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Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2002
Seiten: 106
Note: 1,15
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 314 KB
Archivnummer: V10638
ISBN (E-Book): 978-3-638-17008-6

Textauszug (computergeneriert)

 

Computervermittelte Kommunikation im Internet

Diplomarbeit im Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück

vorgelegt am

1.Oktober 2002

von

Katrin Jablonski

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: "Wer die Kommunikation hat, hat die Zukunft" ... 4

2. Formen der Kommunikation? ... 6
2.1. Was ist Kommunikation? ... 6
2.2. Definition ... 8
2.3. Die Face-to-Face-Kommunikation ... 9
2.4. Die technisch vermittelte Kommunikation ... 10
2.5. Die Massenkommunikation ... 11

3. Kommunikationsmodelle ... 13
3.1. Das Stimulus-Response-Modell ... 13
3.2. Die Lasswell-Formel ... 14
3.3. Das Shannon/Weaver-Modell ... 15
3.4. Die Systemtheorie nach Niklas Luhmann ... 17

4. Das Medium im Rahmen der Kommunikation ... 21

5. Die computervermittelte Kommunikation ... 26
5.1. Das Internet: Die Entstehung eines weltweiten Kommunikationsnetzes ... 26
5.2. Definition: Was ist computervermittelte Kommunikation? ... 28
5.3. Merkmale der computervermittelten Kommunikation ... 30
5.3.1.Die Textbasis ... 30
5.3.2. Die Synchrone und asynchrone Kommunikation ... 31
5.3.3. Standardisierungen der computervermittelten Kommunikation ... 32
5.3.3.1. Emoticons ... 33
5.3.3.2. Soundwörter und Aktionswörter ... 33
5.3.3.3. Die Netiquette ... 34
5.4. Die Nutzung ... 35
5.4.1. Die Email ... 36
5.4.2. Der Chat ... 38
5.4.3. Die elektronischen Diskussionsforen ... 40
5.4.3.1. Die Mailinglists ... 41
5.4.3.2. Die Newsgroups ... 41
5.5. Theorien zur computervermittelten Kommunikation ... 43
5.5.1. Das Kanalreduktionsmodell ... 43
5.5.2. Das Filtermodell ... 45
5.5.3. Das Simulationsmodell ... 46
5.5.4. Die rationale Medienwahl ... 47
5.5.5. Die normative Medienwahl ... 49
5.5.6. Die Theorie der sozialen Informationsverarbeitung ... 50
5.6. Das Neue an computervermittelter Kommunikation ... 51
5.6.1. Die Zeit- und Raumunabhängigkeit ... 52
5.6.2. Die Globalisierung ... 54
5.6.3. Die Information ... 56
5.6.4. Die Individualisierung ... 58
5.6.5. Die Identitätskonstruktion ... 60
5.7. Gefahren von computervermittelten Kommunikation ... 64
5.7.1. Die Textbasis: Verlust parakommunikativer Kompetenzen ... 65
5.7.2. Der Informationsüberfluß ... 67
5.7.3. Die Anonymität ... 69
5.7.4. Die Einsamkeit ... 72
5.7.5. Die Wirklichkeitskonstruktion: Realität vs. Virtualität ... 76
5.7.6. Multi User Dungeons (MUDs) ... 80

6. Die gesellschaftlichen Auswirkungen ... 85
6.1. Die Globalisierung ... 86
6.2. Die Individualisierung ... 88
6.3. Die Polarisierung ... 91

7. Ausblick ... 95

8. Zusammenfassung ... 98

9. Resümee ... 100

10. Literaturverzeichnis ... 103


1. Einleitung: „Wer die Kommunikation hat, hat die Zukunft“1

Ist das wirklich so? Welchen Stellenwert nimmt Kommunikation mit all ihren Ausformungen in unserer Gesellschaft ein?

