Seminararbeit, 2002, 25 Seiten
Autor: Roswitha Geyss
Fach: Romanistik - Weitere Sprachen
Details
Institution/Hochschule: Universität Wien (Institut für Romanistik)
Tags: Okzitanische, Sprachwissenschaftliches, Proseminar
Jahr: 2002
Seiten: 25
Note: 1
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-17065-9
Dateigröße: 878 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Das Okzitanische
von Roswitha Geyss
Inhalt
1. Areallinguistik und Sprachpolitik
- Das Okzitanische 3
1.1 Zum Namen der Sprache 3
1.2 Das Gebiet des Okzitanischen 3
1.3 Die interne Gliederung des Okzitanischen 4
1.4 Kurzer historischer Überblick 5
1.4.1 Die Vorgeschichte 5
1.4.2 Die Blütezeit 5
1.4.3 Zunehmende Durchsetzung
des Französischen im schriftlichen Bereich 6
1.4.4 Endgültige Durchsetzung des Französischen
im Schriftverkehr und wachsende Bedeutung im mündlichen Gebrauch 6
1.4.5 Die Französische Revolution
und die wachsende Durchsetzung im mündlichen Gebrauch 7
1.4.6 Planmäßige Durchsetzung des Französischen
im Zuge der allg. Schulpflicht 8
1.4.7 Die sprachliche und literarische Renaissance
im 19. Jht. - Der Felibrige 8
1.5 Die Sprecher des Okzitanischen 9
1.6 Diglossie, Sprachkonflikt und wechselseitige
Beeinflussung im okzitanischen Sprachgebiet 10
1.6.1 Diglossie und Sprachkonflikt - ein Überblick 10
1.6.2 Verwendung des Okzitanischen (Gaskognischen)
anhand eines konkreten Fallbeispiels 10
1.6.3 Wechselseitige Beeinflussung im okzitanischen Sprachgebiet
- Französisch, Francitan, Okzitanisch 12
1.6.4 Est-ce que vous avez vécu un conflit diglossique? 13
1.7. Das sprachliche System des Okzitanischen im Überblick 14
1.7.1 Artikel und Substantiv 14
1.7.2 Adjektiv 15
1.7.3 Komperativa der Adjektive 15
1.7.4 Demonstrativa 16
1.7.5 Verbalmorphologie 16
1.7.6 Syntax 17
2. Semantik, Syntax und Textlinguistik 19
2.1 Der Artikel 19
2.2 Analyse 19
2.3 Isotopien und Kommentar 22
Quellenverzeichnis 24
1. Areallinguistik und Sprachpolitik
- Das Okzitanische
1.1 Zum Namen der Sprache
Bereits die Bezeichnung der Sprache stellte Forscher immer wieder vor Probleme. Da die deutsche Linguistik sich vor allem mit der mittelalterlichen Sprache und Literatur auseinandersetzte, prägten führende Wissenschaftler zunächst den Begriff des "Provenzalischen", der auch im Zuge der sprachlichen und literarischen Renaissance im 19. Jahrhundert, auf die ich später bei der Darstellung der Geschichte des Okzitanischen näher eingehen werde, wieder aufgegriffen worden ist. Dennoch ist diese Bezeichnung nicht unproblematisch, denn genau betrachtet meinte "Provenzalisch" eigentlich nur einen Einzeldialekt der gesamten Sprache, weshalb zahlreiche Sprecher mit diesem Begriff eine Unterordnung unter das Provenzalische Vorbild verbanden. Deshalb verwundert es nicht, dass führende Linguisten wie F. Raynouard auf andere Bezeichnungen zurückgriffen, wie in seinem Fall "langue romane", was sich aber ebensowenig durchsetzen konnte. Die Wurzeln für die heutige Bezeichnung "Okzitanisch" reichen zwar bereits in Form der "Lingua d′Oc" bis ins 13. Jahrhundert zurück, einer Bezeichnung, die in Anlehnung an den Bejahungslaut und als Pendant zur "Lingua d′Oil" entstanden war, dennoch brauchte es aber noch geraume Zeit, bis sie sich etabliert hatte. Den endgültigen Durchbruch erlangte der Terminus "Okzitanisch" erst durch die Verwendung der Felibres im Languedoc , von wo aus er immer weiteren Zuspruch fand und sich schließlich nicht nur in Sprach- und Literaturwissenschaft, sondern auch in Geschichte, Soziologie, Geographie usw. durchsetzte.
1.2 Das Gebiet des Okzitanischen
Das Sprachgebiet des Okzitanischen umfasst heute vor allem das südliche Drittel des französischen Staatsgebietes (davon ausgenommen die westliche Hälfte des Departements Pyrénées Atlantiques, d.h. das sog. Nordbaskenland/Euskadi-Nord, sowie das Departement Pyrénées Orientales/Nordkatalonien, das fast zur Gänze zum katalanischen Gebiet gehört). Außerhalb Frankreichs finden sich noch vereinzelt okzitanische Sprecher einerseits im oberen Tal der Garonne, das als Val d′Aran zum autonomen Katalonien in Spanien gehört, sowie am östlichen Alpenhang auf italienischem Staatsgebiet. Den Abschluss bilden einige Sprachinseln außerhalb des "geschlossenen" Raumes, wie die Gemeinde Guardia Piemontese in Kalabrien oder der Ort PiguÁ in Argentinien, die als Auswanderungskolonien entstanden sind. Auch Deutschland umfasste einst einige okzitanische Dörfer, die von den aus Glaubensgründen aus ihrer Heimat am Ostalpenhang vertriebenen Waldensern im 18. Jht. gegründet worden sind.
Alles in allem stellt das okzitanische Sprachgebiet zwar mit 200.000 km2 einen der größeren Sprachräume in Europa dar, es handelt sich aber gleichzeitig auch um ein fiktives Sprachgebiet, da heute im gesamten Raum auch Französisch als dominierende Sprache gesprochen wird.
1.3 Die interne Gliederung des Okzitanischen
Das Okzitanische gliedert sich heute intern in drei große Dialektgruppen:
[...]
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