müssen die sogenannten "Meilensteine"
terminiert und im Team verteilt werden, wobei jeder Mitarbeiter für einen bestimmten
11
Aufgabenbereich verantwortlich ist. In dieser Vorbereitungsphase ist es immer wieder
wichtig, Zwischenkontrollen oder -bilanzen im Projekt-Team zu vollziehen. Auf diese
Weise können mögliche organisatorische Schwierigkeiten, Mängel, Zeitengpässe oder
Konflikte im Team frühzeitig erkannt und behoben werden. Ein Controlling sollte
während der Vorlaufzeit auch in regelmäßigen Abständen für Kostenplanung und
Qualitätsmanagement durchgeführt werden.
Mit der eigentlichen Vorlaufplanung und organisatorischen Vorbereitung kann im Herbst
2001 begonnen werden. Die verschiedenen Ecktermine sind in der Checkliste 3
dargestellt. Vor allem sollten rechtzeitig Sponsoren angeworben und Fördermittel
beantragt werden. Es muß auch festgelegt sein, wann die Werbekampagne starten soll,
damit bis zu diesem Zeitpunkt alle Flyer und Plakate gestaltet und vervielfältigt sind.
II.2.2.6 Der Projektabschluß
Am Ende der mindestens halbjährigen Vorbereitungsphase kann, wenn alles gut
geplant war, der Durchführung des Events im Mai nichts mehr im Wege stehen.
Zum Abschluß des Projekts sind dann noch einige Nacharbeiten zu erledigen, die von
den Team-Mitgliedern einkalkuliert werden sollten. Vor allem geht es dabei um die
Abrechnung und Gewährleistung.
II.2.3 Personalplanung
Im Allgemeinen soll die Personalplanung die Interessen von Beschäftigten und dem
Unternehmen in Einklang bringen. Dies bedeutet auf Arbeitnehmerseite die Sicherheit
der Arbeitsplätze und auf Arbeitgeberseite die ausreichende Verfügbarkeit von
qualifiziertem Personal, auch in Krisenzeiten, zu sichern. Ein erfolgreiches
Personalwirtschaftliches Handeln erfordert also ein rechtzeitiges Nachdenken darüber,
welche Ziele mit welchen Mitteln erreicht werden sollen. Ausgangspunkt hierfür ist meist
eine Konzeption, die auf das jeweilige Unternehmen/Projekt ausgerichtet ist.
In der Konzeption sollten folgende Teilbereiche der klassischen Personalplanung
berücksichtigt werden:
-
Personalbedarfsplanung
-
Personalbeschaffungsplanung
-
Personalkostenplanung
-
Personalanpassungsplanung
12
-
Personalentwicklungsplanung
-
Personalerhaltungsplanung
-
Personaleinsatzplanung
In dem vorliegenden Fall handelt es sich jedoch um ein einmaliges Projekt, was
bedeutet, daß wir hier nur über eine kurzfristige Personalplanung im Umfang von etwa
einem Jahr sprechen. So verlieren Teilbereiche der klassischen Personalplanung wie
die Personalanpassungsplanung, die Personalerhaltungsplanung, die interne
Personalbeschaffungsplanung sowie die Personalentwicklungs- und Erhaltungsplanung
schlicht an Bedeutung.
Wichtig für die Planung des Kulturschiffs bleiben also:
1. Personalbedarfsplanung (Welche und wie viele Arbeitskräfte werden benötigt?)
2. Personalbeschaffungsplanung (Woher, wie und wann werden die Arbeitskräfte
eingespannt?)
3.
Personaleinsatzplanung (Wie und welche Arbeitskräfte werden wann
eingesetzt?)
4. Peronalkostenplanung (Welche Kosten entstehen?)
Im folgenden werden wir nun näher auf die für unser Projekt relevanten Teilbereiche
eingehen und die Vorteile sowie Risiken der angewandten Instrumente beschreiben.
II.2.3.1 Personalbedarfsplanung
Die Personalbedarfsplanung beschäftigt sich hauptsächlich mit der Frage wie viele
Arbeitskräfte mit welcher Qualifikation zu den bestimmten Zeitpunkten benötigt werden.
Sie soll also dafür sorgen, daß ausreichend Personal für das anstehende Projekt
eingeplant wird. Für Projekte denen eine kurzfristige Personalplanung zu Grunde liegt,
wird meist ein Schätzverfahren mit einer Expertenbefragung angewandt. Nachteile sind
dabei die größere Unsicherheit und die Subjektivität, da oft zu wenig Personal
eingeplant wird. So besteht die Gefahr, daß das Personal schnell überlastet ist, was zu
folgenden Problemen führen kann:
-
längere Wartezeiten für die Kunden
-
hoher Qualitätsverlust
-
schlechter Ruf der Veranstaltung
13
Gerade bei Erstveranstaltungen ist es also wichtig ausreichend, qualifiziertes Personal
für das Projekt einzuplanen, denn mögliche Folgeveranstaltungen sind sonst nur
schwer möglich.
Eine gute Personalbedarfsplanung ist auch für die anderen Teilbereiche der
Personalplanung notwendig, denn ohne genaue die Kenntnis des Personalbedarfs sind
weder die ausreichende Personalbeschaffungs- noch Kostenplanung möglich.
Für die Planung eines Kulturschiffes wird also folgendes Personal benötigt:
-
Kellner/Bedienungen
-
Reinigungspersonal
-
Sicherheitskräfte
Im Salon des Schiffes werden voraussichtlich 10 Tische für je vier Gäste zu Verfügung
stehen.
Auf dem Sonnendeck werden auch 40 Gäste Platz finden, d.h. hier werden ebenfalls 10
Tische zu betreuen sein.
Nach Gesprächen mit Personalleasing- und Cateringagenturen werden wir für den
Sektempfang am Freitag Abend im Salon sechs Kellner einsetzen, damit jeder Gast
schnell uns ausreichend versorgt werden kann. Samstags stehen den Gästen Kellner
an der Schiffsbar zur Verfügung und zwei weitere, welche das benutzte Geschirr von
den Tischen räumen. Für das Brunch am Sonntag werden vier Arbeitskräfte eingesetzt.
Folglich würde es ausreichen, 6 Kellner zu leasen die in Schichten arbeiten. Jedoch
müssen aufgrund rechtlicher Bestimmungen (Ruhezeit von mind. elf Stunden zwischen
Arbeitsende und erneutem Arbeitsbeginn; §5 Abs.1 ArbZG) mindestens 2 weitere
Bedienungen für das Sonntagsbrunch eingestellt werden. Alles in allem werden also 8
Kellner für das Kulturschiff benötigt.
Das Reinigungspersonal ist während des Projektes drei Mal im Einsatz und kann auch
am Sonntag eingesetzt werden. Nach dem Schätzverfahren werden hier vier
Reinigungskräfte ausreichen, da die Reinigung von Geschirr und Büffet vom
Cateringservice übernommen werden.
14
Das Kulturschiff soll eine Veranstaltung der gehobenen Klasse sein, daher sind auf dem
Schiff keine Ausschreitungen oder sonstigen Probleme zu erwarten. Somit halten wir je
zwei Sicherheitskräfte für die Veranstaltung am Freitag und am Samstag für
ausreichend. Zum Sonntagsbrunch werden keine Sicherheitskräfte benötigt.
II.2.3.2 Personalbeschaffungsplanung
Die Personalbeschaffungsplanung hat die Aufgabe, die bei der Personalbedarfsplanung
ermittelte Anzahl an Personal zum gewünschten Zeitpunkt bereitzustellen.
Dazu bieten sich zwei Möglichkeiten: zum einen die interne und zum anderen die
externe Personalbeschaffung.
Während sich die interne Personalbeschaffung damit beschäftigt, welche und wie viele
Arbeitskräfte wann und wohin versetzt werden können, beschäftigt sich die externe
Personalbeschaffung damit, wann wie und vor allem woher zusätzliche Arbeitskräfte
eingestellt werden können.
Da die Einstellung der Arbeitskräfte in unserem Fall kurzfristig geschehen muß, und es
auch keine Möglichkeit gibt auf eigene Arbeitskräfte zurückzugreifen, kommt für das
Projekt nur die externe Personalbeschaffung in Frage.
Also werden wir einen Teil der Arbeitskräfte, die Kellner, für drei Tage von einer
Personalleasingagentur übernehmen. Beim Personalleasing, auch Zeit- oder Leiharbeit
genannt, stellt der Leasinggeber einen bei ihm beschäftigten Arbeitnehmer mit dessen
Einverständnis für eine bestimmte Zeit dem Leasingnehmer zur Verfügung. (Vgl.
Horsch, S.50). Im folgenden wird ein Überblick über einige der Vor- und Nachteile des
Personalleasings für die Planung eines Kulturschiffes gegeben.
Vorteile des Personalleasings:
-
Geringes Risiko der Fehlentscheidung. Der Leiharbeitnehmer kann bei
Nichteignung an den Leiharbeitgeber zurückgegeben werden.
-
Personalbeschaffungskosten sowie Verwaltungskosten werden gesenkt, d.h.,
Kosten von Gestaltung und Schaltung von Stellenanzeigen sowie diverse
Transaktionskosten fallen weg.
-
Bedarfsgerechter Personalbestand. Es können genau so viele Arbeitskräfte
eingestellt werden wie für den bestimmten Zeitraum benötigt werden.
15
-
Vorübergehende Beschäftigung von Fachkräften. Die Kellner die für das Schiff
benötigt werden haben in der Regel alle eine Schulung absolviert.
-
Die Arbeitnehmer sind über den Leasinggeber versichert und ist auch bei diesem
angestellt. So hat der Leasingnehmer einen sichtlich geringeren Arbeitsaufwand.
Nachteile des Personalleasings:
-
Es besteht die Gefahr daß das Team nicht zusammenarbeitet, was natürlich
auch für die Gäste sichtbar werden kann.
-
Unqualifizierte Arbeitskräfte können den Ruf der Veranstaltung gefährden.
-
Mehreinstellungen da die Arbeitskräfte zwischen den Arbeitsphasen eine mind.
elfstündige Ruhephase brauchen.
Die Vorteile des Personalleasings überwiegen also deutlich. Eine Zusatzanforderung,
die wir für unsere Zwecke noch stellen sollten, ist, daß die Arbeitskräfte aus der Region
um Frankfurt (Oder) kommen sollen. Zum einen weil so Hotel- oder andere
Unterbringungskosten für das Personal eingespart werden können, und zum anderen
wird so der ohnehin schwache Arbeitsmarkt der Region unterstützt. Die zweite
Zusatzanforderung ist, daß zumindest Teile des Personals Grundkenntnisse der
polnischen Sprache beherrschen.
Das Gleiche gilt auch für die Sicherheitskräfte und das Reinigungspersonal, die von
Sicherheits- und Reinigungsfirmen der Region gestellt werden sollen.