Laut der ARD-ZDF-Online-Studie 2001 nutzen in der BRD 24,8 Millionen Erwachsene das „Netz der Netze“ (Döring, S.18), das Internet. Das sind 38,8 % aller Deutschen (ab 14 Jahren)! Das Internet treibt die Entwicklung neuer Kommunikationsformen und Informationszugänge voran. 80 %, also der Großteil der im Internet verbrachten Zeit, wird für die Email-Kommunikation genutzt. Gleichzeitig wird 59 % der Zeit mit der Suche nach Information verbracht2. Immer mehr Menschen kommunizieren immer häufiger global mit einer wachsenden Zahl von Menschen. Münch bringt diese Entwicklung auf den Punkt und spricht in diesem Zusammenhang von der Kommunikationsgesellschaft, die „gekennzeichnet [ist] durch ständige Vermehrung, Beschleunigung, Verdichtung und Globalisierung der Kommunikation“ (Münch, S.77). In Anbetracht der Tatsache, daß in immer kürzerer Zeit immer mehr Menschen das Internet mit seinen spezifischen Kommunikationsangeboten nutzen, ist es von Interesse, inwieweit sich zum einen die Verbindungen und die Kommunikation zwischen den Menschen und zum anderen wie sich die Gesellschaft als Ganzes verändern werden3, und das vor dem Hintergrund, daß „die digitale Revolution [...] gerade ihren Anfang [nimmt]“ (Hinner, S.2).

Wichtig ist zu verstehen, daß die derzeitige Entwicklung im Bereich der Kommunikation durch eine Ambivalenz gekennzeichnet ist. Denn sie birgt sowohl Chancen als auch Risiken in sich. Die durch das Internet eröffneten Kommunikationsmöglichkeiten befreien die Menschen von alten gesellschaftlichen und kommunikativen Grenzen und Zwängen, gleichzeitig bergen sie die Gefahr des Mißverständnisses, des Mißbrauchs und der Täuschung4. Es stellt sich also die Frage, in welcher Form Kommunikation durch das Internet und den Computer verändert und erweitert wird und in welchem Ausmaß Kommunikationschancen und –risiken zu- bzw. abnehmen5.

Im Rahmen der Analyse der computervermittelten Kommunikation (CMC: Computer Mediated Communication) stellen sich eine Vielzahl von Fragen. Wie und wofür nutzen die Menschen die neuen Medien6? Wodurch zeichnet sich computervermittelte Kommunikation aus? Welche Vorteile und Gefahren sind mit CMC verbunden? „Wie finden sich die Menschen in neuen, sich ständig wandelnden, sich ausweitenden und ausdifferenzierenden Kommunikationslandschaften zurecht“ (Maletzke, S.196)? Werden ‘alte‘ Kommunikationsformen zugunsten der neuen zurücktreten und an Bedeutung verlieren, oder werden sie nebeneinander ergänzend genutzt werden7? Sollte in diesem Zusammenhang von ‘Hybridisierung‘ gesprochen werden, die durch die „Verkettung, Vernetzung, Verknüpfung von Bekanntem mit Neuem, von habitualisierten Formen mit bislang unbekannten“ gekennzeichnet ist (Becker/Paetau, S.30)? Da durch das Internet globale und anonyme Kommunikation in bisher unbekannter Weise möglich wird, ist es von Bedeutung, ob und wie sich die sozialen Beziehungen verändern werden. Können wir durch das Internet und CMC unser Bedürfnis nach Kommunikation, sozialen Kontakten und Integration befriedigen? Oder werden wir isolierte Internetler, die einsam vor dem PC hocken, in eine virtuelle Welt eintauchen und bestehende Beziehungen durch Netzkontakte vernachlässigen oder gar ersetzen8? Kurz gesagt: Wie beeinflußt „das Medium [Internet] das kommunikative Verhalten von Individuen“ (Kerner/Kegler, S.139)? Tragen das Internet und die neuen Kommunikationsweisen zum Wandel der Gesellschaft als Ganzes bei9? Und wie „verändert sich die Gesellschaft, wenn die Kommunikation immer stärker „mediatisiert““ wird (Esposito, S.340)? Was sind also die gesellschaftlichen Auswirkungen der verstärkten Nutzung von CMC?

