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Referat / Schulaufsatz, 2001, 43 Seiten
Autor: Boris Bischoff
Fach: Ernährungswissenschaft / Ökotrophologie
Details
Institution/Hochschule: Waldorfschule Kassel
Tags: Aroma Geschmackstoffe Zusatzstoffe Ernährung Geschmack Lebensmittel Essen Fastfood Slowfood Fingerfood Convenience food E-Nummern Geruchsinn Zunge Lebensmittelallergien Fertigprodukte Fertiggerichte
Jahr: 2001
Seiten: 43
Note: Gut
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-04718-5
Dateigröße: 670 KB
Einleitung Fastfood, Slowfood, BSE, MKS, E- Nummern, Fingerfood, Convenience food sind nur einige Begriffe, die uns im Munde liegen. Was ist heutzutage ein Pudding? Im Laufe der Zeit, ist es den Menschen als zunehmend wichtig erschienen, Lebensmittel zu sich zu nehmen, die schön und lecker aussehen und auch noch gut schmecken, egal was drin ist. So kommt es auch nicht von ungefähr, das industriell produzierte, mit Aromen und Zusatzstoffen vollgestopfte Nahrungsmittel, immer häufiger der Auslöser von Allergien, Krankheiten, ja sogar Todesfällen werden. Es geht sogar so weit, dass die durch Essen verursachten Gesundheitsstörungen als neue Volkskrankheit gelten. Es ist sehr erstaunlich, dass sogar Menschen bei denen alles nur erdenkliche an Obst und Gemüse wächst, auf Tütensuppen und andere Produkte der Geschmacksindustrie zurückgreifen. Um aus ursprünglichen Zutaten Gerichte selbst anzurichten, bedarf es eines erhöhten Zeitaufwandes, den der heutige Verbraucher ungern in Kauf nehmen möchte. Das Konsumverhalten der Verbraucher geht immer mehr in die Richtung, was die Aromaproduzenten natürlich freut, da der Umsatz enorm gestiegen ist und auch weiterhin steigen wird. Wer hat denn schon heutzutage echte Vanille gesehen? Oder wann haben wir zum letzten mal aus echter Bourbonvanille einen Vanillepudding gemacht, ohne uns des Vanillinpulvers zu bedienen? Um den Kunden ja nicht zu langweilen, haben die Chemiker im Labor immer irgend einen genialen Aromastoff auf Lager oder ein Verfahren in Petto um aus einem Abfallstoff ein neues Aroma herzustellen.
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Volltext (computergeneriert)
Geschmack und Aromen
In Verbindung mit der industriellen
Nahrungsmittelproduktion
Jahresabeit 2001/2002
von
©Boris Bischoff
11b
Waldorfschule Kassel
vanilla@epost.de
Bedanken möchte ich
mich bei:
Meiner Mutter die meinen
Gaumen das Schmecken
gelehrt hat und für die Kor-
rekturen, welche wie immer
unter Zeitdruck gemacht
werden mußten.
Gustavo für die Unterstüt-
zung beim Layout und den
Kenntnissen über Zutaten.
Inhalt
Einleitung
3
Was ist heutzutage ein Pudding?
Der Geschmackssinn
4
Was ist Geschmack?
4
Aufbau der Zunge
5
Der Geruchsinn
6
Fragen von Boris an Gustavo
8
Man unterscheidet zwischen:
11
natürlichen Aromastoffen,
naturidentischen Aromastoffen,
künstliche Aromastoffe,
Aromaextrakten,
Reaktionsaromen und Raucharomen
Eigentlich sollte der Geschmack eines Gerichts von Zutaten kommen
14
Vanille (Vanilla planifolia)
15
Vanille und Vanillin
17
Andere Anwendungen
17
Globalisierung des Geschmacks
18
Tonga
19
Was essen diese Leute bloß?
Risiken und Nebenwirkungen der
20
industriell produzierten Nahrungsmittel
Risiko bei Fertigkost
21
Nitrat und Nitrit in Verbindung mit der
23
guten Wurst
Tricks der Bäcker
Was mit Aromen und Zusätzen heutzutage alles machbar ist
24
Die Aromafabriken
26
H&R in Holzminden
Dragoco- Gründer Carl Wilhelm Gerberdig
Einige Zahlen, Daten und Fakten
27
Fallbeispiele für die Verwendung von Aromen und Zusatzstoffen
aus unserer täglichen Ernährung
28
Coca Cola: E 150d Ammonsulfit - Zuckerkulör
Nestle Jogurt: E 100, E 101, E 120, E 133, E 160a, E 160e, E 171
27
Maggi 5 Minuten Terrine (Hühner Nudeltopf) E 304, E 320
32
E-Nummern von E 100E 1520
33
Nummern geordnete Liste von Zusatzstoffen
Anstatt eines Resümees möchte ich hier ein Zitat
37
der Slowfood Bewegung und ein von mir liebgewonnenes
Rezept zum Abschluß erwähnen.
Crème Caramel 38
Quiche Lorraine 39
Die Familie der dorschartigen Fische 40
Erwähnte Literatur zum Thema:
41
Bücher, Internet, Statistik
© Boris Bischoff 11b, Waldorfschule Kassel
2001/2002
Einleitung
Fastfood, Slowfood, BSE, MKS, E- Nummern, Fingerfood, Convenience food sind
nur einige Begriffe, die uns im Munde liegen.
Was ist heutzutage ein Pudding?
Im Laufe der Zeit, ist es den Menschen als zunehmend wichtig erschienen, Le-
bensmittel zu sich zu nehmen, die schön und lecker aussehen und auch noch gut
Waldmeister
schmecken, egal was drin ist. So kommt es auch nicht von ungefähr, das industri-
ell produzierte, mit Aromen und Zusatzstoffen vollgestopfte Nahrungsmittel, im-
mer häufiger der Auslöser von Allergien, Krankheiten, ja sogar Todesfällen wer-
den. Es geht sogar so weit, dass die durch Essen verursachten Gesundheitsstörun-
gen als neue Volkskrankheit gelten.
Es ist sehr erstaunlich, dass sogar Menschen bei denen alles nur erdenkliche an
Obst und Gemüse wächst, auf Tütensuppen und andere Produkte der Geschmack-
sindustrie zurückgreifen. Um aus ursprünglichen Zutaten Gerichte selbst anzu-
richten, bedarf es eines erhöhten Zeitaufwandes, den der heutige Verbraucher un-
gern in Kauf nehmen möchte. Das Konsumverhalten der Verbraucher geht immer
mehr in die Richtung, was die Aromaproduzenten natürlich freut, da der Umsatz
enorm gestiegen ist und auch weiterhin steigen wird.
Wer hat denn schon heutzutage echte Vanille gesehen? Oder wann haben wir zum
letzten mal aus echter Bourbonvanille einen Vanillepudding gemacht, ohne uns des
Vanillinpulvers zu bedienen?
Um den Kunden ja nicht zu langweilen, haben die Chemiker im Labor immer ir-
gend einen genialen Aromastoff auf Lager oder ein Verfahren in Petto um aus ei-
nem Abfallstoff ein neues Aroma herzustellen.
© Boris Bischoff 11b, Waldorfschule Kassel
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Der Geschmackssinn
Was ist Geschmack?
Der Mensch hat zwei Sinne, die für die Wahrnehmung des Essens sehr wichtig sind.
Zum Einen der Geruchsinn und zum Anderen der Geschmackssinn, wobei der Ge-
ruchssinn immer mehr an Bedeutung gewinnt. So wird z.b. das Aroma eines Essens
mit dem Geruchssinn wahrgenommen. Die menschliche Zunge ist in der Lage, fünf
verschiedene Geschmacksrichtungen zu unterscheiden. Diese sind:
Süß, salzig,
sauer, bitter und Umami
(von japanischen Wissenschaftlern postulierter Glutamat-
Geschmack. Der Geschmack wird sehr stark durch Temperatur, Struktur und Kon-
sistenz beeinflusst. Schärfe wird durch den allgemeinen chemischen Sinn wahr-
genommen.
Der Geschmackssinn hat auch eine schützende Funktion. Durch bitter schmecken-
de Speisen wird einem signalisiert, dass diese Speise womöglich giftig sein könn-
te. Ein verdorbenes Schnitzel stinkt. Aber auch wasserlösliche Stoffe können ge-
schmacklos sein.
Bei Kindern hat man einen instinktiven Reflex festgestellt. Wenn es etwas Bitte-
res zu sich nimmt, erzeugt dies Abscheu, was durch das Herausstrecken der Zun-
ge zum Ausdruck gebracht wird. Etwas Saures bewirkt ein Spitzen der Lippen und
erhöhten Speichelfluss.
Beim Menschen gibt es einen Zusammenhang zwischen hedonistischer Bewertung
und ernährungsphysiologischem Bedarf. So kennt jeder z.b. nach Weihnachten ei-
ne Aversion gegen Süßes und Lust auf etwas Deftiges, Salziges oder Saures. Es ist
auch gezeigt worden, dass Kochsalzmangel Lust auf etwas Salziges macht.
Das Erreichen der Absolutschwelle (Wahr-
nehmungsschwelle) gibt keinen genauen
Hinweis auf die Natur des Geschmacks. Erst
in höherer Konzentration, ab Erreichen der
Erkennungsschwelle, kommt es zur Ge-
schmackserkennung.
Die Empfindlichkeit ist bei einer Tempera-
tur zwischen 30-35 C am höchsten.
Süß und bitter sind in Lösungen von 0 C
kaum wahrnehmbar.
Tischsitten und Speisenauswahl waren
schon immer ein Spiegelbild der
kulturhistorischen Epochen.
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Aufbau der Zunge
Die menschliche Zunge hat etwa 500-1000 Geschmacksknospen
Pilzpapille:
200400, auf der ganzen Oberfläche, 34 Geschmacksknospen
Blätterpapille :
520, hinterer Zungenseitenrand, ca. 100 Geschmacksknospen
Wallpapillen:
712, Grenze zum Zungengrund, ca. 100 Geschmacksknospen
Fadenpapillen:
taktile Funktion, überall auf der Zunge, keine Geschmacksknos-
pen
33 % der Geschmacksknospen befinden sich im Gaumen, Kehldeckel und Rachen.
Kinder haben mehr Geschmacksknospen (auch in der Wangenschleimhaut).
Einzelne Geschmacksknospe
Aufbau der Zunge
Kehldeckel
Sinneszellen
Mittlere
Stützzellen
Schleimhautfalte
Gaumenmandel
Querfurche
Vorderer
Gaumenbogen
Kleine Grube
Wallpapillen
Blätterpapillen
Längsfurche
Pilzpapillen
Fadenpapillen
,,Das Visuelle Lexikon"
Zungenspitze
Gerstenbergverlag
Bitter
Sauer
Salzig
Süß
Geschmackszonen
auf der Zunge
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Der Geruchsinn
Bei den Wirbeltieren ist der Geruchsinn viel wichtiger als der Geschmacksinn, da
er empfindlicher ist und auch ein wesentlich größeres Unterscheidungsvermögen
aufweist.
Myrrhenkerbel
Das Organ des Geruchsinnes ist die mit Geruchsnerven (olfaktorischen Nerven)
ausgestattete Riechschleimhaut der Nase. Die Geruchsnerven wirken auch bei
der Wahrnehmung verschiedener Geschmacksrichtungen im Mund mit, d. h.,
die meisten Empfindungen, die man selbst für Geschmack hält, sind in Wirk-
lichkeit Gerüche.
Jede Riechzelle der Schleimhaut weist nur einen Typ von Rezeptoren auf und fil-
tert damit bestimmte Duftstoffe heraus. 1998 berichteten Forscher der US-ameri-
kanischen Columbia University, es sei erstmals gelungen, einem Protein der Na-
senschleimhaut einen bestimmten Duft zuzuordnen. Man nimmt an, dass derarti-
ge Proteine durch Duftstoffe aktiviert werden und in Rezeptoren der Nasen-
schleimhaut elektrische Entladungen bewirken, die über Nervenbahnen an das Ge-
hirn weitergeleitet werden, wodurch dieses einen bestimmten Duft erkennt. Die
Gestalt der Geruchsmoleküle bestimmt über den Geruch der betreffenden Substanz,
die Moleküle ähnlich riechender Substanzen sind auch ähnlich geformt. Es gibt
etwa 1000 unterschiedliche Rezeptortypen und 1000 zugehörige transmembrane
Proteine.
Der Mensch kann mindestens 10 000 verschiedene Gerüche unterscheiden. Die Be-
schreibung und Einteilung von Gerüchen ist schwierig, aber anhand der chemischen
Bestandteile von Geruchsstoffen hat man einige nützliche Kategorien geschaffen.
Den Forschungsergebnissen zufolge gibt es sieben grundlegende Düfte:
Campher, Moschus, blumig, Pfefferminz, etherisch (z. B. chemische Reinigungslö-
sung), stechend (Essig) und faulig.
Der Geruchsinn ist ein Teil des chemischen Sinns, zu dem auch der Geschmacks-
sinn gehört. Er reagiert auf gasförmige Stoffe sowie im geringen Maß auf Nebel
und Stäube.
Riechbare Stoffe müssen darüber hinaus mit den entsprechenden Rezeptoren in
eine Wechselwirkung treten. Flüssige oder feste Stoffe müssen in ausreichendem
Maße in den gasförmigen Zustand übergehen. Riechbare Stoffe müssen einen aus-
reichend hohen Dampfdruck besitzen. Mit steigendem Molekulargewicht werden
Stoffe schwerer flüchtig. Etwa ab einem Molekulargewicht von circa 300 reicht der
Dampfdruck einer Substanz nicht mehr aus, um die zu Erzeugung eines Geruchs-
reizes notwendige Konzentration aufzubringen. Heroin ist entsprechend diesen
Vorstellungen geruchslos. Es besitzt ein Molekulargewicht von 369. Auf seine ge-
ruchliche Erkennung wird an anderer Stelle einzugehen sein.