II.2.3.3 Personaleinsatzplanung
Die Personaleinsatzplanung beschäftigt sich damit wie viele Arbeitskräfte mit welcher
Qualifikation zu welchem Zeitpunkt eingesetzt werden.
Hierbei müssen einige rechtliche Gesichtspunkte beachtet werden:
-
Die Arbeitszeit beträgt nach § 3 ArbZG täglich acht Stunden, kann aber in
Ausnahmefällen bis auf zehn Stunden erhöht werden.
-
Nach § 5 Abs.1 ArbZG müssen zwischen Arbeitsende und Arbeitsbeginn eine
mindestens elfstündige Ruhepause liegen.
-
Nachtarbeit liegt dann vor, wenn zwischen 23 und 6 Uhr mehr als zwei Stunden
gearbeitet wird (§ 2 Abs. 3 und 4 ArbZG)
16
-
Sonntagsarbeit ist nur in Ausnahmefällen erlaubt.
Die Personaleinsatzplanung wird am besten durch spezielle Checklisten bearbeitet. Ein
Beispiel eines solchen Einsatzplanes befindet sich im Anhang.
II.2.3.4 Personalkostenplanung
Die Personalkostenplanung befaßt sich damit, welche Kosten in welcher Höhe die
gesamte Personalplanung mit sich bringt.
In dieser Arbeit wird das Thema Personalkostenplanung im Kapitel ,,Budgetplanung"
behandelt.
II.2.4 Qualitätsmanagement
II.2.4.1 Warum ist Qualitätsmanagement wichtig?
Die Qualität unserer Events und Veranstaltungen ist der wichtigste Erfolgsfaktor für
unsere Eventagentur.
Unsere Gäste erwarten eine gleichbleibend hohe Qualität und Zuverlässigkeit von uns.
Im Event- und Veranstaltungsbereich haben die Gäste meistens die Möglichkeit sich für
ein anderes, parallel stattfindendes Veranstaltungsangebot eines anderen Anbieters zu
entscheiden. Deshalb ist es unsere Aufgabe unsere Gäste immer wieder von Neuem
von der Qualität unserer Events zu überzeugen.
Um Qualität bieten zu können, müssen Rahmenbedingungen erfüllt sein. Das beginnt
bei der Qualifikation unserer Mitarbeiter/innen betrifft Technik/Ausstattung und
Dienstleistungsangebote. Auch Arbeitsabläufe müssen so gestaltet werden, daß
möglichst wenig Fehlerquellen oder gar -ketten existieren oder entstehen.
Die Normen-Reihe DIN EN ISO 9000:20001 ff. bietet ein Modell "wie ein System der
Qualitätssicherung" zu gestalten ist. Die Forderungen sind eher allgemein gehalten.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Durchführung eines Qualitätsmanagement-
systems, wie etwa die klassische, vollfaktorielle Methode oder die modernen Verfahren
nach Taguchi und Shainin. 2
1 DIN EN ISO 9000:2000: eine branchenneutrale, weltweit umsetzbare Anleitung zur Entwicklung von
QM-Systemen. Sie bietet u.a. die Möglichkeit, daß jedes Unternehmen den erreichten QM-Status durch
ein Zertifikat ausweisen kann, sofern definierte Grundanforderungen erfüllt werden. Grundsätzlich ist zu
bemerken, daß die DIN ISO 9000:2000 für produzierende Betriebe entwickelt wurde und daher nicht alle
20 Elemente ohne weiteres auf den Event- Veranstaltungsbereich zu übertragen sind.
17
In unserer Agentur, und somit auch bei der Veranstaltung ,,Schiff ahoi- Frankfurt ufert
aus!", bedienen wir uns der Strategie des Total Quality Management (TQM).3 Dieses
eignet sich besonders gut, da dieses Konzept auf der Mitwirkung aller Mitglieder der
Projektleitung, in unserem Fall lediglich vier, beruht.
Ob wir mit unserer täglichen Arbeit den Ansprüchen dieser Norm genügen, wird
regelmäßig durch eine unabhängige, externe Prüforganisation im Rahmen von jährlich
stattfindenden Überwachungsaudits festgestellt. Bei einem positiven Prüfergebnis wird
uns ein Zertifikat erteilt. Abgesehen von den allgemeinen Vorteilen und Verbesserungen
durch das TQM, können unsere Gäste und Besucher sehen, daß wir ein
Qualitätsmanagementsystem nach der weltweit gültigen Norm DIN EN ISO 9001
unterhalten.
II.2.4.2 Was ist Qualitätsmanagement? Wie funktioniert es?
Definition: Alle Tätigkeiten der Unternehmensführung , welche die Qualitätspolitik, die
Qualitätsziele und -verantwortungen festlegen, sowie diese durch Mittel wie
Qualitätsplanung, Qualitätslenkung geeignet sind, Qualitätssicherung beziehungsweise
Qualitätsmanagement-Darlegung und Qualitätsverbesserung zu verwirklichen.4
Qualitätsmanagement (QM) heißt also, systematisch die Unterschiede zwischen
angestrebten (Soll) und tatsächlich erreichten Leistungsresultaten (Ist) aufzuzeigen, die
Ursachen dafür zu analysieren und Verbesserungen einzuleiten.
2 Weitere Informationen hierzu siehe: Statistische Versuchsplanung - Design of Experiments. URL:
www.talessin.de/scripte/qm/doe.html (Stand: 25.09.2001)
3 Nach DIN EN ISO 8402 bedeutet TQM: Integriertes Führungskonzept, das auf der Mitwirkung aller
Mitglieder einer Organisation beruht, die Qualität in den Mittelpunkt stellt und durch Zufriedenstellung der
Kunden auf den langfristigen Geschäftserfolg sowie auf den Nutzen für die Mitglieder der Organisation
und für die Gesellschaft zielt.
4 Deutsches Institut für Normung: DIN ISO 8402 (Entwurf), Qualitätsmanagement und
Qualitätssicherung, Begriffe, März 1992, Beuth Verlag, Berlin.
18
(Quelle: Das Informations- und Fortbildungsprogramm für Qualitätsmanagement in der Ambulanten
Versorgung. URL:
www.q-m-a.de/qm9_glossar.htm (Stand 17.09.2001))
Ein Eckpfeiler des Qualitätsmanagement ist es, einen festen Willen zur ständigen
Verbesserung in der Agentur und ein Bewußtsein für Qualität zu schaffen. Nicht immer
ist es richtig, sich allein nach dem billigsten Angebot zu richten oder einen Auftrag dem
billigsten Anbieter zu erteilen. Oft erweist sich die Berücksichtigung der Gesamtkosten
und die Suche nach langfristigen Lieferbeziehungen, die auf gegenseitiges Vertrauen
und gegenseitiger Loyalität bestehen als effektiver. Das QM erfordert eine unablässige
Suche nach weiteren Verbesserungen des Systems, um die Qualität der
Dienstleistungen zu erhöhen, zu steigern und gleichzeitig die Kosten zu senken. Es gibt
immer Möglichkeiten, noch bessere Leistungen zu noch geringeren Kosten zu
erbringen. Es gibt kein Optimum.
Die Mitarbeiter muß nicht nur angewiesen werden, wie er seine Arbeit zu tun hat,
sondern er braucht Verständnis für den Zusammenhang, in dem seine Arbeit steht und
für die Abläufe in seinem Bereich. Eine motivierende Führung, die den Mitarbeitern hilft,
bessere Arbeit zu leisten ist nötig, da die Erfahrung zeigt, daß mindestens 85 Prozent
aller Fehler von einem mangelhaften System und nicht von einzelnen Mitarbeitern
verursacht werden. Empirische Untersuchungen ergaben, daß sogar, daß 94 Prozent
aller Fehler dem Management und nur 6 Prozent den Ausführenden zuzuordnen sind
Allein die Führung hat die Möglichkeit, Fehler im System zu beheben.
Das Beseitigen von Angst und Barrieren zwischen den Geschäftsbereichen, das Setzen
positiver Ziele statt negativer Kritik, das Betonen der Qualität, anstatt der Quantität der
Leistungen, Die Ermunterung zum Stolz auf gute Arbeit und das Fördern von
19
Qualifikation und Weiterbildung sind weitere wichtige Punkte des QM und Aufgabe des
Managers.5
Dennoch liegt die Verantwortung eines erfolgreichen QM nicht alleine beim Manager.
Deshalb gelten in unserer Veranstaltungsagentur für unsere Mitarbeiter folgende
Grundsätze:
! Qualität ist die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg unserer Agentur. Sie gilt
umfassend für alle Tätigkeiten.
! Qualität ist die Voraussetzung für die geschäftliche Partnerschaft mit unseren
Kunden. Sie sichert unsere Zukunft.
! Qualität heißt die Anforderungen und Erwartungen in vollem Umfang zu erfüllen
mit dem Ziel "Null Fehler".
! Jeder Mitarbeiter setzt seine ganze Arbeitskraft ein, durch qualitätsbewußtes
Handeln unsere Kunden zufrieden zu stellen.
! Qualität ist persönliche Aufgabe jedes Mitarbeiters.
! Jeder Mitarbeiter ist für die Qualität seiner Arbeitsergebnisse verantwortlich.
! Jeder Mitarbeiter hat die Pflicht, Mängel und Abweichungen zu melden.
! Jeder Mitarbeiter hat das Recht, Verbesserungen vorzuschlagen.
Jeder Mitarbeiter handelt entsprechend den Festlegungen unseres QM-Systems.
Für eine erfolgreiche Umsetzung des QM in unserer Veranstaltungsagentur müssen wir
uns folgende Fragen stellen: Welche Ziele haben wir, was wollen wir wie erreichen?
Was wollen die Gäste? Wohin geht der Trend? Was macht die Konkurrenz? Was
können wir besser machen?
Die Umsetzung von Verbesserungsgedanken und -möglichkeiten in die Praxis durch
eine erforderliche Organisationsstruktur, Verfahren, Prozesse und Mittel ist notwendig.
Aus der Sicht eines Eventmanagers heißt das konkret, Kosten zu senken,
Verschwendungen zu vermeiden und damit den Gewinn zu steigern, aber auch
Haftungsansprüche abzuwehen, Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz zu
erzielen und die Qualität der entsprechenden Veranstaltung zu steigern. Aus der Sicht
der Gäste bedeutet QM, daß sich die Qualität der Veranstaltung und der damit
verbundenen Dienstleistungen erhöhen wird.
Der Begriff Qualität bezieht sich also nicht nur auf Dinge und Gegenstände, sondern
auch auf Dienstleistungen worunter auch das Angebot der Veranstaltung des
Kulturschiffes fällt- und ist abhängig von den geforderten Maßstäben und
Zielsetzungen. Das QM besteht aus drei Phasen, dem sogenannten Qualitätszirkel:
5 Formulierung in Anlehnung an René Bondt, teils unter Verwendung der Materialien im Internet des
Swiss Deming Institute, URL: http://www.deming.ch (Stand 20.09.2001)
20
1. Die Planungsphase
2. Die Realisierungsphase
3. Die Nutzungsphase
Die Planungsphase umfaßt das Auswählen, Klassifizieren, Abwägen und Gewichten der
Qualitätsmerkmale, hinsichtlich der Wichtigkeit, der Realisierbarkeit und der
Erfordernissen der Veranstaltung. Wichtigster Punkt in dieser ersten Phase ist die
Erstellung eines Lasten- und eines Pflichtenheftes, auch QM-Handbuch. Genannt.