Ziel dieser Arbeit ist es die Entwicklung und die Auswirkungen von CMC unter besonderer Berücksichtigung der gesellschaftlichen Auswirkungen darzustellen und zu analysieren.

So behauptet Merten, daß „Gesellschaft nicht nur aufrechterhalten wird durch Kommunikation, sondern [...] überhaupt (erst) durch Kommunikation existiert“ (Merten, S.184 nach Dewey). Diesem Gedankengang folgend können anhand einer Analyse der Kommunikationsarten, -mittel, -möglichkeiten, -chancen und -gefahren Rückschlüsse auf den Zustand einer Gesellschaft gezogen werden.

Diesem Ablauf folgend werde ich im ersten Teil dieser Arbeit vorab definieren, was Kommunikation ist bzw. wie Kommunikation verstanden wird und welche grundlegenden Kommunikationsarten in der Gesellschaft zu finden sind.

Im Anschluß daran werde ich vier Kommunikationsmodelle vorstellen: das Stimulus-Response-Modell, die Lasswell-Formel, das Shannon-Weaver-Modell und die Systemtheorie nach Niklas Luhmann. Diese in der Kommunikationswissenschaft vielzitierten Modelle verdeutlichen die Entwicklung der Theorie von einem einfachen zu einem komplexeren Kommunikationsmodell. So geht jedes Modell geht von einem anderen Ansatz aus und will anhand weniger bis mehrerer verschiedener Faktoren die Entstehung und Weiterführung von Kommunikation erklären. Der Systemtheorie nach Niklas Luhmann und insbesondere seinen Erklärungsansätzen für Kommunikation wird dabei ein besonderer Stellenwert eingeräumt, weil diese zum einen eine soziologische Kommunikationstheorie darstellt und zum anderen nicht außer Betracht läßt, daß Kommunikation immer ein Teil der Gesellschaft ist und auf diese einwirkt und ihrerseits von ihr beeinflußt wird.

Nach einem kurzen Exkurs über das Medium, seine Entstehung und Bedeutung, kommen wir zu dem Hauptteil der Arbeit, der computervermittelten Kommunikation. In diesem Abschnitt werden alle Aspekte der CMC einer genaueren Betrachtung unterzogen. Nachdem zuerst geklärt wird, was unter CMC zu verstehen ist und wodurch sie sich auszeichnet, werden mehrere Modelle über computervermittelte Kommunikation vorgestellt, sowie die verschiedenen Nutzungsformen, die im Internet zu finden sind.

Im Anschluß daran werden die wichtigsten Aspekte der computervermittelten Kommunikation analysiert. Es ist von Bedeutung zu verstehen, was CMC von anderen Kommunikationsformen unterscheidet. Zum einen wird erläutert, welche Auswirkungen vermehrte computervermittelte Kommunikation für das Individuum hat. Zum anderen wird auf die damit verbundenen gesellschaftlichen Auswirkungen eingegangen. In diesem Zusammenhang wird auch geklärt, ob tatsächlich diejenigen, die Zukunft haben, die die Kommunikation haben10.

Zum Abschluß wird ein kleiner Ausblick in die Zukunft gewährt und verschiedene Vorstellungen über die vermeintlich bevorstehende Kommunikationslandschaft kurz erläutert.

[...]


1 vgl. Merten, S.476

2 vgl. www.das-erste.de/studie

3 vgl. Gräf, S.121

4 vgl. Münch, S.78ff.

5 vgl. Rammert, S.15ff.

6 vgl. Rössler, S.50

7 vgl. Höflich, S.11

8 vgl. Turkle,`98, S.286 / Schwalm, S.58

9 vgl. Neumann-Braun, S.94

10 siehe Überschrift

Kommentare

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