Der Geruchsinn spielt bei Lebewesen eine wichtige Rolle. Die Verständigung im
Tierreich beruht zu einem nicht geringen Teil auf dem Erkennen bestimmter Stof-
fe. So erkennen Insekten den Partner und die Futterstelle anhand des Geruchs.
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Die Riechfläche des Schäferhundes umfaßt -150- qcm in denen sich -225 000 000-
Riechzellen befinden.
Im Vergleich dazu besitzt der Mensch eine Riechfläche von -5- qcm, mit -5 000 000-
bis -7 000 000- Riechzellen.
Jede Riechzelle entsendet in eine alles überziehende dünne Schleimschicht eine
Reihe von Härchen, in denen sich die Geruchsempfänger befinden. Von der Riech-
zelle gehen Nervenfasern zum Riechhirn, dem Bulbus olfactorium.
Von dort erfolgt die Verknüpfung zu anderen, höheren Hirnteilen.
Das Riechhirn ist entwicklungsgeschichtlich der älteste Hirnbezirk.
Neben den Zellen der Riechschleimhaut reagieren die Verzweigungen des Nervus
trigeminus in der allgemeinen Nasenschleimhaut mit Geruchsstoffen. Es handelt
sich vornehmlich um stechend riechende Duftstoffe wie z. B Ammoniak, Salzsäu-
re und auch Essigsäure. Diese Rezeptoren sprechen bei sehr viel höheren Konzen-
trationen an als die Riechschleimhaut.
Das Erkennen von Duftstoffen bei normaler Atmung ist begrenzt. Es beruht im we-
sentlichen auf einem Diffusionsvorgang, wobei kleine Moleküle schneller als
größere zu den Rezeptoren gelangen.
Die Geruchsempfindlichkeit von Mensch und Hund ist 1:100 Millionen.
Der Hund kann Duftstoffe circa um einen Faktor von -1- bis -10- Millionen besser
wahrnehmen als der Mensch.
Die Differenzierungsfähigkeit von Duftstoffen ist beim Hund etwa um den Faktor
-1000- besser als beim Mensch.
Bei Riechtests wurde entdeckt, daß d
ie
Hund
e
bestimmte Substanzen noch in
einer Verdünnung 1 : 10 Mill. zu
erkennen vermögen.
Nasenmuscheln bei Menschen
Nasenmuscheln beim Reh
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Fragen von Boris an Gustavo
Boris: Wie spürt man Geschmack, wenn man isst?
Gustavo: Dazu tragen mehrere Dinge bei. Zunächst einmal der Mund natürlich und
dann die Nase.
Warum schmeckt man mit der Nase?
Lorbeer
Wenn du ein Nahrungsmittel zum Mund führst, nimmst du seinen Geruch wahr,
noch ehe du es isst. Und dieser Geruch regt dich an, es zu essen oder nicht zu es-
sen. Ich bin sicher, dass du einen Käse nicht essen würdest, wenn er stark riecht.
Ich schmecke den Geschmack vor allem mit dem Mund
Mit dem Mund schmeckst du die sog. Geschmacksrichtungen, das ist, was du Ge-
schmack nennst. Welch Geschmacksrichtungen kennst du? Wie viele gibt es dei-
ner Meinung nach?
Vier
Welche sind das?
Salzig, süß, sauer und bitter ...
Ja jedenfalls gehen die Leute ganz allgemein davon aus, auch wenn das zu kurz
gedacht ist. Tatsächlich gibt es einen süßen, einen sauren, einen bitteren und ei-
nen salzigen Geschmack, das ist richtig. Aber es gibt noch sehr viele andere!
Denk an Lakritze, die magst du doch, oder? Sie ist weder salzig noch sauer, noch
süß oder bitter.
Wie viele Geschmacksrichtungen gibt es denn?
Sehr viele. Aber es ist wie bei den Farben, wir haben nur für sechs Farben Namen,
obwohl es viel mehr gibt.
Und womit schmecken wir den Geschmack wirklich?
Was meinst du? Die Katzen zum Beispiel, was benutzen sie?
Die Zunge.
Richtig, die Zunge. Man schmeckt mit den Papillen die auf der Zunge sind.
Was sind Papillen?
Wenn du vor dem Spiegel stehst und die Zunge rausstreckst, erkennst du stellen-
weise kleine runde Zonen, groß wie Stecknadelköpfe und etwas anders gefärbt als
der Rest deiner Zunge. Das sind die sogenannten Papillen, die den Geschmack re-
gistrieren.
© Boris Bischoff 11b, Waldorfschule Kassel
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Was sind Zellen?
Zellen sehen aus, wie ein kleiner Sack und sie leben. Unser ganzer Körper besteht
aus Millionen lebender Zellen, die so angeordnet sind. Manche von ihnen sind in
der Lage, eine besondere Substanz ausfindig zu machen. Zum Beispiel die Zellen,
die für Schmerz empfänglich sind, sie bewirken , dass wir sagen: AAAH, DAS
BRENNT.
Aber es ist nicht unbedingt Schmerz, manchmal brennt es nur und tut nicht
weh...
Auch wenn es nicht wehtut, geht es auf die kleinen Zellen zurück, die man auf der
Zunge hat.
Lassen sie uns auch Senf und Pfeffer spüren?
Sie lassen uns die Schärfe von Senf oder Pfeffer spüren, aber nicht den Geschmack.
Der Geschmack setzt sich aus mehreren Dingen zusammen. Wir haben vorhin ge-
sagt, zuerst kommt die Nase, du erinnerst dich der Geruch... dann der Mund, die
Papillen, die Geschmacksrichtung. Außerdem steuern all diese Zellen weitere In-
formationen zum Geschmack bei... und dann die Augen
Die Augen? Man schmeckt auch mit den Augen?
Und du machst dich darüber her. Denn die Augen senden Empfindungen zum Ge-
hirn, das sie mit den anderen Eindrücken verbindet.
Dann nimmt nicht die Nase zuerst den Geschmack wahr... sondern die Au-
gen?
Richtig! Stell jemandem einen Obstkuchen hin, der rot gefärbt ist- du wirst sehen,
das ist lustig- und den gleichen Obstkuchen, aber in grün gefärbt. Weil er zwei ver-
schiedene Farben sieht, findet er seltsamerweise, die Kuchen schmecken unter-
schiedlich. Der erste hat für ihn einen Erdbeergeschmack und der zweite einen Ap-
felgeschmack, obwohl es in Wirklichkeit der gleiche Geschmack ist. Deshalb wird
z. B. bei einem Geschmackstest alles, was probiert werden soll, in das gleich rote
Licht getaucht.
Aber dann schmeckt doch alles nach Erdbeeren!
Nein, denn alles ringsherum ist ebenfalls rot, der Teller, die Bestecke, das Tisch-
tuch, alles... deshalb weisst du, dass das Tischtuch rot ist, nicht dein Essen.
© Boris Bischoff 11b, Waldorfschule Kassel
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Aber das Wichtigste für die Geschmacksempfindung ist die Nase
.
Und was
macht man, wenn die Nase verstopft ist?
Man kommt auch so zurecht. Wenn du einen Schnupfen hast, nimmst du den Ge-
ruch nicht mehr wahr, wohl aber den Geschmack. Dass du die Nase trotzdem für so
wichtig hältst, liegt vielleicht daran, dass ich dir eine Sache noch nicht verraten
habe. In Wirklichkeit kommt nämlich deine Nase zweimal ins Spiel. Du schmeckst
zuerst mit den Augen, dann mit der Nase, dann mit dem Mund. Aber zum Schluss
schmeckst du noch einmal mit der Nase.
Dann müssten die Gerüche doch aus dem Mund wieder herauskommen?!
Nein, tatsächlich ist es so, dass es hinten im Mund eine Verbindung zur Nase hin-
auf gibt. Wenn du Wasser schluckst im Schwimmbad oder im Meer, steigt dir das
Wasser vom Mund in die Nase. Den gleichen Weg nimmt der Geruch, wenn du isst,
und du schmeckst das Essen ein zweites Mal, aber dann bekommt der Geruch ei-
nen anderen Namen, man nennt ihn Aroma.
Dann ist Aroma also ein Geruch mit einem kleinen zusätzlichen Mundge-
schmack?
Danke für das Gespräch
Ami du Chambertin
Ein kleiner, runder Käse aus unpasteurisierter
Kuhmilch, der im Burgund hergestellt und
in Marc de Bourgogne gebeizt wird. Das Aroma
ist kräftig salzig mit leichter Schärfe.
© Boris Bischoff 11b, Waldorfschule Kassel
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Wo und wann tauchten zum ersten mal Aromen auf?
Das Wort Aroma stammt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich
,,Gewürz". Lebensmittel werden bereits seit sehr frühen Zeiten aromatisiert. Eines
der ersten Aromatisierungs- und gleichzeitig Konservierungsmittel war vermut-
lich der Rauch. Im Mittelalter wurde erstmals Pflanzenmaterial extrahiert, das
zunächst von Apotheken verwendet wurde. Im 19. Jahrhundert dann auch zur
Aromatisierung von Lebensmitteln.
Was sind Aromen und wozu dienen sie?
Aromen sind Komplexe, die neben einer Vielzahl von aromatisierenden Kompo-
nenten aus technischen Gründen auch weitere Stoffe enthalten, z. B. Trägersub-
Meerettich
stanzen oder Lösungsmittel, um eine einfachere Handhabung bei der Anwendung
in Lebensmitteln zu ermöglichen. Aromen werden nie pur verzehrt, sondern im-
mer zum Aromatisieren von Lebensmitteln verwendet da sie zum einfachen Ver-
zehr zu konzentriert sind. Die Dosierung von Aromen erfolgt meist im Verhältnis
1:1000, das heisst um ein10 Lebensmittel zu aromatisieren braucht man ein Gramm
Aroma. In industriell hergestelltem Aroma befindet sich jedoch nur ein kleiner
Teil, etwa 1020% der wirklich aromatisierende Wirkung hat. Dadurch ist also die
Intensität des Aromas noch stärker.
Alle Bestandteile von industriell hergestellten Aromen werden gesetzlich geregelt.
In einer Richtlinie von 1988 hat die europäische Union sechs Klassen von aroma-
tisierenden Bestandteilen definiert.
Man unterscheidet zwischen:
natürlichen Aromastoffen,
naturidentischen Aromastoffen,
künstliche Aromastoffe,
Aromaextrakten,
Reaktionsaromen und Raucharomen
Aromastoffe sind chemisch genau definierte Stoffe mit aromatisierenden Eigen-
schaften unabhängig davon, ob sie natürlich, naturidentisch oder künstlich sind.
Natürliche Aromastoffe
sind solche Stoffe, die ausschließlich durch physikali-
sche Verfahren wie z. B. Extraktion oder Destillation oder durch mikrobiologische
sowie enzymatische Verfahren aus geeigneten natürlichen Ausgangsmaterialien
pflanzlichen oder tierischen Ursprungs gewonnen werden. Diese Verfahren sind
auch als biotechnologische Verfahren bekannt. Die Lebensmittelherstellung mit-
tels Biotechnologie wird seit einigen Jahrtausenden praktiziert.
Einige Beispiele für eine solche Herstellung sind Käse, Sauerkraut, Brot, Bier und
Wein.
Dieses für die einzelnen Nahrungsmittel sehr typische Aroma wird wesentlich
durch die verwendeten Mikroorganismen und Enzyme geprägt. Man verwendet die
Biotechnologie schon seit etwa 20 Jahren, um z. B. auch natürliche Aromastoffe
zu erzeugen. Es wird zur Isolierung solcher Aromastoffe zwei verschiedene Ver-
fahren angewandt. Entweder Extraktion oder Destillation.
© Boris Bischoff 11b, Waldorfschule Kassel
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Ein Beispiel aus unserem Alltag, ist die Herstellung unseres beliebten Erdbeerjo-
gurts.
Haarmann & Reimer aus Holzminden
holen sich ihre Rohstoffe, die sie zur
Aromaproduktion brauchen sogar aus Australien.
Es werden Sägespäne genommen
und mit ein wenig Wasser und Alkohol vermischt, bis ein Brei entsteht. Nun werden
noch ein paar andere Komponenten dazugegeben und man erhält ein natürliches
Aroma
. Ein Jogurt hergestellt lediglich unter Zusatz von frischen, reifen Erdbee-
ren könnte ein vergleichbar intensives Erdbeeraroma niemals erreichen.
Naturidentische Aromastoffe,
welche mit Hilfe der chemischen Synthese oder
durch die Isolierung mit chemischen Verfahren z. B. aus Naturstoffen gewonnen
werden. Naturidentische Aromastoffe gleichen in ihrem Aufbau den natürlichen
Aromastoffe. Der Unterschied zwischen den beiden Aromastoffen ist der, dass sie
durch andere Verfahren gewonnen werden, außerdem ist das Ausgangsmaterial an-
ders. Zum Beispiel unterscheiden sich natürliches Citral, das destillativ aus Le-
mongrasöl gewonnen werden kann und naturidentisches Citral, das chemisch syn-
thesiert wird, in der molekularen Struktur, nicht in Geruch oder Geschmack. Um
als naturidentisch zu gelten, muss der Aromastoff in pflanzlichem oder tierischem
Material nachgewiesen worden sein.