In der Realisierungsphase geht es darum, Mittel und Wege zu finden, die Veranstaltung
entsprechend der Qualitätsplanung durchzuführen. Erst in der Nutzungsphase zeigt
sich, ob sich die Mühe gelohnt hat, die Reaktionen der Kunden und der Gäste werden
zeigen, ob die Veranstaltung ihren Erfordernissen entspricht oder nicht und ob das
angestrebte Ziel erreicht wurde.
II.2.4.3 Das TQM hat drei Bestandteile:
Total:
Partnerschaftliche Kommunikation mit dem Kunden (Kundenorientierung),
Einbeziehen aller Unternehmensangehörigen (Mitarbeiterorientierung), Bereichs- und
funktionsübergreifend, Öffentlichkeitsarbeit (Gesellschaft- und Umweltorientierung)
Quality:
Qualität des Unternehmens, der Prozesse, der Arbeit, der Produkte
Management:
Führungsqualität (Vorbildfunktion), Qualitätspolitik und -ziele, Team- und
Lernfähigkeit, Beharrlichkeit.
Die wichtigsten Prinzipien des TQM sind also (1.) die Ausrichtung aller
Aktivitäten auf die Zufriedenstellung der Gäste und Kunden, (2.) die Behandlung
jeder Aktivität als Summe von Prozessen und (3.) das Streben nach anhaltender,
kontinuierlicher Verbesserung der Qualität in allen betrieblichen Abläufen.6
Der ablauforientierte Aufbau eines QM-Systems (siehe Bild) nach der revidierten
Normenreihe DIN EN ISO 9000:2000ff. zeigt deutlich den Ausgangspunkt jeder
Produkterstellung oder Dienstleistung in den Markt- und Kundenforderungen. Der
Kundenbedarf wird ermittelt und im Leistungserstellungsprozeß realisiert. Zur
Weiterentwicklung der Produkte und zur Optimierung der Abläufe wird die
Kundenzufriedenheit festgestellt.
6 SIEMENS: eSolutions for Quality Improvement URL: http://www.my-
quality.de/deutsch/world/glossar/default.asp (Stand:17.09.2001)
21
Struktur eines prozeßorientierten QM-Systems:
II.2.4.4 Die 8 Grundsätze des Qualitätsmanagements
In der ISO 9000:2000 wurden acht Grundsätze des Qualitätsmanagements aufgestellt,
um das Erreichen dieser Qualitätsziele zu unterstützen. Diese sind im einzelnen:
1. Kundenorientierte Organisation:
Es gilt: ,,Der Gast/Kunde ist König!" Gerade im
Veranstaltungsbereich spielt die Kunden- und Gästeorientierung eine sehr wichtige
Rolle. Wenn die Eventagentur die Anforderungen und die Wünsche ihrer Gäste und
Kunden kennt, wird sie auch langfristig erfolgreich arbeiten können. Die Bedürfnisse der
Gäste sind ausschlaggebend, und ihnen gilt es zu ihrer vollsten Zufriedenheit zu
nachzugehen. Die Kundenzufriedenheit wird anhand regelmäßiger Messungen
(Befragungen, Feedback etc.) ständig überprüft, wodurch man durch gezielte
Maßnahmen die Kundenanforderungen umsetzten und erfüllen, oder besser noch,
übertreffen, kann. "Wir tun dem Kunden keinen Gefallen durch unsere Leistung, der
Kunde tut uns dadurch einen Gefallen, daß er uns die Gelegenheit gibt, eine Leistung
für ihn zu erbringen."
2. Führungsverantwortung:
Die Führungskräfte haben unter anderem die Aufgabe,
ein positives Arbeitsklima innerhalb der Agentur zu erschaffen, indem sie die Interessen
der Mitarbeiter berücksichtigen. ,,Positives Vorleben" und die Zusammenarbeit mit allen
beteiligten Mitarbeitern ist die Grundvoraussetzung zum Erreichen der gemeinsam
vereinbarten und angestrebten Ziele. Die Art und Weise, wie Führungskräfte auf ihre
22
Mitarbeiter wirken und wie diese selbst miteinander umgehen, spiegelt sich auch im
Verhalten der Mitarbeiter bei Geschäftstätigkeiten gegenüber Gästen, Kunden und
Interessenten wieder.
3. Einbeziehung der Mitarbeiter:
Die vollständige Einbeziehung der Mitarbeiter auf
allen Ebenen gestattet die Nutzung ihrer Fähigkeiten zum Nutzen der Organisation. So
müssen die Interessen, Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten der Mitarbeiter
Ihres Unternehmens in ausreichendem Maß berücksichtigt werden, um beste
Ergebnisse zu erzielen. Dazu gehört auch, daß die Mitarbeiter die Möglichkeit haben,
ihre Fähigkeiten entwickeln beziehungsweise weiterentwickeln und, daß sie für die
übertragenen Aufgaben Verantwortung übernehmen dürfen und müssen.
Das Arbeitsumfeld in der Agentur ist so gestaltet, daß die Tätigkeiten ohne
Beeinträchtigung von anderen Mitarbeitern und der Umwelt durchgeführt werden
können. Auf allen Ebenen des Unternehmens muß eine offene Kommunikation
sichergestellt werden. Dazu gehört auch, daß die Zufriedenheit der Mitarbeiter erfaßt
und bewertet wird und daraus gezielte Maßnahmen zur Erhöhung der
Mitarbeiterzufriedenheit eingeleitet werden.
"Unser Unternehmen ist nur so gut, wie unsere Mitarbeiter dies zulassen".
4. Prozeßorientierter Ansatz:
Die effizienteste Erreichung der Ziele schafft man,
indem Mittel und Tätigkeiten als ein Prozeß geleitet und gelenkt werden. Die Ziele und
Grundsätze der Unternehmenspolitik sind die Basis, um die ganzheitliche Entwicklung
in der Veranstaltungsagentur sicherzustellen. Die erforderliche Strategie ist ein
wichtiges Werkzeug für den langfristigen Erfolg. Damit planen Sie auch die Angleichung
Ihrer Ziele an die Forderungen Ihrer Interessenspartner (Kunden, Mitarbeiter,
Anteilseigner und Gesellschaft).
Die Politik und die Ziele des Unternehmens beinhalten alle Aussagen, die beschreiben,
in welche Richtung sich die Agentur in der Zukunft entwickeln möchte. Die Ziele
müssen so formuliert sein, daß alle Mitarbeiterebenen sie verstehen, begreifen und
deshalb auch akzeptieren werden können.
5. Systemorientierter Managementansatz:
Das Erkennen, Verstehen und Führen
eines Systems miteinander in Wechselbeziehung stehender Prozesse für ein
gegebenes Ziel trägt zur Wirksamkeit und Effizienz der Organisation bei. Um den
23
Anforderungen und Bedürfnissen der Gäste, Kunden und des Marktes besser gerecht
zu werden, muß die Agentur deren wichtigsten Prozesse kennen und der Effektivität
messen. Wichtigsten Prozesse sind diejenigen, welche eine bedeutende Auswirkung
auf die Ergebnisse der Agentur haben. Diese Zusammenhänge müssen in der
gesamten Agentur bekannt sein. Die Abläufe sind so festgelegt, daß jeder Mitarbeiter
kennt und weiß, für welche (Teil)Prozesse er die Verantwortung trägt. Die
Geschäftsprozesse in Ihrem Unternehmen werden geplant, umgesetzt und auf Effizienz
und Effektivität systematisch geprüft und bewertet. Durch regelmäßiges Controlling und
der Bewertung dieser Prozesse ist es der Agentur möglich, sich an den aktuellen Markt
anzupassen und ihre Gewinne zu erhöhen.
6. Ständige Verbesserung:
Ständige Verbesserung ist ein permanentes Ziel der
Organisation und der Agentur.
7. Sachlicher Ansatz zur Entscheidungsfindung:
Informationen sind die Grundlage
für unsere Tätigkeiten und Entscheidungen. Die Analyse von Informationen und Daten
muß darauf abgestimmt sein, was die Eventagentur erreichen will. Der Umfang und der
Zeitpunkt der bereitgestellten Information sind in wesentlichem Maß mitbestimmend für
die Qualität der Entscheidungen. Gut ist, wenn mehrere Mitarbeiter in diesen Prozeß
einbezogen sind, da so sichergestellt ist, daß alle die gleichen Informationen besitzen.
Das vorhandene Wissen der Agentur wird systematisch erfaßt und verwendet. Jeder
Mitarbeiter weiß, wie er auf vorhandenes Wissen zugreifen kann und trägt aktiv dazu
bei, dieses zumehren und aktuell zu halten. In regelmäßigen Abständen wird auf allen
Ebenen überprüft, ob die vorhandenen Informationen und das Wissen dazu geeignet
sind und ausreichen, um die Tätigkeiten und Entscheidungen der Agentur zu stützen.
Wirksame Entscheidungen beruhen also auf der logischen und intuitiven Analyse von
Daten und Informationen.
8. Lieferantenbeziehungen zum gegenseitigen Nutzen:
Die Agentur plant und
steuert so, daß mit dem geringst möglichen Aufwand aller am Prozeß beteiligten
Personen, Materialien und Anlagen der größtmöglichste Nutzen erzielt wird. Durch
genaues und systematisches Beobachten des Marktes und der Trends, werden
verbesserte Möglichkeiten für den Einsatz oder auch technische Neuerungen (z.B.
verbesserte Computerprogramme für Veranstaltungsmanagement) entdeckt und
erkannt, welche der Agentur zu Gute kommen. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit
24
mit den Lieferanten, mit welchen man über Verbesserungen und Neuerungen ihres
Zuständigkeitsbereiches spricht und diese durchführt, was letztlich den Gästen unseren
Veranstaltungen dient. Diese Beziehungen zwischen Organisation und Lieferanten dient
dazu, um die Fähigkeiten, Werte zu schaffen, die den gegenseitigen Nutzen zu
steigern.
Grundsätzlich ist zu bemerken, daß die DIN ISO 9000 für produzierende Betriebe
entwickelt wurde und daher nicht alle 20 Elemente ohne weiteres auf den Event-
Veranstaltungsbereich zu übertragen sind. Dennoch können sie auch beim
Veranstaltungs- und Eventmanagement als ,,roter Faden" des QM betrachtet werden,
da auch Veranstaltungen und Events Produkte sind, welche in ihrer Entwicklung,
Entstehung und Vermarktung die gleichen Merkmale aufweisen wie ,,materielle
Produkte". Angewendet auf die Veranstaltungsagentur sieht die DIN ISO 9000 wie folgt
aus:
II.2.4.5 Die 20 Elemente der DIN ISO 9000:2000
7
angewendet auf Eventagenturen:
1. Verantwortung der obersten Leistung
Erste Aufgabe ist hier die Formulierung einer schlüssigen Qualitätspolitik. Diese soll
sowohl eine Botschaft an die Gäste, Vertragspartner wie auch an die Mitarbeiter
beinhalten.
