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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 23 Pages
Author: Pamela Sommer
Subject: Philosophy - Philosophy of the Middle Ages (approx. 500 - 1300)
Details
Institution/College: University of Kassel (FB Philosophie)
Tags: Ästhetik, Mittelalter, Kunsttheorie, Clairvaux, Helmarshausen, Kunsthandwerk
Year: 2003
Pages: 23
Grade: 2
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-16975-2
File size: 270 KB
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Excerpt (computer-generated)
Theophilus Presbyter: Schedula diversarum artium
von: Pamela Sommer
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 03
2. Zur Person des Theophilus 04
3. Die Schedula diversarum artium 05
3.1. Zur Entstehung des Werkes 05
3.2. Der Inhalt der Schedula 06
4. Die Prologe der Schedula 09
4.1. Der Prolog zum ersten Buch 10
4.2. Der Prolog zum zweiten Buch 14
4.3. Der Prolog zum dritten Buch 16
5. Zusammenfassung der Prologe 19
6. Schlußbetrachtung 20
Literaturhinweise 22
1. Einleitung
Diese Hausarbeit resultiert aus meinem am 07. Januar 2003 gehaltenen Referat im Rahmen des Seminars „Ästhetik vor der Ästhetik“. Thema ist Theophilus Presbyter und seine Schrift „Schedula diversarum artium“, die um das Jahr 1100 entstand und eine Art mittelalterliches Handbuch des Kunsthandwerkes darstellt. In drei Büchern gibt Theophilus das Wissen, das er sich in vielen Jahren kunsthandwerklicher Praxis angeeignet hat, an die mittelalterlichen Künstler weiter. Doch nicht nur aus kunstwissenschaftlicher Sicht ist das Werk interessant, sondern vielmehr enthält es auch drei Prologe, die Aufschluß über die künstlerische und ästhetische Anschauung im Mittelalter geben. Aus diesem Grund wird sich diese Hausarbeit schwerpunktmäßig mit den Prologen des Werks beschäftigen und versuchen, Theophilus´ ästhetische Auffassung deutlich zu machen. Zunächst werde ich auf die Identität des Theophilus und auf „biographische“ Daten eingehen. Anschließend soll in Kapitel 3 das Gesamtwerk der „Schedula diversarum artium“ betrachtet werden, bevor ich genauer auf die einzelnen Prologe und ihre theologisch-künstlerische Bedeutung eingehen werde. Daraus ergibt sich die ästhetische Anschauung des Theophilus, die ich abschließend mit verschiedenen zeitgenössischen Meinungen vergleichen möchte. Ich werde in dieser Hausarbeit ausschließlich mit der deutschen Übersetzung der „Schedula diversarum artium“ arbeiten und versuchen, meine Thesen anhand des Textes nachzuweisen. Bei meinen Ausführungen stütze ich mich besonders auf die Gesamtausgabe der Schrift bei Brepohl 1 und den Aufsatz „Ornatus materialis domus dei“ von Bruno Reudenbach, der sich ebenfalls mit Theophilus und seiner theologischen Auffassung auseinandersetzt 2.
2. Theophilus – eine mittelalterliche Persönlichkeit, die Rätsel aufgibt
Man sollte zunächst erwähnen, daß es sich bei Theophilus nicht um eine historisch nachweisbare Person handelt, sondern daß der Autor der Schedula sich diesen Namen selbst zu Beginn des Prologs zum ersten Buch gibt. Er stellt sich dem Leser als „Theophilus Presbyter“ vor. Aus diesem Grund war es für Forscher eine besondere Herausforderung, die wahre Identität von Theophilus Presbyter zu finden. Was man sicher über den Autor sagen konnte war, daß er Benediktinermönch war. Warum er sich selbst „Theophilus“ nannte, kann verschiedene Gründe gehabt haben. Vielleicht änderte er seinen Namen mit dem Eintritt ins Kloster und nahm den Namen des heiligen Theophilus an, der im Mittelalter eine bekannte und beliebte Heiligenfigur war. Es wäre jedoch auch möglich, daß der Name als ein Bekenntnis zu verstehen ist. Übersetzt man ihn wörtlich, so bedeutet „theo-philes“ - „der Gott Liebende“ oder „Gottesfreund“ 3. Alle weiteren Anhaltspunkte für die Identität des Autors mußte man aus seinem eigenen Werk entnehmen, da Theophilus in keiner mittelalterlichen Quelle oder Urkunde Erwähnung findet. Was kann man aus der Schedula ableiten? Theophilus war allem Anschein nach ein sehr gläubiger Benediktiner, was sich in seiner Schrift widerspiegelt. Der heilige Benedikt von Nursia ermahnte zur Bescheidenheit und zu nützlicher Handwerksarbeit. Da liegt es nahe, daß Theophilus auch selbst handwerklich tätig war, wahrscheinlich als Goldschmied, da der dritte Teil der Schedula, der sich mit der Goldschmiedekunst beschäftigt, besonders ausführlich ausfiel. Weiterhin ist bekannt, daß Theophilus überdurchschnittlich gebildet war, da er die lateinische Sprache beherrschte. Er schien ein geweihter Priester zu sein und genoß eine hervorragende theologische Ausbildung. In seinem Werk deutete er immer wieder Bibeltexte auf kunsthandwerkliche Tätigkeiten aus, worauf ich in meinen weiteren Ausführungen noch genauer eingehen werde. All diese Hinweise brachten die Forscher immer näher an die wahre Identität des Theophilus Presbyter. Der Historiker Eckhard Freise brachte erstmals die These auf, daß Theophilus identisch mit dem Goldschmiedemönch Roger von Helmarshausen sei4. Er stützte sich dabei auf eine Notiz in der wichtigsten Abschrift des Theophilus-Manuskripts, welches sich heute in der Wiener Nationalbibliothek befindet. Dort steht mit roter Tinte über dem Text des Prologs zum ersten Buch der „Schedula diversarum artium“ der folgende Hinweis:
[...]
1 Brepohl, Erhard: Theophilus Presbyter und das mittelalterliche Kunsthandwerk, 2 Bände, Köln 1999.
2 Reudenbach, Bruno: „Ornatus materialis domus dei“. Die theologische Legitimation handwerklicher Künste bei Theophilus; in: Beck, Herbert / Hengevoss-Dürkop, Kerstin (Hrsg.): Studien zur Geschichte der europäischen Skulptur im 12./13. Jahrhundert, Frankfurt am Main 1994, S. 1-16.
3 Vgl. Brepohl (1999), Band 1, S. 25f.
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