Eine weitere Form der Aromastoffe, die wir unterscheiden sind die
künstlichen
Aromastoffe
. Diese haben ihren Namen dadurch, dass sie in der Natur noch nicht
nachgewiesen worden sind. Künstliche Aromastoffe werden durch Synthese ge-
wonnen. Sie können weder natürlichen, noch naturidentischen Aromastoffen zu-
geordnet werden. Ein Beispiel für künstliches Aroma ist Ethylvanillin, ein Derivat
des Vanillins, das wie Vanillin riecht und schmeckt, etwa dreimal stärker ist als Va-
nillin, aber kein natürliches Vorbild hat.
Des Weiteren unterscheidet man Aromaextrakte. Dies sind komplexe Stoffgemi-
sche, welche so hergestellt werden wie natürliche Aromastoffe. Es dürfen nur phy-
sikalische oder fermentative b.z.w. enzymatische Produktionsverfahren zum Ein-
satz kommen. Als Ausgangsmaterialien werden pflanzliche und tierische Rohstof-
fe verwendet. Bekannte Beispiele für Aromaextrakte sind Gemüse- und Frucht-
saftkonzentrate, äterische Öle, gewürz- und Kräuterextrakte, b.z.w. Hefeextrak-
te.
Aromaextrakte sind im Sinn der EU Richtlinie natürlich Zutaten
.
Reaktionsaromen
werden durch Erhitzen eines Gemisches aus mehreren Pro-
dukten hergestellt, wobei die verwendeten Verfahren eine große Ähnlichkeit mit
den küchenmäßigen Zubereitungen von Lebensmitteln haben. Das erhitzte Ge-
misch muss mindestens einen reduzierten Zucker, wie z. B. Glucose und auch eine
oder mehrere Aminosäuren enthalten. Die höchste zugelassene Temperatur für die
Herstellung von Reaktionsaromen beträgt 180°C. Bei dieser Temperatur darf die
Behandlungszeit nicht länger als 15 Minuten betragen. Normalerweise werden bei
der industriellen Herstellung solcher Aromen wesentlich tiefere Verfahrenstem-
peraturen gewählt, und in solchen Fällen ist die Behandlungszeit entsprechend
länger. Der Erhitzungsprozess entspricht den traditionellen küchentechnischen
Bedingungen, oder ist sogar etwas weniger intensiv. Im Haushalt werden beim Ku-
chenbacken Temperaturen um 200°C für 60 Minuten angewandt. Beim Fleisch-
braten in der Bratpfanne erreicht die Oberflächentemperatur es Fleisches eben-
falls ähnlich hohe Werte.
© Boris Bischoff 11b, Waldorfschule Kassel
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Eine weitere Form der Aromen sind die
Raucharomen
. Diese Raucharomen wer-
den zum Räuchern von Lebensmitteln verwendet. Ist von geräucherter Wurst oder
Räucherfisch die Rede, stellt man sich automatisch Lagerfeuer oder Räucherkam-
mer vor und das Wasser läuft im Munde zusammen! Der tatsächliche ,,Räuchervor-
gang" in der heutigen Lebensmittelindustrie sieht dagegen weit weniger roman-
tisch und appetitlich aus: Zart und schutzlos hängen die Würstchen paarweise da.
Die Glastür wird geschlossen, die Lämpchen leuchten schon. Auf Knopfdruck kann
die Prozedur beginnen: ,,Duschen", ,,Trocknen", ,,Rauch 1", ,,Rauch 2". Zwölf Mi-
nuten dauert die Dusche. Dann dürfen die Würstchen wieder an die frische Luft.
Thymian
Das Geschäft mit Räucherwurst boomt z.Z. in Deutschland. Eigentlich ist es nicht
erlaubt, Würstchen anstatt sie in die Räucherkammer zu hängen, nur kurz mit
Flüssigrauch zu besprühen. Doch wer so ein Ding von Scansmoke kauft, der be-
kommt vom Händler auch gleich dazu einen Formbrief fertig formuliert und adres-
siert an das Bundesministerium für Gesundheit, der einen Antrag auf Ausnahme-
genehmigung für den Einsatz von Scansmoke-Raucharomen sprich Flüssigrauch
enthält. In der Regel drücken die bundesdeutschen Behörden die Augen zu und
den Stempel auf die Ausnahmegenehmigung drauf. Grund ist der Erhalt der Wett-
bewerbsfähigkeit, da dieses vereinfachte Räucherverfahren europaweit üblich ist.
Diese ganze Prozedur ist nur deshalb nötig, weil der Würstchenfreund auf einem
Geschmackserleben beharrt, was völlig veraltet und überflüssig ist:
Der Räucher-
geschmack war einst Resultat einschlägiger Maßnahmen zur Konservierung von Wür-
stchen, Schinken, Fisch etc.. Räuchern ist heutzutage, wo fast jeder Haushalt einen
Kühlschrank besitzt entbehrlich geworden.
Man unterscheidet also sechs verschiedene Arten von Aromen
. Die Definiti-
on der sechs aromagebenden Bestandteile ist in allen EU- Mitgliedsstaaten rechts-
verbindlich
Die nicht industriell hergestellten Aromen, enthalten andere, nicht aromageben-
de Bestandteile, die ebenfalls vom Gesetzgeber geregelt sind. Zu diesen Bestand-
teilen gehören z. B. Lösungsmittel bei flüssigen Aromen und Trägerstoffe im Fal-
le der trockenen, pulverförmigen Aromen. Zusätzlich werden Konservierungsmit-
tel bei einigen Aromen zur besseren Haltbarkeit zugesetzt.
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Eigentlich sollte der Geschmack eines
Aromastoffe
Die flüchtigen Substanzen
sind ätherische Öle, die
Gerichts von den Zutaten kommen,
Blüten, Nüssen, Früchten
oder Kräutern entzogen
werden. Bekannt sind Bit-
termandelöl, Pfefferminz-
in den meisten Fällen sorgen jedoch Aromen für den gewünschten Gaumenkitzel.
oder Zitronenöl. Natürlich
gibt es eine unendliche
Einige tausend solcher Geschmacksstoffe gibt es. Sie werden alle künstlich herge-
Vielzahl an künstlichen
stellt, jedoch oft nicht aus dem namentlichen Produkt selbst. Erdbeeraroma zum
Aromastoffen. Sie sind
preiswerter und einfacher
Beispiel gewinnt man aus gekochten Holzspänen (s.o. Erdbeerjogurt). Bei den so-
zu finden als ihre echten
Verwanten.
genannten
naturidentischen Aromastoffen
wird eine natürlich vorkommende
Wer aber einmal das Orgi-
Verbindung im Chemielabor synthetisch hergestellt. Mit den Düften, die ein rei-
nal genossen hat, dem
kann man kein X für ein U
fer Pfirsich tatsächlich ausströmt, hat der Chemikalien - Mix Pfirsicharoma nichts
vormachen
zu tun.
Künstlich
nennt man ein Aroma, wenn es als Duftstoff in der Natur gar
nicht vorkommt, wie zum Beispiel das Chinin aus Bitterlimonaden und das Äthy-
lvanillin.
Damit der Gaumen den Geschmack auch kräftig wahrnimmt, gibt es Geschmacks-
verstärker. Der Berüchtigte ist das Glutamat, das Salz der Glutaminsäure.Es kann
in größeren Mengen und auf nüchternen Magen gegessen werden. Es kann auch
Übelkeit und Kopfweh verursachen(sog. China-Restaurant-Syndrom). Einzelne
Aromastoffe wie z. B. das Vanillin lösen Allergien aus. Das Vanillin zählt zu den
größten Allergenen, also allergieauslösenden Stoffen.
Bedenklich ist auch die
Entwertung des Geschmacks
.
Heute müssen zum Beispiel die Speisen für ein vergleichbares Geschmackserleb-
nis viel stärker gewürzt sein als noch vor 20 Jahren. Bereits von klein auf werden
wir von Geschmacksstoffen geprägt. Manches Kind ist von frischen Tomaten ent-
täuscht, weil sie nicht nach Ketchup schmecken.
Was sind Zusatzstoffe?
Zusatzstoffe sind Substanzen, welche den Lebensmitteln
bewusst zugegeben werden, um bestimmte Wirkungen zu
erzielen. Zusatzstoffe werden mit E-Nummern
gekennzeichnet.
Zusatzstoffe dienen im Wesentlichen für folgende 4 Zwecke:
1. Verbesserung der Haltbarkeit
2. Optimierung des Aussehens, des Geschmacks und der Konsistenz
3. Verbesserung der Handhabung (z.B. Rieselfähigkeit)
4. Technologische Notwendigkeit (gewisse Produkte wären ohne Hilfsstoffe gar
nicht herstellbar)
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Vanille (Vanilla planifolia)
Vanille duftet exotisch. Ihr betörendes Parfüm verrät schon ihre Herkunft.
Aussehen, Würzeigenschaft:
Vanille sind die fast ausgewachsenen, aber noch
nicht vollreifen Kapselfrüchte (auch Schoten oder Stangen genannt) einer in Me-
xiko beheimateten
Kletterorchidee
.
Die schwarzbraunen, zuweilen von Vanillinkristallen überdeckten Früchte sind bis
zu 30 cm lang, 6 bis 8 mm breit, flachgedrückt und leicht gekrümmt. Vanille riecht
angenehm hocharomatisch und schmeckt süßlich-würzig. Wirksame Bestandteile
sind 0,75 bis 2,90 % Vanillin (Beta-Methylether des Protocatechualdehyds, 4-Hy-
droxy-3-methoxybenzaldehyd, C8H8O3), ferner Glucovanillin und Glucovanilli-
nalkohol. Sie enthält außerdem Vanillinalkohol, Zimtsäureester und verschiede-
ne Mono- und Disaccharide.
Die Vanillepflanze entwickelt Lianen, die 2 bis 3 cm dick und bis zu 10 m lang wer-
den. Sie ranken sich an Pfählen oder lebenden Bäumen empor. Je nach der Gegend
wächst die Vanille an akazienartigen Bäumen im Halbschatten wie auf
Madagas-
kar, an Stöcken zwischen Zuckerrohr wie auf Reunion oder unter Kakaobäumen wie
auf den Komoren. Die Ranken werden regelmäßig beschnitten. Im 4. oder 5. Jahr
trägt die Plantage erstmalig Frucht,
nach zehn ertragreichen Jahren hat sie ihre
Kraft erschöpft.
Bourbonvanille
Im gesamten Bereich der Bourbonvanille müssen die Blüten künstlich befruchtet
werden. Die Blütezeit dauert zwar etwa einen Monat, aber die einzelne Vanil-
leorchidee blüht nur wenige Stunden - etwa vom frühen Morgen bis gegen 10 Uhr,
wenn sich die Hitze verstärkt. Diese Zeit muss ausgenutzt werden. Die nicht be-
fruchteten Blüten sterben ab und werden entfernt. Kurz vor dem Aufplatzen der
Schoten wird die Vanille gepflückt. Vanilleschoten werden noch gelb und unreif
Vanilleschoten werden noch gelb und unreif gepflückt und erst beim Trocknen
dunkelbraun. Weil sie schnell schimmelt, muss sie innerhalb von 48 Stunden ver-
arbeitet werden. Zuerst wird das Gewebe der Früchte durch Sonnentrocknung, Was-
serdampf oder mehrmaliges Eintauchen in siedendes Wasser abgetötet. Dann folgt
ein Fermentiervorgang, bei dem Luft, Wärme und Feuchtigkeit auf die Früchte ein-
wirken. Dabei entwickeln sich die Aromastoffe der Vanille, von denen vor der
Fer-
mentation
noch nichts zu bemerken ist. Dieses Verfahren nimmt mehrere Wochen
in Anspruch. Ein Trockenprozess schließt sich an.
Aus der Gewürzgeschichte:
In Europa hat die Vanille eine verhältnismäßig kur-
ze Geschichte. In ihrer mexikanischen Heimat diente sie den Azteken zweifellos
schon Jahrhunderte vor dem Eindringen der spanischen Konquistadoren als Ge-
würz. Die Menschen im Reich Montezumas nannten sie ,,tlilxochitl" oder
,,schwarze Blume", würzten ihren Kakao (,,Chocolat") damit, bereiteten aus den
duftenden Kapseln Parfüm und zahlten dem Aztekenherrscher ihre Steuern in Va-
nille. Der spanische Eroberer Hernan Cortes, der 1519 auf der Suche nach den Schät-
zen der Neuen Welt nach Mexiko vordrang, beobachtete den Aztekenherrscher
Montezuma, wie er duftende Schokolade aus einem goldenen Becher schlürfte. Cor-
tes und seine Begleiter kosteten den Trank, der aus Kakaogemisch, Vanille, Honig
und dem Färbemittel Achiote bestand. Sie waren so begeistert von der duftenden
Labe, dass sie sich vornahmen, sie auch in Spanien einzuführen. Dreihundert Jah-
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re lang blieb Mexiko der wichtigste Vanilleproduzent der Welt. Immer wieder ver-
suchte man das Monopol zu brechen, obwohl die Ausfuhr von Vanillestecklingen
streng verboten und mit hohen Strafen bedroht war. 1819, als ein Pfund Vanille
mit 120 Mark bewertet wurde, gelang es den Holländern, Vanillepflanzen nach Ja-
va zu bringen. Nach einigen vergeblichen Versuchen gewöhnten sich die Steck-
linge ein, trieben herrliche Ranken und blühten - aber trugen keine Frucht. Erst
als man dahinter kam, dass Vanille sich künstlich befruchten ließ, war der Erfolg
gesichert. Einige Jahre später pflanzten auch die Franzosen in ihren Kolonien Va-
nille - vor allem auf der Insel Réunion, auf Mauritius und Madagaskar, später auch
auf Tahiti.