2. Qualitätssicherungssystem
Die Qualitätsmaßnahmen müssen vollständig dokumentiert werden. Hierfür ist das
Qualitätsmanagement-Handbuch da.8
3. Vertragsüberprüfung
Hier zwischen den Mitarbeitern, der Vertragspartner und der Eventagentur. Ziel ist es,
Vertragssicherheit herzustellen.
7 Fragen und Antworten zum Qualitätsmanagement nach DIN ISO 9000:2000 finden Sie auf
URL:http://www.ihk-kiel.de/ihk-kiel/service/indu/qmsfaq3.htm (Stand: 25.09.2001) oder auf URL:
http://www.din.de/ (Stand: 23.09.2001)
8 Das Qualitätsmanagement Handbuch ist der wichtigste Teil eines QM-Systems neben den QM-Plänen,
Verfahrensanweisungen und Qualitätsaufzeichnungen. Es enthält: Benutzerhinweise, Inhaltsverzeichnis,
die QM-Systembeschreibung mit der Eingliederung der einzelnen Mitarbeiter in die gesamte Agentur, die
Auflistung aller Normen, QM-Unterlagen, Prozeßbeschreibungen, Richtlinien und sonstige Dokumente,
die Beschreibung der QM-Elemente nach den hier genannten 20 Punkten mit Hinweisen auf
weiterführende Dokumenten.
25
4. Designlenkung
Hierzu gehören die ständige Neu- und Weiterentwicklung (u.a. ausgelöst durch Trends,
Modeerscheinungen und sonstigen Änderungen) von Organisationsmaßnahmen bei
Veranstaltungen. Der Bereich umfaßt folgende Unterpunkte:
4.1 Designvorhaben
Das gesamte ,,Produkt Veranstaltung", bestehend aus Verträgen, Marktanalysen
(Bedarfsanalysen) und Rahmenbedingungen, ist in eine Konzeption umzusetzen, deren
Ziel eine Beschreibung der Veranstaltung für die Gäste und Besucher ist. In dieser
Beschreibung für die Gäste müssen die einzelnen Leistungsphasen, Verfahren,
Methoden und Inhalte transparent gemacht werden. Ziele und Unternehmenspolitik
sowie die besonderen Kompetenzen der Agentur müssen dabei berücksichtigt werden.
4.2 Designentwicklung und -planung
Dazu gehören Zielformulierungen, Zeit- und Maßnahmenplanung und eventuell die
Durchführung einer Pilot-Veranstaltung.
4.3 Designverifizierung
Hierbei handelt es sich um einen weiteren Rückkopplungsprozeß. Es geht darum, noch
vor der Durchführung der Maßnahmen in festgelegte Zwischenstufen den
Projektfortschritt mit der Planung zu vergleichen. Sich abzeichnende Marktänderungen,
aber auch unvorhersehbare Änderungen sollten (soweit möglich) berücksichtigt werden.
Diese Prüfergebnisse müssen protokolliert werden und gehen in das Design mit ein.
4.4 Designergebnis
Die fertig entwickelte und geplante Veranstaltung und die beschlossenen Maßnahmen
sind das Design-Ergebnis. Dazu können gehören:
! Projektbeschreibung
! Ablaufpläne und Diagramme
! Präsentationsvorlagen
! Veranstaltungsprogrammpunkte
! Programmpunktbeschreibung
! Medieneinsatz
! Teilnehmerunterlagen
! Veranstaltungsüberprüfungsunterlagen
! Evaluation (Einschätzung) und Feedback durch die Gäste und Vertragspartner
26
5. Lenkung der Dokumente
Dazu gehören:
! Das Qualitätsmanagement-Handbuch
! Organisations- und Prozeßanweisungen
! Berichte zur Rückkopplung
! Detailbeschreibungen
! Richtlinien
! Ausführungsbestimmungen
! Projektverträge
! Stellenbeschreibungen
! Allgemeine Geschäftsbedingungen
6. Beschaffung
Dies sind klassischerweise die Zulieferer. Hier werden sind das Zulieferer für jegliches
Material (Möbel, Büromaterial etc.), Bands, Künstler und auch Berater genannt.
7. Vom Auftraggeber bereitgestellte Produkte
Das Material (Technik, Möbel, Verpflegung etc.) und die Leistungen, die die
Vertragspartner, aber auch Künstler und Bands, selbst mit in Veranstaltung einbringen,
müssen ebenfalls auf ihre Qualität überprüft werden. Dies können Räume und Medien
sein, die ein Vertragspartner bei einer Veranstaltung bereitstellt, sein, aber auch die
Voraussetzungen, die die Teilnehmer einer Maßnahme (hier die Künstler, Band etc.)
mitbringen. Diese Teilnehmervoraussetzungen müssen analysiert und dokumentiert
werden und gehen als Teilnehmervoraussetzungen in die vertraglichen Vereinbarungen
ein.
8. Identifikation und Rückverfolgbarkeit von Produkten
Alle angewendeten Maßnahmen müssen nach der Durchführung rückverfolgbar sein.
Für die Agentur heißt das, daß alle Unterlagen aufbewahrt werden müssen. Dazu
gehören neben den didaktischen und Beratungsunterlagen alle Daten der an der
Veranstaltung beteiligten Personen. Ein Rückgriff auf alle Daten von Vertragspartnern,
(gegebenenfalls auch von Gästen),aber auch von Projekten, Vereinbarungen,
Unterlagen muß eindeutig möglich sein.
9. Prozeßlenkung
Dies bezieht sich beim Veranstaltungsmanagement auf die Durchführung und
Überprüfung der Veranstaltungsmaßnahme. Hier werden Verbesserungen für die
Zukunft erarbeitet, neue Methoden und Inhalte geplant und umgesetzt, Fehler
identifiziert und Möglichkeiten der Fehlerbeseitigung erarbeitet und dokumentiert. Hier
27
können schriftliche Bewertungsbögen der Mitarbeiter, der Veranstaltungsgäste und -
besucher und der Vertragspartner hilfreiche Dienste leisten.
Dieser Punkt hängt stark mit der Designlenkung zusammen. Überprüfungen betreffen
den gesamten Prozeß von der Planung der Maßnahme bis hin zur abschließenden
Einschätzung.
10. Prüfungen
Hierbei geht es um Verfahren, mit denen die Qualität der Veranstaltung und der daran
beteiligten überprüft werden muß. Das kann die Analyse der Vertragspartner-
bewertungen und von Gästebefragungen sein. Die Prüfergebnisse sollen funktionale,
praktisch anwendbare und systematische Ergebnisse liefern.
Dazu gehören innerhalb der Agentur Fragerunden, Gruppenbesprechungen, eventuell
Leistungsmessungen, Arbeitsproben, Bewertung der einzelnen Mitarbeiter und der
gesamten Mitarbeitergruppe.
11. Prüfmittel
Dies sind die Unterlagen für die Leistungsüberprüfung wie Fragebögen,
Veranstaltungsbewertungsbögen, Protokolle etc.
12. Prüfstatus
13. Lenkung fehlerhafter Entwicklungen und Produkte
Oberstes Ziel von QM ist die möglichst fehlerfreie Lieferung von Leistungen für den
Kunden (hier die Gäste und Besucher). Fehler müssen identifiziert und abgestellt
werden. Dazu dienen die ständige Überprüfung des gesamten Prozesses, die
Dokumentation von Fehlern und die Entwicklung von Korrekturmaßnahmen.
14. Korrekturmaßnahmen
Dies sind ausgearbeitete Verfahren, die die erkannten Fehler beheben. Dazu gehört
auch, wie mit Beschwerden der Gäste und der Vertragspartner umgegangen wird:
rückhaltlose Stellungnahme, offene Information, sofortige Nachbesserung,
Ausschaltung des Wiederholungsrisikos.
15. Handhabung, Lagerung, Versand
Im Veranstaltungsbereich betrifft das die Lagerung sämtlicher dokumentierte
Unterlagen und alles Material, das für die Veranstaltung benötigt wird (Möbel, Technik
etc.)
28
16. Qualitätsaufzeichnungen
Für alle bisher genannten Punkte gilt: Alle QM-Elemente müssen aufgezeichnet
werden. Dazu dient das QM-Handbuch. Es enthält auch Stellungnahmen zur
Unternehmensphilosophie, Führungsgrundsätze, Festlegungen in Bezug auf
Qualitätsstandards. Alle Aufzeichnungen müssen mindestens 3 Jahre aufbewahrt
werden.
17. Interne Qualitäts-Selbstbewertungen
Dazu gehören die Überprüfung der 20 Elemente, der Umsetzung der
Unternehmensphilosophie- und Politik, der Ziele und Strategien und die Überprüfung
der Leistungsqualität der Mitarbeiter.
18. Schulung
Alle Mitarbeiter der Eventagentur müssen regelmäßig geschult und weitergebildet
werden. Dazu sollte ein Schulungskonzept entwickelt werden, das über
Weiterbildungsmöglichkeiten informiert und diese auch für die Mitarbeiter bereithält.
19. Kundendienst
Dazu gehören:
Die Geschäftszeiten zuverlässig einhalten, Gäste- und Kundenanfragen sofort
beantworten, die Maßnahmen anforderungsgerecht durchführen, Beanstandungen
sofort zufriedenstellen, eine Nachbetreuung zusichern.
20. Statistische Verfahren
Die Ergebnisse von Erhebungen und Evaluation (Einschätzung) werden aufgearbeitet
und visualisiert.
II.2.5 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dies ist der Bereich, der sicherlich mit am meisten Aufmerksamkeit bedarf. Eine
Vernachlässigung des kommunikativen Werbens in und für die Öffentlichkeit würde den
,,Untergang" des Schiffes und seiner Idee nach sich ziehen. Denn nur wenn potentielle
Interessenten wissen, daß es diese Veranstaltungen gibt, werden sie auch teilnehmen.
Hier gilt es also, schon möglichst früh mit den Vorbereitungen zu beginnen und auf sich
aufmerksam zu machen.
Schon zu Beginn der Realisierungsphase des Projektes ist somit eine Pressemitteilung
(PM) vonnöten, die den Boden für dieses Thema bereitet und die örtliche Presse
29
sensibilisiert und auf Folge-Mitteilungen hinweist. Hierbei sind auch und gerade die
kleinen regionalen (Wochenend-) Blätter von Bedeutung, die oft an Geschichten und
,,Machern" interessiert sind. Auch Stadtmagazine wie die 1200 in Frankfurt, und sogar
Zitty in Berlin sind von Bedeutung, da deren Terminkalender einen hohen Verteilungs-
und Beachtungsgrad besitzen. Ein Eintrag in diese Kalender ist zu machen, sobald der
Termin unverrückbar feststeht. Selbstverständlich sind aber auch große überregionale
Zeitungen zu bedienen.
