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Entstehung des Inquisitionsverfahrens und Bekämpfung der Häresie

Autor: Anke Sißmeier
Fach: Geschichte - Mittelalter, Frühe Neuzeit

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Details

Veranstaltung: Proseminar: Die Anfänge der Ketzerinquisition im 12. und 13. Jahrhundert
Institution/Hochschule: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (Institut für Mittlere Geschichte)
Tags: Inquisition, Mittelalter, Häresie, Innocenc III., ad abolendam
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 22
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 245 KB
Archivnummer: V10614
ISBN (E-Book): 978-3-638-16987-5
Anmerkungen :
Die Hausarbeit befasst sich hauptsächlich mit dem mittelalterlichen Strafprozessrecht und dessen Entwicklung. Hierbei werden die einzelnen Prozessformen und insbesondere die Ketzerthematik behandelt. Die Dekretale ad abolendam wird diesbezüglich als zentrale Quelle herausgearbeitet.
203 KB

Textauszug (computergeneriert)

Entstehung des Inquisitionsverfahrens 
und Bekämpfung der Häresie

von Anke Sissmeier



Inhaltsverzeichnis 

Einleitung 3

2 Entwicklung des mittelalterlichen Strafprozessrechts 4

2.1 Römisches Strafprozessrecht 4

2.2 Die Kirche als neue Jurisdiktionsgewalt 5

2.3 Die verschiedenen Prozessformen 
nach dem Verfall des Römischen Reiches 6

2.3.1 Das Sendgerichtsverfahren gegen Laien 6

2.3.2 Das Infamationsverfahren gegen Geistliche 8

3 Die strafrechtliche Verfolgung der Häresie 9

3.1 Häresie als crimen laesae maiestatis 
und daraus entstehende Folgen 9

3.2 Die Einführung der bischöflichen 
Ketzerinquisition: ad abolendam 11

3.2.1 Inhalte der Dekretale 12

3.2.2 Auswirkungen und Einschätzungen 
der doppelten Gesetzgebung 15

3.3 Die Entstehung des Inquisitionsverfahrens 
unter Papst Innocenz III. 16

4 Resümee 18

5 Quellen- und Literaturverzeichnis 20

 


1 Einleitung

Die Inquisition des Mittelalters wird heute in weiten Kreisen als ein emotional-düsteres Thema aufgefasst, das automatisch mit Unrecht, Folter und Gewalt assoziiert wird. Im Volksmund verkörpert sie ein grausames Strafverfahren gegen Andersgläubige wie Ketzer oder Hexen. Doch dass der ursprüngliche Inquisitionsprozess kaum etwas mit der Verbrennung von Ketzern auf Scheiterhaufen zu tun hat, sondern sogar eine grundlegende Verbesserung des damals vorherrschenden Prozessrechts darstellte, ist heute gemeinhin unbekannt.
Aus diesem Grund wird sich diese Hausarbeit mit der Entstehung der Inquisition und ihrem eigentlichen Charakter befassen. Weiterhin soll der Zusammenhang zwischen dem Inquisitionsverfahren unter Innocenz III. und den summarischen Ketzerprozessen des Spätmittelalters herausgestellt werden. Somit wird einhergehend mit der chronologischen Darstellung der Entwicklung der Inquisition das prozessuale Vorgehen gegen die Häresie behandelt. Wie kam es zu den summarischen Ketzerprozessen? Welche Rolle spielte hierbei die Entstehung des Inquisitionsverfahrens? Eine zentrale Quelle zu diesem Themenbereich stellt die Dekretale ad abolendam aus dem Jahre 1184 dar. Die doppelte Gesetzgebung von Papst Lucius III und Kaiser Friedrich I. Barbarossa repräsentiert eine erste Systematisierung der Ketzerverfolgung und Konkretisierung im strafrechtlichen Vorgehen gegen die Häresie.
Das erste Kapitel des Hauptteils beschäftigt sich mit der Frage, woraus sich das Verfahren der Inquisition entwickelt hat. Als Grundlage werden Prozessformen des Römischen Rechts sowie die Etablierung der katholischen Kirche als neue Jurisdiktionsgewalt kurz dargelegt. Daraufhin folgt eine Skizzierung der zwei wesentlichen Verfahrensweisen, derer man sich nach Verfall des Römischen Reiches bediente: das Sendgerichts- und Infamationsverfahren.
Das zweite Kapitel des Hauptteils thematisiert die Verbreitung der Häresie, die sich als zunehmendes Problem in den Augen der Kirche erwies. Dabei sind sowohl das rechtliche Verständnis des häretischen Verbrechens als auch erste strafrechtliche Reaktionen auf geistlicher Ebene von Interesse. Inwieweit die ketzerische Bewegung die Entstehung der Inquisition einleitete, wird anhand der doppelten Gesetzgebung Papst Lucius und Kaiser Friedrich I. Barbarossas untersucht. Inhalte, Auswirkungen sowie der Beitrag der Dekretale zur Entstehung der bischöflichen Ketzerinquisition dienen diesbezüglich als Lösungsansätze. Letztlich soll die Rolle des Papstes Innocenz III. hinsichtlich der endgültigen Festlegung des Inquisitionsprozesses herausgestellt und auf Kennzeichen und Unterschiede im Gegensatz zu den bislang bekannten Verfahrensweisen eingegangen werden. Die Darlegung des aktuellen rechtshistorischen Forschungsstandes soll eine Erklärung für die eingangs dargelegte, negative Auffassung des Inquisitionsverfahrens bieten.
Als Ziel der Hausarbeit kann die Darstellung der Entstehungsgeschichte der Inquisition gesehen werden. Auf diese Weise soll der Fortschritt im mittelalterlichen Prozessrecht, der mit der Einführung des Inquisitionsverfahrens verbunden war, deutlich werden. Schwerpunktmäßig werden die Zusammenhänge mit dem strafrechtlichen Vorgehen gegen die Häresie akzentuiert und besonders anhand der Dekretale ad abolendam verdeutlicht. Somit soll die Hausarbeit die Frage nach dem Ursprung der summarischen Ketzerprozesse des 13. Jahrhunderts beantworten.

2 Entwicklung des mittelalterlichen Strafprozessrechts

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Kommentare

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