Vanillin ist schon lange ein beliebter Aromastoff. Da die natürliche Vanilleschote ei-
nen sehr hohen Preis hat, wurde sie sparsam verwendet. Vanillin ist ein naher Ver-
wandter des Phenols. Es ist mit modernen Produktionsmethoden sehr einfach und
preiswert herzustellen. Verdünnt mit Zucker hat man den Vanillezucker. Oft kann
man jedoch nur die Vanilleschote kaufen und den aromatisierenden Zucker macht
man sich selber in der Küche (siehe oben Empfehlung).
Vanillin in kleinen Mengen zu genießen ist durchaus nicht verkehrt, und kann für
den Körper durchaus eine positive Wirkung haben. Es kann aber in größeren Men-
gen auch Probleme bereiten. Vanillin ist heutzutage in fast allen Nahrungs- und
Genussmitteln enthalten. Besonders Kleinkinder nehmen davon täglich sehr viel
größere Mengen auf, als es dem Menschen in seiner natürlichen Nahrungsumge-
bung möglich wäre.
In den USA sollen Wirkungen auf Schulkinder getestet worden sein. Das Ergebnis
war, dass die Konzentrationsfähigkeit sinkt und die Nervosität zunimmt.
Vanillin ist als Zusatzstoff in Nahrungsmitteln sehr beliebt, z. B. weißes Mehl:
Extrem weißes Mehl (Typ 405) wird mit großem technischem und chemischen Auf-
wand möglichst von jedem Getreidegeschmack befreit. Solches Mehl ist nur mit ei-
ner künstlichen Aromatisierung durch Vanillin genießbar. Dieses Aroma überdeckt
dann auch einen unerwünscht muffigen Geschmack von altem Mehl oder von ande-
ren Zutaten, die weniger gute Qualität haben.
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Vanille und Vanillin
: Der wichtigste Aromastoff der Vanille, das Vanillin, lässt
sich künstlich herstellen. Zuerst fand man diesen Stoff im Kambialsaft der Fich-
ten.Heute dient das im Nelkenöl vorkommende Eugenol als Grundstoff. In den USA,
Kanada und Norwegen wird, aus der, bei de Zellstoffproduktion abfallenden Sul-
fitlauge Vanillin produziert. Im Haushalt und in noch größerem Umfang in der
Nahrungsmittelindustrie wird heute zu einem erheblichen Prozentsatz Vanillin an
Stelle von Vanille verwendet. Trotzdem hat die echte Vanille ihren Platz behaup-
ten können. Vanillezucker soll nach einer Absprache der Back- und Puddingpul-
verindustrie von 8 g Gesamtinhalt eines Päckchens mindestens 0,5 g Vanillescho-
ten oder den Extrakt daraus enthalten, und zwar muss es sich dabei um Bourbon-
vanille oder um eine gleichwertige Sorte handeln.
Echter Vanillezucker ist an den
schwarzbraunen Vanillepünktchen zu erkennen. Vanillinzucker ist im Sinne der Es-
senzenverordnung des deutschen Lebensmittelrechts ein künstliches Aroma aus
Zucker und Vanillin. In 8 g Gesamtinhalt müssen bei der Herstellung mindestens 0,1 g
Vanillin enthalten sein.
Küchengebrauch:
In der Küche lässt sich die ,,Königin der
Gewürze" vielseitig verwenden.
Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass die Schoten weich und gerippt, an ei-
nem Ende spitz und mit feinen Kristallen überzogen sind - dem Vanillin.
Empfehlung: ,,Geben Sie Vanilleschoten in einen Zuckertopf und Sie haben den schön-
sten Vanillezucker. Für Eiscreme oder Creme brulée können Sie auch eine zerquetschte
oder aufgeschlitzte Vanilleschote in die Milch oder Sahne geben. Die Schoten ver-
strömen ein blumiges, würziges Aroma. Wenn Sie es sich einfacher machen wollen,
können Sie sich im Handel auch eine reiche Auswahl an Vanilleersatz kaufen. Den
wahren Vanillegeschmack erhalten Sie aber nur mit Vanilleessenz bzw. Vanilleex-
trakt. Synthetisches Aroma ist von echter Vanille meilenweit entfernt."
Backwerk
aller Art wird mit Vanille aromatisiert, ebenso Aufläufe, Pudding, Süßspeisen, Ge-
tränke und süße Soßen. Neben Vanillezucker werden vor allem die in Glasröhrchen
angebotenen Vanillestangen als Gewürz gebraucht. Bei besonders feinen Speisen
kratzt man das in den Früchten enthaltenes Mark heraus und verwendet es als Ge-
würz; die Schale oder Schote lässt man nur kurze Zeit mitkochen, nimmt sie dann
heraus und bewahrt sie in verschlossener Dose in Zucker auf, der davon noch kräf-
tiger aromatisiert wird. Fremden Gerüchen gegenüber ist die Vanille sehr emp-
findlich. Sowohl Vanillestangen als auch Vanillezucker sollten deshalb trocken und
verschlossen gelagert werden.
Andere Anwendungen:
Der größte Teil der nach Deutschland importierten Vanille dient industriellen
Zwecken, vor allem der Herstellung von Speiseeis, Schokoladen, Pudding und Dau-
erbackwaren aller Art. Die Likörindustrie greift unter anderem bei Eier-, Kakao-
und Kaffeelikören auf Vanille zurück. Hier und da produziert sie auch Vanillelikör.
In der Parfümerie spielt Vanille bei Gesichtspuder eine Rolle. In Deutschland wird
zu 90 % Bourbonvanille verarbeitet und verbraucht, vor allem aus den Gebieten
Madagaskar und Reunion. 10% des deutschen Bedarfs deckt die weniger geschätzte
Tahitivanille.
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Globalisierung des Geschmacks
Wenn heute im Haushalt einer Familie einer Industrienation der Frühstücks - Mit-
tags - oder Abendbrottisch gedeckt wird, steht in den meisten Fällen eine Spei-
senfolge bzw. Auswahl bereit, die einen internationalen Ursprung hat. Diese Tat-
sache wird allerdings kaum noch wahrgenommen, ebenso wie die Tatsache, das
sich die Funktion des Essens in weiten Teilen der Welt weg von der Einnahme der
zum Leben unbedingt notwendigen Kalorien, hin zum genussorientierten Verzehr
preiswerter und in großer Anzahl vorhandener Produkte deutlich gewandelt hat.
Dass mehr oder weniger konkrete Vorstellungen zum Wohlgeschmack und / oder
zu bestimmten Geschmacks- bzw. Ernährungseigenschaften immer vorhanden wa-
Rosmarin
ren, zeigt uns bereits die Bibel, in der Milch und Honig als Kriterien höchster
Wunschvorstellungen für Wohlergehen genannt werden.
Der erfolgreiche Gewürzhandel der Römer, mit dem sie offensichtlich auch den Ge-
schmack der nicht zum römischen Reich gehörenden Völker trafen, sowie Handel
und Verbreitung des Anbaus von Wein, Zuckerrohr, Getreide und Gemüse, sind wei-
tere Beispiele, in denen sich guter Geschmack durchgesetzt hat. Rom besaß dies-
bezüglich sowohl von der Funktion, als auch vom Klima begünstigt eine Schlüs-
selstellung.
Begüterte Schichten der Bevölkerung, sind bis zum heutigen Tage Trendsetter beim
Verzehr von Nahrungs- und Genussmitteln geblieben. Einer derer von Medici, die
bei ihrer Heirat an den französischen Hof ihren ganzen Küchenstab mitnahm und
mit französischen Zutaten, sowie italienischer Kochkunst versuchte, den ver-
wöhnten Gaumen auch im neuen Lebensumfeld zufrieden zu stellen, wird nach-
gesagt, damit einen Grundstein für die heutige weltberühmte französische Küche
gelegt zu haben. Allerdings war dieser Genuss, zu dem Zitrusfrüchte und Gewürze
aus fernen Ländern gehörten, wieder nur einem verschwindend kleinen Teil der
Bevölkerung vorbehalten.
Es ist mit der Zeit immer mehr der Wunsch nach dem GLOBAL TASTE gegeben. Der
gemeinsame geschmackliche Nenner ist in verschiedenen Markt Segmenten (Er-
frischungsgetränke, Fast food, Kaugummi, Mundpflege, Milchprodukte) bereits
realisiert worden. Die Entwicklung von Geschmacksstoffen mit dem Potential für
eine regionale oder gar globale Vermarktung ist sehr kompliziert und bedarf einer
guten Kooperation aller Beteiligten. Die zunehmende Internationalisierung des
Lebensmittelmarktes, welche eine Sicherstellung der Versorgung einzelner Märk-
te mit wichtigen Lebensmitteln darstellt, bedeutet eine beschleunigt in dieser
Richtung stattfindende Entwicklung. Diese Internationalität intensiviert aller-
dings eine seit Urzeiten stattfindende Art von Wettbewerb um die Gunst des Gau-
mens der Verbraucher. Sie hat mit kleinen Geschmacksverbesserungen des Ein-
heitsbreis begonnen - hier schließt sich der Kreis.
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Tonga
Ein Beispiel für die sich immer weiter ausbreitende Globalisierung der Nahrungs-
mittel, kann man auf der Insel Tonga beobachten, die sich im Pazifik befindet.
In einem riesigen Hochhaus sitzen viele Menschen an ihren Computern. Die Rede
ist von der Firma Tongasat. Es werden dort zusammen mit den Partnern aus Hong
Kong Satteliten ins All geschossen, um sie an internationale Nutzer zu vermitteln.
Was essen diese Leute bloß?
Nein, nicht etwa die einheimischen Naturprodukte, leckeres Obst und frisches
Gemüse, das es dort auf dieser sonnigen Insel in Hülle und Fülle gibt. Im Hafen in
Nuku Alofa kommen gerade große Frachtschiffe mit riesigen Containern voll mit
Lebensmitteln an. Die Firma PDL (Pazifik Distributers Limited) packt die Contai-
ner aus, und liefert die Ware dann an verschiedene Lebensmittelläden auf der In-
sel. Es kommen da zum Beispiel Produkte wie Milchpulver, Schokolade oder
Knusperriegel. Die Kisten, die in einer Halle gelagert werden, stapeln sich bereits
bis unter die Decke. Auf die Frage, welches Produkt denn am meisten Umsatz ein-
bringt, lautet die Antwort:
,,Am besten lassen sich die 2 Minuten- Nudeln verkau-
fen". Diese Maggi Nudelsuppe, eine andere Version der uns gut bekannten 5 Minu-
ten Terrine, wird in den Nestle Fabriken in Fidschi, Neukaledonien und Papua - Neu-
guinea hergestellt und man kann sie überall in der Südsee käuflich erwerben, wahl-
weise in gelbem oder in rotem Plastikpack zu 85 Gramm, in zwei verschiedenen Ge-
schmacksrichtungen, entweder Krabben oder Huhn. Dieses Produkt enthält natür-
lich nicht ein bißchen von dem, wonach es schmeckt. Da muss man sich wohl mit der
Abbildung eines goldgelb gebratenem Huhn auf der Verpackung zufrieden geben.
Es gibt dort natürlich auch
Coca Cola
, was die dort einheimischen Kinder sich gar
nicht mehr wegdenken können. Es wird schließlich auch an jeder Straßenecke für
das beliebte Getränk geworben.
Zu den beliebtesten Leckereien au Übersee zählt neben den Maggi Nudeln ein un-
glaublich fettes Hammelfleisch, mit Namen Mutton Flaps. Diese speckigen, in Pla-
stik verpackten Stücke werden auf den kleineren Inseln gewinnbringend entsorgt,
da sie in den Erzeugerländern als Abfall gelten. Aufgrund dieser ungesunden
Ernährung, gibt es unter den Insulanern immer mehr übergewichtige Menschen.
Da kommt es nicht von ungefähr, dass die häufigsten Todesursachen in Tonga Herz-
krankheit, Bluthochdruck, Diabetes und Krebs heißen. Dabei ist der Südpazifik
ein Paradies, in dem alles im Überfluss wächst, in dem ohne große Anstrengung
geerntet werden kann, was niemand gesät hat. Mangos, Ananas und Kokusnüsse
gedeihen in Hülle und Fülle auf dem Markt werden sie geradezu getürmt. Es gibt
Hühnchen und Schweine, Fische und Meeresfrüchte, Gaben des Himmels, die nach
der Meinung der Bevölkerung möglichst in großen Mengen zu verzehren sind, denn
es könnte ja sein, dass ein Hurricane schon morgen alles von der Insel fegt. Man
kann also sagen, dass der Import von industriell produzierten Lebensmitteln bei
den Insulanern zu einer insgesamten Verschlechterung des Gesundheitszustandes
geführt hat. Anstatt auf die dort in Massen vorhandenen gesunden Nahrungsmit-
tel zuzugreifen, wird das Essensverhalten immer mehr an das der USA angegli-
chen.
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Auch auf Papua Neuguinea sind importierte Supermarktlebensmittel für einen An-
stieg der Fettlebigkeit verantwortlich und als eine Folge davon für eine erhöhte
Diabetesrate. Als ein zusätzlicher Risikofaktor gilt die Tendenz zum dicken Bauch.