Dies läuft eng verbunden mit der ,,Phase des Händeschüttelns", dem Vorstellen der
Macher und ihrer Idee bei möglichst vielen Entscheidungsträgern in Stadt, Land und
Region. Nicht nur aufgrund der Chance, Fördermittel aus deren Töpfen gewinnen zu
können, sondern zur einfachen Weiterverbreitung des Projektes auf höheren
Hierarchie-Ebenen. Die Idee muß bekannt gemacht, sie muß propagiert werden.
Hierbei darf nichts und niemand als Multiplikator außer acht gelassen werden, selbst die
kleinste Mundpropaganda kann Wunder wirken. Vorhandene Kontakte müssen
ausgebaut, neue hinzugewonnen werden. Hierbei können die Universität (auch die
studentischen Organisationen), das Rathaus und die Messe- und Veranstaltungs GmbH
wertvolle Dienste leisten.
Der konkrete Ablauf sieht folgendermaßen aus:
(siehe auch Kapitel III.)
1. Herausgabe einer ersten PM zur Bekanntgabe der Idee
2. Termine bei Redaktionen erfragen
3. Redaktionsbesuche
4. Verteilen von Vorab-Informationsmaterial
5. Gespräche mit Entscheidungsträgern
6. nach Abschluß der Vorplanung konkrete PM mit Daten und Programm
7. je noch eine PM am Tage vor der jeweiligen Veranstaltung zur Ankündigung
Einen eigenen Ansprechpartner für Jugendliche und deren Medien zu schaffen, ist
ebenfalls Ziel der Projektleitung. Junge Leute bedienen sich einer eigenen Sprache,
eigener Codes, die zu vermitteln über eigene Medien wichtig ist, um junges Publikum
für die entsprechende Veranstaltung zu interessieren. Hierbei sind vor allem die
Studierenden der Europa-Universität wichtige Interessenten, deren Multiplikatoren sehr
vielfältig sind. Folglich muß frühzeitig der Kontakt zu allen studentischen Organisationen
hergestellt werden. Dies sind insbesondere der Allgemeine Studentische Ausschuß
(AStA), das Studierendenparlament, die Jugendorganisationen der Parteien und alle
30
anderen Initiativen. Denn oftmals ermöglichen diese weitreichende Folge-Kontakte, z.
B. zu den anderen Universitäten und Fachhochschulen in Brandenburg, und
ermöglichen einen Wide-Spread in Familien und Freundeskreise hinein.
Es liegt in der Natur der Idee, daß das Projekt auf großes Interesse der Politik und der
Politiker stoßen sollte. Dies entsprechend zu verdeutlichen, ist Aufgabe der
Projektverantwortlichen. Es empfiehlt sich, Kontakt zu den Kreisverbänden aller in
Frankfurt vertretenen Parteien aufzunehmen, und in besonderer Weise auch bei dem
Bundes- und Landtagsabgeordneten Frankfurts vorstellig zu werden.
II.3 Exkurs: Simulation einer Konfliktsituation im Team:
Dies ist sicherlich eines der kritischsten Probleme, die im Verlaufe eines Projektes
auftauchen können: Schwierigkeiten der beteiligten Projektmitarbeiter untereinander.
Sehr häufig treten diese Probleme bereits am Anfang der Zusammenarbeit auf, durch
mehr oder weniger offen zutage tretende Antipathien und Mißstimmungen. Dies ergibt
sich, ganz selbstverständlich und logisch, daraus, daß sich ein neu zusammengestelltes
Team in vielerlei Hinsicht noch sehr fremd ist, und niemand auf Erfahrungswerte
zurückgreifen kann, die das Verhalten eines anderen bzw. der anderen als Gruppe
betreffen. Oft sind es Dinge wie Arbeitsstil, Leistungsbereitschaft und Auftreten, die
Konfliktpotential in sich tragen, beim Projektleiter ist zusätzlich der Stil seiner Personal-
führung und die Frage der Kompetenz im Umgang mit den Mitarbeitern zu betrachten.
Im folgenden soll kurz eine solche Konfliktsituation dargestellt und durchgestellt werden,
wie sie jederzeit auftreten könnte.
Die Leiterin unserer Initiative, also die endverantwortliche Projektleiterin, ist Heidrun
Janz. Wir nehmen nun an, daß sich zwischen ihr und Vera Vysiotis unterschiedliche
Auffassungen bezüglich der zugewiesenen Arbeiten und deren Erledigung ergeben, die
durch Dissonanzen im persönlichen Verhältnis begünstigt und gefördert werden.
Erste Anzeichen, daß sich dieses Verhältnis problematisch entwickeln könnte, zeigten
sich schon während der Anfangsphase des Projektes, als noch keine festen Aufgaben-
gebiete verteilt waren, sondern noch die Diskussion der Idee und der Realisierungs-
möglichkeit im Raume stand. Obwohl es inhaltlich kaum Differenz gab und gibt, fielen
sich die beiden Frauen oft gegenseitig ins Wort und die eine wie die andere versuchte,
Gespräche zu dominieren und Abläufe, nicht rein argumentativ sondern rhetorisch, zu
kontrollieren. Hier versagte auch die beiden männlichen Teammitglieder Steffen
31
Bäuerle und Christoph Zeidler, die diese zu Anfang gar nicht wahrnahmen, sondern
bereitwillig dem Diskurs der Frauen zurückhaltend und passiv folgten.
In der Konsolidierungsphase des Projektes, nach Treffen des Entscheids zur
Durchführung, wurden dann die Schwierigkeiten offensichtlicher. Das Team einigte sich
zwar gemeinsam auf Heidrun als Projektleiterin, doch schon die Frage einer etwaigen
Stellvertretung konnte nicht einvernehmlich gelöst werden. Steffen und Christoph
votierten grundsätzlich für die Sinnhaftigkeit einer Stellvertreter-Lösung, zeigten aber
beide nicht den Wunsch, diese Aufgabe zu übernehmen. Folgerichtig schlugen sie Vera
als Stellvertreterin vor; hiervon zeigte sich jedoch weder Vera selbst, noch Heidrun
begeistert. Heidrun lehnte mit dem Hinweis ab, sie sei grundsätzlich immer zu erreichen
und auch bei Problemen spontan verfügbar, und ein längerer Ausfall sei nicht zu
befürchten. Daher könne auf eine Stellvertretung verzichtet werden und es sei Vera
ermöglicht, sich auf ihren Projektbereich zu konzentrieren. Dieser Begründung stimmte
Vera nach außen hin zu, unter den anderen Mitgliedern des Teams sagte sie jedoch
später, daß sie es sich einfach nicht hätte vorstellen können, noch enger mit Heidrun
zusammenzuarbeiten. Dies sei für sie nicht möglich.
Erst an dieser Stelle wurde auch Steffen und Christoph klar, daß sich die Probleme
zwischen den Frauen, die sie erst nicht wahrnahmen und dann nicht wahrnehmen
wollten, nun nicht länger verdrängen ließen. Beide versuchten von da an, in
Einzelgesprächen auf die Frauen einzuwirken (Steffen auf Heidrun und Christoph auf
Vera), um zu einer Mäßigung des jeweiligen Verhaltens und zu einer vorsichtigen und
zurückhaltenden Ausdrucksweise zu gelangen. Dieses Ziel wurde jedoch nur teilweise
erreicht, oft flogen in den Sitzungen auch weiterhin ,,die Fetzen", und die Frauen stritten
vehement miteinander, sowohl über bedeutsamere Entscheidungen wie die Wahl der
Band und des Gourmet-Services, als aber auch über Kleinigkeiten wie die zu wählende
Farbe der Tischdecken beim Sonntagsbrunch. Durch beruhigende Worte und
konsequentes Einschreiten bei Eskalationen gelang es schließlich Steffen, daß die
betreffenden Sitzungen trotz des Dissenses nicht ergebnislos blieben.
Schließlich einigte man sich rechtzeitig vor der ,,heißen Phase" des Projektes darauf,
daß eine Konzentration eines jeden Projektmitarbeiters auf seinen eigenen
Arbeitsbereich zu erfolgen habe, und dieser innerhalb seiner Zuständigkeit
Entscheidungen vollständig unabhängig treffen könne. So war sichergestellt, daß jeder
agieren konnte, ohne von anderen kontrolliert und ,,beobachtet" zu werden.
Grundlegende Entscheidungen sollten jedoch weiterhin vom Team getroffen werden,
das nach Möglichkeit eine Mehrheitsentscheidung herbeiführen sollte, wenn schon
32
keine Einigkeit zu erzielen sei. Bei Stimmgleichheit (die nur in wenigen Fällen erreicht
wurde) habe die Projektleiterin mit ihrer Stimme zu entscheiden, die dann doppelt ins
Gewicht falle.
Diese Lösung führte zu einer Beruhigung der Diskussionen und sorgte für einen
schnelleren Ablauf der Projekttreffen, da sie zu einer Versachlichung der Thematik
beitrug und durch den hohen Formalisierungsgrad und den disziplinierenden Faktor
einer Abstimmung für mehr Professionalität im Umgang sorgte. Die klare Aufteilung der
Kompetenzen, die anfangs nur auf dem Papier bestanden hatte, ermöglichte ebenfalls
ein professionelles Miteinander. Es war sichergestellt, daß die definierte Arbeit jedes
einzelnen das Verhalten der Frauen disziplinierte und die Männer dazu ermutigte, bei
,,kleinen Unebenheiten" als Puffer und Korrektiv zu wirken.
II.4 Exkurs: Rechtliche Probleme und deren Lösung am Beispiel
Feuerwerk an der Oder um 24.00 Uhr:
Mit einem Feuerwerk bieten wir unserem Publikum ein besonderes Highlight und damit
einen weiteren Grund, unsere Veranstaltung zu besuchen bzw. bis zum Schluß zu
bleiben. Das Feuerwerk soll als Publikumsmagnet dienen und unsere Gäste mit
brillanten Stimmungsbildern im Dunkel der Nacht überraschen und ihnen ein exklusives
und unvergeßliches Erlebnis bieten. Wir haben uns für ein Feuerwerk der Klasse III
entschieden. Dabei handelt es sich um ein Großfeuerwerk, das nur von eigens dafür
ausgebildeten Spezialisten abgebrannt werden kann. Dafür ist eine Genehmigung
erforderlich. Alle notwendigen Vorbereitungsarbeiten für das Feuerwerk, wie
Behördengänge, die Genehmigungen, Absperrungen, Abklärung der Sicherheitsfragen
etc. werden von der Feuerwerkerei übernommen. Für alle Feuerwerke die nicht am 31.
Dezember oder 1. Januar stattfinden benötigt man eine behördliche Ausnahme-
genehmigung (siehe Musterbeispiel) vom zuständigen Ordnungsamt
.