Das Fettpolster, das die Insulaner ansetzen, muss nicht unbedingt ungesund sein,
hingegen der in Deutschland wohl bekannte Bierbauch wird als gesundheitlich be-
denklich eingeschätzt. Dies wurde durch eine Untersuchung von 45 000 Kranken-
schwestern bestätigt. Diese Neigung zu Fettansatz betrifft vor allem die Bewoh-
ner auf Hawaii, da sie ja als 50. Staat der USA stark mit der nordamerikanischen
Esskultur zu leben haben.Auch hier ist die Krankheit Diabetes weit verbreitet und
führt schlimmstenfalls zur Erblindung und oft auch zu Amputationen von Glied-
maßen.
Risiken und Nebenwirkungen der industriell
produzierten Nahrungsmittel
Industriell produzierte Nahrungsmittel wie Schokoriegel aus dem Kiosk, Tief-
kühlpizzen aus dem Supermarkt oder Frucht - Desserts im Restaurant können ge-
fährliche Folgen haben.
Dr. Hugh A. Sampson von der Hohns Hopkins Universität in Baltimore forschte
1992 nach Gründen für mysteriöse Todesfälle bei sechs Schulkindern. Er brauchte
nicht lange zu suchen und sein Ergebnis war sehr überraschend: Todesursache wa-
ren ein Hamburger, ein Sandwich und Süßigkeiten. Die Kinder, die alle Allergiker
waren, hatten die für sie gefährlichen Stoffe bislang erfolgreich umgangen. Doch
gegen die industriell hergestellten Produkte waren sie wehrlos. Die Stoffe, die für
sie lebensgefährlich waren, waren nicht gekennzeichnet.
Es gab einen anderen Fall, bei dem ein 17 jähriges Mädchen nach dem Genuss ei-
nes Zitronenpies starb, Ursache: Erdnussprotein in dem Fertigprodukt, nicht de-
klariert, daher für sie nicht erkennbar. Es sind in industriell produzierten Nah-
rungsmitteln also Stoffe enthalten, die bei Allergikern, die auf die entsprechen-
den Allergene allergisch reagieren, eine lebensbedrohliche Schockreaktion auslö-
sen können
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Risiko bei Fertigkost
Um eine allergische Reaktion im Körper auszulösen, reichen schon ganz geringe
Mengen eines bestimmten Allergens. Ja sogar ein lebensgefährlicher Schock kann
sehr leicht ausgelöst werden. Bei Ei wurden allergische Reaktionen schon ab ei-
nem Anteil von 0,003 % festgestellt. Ein Milchallergiker erlitt einen Schock, weil
in einem Würstchen ein Milcheiweißanteil von 0,06 % enthalten war. Es gelten 5 %
der deutschen Bevölkerung als Lebensmittelallergiker, Tendenz steigend. Bei Kin-
Engelswurz
dern galten schon im Jahre 1992, 42 % als latente Allergiker. Viele Allergien wer-
den bis heute jedoch gar nicht erkannt.
Der Anstieg der Lebensmittelallergien ist auf die stärkere Verwendung von Zusatz-
stoffen zurückzuführen. Es werden immer mehr Fertiggerichte gekauft, da in deut-
schen Küchen immer weniger selbst gekocht wird. Es wachsen bereits etwa 65% un-
serer Kinder mit Fertigsuppen auf.
Eine Studie besagt, dass 40 % der Deutschen gar nicht mehr in der Lage sind zu ko-
chen. Ein weiteres verblüffendes Ergebnis führt ans Licht, dass bei jungen Men-
schen zwischen 20 und 30 Jahren nur noch jeder vierte weiß, wie man einen Scho-
koladenpudding zubereitet, ohne sich der Fertigprodukte von Dr. Oetker zu be-
dienen.
Bereits in der nächsten Generation werden immer mehr Menschen auf Fertigpro-
dukte zugreifen. In Deutschland stammen immerhin schon 75 % des gesamten Ver-
zehrten aus industrieller Produktion, in den USA sind es sogar schon 90 %. Es kom-
men in Europa jährlich 9 000 neue Verzehrprodukte auf den Markt, in den USA sind
es sogar 10 000. Es werden aber im Durchschnitt 45 % der neuen Produkte kurz
nach Einführung wieder vom Markt genommen.
Ein großes Gesundheitsrisiko besteht auch bei zu häufigem Verzehr von Süßig-
keiten und vor allem von
Coca Cola
. Durch diese Essgewohnheiten kann nämlich
Knochenschwund her-vorgerufen werden. Zuerst lockern sich die Zähne und es fal-
len einige aus. Bei näherem Untersuchen wird festgestellt, dass sich der Kiefer be-
reits zurückgebildet hat. Die Knochen sind extrem brüchig und können bei der
kleinsten Belastung schon brechen. Es wurde wissenschaftlich belegt, dass Cola
für solch brüchige Knochen verantwortlich ist. Die Phosphorsäure, die in der Cola
enthalten ist, entzieht den Knochen Calcium und macht sie brüchig. Coca Cola be-
streitet jedoch, für den immer häufiger werdenden Knochenschwund bei Kindern
verantwortlich zu sein.
Bei Phosphorsäure (E 338) handelt es sich um einen euro-
paweit zugelassenen Zusatzstoff. Mit Sicherheit ist es nicht richtig, einem einzigen
Hersteller die Verantwortung für alle Folgelasten zu geben. Es ist aber wiederum
auch nicht richtig, wenn die Verursacher von jeglicher Haftung befreit bleiben. Für
die Ärzte ist es eindeutig, dass der starke Colakonsum überall auf der Welt für brüchi-
gere Knochen verantwortlich ist, außerdem ist auch eine drastische Förderung von
Karies und Zahnausfall durch den Coca Cola Konsum gegeben.
Wer
Coca Cola aus Dosen
trinkt, könnte zudem auch noch ein erhöhtes Alzhei-
merrisiko haben. Bei diesen Alzheimerpatienten sind nämlich erstaunlicherweise
hohe Aluminiumgehalte nachgewiesen worden. Außerdem hat man festgestellt,
dass sich in Getränkedosen die höchsten Aluminiumrückstände befinden. Daraus
lässt sich schließen, dass Cola die Oberfläche der Dose angreift und das Leichtme-
tall auflöst. Cola kann außerdem das Erbgut der Leberzellen schädigen ,was an ei-
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nem Versuch an Mäusen nachgewiesen wurde. Außerdem wurde bei Cola ein Sucht-
verhalten festgestellt. Dies ergab eine Studie im Jahre 1997. Es wurde einigen Rat-
ten 4 Wochen lang nur Cola zu trinken gegeben. Das Ergebnis war sehr erstaun-
lich: Die Ratten tranken 3 mal so viel Cola Cola, wie andere Versuchstiere in der
gleichen Zeit Wasser tranken.
Cola macht einfach Lust auf mehr.
In Deutschland liegt der jährliche pro Kopf - Verbrauch von Limonaden bei 85 Li-
tern. (Davon 50 Liter aus dem Hause Coca Cola), in den USA bei 202 Litern. 39 %
der Amerikaner trinken zum Essen Soft Drinks.
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Nitrat und Nitrit in Verbindung mit der
guten Wurst
Deutsche Metzger werben ja immer gerne für ihre gute, reine Wurst. Jedoch sind
die Wurstwaren, die wir heutzutage verzehren, gar nicht so rein, wie sie immer ge-
priesen werden. Es werden nämlich schon 95 % der Wurstwaren mit Nitrat oder mit
Nitrit gefärbt. Dieser Vorgang verlängert die Haltbarkeit der Ware, vor allem aber
ist er für die schöne rote Farbe von dem Schinken, der Salami oder der Mettwurst
verantwortlich.
Diese Art des Färbens wurde jedoch nicht immer angewandt. Früher wurden die
Würste mit einfachem Kochsalz gepökelt. Da die Verbraucher mit der Zeit aber im-
mer mehr auch auf das Aussehen des Fleisches geachtet haben, musste man auf
ein anderes Verfahren umsteigen. Im Laufe der Zeit fing man an, etwas Salpeter
(Nitrat, E 252 und E 253) hinzuzufügen, damit die Ware ihre rote Farbe behält. Be-
kanntlich kann man mit Nitrat ja Sprengstoff herstellen und so wurden sämtliche
Fleischvorräte im 1. Weltkrieg beschlagnahmt. Die Schlachter brauchten natürlich
einen Ersatz und suchten auch nicht lange. Sie nahmen das giftige Nitrit. Man
konnte nun beobachten, dass der nitrathaltige Sprengstoff die gegnerischen Rei-
hen schwächte, während die nitrithaltigen Fleischerzeugnisse gelegentlich die ei-
genen Reihen lichteten. Es reichen 0,25 5 Gramm immerhin schon aus, um ei-
nen Menschen zu töten.
Noch in der Nachkriegszeit kam es zu folgenschweren Ver-
wechslungen von Nitrit und Kochsalz: Eine Fleischbrühe, die mit reinem Nitrit ge-
salzen war, führte zu einer Massenvergiftung. So zum Beispiel 1946 in Leipzig, als
76 Personen nach Genuss einer Fleischbrühe übel wurde. Schließlich starben 7 von
ihnen. Dies war bei Weitem kein Einzelfall. Es gab immer wieder solche Zwischenfälle
und trotzdem wurde diese bis dahin gängige Art der Nitritpökelung legalisiert.
Heu-
te darf nur noch Nitritpökelsalz verwendet werden, eine Mischung von Kochsalz
mit höchstens einem halben % Nitrit. So scheint kein Risiko für den Verbraucher
mehr zu bestehen. Allerdings kann das Nitrit mit bestimmten Inhaltsstoffen des
Fleisches krebserregende
Nitrosamine
bilden. Diese kommen etwa in jeder drit-
ten geröteten Wurst vor. Gefördert wird die Nitrosaminbildung durch die nicht ord-
nungsgemäße Umrötung von Fleisch, aber auch, wenn es nicht mehr ganz frisch
ist.
Nitrosamine können auch im Magen aus Nitrit entstehen. Da fragt man sich doch,
warum es uns eigentlich noch vor dem Farbstoff, mit dem die Wurst gefärbt wird,
graut. Die Antwort ist der Farbstoff E 120, der die Wurst schön rot aussehen lässt.
Er wird aus getrockneten Schildläusen gewonnen, genauer genommen aus den be-
fruchteten Weibchen.
Tricks der Bäcker
Welcher Bäcker kommt heute eigentlich noch ohne irgendwelche Hilfsmittel wie
Fertigmehl oder Kuchenfüllungen aus? Die Antwort lautet : Keiner!
Die Bäcker bedienen sich heutzutage einem vielseitigen Sortiment von Backmit-
teln, das keine Wünsche offen lässt. Für jeden Teig und jede Füllung stehen Fer-
tigprodukte zur Verfühgung. Das Fertigmehl ist nur ein Beispiel dafür. Man mische
etwas Wasser dazu, und schon hat man ein schönes Mehl.
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Bei Windbeuteln hat der Bäcker die Wahl zwischen einem Fertigmehl, das noch mit
Wasser und Eiern verrührt wird, oder einem Fertigmehl was nur noch Wasser
braucht. Dem Kunden wird glaubhaft gemacht, dass die Brötchen und das Brot
frisch und aus eigener Herstellung ist, jedoch ist dies in 98 % der Fälle nicht so.
Dem Kunden gegenüber wird jedoch geschwiegen wie ein Grab.
Oregano
Was mit Aromen und Zusätzen heutzutage alles machbar ist
Mit entsprechender Kenntnis von Konzernen und Labors sind heutzutage er-
staunliche Ergebnisse möglich. Der japanische Wissenschaftler Mitsuyuki Ikeda
aus Okayama produzierte
aus Klärschlamm
einen
Fleischersatz.
Das Rezept: Man
nehme die braune Brühe, inklusive der festen Bestandteile, verkoche und trockne
die Masse. Gemahlen und ein paar Sojaproteine hinzugefügt - fertig ist das Imi-
tat. Erste Testesser überwanden den natürlichen Würgereiz und gaben ihr Ge-
schmackserlebnis preis: Das Produkt erinnere an alte Häschen mit einem leichten
Hauch von Fisch.
Es werden immer mehr Abfälle zu Lebensmitteln verarbeitet, dieser Trend ist im
Aufschwung. Eine der wichtigen Firmen, welche die Abfallverwertung betreibt,
heißt Unilever. Dort werden z. B. Verfahren entwickelt,um natürliche Früchte vor-
zutäuschen. So werden Himbeerabfälle oder andere Fruchtreste mit einem Gele aus
Algenextrakt, Geschmacks- und Farbstoffen zu etwas bissfestem rekonstruiert.
Diese nachgestellten Früchte können weder Backhitze noch das Eindosen etwas
anhaben.
Wissenschaftler überlegten sich, wie man denn bloß den letzten Abfall in die Mä-
gen der Verbraucher befördern könnte. Pressrückstände aus der Produktion von
Karottensäften findet man zu schade zum Wegwerfen, da immerhin 100 000 Ton-
nen dieser Abfälle im Jahr anfallen. Aus diesen Rückstanden werden Fruchtsaft-
getränke produziert. Es werden aber auch Brote mit diesen Karottenrückständen
angereichert, auf diese Weise bleiben sie länger frisch. Für diese Abfallverwertung
sind erstaunlicher Weise die Rohstoffe des Meeres sehr gut geeignet und immer
mehr Verbraucher werden damit in die Irre geführt.
Mancher Meeresbewohner, der bislang überhaupt nicht in Erscheinung getreten
ist, wie z. B. der Mintai, ein naher Verwandter des Dorsches, oder ein Krill, ein win-
ziger Leuchtkrebs kommt plötzlich zu neuen Ehren und wird zerlegt, gepresst und
gefärbt. In diesem Zustand dienen sie als Ersatz für Hummer oder Garnele. Die Deut-
schen verspeisen diesen Leuchtkrebs ohne eine Vorstellung davon zu haben. In
Amerika ist dieses Imitat schon längst etwas ganz Normales, schließlich wird da-
mit ein Umsatz von jährlich 500 Millionen Dollar erzielt.
Die industriell produzierten Geschmacks- Ersatzstoffe sind die wichtigsten Hilfs-
mittel der Ernährungsindustrie. Mit ihnen lassen sich geschmacklose, billige In-
dustrieprodukte so aufpebbeln, dass die Verbraucher die Illusion einer echten Sup-
pe, eines natürlichen Jogurts, eines leckeren Schokosnacks haben.
Ohne die indu-
striell produzierten Geschmacks - Ersatzstoffe wären die meisten Angebote im Su-
permarkt unverkäuflich, da nicht genießbar.
Aromastoffe sind aus unserer
Ernährung einfach nicht mehr wegzudenken. Dies machen die Zahlen deutlich, de-
nen zufolge die Deutschen 15 Millionen Tonnen industriell aromatisierter Speisen
verzehren, das ist etwa ein Pfund pro Kopf jeden Tag.
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Zusatzstoff Zitronensäure
Einer der wichtigsten Zusatzstoffe für die Lebensmittelindustrie ist Zitronensäu-
re (E 330). Sie dient als Säurungsmittel und erhält bei Obstkonserven die Farbe. In
Limonade ist sie für den frischen Geschmack verantwortlich - und möglicherwei-
se für Schäden an den Zähnen. Eine Studie der Universität Köln stellte fest, das
die Säure, in größeren Mengen genossen, Calcium aus den Zähnen lösen kann. Ero-
sionsschäden nennen Zahnärzte dieses Krankheitsbild, dass vor allem bei jugend-
lichen Soft Drink Fans zunimmt.
Zitrusfrüchte
Kumquat
Satsuma
Tangerine
Limette
Zitrone
Bitterorange
Valencia-Orange
Blutorange
Tangelo
Navelorange
Pomelo
Rosa Grapefruit
Klementine
Weiße Grapfruit
Ugli
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Die Aromafabriken
H&R in Holzminden
DieAromafabrik Haarman & Reimers in Holzminden zählt zu den größten Ge-
Salbei
schmacksherstellern der Welt. Außerdem gibt es in Holzminden auch noch die Fir-
ma Dragoco. Diese Firma stellt vor Allem Geruchsstoffe her. Zusammen gehören
diese beiden Firmen zu den führenden in der Welt.
Am Anfang standen in beiden Firmen Quereinsteiger, unvoreingenommene, un-
konventionelle Köpfe. Sie revolutionierten den Geschmack unserer Zeit.
Dem
Forscher Dr. Wilhelm Haarman
gelang 1874 ein folgenschweres Kunststück:
Er fand einen synthetischen Ersatz für Vanille, nannte es Vanillin, und gründete
auch gleich eine Fabrik.
Dragoco in Holzminden
Gründer Carl Wilhelm Gerberdig. Ein Friseur, erwarb sich Unsterblichkeit mit einer
Tinktur zu doppeltem Nutzen. Er mischte verschiedene Substanzen zusammen und
verkaufte sie als Haarwasser. Das brachte nicht nur die Haartolle in Form, sondern
auch tolle Gefühle bei inwendigem Gebrauch. Denn : Das Gemisch konnte man trin-
ken. So entstand 1919 als kleiner Hinterhofbetrieb, die ,,Dragon Company"
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2001/2002
Einige Zahlen, Daten und Fakten
H&R in Holzminden
Gründung : Das Unternehmen wurde im Jahre 1874 von dem Chemiker
Dr. Wilhelm Haarman als Vanillinfabrik gegründet.
Eigentumsverhältnisse :
Die Haarman & Reimer GmbH ist eine 100%ige
Tochtergesellschaft der Bayer AG, Leverkusen
Stammkapital :
200 Millionen DM
Geschäftsführung :
Lambert Courth,
Dr. Reinhard Kaiser
Umsatz :
Im Jahr 2000 waren es 865 Mio. Euro
Auslandsumsatz :
Der Auslandsanteil am Gruppenumsatz betrug 80%
Aufwand für Forschung und Entwicklung :
ca. 7% vom Umsatz
Belegschaftsstärke (Gruppe) :
ca. 3800
Von über 2000 Arbeitern werden in den beiden Holzmindener Fabriken jeweils 7000
verschiedene Geschmackskomponenten produziert. Mit diesen Produkten werden
weltweit mehrere hundert Millionen Mark Gewinn erzielt.
Was heute zählt, sind nicht die Köche, die am Herd stehen, sondern die Leute im
Labor. Die beiden Geschmacksriesen aus dem Holzmindener Hügelland arbeiten
mit einiger Gründlichkeit an der globalen Umwandlung des sinnlichen Empfin-
dens. Das man auch in Peking oder in Buenos Aires an die aus Deutschland Che-
mikalie rankommt, dafür sorgen über 6000 Beschäftigte in über 50 Filialen welt-
weit.
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2001/2002
Fallbeispiele für die Verwendung von
Aromen und Zusatzstoffen aus unserer
täglichen Ernährung
Coca Cola (0,33 l Dose)
Zutaten:
Koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk mit Pflanzenextraken
Wasser, Zucker, Kohlensäure, Phosphorsäure,
E 150d
, Säurungsmittel, Farbstoff,
Aroma, Koffein.
E 150d Ammonsulfit - Zuckerkulör
Zuckerkulör wird vor allem zur Färbung von Colagetränken und Spirituosen ver-
wendet. Kaum ein Essig, der nicht mit Zuckerkulör eingefärbt wurde. Auch Fleisch-
brühwürfel, Bratensoße in der Tüte und Worcester Soße enthalten
E 150
. Zucker-
kulör wurde sogar bereits Illegal zur Färbung von Bier und Rotwein verwendet.
Und mancher Bäcker konnte der Versuchung nicht wiederstehen und färbte sein
Vollkornbrot oder sein Roggenbrötchen damit dunkel.
Vor allem bei der Herstellung von
E 150d
entstehen gesundheitsschädliche Imi-
dazole. Allerdings konnte ihr Gehalt in den letzten Jahren erheblich verringert
werden.
Zuckerkulör ist kein Karamel. Es entsteht nicht durch haushaltsübliches Erhitzen
von Zucker. Diese Reaktion geht für den industriellen Verbrauch zu langsam von-
statten. Indem Zucker mit Ammoniak, Ammoniumsulfit und Säuren chemisch um-
gesetzt wird, erhält man schneller ein braunes Endprodukt. Je nach Reaktions-
partner des Zuckers entstehen
E 150a, b, c oder d
.
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Nestle Jogurt mit Smarties
Zutaten:
Standardisierte Milch mit 6 % Fett, Schokolinsen mit Zuckerüberzug, (Farbstoff
(
E 100, E 101, E 120, E 133, E 160a, E 160e, E 171
), Emulgator, Sojalecitine,
Überzugsmittel, (Camaubawachs, Bienenwachs), Aroma mit Weizen, Zucker Jo-
gurtkulturen, Milcheiweißerzeugnis, Milchzucker, Aroma.
E 100 Kurkumin (Curcumagelb)
Gelber Farbstoff
Der natürliche Farbstoff ist für die gelbe Farbe von Currypulver verantwortlich.
Wird gern für Vanillepudding und andere Vanilledesserts verwendet. Über die EU
auch für Margarine. Wird oft illegal zur Verfälschung von Safran eingesetzt.
Im Tierversuch beeinflussten kurkuminhaltige Gewrüzextrakte die Schilddrüsen
von Schweinen. Vom natürlichen im Kurkumin enthaltenem Farbstoff sind keine
nachteiligen Wirkungen bekannt. Reagenzglasversuche deuten darauf hin, dass
Kurkumin antiallergische Eigenschaften Haben könnte.
Der gelbe Farbstoff entwickelt sich beim Kochen der asiatischen Gelbwurz. Inzwi-
schen kann E 100 aber auch synthetisch hergestellt werden.
Weil der Farbstoff nicht lichtecht ist, wird er heute nicht mehr zum Färben von
Textilien verwendet. Immer noch dagegen für Holz, Lack, Papier, Salben und Le-
der.
E 101 Riboflavin (Lactoflavin)
Grünlich gelbe Farbstoffe
Riboflavine sind zur Färbung von allen Lebensmitteln zugelassen, werden aber
hauptsächlich in Mayonaise, Eiscreme und Pudding eingesetzt. Der Konsum von
Vitaminpreparaten ist jedoch bei Reisen in die Malaria Gebiete nicht zu emp-
fehlen, da Vitamin B2 eine Infektion mit der Krankheit begünstigen kann.
Riboflavin kommt natürlich zum Beispiel in Milch, Eiern und Leber vor. Bei abge-
standenem Jogurt wird dieser Gehalt manchmal sichtbar. Die austretende Flüssig-
keit (Molke) schimmert leicht grünlich. Für die Verwendung als Lebensmittel-
farbstoff wird das Vitamin künstlich hergestellt.
E 120 Cochenille (Echtes karmin, Karminsäure)
Der nach Firmenauskunft erdbeerrote Farbton ist sowohl im Süßigkeitenregal als
auch in der gGetränkeabteilung zu finden. Darüber hinaus sorgt Cochenille in Obst-
konserven für eine unverändert rote Farbe der erhitzten Früchte. Für Krabben,
Lachsersatz und Surimi zugelassen. Neuerdings wird auch die Verwendung in Wurst
toleriert.
Cochenille ist ein Anthrachinon Derivat. Viele Anthrachinone gelten als krebser-
regend. Cochenille weist jedoch eine eher schwache Wirkung gegen Krebs auf. Gilt
als einer der harmlosesten Farbstoffe.
Der natürliche Farbstoff aus dem befruchteten Weibchen einer Scharlach Schild-
laus wurde von den Spaniern aus dem neu entdeckten Amerika nach Europa ge-
bracht. Inzwischen werden jährlich etwa 300 Tonnen getrocknete Läuse zu Farbe
verarbeitet. Man benutzt sie in Form sogenannter Aluminiumlacke in Schminke,
Lippenstift, und Künstlerfarben.
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Carotin
Gelber Farbstoff
Fast jede Butter wird in den Wintermonaten auf ihr sommerliches Aussehen ge-
trimmt. Auch Margarine, Öle, Käse, Mayonaise, Speiseeis und Jogurt werden mit
Carotin gefärbt. Daneben lässt der Farbstoff auch wenig Frucht enthaltende Le-
bensmittel wie Fruchtsaftgetränke, Limonaden, Desserts und Süßigkeiten fruch-
tig aussehen. Als Zusatz in Futtermitteln, in Kosmetika und Arzneimitteln.
Eine extreme Aufnahme von Carotin hat bei einem Erwachsenem den gleichen Ef-
fekt, wie der Karottensaft beim Kleinkind. Die Haut bekommt einen leichten
Gelbstich. Carotin wird auch als Provitamin A bezeichnet, da der Körper daraus sel-
ber Vitamin A herstellen kann. Es ist ungefährlich als Lebensmittelzusatzstoff.
E 171 Titandioxid (Rutil)
Zum weißfärben von Dragees. Ist in kosmetischen Sunblockern als strahlenabwei-
sendes Mineral zu finden.
Das weiße Pigment wird praktisch nicht resorbiert und erwies sich in den wenigen
Tierversuchen die durchgeführt wurden als ungiftig.
Der Bedarf wird aus natürlichen Lagerstätten gedeckt. Das weiße Pigment wird aus
Schlacke gewonnen.
Früchtetraum von Ehrmann
Zutaten:
Jogurt (100 g): Jogurt, Sahne, Fruchtzubereitung Banane (20 %) mit Aroma und
Farbstoff Carotin, Zucker, Traubenzucker, Gelatine, Aroma,
E 104, E 110, E 122,
E124, E 129, E 133, E 171
, Aroma, Dextrin, Pflanzenöl, Erdnuss.
E 110 Orangeroter Farbstoff
Der künstliche Farbstoff lässt Lachs wie Lachs aussehen, und verschönert verpackte
Garnelen. Erhöht die optische Attraktivität von Süßwaren, Cremespeisen, Roter
Grüze, kandierten Früchten, Obstkonserven und Likören.
Gelborange S gehört zu den harmloseren Azofarbstoffen, kann jedoch gelegent-
lich Allergien auslösen.
E 122 Azorubin
Roter Farbstoff
Verleit Süßwaren, Limonaden, Puddings, Roter Grütze und Eis auch ohne Frucht-
zusatz eine ansprechende rote Farbe.
Azorubin wird im Körper aufgespalten. Die Spaltprodukte des Farbstoffes wirken
blutbildverändernd. Bei empfindlichen Personen wurden nach dem Verzehr azoru-
binroter Speisen allergische Hautreaktionen beobachtet.
E 122 ist ein synthetisch hergestellter Farbstoff, der zu der Gruppe der Azofarb-
stoffe gehöhrt.
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E 124 Cochenillerot A (Pnceau 4R)
Roter Farbstoff
E 124 wird vor allem in süßen Lebensmitteln eingesetzt. Süßigkeiten, Puddings,
Limonaden und Wassereis leuchten in diesem Rotton. Auch Light Marmeladen
und erhitzte Obstkonserven dürfen mit Cochenillerot A aufgepeppt werden, eben-
so Likör. In geringerem Maße färbt es außerdem pikanten Seelachs, Surimi und Ka-
viarersatz.