Eine weitere
Ausnahmegenehmigung ist notwendig, da das Feuerwerk erst ab 24.00 Uhr beginnt.
Unter anderem sind folgende Punkte zu beachten:
· Ortsprüfung und -besichtigung durch die Branddirektion
· Einholen einer schriftlichen Genehmigung des Grundstückseigentümers.
· Rechzeitiges Beantragen (ca. 8 Wochen vorher) der Ausnahmegenehmigungen
(siehe Musterbeispiel).
· Vorab Informieren der örtlichen Feuerwehr und der Polizeidienststelle über die
Veranstaltung.
· Rechzeitiges Informieren der Nachbarn/ der direkten Anwohnerschaft über das
geplante Feuerwerk/ die Veranstaltung.
· Anrufen und informieren der Feuerwehr kurz vor Beginn des Feuerwerks.
33
· Errichten einer Absperrung um den Abbrennplatz und Bereitstellen von
Feuerlöschern und Verbandskästen.
· Beachten des Sicherheitsabstandes der Zuschauer (mindestens 50 Meter).
· Beseitigen der Überreste des Feuerwerks spätestens am nächsten Tag.
Muster-Anschreiben an die Stadtverwaltung:
An die Stadtverwaltung
Initiative ,,Kulturschiff auf der Oder"
- Ordnungsamt -
Heidrun Janz
z.Hd.
Herr
Tarlach
Logenstr.
2
/614
Stadthaus
15230
Frankfurt
(Oder)
15230 Frankfurt (Oder)
Frankfurt
(Oder),
04.04.2002
Antrag auf Genehmigung eines Feuerwerks der Klasse III
Sehr geehrte Damen und Herren,
anläßlich der kulturellen Veranstaltung ,,Schiff ahoi - Frankfurt ufert aus!" beabsichtigen
wir am 25.05.2002 ein Feuerwerk der Klasse III abzubrennen.
Initiative ,,Kulturschiff auf der Oder", Logenstr. 2 /614,
Veranstalter:
15230 Frankfurt (Oder)
Veranstaltungsort:
15230 Frankfurt (Oder), Anlegestelle Holzmarkt
Geplanter Zeitpunkt:
24.00 Uhr, Dauer ca. 10 Minuten
Grundstückseigentümer: Stadt (Einverständniserklärung anbeiliegend)
Verantwortliche Person: Heidrun Janz
Absperrung des Abbrennplatzes, Fernhalten Unbeteiligter,
Sicherheitsmaßnahmen: Bereitstellung von Löschmitteln und Verbandsmaterial
Die örtliche Polizeidienststelle und Feuerwehr werden
Sonstiges:
von der verantwortlichen Person informiert
Bitte senden Sie die Genehmigung an obige Adresse.
Für eventuelle Rückfragen stehen wir Ihnen unter der Telefonnummer 0335-3870095
zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
34
III. Checklisten
Checkliste 1: Terminabgleich/ Abstimmung Ecktermine/ Konkurrenzveranstaltungen
Veranstaltungs-Bezeichung:
"SCHIFF AHOI -Frankfurt ufert aus!"
Termin:
24./25./26. Mai 2002
Veranstaltungsort:
Schiff am Oderufer/ Holzmarkt Ffo
Anlaß Termin
kontrolliert
Ferientermine Brandenburg
regionale Feiertage
nationale Feiertage
verlängerte Wochenenden
Festlichkeiten in Ff/o (deutsch-polnisches
Brückenfest)
politische
Großveranstaltungen
Messen/Ausstellungen/ Kongresse
Veranstaltungen im Kleistforum/ Konzerthalle
Theater des Lachens
Veranstaltungen der EU Viadrina
(Feste/Symposien/Vorträge)
Semesterferien
Sonstige Termine und Events
Checkliste 2: Terminabstimmung Veranstaltungsort
Veranstaltungs-Bezeichung:
"SCHIFF AHOI - Frankfurt ufert aus!"
Termin:
24./25./26. Mai 2002
Veranstaltungsort:
Schiff am Oderufer/ Holzmarkt Ffo
Veranstaltungsort intern
o.k.
rechtl. Genehmigung
Anlegestelle für Zeitraum reservieren
Veranstaltungsort extern
ja/nein
Parallelveranstaltungen
Konkurrenz vor Ort
Mitbewerber?
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Checkliste 3: organisatorische Ecktermine
Veranstaltungs-Bezeichung:
"SCHIFF AHOI - Frankfurt ufert aus!"
Termin:
24./25./26. Mai 2002
Veranstaltungsort:
Schiff am Oderufer/ Holzmarkt Ffo
Grundlegende Termine im Voraus
o.k.
endgültige Terminfindung und -abstimmung
rechtliche Genehmigung der Veranstaltung (Rundschreiben an
Stadt/ BGS)
Vertrag mit Schiffahrtsgesellschaft
vertragliche Vereinbarung mit Musikern
schriftliche Vereinbarung mit Lesenden und Referent
Durchführungsarbeiten in Vorlaufzeit
Zeitraum/ Datum
Verantw.
o.k.
Versicherungen von Schiff und Veranstaltern November 2001
(Haftpflicht-) überprüfen
Fördermittel beantragen
November 2001
Sponsoren anwerben
November 2001
Feuerwerk (Genehmigungen)
Januar/ Februar 2002
Partyservice für Büfett/ Jazz-Brunch
Januar/Februar 2002
Pressemitteilung
Anfang Dezember 2001
Ansprechpartner
Gestaltung von Programmen, Flyern,
Januar/Februar 2002
Plakaten und Eintrittskarten
Aushilfspersonal (Einlasser/ "Türsteher"/
März 2002
Service)
Raumgestaltung/ Bestuhlung
März 2002/ Mai
Technik (Mikros, Lautsprecher?)
März 2002/ Mai
Verantwortlichkeit für Zwischen- und
März 2002
Endreinigung abklären
Bekanntgabe des Events an Programm-
März 2002
zeitschriften Frankfurts und Berlins
Flyer und Plakate vervielfältigen
April 2002
Werbung anbringen und verteilen
Anfang Mai 2002
Kartenvorverkauf in Ffo (Buchhandlung,
ab 13.Mai 2002
Touristeninformation)
Durchführungsbeginn, Schiff vor Ort
24.Mai 2002 26.Mai
Durchführung
2002
Nachbereitungen
ab 28.Mai 2002
36
Checkliste 4: Terminabstimmung Lesende/ Referent/ Bands
Veranstaltungs-Bezeichung:
"SCHIFF AHOI - Frankfurt ufert aus!"
Termin:
24./25./26. Mai 2002
Veranstaltungsort:
Schiff am Oderufer/ Holzmarkt Ffo
Name, Tel.
Was
Wann
o.k.
Bemerkung
Felix Ackermann
Lesung
Freitag
Dr. Malgorzata Trebisz
Lesung
Freitag
Prof. Dr. Dr. Knefelkamp Vortrag
Samstag
,,Die Oldie-Band"
Unterhaltungs- und
Samstag
Tanzmusik
,,Monk′s Holiday"
Jazz-Brunch
Sonntag
Praktische Umsetzung des QM am Beispiel der Veranstaltung ,,Schiff ahoi-Frankfurt
ufert aus!"
Die Einzelaufgaben der Mitarbeiter
gegliedert nach Tätigkeiten und
zeitlichem Ablauf (Terminplanung):
- Gesamtleiterin (Heidrun Janz)
- Verantwortlicher für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Christoph Zeidler)
- Finanzwart/Kassenwart
(alle)
- Verantwortlicher für die Austragungsstätte/Geräte/Technik (alle)
- Verantwortlicher für Unterbringung und Verpflegung (Vera Vysiotis)
- Verantwortlicher für den Ablauf und die gesellige Veranstaltung, sowie das
Rahmenprogramm (Heidrun Janz)
Checkliste des Gesamtleiters
6-8 Monate vor der Veranstaltung
- Vorbereitungsarbeiten für alle Maßnahmen koordinieren
- Absprachen mit der zuständigen Fachabteilung
- Mithilfe bei der Auswahl und Berufung der Mitarbeiter für den
Organisationsausschuß
- Erste Organisationsausschußsitzung vorbereiten und einberufen
- Aufgaben an die Mitarbeiter im Organisationsausschuß verteilen (Organigramm)
- Weitere Mitarbeiter als Ersatz ansprechen (,,Feuerwehr")
- Niederschriften über die Organisationsausschußsitzungen fertigen
- Vereinsvorstand über die Ausschußsitzung informieren
- Anschriftenliste/Telefonnummern der Mitarbeiter und Helfer zusammenstellen
- Veranstaltungstermin festlegen/Ersatztermin benennen
- Abstimmen des gesamten Veranstaltungsprogramms
- Zentrale Anlaufstelle für alle Schwierigkeiten während der Vorbereitungsphase
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Drei Monate vor der Veranstaltung
- Organisationsausschußsitzung
vorbereiten
und
einberufen
(Zwischenbilanz/Zwischenkontrolle)
- Auszuführende
Beschlüsse
überwachen
- Ordnungsdienst und Polizeieinsatz bei Großveranstaltungen- organisieren
(Helferstab)
- Toilettenwagen bestellen, Bestätigung abwarten
- Absprachen über die Bereitstellung von ausreichenden Park(evtl. Buspark)plätzen
- Genehmigung für die Benutzung von Tonwiedergabegeräten/Lautsprecheranlagen
und Musikinstrumenten beantragen
- Liste der Ehrengäste aufstellen
- Einspringen/Vertretung für Mitarbeiter m Krankheitsfall bzw. bei sonstiger
Verhinderung
4-6 Wochen vor der Veranstaltung
- Organisationsausschußsitzung
vorbereiten
und
einberufen
(Zwischenbilanz/Zwischenkontrolle)
- Einladungskarten/Flyer/Plakate
- Ehrengäste
einladen
- Flaggenschmuck/Verzierung
besorgen
- Versicherung der Veranstaltung, z.B. Abschluß einer Veranstalter-
Haftpflichtversicherung prüfen
- Teure Geräte, Technik, Instrumente versichern
- Sanitätsdienst (z.B. DRK), Arzt anfragen
- Wichtige Telefonnummern (Polizei, Krankenwagen, Feuerwehr) zusammenstellen
- Ausführungen der Beschlüsse des Organisationsausschusses überwachen
In der Woche der Veranstaltung
- Wegweiser- bei größeren Veranstaltungen- herstellen und anfertigen lassen
- Parkausweise
für
Mitarbeiter
- Zusagen von Ehrengästen zusammenstellen
- Fundbüro
einrichten
- Abschlußgespräch/Endprüfung mit allen Mitarbeitern/Helfern und Vertreter der
Gemeinde durchführen (zweckmäßigerweise 3 Tage vor Beginn der Veranstaltung)
- Umkleidemöglichkeiten, Backstagebereich, Dusch- und Waschräume für Künstler
einteilen
- Raum für Arzteinsatz/Sanitätsdienst einrichten
Am Veranstaltungstag
- Veranstaltung eröffnen
- Gäste
begrüßen
- Betreuung
der
Ehrengäste
Nach der Veranstaltung
- Vorsorge für die Reinigung der Veranstaltungsfläche und eine Abfallbeseitigung
treffen
- Fundsachen sicher stellen
- Mitarbeiter des Organisationsausschusses zur Abschlußsitzung einladen
- Veranstaltung bei der Abschlußsitzung auswerten
- Erfahrungsberichte
erstellen
- ,,Manöverkritik" im Organisationsausschuß
- Planung für ,,spätere" Jahre
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- Dank an die Mitarbeiter des Organisationsausschusses
Checkliste des Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit
6-8 Monate vor der Veranstaltung
- Werbekonzept besprechen und entwerfen
- Erste Kontakte zur Presse, zum Rundfunk bzw. zum (Regional)Fernsehen bei
größeren Veranstaltungen) aufnehmen
- Symbol für die Veranstaltung entwerfen und festlegen
- Helfer/besondere Mitarbeiter auswählen
3 Monate vor der Veranstaltung
- Vorinformation an Presse; Absprache mit dem zuständigen Redakteur;
Ankündigungsartikel
- Inserate/Werbeanzeigen für das Programmheft besorgen
- (Prominente) Autoren für Beiträge im Programmheft gewinnen
- Grußworte für das Programmheft erbitten
- Angebote für Druck eines Programmheftes einholen; Auftrag erteilen
- Kosten für Autoaufkleber und T-Shirts erfragen
- evtl. Verkauf von Werbeflächen (z.B. Werbung an Schiffbanden) prüfen
- Plan für Helfer und besondere Mitarbeiter aufstellen
4-6 Wochen vor der Veranstaltung
-
Informationen über die Veranstaltung an
-
den Veranstaltungskalender der Gemeinde/Stadt
-
das Fachverbandsorgan
-
das regionale Rundfunk- und Fernsehprogramm
-
regionale Zeitung/das Mitteilungsblatt der Gemeinde/Stadt (Amtsblatt)
-
die Werbezeitungen (Anzeigenblätter)
-
Verkauf des Programmheftes regeln
-
Zwischeninformation an Presse über den Stand der Vorbereitungen-
eingegangene Meldungen, Anzahl der Teilnehmer- Vergleiche mit
vorangegangenen Veranstaltungen
-
Kosten für örtliche Kinowerbung (Filmdia) erfragen; Auftrag erteilen
-
Plakatentwürfe und Flyer erstellen/Angebote einholen/Auftrag erteilen
-
Aushang der Plakate arrangieren
-
Kosten für Zeitungsbeilage erfragen/Beilagenentwürfe erstellen/ Auftrag erteilen
-
Werbematerialverteiler benennen
-
Flyer verteilen
In der Woche vor der Veranstaltung
- Schlußinformation an Presse- endgültige Teilnehmerzahl, abschließende Meldungen
- Fotoreporter
bestellen
- Parkausweis für Presse
- Transparente/Spruchbänder besorgen und anbringen
- Text für Werbeanzeigen/Inserate in der Tageszeitung entwerfen
- Auftrag an die Tageszeitung geben
- Werbestand in Programmverteilung einrichten
- Werbung mit einem Lautsprecher (Genehmigung notwendig!!)
39
Am Veranstaltungstag
- Pressekonferenz (bei größeren Veranstaltungen)
- Pressevertreter
betreuen
- Programmheft
verkaufen
- Presseinfo
vorbereiten
- Ergebnis über die Veranstaltung an die Presse & Rundfunk
- Einsatz der Helfer überwachen
Nach der Veranstaltung
- Nachbetrachtung in der Presse
- Presse-Spiegel
erstellen
- Fotos zur Nachbetrachtung bereithalten
- Programmverkauf
abbrechen
- Dank an die Helfer und besondere Mitarbeitern
Checkliste des Finanz-/Kassenwarts
3-6 Monate vor der Veranstaltung
- Vorläufigen Finanzplan für die Veranstaltung aufstellen
- Vorläufige Ausgaben und Einnahmen detailliert darstellen
- Suche von Finanziers, Kontakte zu Sponsoren
- Finanzkräftige Mitglieder für Spenden anschreiben
- Ausfallbürgschaft bei Gemeinde/Stadt beantragen
- Zuschußanträge an Gemeinde/Stadt
- Klären, wieviel Eintritt bei der Veranstaltung erhoben wird; Regelung über
Eintrittskarten
- Helfer/besondere Mitarbeiter auswählen
- Helferplan
erstellen
4-6 Wochen vor der Veranstaltung
- Gesamtfinanzierung überprüfen/ Zwischenbilanz erstellen
- Festlegen, welcher Tagessatz, km-Pauschale und sonstige Aufwendungen für die
Helfer und die besonderen Mitarbeiter erstattet werden
- Festlegen, wo die Auszahlungsstelle ist und wann ausgezahlt wird
- Vorverkaufsstellen bei größeren Veranstaltungen einrichten
- Genehmigungsgebühr für die Veranstaltung berücksichtigen
- Genehmigungsgebühr an Gemeinde/sonstige Behörden zahlen
In der Woche vor der Veranstaltung
- Eintrittskarten
besorgen
- Mitarbeiter zum Kassieren des Eintritts benennen
- Wechselgeld für Kassierer bereithalten
Am Veranstaltungstag
- Entschädigungen für Kassierer und Ordner auszahlen
- Anfallende Nebenkosten (u.a. Entschädigungen für außergewöhnliche Belastungen)
bezahlen
- Verzehrbons (auch für Mitarbeiter) bereithalten
- Einsatz der Helfer und besonderen Mitarbeiter überwachen
Nach der Veranstaltung
- Eintrittsgelder/Programmverkauf
abrechnen
40
- Sanitätsdienst
entschädigen
- Abrechnung mit dem Verantwortlichen für die Verpflegung und dem
Verantwortlichen für die gesellige Veranstaltung
- Honorar Band/DJ auszahlen
- Alle steuerlichen Abgaben nach der Veranstaltung berücksichtigen
- Rechnungen
bezahlen
- Kassenabschlußbericht
erstellen
- Kassenabschlußbericht an alle Organisationsausschußmitglieder versenden
- Dankschreiben an die Gemeinde/Stadt und weitere Zuschußgeber
- Dankschreiben an die Spender
- Dank an Helfer und besondere Mitarbeiter
- Verzehrgeld/Bons für Mitarbeiter bereithalten (Abschlußabend bzw. Helferparty)
- Betreuer für die Gäste/Bands/Vortragende benennen
- Zeitplan/Terminplan an alle beteiligten Akteure verschicken
- Verantwortliche Leitung während der gesamten Veranstaltung
- Einhaltung des Zeitplans kontrollieren
Checkliste des Verantwortlichen für die Austragungsstätte, Geräte
und Technik
6-8 Monate vor der Veranstaltung
- Festlegen, welche Örtlichkeiten (Schiff) benötigt werden
- Schiffsbenutzung
sicherstellen
- Antrag an die Gemeinde/Stadt/sonstige Träger
- Helfer/ besondere Mitarbeiter auswählen
3 Monate vor der Veranstaltung
- Veranstaltungsstätte/Schiff besichtigen und überprüfen
- Notwendige Reparaturarbeiten am Schiff beantragen
- Liste der Geräte/Technik erstellen
- Fehlende Geräte ausleihen
- Plan für Helfer und besondere Mitarbeiter aufstellen
4-6 Wochen vor der Veranstaltung
- Detailplan über spezielle Geräte (z.B. Sprechpult mit Werbeschild usw.) erstellen
- Transport dieser Geräte organisieren
- Evtl. Security-Firma bestellen
In der Woche vor der Veranstaltung
- Umkleidemöglichkeiten/Ruheräume für Künstler und Gäste reservieren
- Hinweistafeln für Umkleiden, Stellplätze, Sanitätsraum, Informationsstand usw.
anfertigen und anbringen
Am Veranstaltungstag
- Informationsstand/Stellplätze usw. öffnen
- Hinweis auf Diebstahlgefahr; Garderobe und Wertsachendepot einrichten
- Geräte und Utensilien (Sprecherpult, Tische, Verkaufsstände usw.) aufstellen
- Einsatz der Helfer und besonderen Mitarbeiter überwachen
- Geräte abbauen bzw. austauschen und wechseln
Nach der Veranstaltung
- Abbau sonstiger Zusatz-Installationen
41
- Rücktransport der ausgeliehenen Geräte veranlassen
- Dank an die Helfer und besonderen Mitarbeiter
- Dank an die Gemeinde/Stadt
Checkliste des Verantwortlichen für Unterkunft und Verpflegung
6-8 Monate vor der Veranstaltung
- Austellungsgenehmigung für Verkaufsstände beantragen
3 Monate vor der Veranstaltung
- Wo werden die Gäste verpflegt? Wie viele Gäste werden verpflegt?
- Verpflegung festlegen und vorbestellen
- Wareneinkauf (Getränke, Speisen) regeln; Absprache mit den Lieferanten bzw.