Über längere Zeit gefüttert, färbte E 124 das Fell der Versuchstiere rosa. Beim Men-
schen kann der synthetische Farbstoff gelegentlich Allergien auslösen.
E 129 Allurarot AC
Roter Farbstoff
Allurarot wird genau wie das Cochenillerot zum Färben von Limonaden, Süßwa-
ren, und Desserts verwendet. In getreidehaltigen Frühstückswürstchen kann es
einen höheren Fleischanteil vortäuschen.
Das Verhalten des Azofarbstoffes im Stoffwechsel ist unklar. Bei Versuchstieren
wurden nach dem Verzehr von Allurarot Verhaltensänderungen beobachtet.
Ein weiteres sehr wichtiges Produkt für den heutigen Menschen ist die 5 Terrine
von Maggi.
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Maggi 5 Minuten Terrine
(Hühner Nudeltopf)
Zutaten: Eiernudeln (Hartweizengrieß, Eier), Hühnerfleisch (9 %), Gemüse Karot-
ten, Zwiebeln, Lauch, Geschmacksverstärker (Mononatriumglutamat, E 631),
Aroma mit Soja, Jodsalz, Stärke, Hühnerfett, pflanzliches Öl (gehärtet), Salz,
Petersilie, Gewürzextrakte, Antioxidationsmittel (E 320, E 311, E 307, E 304),
Säuerungsmittel, Citronensäure.
E 304 Ascorbylpalmitat
Antioxidans, Farbstabilisator, Emulgator, Umrötebeschleuniger
Ascorbylpalmitat wird überwiegend zu technologischen Zwecken verwendet. Da
es im Gegensatz zu Ascorbinsäure und ihren Salzen (E 300, E 301, E 302) fettlös-
lich ist, eignet es sich besonders gut als Antioxidans in Fetten und Ölen. In Mayon-
naise hilft es Eier zu sparen. Außerdem erleichtert Ascorbylpalmitat die Färbung
von Käse mit Carotin. In Würstchen verlangsamt E 304 das ranzig werden des Fet-
tes. Auch Walnusskerne mit aufgesprühtem Ascorbylpalmitat halten länger. Ge-
kennzeichnet wird es meist als Ascorbinaäure oder gar nicht.
Im Dünndarm wird E 304 in Ascorbinsäure und Fettsäuren gespalten. Es kann zwar
wie Vitamin C wirken, hat aber nur etwa 40 % der Wirksamkeit von Ascorbinsäure
(E 304).
E 320 Buthylhydroxyanisol (BHA)
Antioxidans, Konservierungsmittel
BHA schützt Flips, Chips, Salzstangen und Kekse vor Geschmacksfehlern. Konser-
viert Kaugummis, Instantsuppen, - brühen und Bratensoßen. Deklarationsfrei
in Marzipan nougat und erdnusshaltigen Füllmassen für die Feinbäckerei. Die
EU fordert eine Erweiterung des Anwenderspektrums auf das Milchpulver im Kaf-
feeautomaten, auf Nussprodukte, Trockenfleisch und Würzmittel.
Bei Mäusen führte BHA zu Verhal-
tenänderungen und zeigte krebs-
hemmende Wirkung. Bei anderen Na-
gern traten dagegen krebsartige
Schädigungen des Vormagens auf. Da
der Mensch keinen Vormagen besitzt,
ist die Bedeutung der Versuche um-
stritten.
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E-Nummern
Untenstehend finden Sie eine nach Nummern geordnete Liste von
Zusatzstoffen, die in Lebensmitteln vorhanden sein können.
Anmerkung:
Die in der Spalte ,,Beschreibung" verwendeten Begriffe sind nicht mit den
offiziellen ,,Gattungs-bezeichnungen" identisch.
Nr.
Bezeichnung
Beschreibung
E 100
Kurkumin
Natürlicher Farbstoff
E 101
Lactoflavin/Riboflavin
Natürlicher Farbstoff (Vitamin B2)
E 104
Chinolingelb B
Synthetischer Farbstoff
E 110
Gelborange
Synthetischer Farbstoff
E 120
Cochenille (Carminsäure)
Natürlicher Farbstoff
E 122
Azorubin
Synthetischer Farbstoff
E 123
Amaranth
Synthetischer Farbstoff
E 124
Ponceau 4R
Synthetischer Farbstoff
E 127
Erythrosin
Synthetischer Farbstoff
E 131
Patentblau
Synthetischer Farbstoff
E 132
Indigotin (Indigocarmin)
Synthetischer Farbstoff
E 140
Chlorophylle
Natürlicher Farbstoff
E 141
Kupferkomplexe der Chlorophylle
Natürlicher Farbstoff
E 142
Brillantsäuregrün
Synthetischer Farbstoff
E 150
Caramel (Zuckercouleur)
Natürlicher Farbstoff
E 151
Brillantschwarz Bn
Synthetischer Farbstoff
E 153
Carbo Medicinalis (Pflanzenkohle)
Natürlicher Farbstoff
E 160
Carotinoide
Natürlicher Farbstoff
E 161
Xantophylle
Natürlicher Farbstoff
E 162
Betanin (Randenrot)
Natürlicher Farbstoff
E 163
Anthocyane
Natürlicher Farbstoff
E 170
Calciumcarbonat
Antiklumpmittel/ Base
E 200
Sorbinsäure
Konservierungsmittel
E 201
Natriumsorbat
Konservierungsmittel
E 202
Kaliumsorbat
Konservierungsmittel
E 203
Calciumsorbat
Konservierungsmittel
E 210
Benzoesäure
Konservierungsmittel
E 211
Natriumbenzoat
Konservierungsmittel
E 212
Kaliumbenzoat
Konservierungsmittel
E 213
Calciumbenzoat
Konservierungsmittel
E 214
PHB-ester
Konservierungsmittel
E 215
PHB-ester-Natriumverbindung
Konservierungsmittel
E 216
PHB-n-propylester
Konservierungsmittel
E 217
PHB-n-propylester-Natriumverbindung
Konservierungsmittel
E 218
PHB-methylester
Konservierungsmittel
E 219
PHB-methylester-Natriumverbindung
Konservierungsmittel
E 220
Schwefelige Säure
Konservierungsmittel / Antioxydans
E 221
Natriumsulfit
Konservierungsmittel / Antioxydans
E 222
Natriumhydrogensulfit
Konservierungsmittel / Antioxydans
E 223
Natriummetabisulfit
Konservierungsmittel / Antioxydans
E 224
Kaliummetabisulfit
Konservierungsmittel / Antioxydans
E 226
Calziumsulfit
Konservierungsmittel / Antioxydans
E 227
Calziumhydrogensulfit
Konservierungsmittel / Antioxydans
E 228
Kaliumhydrogensulfit
Konservierungsmittel / Antioxydans
E 230
Biphenyl
Konservierungsmittel (für Schalen von Citrusfrüchten)
E 231
Orthophenylphenol
Konservierungsmittel (für Schalen von Citrusfrüchten)
E 232
Natrium-Orthophenylphenolat
Konservierungsmittel (für Schalen von Citrusfrüchten)
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2001/2002
E 233
Thiabedazol
Konservierungsmittel (für Schalen von Citrusfrüchten)
E 236
Ameisensäure
Konservierungsmittel
E 237
Ameisensäure, Natriumsalz
Konservierungsmittel
E 238
Ameisensäure, Calciumsalz
Konservierungsmittel
E 239
Hexamethylentetramin
Konservierungsmittel
E 242
Dimethyldicarbonat
Konservierungsmittel
E 250
Natriumnitrit
Pökelstoff
E 251
Natriumnitrat (Chilesalpeter)
Pökelstoff
E 252
Kaliumnitrat
Pökelstoff
E 260
Essigsäure
Genusssäure
E 261
Essigsäure, Kaliumsalz
Puffersalz
E 262
Essigsäure, Natriumsalz
Puffersalz
E 263
Essigsäure, Magnesium-/Calziumsalz
Puffersalz
E 264
Essigsäure, Ammoniumsalz
Puffersalz
E 270
Milchsäure
Genusssäure
E 280
Propionsäure
Konservierungsmittel
E 281
Natriumpropionat
Konservierungsmittel
E 282
Calciumpropionat
Konservierungsmittel
E 283
Kaliumpropionat
Konservierungsmittel
E 284
Borsäure
Konservierungsmittel
E 285
Natriumtetraborat (Borax)
Konservierungsmittel
E 296
Aepfelsäure
Genusssäure
E 300
Ascorbinsäure (Vitamin C)
Antioxydans / Umrötungshilfsmittel
E 301
Natriumascorbat
Antioxydans / Umrötungshilfsmittel
E 302
Calciumascorbat
Antioxydans / Umrötungshilfsmittel
E 303
Kaliumascorbat
Antioxydans / Umrötungshilfsmittel
E 304
Ascorbylpalmitat
Antioxydans / Umrötungshilfsmittel
E 305
Ascorbylstearat
Antioxydans / Umrötungshilfsmittel
E 306
Tocopherol (Vitamin E)
Antioxydans / Umrötungshilfsmittel
E 307
Alpha-tocopherol
Antioxydans / Umrötungshilfsmittel
E 308
Gamma-tocopherol
Antioxydans / Umrötungshilfsmittel
E 309
Delta-tocopherol
Antioxydans / Umrötungshilfsmittel
E 310
Propylgallat
Antioxydans
E 311
Octylgallat
Antioxydans
E 312
Dodecylgallat
Antioxydans
E 315
Erythorbinsäure
Antioxydans
E 316
Natriumerythrobat
Antioxydans
E 320
Butylhydroxyanisol (BHA)
Antioxydans
E 321
Butylhydroxytoluol (BHT)
Antioxydans
E 322
Lecithin
Emulgator / Antioxydans
E 325
Natriumacetat (Salz der Milchsäure)
Puffersalz
E 326
Kaliumlactat
Puffersalz
E 327
Calciumlactat
Puffersalz
E 328
Ammoniumlactat
Puffersalz
E 330
Citronensäure
Puffersalz / Antioxydans
E 331
Natriumcitrat (Salz der Citronensäure)
Puffersalz / Antioxydans
E 332
Kaliumcitrat
Puffersalz / Antioxydans
E 333
Calciumcitrat
Puffersalz/ Antioxydans
E 334
Weinsäure
Genusssäure
E 335
Natriumtartrat
Puffersalz
E 336
Kaliumtartrat (Weinstein(
Puffersalz
E 337
Natriumkaliumtartrat
Puffersalz
E 338
Orthophosphorsäure
Säure
E 339
Natriummonophosphat
Stabilisator
E 340
Kaliummonophosphat
Stabilisator
E 341
Calciummonophosphat
Stabilisator / Antiklumpmittel
E 343
Magnesium-Monophosphat
Stabilisator
E 345
Magnesiumcitrat
Stabilisator
E 349
Ammoniummalat (Salz der Aepfelsäure)
Puffersalz
E 350
Mononatriummalat(Salz der Weinsäure)
Puffersalz
E 351
Dinatriummalat
Puffersalz
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2001/2002
E 352
Monokaliummalat
Puffersalz
E 353
Metaweinsäure
Genusssäure
E 380
Triammoniumcitrat
Puffersalz
E 400
Alginsäure
Verdickungsmittel
E 401
Natriumalginat
Verdickungsmittel
E 402
Kaliumalginat
Verdickungsmittel
E 403
Ammoniumalginat
Verdickungsmittel
E 404
Calciumalginat
Verdickungsmittel
E 405
Propylenglycolalginat
Verdickungsmittel
E 406
Agar-Agar
Verdickungsmittel
E 407
Carragenan
Verdickungsmittel
E 410
Johannisbrotkernmehl
Verdickungsmittel
E 412
Guarkernmehl
Verdickungsmittel
E 413
Tragant
Verdickungsmittel
E 414
Gummi Arabicum
Geliermittel / Oberflächenbehandlung
E 415
Xanthan-Gummi
Verdickungsmittel
E 416
Karaya-Gummi
Verdickungsmittel
E 417
Tarakernmehl
Verdickungsmittel
E 420
Sorbit
Feuchthaltemittel / Zuckeraustauschstoff
E 421
Mannit
Feuchthaltemittel
E 422
Glycerin
Gleitmittel
E 440
Pektin
Geliermittel
E 442
Ammoniumphosphatid
Stabilisatorsalz
E 450
Polyphosphate
Bindemittel / Stabilisator
E 451
Natrium- u. Kalium-triphosphat
Bindemittel / Stabilisator
E 452
Polyphosphate (diverse)
Bindemittel / Stabilisator
E 460
Mikrokristalline Cellulose
Verdickungsmittel
E 461
Carboxymethylcellulose
Verdickungsmittel
E 463
Hydroxypropylcellulose
Verdickungsmittel
E 464
Hydroxypropylmethylcellulose
Verdickungsmittel
E 465
Methylethylcellulose
Verdickungsmittel
E 466
Natriumcarboxymethylcellulose
Oberflächenbehandlung
E 470
Salze der Stearinsäure (Stearate)
Emulgator
E 471
Mono- Und Diglyceride Von Speisefettsäuren
Emulgator / Oberflächenbehandlung
E 472
Veresterte Mono- u. Diglyceride von Speisefettsäuren
Emulgator
E 473
Zuckerester
Emulgator
E 474
Zuckerglycerid
Emulgator
E 475
Polyglycerinester von Speisefettsäuren
Emulgator
E 476
Polyglycerinester von polykondensierter Ricinolsäure
Emulgator
E 477
Propylenglykolester von Speisefettsäuren
Emulgator
E 481
Natriumstearyllactat
Emulgator
E 482
Calciumstearyllactat
Emulgator
E 487
Natriumlaurylsulfat
Emulgator
E 500
Natriumcarbonat (Soda, Natron)
Base
E 501
Kaliumcarbonat
Base
E 503
Ammoniumcarbonat (Hirschhornsalz)
Base / Antiklumpmittel
E 504
Magnesiumcarbonat (Magnesit)
Antiklumpmittel
E 507
Salzsäure
Säure
E 508
Kaliumchlorid