Catering-Service
- Rücknahmegarantie
aushandeln
- Nachschub für die Bewirtschaftung absprechen
- Angebote für Unterbringung der Gäste/Künstler einholen
- Unterbringungsmöglichkeiten der Gäste/Künstler planen bzw. buchen (private
Unterbringung, Jugendherberge, Gästehaus, Hotel)
- Transport für die Gäste/Künstler zu den Unterkünften regeln
- Schankerlaubnis für die Bar einholen
- Plan für Helfer und besondere Mitarbeiter aufstellen
In der Woche der Veranstaltung
- Unterbringungspläne
prüfen
- Verpflegung
abschließend
abstimmen
- Verkaufsstände
aufstellen
- Zubehör und Ausstattung) für den Verkaufsstand (Programmhefte usw.) besorgen
Am Veranstaltungstag
- Transport der Gäste Künstler (Unterbringung- Veranstaltungsort-Unterbringung)
- Einsatz der Helfer und besonderen Mitarbeiter überwachen
Nach der Veranstaltung
- Verkaufsstand
abbauen
- Bestandsaufnahme des Zubehörs und der Ausstattung des Verkaufsstandes
- Einnahme aus dem Verkauf der Speisen und Getränke abrechnen
- Dank an alle Gäste und an die ,welche eine Übernachtungsmöglichkeit bereitgestellt
haben
- Dank an die Helfer und die besonderen Mitarbeiter
Checkliste des Verantwortlichen für den Ablauf und das
Rahmenprogramm
6-8 Monate vor der Veranstaltung
- Art der geselligen Veranstaltung festlegen
- Veranstaltungsort
(Schiff)
auswählen
- Miet- und Pachtvereinbarungen treffen
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- Bands/Künstler/Vorträger bestellen; vertragliche Vereinbarungen vornehmen,
Honorar vereinbaren
- Hinweis auf Tanzveranstaltung in der Einladung und Ausschreibung
- Helfer / besondere Mitarbeiter auswählen
3 Monate vor der Veranstaltung
- Schankerlaubnis für Tanzveranstaltung einholen
- Notwendige Sicherheitsvorkehrungen für gesellige Veranstaltung treffen;
Rettungsboote- und westen an Bord?; Feuerwehr informieren, Notausgänge
freihalten, ggf. Wasserpolizei, Grenzschutz, Ordnungsdienst/Kontrolle einrichten
- Evtl. Dolmetscher für ausländische Gäste bestellen
- Bands/DJ bestellen bzw. ständig Kontakt halten
- Verlängerung/Hinausschiebung der Polizeistunde beantragen
- Plan für Helfer und besondere Mitarbeiter aufstellen
4-6 Wochen vor der Veranstaltung
- Tanzveranstaltung (öffentliche Veranstaltung) anmelden - Ortspolizeibehörde
- Tanzveranstaltung wegen evtl. Vergnügungssteuer anmelden- Steueramt
- Stadtpläne/Stadtführer/Hotelverzeichnisse/Veranstaltungskalender und Prospekte
beim Fremdenverkehrsamt anfordern
- GEMA-Anmeldung
vornehmen
- Absprachen mit dem Wirt/Catering-Service und den Lieferanten treffen;
Wareneinkauf (Getränke/Speisen) regeln
- Nachschub für Bewirtschaftung vorsehen (Metzger, Bäcker, Brauerei informieren)
- Mitarbeit bei den Werbemaßnahmen für die gesellige Veranstaltung (Hinweise auf
Plakaten, Handzetteln, und in den sonstigen Veröffentlichungen)
In der Woche vor der Veranstaltung
- Tanzfläche, Disco-Theke einrichten
- Kassierer für Eintritt benennen
- Jugendschutzbestimmungen- Gesetz zum Schutze der Jugend n der Öffentlichkeit-
einsehen/beachten
Am Veranstaltungstag
- Letzte Vorbereitungen für die Disco-Veranstaltung treffen
- Einsatz der Helfer bei der Veranstaltung überwachen
Nach der Veranstaltung
- Bestandsaufnahme des Zubehörs und der Ausstattung des Schiffes (Gläser usw.)
- Beleuchtungsanlagen/Dekoration von Tanzveranstaltung/Disco abbauen
- Gesellige Veranstaltung abrechnen
- Dank an Helfer und besonderen Mitarbeiter
43
IV. Literatur
Horsch
, Jürgen:
Personalplanung Grundlagen/Gestaltungsempfehlungen/Praxisbeispiele, Verlag Neue
Wirtschafts-Briefe GmbH & Co., Herne/Berlin, 2000
Bosch/Kohl/Schneider
:
Handbuch Personalplanung Ein praktischer Ratgeber, Bund-Verlag GmbH, Köln,
2000
Vieth
, Matthias:
Personalplanung für Projekte, Rainer Hampp Verlag München und Mehring, 1999
Mehrmann/Plaetrich
:
Der Veranstaltungsmanager, Verlag C.H. Beck, München, 1993
Herrey
(u. a.):
Qualifizierungsprojekt ,,Veranstaltungsmanagement und Marketing", Wissenschaftlicher
Springer-Verlag Berlin, Heidelberg, New York 1990
Bisher noch nicht erschienen:
Holzbaur
, Ulrich,
Jettinger
, Edwin,
Knauß
, Bernhard,
Moser
, Ralf,
Zeller
Markus:
,,Eventmanagement Veranstaltungen professionell zum Erfolg führen", Springer-
Verlag Berlin/Heidelberg; Erscheinungsdatum: Januar 2002
V. Anhang
V.1 Muster-Pressemitteilungen
Im folgenden einige Vorschläge, wie eine Pressemitteilung aussehen kann. Es gilt, ein
entsprechendes Format zu berücksichtigen, auch die Schriftgröße und den Seitenrand
betreffend. Laut Rückfrage bei den Redaktionen sollte eine PM (wenn möglich) nie
länger als eine Seite sein, und immer 1½ -fachen Zeilenabstand einhalten. Seitenränder
links und rechts von 3,5 cm sind ideal, ebenso wie Blocksatz.
44
SCHIFF AHOI Frankfurt ufert aus!
Initiative ,,Kulturschiff auf der Oder"
Christoph Zeidler
Pressesprecher (V.i.S.d.P.)
Logenstr. 2 /614
15230 Frankfurt (Oder)
Tel. + Fax: 0335 / 3 87 00 95
Frankfurt (Oder), 16.07.2001
PRESSEMITTEILUNG
,,Schiff ahoi Frankfurt ufert aus!"
Initiative stellt Idee eines Kulturschiffes vor
Frankfurt (Oder), 15.07.2001
Die Initiative ,,Kulturschiff auf der Oder" hat heute sich und ihr Projekt auf
einer Pressekonferenz in der Europa-Universität einer breiten
Öffentlichkeit vorgestellt. Die Vorsitzende der Initiative, Heidrun Janz,
schilderte die Bemühungen um ein kulturelles Event auf der Oder, das die
Nähe Frankfurts zu Slubice, aber auch die Nähe des Flusses zur Stadt
selbst wieder ins Bewußtsein rufen soll. ,,Der Fluß ist unserer Ansicht nach
in der Vergangenheit zu wenig berücksichtigt worden, wir wollen seine
Schönheit und Bedeutung für die Stadt mit unserem Programm
unterstreichen." Geplant seien eine Lesung deutscher und polnischer
Autoren, ein Vortrag über die Geschichte Frankfurts und seines Flusses,
sowie ein Tanz in die Nacht und ein Jazz-Brunch. ,,Wir wollen ein buntes
Programm für jeden bieten, der ein Wochenende auf und mit dem Fluß
verbringen möchte", so Janz weiter.
Die Veranstaltung wird voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres
stattfinden. Die Veranstalter suchen dringend noch Helfer und Unterstützer
für ihre Idee, vor allem Sponsoren und Förderer. Janz: ,,Wir freuen uns
über jede helfende Hand, die etwas wertvolles für Frankfurt erreichen
möchte!"
Wenn Sie weitergehende Informationen wünschen, oder aktiv mitgestalten
wollen, melden Sie sich bitte bei Heidrun Janz unter 0335 / 4 00 57 02.
45
SCHIFF AHOI Frankfurt ufert aus!
Initiative ,,Kulturschiff auf der Oder"
Christoph Zeidler
Pressesprecher (V.i.S.d.P.)
Logenstr. 2 /614
15230 Frankfurt (Oder)
Tel. + Fax: 0335 / 3 87 00 95
Frankfurt (Oder), 23.05.2002
PRESSEMITTEILUNG
Auf die Oder - fertig - los!
Kulturschiff geht am Holzmarkt vor Anker
Frankfurt (Oder), 23.05.2002
Am morgigen Freitag ist es endlich soweit. Das mit Spannung erwartete
Kulturprogramm ,,Schiff ahoi Frankfurt ufert aus!" öffnet seine Pforten.
Mit einem Empfang möchte das Team der Initiative ,,Kulturschiff auf der
Oder" in ein gemütliches und sehr informatives Wochenende einleiten, auf
dem eine deutsch-polnische Lesung, Vorträge und die Möglichkeit zu
Speis Trank den Rahmen bilden, etwas über Frankfurt, seinen östlichen
Nachbarn und die Geschichte der Oder zu lernen. Doch laut Heidrun Janz,
der Vorsitzenden der Initiative, ,,steht eindeutig der Spaß an den
kulturellen Events im Vordergrund. Wir wollen keinen trockenen
Geschichtsunterricht betreiben, sondern spannend und in gemütlicher
Atmosphäre Kultur erleben, und zwar die Kultur unserer Region!" So sei
zum Beispiel am Samstag abend mit dem Tanz auf der Oder eine gute
Gelegenheit gegeben, ,,mal wieder so richtig einen draufzumachen", wie
Janz mit einem Grinsen sagte. Bei Interesse der Frankfurter und guter
Beteiligung überlege man, das ganze im nächsten Jahr zu wiederholen.
46
V.2 Muster-Anschreiben für finanzielle Förderung
Anmerkung: Im folgenden ein beispielhaftes Anschreiben, welches mit leichten Änderungen an beliebige
Empfänger zu senden ist.
Initiative ,,Kulturschiff auf der Oder"
Heidrun Janz
Logenstr. 2 /614
15230 Frankfurt (Oder)
Tel. + Fax: 0335 / 3 87 00 95
Deutsche Bank 24
Filiale Frankfurt (Oder)
Frau Monika Gast
Postfach 11 80
15201 Frankfurt (Oder)
Antrag auf finanzielle Förderung / Sponsoring
Frankfurt (Oder), 16.08.2001
Sehr geehrte Frau Gast,
bezug nehmend auf unser Gespräch vom Juli diesen Jahres, möchten wir uns hiermit um
Fördermittel aus Ihrem Hause zur Durchführung einer grenzüberschreitenden kulturellen
Veranstaltung bewerben, die von deutschen und polnischen Studierenden organisiert wird.
Die Initiative ,,Kulturschiff auf der Oder" hat sich im April diesen Jahres zusammengefunden, um
ein einmaliges Projekt für Frankfurt auf die Beine zu stellen. Die Verknüpfung des Flusses mit
der Stadt, die Verknüpfung von Studierenden und Einwohnern Frankfurts und die Verknüpfung
eines kulturellen Projektes mit dem rauhen Alltag dies- und jenseits der Grenze. Nicht nur
symbolisch, sondern ganz real, ist dies ebenfalls eine Verknüpfung Deutschlands mit Polen, die
sich im bikulturellen Programm und im bikulturellen Publikum ausdrückt. ,,Kultur verbindet
Schiff ahoi!"
Wir hoffen, Sie für unsere Idee begeistern zu können, und verweisen dazu auf beiliegende
Erläuterungen, insbesondere auf die Möglichkeiten, die wir Ihnen Ihre Werbung betreffend
bieten. Da unsere Initiative als ausrichtendes Organ in keinster Weise über die notwendigen
Mittel verfügt, dieses Projekt ohne Unterstützung von außen durchführen zu können, bitten wir
Sie höflich um eine Förderung in Höhe von
DM 4000.-
.
Für Rückfragen und weitergehende Ausführungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Wir hoffen, Ihr Interesse geweckt zu haben, und verbleiben
mit freundlichen Grüßen
47
V.3 Schwierigkeiten bei der Projektplanung in der Vorlaufzeit
- Veranstaltungsort, ein passendes Schiff zu finden
- konkreter Programmablauf
- wie viele Gäste werden eingeplant
- welches Publikum soll angesprochen werden
- Finanzierung/ Kostendeckung
- Sponsoren, Fördermittelbeantragung
- generell Erreichbarkeit von Behörden, Ansprechpartnern
- Genehmigungen für das Feuerwerk
- Abstimmungen im Projekt-Team
- Konfliktsituationen im Team
- Terminkoordinierung / Absprachen
48
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