Mineralsalz
E 509
Calciumchlorid
Mineralsalz
E 510
Ammoniumchlorid
Salz
E 512
Zinnchlorid
Salz
E 514
Natriumsulfat
Salz
E 515
Kaliumsulfat
Salz
E 516
Calciumsulfat (Gips)
Salz
E 519
Kupfersulfat
Grünungsmittel
E 524
Natriumhydroxid
Base
E 525
Kaliumhydroxid
Base
E 526
Calciumhydroxid
Base
E 527
Ammoniumhydroxid
Base
E 528
Magnesiumhydroxid
Base
© Boris Bischoff 11b, Waldorfschule Kassel
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2001/2002
E 529
Calciumoxid (Ätzkalk)
Base
E 530
Magnesiumoxid
Antiklumpmittel
E 535
Natriumferrocyanid
Antiklumpmittel
E 536
Kaliumferrocyanid
Antiklumpmittel
E 538
Calciumferrocyanid
Antiklumpmittel
E 541
Saures Natriumaluminiumphosphat
Antiklumpmittel
E 551
Siliziumdioxid (Kieselsäure)
Antiklumpmittel
E 552
Calciumsilicat
Antiklumpmittel / Oberflächenbehandlung
E 553
Magnesiumsilicat (Talk)
Antiklumpmittel
E 554
Natriumaluminiumsilicat
Antiklumpmittel
E 556
Calciumaluminiumsilicat
Antiklumpmittel
E 574
Gluconsäure
Säure / Umrötungshilfsmittel
E 575
Glucono-deltalacton
Säuerungsmittel
E 576
Natriumgluconat
Puffersalz
E 577
Kaliumgluconat
Puffersalz
E 578
Calciumgluconat
Puffersalz
E 579
Eisengluconat
Färbemittel
E 621
Natriumglutamat
Geschmacksverstärker
E 622
Kaliumglutamat
Geschmacksverstärker
E 623
Calciumglutamat
Geschmacksverstärker
E 624
Magnesiumglutamat
Geschmacksverstärker
E 625
Ammoniumglutamat
Geschmacksverstärker
E 626
Guanylsäure
Geschmacksverstärker
E 627
Natriumguanylat
Geschmacksverstärker
E 628
Kaliumguanylat
Geschmacksverstärker
E 629
Calciumguanylat
Geschmacksverstärker
E 630
Inosinsäure
Geschmacksverstärker
E 631
Natriuminosinat
Geschmacksverstärker
E 632
Kaliuminosinat
Geschmacksverstärker
E 633
Calciuminosinat
Geschmacksverstärker
E 640
Glycin
Tablettierungsmittel
E 641
Leucin
Entschäumungsmittel
E 900
Dimethylpolysiloxan
Oberflächenbehandlungsmittel
E 901
Bienenwachs
Oberflächenbehandlungsmittel
E 903
Carnaubawachs
Oberflächenbehandlungsmittel
E 904
Schellack
Oberflächenbehandlungsmittel
E 905
Paraffin
Oberflächenbehandlungsmittel
E 915
Kolophonium-ester
Oberflächenbehandlungsmittel
E 920
Cystein
Teigführungsmittel
E 950
Acesulfam-k
Süssstoff
E 951
Aspartam
Süssstoff
E 952
Cyclamat
Süssstoff
E 954
Saccharin
Süssstoff
E 957
Thaumatin
Süssstoff
E 959
Neohesperidin
Süssstoff
E 1201
Polyvinylpyrrolidon
Bindemittel
E 1404
Oxidierte Stärke
Verdickungsmittel
E 1411
Distärke-Glycerin
Bindemittel
E 1412
Distärkephosphat
Bindemittel
E 1413
Phosphatiertes Distärkephosphat
Bindemittel
E 1414
Acetyliertes Distärkephosphat
Bindemittel
E 1420
Monostärkeacetat I
Bindemittel
E 1421
Monostärkeacetat II
Bindemittel
E 1422
Acetyliertes Distärkeadipat
Bindemittel
E 1423
Acetyliertes Distärkeglycerin
Bindemittel
E 1423
Distärkeglycerin, acetyliert
Bindemittel
E 1440
Hydroxypropylstärke
Bindemittel
E 1442
Hydroxypropyl-Distärkephosphat
Bindemittel
E 1443
Hydroxypropyldistärkeglycerin
Bindemittel
E 1505
Triäthylcitrat
Stabilisator
E 1520
Propylenglycol
Feuchthaltemittel
© Boris Bischoff 11b, Waldorfschule Kassel
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2001/2002
Anstatt eines Resümees möchte ich
hier ein Zitat der Slowfood Bewegung
und ein von mir liebgewonnenes
Rezept zum Abschluß erwähnen.
Basilikum
Hat die Mama statt eines feinen Leckerchens nur ein paar Münzen übrig, mit dem
sie den Filius in eine Filiale der Foodindustrie schickt, oder verfüttert sie primär
Frucht und andere fließband gefertigte Zwerge mit nahezu unbegrenztem Halt-
barkeitsdatum, steht einer Karriere als Dumpfmampfer jedoch kaum noch etwas
im Wege. Wer vom Maggiwürfel geprägt wurde, bleibt sein Leben lang gezeichnet.
Ein Brühwürfelparias kann niemals ein guter Koch sein. Da wird ihm keine hand-
werklich noch so gute Ausbildung (für die er sich vermutlich auch nicht sonder-
lich interessiert) helfen. Er hat keine Vorstellung von gutem Essen und sollte er
einmal zufälligerweise darauf stoßen, merkt er es wahrscheinlich nicht. Das einzige
was er ganz bestimmt merkt ist, daß es viel mehr Arbeit macht ,,so" zu kochen und
er wird weiterhin mit mitleidigem Lächeln seine wareneinsatzoptimierten Convi-
nienceprodukte verfüttern und bei seinem Blick ins Portemonnaie befriedigt fest-
stellen, daß er recht hat.Dem Dumpfmampfer wird sich all dies niemals erschließen.
Man kann nur hoffen, daß es jedem Suchenden erspart bleibt in (s)ein Avalon an
der Seite einer solch traurigen Gestalt zu betreten. Er wird Alfred Biolek für den
bekanntesten deutschen Koch halten, wäre eigentlich mit Bier und Bulette
zufrieden, kennt unglaublich günstige Winzer, findet ansonsten die Preise viel zu
hoch und und und.Unglückseeligerweise wird er all´ dies im Laufe des Abends zum
besten geben. Nur wenn erIhnen erzählt, daß seine Mama gut kochen konnte, dann
haben Sie Ihn beim lügen erwischt. Ganz sicher.
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2001/2002
Crème Caramel
Eine gelungene Crème Caramel zergeht auf der Zunge
Für 6 Personen
170 g Zucker
600 ml Milch
1 Streifen Zitronenschale
ein 2,5 cm langes Stück Zimtstange oder 1 Stückchen Vanilleschote
2 Eier
1 Eigelb
Zuerst den Karamel zubereiten. Dazu 85g Zucker in 120ml Wasser auflösen. Rasch
zum Kochen bringen. Sobald er kocht, den Zuckersirup nicht mehr umrühren. Wenn
er braun zu werden beginnt, sorgfältig beobachten und den Topf schwenken, da-
mit der Karamel einen gleichmäßigen bernsteinfarbenen Ton annimmt. Den Kara-
mel in eine kalt ausgespülte Form mit schrägen Wänden gießen und diese mit dem
Karamel ausschwenken.
Den Backofen auf 170°C vorheizen, Gas Stufe 1? Die Milch mit der restlichen Zi-
tronenschale, dem restlichen Zucker dem Zimt oder der Vanille in einen Topf ge-
ben und bis kurz vor den Siedepunkt erhitzen. Bilden sich kleine Bläschen am
Topfrand, die Hitze reduzieren, die Milch 5 Min. ziehen lassen.
Die ganzen Eier mit dem Eigelb in einer Schüssel verquirlen. Unter ständigem
Rühren die Milch hinzugießen. Die Eiermilch durch ein Sieb in die mit dem Kara-
mel ausgekleidete Form gießen. Die Form dann in ein Wasserbadtopf oder in eine
zur hälfte mit Wasser gefüllte große Bratpfanne stellen. Etwa 1 Stunde im Ofen ga-
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2001/2002
ren. Mit einer Messerspitze prüfen, ob die Creme fest ist. Sie ist gar, wenn sie sich
sauber schneiden lässt. Die Creme Caramel einige Stunde auskühlen lassen und
dann auf einen Teller stürzen.
Variation: Man kann die Creme caramel auch auf einzelne Auflaufförmchen ver-
teilen. Die Garzeit reduziert sich dann auf ca. 15-20 Min.
Quiche Lorraine
Der unkomplizierte, aber ausgesprochen köstliche Speckkuchen läßt sich warm
oder kalt essen.
Für 4 Personen
45 Scheiben Frühstücksspeck (oder mit 3 Stangen Lauch)
2 Eier
150 ml Milch
34 Eßlöffel Sahne
50 g Parmesan, frisch gerieben (keine Sägespäne aus der Dose, dann lieber Aldi
Bergkäse aus Österreich)
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
1 Prise Muskatnuß
Mürbeteig aus 170 g Mehl
Den Backofen auf 200 °C vorheizen, Gas Stufe 3.
Den Speck in ca. 2,5 cm lange und 1 cm breite Streifen schneiden. Mit der Schwar-
te in einer kleinen Pfanne braten, bis der Speck braun und das Fett flüssig wird.
Die Schwarten herausnehmen. Eier, Milch und Sahne verschlagen. Käse dazuge-
ben, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuß abschmecken. Den Teig ausrollen und
1012 Min. blind backen. Den Speck und die Eier-Sauce dazugießen. Den Speck-
kuchen auf der mittleren Schiene 10 Min. backen. Die Temperatur auf 190 °C, Gas
Stufe 23 herunterstellen und 2530 Min. backen. Der Belag muß appetitlich braun
sein.
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2001/2002
Die Familie der dorschartigen Fische
Zur großen Familie der dorschartigen Fische, die sich unter anderem durch ihr
weißes Fleisch auszeichen, zählen einige der wichtigsten Stützpfeiler der Fi-
schindustrie wie der Kabeljau oder Merlan, auch Wittling genannt. Das Aroma und
die Saftigkeit des Fleisches bewahrt man am besten durch leichtes Dünsten oder
Fritieren im Ausbackteig.
Kabejau, Dorsch (cod, cabillaud, merluzzo)
Die weißgraue Haut des Kabeljaus hat braune bis olivfarbene Punkte.
Früher sicherte er das tägliche Brot der Fischer, heute geht sein Bestand durch die
Überfischung der nordeuropäischen und amerikanischen Gewässer zurück.
Allzu oft behandelt man den Kabeljau völlig lieblos, läßt ihn viel zu lange garen,
bis er grau und trocken ist und versteckt ihn dann unter einer Sauce.
Geht man mit etwas Sorgfalt vor und bereitet ihn, was noch wichtiger ist, frisch
zu, entpuppt er sich als erstklassiger Speisefisch.
Es schmeckt vorzüglich wenn man es garziehen läßt.
Ein ausgewachsener Kabeljau bringt bis zu 36 kg auf die Waage; die Jungtiere, auch
Dorsche genannt, sind ebenso schmackhaft und wiegen ca. 7001000 g.
Die Familie der dorschartigen Fische
Seehecht
Amerikanischer Seehecht
Seelachs
Kabeljau
Schellfisch
Merlan
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2001/2002
Erwähnte Literatur zum Thema:
Bücher:
Udo Pollmer/ Cornelia Hoike/ Hans-Ulrich Grimm
Vorsicht Geschmack (Sachbuch)
Hans-Ulrich Grimm:
Aus Teufels Topf
Die neuen Risiken beim Essen (Knaur)
Hans-Ulrich Grimm
Die Suppe lügt
Die schöne neue Welt des Essens
Haarman & Reimers
Hauseigene Publikation
Auf den Geschmack gekommen
Internet Adressen:
Geschmacksstoffe-Aromen-E
ZUSATZSTOFFE online: http://www.zusatzstoffe-online.de
Institutionen/Firmen
Haarmann & Reimers: http://www.haarman-reimer.de/index.html
RAGOCO: http://www.dragoco.de
kritische Beurteilung
Das aktuelle Magazin über Lebensmittel, Getränke und Ernährung
http://www.foodnews.ch
BLL-Online:
http://www.bll-online.de/03_schwerpunkt/04_zusatz/inhalt.htm
Aromastoffe:
http://www.naturkost.de/info/i1013.htm
Vorsicht Chemiebaukasten:
http://www.naturkost.de/basics/schnelle-kueche/chemie.htm
Aroma selbermachen:
http://home.vr-web.de/martinjoehren/chemie/ester.htm
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2001/2002
Kommentare
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Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
11.01.2008 12:52:17
Super geschrieben, verständlich und informativ. Danke, dass einer Wissen schaft und es KOSTENLOS auch anderen zur Verfügung stellt!!! Das Layout ist nicht zu toppen. Von mir ne fette 1!